Test: Zoom G5, Effektpedal für E-Gitarre

25. September 2012

Zoom G5

Waren Multieffektgeräte in ihren ersten Gehversuchen vor vielen Jahren eine mehr oder mindere Ansammlung von Einzeleffektpedalen, bei denen lediglich die Verkabelung und die unterschiedlichen Netzteile eingespart wurden, kommen aktuelle Produkte der Wortschöpfung „Workstation“ näher als je zuvor. Was dank Mikroprozessoren heutzutage in ein übersichtliches Gehäuse gepackt wird, hat noch vor knapp zwei Dekaden den halben Fuhrpark eines Projektstudios in Beschlag genommen. Nur noch zusätzlich Laptop, USB-Kabel und zumindest einen veritabel klingen Kopfhörer eingepackt und man kann theoretisch sich an die Vorproduktion des nächsten Albums setzen, immer vorausgesetzt, man weiß, was man tut und drückt sich nicht nur hilflos durch die mehr oder minder passenden Presets des Herstellers.

Zu den „Big Names“ der Gitarren-Pedalboards gehört, neben den Protagonisten von BOSS, Ibanez, MXR und DigiTech zweifelsfrei auch das japanische Unternehmen ZOOM, welches ähnlich vieler Mitbewerber nur noch die Entwicklungsabteilung im Heimatland residieren lässt und die Fertigung in Niedriglohnländer wie China ausgelagert hat. Aus dieser Fertigungsstätte stammt auch das aktuelle Flaggschiff des Herstellers, welches auf den Namen ZOOM G5 hört.

-- Zoom G5 Front 1 --

— Zoom G5 Front 1 —

Konzeption

Nimmt man das Zoom G5 das erste Mal in die Hand, fällt einem sofort die massive Verarbeitung des Gehäuses auf, einhergehend mit einer ansprechenden Optik. Eloxiertes Silber mit schwarzen Kunststoffkanten ruhen auf insgesamt acht länglichen Kunststofffüßen und vermitteln die nötige Standsicherheit. Die Abmessungen des Gerätes belaufen sich auf 190 mm x 470mm x 90 mm bei einem Gewicht von 3,1 Kilogramm. Neben fünf Fußschaltern, vierzehn Drehreglern und neun Druckschaltern fällt das sogenannte 3-D-Pedal auf, welches zwar von der Auflagefläche eher klein geraten ist, sich aber um ca. 30 Grad nach links oder rechts schwenken lässt, um drei Parameter mit nur einem Pedal zu steuern.

Über das G5 lassen sich bis zu neun Effekte gleichzeitig abrufen, bestehend aus zwanzig Ampmodellen, 120 eingebauten DSP-Effekten und 100 Pedaleffekten, verteilt auf bis zu 297 User Speicherplätze. Es gibt die üblichen Dynamics, Filter, Overdrive/Distortion, Modulation, Delay, Reverb und einige schräge Eigenkonstruktionen, welche im Bereich SFX abgelegt wurden. Um die bis zu neun Effekte über die vier Displays zu editieren, bedient man sich zweier Scroll-Buttons, mit denen man zwischen den unterschiedlichen Ansichten umschalten kann. Trotz der großen Erfahrung im Bereich Pedalboards/FX ist es ZOOM nie gelungen, ein eigenständiger Klassiker im Stil von BOSS (z.B. OD-1), IBANEZ (z.B. TS-9), MXR (z.B. Distortion+) oder DIGITECH (z.B. Whammy-Pedal) zu entwickeln, weshalb sich die Effekte klanglich auch durchweg an die möglichst originalgetreue Abbildung der Protagonisten anlehnen.

Zudem verfügt das Zoom G5 wie viele seiner Kollegen auch über ein eingebautes Stimmgerät, einem bis zu 60-sekündigen Looper und einen Drumcomputer zwecks angenehmeren Übens – ist halt doch etwas motivierender, als das dröge vor sich hinklopfende Metronom. Über vier Displays, welche über jeweils drei Endlos-Drehregler verfügen, lassen sich alle Effekte schnell und einfach editieren. Als Besonderheit ist der analoge Tube-Booster zu sehen, welcher für Solo-Spots bis zu 16 dB Lautstärkenanhebung generiert und mit einer 12AX7 Röhre betrieben wird. Über den Boost-Regler wird der Boost-Faktor geregelt, ein weiterer Regler steuert die Klangregelung des Boost-Effektes. Ein Netzteil und eine Ausführung von Steinbergs Cubase LE gehört zum Lieferumfang, ein Betrieb über Batterien ist nicht möglich.

Sämtliche Anschlüsse befinden sich auf der Stirnseite des Gerätes. Das G5 erlaubt dabei eine umfassende Verdrahtung, als da wären ein in der Eingangsempfindlichkeit schaltbarer Input, Rechts/Links-Klinken-Outputs, Kopfhöreranschluss, Ground-Lift, symmetrischer XLR-Output, ein Klinkeneingang für ein zusätzliches Expression-Pedal, USB-Anschluss für den Rechner, On/Off-Schalter, Netzgeräte-Anschlussbuchse und ein Kensington Schlossslot.

-- Zoom G5 Front 2 --

— Zoom G5 Front 2 —

Klangbeispiele
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