Test: Yamaha Motif XF6, XF7, XF8 – Teil 2

18. November 2010

XF: Best Motif-Synth ever.

Im ersten Teil des Motif-XF-Tests haben wir uns der Bedienoberfläche und den Anschlüssen gewidmet, nun folgt die Klangerzeugung inklusive der Effekte.

Klangerzeugung

Kommen wir zum Eingemachten, der Klangerzeugung, die hier auf den kryptischen Namen „AWM2 mit Expanded Articulation“ hört. Der Motif spielt maximal 128 Noten auf einmal ab und ist 16-fach multitimbral, das heißt, er kann im multitimbralen Song- oder Pattern-Modus 16 verschiedene „Voices“ auf einmal wiedergeben, die sich wiederum aus einzelnen (bis zu acht) „Elements“ zusammensetzen. Ein Element basiert auf einer Waveform. Vom diesen Wellenformen befinden sich 741 MB im Sample-ROM, dem nicht überschreibbaren Speicher des Motifs.

Wie bei einer klassischen Workstation üblich, wird das gesamte musikalische Spektrum von den Motif-„Voice“-Presets erfasst. Es gibt mehrere Pianos, unzählige Orgeln, Streicher, Gitarren, Bässe, Synths, Atmos, Drumsounds, Ethno-Material und sogar ein paar bizarre Texturen. Insgesamt befinden sich 1024 „Norman Voices“ sowie 64 Drumkits im Speicher. Darüber hinaus können 512 eigene „User Voices“ sowie 32 eigene Drumkits im internen Speicher abgelegt werden. Das sollte reichen.

Obgleich der Motif aufgrund der Fülle an ROM-Presets getrost auch als ROMpler bezeichnet werden kann, verfügt er über umfassende Synthese-Möglichkeiten mit diversen Filtern, Hüllkurven, LFOs, Arpeggiatoren und Effekten. Der Synthesizer ist tatsächlich so aufwändig, dass sein Funktionsreichtum im eigentlichen Handbuch unterschlagen und stattdessen ein eigenes Referenz-Manual getextet wurde.

So kann man beim XF bereits auf der untersten „Element“-Hierarchie-Stufe allein über 18 verschiedene Filtertypen anwenden. Es gibt diverse digitale und analog designte Typen mit unterschiedlichen Flankensteilheiten in den üblichen Arbeitsmodi Hochpass, Bandpass und Tiefpass oder auch kombiniert. Darüber hinaus stehen Hüllkurven für Filter, Amplitude und Pitch zur Verfügung. Jedes Element einer „Voice“ hat seinen eigenen LFO, der auf Pitch (Vibrato), Amplitude (Tremolo) und Filter (Wahwah) wirken kann, sowie einen kleinen Equalizer, der als einfacher 2-Band-Shelving-EQ oder als vollparametrisches EQ-Single-Band arbeiten kann.

Irgendwas ist anders: Genau, Motif-Hüllkurven haben zwei Decay-Parameter!

Irgendwas ist anders: Genau, Motif-Hüllkurven haben zwei Decay-Parameter!

Im so genannten Common-Edit-Modus können Parameter eingestellt werden, die auf alle Elemente einer „Voice“ gemeinsam wirken, oder in anderen Worten: auf die gesamte „Voice“. Hier wirken unter anderem ein so genannter Common-LFO, zwei Insert-Effekte und ein umfassender Arpeggiator, der mit mehreren Tausend zum Teil sehr aufwändig programmierten Presets versehen wurde.

Ein besonderer „Voice“-Typus sind die Drum-Kits, deren Spektrum von Rock über HipHop bis hin zu diversen elektronischen Spielarten reicht. Alle Drumsounds lassen sich einzeln stimmen und mit einer eigenen Amplituden-Hüllkurve versehen. Darüber hinaus kann jeder Key (ein einzelner Drumsound) mit einem eigenen Filter bearbeitet werden. Eine echte Drum-Machine!

Effekte

Der Yamaha Motif XF ist mit einer umfassenden Effektabteilung versehen, die auf verschiedenen Hierarchie-Stufen zur Anwendung kommt. Es gibt zwei Insert-Effekt-Slots für die einzelnen „Voices“, zwei System-Effekte für die Ansteuerung über Sends sowie ein Master-Effekt-Modul direkt vor dem Ausgang. In den multitimbralen Modi können bis zu 16 Effekteinheiten insertiert werden. Demnach können im multitimbralen Modus bis zu 19 Effekte gleichzeitig benutzt werden.

Effekt-Routing im Voice-Modus

Effekt-Routing im Voice-Modus

Zu den Effekten zählen neben mehreren studiotauglichen Hall-Algorithmen diverse Delays, Modulationseffekte jeglicher Couleur, Verzerrer, Amp-Simulationen und Kompressoren. Darüber hinaus gibt es einen Vocoder, der über den Audioeingang live moduliert werden kann und eine Reihe von Vintage-Effekten, die mit der aus den Yamaha-Digitalpulten bekannten VCM-Technologie arbeiten (VCM = Virtual Circuitry Modeling). Diese digitale Schaltkreis-Simulation soll einen besonders warmen Analogsound detailliert nachmodellieren.

Equalizer

Auch die Equalizer arbeiten auf verschiedenen Ebenen. Auf Element-Ebene gibt es einen 2-Band-EQ, auf Voice/Part-Ebene (Voices heißen in den multitimbralen Modi Parts) einen 3-Band-EQ und vor dem Ausgang werkelt zu guter letzt der Master-EQ mit fünf Bändern.

Editoren

Verschiedene Hierarchiestufen, diverse Betriebsmodi, über tausend Voice-Presets, weitreichende Synthese-Funktionen, umfassende Effekte, die wiederum mit vielen Parametern aufwarten – bringen wir kurzum auf den Punkt. Trotz großem Farbdisplay ist eine Bedienung am Gerät manchmal etwas mühselig. Daher wurden Editoren programmiert, mit denen es keine Schmerzen mehr bereitet, in die Tiefen der Klangerzeugung vorzudringen oder einen Motif-Mixer für den multitimbralen Betrieb zu bestücken. Bereits mit dem Editor für die Yamaha-Stand-Alone-Software Studiomanager ist es möglich, den Motif bequem am Rechner zu editieren. Allerdings belegt die Software den MIDI-Kanal, sodass die Möglichkeit eines parallelen Betriebes in der DAW davon abhängt, ob das verwendete MIDI-Interface multiclient-fähig ist, also der MIDI-Treiber in der als zweite geöffneten Anwendung nicht blockiert wird. Mit dem USB-MIDI-Treiber, also der MIDI-Ansteuerung über den „To Host“-USB-Anschluss, funktionierte es hier im Test nicht. Zwar liefert Yamaha auch ein DAW-Plug-in mit, das sogar wechselseitig mit dem Motif synchronisiert ist, doch wird das hier zugrunde liegende VST3-Format bislang lediglich von Steinberg, also von den DAWs Cubase und Nuendo, unterstützt. Eine abgespeckte Cubase-Version (Cubase 5 AI) befindet sich übrigens gleich mit im Lieferumfang.

Der XF-VST3-Editor in Cubase AI (im Lieferumfang des Motifs)

Der XF-VST3-Editor in Cubase AI (im Lieferumfang des Motifs)

Sequencer

Der interne Sequencer erfasst bis zu 130.000 Noten mit einer Auflösung von 480 ppq, kann 16 Spuren mit unterschiedlichen Voices auf einmal abspielen und ist auf MIDI beschränkt. Um Audio abzuspielen, muss dies von einer Note getriggert werden. Die Tracks werden zum virtuellen Mischpult geleitet, das im ersten Teil unter „Mixing“ beschrieben wird. Der Sequencer kann vieles, was man von einem Sequencer erwartet, also Quantisieren, Kopieren, Loopen etc., aber vor allem ist er eine Art Bandmaschine für live einspielende Musiker.

Bewertung

Fangen wir mit Äußerlichkeiten an: Die neuen Motifs sind mächtige schwere Brocken, deren Transport schon beim mittleren Model erst ab Personenzahl zwei wirklich zumutbar wird. Auch wenn das Gerät noch so vollgestopft ist mit Funktionen, so erscheint das Gewicht doch angesichts des geringen Platzbedarfs moderner elektronischer Bauteile sehr üppig. Dafür wurde das Gehäuse aber auch aus stabilem Blech gefertigt – nun gut, Qualität und Stabilität bringen halt einiges auf die Waage.

Die Tastatur der 76er-Version rechtfertigt auf jeden Fall einen Teil der gegen unendlich strebenden Masse. Sie ist von bestechender Qualität, liefert ein hervorragendes Spielgefühl und dürfte auch ohne Gewichtung und Hammersimulation auf große Akzeptanz bei Keyboardern stoßen. Zur Erinnerung – nur die 88er-Tastatur ist gewichtet und simuliert verhämmert.

An der Verarbeitungsqualität gibt es rein gar nix zu meckern. Solidität und Betriebssicherheit werden bei Yamaha seit jeher großgeschrieben – das merkt man beim Yamaha Motif XF einmal mehr.

Einer komfortablen detaillierten Bedienung am Gerät sind aufgrund der Komplexität natürlich Grenzen gesetzt. Die Preset-Anwahl sowie einfache Eingriffe den Sound (z.B. Cutoff, Hall oder Chorus-Mix) gehen aber sehr schnell von der Hand. Mit einem Fader mal eben ein „Element“ aus einer „Voice“ schälen oder über die Drehreger den Attack einer Steel Guitar abschwächen – kein Problem. Wenn man aber in die Tiefen der Synthese-Funktionen vordringen will, werden computerverwöhnte User womöglich irgendwann ungeduldig werden. Hat Hardware bei einfachen Eingriffen noch Vorteile, wird sie bei komplizierten schnell hinderlich. Aber das geht im Grunde in Ordnung, denn erstens liegt die Hauptverwendung des Motifs mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit beim Abspielen von Presets und zweites gibt es für engagierte Soundtüftler Editoren, die sich sogar wechselseitig mit der Hardware synchronisieren. Eine Reglerbewegung am Gerät wird zur Software übertragen und umgekehrt eine Reglerbewegung in der Software zum Gerät.

Was beim Testmodell etwas gestört hat, ist eine gewisse Trägheit des Gerätes. Nach dem Einschalten benötigt der Motif etwa 45 Sekunden zum Hochfahren. Ein Modus-Wechsel nimmt vielleicht eine Sekunde in Anspruch.

Dass Yamaha seinen Plug-in-Editor ausschließlich im VST3-Format anbietet, ist schade. Schließlich unterstützen derzeit nur Steinberg-Produkte dieses Format. Wenigstens eine VST2-Variante, bestenfalls auch AU- und RTAS-Versionen wären wünschenswert gewesen.

Einige Bestandteile des Workstation-Konzepts mögen sich, wie eingangs bereits angedeutet, zumindest im Studiobetrieb etwas überholt haben. Natürlich kann der Sequencer vom mutigen Hardware-Liebhaber verwendet werden, um mal eben eine Idee festzuhalten oder sogar ein Arrangement zu skizzieren. Aber wirklich produzieren möchte damit wahrscheinlich niemand mehr. Dafür ist er im Vergleich zu modernen Software-DAWs zu unbequem. Auch der Mehrwert einer Sampling-Funktion hat in den vergangenen Jahren reichlich Federn gelassen. Nicht ohne Grund sind Hardware-Sampler quasi ausgestorben. Für den Livebetrieb lassen sich allerdings schon ein paar sinnvolle Anwendungen für Sequencer und Sampling konstruieren.

Die Stärken des Yamaha Motif XF liegen jedenfalls woanders. Das Sample-ROM beweist mit seinen nach heutigen Gesichtspunkten fast lächerlich anmutenden 741 MB, dass eine universelle, durchweg hochkarätige Library keine 40 GB groß sein muss. Genau genommen stellt sie damit übergroß aufgeblasene ramfressende Monster-Soundsammlungen einmal mehr in Frage und degradiert solch schiere Masse zum nervigen Kopierschutz.

Dabei ist die Qualität der Sounds außerordentlich hoch. Was die Programmierer geleistet haben, ist unglaublich. Okay, der Konzertflügel glänzt zweifellos als einer der besten seiner Art, und auch die anderen Pianos klingen sehr charmant. Die Vielfalt an Orgeln ist enorm. Natürlich sind Rhodes- und Hammond-Klassiker in bestechender Form dabei. Wer hätte es anders vermutet. Aber wirklich hinreißend gelungen und wohl konkurrenzlos gut sind die Nylon- und Steel-Gitarren, bei denen unbedingt der Arpeggiator ausprobiert werden sollte. Oder die abgedrehten Drum-Arpeggios mit fein groovenden metallisch-urbanen Soundkollagen.

Überhaupt – die Drumsounds. Sie sind ein echter Knaller. Sie klingen so sauber und druckvoll, dass allein sie ein großes Kaufargument darstellen. Darüber hinaus liefern die 64 Kits neben fetten Naturdrums auch wirklich modernes abgefahrenes Material elektronischer Herkunft. Hier müssen sich selbst hochkarätige Spezialisten warm anziehen.

Die Streicher klingen einzeln sehr gefällig, warm und schön, doch reicht die Glaubwürdigkeit im Spielbetrieb nicht aus, um etwa eine Vienna Symphonic Library zu ersetzen. Aufgrund des Artikulationsreichtums von Streichern hat eine sehr große Library wie die VSL hier eben doch die Nase vorn. Ähnliches gilt für die Brass-Abteilung. Um einem komplexen Mix mit einer Streicherfläche oder einer verhallten Trompete anzufetten, reicht es aber dicke.

Die Synth-Sounds des Motifs klingen dagegen in allen Lagen und Spielvarianten großartig. Blubbernde, warme Bässe, schneidende Sync-Leads und sphärische Pads gelingen hervorragend, klingen lebendig und sehr analog. Sehr geschickt haben die Programmierer hier mit Hall und Delay gearbeitet. Abgucken lohnt sich!

Der Arpeggiator, der auf massenweise Presets zugreifen kann, die außerordentlich gut programmiert sind, erzeugt echte Spielfreude. Natürlich lassen sich die Noten- und Controller-Werte ausgeben und im Sequencer weiterverarbeiten. So kann man sich die Programmiertricks genialer Schlagzeug- oder Synth-Muster einfach abgucken – was man definitiv nicht unterschätzen sollte! Ah, dort setzt man also Ghost-Notes, damit der Beat rollt. Allerdings wird es beim Rückspielen der aufgezeichneten Arpeggios zum Motif im MIDI-Nadelöhr schnell mal eng, was sich durch massive Timing-Probleme rächt. Eigentlich muss das lahme MIDI-Protokoll mal langsam endgültig in die Tonne …

Kaum zu toppen ist auch die Qualität der Effekte. Die beiden Hall-Varianten R3 und REV-X klingen transparent, seidig, natürlich und vor allem räumlich. Sie gehören durchaus in eine Klasse, wo sich auch TCs M3000 oder Lexicons 480L tummeln. Lexicon trägt etwas mehr auf, klingt sehr warm, aber nicht so transparent, während TC bei der Transparenz gegenüber Yamaha vielleicht noch etwas punkten kann, dafür aber sehr viel kühler unterwegs ist. Ein guter Kompromiss also.

Hier kommen die meisten Motif-Effekte her: Multi-FX-Hardware Yamaha SPX2000

Hier kommen die meisten Motif-Effekte her: Multi-FX-Hardware Yamaha SPX2000

Bei den Modulationseffekten macht Yamaha ohnehin wohl kaum jemand etwas vor. Vor allem der Chorus klingt fantastisch und macht schön breit, ohne das Signal dabei stark zu vermatschen. Gelungen sind auch Amp-Simulationen. Die normalen Equalizer und Kompressoren klingen eher analytisch kühl und klar, während die VCM-Varianten dem Signal tatsächlich etwas Patina aufprägen können.

Fazit

Fassen wir uns hier mal kurz: Der Motif ist schon ein Wahnsinnsgerät! Die Presets klingen großartig, realistisch und zum Teil erfrischend modern. Wer einmal angefangen hat die Arpeggios durchzuhören, wird wohl ohnehin süchtig. Es gibt also tatsächlich noch ein alles entscheidendes Argument für die Anschaffung einer Motif-Workstation, selbst wenn das ursprüngliche Konzept noch so überholt sein mag: Die herausragende Qualität der Sounds und Effekte, die durchaus in der Lage ist, Produktionen bezüglich ihrer Klangqualität weit nach vorne zu pushen. Bestnote!

Plus

  • fantastische, sehr realistische Presets
  • tolle Arpeggios
  • außergewöhnlich guter Hall und weitere sehr gute Effekte
  • gute Verarbeitung

Minus

  • DAW-taugliches Editor-Plug-in derzeit nicht im AU-Format verfügbar

Preis

  • XF6 ca. 2500,- Euro
  • XF7 ca. 2900,- Euro
  • XF8 ca. 3400,- Euro
Klangbeispiele
Forum
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    SpotlightKid  

    Also auch nach Lesen des zweiten Teils ist mir nicht klar, was denn jetzt am Motif XF so viel neues ist, außer dem größeren Sample-ROM und dem optionalen Flash-Speicher.

    Die 741 MB Sample-ROM empfinde ich übrigens durchaus als riesig (auf wie viele Multisamples verteilen die sich eigentlich?). Die meisten Leute wissen ja nicht mal, wie man aus den Mini-Samples der Grundwellenformen fast unendliche Soundvariationen rausholen kann. Aber mehr von irgendwas verkauft sich ja immer besser! ;)

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      a.rothenberg  

      Ja, wenn man bedenkt, wie groß die Soundvielfalt des XF ist, müssen 741 MB viel sein. Und da fragt man sich halt, warum Librarys mit 40 Gigabyte oft wesentlich weniger zu bieten haben.

      Ich habe nun leider keinen XS zum genauen Vergleich im Test gehabt. Aber ich kenne den ES – und im Vergleich zu ihm gibt es von allem einfach sehr viel mehr – Element-Kanäle, gleichzeitig nutzbare Effekte etc. Neu erfunden wurde die Workstation allerdings nicht.

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        Frikadelle

        Erstmal danke für diesen Test.
        Ich vermisse bei diesem Workstation-Test aber den Test als Workstation!
        Es werden fast nur Spezifikationen aufgelistet.

        Eine Workstation wird meistens von 2 Gruppen von Menschen verwendet:
        1) Live-Musiker, die einen universellen Klangvorrat über die Tastatur verteilen möchten.

        2) Musiker, die Songs damit aufnehmen möchten.

        Beide Gruppen erhalten kaum einen Anhalts- und kaum einen Kritikpunkt, wie sich der Motif hier im Alltag schlägt.
        – Wo sind die klanglichen Stärken? Wo sind die klanglichen Schwächen?
        – Hat das Piano Stagepiano-Niveau? Auf so einem 88-Tasten-Brummer möchte man sicherlich auch Piano spielen?
        – Gibt es Bedienunshürden?
        – Was geht besonders leicht und schnell? Was geht besonders gut?

        Klanglich ist der Motif natürlich wie von Yamaha gewohnt erste Sahne. Trotz des kleinen Sample-Roms erhält man viele sehr gut spielbare Klänge.

        Mein erster Eindruck beim Anspielen war aber auch, dass das Piano NICHT an günstige Stagepianos herankommt. Es ist der gleiche Klang, der schon beim S90XS sehr oft kritisiert wurde. Das Piano klingt in meinen Ohren sehr kurz und kein bisschen lebendig. (unter http://www.sninety.com beschweren sich viele Nutzer über den Pianoklang)

        Auch die Hürde, dass Note-Shift nur bis 2 Oktaven möglich ist, wurde vom XS übernommen. Wer eine hohe Fläche im unteren Bereich für die linke Hand spielen möchte, muss erst jedes einzelne Element einer Voice transponieren, dann als Voice abspeichern um es dann in einer Performance aufzurufen.

        Ich würde mir solche Praxitauglichen Informationen auch in einem Test wünschen, was schlicht und einfach bedeutet, dass ein paar Songs aufgenommen werden und dass man versucht das Klangmaterial für ein paar Coversongs in den Performances nachzubilden.

        Erst dann wird die Workstation in Ihren Paradedisziplinen wirklich getestet.

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          a.rothenberg  

          Hallo Frikadelle,

          ich wäre nur zu gern weiter ins Detail gegangen, aber so eine Workstation ist derart umfangreich, dass ich den größten gemeinsamen Nenner für alle Musiker finden musste. Das Piano ist hervorragend. Aber möglicherweise ist der eine oder andere Spezialist im Piano-Sektor aufwändiger gesamplet und in den Nuancen noch besser.

          Viele Grüße, Alex

  2. Profilbild
    Theo M

    Kann man über den Audio-Eingang sämtliche Effekte in Echtzeit nutzen? Ansonsten Glückwunsch an Yamaha, der Motif wirkt in Schwarz nun richtig edel. Dennoch warte ich immer noch auf einen würdigen Nachfolger für den SY99.

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      a.rothenberg  

      Du meinst, den Motif als Effekt-Hardware missbrauchen? Wenn ich mich recht erinnere, lässt sich sogar das routen.

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    filterfunk  

    Eines vorneweg: Ich bin ein absoluter Fan vom Motif, und von „richtigen“ Hardware-Synthesizern (auch wenn der Motif eigentlich „nur“ mehr ein edler Sample-Player ist). Das was den XS zum Platzhirschen gemacht hat war sein wuchtiger high-end Sound, der irgendwie immer passt und ordentlich drückt (das bestätigen mir auch fast nach jedem Auftritt die erstaunten Soundtechniker) und die Live-tauglichen Sequencer & Arpeggiatoren. Die Schwachstellen waren die unzureichende Abbildung des Gesamtkonzeptes auf dem Rechner, um die Kiste zu verwalten, und zeitgemäß produzieren zu können. Und genau hier patzt auch der XF, da er nur mit einer margial modifizierten Soft-& Hardware aufwarten kann, nicht aber mit einem vollintegrierten Konzept, mit dem man das ganze Gerät 1:1 softwaremäßig abbilden, einbinden und vollständig verwalten kann. Das VST-Plugin ist ja ganz nett (gibts übrigends auch für den XS), aber was ist mit dem Sequencer, und dem ganzen Rest? Hier und dort ein Editor, aber das Ganze wirkt schon arg gestückelt und kompliziert, und erfordert auch teilweise noch die Firewire-Option. Kann es denn sein, dass es bei einem Gerät aus dem Jahr 2010 beispielsweise NICHT möglich ist, den Sequencer als eine Art Submodul in CUBASE laufen zu lassen, dort das komplette Arrangieren mit den internen & externen Spuren vornimmt, und das Ganze zum Schluss einfach wieder ins Gerät zurückschiebt, um es dann live abfeuern zu können? Warum nicht? Zumal Yamaha und Steinberg die notwendige Kompetenz im eigenen Laden hat….!
    Solange die vollständige Integration nicht stattgefunden hat, wird man weiter viel Zeit und Kreativität mit dem hakeligen Workflow verlieren, wenn man eigene, oder „externe“ Ideen einbinden möchte, bis man ein Live-Setup auf die Beine gestellt hat. Da helfen einem auch 3000 neue Arpeggios nicht..! Und diejenigen, die mit Laptop & Software komfortabel Live-Setups erstellen, werden sich sicherlich so nicht zu einem sehr viel teueren Konzept, wie dem umlackierten XS (=XF) bekehren lassen….

  4. Profilbild
    vssmnn  

    3000 Arpeggios, warum nicht 300.000… oder besser gleich nen Random-Generator.
    Sieht doch eh keiner mehr durch mit diesem aufgeblasenen unnützen Sub-Feature.

    • Profilbild
      a.rothenberg  

      Das kann man so nicht sagen. Die Arpeggios sind nach Kategorien geordnet. Wenn man das herunterrechnet, bleiben für eine Nylon-Gitarre oder einen E-Bass jeweils vielleicht 20 oder 30 Arps, die Sinn machen. Die machen dann aber auch wirklich Sinn und haben nichts mit einem Random-Generator zu tun. Wie gesagt – die Dinger sind sehr sehr sehr gut programmiert.

  5. Profilbild
    rz70  

    ich vermisse auch ein wenig den Vergleich zum XS. Ich fand den Schritt vom ES zum XS weitaus interessanter als der zum XF. Auch mich stört das ein Gerät aus dem Jahr 2010 nicht komplett in Cubase, Logic integrierbar ist. Das können andere schon lange viel besser. Trotzdem liebe ich meinen XS. Der perfekte Synth zum einfach drauf los spielen und Ideen sammeln. Ich hatte mir vom XF erhofft das der Weg nach der Idee anders und schneller wird. Eigentlich schade das man dies bei Yamaha nicht so sieht…

  6. Profilbild
    Insurgent

    Hallo,

    Danke erstmal für den Test!
    Ich finde es ist nix besonderes erweitert worden nur höher schneller weiter!

  7. Profilbild
    Sebastian B.

    Den Motif XF als Synthesizer zu betrachten, finde ich etwas verfehlt. Er ist und bleibt ein Hardware-Sampler! Das zwar vom feinsten aus heutiger Sicht (ROM, RAM und Flash on mass), aber es exestiert keine Synth-Engine, es werden Samples abgespielt und zwar immer von A (!! punktuell) bis letzendlich Z! Die „Synth-Engine“ des Motif XF ist beschränkt auf alle gängigen Grundeinstellungen mit 8-fach-Schichtung und guten Filtern.
    In dem Abruf-Prozess einer Wave fehlen ein paar simple Variationen (z.B. OSC-Cyclus-Beginn-Simulation, Wave-Durchfahrungen, Wave Startpunkt wählbar, Trigger-On-Delay feiner ermöglichen, uva.), die nicht viel Kosten, die aber den Motif auch in die verdiente Synthesizer-Ecke listen lassen würden.
    Hat mal jemand den akustischen Streicher-Sound eines Acces Virus unter die Lupe genommen? Der klingt super und ist geniert von seiner Synth-Engine ohne Samples.
    Wenn das ein Motif XF annähernd hinbekommen würde (Strings ohne Streicher-Samples, sondern mit Synth-Waves-Genierung), dann dürfte da „Synthesizer-Workstation“ drauf stehen.

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