Black Box: LinnDrum, Drum-Machine 80er-Kult

19. März 2016

Urknall des Drumcomputers

Linn LinnDrum mit Modifikation

Als Ende der 70er Jahre allmählich Digitaltechnik für Musikinstrumente zum Einsatz kam, führte das bald auch zu Drum Machines, die Samples abspielen konnten. Roger Linn war der erste, dem das für ein kommerzielles Produkt gelang. Seine LM-1 kam 1980 auf den Markt, kostete rund 5.000 US$, und dieser Sound prägte so manchen 80er Jahre Hit. Vorbei also die Zeit analoger Klopfgeister mit Heimorgeltouch.

Doch auch wenn die Linn LM-1 so etwas wie der Urknall unter den PCM-gefütterten Drumcomputern war, so erlangte vor allem das Nachfolgemodell LinnDrum Kultstatus und steht heute wie kein anderer Klopfgeist für den typischen Pop-Sound der 80er Jahre.

Linn Urknall LM-1

Linn Urknall LM-1

Kaum ein anderer Drumcomputer wurde wohl in so vielen Top-Ten-Hits dieser Zeit verewigt wie die LinnDrum. Entsprechend wollen wir uns in dieser Ausgabe der BLACK BOX Serie auch ausschließlich diesem Produkt widmen.

Übrigens hatten wir vor einiger Zeit ein ausführliches Interview mit Roger Linn, der darin auch u.a. ausführlich Fragen zur Entstehungsgeschichte der LinnDrum beantwortet. Dieses Interview könnt ihr HIER lesen wenn euch noch mehr Hintergründe zur LinnDrum interessieren.

LinnDrum Historie

Schon 1982 konnte man dieses todschicke Pultgerät kaufen und zum Glück kostete sie mit knapp unter 3.000 US$ auch deutlich weniger als die LM-1. Was sie noch erheblich populärer machte und am Ende der Produktionszeit mit rund 5.000 verkauften Exemplaren in alle Winkel dieser Welt brachte.

Was war denn zu jener Zeit so besonders an diesen Maschinen? In erster Linie der Sound. Endlich war es möglich, anstelle eines Studio-Drummers eine Art spezialisierten Computer im handlichen Format für eine Musikproduktion einzusetzen. Das hat die Drummer nicht unbedingt arbeitslos gemacht, denn die Beats mussten entsprechend programmiert werden und ohne Know-How wird das auch heute nichts. Jedoch war es eine Alternative, da der Aufwand im Gegensatz zur Einspielung mit einem akustischen Drum Kit weitaus geringer ist. Kein extra Raum notwendig, keine Mikrofonierung und gleichzeitig auf Anhieb genau die Drum-Sounds, die generell für eine Musikproduktion perfekt waren.

LinnDrum mit Vintage Optik

Der Look ist schlichtweg gelungen. Edel sieht sie aus in ihrem schwarzen Pultgehäuse mit Beschriftung in Orange, dazu den Seitenteilen aus Holz. So was mag man sich auch ins Wohnzimmer stellen, nicht nur ins Studio. Das Bedienpanel ist ungemein praxisgerecht aufgegliedert in mehrere übersichtliche Sektionen. Links unten griffgünstig sind die Pads für die Drum-Sounds, die sich so individuell abspielen lassen. Rechts daneben ist die Mixer-Section, mit der die Lautstärke sämtlicher Sounds per Schieberegler eingestellt wird. Das erlaubt schon optisch einen genauen Überblick, welchen Mix man für das Drum-Kit gerade vor sich hat. Und gleich darüber gibt es nochmals eine Reihe Slider mit etwas kürzerem Regelweg, hier wird das Panorama kontrolliert. Ganz oben hat es Drehregler für das Tuning der Drum-Sounds, im Gegensatz zum Vorgängermodell allerdings nicht für alle. Das Design ist sehr geschickt gewählt, dann so erkennt man ebenfalls wieder auf den ersten Blick, welche Tonhöhe man für die betreffenden Instrumente eingestellt hat. Abgeschlossen wird diese Kontrollabteilung mit einem Master-Volume-Regler.

Schön zentral in der Mitte positioniert ist die Tempo-Regelung und der Start/Stop -Button. Beide stehen in Verbindung mit der Pattern/Song-Section, die sich auf der linken Seite über den Instrumentenpads befindet. In 2 Reihen mit je 7 Buttons plus einem für Pattern/Song-Mode Umschaltung wird die komplette Rhythmusprogrammierung vorgenommen, mehr dazu weiter unten. Und schließlich ganz links sind noch die Buttons für die Datenarchivierung auf Cassette-Tape zu finden. Der schicke Kasten ist aus dickem Stahlblech hergestellt, dazu die schönen Holzseitenteile, und alles das bringt passable 10 kg auf die Waage. Verglichen mit anderen 80er Jahre Drum-Machines also ein ziemlich schwerer Brocken.

Der unverwechselbare LinnDrum-Sound

Im Grunde handelt es sich um lediglich 15 Klänge, aber die sind einfach unheimlich gut gelungen. Nicht nur auf Anhieb passend für Popmusik jeglicher Art, sondern gleichzeitig stilistisch ziemlich universell einsetzbar. Vorhanden sind Kick, Snare, Rimshot, Hihat, Crash und Ride Cymbals, 3 Toms, High und Low Conga, Cabasa, Tambourine, Cowbell und Handclaps. Doch damit war nicht unbedingt Schluss, denn da die Sounds auf EPROMS gespeichert sind, kann man die durch andere ersetzen. Wir haben es dabei mit 8-Bit Sound zu tun, dessen Samplefrequenz zwischen 28 und 35 kHz liegt. Bei einer 12-stimmigen Polyphonie. Und wie klingt das?

Kurz gesagt: Gut genug für jede Menge Top Hits der 80er Jahre! Die skandinavische Band a-ha nahm die LinnDrum für Take on Me, sie ist auf der Bonnie Tyler Nummer Holding Out for a Hero zu hören, bei Falco wurde sie für Rock me Amadeus eingesetzt, und auch Genesis nahmen sie, und zwar gleich für mehrere Songs, darunter Invisible Touch.

Sehr schön zu hören ist die LinnDrum in der folgenden EExtended Version“ von RELAX der Gruppe „Frankie Goes To Hollywood“:

Weitere Anwender waren  Harold Faltermeyer, der verwendete sie z.B. für Axel F, oderi Jan Hammers bei dem sie auf dem Titeltrack Crocket’s Theme der TV-Serie „Miami Vice“ deutlich zu hören ist und genauso erklingt sie auf Maniac von Michael Sembello. Die Liste ist in Wahrheit natürlich noch viel länger und betrifft insbesondere Produktionen der Jahre 1983 bis 1986.

Sie merken also unschwer, wie gut sich die LinnDrum in fertig produzierter Musik anhört. Einige Patterns mal isoliert zu hören ist durchaus ebenfalls interessant. Hier ein paar Beispiele, vorgestellt vom Amazona Autorenkollege Marko Ettlich:

Berühmte Rhythmen und Songs

Herstellerseits wurde die LinnDrum mit 42 Preset Patterns vorprogrammierter Rhythmen ausgeliefert, für eigene gibt es einen User-Speicher mit 56 Patterns. Diese können in 49 Songs arrangiert werden. Die Programmierung neuer Beats ist denkbar einfach. Leeres Pattern wählen, Record Funktion auslösen, dem Click gemäß die Instrumente einspielen – fertig.

Korrekturen und weitere Editierungen werden anschließend erledigt. Dazu gehören auch Features wie Shuffle und Swing, mit denen ein gehöriges „Human Rhythm Feel“ geschaffen wird. Und eine Quantisierung bis 96tel. Songs erstellt man durch simples Anlegen von Listen. Bei all dem dient einem die gelungene intuitiv nutzbare Anordnung aller Funktionen auf dem Panel.

LinnDrum mit nachgerüstetem Midi-INterface

Viele Anschlüsse aber kein Midi

Die Rückseite ist mehr oder minder zugepflastert mit Buchsen, was der Absicht geschuldet war, mit der Maschine professionellen Ansprüchen gerecht zu werden. Audioausgänge als Stereo-Mix und für die einzelnen Instrumente separat, Sync-Anschlüsse für die Außenwelt, Trigger-Out-Buchse, Fußschalter für Play/Stop, Trigger-Inputs für Drum-Pads, Cassette-Tape-Interface für die Datensicherung. Das war damals so, auch wenn es heute kaum zu glauben ist.

Über einen MIDI-Anschluss verfügte die LinnDrum leider noch nicht. Heute gibt es allerdings einige einwandfrei arbeitende Hersteller, die MIDI-Interfaces für die LinnDrum anbieten.

Über die Entwicklung der LinnDrum

Sie basiert im Wesentlichen auf dem Vorgänger LM-1, deren Entwicklung 1978 begann und die man ab 1980 kaufen konnte. Die LinnDrum hat zwar dieser gegenüber einige Einschränkungen, so lassen sich mit ihr zum Beispiel nur die Snare, Toms und Congas stimmen, kommt aber dafür mit Crash und Ride Cymbals an. Auch die Samples insgesamt klingen etwas fetter. Zudem kann man neue Sounds per EPROM installieren. Und es gibt 5 Drum-Trigger-Inputs. Aber ihr großer Vorteil ist vor allem das kompakte und sehr gelungene Äußere sowie der weitaus geringere Preis. Was ihr damals zunächst weiterhin die Führungsposition im Wettbewerb mit anderen Herstellern gesichert hat. So wurden von der LinnDrum mit rund 5.000 Stück immerhin fast zehnmal mehr verkauft als von der LM-1. Der Zusammenbau zur Zeit der LM-1 erfolgte zuerst bei Roger Linn zuhause, doch schon nach 35 Stück war Feierabend und das Ganze wurde an Bob Easton von 360 Systems abgegeben. Die Herstellung der nachfolgenden LinnDrum war in der Obhut von Accurassembly in Chatsworth (Kalifornien), was neben Handarbeit teils mit maschineller Unterstützung erfolgte. Die LinnDrum wird von Musikern gelegentlich auch als LM-2 bezeichnet.

Gebrauchtpreis und Alternativen

Es kommt auf den Zustand der Maschine an und welches Zubehör dabei ist. Da die LinnDrum vor Einführung des MIDI-Standards entwickelt wurde, handelt sich bei Angeboten gelegentlich um welche mit entsprechenden Erweiterungen im extra Gehäuse, wie etwa von Kenton. Das hat zur Folge, dass es einen gewissen Preisrahmen für Gebrauchtgeräte gibt. Es geht etwa los bei 1.000 Euro für abgerocjte Einheiten, für Bestzustand mit viel Zubehör landet man hingegen durchaus auch mal bei Euro 2.000.

Eine echte Alternative zur LinnDrum war und ist übrigens das Oberheimsche Duo DMX und DX. Sie erreichten zwar nicht ganz die Popularität des Originals, waren ebenfalls auf enorm vielen 80er Jahre Hit zu hören. Wir haben beide ebenfalls auf AMAZONA.de bereits vorgestellt – und zwar HIER.

In der Gegenwart angekommen: Tempest

Roger Linn hat sich vor einer Weile mit Dave Smith zusammengetan und wieder eine Drum Machine entwickelt. Sie hört auf den Namen Tempest und kostet knapp unter 2.000 Euro. Zwar wird der Sound hier in erster Linie von Oszillatoren erzeugt, jedoch gibt’s auch knapp 450 Samples. Darunter übrigens auch der Originalsatz der LinnnDrum-Sounds. Mit der Tempest lässt sich also relativ originalgetreu die Linndrum imitieren.

Dem integrierten Sequencer für die Schaffung der Beats wird erwartungsgemäß auch die typische Linn-Bedienfreundlichkeit samt bewährten Swing Modes attestiert. Ausführliche AMAZONA.de-Tests zur TEMPEST findet Ihr HIER und HIER.

Credits

Mein besonderer Dank geht an Dr. Michael Indlekofer, der seine LinnDrum inklusive Fotosession für diesen Artikel zur Verfügung stellte und mit reichlich Fachwissen und Erläuterungen dazu beigetragen hat.

Die LinnDrum on YouTube

Zwar nicht in allerbester Qualität, aber ein interessantes Geschichtsdokument. Phil Collins 1986 bei den Aufnahmen zu MAMA, wie er eine LinnDrum programmiert:

Fazit

Die LinnDrum ist fraglos die kultige Drum Machine der 80er Jahre überhaupt. Die Sounds haben einen ordentlichen Wumms, sind in zahlreichen Mega-Hits bewährt und prägen den Drum Sound eines Songs massiv. Wer also typischen 80er Jahre Sound braucht, der kommt an dieser Maschine nicht vorbei. Die Bedienung ist überraschend einfach und war wegweisend für Drum Machines auch von anderen Herstellern. Ein erfahrener Servicepartner ist unerlässlich, wenn man so eine Maschine sein eigen nennt. Alternativ kann man sich mit den Samples begnügen.

Plus

  • klassischer 80er Jahre Sound
  • einfache Bedienung
  • cooler und übersichtlicher Look

Minus

  • kein MIDI

Preis

  • Laut Syntacheles-Liste Stand Juli 2015
  • zwischen 1.500 und 1.800 Euro (je nach Ausstattung und Zustand)
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Schöner Umriss zur LinnDrum Klaus! Neben der 808 meine liebste Drummaschine überhaupt. Der Druck welcher aus der Linn kommt ist einfach fantastisch und wer sich so eine nach Hause holen möchte, der weiß was er will. ;) Diese Preise haben in den letzten Jahren extrem angezogen. Man sollte in dem Fall aber schnellstmöglich die Akkus austauschen, denn diese neigen zum Auslaufen mit den bekannten, unschönen Folgen für die Platine.

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      TobyB  RED

      Gudde Marko,

      stark angezogen, ist gut formuliert. Ich hab vor 10 Jahren 350€ bezahlt und hab nochmal 100€ für die Reparatur bezahlt. Die Akkus sind damals gleich rausgeflogen und durch ne Standard Akku Ladeelektronik ersetzt worden. Midi braucht man bei der Linn nicht. Ich meine sogar das es ihr den Groove rauben würde. Was mich an ihr so beigeistert, das sie so flexibel charakterisch ist. Ich finde die Snaresounds wesentlich besser als bei einer TR909. Und die Kick kann wie ein Dampfhammer in den Bauch kicken. Das in Verbindung dem Wahnsinns Shuffle macht sie genial. Jetzt noch ein bischen Mixer und Kompressionszauberei und fertig ist der Beat.

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        k.rausch  RED

        Kick und Snare sind bei der LinnDrum einfach sensationell. Die Snare ist damals für’s EPROM wahrscheinlich ein wenig unsauber geschnitten worden beim Attack, so ist sie im Beat immer eine klitzkleine Spur laid back, was sie selbst bei hartem Quantizing zwar immer auf den Punkt, aber dennoch lässig rüberkommen lässt. So wurde aus ihr dieses satte Pfund.

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          TobyB  RED

          Hallo Klaus,

          das stimmt und das macht exakt den Reiz der Linn Drum aus, das sie grooven kann ohne zu übertreiben. Laid Back aber nicht schläfrig.

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          Hyboid

          Sicher, dass das nicht die LM-1 war? Ich finde nicht, dass bei der Linndrum die SD hinterherhinkt. Die kommt auf den Punkt.

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    Filterpad  AHU

    Ich bin zumindest darauf reingefallen, dass Phil in „Invisible Touch“ auf einem E-Drum spielt. Ich wusste bislang nicht welches Gerät für den typischen 80er Pop-Drumsound (a-ha, Genesis) verantwortlich war, obwohl ich sicher schon einmal darüber gestolpert bin. Ein paar direkte mp3 Rhythmus-Audioaufnahmen (ohne Video) wären noch interessant gewesen. Danke für den lehrreichen und unterhaltsamen Bericht.

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      og_penson  

      „Ich bin zumindest darauf reingefallen, dass Phil in „Invisible Touch“ auf einem E-Drum spielt.“

      Tut er auch, die Toms sind Simmons SDS V und die Kick und Snare klingen für mich auch eher nach Simmons, obwohl sich zur Snare wohl auch ein Handclap von der Linn gesellt.

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    TobyB  RED

    Hallo Klaus,

    Hat sich die Redaktion mit Werner Reinke(HR1) abgesprochen, heute in der zweiten Sendestunde wurde Musik zum Biopic „Eddie the eagle“ vorgestellt. Und einige der von dir aufgezählten Künstler wurden gespielt. Mit Linn Drum.

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    wrywindfall  

    Frankie goes to Hollywood, eine Menge von Stock/Aitken/Waterman und noch so einiges anderes… Der Sound der 80’er in Reinkultur!
    Ach ja, das waren noch (Sound-)Zeiten!

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    iggy_pop  AHU

    Echte Männer spielen Linn LM-1.

    Dagegen sah die LinnDrum immer aus wie ein Weichei — funktionierte aber besser und zuverlässiger.

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    costello  RED

    Ich hatte lange die Sequential Drumtraks, die meiner Meinung nach eine brauchbare Alternative zur Linn darstellt. Klingt auch schön nach 80er und durch die Wechselsockel konnte man sogar EPROMS mit Linn-Sounds verwenden. Die Drumtracks bekommt man heute noch unter tausend Euro. Aber eine echte Linn ist schon etwas Feines, keine Frage.

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      Sternrekorder

      Die Drumtraks habe ich auch im Studio. Die Snare/Rim habe ich durch einen Eprom mit Linn-Samples ersetzt. Die Eproms sind untereinander kompatibel, ebenso wie Oberheim DMX/DX. Mit einem Brenner lassen sich alle beliebigen Sounds aus WAV-Vorlage in Eproms brennen.
      Drumtraks hat zumindest noch den Vorteil der werksseitigen MIDI-Schnittstelle. Aber eine Linn ist eine Linn ist eine Linn…

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    Viertelnote  AHU

    ich begnüge mich mit dem Sampleset:)
    Der Klang ist nicht das alleinige Merkmal, das
    kann jeder Sampler ersetzen, aber eben nicht die Haptik und der Workflow der LinnDrum. Ob der Preis derzeit gerechtfertigt ist bleibt mal dahin gestellt, das zeigen 808 und 909 schon lange Zeit. Ich finde man arbeitet hier mit einem echten Schmuckstück der frühen 80er Jahre. Ob Simmons der Sequential ect.
    das kommt einfach nicht aus der Mode und überrascht immer wieder.

    netter gruß

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    Mick  AHU

    Ich habe die LinnDrum nur in Form von Samples bzw. in Addictive Drums und Spark. Mit dem Spark Le macht es schon Spaß.
    Ich mag diesen 80ger Drumsound:-)

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    Son of MooG  AHU

    War New Order’s „Blue Monday“ nicht auch mit der LinnDrum produziert worden? Das war zumindest für mich der Einstieg in Digital Drums…

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    costello  RED

    Eine Ergänzung zu den Gruppen, die die Linn in den 80er Jahren stilbildend eingesetzt haben: Auf „Dare“ (1981) von Human League ist die LM-1 verewigt. Bis auf „Sound of the crowd“ sind alle Songs mit der Linn produziert, einschließlich des Megahits „Don’t you want me“.

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      k.rausch  RED

      Bei dem youtube clip hatte ich auch überlegt, ihn hier reinzunehmen. Gab dann aber Markos des Vorzug, weil er das Recording mitgenommen hat. Die Beats im Synthoptia Clip sind gut gemacht. Um die Liste noch zu ergänzen: Tears for Fears mit „Shout“, Alphaville und „Forever Young“, Bananarama „Cruel Summer“, Queen „Radio Gaga“, Phil Collins „Don’t loose my Number“, Mr. Mister „Broken Wings“.

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        TobyB  RED

        Hallo Klaus,

        ich frag mich ja immer noch ob Stan Ridgways Camouflage auch teilweise mit einer Linn Drum gemacht wurde, die Rimshots und Claps hören sich sehr nach Linn an.

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      TobyB  RED

      Hallo Peter,

      das waren ja zu der Zeit richtige produktionstechnische Gemeinheiten. Aber ich denke das macht den Reiz dieser Musik ja aus, das mit „technischer“ Beschränkung, künstlerisch ein Maxiumum an kreativen Lösungen gefunden wurde. Wenn ich so meine Plattensammlung angucke, liegen Platten mit Linn Drum vorne. Momentan setze ich sie zwar nur spärlich ein, wenn es mal kein 4/4 Gebolze wird ist die Linn Drum meine erste und letzte Wahl.

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        AMAZONA Archiv

        Hallo Toby,

        Bin ich ganz bei Dir. Man muss sich ja nur den a-ha Beat als Beispiel in dem Video und dann im Track anhören.
        Die Songs in denen LinnDrum oder LM1 eingesetzt wurden, sind Legion. Wenn ich es jetzt richtig im Ohr habe „wanna be starten something“ … da klingt die Bass Drum auch stark danach. Aber bis in die neuere Zeit, glaube, dass Moloko die auch immer wieder eingesetzt haben.
        Und was Du über technische Beschränkung sagst, die die Kreativität fordert, das unterschreibe ich sofort. Mein selbsterlabtes Bsp. Roland S750 mit 2 oder 4MB RAM, so kreativ war ich danach nie mehr weder.

        Gruss,
        Peter

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          TobyB  RED

          Hallo Peter,

          das stimmt, in dem Video hört man das bei allen Beispielen sehr gut, A-ha, Dead or Alive und FGTH springen da sofort ins Ohr, da beim Mix halt nur die Einzelspuren oder die Summe gemischt wurde. Wanna be starting something vom Thriller Album, da bin ich sicher das es eine Linn Drum ist, hör mal beim Intro hin, wenn die Claps einsetzen und die OHH die Shaker einholt. Das ist klar Linn. Die Kickdrum lässt sich gut in den Übergängen zwischen den Parts raushören. Wobei der Unterschied zu dem wie ich die Linn einsetze, a) meine bescheidenen Mixfähigkeiten sind und b) ich mag gerne minimalistische Drumtracks, gerne ohne Breaks und Fills den Song durch ;-)

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    micromoog  AHU

    Klasse Bericht, Klaus!

    Man sucht heuer in tausenden Samples für die besten Drumkits und es könnte doch so schön einfach sein…!

    Finale Frage: Kann die auch Lambada? :-)

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    iggy_pop  AHU

    *Der* klassische LinnDrum-Track überhaupt ist Bruce Hornsby and the Ranges „The way it is“ („I just started the Linn and played along“).
    „Radio Gaga“ ist LM-1.

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      k.rausch  RED

      Ah, Hornsby. Guter Hinweis! Bei Radio Gaga sind die Quellenangaben unterschiedlich, meistens habe ich die LinnDrum gefunden, gelegentlich noch zusätzlich Kurzweil K250.

  13. Profilbild
    Hyboid

    Ich bin seit erst 2 Monaten stolzer Besitzer einer Linndrum. Sie ist unverbaut (d.h. natürlich ohne MIDI). Ich setze sie absolut oldschoolig ein, d.h. ich benutze den internen Sequencer, programmiere Patterns, chaine die Patterns im Songmodus und nehme das Ganze dann auf. Synchronisation läuft über E-RM Multiclock (MIDI clock out) und Kenton Pro Solo MK2 (der beherrscht zum Glück 48PPQ analog clock). Der Punch der Linndrum ist ein Traum und passt sehr sehr gut zu meinem Sound. Die Art und Weise, wie die Sounds „aufeinander liegen“, wenn der interne Sequencer läuft, ist einfach perfekt. Da wackelt nix. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum das Original so tight klingt. Sooo genau wird man bei Verwendung von Sample-Packs die originale Startposition (d.h. Start Samples) der Einzelsounds wohl nicht nachbilden können.
    Die Möglichkeit, den Trigger-Out per Cowbell zu steuern, ist genial: Ich benutze sie gerade bei meinem aktuellen Track, um damit mein Simmons SDS-800 Drumbrain zu triggern. Auch der interne Stereo-Mixer mit Panorama ist verdammt praktisch. Bei mir hauptsächlich für die Toms im Einsatz.

  14. Profilbild
    Hyboid

    Die Linndrum hat aber auch ein paar kleine Macken bzw. Ungereimtheiten:
    1. Beim Editieren der Patternreihenfolge im Songmodus muss immer ein Pattern vor dem zu editierenden Pattern angewählt werden. Das ist absolut nicht intuitiv und außerdem unübersichtlich. Muss man mit leben.
    2. Wenn man die Linndrum im externen Sync-Modus betreibt und sie gesynct programmieren will (z.B. wenn man in der DAW einen Loop laufen lässt und dazu auf der Linn jammen will und das ganze im internen Sequencer aufnehmen will), so überspringt die Linn bei Eingabe von Drum-Noten leider immer wieder ein paar „Clock-Ticks“, so dass sie immer weiter „out of sync“ läuft, bzw. hinterherhinkt. Selbst wenn man sie im internen Sync-Modus betreibt, merkt man, dass das Tempo schwankt, wenn man Noten einspielt.
    3. Das interne Netzteil ist eine richtige Radautüte. Das ganze Gerät vibriert deutlich hörbar und brummt fröhlich vor sich hin. Müsste ich mal reparieren lassen? Vielleicht ein Recap?
    4. Im externen Sync-Betrieb muss man nach Stopp und Neustart des Masters (in meinem Fall der DAW) die Startposition des Linndrum-Sequencers manuell resetten, indem man nacheinander 2x auf die Play/Stop-Taste drückt.
    Seltsamerweise gibt es kaum Insider- oder User-Tips für die Linndrum im Netz. Komisch, wo das Ding doch der Studio-Standard schlechthin war?
    Fazit: Ich liebe die Linndrum! Das Ding kommt mit in die Pyramide.

  15. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Mike Batt hatte bei „Zero Zero“ Probleme mit der Synchronisation der Linn. So wurden z.B. HiHat-Spuren nachträglich von einem Drummer realtime eingespielt.

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