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Workshop: Band-Recording im Proberaum – Erste Editing und Gitarren-Aufnahmen

15. November 2019

Erstes Editing der Proberaum-Aufnahmen

band recording workshop proberaum

Workshop: Band-Recording im Proberaum – erstes Editing und Gitarren-Aufnahmen

Im ersten Teil unseres Band-Recording Workshops habt ihr alles zu den Vorbereitungen sowie der Aufnahme von Schlagzeug, Bass und Gitarre erfahren. Im nun folgenden zweiten Teil geht es um das erste Editing des Mixes sowie weitere Aufnahmen der Gitarren.

Hier die Übersicht und die Links zu den anderen Teilen des Workshops:

Den letzten und vierten Teil des Workshops veröffentlichen wir zeitnah und verlinken diesen ebenfalls hier.

Editing des Band-Recordings in Pro Tools

Nach den ersten Aufnahmen war die Entscheidung schnell getroffen: Die Produktion wird komplett und entgegen aller Natur glattgebügelt. Per Overdub-Verfahren ist es einfach schwierig, eine Band im natürlichen Zusammenspiel mit Anziehen und Bremsen einzufangen, deswegen entscheide ich mich für ein Editing, das zwar komplette „Schnibbelei“ ist, aber trotzdem irgendwo noch natürlich klingen wird.

Zunächst einmal nehme ich mir das Schlagzeug vor. Ich erstelle für dieses eine Editgruppe und kompiliere Region für Region die besten Takes zu einem „perfekten“, an dem ich fortan editiere.

Recording Workshop

Schnipp, schnapp: Pro Tools Editing

Das Tool „Beat Detective“ aus Pro Tools ist dazu in der Lage, sämtliche relevanten Transienten der jeweils markierten Spuren zu erkennen und an diesen Schnitte durchzuführen.

Hiermit verfahre ich wie folgt: Ich markiere mir die Kick-, Snare- und HiHat-Spuren und lasse Pro Tools darauf basierend das Material analysieren. Sobald Pro Tools alle Transienten innerhalb dieses Materials entdeckt hat, nehme ich ebenfalls die Overhead-Spuren in meine Selektion mit auf, sodass diese ebenfalls basierend auf den Informationen der Kick-, Snare- und HiHat-Spuren zerschnitten werden. Per Klick auf „Separate“ klamüsert mir Pro Tools das komplette Schlagzeug in kleine Clips auseinander, sodass ich ein Alignment-bündiges Editing vollführen kann.

Recording Workshop

Beat Detective: Schlagzeug Editing leicht gemacht

Da Pro Tools bei aktivierten Edit-Gruppen mit sämtlichen Regions dasselbe macht, kann ich einfach nach Lust und Laune Clips und Regions verschieben, ohne dass irgendetwas nicht mehr sitzt. Also ein extrem gerades und genaues, aber noch nicht sehr ausgereiftes Zeitachsen-Editing vollführt, bis alles fast perfekt auf der Grid sitzt.

Als nächstes ein paar Snares und Kicks austauschen, die nicht komplett gesessen haben. Dann: Strip Silence auf Kick und Snare. Ein weiteres Tool innerhalb des Programms, mit dem man basierend auf dem Schallpegel der zu bearbeitenden Spur Stille entfernen und sich so die relevanten Informationen freischneiden kann. Das Übersprechen und das „Bleed“ von Kick und Snare kann ich somit fast vollständig minimieren.

Aufgrund der Tatsache, dass Strip Silence mir vor jedem Transienten nach meiner Einstellung dessen vor jedem Transienten noch 15 Millisekunden Raum pro Clip gibt, kann ich per Selektierung aller entsprechenden Clips und dem Tastenkürzel Command + F „Batch Fades“, also automatisierte Fade-Ins und Outs für alle Clips erzeugen, ohne Transienten einbüßen zu müssen.

Kein Klicken mehr weit und breit und im Handumdrehen stehen Bass-Drum und Snare-Drum. Beim Zeitachsen-Editing mit der Drums-Mixgruppe werden, um die Phasenstabilität beizubehalten, alle betreffenden Schlagzeug-Audioclips gleichzeitig verschoben, weshalb die Overheads, obwohl wir sie bisher gar nicht beachtet haben, komplett mit angeglichen wurden.

Ich mache mir eine Overhead-Editgruppe. Zwischen den Regions sind durch das Verschieben der Clips kleine Pausen im Arrange entstanden, die ich durch manuelles Aufziehen der Clips wieder fülle. Danach auch für die Overheads wieder „Batch Fades“ erstellt, die ich danach noch Region für Region manuell anpasse.

Recording Workshop

Batch Fades: Per Command F auf einer markierten Region lassen sich normalisierte Fades mit aller Einfachheit auf so viele Clips, wie man möchte, mit einem Mausklick einfügen – Timesaver

Danach mische ich die Toms drüber, das klingt und funktioniert absolut tadellos. Mit den Overheads passen sie einfach schon gut in den Mix.

Recording Workshop Tipp am Rande: Das zeitgenaue Editieren von mehreren Spuren gleichzeitig ist mittlerweile in vielen DAWs möglich, dafür braucht es kein Pro Tools mehr, sogar DAWs wie Ableton Live beherrschen dieses Handwerk mittlerweile.

Während des Editings entsteht auch gleich der erste Roughmix. Ich packe ein Gate auf meine Kick, hier und da ein kleines bisschen Peak-Kompression und einen Standard 7-Band-Equalizer pro Spur. Ein weicher Cut der Tiefen in den hart gepannten Overheads, ansonsten einfach ein paar Frequenzen ziehen. Bei den Overheads kann ich es einfach nicht lassen und packe schon einen Pultec drauf, der mir bei 12 kHz etwas Glanz auf den Becken schenkt sowie die Plugins Soothe und Spiff von Oeksound, die mir einige inharmonische Obertöne abnehmen sowie etwas weichere Transienten unten herum geben. Auf Kick und Snare kommen erst mal 1176er, ob die bleiben, weiß ich noch nicht.

Am Bass muss ich fast überhaupt nichts editieren, ich mische mir mein DI- und Amp-Signal zusammen, schiebe ein paar Regionen hin und her – das war es schon. Hier verliere ich mich etwas im Mix und entscheide mich dafür, das DI-Signal hart bei rund 500 Hz zu cutten und mit etwas Overdrive und Kompression zu versehen, unüblicherweise das Amp-Signal für den Bass an sich zu verwenden. Ich mache mir einen Bus mit beiden Signalen, equalize und komprimiere rudimentär noch etwas herum.

Als nächstes ist Marcels Hi-Gain Engl Gitarre an der Reihe. Ganze sechs Dopplungen stelle ich mir hierfür vor. Ich kompiliere erst mal wieder meine Takes, danach nehme ich mir eine Spur per manuellem Editing vor, auf derer basierend ich dann alle anderen angleiche. Etwas frickelig, weil hier keine besonders aussagekräftigen Transienten in der Waveform zu erkennen sind. Funktioniert, dauert nur.

Marcel spielt die wichtigsten Rhythmus-Parts, es muss also in den unteren Mitten richtig schön drücken, soll aber gleichzeitig oben herum richtig schön Stereo machen. Ich mische also erst mal die drei Gitarrenpärchen zu jeweils 100, 70 und 50 Prozent an die Seiten. Damit sie generell etwas mehr Bauch und weniger fiese Höhen bekommt, packe ich auf die sechs extrem trockenen Spuren eine Cabinet-Simulation.

Weiterer Tipp am Rande: Von Lancaster Audio gibt es eine Freeware, in die man sich Impulsantworten von Cabinets laden kann. Die dafür nötigen Impulsantworten findet man zuhauf im Internet. Besonders zu empfehlen: Das Freeware „Allure Pack“ von Line 6.

Recording Workshop

Empfehlenswerte Freeware: Der IR Loader von Lancaster Audio

Bei den vier am seitlichsten liegenden Spuren cutte ich etwas die Tiefen weg, bei den beiden am mittigsten liegenden pushe ich diese dafür etwas. Direkt hört man den Unterschied: Viel mehr Druck, dafür weniger Dreck an den Seiten. Mit dem 7-Band-EQ von Pro Tools ziehe ich dann erst mal noch auf allen Gitarren die stehenden Wellen.

Kleiner Tipp am Rande: Beim Frequenzen Ziehen und Sweepen auf die Signalanteile achten, die, obwohl unterschiedliche Frequenzen gespielt werden, gleich laut bleiben. Diese je nach Gusto rausziehen.

Außerdem schaffe ich mit dem EQ noch etwas mehr Platz, indem ich jeweils links und rechts gegensätzlich tiefe und hohe Frequenzanteile je Stereopaar gegensätzlich betone oder absenke. Jetzt hat die Gitarre schon einmal etwas mehr Luft zum Atmen. Auch für die Gitarre erstelle ich schon einen Bus, auf den ich das Plugin Soothe packe, das mir ebenfalls wieder die inharmonischen Obertöne etwas herauszieht.

Die tiefen Frequenzen mache ich ab ca. 100 Hz mono, danach noch eine leichte Peak-Kompression und EQing mit einem SSL E Channelstrip-Plugin. Im 3 bis 5 kHz Bereich befindet sich das kratzige Übel, hier cutte ich eine Menge mit breiter Kurve, den dadurch verlorenen Präsenzanteil hole ich mir per Kuhschwanz ab 9 – 10 kHz wieder zurück. Klingt schon super und im Mix ist noch genug Platz für die Gitarren, die hier noch drüber gemischt werden müssen. Da die Gitarre schön an der Seite liegt, bleibt in der Mitte noch ordentlich Platz für Sänger und wichtigere Gitarren-Events.

Zunächst hegte ich den Plan, sämtliche anderen Gitarren mit einem komplett mittigen Signal und zwei links und recht daneben befindlichen Seitensignalen in den Mix zu integrieren, ich entscheide mich nach etwas Ausprobieren und viel Editing und Anpassung jedoch dazu, ganz normale Stereopärchen zu machen. Diese mische ich sofort gegen Marcels Gitarre, weshalb sie etwas weniger Tiefen, dafür mehr Höhen bekommen, damit sie sich vernünftig ergänzen können. Lediglich bei den cleanen Picking-Parts im Refrain entscheide ich mich für das zuvor genannte Prinzip, diese stehen alleine und ertönen lediglich, während Marcels Gitarre ruht. Dadurch entsteht bereits ohne Effektierung ein schön kitschiger, kontrastierender Chorus-artiger Sound.

Genereller Konsens bis zu diesem Punkt: Oeksounds Soothe ist ein absoluter Lebensretter und macht aus Aufnahmen, die „in Ordnung“ sind, absolutes Gold. Fieses Oberton-Editing adé.

Konsens Numero 2: So ein Projekt steht und fällt mit dem Editing und da das mit der DAW Pro Tools mittlerweile so was von schnell und einfach geht, vergisst man oft die Musikalität. Es gilt, einen Kompromiss zwischen Tightness und Musikalität und Zusammenspiel zu finden, Kein leichtes Unterfangen bei so einer Overdub-Geschichte.

So langsam steht alles, bei Weitem noch nicht perfekt, aber weiter möchte ich auch noch nicht gehen, bevor Sänger und Lead-Parts noch nicht im Kasten sind. Zudem wollen wir die Clean-Parts noch mit einer Akustikgitarre doppeln und somit vielleicht die eine oder andere Harmonie hinzufügen.

Zweiter Aufnahmetag des Band-Recordings

Es folgt Recording Tag 2. Setzten wir uns im ersten Teil des Workshops noch mit dem Grundgerüst auseinander und haben danach das erste Editing vorgenommen, so widmen wir uns nun einigen ausstehenden Gitarren-Overdubs und, natürlich am wichtigsten, dem Vocal-Recording für unsere Produktion.

Den ersten Rough-Mix konntet ihr bereits hören, diesen habe ich noch etwas mehr ausgearbeitet, „fetter“ gemacht, ausgespielt und in einer neuen Session als Guide-Track angelegt. Als die Jungs den Guide im Raum hören, gibt es zunächst ein großes Hallo – Begeisterung macht sich breit.

Somit ergeben sich perfekte Vorraussetzungen für das geplante Overdub-Recording, schon alleine aus dem Grund, dass ein guter Vibe und ein gewisser Enthusiasmus um ein Vielfaches wichtiger sind als ein guter Raum oder tolle Mikrofone. Etwas Rundes, an dem man sich festhalten kann, ist das Beste für Musiker bei der Aufnahme – gerade bei der Aufnahme des Gesangs.

Recording Workshop

Verstärkerwand – die Zweite

Los geht’s: Gitarren-Aufnahme im Proberaum

Zunächst nehmen wir eine weitere Gitarre auf: Ein Picking von Julius über gewisse Parts des Songs, welches diesen harmonisch anreichern soll. Die Gitarre soll so wirken, als würde sie über den anderen stehen und sich mit einem Cleansound abheben.

Wir gehen auf den Bridge-Pickup und stellen einen Sound am Verstärker ein, der sich irgendwo zwischen Clean und Crunch bewegt, entscheiden uns für einen kleinen Blackstar 5 Watt Amp in Kombination mit Julius‘ 4x12er Cabinet. Diesmal spannen wir allerdings kein SM57, sondern ein AKG C1000 vor, das fängt etwas mehr Präsenz und Höhen der Gitarre ein und arbeitet gegen das dumpfe Cab. Gesagt, getan, ein paar Durchgänge und alles ist schnell im Kasten. Diese Gitarre soll nicht gedoppelt werden, sondern alleine stehen und im Mixdown eventuell mit einer Effektierung versehen werden.

Sich über die Staffelung angestrebte Wirkungsweise und Zweck der einzelnen Instrumente im Vorhinein klar zu sein, ist unabdinglich. Und über das „eigene Bild im Kopf“, kann man sich logisch herleiten, wie man in welcher Situation vorgehen möchte.

Das Aufnahme-Setup gleicht in etwa dem aus Workshop Teil 1. Da wir lieber mit künstlichen Räumen im Nachhinein arbeiten möchten, versuchen wir, das Ganze so trocken wie möglich einzufangen – also bauen wir uns wieder unsere Verstärkerwand, die wir zur Wand richten – die mit Decken und Molton „präpariert“ wurde.

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Marcel spielt – ich höre zu

Marcels Engl AMP bei der Band-Aufnahme

Als nächstes ist Marcel mit seiner Charvel an der Reihe, er soll eine ähnliche Harmonie aufnehmen, die ebenfalls in einem Part alleine, in einem anderen Part gedoppelt werden soll. Hierfür entscheiden wir uns für einen Crunch-Sound, den wir für den zweiten Part als Steigerung noch etwas anzerren. Hier arbeiten wir mit den rudimentärsten Mitteln, ein Gain-Pedal, Settings am Verstärker – that’s it. Das C1000 bleibt wo es ist und nach ein paar Takes sind wir durch.

Danach folgt die wichtigere Aufgabe für Marcel: Das Einspielen seines Solo-Parts. Hierfür greifen wir uns Marcels Engl mitsamt seines Cabinets, eine Zusammensetzung, die an Präsenz und Höhenlast praktisch nicht zu überbieten ist. Auch hier wird wieder das C1000 vorgespannt, allerdings in etwas größerem Abstand zum Verstärker, um etwas mehr „Luft“ einfangen zu können. Etwa eineinhalb Handbreit von der Membran entfernt positioniere ich es mittig vor dieser und drehe noch etwas Höhen am Topteil heraus. Marcel spielt es dreimal – alle drei Takes sitzen sehr gut. Ein Dopplungseffekt im Solo kann also später in der Post ebenfalls ausprobiert werden.

Recording Workshop

Ein bisschen Abstand tut auch mal gut: Mikro-Position

Wichtig: Gerade bei der Arbeit ohne externe Regie steht und fällt eine solche Produktion mit den Probe-Takes. Es ist das absolute A und O, mit verschiedenen Mikrofonpositionierungen und Verstärker-Settings herumzuspielen, bis man an sein persönliches Ziel kommt – falls das mal eine Stunde dauert, ist das in dieser Umgebung auch nicht schlimm.

Das, worum es in dieser Situation geht, ist, wie es auf der Aufnahme klingt und nicht, ob der Gitarrensound gerade im Raum gut klingt. Gerade was die Zerre angeht gilt: Weniger ist mehr im Produktionskontext – es sei denn, man hat einen toll klingenden Aufnahmeraum und kann ordentlich Luft mit einfangen – was man aber in diesem Genrekontext ebenfalls eher seltener machen würde.

Im dritten Teil unseres Workshops kümmern wir uns um die Aufnahme des Gesangs sowie das weitere Editing in Pro Tools.

Forum
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    GioGio  AHU

    Interessanter Beitrag :) Ich hätte es gut gefunden, wenn man die unbearbeiteten Einzelaufnahmen anhören könnte um dann deine Arbeitsschritte klanglich besser nachvollziehen zu können (also vorher-nachher). Vor allem für all jene, die das hier lesen und keine Tontechniker sind.
    Da ich gerade krank im Bett liege konnte ich nur über Laptopboxen hören. Aber mir gefällt ganz gut was Du so schreibst. Komisch, dass noch kein anderer ein Kommentar hinterließ.

    Dein Profil fand ich auch spannend. Klingt so nach Wunderkind :D Aber im Ernst: Toll :)
    Hab mir dann auch gleich mal Dein Facebook angeschaut. SAE haste auch gelernt – dann sind wa ja in der selben Sekte :) Obwohl ich nicht so ganz weiß wie gut die auf mich zu sprechen sind XD

    Bin gespannt auf den dritten Teil. Tolles Thema auch: Aufnahmen im Übungsraum. Machen ja nicht gerade wenig Leute in ihren Räumen und muß spannend sein für all jene, wie gut man trotz der Räumlichkeit einen Mix hinbekommen kann. Obwohl es natürlich auch Übungsräume mit weitaus mehr Reflexionen gibt. Ihr habt ja recht viel Schaumstoff reingestopft. Hab ich in der Masse eher selten in Übungsräumen gesehen.

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      Coin  AHU

      Schaumstoff zu installieren ist auch so eine Unsitte geworden.
      Schaumstoff nimmt man um Gesangskabinen, oder Proberäume von
      bestimmten Reflexionen zu befreien.
      Wie hier im Artikel gezeigt kann man das machen.
      Aber viele denken dann, so was braucht man im Studio.
      Dem ist nicht so. Mein Tipp: belest Euch vorher zum Thema „Raumakustik“.
      Da geht es dann um Bassfallen, Absorber und Diffusoren.

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        GioGio  AHU

        Dem stimme ich zu. Obwohl man in einem Raum voller Schaumstoff immer noch bessere Mikrofonaufnahmen hinbekommt, als in einem nackten Raum mit Betonwänden :D
        Gezielte Anbindung von Absorbern, Diffusern etc. ist aus nicht unbedingt teurer, als den ganzen Raum mit Schaumstoff zu tapezieren. Kommt natürlich auf die verwendeten Materialien an.

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          Coin  AHU

          Moin GioGio, auch mal wieder da : )
          Zum Thema: Mikrofonaufnahmen macht man ja nicht vor den Monitoren bzw. vorm Mixer, sondern (am besten)
          in einer eigenen Location, möglichst ohne Rauminformationen.
          Viele Studios trennen das deshalb auf 2 Räume und benutzten zum Kontakt der Musiker Talkback-Mikrofone.
          Gibt auch mobile Kabinen, oder, wer Platzmangel hat, Mikrofon Shields.
          .
          Ich hatte selbst ca. 10 Jahre mein Wohnzimmer/Studio mit Noppenschaum gepolstert und zufällig
          vorgestern alles raus gerissen.
          Klingt schon mal viel offener.
          Weitere Maßnahmen, wie Bassfallen kommen dann eventuell.

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            Vincent  RED

            Hey Moin zusammen!

            Zunächst danke ich für die Blumen! Wunderkind definitiv nicht – dafür schon immer sehr interessiertes Kind. Daraus ergab sich dann der Rest! :)
            Den nächsten Workshop werde ich versuchen, etwas mehr Audiobeispiele einzubetten – Du hast völlig recht, das wäre wahrscheinlich sehr Hilfreich um alles besser nachvollziehen zu können – ist halt Zeitrahmen-mäßig etwas schwierig zu vereinbaren – aber stimmt – wahrscheinlich notwendig.

            Was den Noppenschaum angeht – so gibt es da mehr als nur die berühmte eins oder die null – leider müssen sich ja immer alle „Profis“ von uns festlegen und die persönliche Wahrheit predigen. Der klassische Noppenschaum adsorbiert bei orentlicher Dicke von 7-10cm vielleicht (wenn man Glück hat) wirkungsvoll bis 1kHz – darunter passiert nichts mehr. Man muss einfach reinhören oder durchmessen und darauf basierend entscheiden was man braucht. Ist man Podcaster und möchte seine Sprachverständlichkeit boosten kommt man auch mit der altbekannten Noppe schon recht weit. ;) Möchte man in seinem Raum mischen und hat eigentlich keinen Plan – und ballert sich den Raum mit Noppen voll – macht man sich den Raum noch kaputter und unlinearer als er ohnehin schon ist.

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              Vincent  RED

              Wie ihr schon richtig erwähnt habt – für das selbe Geld kann man sich selbst Adsorber bauen – alles was man dafür braucht ist entweder Hanfwolle oder Steinwolle, Bauholz und einen Bettüberzug. Um eure Raumakustik individuell auf euren Raum abstimmen zu können braucht ihr nichtmals Messequipment. Sweept eure Räume mit einem Sinus Testton und checkt aus, welche Frequenzen am meisten dröhnen – schwupps – wisst ihr wo eure fiesesten stehenden Wellen liegen. Basierend auf diesen Informationen könnt ihr Euch entweder nach obigem Prinzip Adsorber bauen – oder auch (sinnvoller bei tiefen Frequenzen) sogenannte Plattenschwinger. Formelsammlungen zur Errechnung der optimalen Dicke per stehender Welle findet ihr im Netz. Wichtig, wenn ihr euren Mixplatz verbessern wollt ist immer: Unten anfangen, alles, was man mit Noppenschaum und co erreichen kann ist eher als Bonus für danach zu sehen! :)

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                GioGio  AHU

                Guter Tip mit der stehenden Welle, aber ich bin bei solchen Dingen immer etwas verunsichert. habe zwar mal eine zeitlang so einige Gehörübungen gemacht um frequenzdifferenziert hören zu können, aber davon ist bestimmt nicht viel übrig geblieben. Ich würde mir dann doch lieber ein Messmikrofon leihen. Momentan dürfte mein räum ohnehin Horror sein und viel Platz für Bass-Traps gibt es auch nicht, da alles mit Geräten voll steht (zum Teil bis auf den letzten Zentimeter). Im Moment hat die Neuanschaffung eines Wandlers Vorrang, weil der alte abgeraucht ist und ich sonst keine Sessions Recordern kann. Aber kaum das geschehen ist (was echt ohne Banküberfälle zur Zeit recht schwer ist), werde ich mir mal den Raum vornehmen und schauen was man tun kann. Vielleicht melde ich mich dann nochmal mit Fragen, denn das meiste was ich darüber mal gelernt hatte, habe ich durch Nichtnutzung wieder vergessen.

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                Hectorpascal  AHU

                Die Frage ist doch immer, kann das auch gut aussehen? :) Bei mir hängt ein riesiges Bild ohne Glas nur auf Leinwand bespannt an der Rückwand. Die Decke ist mit Holz abgehängt, war aber nicht mein Werk und es gibt hinterm Zimmer ein in der Wohnung liegendes Treppenhaus. Letzteres, so beobachte ich es immer wieder, eignet sich teilweise um stehende Bässe zu eliminieren. In einer zerklüfteten Ecke der Decke hängt ein alter chinesischer Schirm und insgesamt gefällt mir die Akustik ganz gut. Was ein Profi dazu sagen würde? Besser nix! :)

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                  GioGio  AHU

                  Ich darf mich ja anscheinend nicht Profi nennen (und würde es auch nicht), aber ich sage: Klingt spannend. Und ganz ehrlich: Eine Menge selbsternannter und fremdernannter Profis die ich traf oder in den letzten Jahren begutachtete, sollte sich auch nicht so nennen oder genannt werden. Unglaublich wieviele Aufträge etc. in der Branche nur wegen Freundschaften, Handgewäsche oder aufgrund von Prahlerei und Selbstdarstellung vergeben werden. Um Qualität geht’s da oft nicht. Naja. Will nicht neiden, muss halt klarkommen im Kosmos & Kopp XD

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            GioGio  AHU

            Wenn man 2 Räume zur Verfügung hat ist natürlich toll. In Übungsräumen ja eher selten.
            Ja, bin auch mal wieder da :) Zumindest ein klein wenig. Ich war auch am überlegen, ob Du es nun warst mit dem ich so ausführlich schrieb, oder nicht :D habe echt ein blödes Namengedächtnis U_U“

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