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BLACK BOX: AKAI MPC2000XL, MIDI-Production-Center


King of the 2nd MPC-Generation

Die MPC2000XL und ihre Vorfahren

Der Ursprung der gesamten MPC-Serie findet sich bei einem Mann: Roger Linn. Er war es, der 1980 mit der Linn LM-1 und 1982 mit der LinnDrum Geschichte schrieb. Eigentlich sollte 1984 die Linn 9000 so etwas wie eine High-End Linndrum mit Sampling und Sequencer werden. Letztendlich war sie aber bis zuletzt fehlerhaft und unzuverlässig, wie selbst Roger Linn in einem Interview mit AMAZONA.de bestätigte.

Die Linn 9000 von 1984, Vorläufer der AKAI MPC

1986 ging Roger Linns Firma „Linn Electronics“ schließlich Konkurs. Linn selbst, als genialer Erfinder und Ingenieur, wurde schließlich von AKAI PROFESSIONAL als Creative Designer angeheuert. Als Mitgift brachte Roger Linn die Pläne eines Produktes mit, welchem er den Namen „Linndrum-MIDI-Studio“ nennen wollte. Dieses Linndrum-MIDI-Studio war schließlich die Basis des ersten AKAI MIDI-Production-Centers – oder kurz, der AKAI MPC.

Zwei Jahre später war die AKAI MPC60 marktreif und wurde auf der Sommer NAMM in LA erstmals dem Musikervolk und den Studioproduzenten präsentiert. Während in USA dieses beeindruckende Studio-Masterpiece von Anfang an gut angenommen wurde, stand es vor allem bei europäischen Händlern wie Blei in den Regalen. Der Atari 1040ST hatte sich mit entsprechender Musiksoftware von Steinberg und C-Lab in den Studios breit gemacht. Die Arbeit mit einem Standalone-Sequencer galt in Europa schlechtweg als Anachronismus.

Um die Absatzzahlen dennoch hoch zu halten, wurden europäische Distributor sogar dazu gegängelt, Mindeststückzahlen abzunehmen, wollten sie vermeiden, dass ihnen der Vertriebsvertrag gekündigt wurde. Erst mit der House- und Techno-Welle der Neunziger Jahre wendete sich das Blatt. Die AKAI MPC3000, die 1994 noch immer unter der Mithilfe von Roger Linn entstand, war zwar kostspielig, hatte sich aber in Dance-Music-Kreisen einen enorm guten Ruf erarbeitet.

AKAI MPC2000XL

AKAI MPC2000XL Original-Version 1999 (mit modif. Laufwerk)

Völlig unerwartet trennte sich AKAI PROFESSIONAL nach Beendigung der Arbeit an der MPC3000 von Roger Linn und erschuf eine neue Generation an MPCs. Zu dieser zweiten Generation MPCs gehörten auch die AKAI MPC2000 (1997) und die hier vorgestellte MPC2000XL von 1999. Mir persönlich wurde damals bei einem Besuch der AKAI-Zentrale in Tokyo (ich war damals Marketing-Manager für AKAI Deutschland) mitgeteilt, dass man für die zweite Generation an MPCs keinen der alten MPC-Codes mehr verwendet hat, sondern die Software für AKAI MPC2000 und MPC2000XL komplett neu schrieb.

Obwohl es einige technische Verbesserung gegenüber der MPC60 und auch der MPC3000 gab, so gab es auch deutlich Einschnitte wie z.B. 2 statt 4 MIDI-Ausgänge oder verminderte Realtime-Fähigkeiten. Auch wird von Hardcore-Usern häufig kolportiert, dass die MPCs der ersten Generation einen besseren „Swing-Algorithmus“ mitbekommen hatten.

Die letzte offizielle Generation erschien 2002 in Blau

Die MPC2000 und MPC2000XL wurden dennoch weltweit ein riesen Erfolg und machten die MPC für fast jedermann erstmals erschwinglich.

Im Rückblick gilt heute vor allem die AKAI MPC2000XL als begehrt, da sie neben vielen technisch identischen Ausstattungsmerkmalen zur Vorgängerin ein klappbares Display besaß und ein paar Bedienelemente mehr, wie zum Beispiel Knöpfe zum Umschalten der Pad-Banks. Was sich sonst geändert hat – sowie ein BEST OFF an Tipp und Tricks im Umgang mit der MPC2000XL, schildern wir euch im nächsten Kapitel.

Eines steht jedenfalls fest: Als AKAI PROFESISONAL Anfang 2012 die erste MPC-Generation vorstellte, die eine Rechneranbindung benötigte und nicht mehr „standalone“ funktionierte, begann geradezu ein Hype um alle Vorgängermodelle, die diesen Malus nicht hatten. Egal ob MPC1000, MPC2000XL, MPC2500 – und sogar die Masterclass MPC60, MPC3000 und MPC40000 – alle erlebten ein erstaunliches Comeback, was sich in deutlich steigenden Gebrauchtmarktpreisen ausdrückt, aber auch in zahlreichen Modifikationen, die es mittlerweile für die AKAI MPC-Familie gibt.

An dieser Stelle sei auch nochmals auf Mark-Ephraim Kretschmer verwiesen, der sich mit seiner Company Rawndry auf die Restaurierung und Aufrüstung von Vintage-Sammlerstücken spezialisiert hat und der uns auch die meisten der Bilder für diesen Artikel zur Verfügung stellte.

Ich persönlich war immer ein großer MPC-Fan, hatte bereits die MPC60, später die MPC2000XL und zuletzt dann eine MPC-4000 und MPC-5000. Sogar eine Renaissance hatte ich eine kurze Zeit, bin damit aber nie warm geworden. Und der Gedanke, Musik mit der MPC X zu produzieren, reizt mich schon sehr.

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  1. Profilbild
    Mvk

    Sehr schöner Bericht mit intressanten Hintergrundinfos! Allerdings muss der Aussage,,Im Gegenteil, das Arbeiten mit dieser Groovebox macht Spaß und fördert kreative Ideen, die am Rechner nur schwer oder gar nicht umsetzbar wären´´ klar widersprochen werden. Die Maschine Mikro fängt den Workflow einer MPC sehr gut ein. Die ganz Harten verzichten auf sämtlichen Content und nehmen nur die internen Effekte und selbst gewählte Samples. Schmale 8fach Outputs wie die ESI Gigaport ersetzen die Einzelausgangoption prima und Das Web ist voll mit allen möglichen alten Vinylscheiben. Ich selber hatte mal ne MPC 2000 mit Vollausbau für 250 und auch mehrere MPC2KXL für 350 bis 450 Euro. Ist schon ne schöne Hardware aber die Einschränkungen lassen sich ganz gut auf heutige Sachen übertragen. Den grottigen internen Filter sowie das miesse Effektboard kann man kaum als kreativfördernd bezeichnen. Der MFC Aufbau sah schon gut aus aber das Filter hat mich qualitativ nicht wirklich überzeugen können. Der schlichte Aufbau und die Einschränkungen sind aber nachwievor eine feine Sache. Auch das Hardware chassis find ich Bombe. Man sieht wie viele ihre MPC Studio anschrägen. Wäre toll wenn Akai/NI mal ne massive Kiste um ihre Controller baut. Das macht viel aus wie ich finde!

  2. Avatar
    Dennis Petersen

    Habe meinen ursprünglichen MPC2K gegen den MPC2Kxl ausgetauscht und schwöre seit Jahren darauf. So schnell bekommt man mit keiner Software-Lösung Drumcomputer-Lines programmiert. Das richtige Soundset vorausgesetzt, klingen die Sequenzen sehr schnell nach 808 usw.

    Mache alle meine Liveacts mit dem MPC und ein paar Synthesizern, würde mich NIE mit nem Laptop da hin stellen. Dann könnte ich ja gleich mp3s spielen…

    • Profilbild
      Mvk

      Ich kann den Bogen von 808 Soundset zu Laptop zu mp3 zwar nicht ganz nachvollziehen aber ich weiss dass sehr zu schätzen wenn jemand mit Gearpark auftritt. Finde dass ja auch okay aber es wäre ehrlicher wenn man einfach sagt,, ich mag den Computer einfach nicht, egal wie gut der auch die Arbeitsweise klonen kann´´ als irgendwelche scheinheiligen Gründe zu bringen. Diese Überzeugung ist dann +-700,- wert. Alle anderen Beatklopper derren Taschen nicht ganz so voll sind, sollte man nicht ausschliessen nur weil sie auf Akai MPD und Live Lite setzen.

  3. Profilbild
    fritz808 ••

    die einizge mpc die ich je besessen habe. nichts fürs leben, aber eine zeitlang war es ganz ulkig, damit samples und loops zu generieren. der sequenzer war mir eigentlich wichtiger als der sampler.

  4. Profilbild
    Atarkid AHU

    Nach der 2000er hab ich mir damals die XL geholt. Und ich hatte jahrelang Spaß mit der Maschine. Der Sequenzer, traumhaft! Mit den EInzelouts genug Möglichkeiten zum verwursten. Als Datenträger kam ein dickes SCSI-MO-Laufwerk zum Einsatz. Ich hab aber trotzdem irgendwann das Interesse verloren (temporär). Als die ersten Gerüchte über die neuen MPC’s aufkamen, war ich Feuer und Flamme. Dem wich aber schnell Ernüchterung. Also was tun? Letztendlich hab ich mir dann eine fast neue MPC 2500 besorgt mit der ich recht glücklich bin. Aber die 2000XL wird immer mein Favorit bleiben. Klar, mit der hab ich mehr als ein Jahrzehnt verbracht :)… Da war Akai noch Akai…

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    Der_Brechreiz

    Das zusätzliche Effektboard war scheußlich, mit SCSI möchte ich in diesem Leben nicht mehr in berührung kommen. Aber ansonsten vom Design und der Größe ideal!!!

  6. Profilbild
    dubsetter

    danke für den bericht
    und auch einige tips kannte ich noch nicht…

    die 2000 xl besitze ich jetzt seit fast 15 jahren,
    und sie hat immer noch einen platz in meinem studio.
    vorher als live schleuder
    (wurde mir dann irgendwann zu schwer..:)
    dann als sampler /sequencer
    und jetzt eigentlich nur noch als drumsampler
    im einsatz.

    die bedienung ist schnöde und einfach,
    aber funktional,
    und robust ist die kiste auch.

    auch die timing qualitäten /groove des sequenzers gefallen heute noch.

    zeitmässig natürlich nicht mehr auf der höhe,
    und eher lokomotive als nen schlankes rennpferd (kompaktheit)

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AKAI MPC 2000XL

Bewertung: 5 Sterne Bewertung des Autors
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