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Test: Swissonic V7, V8, Nahfeldmonitore

13. Mai 2022

Sie swingen und klingen!

swissonic v7 v8 test

Swissonic V7, V8, Nahfeldmonitore

Swissonic V7 und V8: Diese Aktivmonitore sind der Hammer! Aber lassen Sie mich von vorne beginnen. Swissonic? Die hatten wir doch erst ausführlich. Ich hatte vor Kurzem die A306 und A308 im Test und davor war Kollege m.steinwachs an der A305 zu Gange. Und jetzt schon wieder eine neue Serie? Nach dem „A“ kommt das „V“. Da sich – wie mittlerweile bekannt – hinter dem Brand Swissonic niemand anders als der Betrieb von Hans Thomann versteckt, leitet einen der Versuch, www.swissonic.com in den Browser einzutippen, immer wieder in den bekannten Cyberstore des Musikalienhauses Thomann.

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Machen wir es kurz: Die V-Serie ist auf den ersten Blick identisch mit den A-Modellen, nur dass die Seidenkalotte durch einen AMT-Hochtöner ersetzt wurde. Also hat hat die Box mehr Höhenauflösung und klingt dafür etwas scharf in den Höhen. Der Rest in den Tests der A-Serie: Gute Nacht und schlafen Sie gut …

Na gut, machen wir es anders und ganz direkt: Wenn Sie einen günstigen Aktivmonitor suchen, dann lesen Sie den folgenden Test. Sie werden es nicht bereuen.

Swissonic V7 und V8: Die Ausstattung

Schauen wir uns die neuen Swissonic Aktivmonitore mal genauer an: Von unten nach oben haben wir zunächst die 7“ bzw. 8“ großen Tiefmitteltöner mit Kunststoffmembranbeschichtung. Dann die LED, die den aktuellen Betriebsstatus des Monitors anzeigt (Rot = Standby, blau = Läuft!) und dann im Zentrum eines Waveguides ein Hochtöner der Bauart Air Motion Transformer, zu dem wir im Detail später kommen.

Swissonic_V7_V8_Stand

Auf der Rückseite eine ganz offensichtlich andere Elektronikbestückung als die A-Serie. Oben ein klassisches rundes Bassreflexrohr und darunter das Bedienpanel des Class-D-Verstärkers – diesmal aber ohne fummelige DIP-Schalter. OK, man kann hier nur die Höhen und Bässe um jeweils 2 dB anheben oder absenken – eine aufstellungsabhängige Konfiguration finden wir hier nicht. Auch technische Begriffe wie DSP oder Fir-Tech werden hier nicht genannt.

Swissonic_V7_V8_sound

Die V-Serie besitzt drei unterschiedliche Eingänge: XLR und Klinke (symmetrisch) und eine Cinch-Buchse. Die Inputs können wahlweise mit -10 dB oder +4 dB gespeist werden und oben dann noch der Volume-Regler, der nur in der Mittenposition gerastert ist.

Swissonic_V7_V8_input

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Die Class-D-Verstärker haben 70 (V7) bzw. 90 Watt (V8) Leistung. Die kleinere Box wird mit einem Frequenzbereich von 39 Hz bis 25 kHz angegeben und die V8 soll sogar 33 Hz bis 25 kHz schaffen. Wie auch die A-Serie ist eine gut funktionierende Standby-Funktion verbaut, die den Monitor ohne zu knacken in den Schlaf versetzt oder aufweckt. Beide Monitore können sehr laut spielen: 103 bzw. 106 dB in 1 m Entfernung.

Swissonic V7

Swissonic V7

Hier noch die Abmessungen:

  • V7: 220 x 335 x 295 mm (B x H x T) bei 6 kg
  • V8: 250 x 398 x 330 mm (B x H x T) bei 7,8 kg

Das Gehäuse ist schwarz foliert und von vorne sind durch die Frontblende aus Kunststoff keine Schrauben zu sehen. Die Verstärkereinheit auf der Rückseite ist sehr sauber eingepasst. Bezogen auf die Preisklasse sind die Swissonic V7 & V8 sehr sauber gefertigt und bieten eine gute Ausstattung.

Swissonic_V7_V8_back

In meinem Studio machen die Speaker eine gute Figur und der 8 Zoll Tiefmitteltöner der V8 zeigt, dass er auch richtig Luft bewegen möchte. Und auch der 7-Zöller der V7 wirkt nicht mickrig. Alles in allem schon mal gute Voraussetzungen für eine gute Performance.

Der Air Motion Transformer

Swissonic_V7_V8_AMT

Eine gefaltete Membran mit schleifenförmig angebrachten Leiterbahnen wird in ein Magnetfeld eines Dauermagneten gebracht. Legt man dort ein Musiksignal an, so bewegt sich die Faltung der Membran und bewegt so die Luft. Das ist die grundsätzliche Funktionsweise des Air Motion Transformers, der vom deutschen Physiker Oskar Heil erfunden und patentiert wurde. Zunächst nur in den Modellen der US-Lautsprecherschmiede ESS verbaut, haben nach Auslaufen des Patentschutzes nun viele Hersteller diese Technik für ihre Hochtöner entdeckt. Hier in Deutschland bekannt durch den (ersten) Jet-Hochtöner von Elac. Danach fand man diese speziellen Hochtöner beispielsweise bei Adam Audio, HEDD oder Eve Audio.

Swissonic_V7_V8_v7amt

Wurden anfangs noch Metallfolien und später dann einfache Kunststoffe und Faserstoffe verwendet – weil hier ein Aufdampfen der Leiterbahnen einfacher funktionierte – werden jetzt auch hochfeste und sehr leichte Polymidkunststoffe eingesetzt. Dadurch verringern sich die Partialschwingungen und so auch Verzerrungen. Dem AMT wird in der Studiotechnik immer gern ein etwas künstlicher, manchmal auch scharfer Klang nachgesagt. Dies liegt aber meist an den Hörgewohnheiten des Konsumenten oder der Einsatzumgebung. Aufgrund ihrer Bauform sind AMTs meist zu schnell für andere Chassis und so hat man einen Phasenbruch, der sich im sensiblen Mittenbereich oft unangenehm und scharf äußert. Außerdem hat ein magnetostatischer Lautsprecher bauaertbedingt eine sehr scharfe Resonanzfrequenz und sollte steilflankig abgeschnitten werden. Beim Einsatz in Aktivlautsprechern mit ebensolchen steilen Filtern (ab 18 dB/Oktave) kann man zu guten Ergebnissen kommen.

Swissonic_V7_V8_v7bass

Nun haben unsere Tests gezeigt, dass die bei Swissonic eingesetzten Tiefmitteltöner in der A-Serie nicht besonders präzise oder trocken gespielt haben. Im Hörtest werden wir sehen, ob der Hersteller das bei den V-Modellen besser hinbekommen hat.

Wie klingen die Swissonic V7 und V8?

Nun, ich hatte es oben ja erwähnt: Die Erwartung war ein heller, zur schärfe neigender Klang mit mehr Transparenz. Und diese wurde schnellstens zerstört. Ja, die V-Serie ist hell abgestimmt. Ja, wir haben eine bessere Transparenz. Aber wir tun den Speaker unrecht, es uns so leicht zu machen.

Swissonic_V7_V8_top

Denn dieser Hochtöner schafft es, die V-Serie eine ganze Klasse über der A-Serie zu positionieren. Weg ist der Vorhang vor den Lautsprechern. Plötzlich wird aus Klang … Musik! Mein aktuelles Lieblingsmusikvideo, das „Sultans of Swing“ Cover von Mary Spender und Josh Turner hat plötzlich viel mehr Drive und Details, wie das Einatmen von Josh beim Ansetzen zum Bending (5:30), werden hörbar.

Toll, wie die Lautsprecher-Transienten angehen: Auf den Punkt und sehr durchhörbar. Der den Swissonic V7 und V8 können auch Studiogeräte, wie nvelope Transientendesigner von Elysia auf den Punkt eingestellt werden. Im Nahfeld empfiehlt es sich zwar, den Hochtöner um 2 dB zu dämpfen (Schalter auf der Rückseite), aber selbst hell abgemischtes Material wirkt mit der V-Seire nie grell oder scharf. Die feine Linie zur Schärfe wird nie überschritten. Die Nuancen der Sibilanten werden sauber unterschieden – sofern die Aufnahme dies auch transportiert (z. B. Carolin No: Lichter unserer Stadt).

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Interessanterweise gelingt der Übergang zum Tiefmitteltöner wesentlich harmonischer als bei der A-Serie. Interessant deswegen, weil die V-Serie auf DSP und Fir-Tech „Schnickschnack“ verzichtet und die Verstärker einfach spielen lässt. So stimmt das Timing offensichtlich besser und die Bässe werden straffer und klarer. Das alles geht ein wenig zu Lasten des Fundaments: Wo mich die A-Serie noch förmlich aus dem Studio geblasen hat, klingt selbst die große V8 noch tendenziell schlank – auch wenn man die Bässe um 2 dB anhebt. OK, für Bass-Präzisionsfanatiker taugen die Swissonic immer noch nicht. Aber diese leichte Schwäche der Monitore kommt hier wenig stark zur Geltung.

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Swissonic V8

Swissonic V8

Der etwas zu weiche Bassbereich wird nur bei sehr definierten Aufnahmen deutlich: Bei „The Sweetest Taboo“ von Sade („Stronger than Pride, 1988) klingt die Bassdrum zu hohl und etwas substanzlos. Die V7 hat das etwas besser im Griff: Nicht ganz so tief, aber dafür einen Tick präziser scheint der 7-Zöller seinen Job etwas gewissenhafter nachzugehen.

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In Sachen Raumabbildung spielen die V7 und die V8 viel mehr nach vorne. Die musikalische Ebene ist auf Höhe der Lautsprecherfronten und geht nicht so weit in die Tiefe. Dafür wird die Positionierung der Instrumente klar definiert und umrissen. Für die Ansprüche an einen Einstiegsmonitor völlig ausreichend. Durch diese klare Abstimmung werden auch Effekte, die auf einzelnen Tonspuren liegen, gut nachgezeichnet (Amanda McBroom: Dreaming – der sanfte und weiche Hall hinter der Stimme).

Swissonic_V7_V8_TMT

Was aber bei all dem immer wieder auffällt: Die Swissonic V-Serie macht Spaß! Sie swingt und transportiert den Spirit der Musik in das heimische Studio. Nicht nur ideal zum Abmischen, sondern auch zum Lauschen. Ich möchte dabei aber nicht verheimlichen, dass diese Fülle an Transparenz und Information das Gehör auch ermüden kann. Nach 1-2 Stunden vor diesen Boxen braucht es ein paar Minuten der Stille – aber nur, um sich danach wieder auf die Swissonic V7 und V8 mit ihrer Spielfreude und gelungenen Abstimmung zu freuen. Sagte ich es nicht? Diese Aktivmonitore sind der Hammer!

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Fazit

Mit der V-Serie hat Swissonic (bzw. Musikhaus Thomann) eine wirklich tolle Lautsprecherserie für Einsteiger und Aufsteiger geschaffen. Trotz des Einstandspreises von unter 190,- Euro für die große V8 und unter 170,- Euro für die V7 kann ich die Lautsprecher auch für höhere Ansprüche empfehlen. Der Air Motion Transformer im Hochtonbereich ist nicht nur ein Gewinn in Sachen Auflösung und Transparenz, sondern harmoniert auch bestens zum Gesamtkonzept der Aktivmonitore. Insgesamt spielen die Monitore sehr neutral und eignen sich sehr gut zum Mischen. Ich kann die Swissonic wirklich empfehlen: Der Hammer!

Plus

  • sehr guter Klang
  • gute Transparenz und Auflösung
  • sehr preisgünstig

Minus

  • Bassbereich etwas undefiniert
  • Abstimmung kann etwas ermüden

Preis

  • Swissonic V7: 169,- Euro
  • Swissonic V8: 189,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    eki mako

    Danke für den Test!
    Aber warum kein Direktvergleich mit den Adam T7/8?
    Die sind nur unwesentlich teurer, aber doch wohl die Referenz im lowcost-Bereich mit AMT-Hochtöner…

    • Profilbild
      Jörg Hoffmann RED

      Hallo – Danke! Der Markt in diesem Segment ist sehr groß und da könnte man einige Vergleichstests machen. Wir hatten die T8V schon vor knapp zwei Jahren im Test: https://www.amazona.de/test-adam-t8v-nahfeldmonitore/
      …mit sehr positiven Resümee.
      Die Technik, als ob mit AMT, DSP, etc, ist immer nur so gut, wie das Gesamtpaket. Es gibt auch tolle Speaker mit klassischen Kalotten in diesem Segment. Thomann.de ist gerne bereit, Dir mal ein paar Modelle nach Hause zu schicken, um das Optimum in Deinem Raum zu finden!

  2. Profilbild
    Stephan Merk RED

    Moin Jörg, toller test, das deckt sich so mit den Eindrücken der Swissonic V5, die ich hier hatte. Jedoch bin ich etwas irritiert über den Tiefgang. Die V5 spielte noch bis rund 36 Hz runter, erstaunlich tief für einen 5-Zöller. Wie sieht das denn bei V7 und V8 aus, die dürften tendenziell tiefer können. Auch hat man die Übergangsfrequenz von 3 auf 2,6 kHz gesenkt.

    • Profilbild
      Jörg Hoffmann RED

      Hallo Stephan – Danke Dir! Im Gegensatz zu den A306 und A308 spielen die V-Modelle nicht so tief und voluminös. Also von den angegebenen 25Hz (bei beiden Modellen) ist man in der Realität weit entfernt. Trotzdem: Für das Geld völlig ausreichend und rund.

      • Profilbild
        Stephan Merk RED

        Ja, den Test dazu hatte ich auch gelesen. Also bezüglich der V5 war ich doch beeindruckt, sie gehen tiefer als so manch anderer Brüllwürfel dieser Klasse, daher meine Verwunderung. Was Du übrigens zur Präzision bzw. Straffheit im Bass zur V7 geschrieben hast, hatte ich schon vermutet. Was ich bemängelt hatte sind die wirklich etwas muckeligen Bedienelemente. Die Schalter der V5 waren etwas wackelig und der Drehregler hat leicht geschleift. Aber ansonsten alles top. Aber klar, Abstriche muss man da schon machen.

  3. Profilbild
    Neunzehn69

    Ich glaube ich werde die V8 einfach mal bestellen und testen, zu dem Preis kann man fast nichts falsch machen.
    Bin gespannt wie sie sich gegen meine alten Abacus schlagen.

  4. Profilbild
    SoundForger2000

    Liest man die Besprechungen dieser neuen Swissonic Lautsprecher in den letzten Monaten, müßte man eigentlich zum Ergebniss kommen, daß es Thomann – bei welchem Chinamannhersteller auch immer – offenbar gelungen ist, absolute Low-Cost-Burner zu schaffen. Das zeigt wohl, daß Klangqualität nicht immer teuer erkauft werden muß, so man denn keine besonders hohen Ansprüche stellt. „On a budget“ – User werden sich sicherlich sehr darüber freuen, auch mit kleinem Geld eine brauchbare Abhöre schaffen zu können. :-)

    Der abgebildete Philips / Woox X2 fällt imho übrigens auch in die Kategorie „Burner“. ;-)
    Ich bin auch nach Jahren immer noch begeistert von diesem Hörer.

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