Test: Softube Console 1 MKII, Plug-in Hardware-Controller

12. Juni 2017

Besser zum günstigeren Preis?

Zur diesjährigen NAMM wurde von Softube eine neue Version ihres Plug-in-Controllers vorgestellt: Softube Console 1 MKII. Bereits die ursprüngliche Console 1 hat vorwiegend sehr positive Kritiken eingeheimst, so auch vor drei Jahren im Amazona-Test. Was macht die MKII nun anders? Wir werden es herausfinden.

Softube Console 1 MKII – Hardware und Software

Was ist Console?

Zunächst sei hier natürlich allen Lesern die Lektüre des Artikels meines geschätzten Kollegen und Redakteurs Felix Thoma zur ersten Version der Console  empfohlen. Felix hatte Console 1 direkt nach Erscheinen gründlich unter die Lupe genommen. Daher hier nur die Info, dass Console ein USB-Hardware-Controller zur Steuerung eines kompletten Software-Channelstrips ist.

Der Hardware-Controller

Die mitgelieferte Grundausstattung ist die Software-Emulation des berühmten Solid State Logic SL 4000 E Mixers. Mit Shape, Equalizer und Compressor wurden drei Blöcke des Klassikers emuliert, die in ihrer Reihenfolge frei wählbar sind. Vorgeschaltet ist ein Input-Gain und ein Low- und High-Cut-Filter, ebenfalls aus der SL 4000 E. Ausgangsseitig wurde mit einem Drive- und Character-Regler die Möglichkeit geschaffen, das Überfahren des Kanals zu simulieren. Panorama und Output-Volume schließen den Kanal ab.

Der Kanal ist von SSL abgesegnet, trotzdem hat Softube noch eine Erweiterung eingebaut. So ist im „Shape“-Block neben dem SSL Gate/Expander auch noch Softtubes eigener Transient-Shaper untergebracht.

Die Software ist übrigens fest an eine Registrierung des Gesamtpakets gebunden und ist somit nur im Paket zu erwerben. Inzwischen sind noch drei weitere Channelstrips hinzugekommen, die separat dazu erworben werden können. Mit dem SSL XL 9000 K steht ein zweites SSL Pult zur Verfügung, British Class A emuliert einen Neve Kanal und von Summit Audio wurde der Grand-Channel für Console adaptiert.

Die drei alternativen Channelstrips

Neuerungen

Was hat sich nun für die neue Version geändert? Während Console 1 am Anfang nur für den Mac verfügbar war, wird inzwischen auch Windows ab 64 Bit Windows 8 unterstützt. Für die Apple-User kann Mac OS X ab Version 10.9. verwendet werden.

Hinzu gekommen sind auch weitere DAWs. Neben Logic Pro, Cubase, Nuendo, Pro Tools, Ableton Live und Digital Performer werden neuerdings auch Presonus Studio One und Cakewalk Sonar unterstützt. Verwendet werden können die Plug-ins als VST, VST3, AU und AAX.

Während der Controller bisher auf Softubes eigene Plug-ins abonniert war, können mit der Softube Console 1 MKII nun auch fast 40 Universal Audio Plug-ins gesteuert werden, das erweitert den Einsatzzweck ganz gehörig. Hier findet Ihr eine Auflistung der unterstützen Plug-ins.

Die derzeitig unterstützen Plug-ins

Hinzu gekommen sind auch einige Funktionen, die durch eine Doppelbelegung der Taster in Verbindung mit dem Shift-Button realisiert wurden. So ist jetzt ein Bypass des kompletten Kanals möglich.

Für die neu integrierten DAWs Sonar und Studio One ist eine erweiterte Steuerung verschiedener Parameter wie z.B. Volume, Panorama und Sends mit der Rückmeldung in der DAW möglich. Für die anderen DAWs dürfte dieses praktische Feature sicher auch bald implementiert werden.

Softube Console 1 MKII übernimmt die Kontrolle über die DAW

Und der Knaller nun zum Schluss: Softube hat den Preis für Console 1 MKII radikal gesenkt. Statt wie ehemals 799,- Euro werden jetzt nur noch schlanke 499,- Euro aufgerufen. Wenn das keine Ansage ist, also auf zum Test, wie arbeitet es sich mit Console 1 MKII?

Praxis

Nach der Installation und Registrierung, die stressfrei und gut geführt funktioniert, steht Console auf dem Rechner zur Verfügung. Softube verwendet dafür die Gobbler-App, die automatisch den benötigten iLok-Account anlegt, falls noch keiner vorhanden ist. Auch die Autorisation auf einen iLok-USB-Stick ist möglich. Eine weitere Änderung ist, dass Gobbler nur die lizensierte Software installiert, der allumfassende Softube Single-Installer ist damit passé.

Angeschlossen wird die Hardware mit USB an den Rechner. Die Schnittstelle übernimmt auch die Stromversorgung. Der Controller steht durch sein Gewicht von knapp 2 kg, das Gehäuse ist komplett aus Stahlblech gearbeitet, sicher auf seinen sechs rutschfesten Gummifüßen. Mit seinen Maßen 427 x 186 x 52 mm ist er nicht gerade zierlich, aber so sind die 26 Potis und 40 Knöpfe gut zu bedienen.

Die Endlospotis laufen mit einem angenehmen Widerstand, zur Visualisierung der Einstellungen ist jeder Drehregler mit einem 13 segmentigem LED-Kranz umgeben. Die Taster haben einen klar definierten Druckpunkt. Auch hier helfen Status-LEDs, den Überblick zu bewahren. Ein- und ausgangsseitig zeigen LED-Ketten den Pegel an und auch die Shape- und die Compressor-Einheit bietet diese optische Hilfestellung.

Für den Einsatz des SL 4000 E Channelstrips wird das Plug-in im Kanal der DAW geöffnet. Hier erscheint nun ein Fenster, das Tracknummer und -namen und die beiden Buttons „Show Knobs“ und „Solo Safe“ enthält.

Das Plug-in in der DAW, Ausgangsfenster und Reglerseite

Mit „Show Knobs“ ist es möglich, das Plug-in auch ohne den Hardware-Controller zu steuern, z.B. wenn man mit dem Laptop unterwegs arbeitet. „Solo Save“ schließt den entsprechenden Kanal von der Soloschaltung aus, ganz nützlich, wenn wie von Softube vorgeschlagen, Console auch in Subgruppen und Master eingesetzt wird. Überhaupt schlägt der Hersteller vor, das Plug-in in jedem Kanal zu haben, nur so funktioniert dann auch die Soloschaltung lückenlos.

Dann kann es losgehen. Das Softube Console 1 MKII Fenster kommuniziert perfekt mit der Hardware. Am unteren Bildrand sind 20 Kanäle mit Tracknummern, Namen, Pegel und die Dynamikveränderungen angezeigt. Ausgewählt wird das jeweilige Plug-in mit 20 Kanalbuttons am Controller, wobei nur die bestückten Kanäle anwählbar sind. Ein Kanal ohne Console Plug-in wird übersprungen, so bleibt die Kanalreihenfolge erhalten. Aber Console 1 ist natürlich nicht auf 20 Kanäle limitiert, mit den Page-Buttons kann unendlich auf den jeweils nächsten 20er Block umgeschaltet werden.

Das SL 4000 E Startfenster

Das System braucht eine kurze Eingewöhnungsphase. Weil ich das einfach so gewöhnt bin, versuche ich zunächst des Öfteren mit der Maus im Console-Fenster zu agieren. Das geht natürlich nicht und ist schließlich auch nicht Sinn der Veranstaltung. Aber schon nach kurzer Zeit habe ich mich an die Hardware gewöhnt. Und…Überraschung, sehr schnell sind die Potis, die einfach ergonomisch perfekt sitzen, blind ohne hinzusehen zu bedienen. Das erhöht die Arbeitsgeschwindigkeit ganz enorm.

Gute Ergonomie

Eine weitere Erleichterung ist das automatische Zuschalten einer Sektion beim Bedienen eines Reglers, das scheint in der alten Version nicht so gewesen zu sein.

Auch das Umschalten zwischen den einzelnen Kanälen geht schnell und wird direkt in der unteren Leiste angezeigt. Es müssen nicht bei jedem Kanal die entsprechenden Plug-ins aufgerufen werden, sie sind sofort da. Alles in allem eine ungeheure Arbeitserleichterung, die aber mit der Software steht und fällt. Nun, Softube ist ja da kein Anfänger mehr und hat durch ihre eigene Produktpalette und die Arbeit für Fremdfirmen schon eine sehr gute Reputation. Hören wir uns den SL 4000 E Kanal doch mal etwas im Detail an.

Die Solid State Logic SL 4000 E Software

Beginnen wir mit dem mittleren Bereich, dem EQ. Er verfügt über zwei vollparametrische Mittenbänder und einen Low- und High-Bereich, die zwischen Cut, Bell und Shelf umgeschaltet werden können. Der Equalizer ist kein großer Soundfärber, sondern er agiert eher analytisch und damit auch recht vorhersehbar, schafft dabei aber das Kunststück, trotzdem sehr musikalisch zu klingen. Die Parametrisierung ist Standard, so dass man sich hier sofort zurecht findet.

Erweitert wird die Klangbearbeitung durch die recht knackig zupackenden Low- und High-Cut in der Eingangssektion, so dass insgesamt sechs EQ-Bänder zur Klangformung bereit stehen.

Der nächste Bereich ist der Kompressor, der mit den üblichen Parametern Ratio, Threshold, Attack und Release arbeitet. Zusätzlich ist für die Parallelkompression noch ein Wet/Dry-Regler vorhanden.

Der Kompressor ist recht wandlungsfähig, von unauffälliger Kompression bis zu pumpenden Effektsounds ist hier alles machbar. Weitere Variationsmöglichkeiten ergeben sich blitzschnell durch das Wet/Dry-Poti.

Console bei der Arbeit

Recht einfach ist zunächst einmal das Gate gestrickt, das mit der Einsatzschwelle und dem Release parametrisiert ist. Zusätzlich lässt sich das Gate von Soft auf Hard umschalten. Trotzdem lassen sich hier erstaunlich gute Ergebnisse erzielen.

Spannend wird es durch die Hinzunahme von Sustain und Punch. Das sind nun keine SL 4000 E Parameter, sondern wurden von Softube aus ihrem eigenen Transient Shaper hinzugefügt. Mit Sustain lässt sich der Sound verlängern oder verkürzen, Punch betont entweder einen tieferen Boom-Bereich oder unterstützt die hohen Transienten. Zusammen lässt sich mit diesen simplen vier Reglern eine mächtige Klangformung gestalten.

Die Reihenfolge der drei Einheiten „Shape“, „Equalizer“ und „Compressor“ lässt sich auf Knopfdruck ändern, in der Software bleiben die Blocks aber an ihrem Platz, anders würde die Kommunikation mit der Hardware-Einheit auch wenig Sinn ergeben.

Eine Besonderheit hat sich Softube noch am Ende der Signalkette einfallen lassen. Um die Übersteuerung eines Kanals zu simulieren, ist hier das Drive-Poti vorhanden. Damit lassen sich sehr schöne und auch durchaus musikalische Verzerrungen hinzufügen. Der zugehörige Character-Regler bestimmt das Frequenzband, das bearbeitet wird.

Insgesamt agiert die SL 4000 E Software auf allerhöchstem Niveau, kein Wunder, sonst hätte sie sicher auch nicht die offizielle Freigabe von SSL erhalten.

Ganz ehrlich, für einen normalen Mix ohne Effektsperenzchen ist man mit der SL 4000 E Software schon bestens bedient.

Die Erweiterungen

Das war es aber noch nicht, inzwischen sind es mehr als 60 Plug-ins von Softube und Universal Audio „Console Ready“.

Und das funktioniert so: Für jeden der drei Slots oder auch für den gesamten Channelstrip können am Controller die sich im System befindlichen unterstützten Plug-ins aufgerufen werden. So kann ich also z.B. weiterhin den SL 4000 Compressor benutzen, aber seinen EQ durch eine verfügbare Alternative ersetzen. Die verfügbaren Parameter werden dabei angepasst, die Console Grafik bleibt dabei allerdings gleich. Somit stehen die meist fotorealistischen Gestaltungen von alter Hardware nicht mehr auf der Rechnerseite zur Verfügung. Ich empfinde das nicht als Nachteil, so sind die Plug-ins schneller zu bedienen und man kann sich akustisch auch besser vom optischen Anblick lösen.

Der UAD Pultec MEQ-5

… und die Ansicht in Softube Console 1 MKII

Die Auswahl der verfügbaren Plug-ins ist genial einfach. Am Controller Shift drücken, den Bereich auswählen, der ersetzt werden soll und schon erscheint eine Liste der Vorschläge. Nun wird mit dem Volume-Regler gescrollt und mit Solo/Ok die Auswahl bestätigt. Auch hier, die Maus wird nicht gebraucht.

Softube hat angekündigt, noch weitere UAD Plug-ins für Console 1 zu adaptieren. Gespannt darf man darauf sein, ob dies auch mit Plug-ins gelingt, deren Parameterzahl die haptischen Regler des Controllers übersteigt. Spannend auch, ob noch weitere Firmen auf den Console-Zug aufspringen. Die sowieso von Softube designten Plug-ins von Native Instruments zum Beispiel würden sich doch da prima anbieten.

Read The Fucking Manual

Nun ja, es ist ja etwas aus der Mode gekommen und so ein Controller sollte doch eigentlich selbsterklärend sein, oder? So leicht sollte man es sich mit Softube Console 1 MKII aber nicht machen, auf den immerhin 74 Seiten des Betriebshandbuches gibt es doch so einiges zu entdecken, um das Produkt vollends auszuschöpfen. Gehen wir mal einige Punkte durch:

Dass das Console-Fenster mehrere Ansichten zulässt, ist noch schnell selbst entdeckt. Neben der Vollansicht mit Analyzer im EQ ist die zweite ohne diesen ausgeführt. Ansicht 3 bietet die Regleransicht, wie sie auch im DAW Plug-in angezeigt wird. Mit 4 und 5 wird nur die Meterbridge in zwei verschiedenen Größen angezeigt. Nachzulesen ist allerdings, was es mit „Auto On“ auf sich hat. Hier wird das Fenster nach ein paar Sekunden ausgeblendet und taucht jeweils beim Betätigen eines Reglers oder Tasters wieder auf. Auch auf die freie Skalierbarkeit des Fensters kommt man nicht unbedingt von selbst.

Auch die „Group“-Funktion ist eine große Hilfe, um z.B. das Volume aller Schlagzeugspuren anzuheben. Ebenso darf die Wirkungsweise von „History“ gerne nachgelesen werden.

Leicht wird sicher auch die „Filter to Compressor“-Funktion übersehen. Das wäre schade, lassen sich hier doch schöne Klangvariationen kreieren.

Filters to Compressor

Nach Drücken des zugehörigen Buttons arbeiten Low- und High-Cut nicht mehr als klangformende Filter, sondern steuern das zu komprimierende Signal. So lässt sich z.B. ganz schnell und einfach die Kick aus einer Drumspur von der Kompression ausschließen.

Nachlesen musste ich auch, wieso Panorama an Console in Monokanälen nicht funktioniert. Das ist nur den Stereokanälen vorbehalten. Wenn das Plug-in allerdings in der Monospur als Mono->Stereo eingefügt wird, lässt sich Panorama auch hier steuern.

Fazit

Mit Console 1 MKII hat Softube tatsächlich das perfekte Zusammenspiel von Hard- und Software geschaffen. Selbst bei den meisten Verwaltungsaufgaben muss die Maus nicht mehr bedient werden. So wird der Arbeitsprozess im Studio wieder haptisch erfühlbar. Zusätzlich bietet das System eine deutliche Zeitersparnis.

Gebündelt wird der sehr gut verarbeitete Hardware-Controller mit einer super klingenden Emulation des berühmten Solid Stage Logic SL 4000 E Pults. Drei weitere Studioklassiker sind optional zu erwerben, weitere sind angekündigt.

Noch weiter öffnet sich das System durch die Steuerung vieler hauseigener Plug-ins und mit der MKII ist auch die Unterstützung von einer großen Anzahl Plug-ins aus dem Hause Universal Audio hinzugekommen.

Innerhalb kurzer Zeit hat man sich an die Arbeitsweise mit Softube Console 1 MKII gewöhnt und möchte sie nicht mehr missen. Das ist auch mir zum Verhängnis geworden, das Paket verbleibt im heimischen Studio.

Plus

  • perfekte Symbiose von Soft- und Hardware
  • sehr guter Sound
  • gute Verarbeitungsqualität
  • vielseitige Unterstützung
  • Workflow mit Zeitersparnis
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • -

Preis

  • Ladenpreis: 499,- Euro
Forum
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    Bernd Scholl  RED

    Danke für den prima Artikel. Ich habe schon länger Interesse an der Console 1. Kurze Frage: Lassen sich auch Automationen aufzeichnen?
    Und: Lässt sich die Console auch in einen „normalen“ Controller-Mode schalten um damit andere Sachen zu steuern?

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    AMAZONA Archiv

    Ich finde die Softube Sachen hervorragend und für 500€ könnte das eine echte Versuchung sein obwohl ich stark bei der Maus verharre.
    Der Softube Modular ist für 61€ übrigens der Hammer! Schade das die Effekte und der Modular (noch) nicht in der Hardware eingebunden sind. Ich wusste auch nicht das NI sich bei Softube fremde Hilfe holt. Aus eigener Kraft ist wohl nicht mehr viel zu holen. ;)

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      GioGio  AHU

      „Aus eigener Kraft nicht viel zu hohlen“ klingt ein wenig unfair. NI arbeitet immer wieder mit Leuten zusammen und das verbergen sie auch nie und werben dies offenkundig. Dies ist Teil des Konzepts. UAD holt sich ja auch Leute ran. Ich fand das damals eher toll, dass NI bei dem ganzen Frequenz- und Dynamik-Bearbeitungs-Zeugs ausgerechnet Softube fragte. Das zeigt wie wichtig denen war, dass das nix mehr mit DJ-Effekten zu tun hat.

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    Ton-yb  

    Danke für den Informativen Test! Interessant wäre noch: Wie klingt das Ganze denn im Vergleich zu einer Mischung auf ’ner echten SSL 4000 oder 9000, bzw. bekommt man denn den berühmten SSL4K Radio-Sound hin, wenn man jeden Kanal einer Rechnermischung damit bearbeitet und gibt es eigentlich auch ein Master Bus Modul mit entsprechendem Kompressor?

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      Armin Bauer  RED

      Hmm, schwer zu beurteilen.
      Ich habe zwar schon mal eine Produktion in Amsterdam auf einer SSL 4000 E/G aufgenommen, gemixt habe ich aber im eigenen Studio.
      Das Feeling ist aber schon sehr, sehr ähnlich. Man nimmt eine Bearbeitung vor und weiss (die nötige Erfahrung vorausgesetzt) was sich daraus ergibt.
      Lass es mich mal so ausdrücken, Softube bietet 98% des Originals zu ca. 1/200 des Preises.
      Einen separates Masterbus gibt es nicht, wenn man aber mit dem Kompressor (oder auch EQ) in Bus oder Master nicht klar kommt, lässt das Konzept ja eine Alternative aus dem Softube- oder UAD-Katalog zu.

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      Armin Bauer  RED

      Preis???
      Die Software liegt bei ca. 250,-, da bleibt für die wertige Hardware aus Stahlblech mit 26 Endlospotis mit LED Kranz, über 30 Taster und Aussteuerungsanzeigen auch ca, 250,-.
      Vergleich das das einfach mal mit der Konkurrenz und schätze selber ab, ob da noch Luft (und Platz auf der Einheit) für einen 100mm Motorfader ist.

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        mort76  

        …die Software kostet die Firma rein garnichts mehr- die hat sich garantiert schon vorher amortisiert, und braucht in der Kostenrechnung deswegen nichtmehr berücksichtigt zu werden.

        Die Firma zahlt sich ja nicht selber 250€, um eine selbstentwickelte Software mitbundeln zu dürfen…

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          Armin Bauer  RED

          Das ist eine Milchmädchenrechnung. Die Software ist speziell für Console entwickelt und ist daher auch vom Kundenkreis her eingeschränkt.
          Zudem sollte es keiner Firma verboten werden mit ihren Produkten Geld zu verdienen. Wieso sollten die ihre Software verschenken, wenn der Break Even erreicht ist?

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            Macilias  

            Wie man es dreht und wendet, mit einen 100mm fader währe das ein kompletter strip, ohne fehlt ein wesentlicher Teil eines Pults. Im EK hätte kostet ein Fader sicher auch nicht die Welt. Ich denke das hätte wenigsten als Option angeboten werden können, denn ich habe lieber ein vollständiges Gerät auf dem Schreibtisch als 100 kleine mit ihren Kabelsalat und geringerer Stabilität usw.

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              GioGio  AHU

              Sehe ich auch so. Wirkt dadurch unvollständig für das was es sein soll. Wenn MK2 ohnehin plötzlich für 300€ günstiger verkauft werden kann, dann hätte man auch einen Motorfader spendieren können und weniger weit runtergehen müssen.

              „Vergleich das das einfach mal mit der Konkurrenz und schätze selber ab, ob da noch Luft (und Platz auf der Einheit) für einen 100mm Motorfader ist.“ >>> Habe verglichen. Platz kann man schaffen. Preis kann man anpassen. Hätte das Ganze nicht viel weniger bezahlbar gemacht, aber dafür perfekt abgerundet. Gerade wenn die User ein SSL Feeling wollen und ein solches auch kennen. Ein Softube Produkt muss sich meines Erachtens nach nicht zwingend unter der 500€ Grenze (häufig verwendete Grenze für „Massenware“) befinden.

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      Llisa  

      Das dachte ich am Anfang auch aber ich habe mir inzwischen angewöhnt Automation mit dem Volume Knob der Console 1 zu schreiben. Inzwischen mag sich das lieber als einen Fader…

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        GioGio  AHU

        Überredet. Ich korrigiere meine „Kritik“. Es gibt ja auch mittlerweile DJ-Pulte ohne Fader und an die kann man sich mitunter auch gewöhnen. Kommt drauf an, was man vorhat. Beim Mixen an der Konsole gehts ja eher weniger wild zu und die Kombi aus Endlosregler und LED-Kranz kommen dem Komfort eines Motorfaders ja sehr nah.

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    vaikl  

    Und was ist jetzt konkret und praktisch der Unterschied zu einer Focusrite Liquid Mix 32 Schachtel, außer der USB- statt Firewire-Anbindung?? Die gibt’s übrigens immer noch in der Bucht, falls Jemand…

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      dr noetigenfallz  

      Ich hatte mal Liquid-Mix. es gab ständig Probleme mit der Anbindung an den Rechner, zumindest auf Windows (soweit ich weiss, nicht nur bei mir). Der Sound war okay, aber ich habe ihn verkauft, nachdem ich beim Test gegen reine Software-Lösungen das Gefühl hatte, die Software sei besser. Und das ist jetzt schon 10 Jahre her. Abgesehen davon, fand ich die Idee super. Beim Liquid Mix wird ja, im Gegensatz zu dem Softube-Teil hier, alles in der Hardware berechnet. Also ähnlich UAD, was im Computer Resourcen schont.

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        vaikl  

        Hab das Teil hier immer noch im Einsatz und kann am Mac selbst mit Sierra keine ernsthaften Probleme feststellen – läuft sogar prima in Reihe hinter einer alten Powercore Compact.

        Ich liebe neben der wirklich umfangreichen Preset-Abteilung die Möglichkeit, sich seine Comps und EQs aus den vorhandenen Presets selbst modular zusammenbasteln zu können. Die Emulationen sind größtenteils hervorragend, manchmal aber auch für die Tonne, je nach Geschmack. Und mit dem zwar kleinen, aber brauchbaren Display ist auch der monitor- und maus-free Einsatz möglich;-)

        Console 1 ist m.M.n. dagegen nur ein schwacher Aufguss, die guten SW-Plugs von denen reichen völlig aus.

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    hijack  

    Bin ich eigentlich der einzige dem sofort ins Auge sticht, dass die Track-Select-Button-Reihe eigentlich nach unten und nicht oberhalb der Encoder gehört ? Hat man das Teil flach vor sich muss man doch immer über die Encoder schauen um sich zu orientieren bevor man den Button drücken kann. Unten wäre dies schneller erkennbar und so sehr speditiv. Mich wunderts manchmal was manche Hersteller sich beim Userinterface überlegen. Aber vielleicht bin ich da doch eher der Exot in der Denkweise und nicht kompatibel mit der Mehrheit. Oder doch nicht und ich habe einen Scanner für sowas ?
    Ist ja ein Desktop-Gerät, bei einem Rack-Gerät wäre es vielleicht richtig so.

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      GioGio  AHU

      Beim Umschalten der Tracks wird ja ohnehin nicht genau in dieser Sekunde ein Parameter verändert und demnach kein Button betätigt. Also stört’s auch nicht, dass die Tracks oben liegen.
      Außerdem würde sich der Abstand zu den wichtigeren Parametern erhöhen (da ja Desktop). Das wäre dann weniger entspannt (sofern sich das Gerät nicht direkt unter der Nase befindet).
      Die Trackauswahl gilt halt auch wohl eher als übergeordnet, also wie eine Menü-Leiste. Und die haut man wohl eher oben hin (Gewöhnung = Standard?). Außerdem könnte man unbeabsichtigt einen Track-Button beim Parameter-Drehen aktivieren (mit Handballen oder Pulli).

      Könnten vielleicht Gründe sein. Fände es aber wie Du sagst auch ansprechend vom Design her (wie bei einem Sequenzer oder einer Groovebox).

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        hijack  

        Das Argument der unbeabsichtigten Betätigung überzeugt mich ein wenig.

        Die anderen Argumente eher nicht. Es soll ja gerade ein schnelles Bearbeiten durch schnellen Spur-Wechsel begünstigen, da finde ich diesen Griff nach oben umständlicher, als dies unten zu tun.

        Klar wenn man sich auf eine Spur konzentriert spielt dies keine Rolle. Will man aber mal schnell Spur für Spur den Compressor anpassen oder EQ justieren ist es oben umständlicher als unten.

        Aber gut, trotzdem ein tolles Teil und eine gute Sache.

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    barthjen

    Hallo,

    Der Test ist ja schon einige Monate her, trotzdem bin ich hinsichtlich der Console 1 unschlüssig.

    Es interessiert, mich, da ich vor längerem komplett auf Software umgestiegen bin aber noch keinen passenden DAW – Controller gefunden habe. Und die Console 1 wird ja überall gelobt und beworben.

    Leider ist es allerdings so, daß jeder ja seine eigenen Plugins hat, mir denen man gerne arbeitet. Aufgrund des Test komme ich zu folgendem Schluß: Falls man weiter mit eigenen Plugins arbeiten will und diese nicht von UAD oder Softtube sind macht die Concole 1 keinen Sinn. Oder sehe ich das falsch?

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      Armin Bauer  RED

      Hi, das siehst du richtig. Macht nur mit den passenden Plugins Sinn. Freie Zuordnung ist nicht möglich.

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      GioGio  AHU

      Hab mir das Teil jetzt geholt, obwohl ich dachte wie Du. Muss jeder selbst wissen. Aber obwohl ich den Großteil meiner Plugins noch immer per Maus werde händigen müssen, so genügt mir die Vorstellung im ersten Schritt nur mit einem Controller die Spuren zu bearbeiten.
      Ich habe unfertige Mixe von Leuten gehört, die lediglich einen Channelstrip eingesetzt hatten und alle waren vom Klang begeistert und erstaunt. Klar, alles andere müsste man dann per Hand machen, vor allem die Zumischeffekte. Aber Zeit spart es trotzdem.
      Außerdem wollte ich das Teil nutzen um spaßiger und echter Kompression und EQing zu üben. man kann schneller zwischen den Parametern springen und sie zeitgleich bedienen.
      Das Gerät kommt die Tage an, ich bin gespannt!

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        Armin Bauer  RED

        Ich denke du wirst deinen Spaß damit haben. Die Zeitersparnis erfolgt doppelt, einmal die schnellere Arbeitsweise mit dem Controller, zum zweiten versucht man zuerst die PlugIns zu nutzen, die Console-ready sind und ist so in der Auswahl schneller.
        Ich habe inzwischen alle verfügbaren Softube Channelstrips und Volume 2. Dazu habe ich Console einen eigenen 19″ Bildschirm spendiert. Denke dass ich damit schon das meiste abdecke.

        • Profilbild
          GioGio  AHU

          Das klingt gut! Gutes Argument mit der „Auswahl“. Und begeistert klingst Du. Das macht Mut :)
          Extra Bildschirm ist Luxus und zeigt welchen Stellenwert das Teil für sich bei Dir gewonnen hat :) Hoffe der 4000E Channelstrip genügt mir erstmal.

  7. Profilbild
    GioGio  AHU

    Ich würde mir sehr wünschen, dass sich auch die Plugins von NI, bei denen Softube mithalf und welche sich nicht sehr von ihren eigenen Emulationen diverser vintage Dynamics etc. unterscheiden, mit dem Teil bedienen ließen. Dann würde ich das teil sofort erwerben. Auch Fabfilter Plugins wären toll. Die machen echt die Runde bei professionellen Anwendern und erfreuen sich neben den UADs besonderer Beliebtheit.
    Bitte, bitte Softube. Wenigstens die NI EQs und Dynamics. Dann spare ich mir so einen (für mich) „blöden“ NI Komplete Controller für den ich ohnehin keinen Platz aufbringen will :)

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