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Test: Vox Mini Go 10 und Mini Go 3, Gitarrenverstärker

26. Oktober 2021

Modell "to go" - ideal fürs Üben, Unterrichten und Outdoor

Test: Vox Mini Go 10 und Mini Go 3, Gitarrenverstärker

Heute testen wir zwei neue kleine Modelle aus der neuen Verstärker-Serie des legendären Herstellers Vox, den Vox Mini Go 10 und den Mini Go 3. Beide Verstärker besitzen im Wesentlichen die gleichen Features, der Mini Go 3 besitzt im Gegensatz zur 10 Watt Variante nur 3 Watt Leistung und verzichtet auf die Looper-Funktion. Beide Amps besitzen einen kleinen 6,5″ Lautsprecher. Die Mini Go-Serie bietet gleichfalls noch ein Modell mit 50 Watt (erwartungsgemäß trägt dieses den Namen Mini Go 50), wenn man beispielsweise auch auf der Bühne oder im Proberaum „performen“ wollte, also eine höhere Leistung benötigte. Die beiden kleinen Varianten empfehlen sich sicherlich ausgezeichnet zum Üben. Auch für die eine oder andere Musikschule sind beide Testkandidaten sicherlich interessant, da Vox in die kleinen Amps jetzt neue Upgrades wie auch eine Rhythmussektion und sogar auch einen Looper integriert hat, beides hervorragende Werkzeuge, um beim Üben schnell voranzukommen.

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Die Verstärkermodelle (elf an der Zahl) und Effektsounds der Vox-Modelling-Combo-Verstärker sind ja bereits aus der Vergangenheit hinlänglich bekannt, wir werden uns deshalb später auch etwas genauer mit den neuen Ausstattungsmerkmalen beschäftigen.

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Im Lieferumfang des für diesen Test angelieferten Materials befand sich auch ein VFS3- Fußschalter, der speziell für die Mini Go-Serie entwickelt wurde. Diesem können gewisse Funktionen zugewiesen werden, mehr dazu im Absatz weiter unten in diesem Test.

Test: Vox Mini Go 10 und Mini Go 3, Gitarrenverstärker

Erfreulich ist natürlich, dass die kleinen Verstärker, abgesehen vom Betrieb mit dem mitgelieferten Netzteil, auch mit einer Spannung von 5-Volt zu betreiben sind. Die entsprechende Buchse (USB-C) befindet sich am Rückenpanel. Das bedeutet, auch eine handelsübliche aufladbare USB-Powerbank etc., wie man sie zum Aufladen von Smartphones, Tablets etc. verwendet, könnte die Stromversorgung gewährleisten; so wäre man vollkommen unabhängig von einer Steckdose und könnte auch auf der Straße oder in der freien Natur „performen“. Verfügte man über einen USB-Anschluss im Auto (einschließlich des passenden Kabels), ließe sich dort gleichfalls die nötige Versorgungsspannung abgreifen.

Mein Tipp: Da digitale Effekte recht gerne einen etwas höheren „Stromhunger“ an den Tag legen, sollte man sicherstellen, dass das man für das jeweilige Einsatzgebiet (Spielen auf der Straße, Outdoor-Gig etc.) energiemäßig ausreichend bestückt ist, um später keine Enttäuschung zu erleben.

Vox Mini Go schräg

Der „Kleine“ kann auch gekippt werden, ein Tragegurt ist ebenfalls inkludiert

Vox Mini Go 10 – Facts & Features

Zum Üben, Jammen und Spaß haben sind die Verstärker der neuen Mini Go-Serie sicherlich hervorragend bestückt worden. 11 Verstärkermodelle, acht integrierte Effekte inklusive des
neu entwickelter Vocoder-Effekts, jetzt auch ein Looper und die neue
integrierte Rhythmussektion mit 33 Drum- und Percussion-Grooves sollten nahezu allen Bedürfnissen gerecht werden. Hier geht es primär um Vielseitigkeit, intuitive Bedienbarkeit und Komfort. Der kleine Mini Go 10 besitzt gerade mal die Abmessungen (B x T x H): 296 x 210 x 249 mm und wiegt nur 4,5 kg, was ihn ausgesprochen transportfreundlich macht. Eine AUX IN-Buchse (3,5 mm) gestattet das Zuspielen von mp3-Files beispielsweise von einem iPhone, iPad oder sonstigen Zuspielern. Ein separat regelbarer Mikrofoneingang (6,3 mm Klinke) ist nun auch an Bord, was sicherlich auch für spontane Sessions mit Gesang interessant sein dürfte. Der Kopfhöreranschluss (3,5 mm mit Boxensimulation) gestattet das Üben, ohne die Umwelt daran teilhaben zu lassen.

Vox Mini Go 10, Back

Der Rücken des kleinen Mini Go 10

Bedienelemente

Neben der Instrumentenkabelbuchse findet man den Drehschalter zur Anwahl der Verstärkermodelle. Hier geht vieles von „clean bis mean“. Vom Fender Deluxe, Dumble Overdrive, Vox AC30 und AC30 Topboost über Marshall bis hin zu Mesa Boogie Simulationen. Auch Vocodersound (ähnlich einer Voicebox, dazu später mehr) und ein LINE-Eingang, der das eingespeiste Signal quasi unbeeinflusst bzw. linear an die Endstufe weitergibt, sind verfügbar. Die drei Regler GAIN (Grad der Verzerrung), TONE und Master-VOLUME bieten zwar keine totale Kontrolle über den Klang, reichen aber sicherlich aus, um diesen recht nahe an die eigenen Soundvorstellungen zu bringen. Der kleine Schiebeschalter unterhalb des Volume-Reglers gestattet ein Absenken der Lautstärke, sollte man wirklich nur bei Bedroom-Level spielen wollen. Der Einschalter (rechts) muss etwa drei Sekunden gedrückt werden, damit der Amp betriebsbereit ist.

Die AUX IN-Buchse kann Ausgangssignale (mp3 etc.) beispielsweise eines Smartphones, Tablets oder Computers verstärken, die Lautstärke muss am „Zuspieler“ eingestellt werden, um das gewünschte Mischungsverhältnis zwischen dem Playback und dem Gitarrensound zu erzielen. Möchte man seiner Umwelt das Ausgangssignal, welches der kleine 6.5-Zoll-Lautsprecher ausgibt, ganz ersparen, kann man einen Kopfhörer (mit 3,5 mm Miniklinke) in die PHONES-Buchse einklinken.

Vox Mini Go 10 Panel

Übersichtliches Kontrollpanel

Effekte des Vox Mini Go Übungsamp

Der kleine Vox wurde effektmäßig reichhaltig bestückt, wie wir dies bereits von den Vorgängerserien kennen. Hall plus Delay gleichzeitig kann der kleine Vox leider nicht, dies überforderte das kleine Elektronengehirn und würde einer USB-Powerbank möglicherweise zu viel Energie rauben. Man muss sich also bei sogenannten zeitbasierten Effekten zwischen dem Einsatz von Hall und Delay entscheiden. Diese können jedoch zusätzlich mit einem der Modulationseffekte (Chorus, Phaser, Tremolo, Octaver) betrieben werden. Last but not least ist auch ein chromatisches Stimmgerät an Bord, welches durch das Drücken und kurzen Haltens des VARIATION-Buttons aktiviert wird.

Sogar ein Mikrofon (mit 6,3 mm Klinkenbuchse) kann angeschlossen, in der Lautstärke angepasst und mit einem Effekt versehen werden.

Die nun „als Upgrade“ der vorherigen Modelle, integrierte Rhythmusfunktion bietet 11 verschieden Beats für viele Stilrichtungen  (Rock, Jazz, Pop, Metal etc.) und kann jeweils in drei Varianten erklingen.

Der Looper ist nicht besonders luxuriös, tut aber genau das, was man braucht: Aufnehmen, Overdubben, Löschen der letzten Aufnahme, Start und Stopp. Mehr brauche ich persönlich privat auch nicht, wenn ich mit einem Looper arbeite.

Der Vocoder-Effekt simuliert eine Voice-Box; mithilfe eines eingeklinkten Mikros kann man die Gitarre „sprechen lassen“, ähnlich wie man dies vom guten alten Peter Frampton kennt.

Optional – Fußschalter VFS-3

Im Lieferumfang dieses Tests befand sich auch ein VFS3-Fußschalter, der bei Bedarf am Rückenpanel eingeklinkt werden kann (6,3 mm-Klinkenbuchse). Diesem können gewisse Funktionen zugewiesen werden: so kann er den Looper (Start, Stop, Overdub, Löschen der letzten Aufnahme) bedienen, Rhythmuspatterns variieren oder Effekte kontrollieren, was die Flexibilität beim Üben, Jammen sicherlich erhöht. Besitzt man einen Vox Mini Go 50, lassen sich damit auch drei Userpresets aufrufen.

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Looper und Rhythmusfunktion

Die beiden neuen Ausstattungsmerkmale, die man von der Vorgängerserie noch nicht kennt, werden nun etwas genauer beleuchtet. Die Bedienung ist hier ausgesprochen intuitiv.

Die integrierte Rhythmusmaschine bietet 11 voreingestellte Beats, die die beliebtesten Stilrichtungen (Rock, Blues, Jazz, Metal, Dance etc.) befriedigen dürften und durch einfaches Drehen des Schalters angewählt werden können. Das Mischungsverhältnis bzw. die Lautstärke wird mithilfe des LEVEL-Reglers nach Bedarf justiert. Der TEMPO-Knopf erlaubt das einfache „Tappen“ der Geschwindigkeit. Man definiert die Länge eines Taktes durch schlichtes zweifaches Betätigen des TEMPO-Buttons. Mithilfe des START/STOP-Knopfes wird das Patterns dann gestartet oder gestoppt. Mit dem VARIATION-Knopf wird zwischen drei möglichen Variationen umgeschaltet, so bietet die Rhythmusfunktion des kleinen Vox praktisch 33 verschiedene Patterns. Die Umschaltung der drei Variationen kann auch mithilfe des (optional zu erwerbenden) VFS3-Fußschalters erfolgen, da diesem gewisse Funktionen schnell und unkompliziert zugewiesen werden können. Auch die Bedienung des Loopers gestaltet sich absolut intuitiv.

Die Bedienung des Mini Go 10 ist quasi selbsterklärend, auch ohne große technische Vorkenntnisse kann sofort Musik gemacht werden, ohne sich erst in die Untiefen einer komplexen Bedienanleitung zu begeben.

Der Sound des Vox Mini Go Amp

Hören wir uns zunächst einige der integrierten Rhythmuspattern an. Erfreulich ist, dass ein Delay oder Halleffekt sich nicht auch auf das Drumming, sondern nur auf die Gitarrensounds auswirkt.

Kommen wir zu den Verstärkersimulationen. Natürlich kann man von Solid-State-Verstärkern mit kleiner Leistung keine Wunder in Sachen Lautstärke oder Dynamik erwarten; hier geht es eindeutig um die Vielseitigkeit und „Übekomfort“ und hier wurden die kleinen „to Go-Voxe“ großartig ausgestattet. Hören wir einen klaren BOUTIQUE-Ton mit etwas integriertem Tremoloeffekt.

Hier nun eine Marshall-Simulation mit wenig „Zerre“ und Chorus-Effekt, was stark nach 80-er Jahre klingt:

Hören wir nun die AC30 Topboost-Simulation mit etwas Delay und einem integrierten Rhythmuspattern (Rock). Der charakteristische „Vox-ige Jangle-Sound des großen, mit Röhren bestückten AC30-Verstärkers wird hier recht gut simuliert, wobei man hier keine Perfektion erwarten darf, da die deutlich teureren und schwereren Röhrenboliden sicherlich klanglich und dynamisch in einer anderen Liga spielen.

Interessant klingt auch der Octaver-Effekt, hier mit einem SL-OD Ampmodell:

Verstärker auf Modell-Basis haben oft Probleme, High-Gain Sounds glaubwürdig zu reproduzieren. Hier ist dies nicht anders, aber mit etwas Feingefühl bei der Einstellung sind auch in diesem Bereich gute Ergebnisse zu erzielen. Im klaren und angezerrten Bereich weisen die „gemodellten Sounds“ sicherlich mehr Ähnlichkeit mit ihren „Vorbildern“ auf.

Die Klangbeispiele wurden mit folgendem Equipment aufgenommen:

Gibson ES335 – Vox Mini Go 10 – Shure SM57 – Apogee Duett – Mac mit Logic.

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Fazit

Die neue Serie von Vox bietet im Vergleich zu den bekannten Vorgängermodellen noch einige weitreichendere, aber ungemein nützliche Möglichkeiten zum Üben und Musizieren. Der Looper, die Rhythmusfunktion und die Effekte sind, abgesehen von den 11 Verstärkersimulationen, sicherlich mächtige Werkzeuge, um viel Spaß und Effektivität beim Üben und/oder Unterrichten zu haben. Die Möglichkeit, auch ein Mikrofon einzuklinken, bietet gleichfalls enormes Spaßpotenzial. Der schlanke Preis geht für das Gebotene mehr als in Ordnung, da die Mini Go-Serie wirklich gut ausgestattet wurde. Bemerkenswert ist, dass man mit einer USB-Powerbank auch vollkommen unabhängig vom 230-Volt-Stromnetz „performen“ könnte.

Plus

  • Sound
  • Verarbeitung
  • Effekte
  • Rhythmusfunktion
  • Looper
  • Mikrofoneingang
  • mithilfe USB (5V) zu betreiben
  • absolut intuiitive Bedienung
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • High Gain Sounds nicht wirklich realitätsnah

Preis

  • Vox Mini Go 10, Euro 219,-
  • Vox Mini Go 3, Euro 169,-
  • VFS3 Fußschalter, Euro 65,-
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    brause  

    vielen Dank für den interessanten Bericht. Ich habe mir deswegen nun den Mini Go 3 bestellt, mein über 20 jahre alter Vox Valvetronic produziert leider viele störende Nebengeräusche…

    Der kleinste aus der Mini Go Serie wird höchstwahrscheinlich sparsamer im Akkuverbrauch sein? – wie auch immer – die Akkutechnik und der Kopfhörerausgang und Aux In zu dem kleinen Preis hat mich tatsächlich bewogen einfach unbesehen zuzuschlagen, den AC30 Sound liebe ich…
    vielen Dank nochmal
    lg

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