Vergleichstest: Tech 21 Fly Rig Cali und Fly Rig Brit

14. März 2017

Fette Sounds auf kleinstem Raum

Als im Herbst 2014 das erste Tech 21 Fly Rig bei uns in der Redaktion auftauchte, konnte das kleine Metallbrett vom ersten Ton an begeistern. Drei einfach zu bedienende und übersichtlich angeordnete Effektblöcke, verpackt in einem kompakten Gehäuse und das mit einem fetten Sound: Das Teil konnte nur einschlagen, da waren wir uns damals schon sicher! Kurze Zeit später legte Tech 21 dann noch eine Signature-Variante des Boards nach, Shred-Ikone Richie Kotzen zeigt sich mitverantwortlich bei der Soundgestaltung für das diesmal in Blutrot eingefärbte Mini-Rig. Auch dieses Fly Rig bestand den Test bei uns mit Bravour und nun scheint es an der Zeit zu sein, mal wieder etwas nachzulegen.

Dieses Mal sind es gleich zwei Pedale, die der Hersteller allerdings mit unterschiedlichen Charakteren in der Distortion-Sektion ausgestattet hat. Während das Tech 21 Fly Rig Cali die Freunde amerikanischer bzw. kalifornischer Sounds im Stil von Fender, Boogie und Dumble bedienen soll, kümmert sich das Tech 21 Fly Rig Brit um Sounds von der Insel, also Marshall, Laney, Hiwatt, Orange und Konsorten. Der Rest der Onboard-Effekte ist identisch, mit dabei ist natürlich auch wieder der grandiose „Ewigdauerbrenner“ Sansamp, als wohl bekanntester Vertreter der Produktpalette von Tech 21.

Facts & Features

Schon das Auspacken der beiden Pedale bereitet Freude, denn die beiden Fly Rigs werden in einer stilvollen schwarzen Blechkiste ausgeliefert. Ein Handbuch gehört ebenso zum Lieferumfang wie ein passendes 12 Volt Netzteil, leider wurde aber auch bei der neuen Serie kein Netzschalter am Gehäuse angebracht. Die Maße von 298 x 68 x 25 mm entsprechen ungefähr der Länge von zwei nebeneinander liegenden Tafeln Schokolade, also wunderbar zum Verstauen im Gigbag oder in der „Ladeluke“ des Gitarrencombos geeignet.

Beginnen wir bei unserer Exkursion auf der linken Seite des Pedals mit dem Delay Modul, das auf der Basis des Boost D.L.A. Pedals von Tech 21 arbeitet. Es handelt sich um ein digitales Delay mit einer Verzögerungszeit von bis zu 1000 ms und dem Charakter eines Vintage Tape Echos. Die Geschwindigkeit kann per Tap-Schalter oder mit einem Time-Poti eingegeben werden, dazu kommt ein Regler zur Bestimmung der Anzahl der Wiederholungen (Repeats) sowie ein weiter für die Intensität der Modulationen des Effektsignals (Drift).

Den Abschluss macht der Level-Regler, der sich durch eine aufgesteckte Gummitülle von den übrigen Potis optisch abhebt. Er ist auch als Einziger wirklich sicher zu bedienen, den übrigen Minipotis würde ein solcher „Adapter“ ganz bestimmt auch gute Dienste leisten, denn sie sind schon etwas fummelig in der Bedienung. Die blau beleuchteten Regler weisen dennoch stets sicher den Weg zu den Echoeffekten, auch in den dunkelsten Fußräumen unserer Zeit.

— Delay Section, hier beim Fly Rig Cali —

Das Herzstück – der Sansamp

Seine zentrale Anordnung in der Mitte des Fly Rig kommt nicht von ungefähr, denn der Sansamp ist sozusagen das Herzstück bei der Klanggestaltung der beiden Pedale. Alles was die Fly Rigs im Clean- und Crunchbereich liefern sollen, wird hier erzeugt und zusammen mit einem Halleffekt, dessen Klang im Stil eines Spring-Reverb designt wurde, abgeschmeckt. Dafür stehen eine Dreiband-Klangregelung (High, Mid und Low) sowie ein Drive-Poti zur Verfügung. Das Level-Poti hat auch hier wieder einen griffigen Überzug erhalten und strahlt, zusammen mit den übrigen Reglern nach Tritt auf den Metallschalter, in einem amberfarbenen Sextett.

Cali oder Brit?

Wirklich unterscheiden tun sich die beiden Fly Rigs im Klang ihrer Zerrsektion, wenn auch die vier Potis für Drive, Level, Tone und Boost bei beiden Pedalen identisch sind und nach einem Tritt auf den Linken der beiden Metallschalter in Blutrot aufleuchten. Der rechte Schalter aktiviert den zusätzlichen Boost, der das Signal um satte 21 dB anhebt. Erfreulicherweise wurde in der Zerrsektion nicht nur dem Level-Poti eine Gummitülle spendiert, sondern auch dem Boost-Regler, so sind die Lautstärkeverhältnisse zwischen dem Grundsound und dem angehobenen Signal schnell anzupassen.

— Die Overdrive-Sektion, hier beim Fly Rig Cali —

Ich erwähne das mit der Gummitülle (bzw. den schmerzlich vermissten Gummiüberzügen auf den übrigen Potis) nicht ohne Grund noch mal, denn mit schwitzigen Händen kann das Einstellen eines solch großen Regelbereichs mit den winzigen Potis schon zu einer wahren Geduldprobe werden. Ein Manko, das ich schon im Test des ersten Fly Rig bemängelte, hier hat Tech 21 bis heute leider diesbezüglich keine Verbesserungen vorgenommen. Aber selbst ist der Mann/die Frau – mit einem Stück transparentem Gummischlauch aus dem Baumarkt kann man sich hier selbst weiterhelfen und den Reglern einen besseren „Grip“ verpassen.

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