Test: Tone2 Electra2 Version 2.6, VST-Synthesizer

1. April 2018

Produktpflege groß geschrieben - V 2.6

Vorwort zum Test des Tone2 Electra2 Version 2.6

Im Oktober 2014 hatten wir erstmals den Tone2 Elctra2 getestet und vorgestellt. Vor wenigen Tagen kam das kostenlose Update 2.6 auf den Markt. Die Feature-Liste des neuen Updates ist so umfangreich, dass wir sie ans Ende dieses Test gestellt haben. Tone2 zeigt damit eine Produktpflege, die wir uns bei manch anderen Software-Anbietern wirklich wünschen würden. Hinzu kommt, dass die Möglichkeiten des Electra2 nicht nur enorm umfangreich sind, sondern auch das klanglich Gebotene absolut überzeugen kann. Der aktuelle Preis des Tone2 Electra2 wurde zudem auf 149,- Euro gesenkt. Wir können euch daher nur empfehlen, mal in die kostenlose Demoversion reinzuhören. Kleiner Tipp für Mac High Sierra-User. Nach der Installation taucht Tone2 Electra2 nicht sofort im Plug-in-Manager von Logic auf. Die Lösung: Computer neu starten – fertig.

Euer AMAZONA.de-Redaktion wünscht frohe Ostern ;-)

Tone2 Electra2 Version 2.6

Ein Blick auf den Tone2 Electra2 – 2.0

Die Liste der Software-Synthesizer dürfte schier unendlich sein und mit dem Nachfolger von ElectraX, dem Tone2 Electra2 wird sie nun noch länger. Dazu gehört die x-te digitale Umsetzung von legendären Hardware-Synthesizern, aber zum Glück auch völlig neue Konzepte. Bei Hardware gibt es immer bestimmte Grenzen. Die Zahl der Potis ist leider begrenzt. Viele Hersteller liefern ihre Synthesizer mit einer zusätzlichen Editor-Software aus. Und einige Hardware-Synthesizer sind ohne eine solchen Software unbedienbar. Software hingegen ist sehr flexibel. Mit der „Software vs. Hardware“ Diskussion fangen wir hier gar nicht erst an. Dafür gibt es an anderer Stelle genug Platz.

Die Liste der wirklich herausragenden Software dürfte nicht ganz so lang sein. Ich denke, jeder, der sich mit dem Thema beschäftigt, hat sich schon an einigen Softsynths versucht. Ähnlich wie bei Apps für Smartphones und Tabletts neigt man schnell dazu, sich Freeware oder Demoversionen herunter zu laden und oft gleich wieder zu löschen. Gestartet habe ich damals mit der Legacy Collection von Korg mit dazugehörigem MS-20 Controller, die auch in heutiger Sicht noch ausgezeichnet klingt. Lange Zeit war ich beinahe ausschließlich Hardware-Nutzer, der Softsynths allenfalls als Platzhalter in der Vorproduktion benutzt hat. An einen Auftritt nur mit Software war überhaupt nicht zu denken. Ein stabiles Setup geht auch ins Geld. Im Moment fasziniert mich als Klangbastler vor allem Software mit einzigartigen Ansätzen.

About Tone2 Electra2

Tone2 Electra2 ist ein Software-Synthesizer mit 14 (!) verschiedenen Syntheseformen. Darunter befindet sich eigentlich alles, was das Klangtüftlerherz begehrt. Die klassische virtuell analoge Syntheseform, Sampling, Wavetable, FM, Physical Modeling, Ultra-Saw, Phase Distorsion, Waveshaping und Tone2’s Hausmarke die Fractal Synthese und weitere. Wer hier jetzt die Übersicht verliert oder mehr Wissen braucht, dem kann ich unsere kurze Übersicht über Synthesen und deren grundsätzliche Unterschiede empfehlen.

Tone2 Electra2 Version 2.6

Die Wellenformliste des Electra 2

Electra2 bietet vier Layer, die als eigenständiger Synthesizer betrachtet werden können. Diese Layer lassen sich über Buttons durchschalten und unterscheiden sich auch farblich. Im Gegensatz zu der Vorgängerversion sind die Farben und das „digitale Displayleuchten“ dezent gehalten und wirken nicht mehr so verspielt. Die Layer lassen sich separat verwalten. So können zum Beispiel einzelne Layer gespeichert, kopiert oder gelöscht werden. Jeder Layer, oder zum besseren Verständnis „Synthesizer“ genannt, besitzt 3 Klangerzeuger, die individuell ausgewählt und kombiniert werden können. Insgesamt hat man also 12 Klangerzeuger. Die oberste Leiste des Electra gilt für alle vier Synthesizer.

Links wäre der Patchbrowser, der auf der Taste „Brows“ aufklappt, daneben Volume, Modwheel, EQ und zuletzt ein Master Effect. Auf Knopfdruck wird der komplette Synthesizer bis auf diese oberste Leiste eingeklappt. Der Aufbau des Synthesizers ist logisch und übersichtlich in Reihenfolge aufgebaut, was wiederum mit Pfeilen verdeutlicht wird. Wir starten mit den drei Oszillatoren und allen dazugehörigen Reglern. Als solche haben wir jeweils Octave, Pitch Intervall, Finetune, Tone und Puls Width. Dann gibt es noch die Möglichkeit, die Oszillatoren auf Knopfdruck zu synchronisieren. In den drei übereinander liegenden „Displays“ können wir uns die Syntheseform frei aussuchen. Rechts daneben ist die Sektion für die Filter. Hier haben wir zwei Filter, die seriell oder parallel geroutet sind. Die zwei Filter besitzen jeweils ein Display.

Tone2 Electra2 Version 2.6

Die Filterliste des Electra2

Hier können verschiedene Filtertypen von insgesamt 38 Filtertypen ausgewählt werden. Alles dabei. Von Lowpass, Highpass, Bandpass und viele weitere ausgefallene Filter. Da wären der LP Moog, Aliaser, Ringmod, Fractal, Phase und viele weitere. Ausprobieren ist Pflicht. Manchmal kann man sich nicht entscheiden, was nun besser klingt. Verändert können die Filter über die dazugehörigen Regler. Alle gewohnten Standardregler (Cutoff, Resonance, Envelope, Key und Panorama) sind vorhanden. Es gibt auch einen Ringmodulator und einen Analogregler. Der soll den Klang möglichst analog klingen lassen. Das funktioniert auch. Ob das dann wirklich analog klingt, ist eine andere Frage, über die in Foren gerne gestritten wird. Eine Bereicherung ist der Regler trotzdem. Er bringt noch einmal eine Portion „Farbe“ in den Klang und verhindert, dass dieser steril nach Einsen und Nullen klingt. Also hat der Regler doch irgendwas Analoges.

Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Sehr schöner Test zu einem, wie ich finde, tollem Synth. Was mich nur stört, und das lese ich nicht nur in diesem Test, ist die doch immer wiederkehrende Fehlinterpretation von Wavetable. Das kann Electra2 einfach nicht da er das Oscilatorscanning oder auch Morphen mehrerer Waves nicht beherscht.

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      chk  

      Electra2 ist sicher kein klassischer Wavetable-Synthesizer, aber das morphen durch die „Wavetables“ wenn man sie denn so nennen kann, ist auf jeden Fall möglich mit der Qualitäts-Einstellung „Crossblend PW“. Aber ja, der Morph-„Intervall“ zwischen den Wellenformen ist dann recht kurz, so dass man kaum von echter Wavetable-Synthese reden kann. Finde ich persönlich auch etwas doof. Allgemein klingt Electra2 aber schon richtig gut, und die Virus- und JP-8000 Supersaw Wellenformen machen schon in Kombination mit den super Filtern richtig Spaß.

      Übrigens, ohne dem Autor des Artikels auf die Füße treten zu wollen, aber die Soundbeispiele könnten wirklich etwas mehr die Fähigkeiten von Electra2 widerspiegeln. Was da geboten wird kann ich im Prinzip fast mit jedem 2 Oszillator Freeware Plugin nachbilden. Nicht bös gemeint, ist ja ok wenn da jeder seine Präferenzen hat was die Sounds angeht, aber ein bisschen mehr kann Electra2 schon. :)

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    customstudio  

    Bin Besitzer vom ElectraX und verwende diesen fast in jedem Song.
    Den Electra 2 habe ich als Demo getestet, und muss sagen dass das update für 79.00 € nicht gerechtfertigt ist. Vor allem hat man was die Optik angeht einen Rückschritt gemacht.

    Meine Meinung!

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    swellkoerper  AHU 1

    14 Syntheseformen, 12 Oscillatoren, 1200 Patches, 38 Filtertypen, 32 Effekte. Sehr schön, aber selbst das 10-fache davon würde dem Ding kein Soul einhauchen! Der Test jedoch ist gut geschrieben.

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      rez_azel  

      naja, kommt vielleicht auch auf den Anwendungszweck an… Ein Allround-Gerät ist Electra 2 sicherlich nicht, soll es meines Wissens aber auch gar nicht sein…

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        swellkoerper  AHU 1

        Hast recht, das ging nicht mal gegen den Electra 2. Ich mag überhaupt keine Softwaresynths ;-) Bei Instrumenten unterscheide ich den Anwendungszweck nicht mehr nach Einsatz in diversen Musikstilen, sondern wie diese konsumiert werden. Eine Produktion, die berührt und Hingabe ausstrahlt, ist auch heute noch aufwendig und zeitintensiv. Jene hingegen, die unter Zeitdruck und nach Marktgesetzmässigkeiten produziert werden, werden heutzutage auch genauso konsumiert: nebenbei auf dem Handy, omnipräsent in Büro und Supermarkt. Genau dafür eignen sich Plugins wie das getestete. Zum Einstieg in die Materie oder schnellen Produzieren: bitte schön, aber ich bin geheilt von solchen VSTi-Schleudern :-)

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          rez_azel  

          … da ist natürlich schon was dran, ich benutze auch noch gerne Prophecy, ProSynth und N364 :)

          (Den Rayblaster von Tone2 habe ich mir trotzdem gekauft…)

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    SimonChiChi  

    jetzt plötzlich in Eurer Chart auf Platz 2 und trotzdem BB. Egal… endlich!!! Ich habe den Electra2 seit Jahren. Und für mich ist der immer noch mein Hauptsynth am Rechner. Mit dem Update jetzt noch mehr. Schön, dass ihr ihn nun auch auf dem Schirm habt.

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    Tolayon  

    Klingt nach einer reinen Software-Variante des Korg Kronos …
    Wer seine Musik tatsächlich rein am Computer macht, dürfte damit recht gut bedient sein und womöglich keinen anderen Softsynth mehr benötigen.
    Andererseits dürften Spezialanwendungen gerade auf dem Gebiet des Analog Modeling, wo ein einzelner Softsynth gerne mal so viel kostet wie das hier vorgestellte Gesamtpaket, noch mal ein ganzes Stück authentischer klingen.
    Aber zu dem hier aufgelisteten Preis erscheint mir Electra 2 geradezu konkurrenzlos zu sein und könnte sogar den einen oder anderen Hardware-Puristen in Versuchung bringen, auf ein rein DAW-basiertes System umzusteigen.

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      Johannes Kothe  RED

      Hallo Tolayon,
      der Electra ist ein starker Synth. Ich nutze ihn immer noch eifrig :-)
      Allerdings würde ich ihn eher als Software-Variante vom Korg Radias inklusive Sampling sehen (steht so auch im Test, glaube ich). Zum Kronos fehlen dann doch noch einige Funktionen.

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