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Test: KRK Classic 5, Nahfeldmonitor

Classic 5: Nur der kleine Bruder?

20. Dezember 2021

krk classic 5 test

KRK Classic 5? Ich erinnere mich noch gut an den Test der damals neuen Rokit RP5 und RP7 der 4. Generation. Schicke 2-Wege-Aktivmonitore, die in meinem Bericht überaus gut abschnitten. Und nun die Classic Serie? Ist das nicht das Gleiche in Schwarz?

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KRK hat sich mit den Classic Modellen ein hohes Ziel gesetzt: Anders als die sehr beliebten und sehr gut verkauften Rokits, soll die Classic Serie noch mehr den erfahrenen Toningenieur ansprechen. Noch flachere Frequenzgänge und eine noch neutralere Abstimmung sollen das kritische Hören und noch akkuratere Mixe ermöglichen? Dann schauen wir uns die kleinen 2-Wege-Monitore mal genau an.

Übrigens: Seit einiger Zeit bietet KRK die Classic Studiomonitore in 7- und 8-Zoll-Größe an. Hier finden Sie alle Informationen dazu.

krk systems classic 7 8

KRK Classic 5: Die Technik der Studiomonitore

Die Classic 5 sind in einem MDF-Gehäuse mit den Abmessungen 29,0 x 22,6 x 33,2 cm untergebracht und wiegen knapp 6 kg pro Stück. Das Gehäuse ist mit schwarzem Vinyl überzogen und macht einen sehr stabilen und gut verarbeiteten Eindruck. Die Chassis sind in einem Kunststoffstück eingearbeitet: ein 5“ Glass-Aramid-Woofer und eine 1“ Textilkalotte – in Schwarz. In den Rokit RP5 G4 Modellen steckt übrigens ein Glas-Aramid-Hochtöner (gelb). Die Gehäuse sind von ähnlicher Dimension, nur sind die RP5 G4 etwas über ein 1 kg leichter. Ich vermute, das liegt in erster Linie an den klassischen A/B-Verstärkern der Classic Serie mit 20/30 Watt (für Hochton und Tiefton), während in den Rokit Modellen leichtere Digitalverstärker mit 20/55 Watt schlummern.

KRK_Classic5_fl test

Der Frequenzgang der Classic Modelle wird mit 56 Hz – 30 kHz angegeben bei -3 dB und 46 Hz – 34,5 kHz bei -10 dB. Die Rokit 5 G4 Modelle bieten laut Spezifikationen 43 Hz – 40 kHz, allerdings ohne Angabe der Toleranz. Schon daran kann man erkennen, dass die Classic Serie mehr den Studioprofi ansprechen soll. Die Website verrät bei dieser Serie viel mehr technische Details, wie beispielsweise maximale Pegel als max. Peak SPL (mit Limiter = 101 dB), max. Average SPL (mit Limiter 98 dB) und max. Calculated SPL (99 dB). Auch die Input-Sensitivity, Signal to Noise Ratio und viele Fakten mehr können auf der KRK Produktseite eingesehen werden. Hier meinen es die Amerikaner von KRK wirklich ernst.

KRK_Classic5_studio back

Auf der Vorderseite befindet sich noch ein etwa 12 cm breiter Bassreflex-Schlitz und schließlich noch das KRK Logo, das im Betrieb leuchtet. Die Classic Modelle sind übrigens mit einer gut und unauffällig arbeitenden Auto-Standby-Funktion ausgestattet.

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Auf der Rückseite dann zwei Regler:

  • High Frequency Level Adjust zur Anpassung des Hochtonpegels bei 2,6 kHz mit -2 dB, -1 dB, flat und +1 dB
  • Low Frequency Level Adjust für den Bassbereich um 200 Hz, ebenfalls mit -2 dB, -1 dB, flat und +1 dB.

Hinzu gesellen sich der Volume-Regler von -6 dB bis +6 dB, ein unsymmetrischer RCA- (Cinch) Anschluss sowie zwei Buchsen für symmetrisch RCA und XLR. Die Buchse für das Stromkabel und ein Netzschalter vervollständigen die Ausstattung.

KRK_Classic5_tweeter

Wie erwähnt sind die KRK Classic 5 nicht nur preisbezogen sehr gut verarbeitet. Alle Spaltmaße stimmen, keine scharfen Kanten oder unsaubere Ecken. Die Elemente auf der Rückseite sind ebenfalls sehr robust und überhaupt strahlen die kleinen Lautsprecher mit ihren charakteristischen gelben Tiefmitteltönern ein sehr professionelles Flair aus.

KRK_Classic5_bass

Ebenso wie die Rokit Modelle der 4. Generation, haben wir auch hier das „EVA-Schaumpolster“ unter jedem Speaker. Das sorgt für eine anständige Entkopplung – auch wenn man selbst bei kleinen Speakern immer auf eine gute Positionierung und einen ordentlichen Lautsprecherständer achten sollte.

KRK_Classic5_unten

Wir haben schon einige Vergleiche mit der populären Rokit Serie gemacht und eines soll hier nicht verschwiegen werden: Die Classic Modelle verfügen nicht über das „sexy“ Display mit den verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten wie die Schwesternmodelle. Die Classic sind hier eben sehr klassisch (Wortwitz Alarm) ausgestattet. Eine Handysteuerung gibt es ebenfalls nicht und auch auf den Glas-Aramid-Hochtöner muss man verzichten.

Welches KRK Modell ist das Richtige für mich?

Der Preis spielt hier kaum eine Rolle, denn aktuell (12/2021) liegen zwischen der Classic (124,- Euro/Stück) und der Rokit RP5 G4 (149,- Euro/Stück) nur 25,- Euro. Auf dem Papier bieten die Rokits also mehr Bass, mehr Verstärkerleistung, modernere Technik und aufwendigere Materialien. Ein „No-Brainer“, oder?

Nun, das kommt darauf an, was für Sie wichtig ist. Wie gerade schon beschrieben, bieten die Rokits mehr „Bang for the Buck“ – aber im Studio zählen andere Parameter. Neben Rauscharmut (die Classic sind wirklich sehr leise: Man hört nur ein sehr leises Rauschen, wenn man das Ohr ganz nah an den Hochtöner bewegt) und Verarbeitung ist natürlich der Klang das entscheidende Kriterium. Und das Thema schauen wir uns jetzt mal an.

KRK_Classic5_back

KRK Classic 5: Wie klingen die Nahfeldmonitore?

Schwere Kost gleich am Anfang: Adeles neues Album „30“ mit den fantastisch gesungenem „Easy on Me“. Und es ist wirklich stark, was die KRKs hier abliefern. Die Stimme ist sehr authentisch und gibt die vielen Facetten der britischen Sängerin wieder: Tiefe, Strahlkraft, Volumen und die nötige Schärfe. Eine Reise durch ein tolles Vocal-Spektrum und trotz des günstigen Preises liefern die Classic 5 hier mehr als ordentlich ab.

Überhaupt wirkt die Classic 5 nicht so schlank, wie ich es bei der Rokit Serie bemerkt habe. Offensichtlich ist der Tiefmitteltöner etwas mehr Richtung Resonanzfrequenz abgestimmt oder die A/B-Verstärker haben mehr Bumms im Keller. Wie dem auch sei: Im wahrsten Sinne des Wortes eine runde Angelegenheit.

KRK_Classic5_KSD

Das Grandpiano meines Korg Grandstage wird voll und mit vielen Details wiedergegeben. Hatte ich der Rokit Serie noch eine leichte Tendenz zur Schärfe angekreidet, so finde ich dies bei der Classic 5 überhaupt nicht. Hell, aber nicht zu hell oder gar grell wirken die Höhen vielleicht nicht so „crisp“, wie bei den Rokits, aber insgesamt sehr gefällig und ausgewogen.

Die Mitten sind sehr neutral und detailreich – hier stört mich nur eine Sache: Die Stimmabbildung ist sehr präsent: Stimmen, wie von Adele, werden sehr groß abgebildet. Hier fehlt mir ein wenig räumliche Zurückhaltung.

Andererseits: Wenn man auf synthetische Klänge steht, EDM oder generell Synthie-Musik, dann kann ich die Classic sehr empfehlen: Diese „Straight Forward“ Charakteristik kommt diesem Genre sehr entgegen. Überraschend dynamisch und mit tollem Tiefgang überzeugen die KRK Classic 5 hier auf ganzer Linie.

KRK Classic 5: Was dürfen Sie erwarten?

Nun, bei meiner Beschreibung des Klanges sollte man natürlich einiges berücksichtigen: Diese Beschreibungen skalieren mit der Klasse des Lautsprechers. Nehmen wir Begriffe wie „dynamisch“. Ein 5“ Tiefmitteltöner kann aus physikalischen Gründen nicht so viel Luft bewegen, wie ein (oder mehrere) größere Chassis. Deswegen klingt die Classic 5 klassenbezogen dynamisch. Das blumige „crisp“ des Glas-Aramid-Hochtöners der Rokit 5 ist nicht gleichzusetzen mit einem guten Elektrostaten oder einem Beryllium- oder Diamant-Hochtöner einer High-End-Box. Das kann man auch als Laie nachvollziehen. Ein gut gemachtes Gehäuse – bei der Classic 5 immerhin 15 mm MDF – ist immer noch nicht so resonanzfrei, wie metallverstärkte Konstruktionen beispielsweise von KSD oder Matrix-Systeme, wie bei Bowers & Wilkins. All diese Komponenten bewirken – wenn der Konstrukteur sein Handwerk versteht – eine Verbesserung des Gesamtklanges und bildet so ein „mehr, als die Summe seiner Teile“. Trotzdem oder auch deswegen mag ich der KRK Classic 5 einen sehr guten preisbezogenen Klang attestieren.

KRK Classic 5: Vergleich mit Rokit Serie

Monitor Workshop KRK ROKIT

KRK ROKIT RP5 und RP7

Hätte ich die Wahl – ich würde die Classic 5 nehmen. Ja, sie ist weniger fancy und bietet absolut gesehen weniger Technik fürs Geld. Aber im kleinen Studio ist die Classic 5 im Vergleich zur Rokit 5 das bessere Werkzeug. Mehr Neutralität, mehr reine Klanginformation und somit das ausgewogenere Gesamtpaket. Klar – mit der digitalen Klangregelung kann man die Rokits schon sehr in Richtung Abhörmonitor trimmen – aber die Simplizität der Classic 5 überzeugt: Aufstellen, Bassregler auf +1 dB (in meinem Studio) und ganz ohne große Einspielzeit zeigt die kleine KRK, was in ihr steckt. Sehr sympathisch!

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Fazit

Die Classic Serie mag im Vergleich zur Bestseller-Line „Rokit“ von KRK auf den ersten Blick etwas einfacher gestrickt wirken, aber in Sachen Klang zeigt sie ihre Stärken und hat sogar in einigen Aspekten ihren Schwestern etwas voraus. Ein sehr ansprechender, neutraler Klang mit gut dosiertem Grundton, neutralen Mitten und unauffällig guten Höhen: Die Classic 5 ist mein Geheimtipp für preisgünstige Einstiegsmonitore und verdient so von mir ein „Best Buy“.

Plus

  • sehr guter, neutraler Klang
  • guter Grundtonbereich
  • gut verarbeitet
  • sehr preisgünstig

Minus

  • manchmal etwas zu straight forward in der Abbildung

Preis

  • 122,- Euro (Stückpreis)
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Forum
    • Profilbild
      MK D-J

      Hallo und guten Abend. Die 5er Classic Line ist ja schon länger am Markt. Ich habe gerade brandneue 8er bekommen und bei diesen ist auch der Volumen Poti fein gerastert. Ich vermute dass das bei der 7er auch so ist. Vielleicht konnte ich damit etwas weiterhelfen. Gruß ans Amazona Team, bin langer & treuer Fan und nun auch endlich mal hier angemeldet

  1. Profilbild
    Kazimoto AHU

    Ich bin begeistert von meinen KRK. Die großen 8er würde ich nicht nehmen, weil der Bass nicht straff genug ist. Bei den kleineren ist das kein Problem. Auf jeden Fall geben sie ein gutes Gefühl und ich brauche keine Ingenieursqualitäten um Musik zu machen oder genussvoll zu hören. Für mich jederzeit ein „Best Buy“!

    • Profilbild
      MK D-J

      Ich hab hier wie oben schon erwähnt die 8er Classic und kann mit bestem Wissen und Gewissen sagen, dass die knackig und staubtrocken rüberkommen. Wie so oft spielen Raum und Aufstellung zum Teil natürlich extrem mit rein.

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