Vergleichstest: Beyerdynamics TG-X58, Sennheiser E835 S, T.Bone MB 85, AKG D 88 S CCS, Shure SM 58 LC

Praxis

Beyerdynamics TG-X58: Das Beyer Produkt gefällt vom ersten Ton an. Angenehm gleichmäßig verläuft die Frequenzkurve in Sachen Gesang, ohne dass irgendwelche Frequenzanteile übermäßig geboostet oder verschluckt werden. Der Nahbesprechungseffekt ist moderat und setzt bereits relativ weit von der Kapsel entfernt ein, was das berühmte „Fressen“ des Mikrofons deutlich vermindert. Auch bei dem TG-X58 kommt die gewohnte Beyer Qualität zum tragen, welche sich Produkt-übergreifend durch einen neutralen Klang auszeichnet, so neutral, dass es mir persönlich immer recht schwer fällt, ein Beyer Mikrofon am Klang zu erkennen. An sich ein gutes Zeichen für ein Mikrofon, welches im Normalfall eine möglichst färbungsarme Wiedergabe generieren soll. Pegel-technisch bewegt sich das Mikrofon im Mittelfeld.

Sennheiser E 835 S: Sennheiser Mikrofone, insbesondere die dynamischen, haben eine Eigenart. Jeder erfahrene Tontechniker erkennt den Klang eines dynamischen Sennheiser-Produktes sofort am Höhenverhalten. Nahezu durch die gesamte Produktpalette zieht sich der leicht Höhen-lästige Grundklang des Mikrofons, welches zum einen eine hohe Durchsichtigkeit in den Vokalen garantiert, andererseits aber gerne mit harten Konsonanten und vor allem mit scharfen Zischlauten einher geht. Auch das E 835 S macht dabei keine Ausnahme, was sich jedoch je nach Musikrichtung als echter Mehrwert entpuppt. Verfügt der Sänger über ein moderates Sprachverhalten und hat seine Zunge unter Kontrolle, hinterlässt das Sennheiser Produkt klanglich einen sehr guten Eindruck, gepaart mit einer hohen Resistenz gegen Feedback. Ein sehr gutes Mikrofon, aber stilistisch eingeschränkt.

AKG D 88 S CCS

AKG D 88 S CCS

T.Bone MB85 Beta: Hatten wir bisher mit Beyerdynamics und Sennheiser mehr die dezente Abteilung in unseren Händen, tritt nun der „Neandertaler“ in die erste Reihe. Das T.Bone Produkt überrascht zunächst einmal mit einem deutlich höheren Pegel als seine Vorgänger, leider auch einhergehend mit einer deutlich höheren Körperschall-Anfälligkeit. Klanglich weiß das Produkt im Rockbereich, insbesondere für den Verkaufspreis, zu überzeugen und macht in harten Gangarten wie zum Beispiel Metal, in denen der Nebengeräuschanteil völlig zu vernachlässigen ist, eine gute Figur. Ein massiver Nahbesprechungseffekt verstärkt den ersten Eindruck nochmals. Ein gutes Einstiegsmikrofon für alles, was mit Druck zu tun hat, wer jedoch auf der Suche nach einer feinen Auflösung in den Gesangsstrukturen ist, sollte ein alternatives Produkt versuchen.

AKG D 88 S CCS: Für sich genommen hinterlässt das AKG Produkt einen guten, runden Eindruck, im direkten Vergleich zu seinen Mitkonkurrenten jedoch muss man den D 88 S CCS einen Mangel an Charakter bescheinigen. In Sachen Komprimierung verdichtet das Produkt eher unspektakulär, der Nahbesprechungseffekt ist zurückhaltend und sein Grundklang wirkt grundsätzlich flacher als bei seinen Konkurrenten. Der Fairness halber muss man allerdings auch den nahezu halben Verkaufspreis des Shure Produktes und den Lieferumfang mit in Betracht ziehen. So gesehen ist das AKG Mikrofon ein guter Arbeiter, aber nicht für die erste Reihe.

Shure SM58 LC: Tja und zum Schluss nun der Herausgeforderte, seines Zeichens Marktführer seit Dekaden. Eins vorne weg, er wird es auch die nächste Zeit bleiben. Das SM 58 ist nicht, wie viele denken, in allen Bereichen immer die erste Wahl, nur verfügt Shure über einen immensen Erfahrungsschatz bzgl. dieses Produktes und das hört man nach wie vor. Das SM 58 hat immer den einen kleinen Tick’n mehr als seine Mitkonkurrenten. So verfügt es zum Beispiel über die beste Körperschall-Festigkeit, es hat den weichsten Mittenbereich, die Höhen sind prägnant, aber nicht aufdringlich, und es komprimiert am gleichmäßigsten bei hohem Schalldruck. Zudem ist es erste Wahl bei der Gitarren- und Snare-Abnahme. Interessanterweise hat es auch den niedrigsten Ausgangspegel alle getesteten Produkte.

Shure SM 58 LC

Shure SM 58 LC

Forum
  1. Profilbild
    fcd72

    Die Ein/Ausschalter lassen sich heutzutage grösstenteils mit der kleinen Madenschraube (Gut zu sehen z. Beispiel beim Sennheiser) in der „On“ Position arretieren – muss man also nicht unbedingt abkleben, oder?

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