BLACK BOX: Simmons SDSV, analoges Drumkit

16. Juli 2016

DSCHINN - Der Geist der 6-eckigen Flasche

SDS-V A

Historisches

Obwohl bereits 1981 die Markteinführung des inzwischen legendären E-Drumsets SIMMONS SDSV begann, war meine Begegnung mit diesem innovativem Schlagzeug erst ein Jahr später. Es war 1982, die 11.Klasse, in der stets komplett verrauchten Teeküche meiner damaligen Schule – ich höre mich heute noch sagen (und ich hoffe ich bekomme die Sprache der 80er noch hin): „Was war denn das, letztes Mal im Rockpalast, für ein Ding an Schlagzeug … wabenförmige Schlagflächen, mit so einem Sound … so ein DSCHINN! … weiß einer den Hersteller?“

Das „Ding“ mit den wabenförmigen Pads, die auch bei den nachfolgenden Modellen von SIMMONS zum Markenzeichen wurden, war das erste E-Drumset, das ich in meinem Leben gesehen hatte.

Anzeige des SDS-7 1984

Anzeige des SDS-7, 1984

Der Brite Dave Simmons gründete SIMMONS bereits 1978 und sah elektronische Drums zunächst nur als unterstützende Komponenten für ein akustisches Drumset. Erst durch die Zusammenarbeit und Freundschaft mit dem neuseeländischen Drummer Richard James Burgess kam Dave mehr und mehr zu der Überzeugung, dass ein elektronische Drumset ein akustisches ersetzen könnte.

Das SIMMMONS SDSV war schließlich das Ergebnis dieser Zusammenarbeit und repräsentierte in seiner ersten Zusammenstellung ein Set aus Kick, Snare und Toms. Nur akustische Becken musste der Drummer noch selber hinzufügen.

Ein SIMMONS-Set bestand also aus zwei Komponenten, den wabenförmigen Trigger-Pads aus Kunststoff sowie einer 19″ Einheit mit der Klangerzeugung. Im Laufe der Jahre gab es diverse Simmons SDS-Einheiten. Legendären Kultstatus hat aber vor allem das SIMMONS SDSV von 1981.

Zum einen hängt das sicher mit dem wuchtigen und charismatischen Sound zusammen, zum anderen aber auch mit der voll analogen und komplett Sample-freien Klangerzeugung. Und wie immer bei echten Kultobjekten, wird das SDSV auch heute noch in manchen Studios eingesetzt und ist auf der anderen Seite eine wahre Rarität.

Typischer Sound der 80er, Simmons SDSV und SDS7

Pads, Drummer & More

Ob man Drummer sein musste, um so ein „SDS-Schlagzeug“ zu spielen? Spliff, Deja vue und Herwig Mitteregger, ein bekanntlich großartiger Drummer, der das SDS-V mit echten Becken zum vollständigen Drumset kombinierte, setzten das Simmons Set alle als Schlagzeug ein – und nicht in Verbindung mit einem Sequencer. Das Modul des SDS-V haben wir damals nicht unbedingt wahrgenommen. Alles an Aktion fand vorne an den Pads statt, charismatisch designte Schlagflächen aus anfänglich meist weißem, PVC.

Mein erster persönlicher Kontakt mit einem SIMMONS SDSV fand damals im Music-Shop in München statt. Da stand es, weiß, auf einem Podest, fertig verkabelt, das Modul im Rackwagen. Nur einmal diese Pads berühren, ganz vorsichtig. Das Schlagfeld leicht mit den Fingerkuppen betippend, ertappte man sich bei dem Gedanken, wie gut sich das Set doch im heimischen Wohnzimmer machen könnte. Das alleine schon – praktisch als Avantgarde-Möbel. Nur hinstellen und ansehen. Sich freuen, wie schön alles wirkt – mehr muss ja nicht, oder?! Oh, was sind wir für herrliche Nerds!

Simmons SDS-V mit dem seltenen Cymbal-Modul

In einem Fachblatt Bericht von damals stand so o.ä. „…die Oberflächen der SIMMONS SDSV Pads sind sehr hart. Das Spielgefühl neu und die Tonabnehmer als Piezos ausgelegt … also du nimmst den Piezo, wirfst ihn in das Backrohr holst ihn wieder raus, haust mit dem Hammer drauf … und das Ding geht immer noch!“ Es waren schon sehr spaßige Zeiten.

Der Beginn des Elektronikzeitalters. Kein TV-Auftritt ohne wenigstens ein bis zwei Simmons-Pads. Selbst wenn diese meist nur als Fake im Playback beklopft wurden. Eine Pad-Wand, à la King Crimsons Bill Bruford ließ uns dann doch erahnen, dass dahinter eine spezielle Elektronik stecken musste. Auf Konzerten erkannten wir das Modul des SIMMONS SDSV, XLR-Anschlüsse, viele Kabel und Roadies hektisch Einstellungen vornehmen.

Das war komplett eine andere Liga. Etliche tausend Mark teuer und eher den Profis vorbehalten. DSCHINN! Dieser Sound zeigte seine magische Wirkung.

Intros à la „Deja vue“ (Spliff) wie auch das Basispattern eines „Times up“ (Saga) ließen nach dem ersten Schlag unmittelbar erkennen: Es war das SIMMONS SDSV!

SDS-V B

Aufbau

Mein SIMMONS SDSV entdeckte ich per Zufall in einem Münchner Studio. Meine neuerworbene Linn 9000 im Arm sah ich das SDSV im Schrank liegen, fragte nach einer Kaufmöglichkeit, hörte etwas von DM 200 sagen und war kurz darauf mit zwei wunderbaren Geräten auf dem Heimweg.

Sieben Module – also im Grunde sieben Solosynthesizer – sitzen im 19 Zoll Gehäuserahmen meines SDS-V. Zwei Kicks, zwei Snares, drei Toms. SIMMONS hatte auch ein Hi-Hat Modul im Angebot, dies jedoch in einem SIMMONS SDSV zu entdecken, ist heutzutage eher Zufall, das Modul ist sehr selten.

Als Einschubmodule ausgearbeitet liegen die Module Seite an Seite im Rahmen. Mit jeweils 4 Schräubchen lassen sich diese einfach daraus entfernen. Am rechten Ende der Modulkette sind noch zwei Poti-Reihen, eine regelt pro Kanal die Pad-Empfindlichkeiten, die andere die einzelnen Kanallautstärken.

Teilen sich pro Modul dessen Potentiometer den gering vorhandenen Platz, müssen diese natürlich schlank gestaltet sein – eine leichte Riffelung wie auch der gute Drehwiderstand ergeben eine angenehme Haptik.

Apropos Haptik: Das Case ist mit einem schwarzen Lack  beschichtet – beim Darübergleiten erfühlt die Hand eine leichte glatte Rauigkeit – sollte das etwa einen qualitativ höherwertigen Eindruck erwecken – ich kann nur mutmaßen. Aber auch dieses eher unscheinbare Detail ist am SDS-V angenehm und schön.
Ins Auge fallen vier schwarzen Taster pro Modul, SIMMONS erschuf hinter diesen Tasten doch tatsächlich eine Art „Speicherplatz“, jeweils quittiert mit dem Aufleuchten einer roten Status-LED.

Oh wie schön, wir liebten damals alle Arten von LEDs, ausgelöst seitens eines „Delorean“ oder „Knightrider“!

SDS-V C

Ja, dann drücke ich doch mal Taster 1, der aktiviert den FACTORY SOUND, eine  Kombination eingestellter Trimmpotentiometer direkt auf der Platine.

Taster 2 führt zur frei zugänglichen senkrechten Poti-Reihe – im Grunde genau dieselben Soundparameter wie auf der Platine.

Taster 3 und 4 zeigen ebenfalls identisches Bild, nur mit einem markantem Unterschied: Alle Parameter sind als versenkt gesetzte Trimmpotentiometer ausgeführt.

Unglaublich, aber wie speziell hat Simmons das gelöst. man hatte die Wahl – der Werkssound, immer auf Abruf bereit, jedoch klanglich zeigt sich doch weit mehr Potential.

Tippe auf Taste 2 und dir gehört die komplette Breitseite an Klangparametern.                 Die Tasten 3 und 4 waren „Klangspeicher“ in diesem Sinn, nur mit einem Minischraubendreher zu erreichen!

Also zwei Festspeicher für deine Lieblingssounds – sollte doch mal wer unabsichtlich deinen Sound des Kanal 2 verdreht haben.

Tobe dich also gerne in Kanal 2 aus, drehe dich um den Verstand, aber mit der Gewissheit der stets abrufbaren Sounds der Kanäle 3 und 4, einfach toll!

Ein – per Trimmpotentiometer – realisiertes Datasheet, genial!

Man benötigte damals nicht mehr als vier Sounds. Es galt, in Echtzeit auf die Reise zu gehen. Klänge zu erforschen. Sich dem Jetzt zu widmen. Einer aus heutiger Sicht erfrischenden Beschränkung.

Simmons SDSV SNARE Platine

Simmons SDSV SNARE Platine

Die rückseitige Besteckung besteht pro Modul-Kanal aus XLR Eingängen für die Pads, 15 Volt Klinkeneingängen und XLR-Ausgängen, Einzelausgängen wie auch neben einem HI HAT Trigger Foot Pedal Input die Stereo Outs und MIX-Mono Out.

Die Platinen-Layouts – es sieht sehr sauber und aufgeräumt darauf aus. Die Bauteiledichte des Snare-Moduls ist gegenüber Bass und Tom etwas höher.

Am hinteren Endbereich der Platine sitzt das berühmte SSM2044 4-Pol VCF, das sich hervorragend um die Bearbeitung des Rauschens kümmert.

Simmons SDSV

Performance

Das SIMMONS SDSV zeichnet eine unglaubliche, schon fast dramatisch nuancierte Dynamik im Klangverhalten aus. Der enorme Punch ist faszinierend. So gewinnt der Klang mit der Anschlagsdynamik weit mehr als nur Lautheit.

Nicht nur Filter öffnen sich, sondern eine gefühlte Mixtur aus vielen Klanganteilen.
Mit ansteigender Dynamik hört man eine Evolution, beginnend aus einem flachen, kurzen tickenden Noise hin zum immer sahnigeren leicht schmatzenden sehr vernehmlichen eindringlichem punchigem … oh du meine Güte … da ist sie, die unverkennbare Handschrift … die des berühmten Simmons-Sounds!

Das Rauschen bekommt im Gesamtklang eine sehr wichtige Rolle – ob ein Click am Anfang, bis zur Rauschfahne im Klangende. Noise wie auch Filter bilden extrem entscheidende Nuancen.

Der SSM2044 Filter-Chip - Snare Modul Simmons SDS-V

Der SSM2044 Filter-Chip – Snare Modul Simmons SDS-V

Hätten wir damals doch einmal den Meetings von Dave Simmons beigesessen, hätten wir Diskussionen mit ihm geführt über Klangparameter, Filtertechnik, Platinen-Layouts. Dann hätten wir sicher auch die Frage gestellt, was beeinflusste Simmons, gerade diese Auswahl an Parametern auszuwählen? Vielleicht wäre eine mögliche Antwort gewesen: Die Analyse von natürlichen Drumsounds, gefolgt von Seitenblicken in Modularsyteme.

Simmons hat es geschafft: das Zerlegen von Klangphasen in dessen vernünftige Syntheseparameter. Die Absicht, einen Drumsound in all seinen Facetten nachbilden zu können, war damals bereits mit großem Weitblick gelungen. Also etwas vollkommen Neues im Perkussion Universum erstrahlen zu lassen.

Das Erscheinen der Simmons Hexa Drums hat eingeschlagen wie ein Hit! Es sind keine Samples, alles lebt analog, alles schwingt im Oszillatortakt, die Ansprache ist dermaßen spontan. Keine Latenz, kein DSCHINN ist im Detail wie das vorherige.

Der Klang schwingt nach dem Schlag aus, so natürlich, kein Vergleich zum Stakkato beim Abfeuern von Samples. Speaker haben ihre liebe Mühe, diesen unglaublichen Druck der Analogmodule wiederzugeben.

Für Schlagzeuger sehr positiv. Und für uns? Den Elektromusikern? Der Wunsch, das SD-V zu besitzen, es dem eigenen Sound einzuverleiben, er wächst! Das SDSV per Anschlagdynamik zu spielen, ist dabei unbedingt anzuraten – die Trigger-Eingänge nur per Gate-Impuls zu benutzen unterfordert das SDS-V bei weitem.

Was wäre demnach ein Segen für uns – ein Arturia Beatstep pro mit 5 Velocity CV-Ausgängen. Zumindest funktionieren die 15 Volt Eingänge des SDS-V mit externen Line-Out-Signalen. Das Triggern per Line-Out eines Boss DR110 war somit ganz erfolgreich – mit dessen Output-Signal-Lautstärke stieg auch die Anschlagdynamik des SDS-V stetig an.

Vielleicht hat Arturia in den nächsten Jahren mal ein Update mit genau diesen „Velocity CV-Ausgängen“ dazu am Start. Aber auch polyphone MIDI to CV Interfaces können Triggeraufgaben gut übernehmen, sind aber leider etwas teurer.

Mein eigener Beschluss, das SDS-V bekommt wieder einen Satz der sehr günstigen Piezotonabnehmer spendiert.

Das Verkabeln an XLR-Stecker, das Basteln von Simmons-Pads à la Hexa-Bugs wie auch das enin ein Case werden sicherlich eine Menge Spaß machen. Das Netz ist gut gefüllt mit Nachbauten des Simmons Suitcase.

SDS-V C

Klang

DSCHINN, DSINNN, PIUUUU, BOOOOOMMMMMM.
DOWNSWEEPS – KURZ – LANG – DUMPF – KLAR – NOISEY – TONAL
Bei der Auswahl der sechs Klangparameter hat es den Anschein, Simmons habe im Ladengeschäft für Syntheseparameter lange und sehr überlegt vor den Regalen gestanden.

Einem Chefkoch gleich sich mit dem exquisitesten Gewürzen versorgt, um diese in einer Melange wunderbar miteinander wirken zu lassen. Sind es also Hauptbestandteile eines Akustik-Drumsounds, die zur Auswahl der Soundparameter geführt haben mögen? Haben sie die Ohren geöffnet für die Partiale einer Bass, Snare, Tom?

Ich denke – ja – gefunden wurden folgende dem Klang entscheidende Syntheseparameter:

  1. Filteröffnung / Cutoff
  2. Tonhöhe eines Oszillators
  3. Tonhöhenbending
  4. Mini Hüllkurve mittels Decay.
  5. Rauschen / kurz als Klick und lang als Fahne
  6. Balancen zwischen tonalen und rauschartigen Klanganteilen

Dies alles führt letztendlich zum  Simmons-„Gewürzregal“:

  • NOISE
  • TONE
  • BEND
  • DECAY
  • NOISE TONE
  • CLICK DRUM
Ein naher Blick auf die Trimmpotis (SDSV-Snare Modul)

Ein naher Blick auf die Trimmpotis (SDSV-Snare Modul)

Während des Drehens der Parameter-Potis fällt sofort auf – nun ja, erwartungsgemäß verändern die 6 Parameter den Klang eben stets „Drum orientiert“.

Es gibt eine Vielzahl tonaler Bongos – alle Art Rauschfahnen – schnellste Bendings – lange Decays – zippige Klicks – flach klingender bis superbauchiger Booms.

Die Limitierung der „bloß“ sechs Parameter, diese andauernd zu verdrehen – blitzschnell von Poti zu Poti zu wechseln – es macht enorm Spaß. Es tut sich auch immer etwas Gravierendes.

Der Sweet Spot wird in Minuten erreicht. Die Eingriffsweiten der Potentiometer fühlen sich absolut zufriedenstellend an – ich hatte stets den Eindruck, die Reglerveränderung habe genau den richtigen Einsatz. Die Anschlagsdynamik liefert den Haupteinfluss für die Cutoff-Frequenz, der SSM2044 verrichtet dabei von weich bis scharf seinen Dienst.
Dies alles gekrönt mit der Magie der Anschlagsdynamik – es ist wie bei Chips, du kannst nicht aufhören – man genießt Schlag um Schlag – hört hinein in den Klang, der sich herausschält vom verhaltenen Zirpen zum mächtigen DSCHINN – da hast du ihn, den Geist in der Flasche eines SIMMONS SDSV.

Wirkung auf Dritte

… oder die spontane Reaktionen einer absolut unbedarften unabhängigen Testgruppe auf das SIMMONS SDSV.

Die Testgruppe: 10 junge Auszubildende zum Laboranten. Ich habe ihnen das SDSV als Bild zur Begutachtung vorgelegt. Mit der Frage: „Was löst dieses Gerät für Eindrücke bei euch aus?“ Die unkommentierten Meinungen dazu seht ihr in den Notizen.

Meinungsbild

Abschließend noch ein aktuelleres Video, bei dem ausschließlich das SDSV zu hören ist.

Zu den Klangbeispielen in unserer Box:

Alle Klangbeispiele wurden live über den jeweiligen Pad-Input inkl. Simmons-Pad eingespielt.

Fazit

Das Simmons SDSV löst auch heute noch gewaltige Schübe von Glückshormonen aus.
Seine Wirkung auf uns – ob in Klang, in Design – scheint zeitlos.
Ich ziehe meinen Hut vor dem Weitblick der Ingenieure dieser Firma.

Ihre Entwicklung war damals bahnbrechend. Sie hinterließ ein Prägung ganzer Musikstile, brachte Musiker dazu, über den Rand der Standards zu sehen in ein neues Universum der Klangästhetik ihrer Musik.
Konzerte wurden gespaced, gebeamt, gefreaked, gefunked vom New-Wave dieser Pads in Wabenform.

Klänge des SDSV sind als typischer „Simmons-Sound“ markant heraushörbar, gelangten so zu ihrer Berühmtheit.

Bands à la Spliff, Saga, King Crimson lieferten uns unvergessliche Sounds, Songs,  viele schöne Konzerterlebnisse.

Hey, uns wurde aufgezeigt, wir waren angekommen im Zeitalter des technischen Aufbruchs, der Epoche der Elektronik.
Das SDS-V, ein Gerät, das Spaß in das Musikhören brachte, Staunen auslöste und Musen animierte, uns heftig zu küssen.

Das Simmons SDS-V steht als Pionier, machte uns zu „Explorern“, wir entdeckten mit ihm ein „neues Land“ unserer Moderne.
Du hast Deinen festen Platz in unserer Mitte. Danke für diese Freude – SIMMONS!

Plus

  • sehr charakteristischer Klang
  • einfaches Editieren
  • passende Wahl der Klangparameter
  • empfindliche Ansprache der Anschlagdynamik
  • einfaches Setup
  • Einzelausgänge
  • Reparierbarkeit
  • +15V Einzeleingänge
  • 4 "Klangspeicher" pro Modul

Minus

  • seltenes HIHAT Modul

Preis

  • Gebrauchtpreis, je nach Modulbestückung, bis ca. 1.300 bis 1.600 Euro
  • (Stand Syntacheles 1/2018)
Klangbeispiele
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Sehr schöner Bericht über den E-Drum Klassiker. Danke.

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    AMAZONA Archiv

    Die gekritzelten Kommentare sind amüsant und nachvollziehbar. Die sehr gute Verarbeitung und der Aufbau bis hin zur Frontplatte und dem Speicherprinzip wissen mir ganz besonders zu gefallen. Unser Drummer wollte damals eines, es war aber ausserhalb der Möglichkeiten. Als damaliger Spliff Bewunderer war es in der Tat Herwig, der mich neugierig machte. Er hatte einen ganz eigenen Stil (Rudi, das mit der Gitarre… lass es sein), den er auch auf seinen Solo Platten zelebrierte, aber der SIMMONS Sound ist für mich immer mit ihm und Spliff verbunden. Ein Danke auch von mir für den sehr guten Bericht.

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      Atarkid  AHU

      Spliff & Simmons… Geht mir ganz genauso ^^… Dieser Sound ist so Mitteregger! In diesem Sinne: „Über dem Notausgang brennt das kleine Licht…“

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            moogist  

            Witzig, dass Ihr Spliff/Mitteregger-Songs (Rudi, Notausgang) erwähnt, auf denen Herwig gar kein Simmons spielt…?
            Herwig hat das Simmons auf Anraten von/zusammen mit Reinhold Heil bei Matten und Wiechers gekauft. Herwig war davon zunächst gar nicht begeistert: Zu dünne Sounds/zu plastikmäßiges Spielgefühl. Aber Reinhold hat ihm gesagt, dass da mit Effekten noch einiges geht – was ja auch stimmt. Das hat ihn dann letztlich überzeugt. Der interessanteste Spliff-Song mit Simmons SDS V ist für mich „Kill“.

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              AMAZONA Archiv

              Um hier vielleicht ein Missverständnis aufzuklären, „Rudi“ bezog sich auf Herwig und seine Solo Projekte (bei denen er, wenn ich mich jetzt nicht ganz irre, keine SIMMONS eingesetzt hat… müsste ich mir aber nochmals anhören um sicher zu sein).

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        vaikl  

        Ich durfte Herwig mit seinem SDSV live in der Westfalenhalle 81 erleben (ZDF Rockpop in Concert), hatte die Jungs vorher noch nicht gehört – und das Blech flog mir sofort aus jeder Hautfalte wech, ich kann das SDSV sogar heute noch „spüren“, einfach gigageil damals;-)
        Aber die eigentlichen „Mitbringer“ des SDSV waren am selben Abend wohl eher Saga (bei denen ich das Teil von Platte kannte): https://www.youtube.com/watch?v=M0Jngt_ZPCc&list=RDzL9rh8TKAI0&index=5

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          vaikl  

          Ach ja, und 3 Jahre später hat mir ein Kumpel sein SDS9 (Rackversion) inkl. zweier SDSV-Pads für eine kurze Zeit geliehen, die mich als damaliger HardHitter dann fast beide Handgelenke gekostet hatten;-) Nieee wieder Hartplastik auf irgendwelchen Drums!! Da mir weiter die Kohle für eigene Simmons fehlte, wurde dann später eine Tischtennis-Plecke mit Pickup und einem Korg MS20 zum Ersatz programmiert – mein Einstieg ins Hardcore-EDrumming;-)

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      dilux  AHU

      same with me! ich habe damals im musikuntericht sogar ein referat über das simmons gehalten und als beispiel „Das Blech“ abgespielt :)
      ausserdem hat mich das simmons damals in berlins kultiges musikhaus getrieben, das sound&drumland in der pariser strasse, wo ich dann nicht nur das sds v entdeckte, sondern auch jenen raum voll mit all diesen rolands, oberheims, yamahas und vielen anderen schätzen. nachdem ich mitbekam, dass man am verkaufstresen einfach so ein paar kopfhörer bekam, um all diese geheimnisvollen maschinen (drummies waren natürlich auch darunter) in aller ruhe auszuprobieren, verbrachte ich viele nachmittage an diesem wunderschönen ort. und obwohl den verkäufern wahrscheinlich relativ schnell klar war, das der schüchterne, bebrillte junge sich für lange zeit keines der geräte leisten können würde, haben sie mich trotzdem gewähren lassen…danke nochmal dafür!

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        AMAZONA Archiv

        Ja, so war das als es noch richtige Musikgeschäfte gab. Ich kann mich noch an Dietmars „for music“ in Wien erinnern. Da standen sie auch alle, vor allem die Propheten, und alle Kunden wurden gleich behandelt. Ich kann mich noch erinnern als ein Profi Bassist das Geschäft betrat, sich neben mir aufbaute und meinte „Hi, ich bin xxxx und Bassist bei Lizy Engstler“, Dietmar antwortete trocken „macht nichts“. Mit diesem Test geht etwas Nostalgie bei mir einher. Übrigens glaube ich, dass Herwig und George damals in Berlin in dem Laden waren um alle möglichen Sounds für den Emu II zu testen (für Mittereggers erste, oder eventuell zweite Soloplatte). „Das Blech“ ist natürlich auch ein gutes Beispiel, Reinhold spielt da gewohnt songdienlich auf.

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          dilux  AHU

          und heute laden sich die kids den aktuellen crack von ableton oder irgendeinem uhe plugin herunter und haben spass…times they are changing!
          an den emu II hab ich mich übrigens nie getraut, der machte auf mich als jugendlichen einen furchteinflössenden eindruck!

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        costello  RED

        Hallo dilux, vielleicht sind wir uns da sogar mal über den Weg gelaufen; ich war seit der Eröffnung des Sound & Drumlands 1978 Stammkunde. Und während andere Berliner Musikgeschäfte (Music Market, Musik Fechner, Musik Kühn) eins nach dem anderen aufgaben, wurde der Laden von Jochen Stock immer größer, bis zum heutigen Just Music-Imperium. Die Leute von Spliff gingen da auch ein und aus. Ich erinnere mich an einen Keyboard-Verkäufer, der „Mitch“ hieß und immer erzählte: „Der Dollar ist gestiegen, der Yen ist gestiegen“, aber am Ende doch noch einen ganz guten Preis machte. War ’ne schöne Zeit ;-)

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          dilux  AHU

          ja, ich weiss noch, wie ich mal von einem juno 60 hochblickte und auf einmal uwe fahrenkrog-petersen neben mir an einem dx7 – den ich damals nicht so interessant fand, weil er nicht so schöne regler zum rumschrauben hatte ;) – entdeckte…ich glaub, so knallrot bin ich in meinem leben nicht mehr geworden :D

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            costello  RED

            Ich geniere mich nicht zuzugeben, dass ich Uwes Oberheim-Spiel bei Nena ziemlich geil fand. Um ihn war’s ja etwas ruhiger geworden; aber gerade erst ist Fahrenkrog-Petersen mit einem Voodoo X-Revival beim „Bang your head“-Festival in Balingen aufgetreten.(Natürlich mit Sänger Jean Beauvoir und seiner markanten Frisur).

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              dilux  AHU

              im video zu 99 luftballons spielt er aber einen prophet :) die fläche im song hört sich aber schon sehr nach oberheim an, mit reinhold heil als produzenten wurde wahrscheinlich alles an synthies benutzt, was gut und teuer war.
              für nena muss man sich sowieso nicht genieren, nach wie vor eine der besten deutschen pop-produktionen ever!

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                costello  RED

                Schau mal in dieses Live-Video von „Nur geträumt“. Das ist sogar noch der alte Ob-X. Magisch!
                https://www.youtube.com/watch?v=QeJWtuOatRY
                Da steht auch noch ein PPG, ein Roland und ein Minimoog rum. Eben alles, was gut und teuer ist. Und Deine musikalische Einschätzung von Nena teil ich voll und ganz :)

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                  dilux  AHU

                  tatsächlich, sehr schön! und auch die kurve zum ausgangsthema gekriegt: der drummer hat ein simmons pad mit am rig…man hört es sogar zwischendurch recht deutlich :-)

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    A.Vogel  AHU

    Daumen hoch. Sehr schöner Bericht über ein tolles Teil.
    Auch ich hab Spliff damals im Rockpalast begeistert gehört, und auch mir sind die prägnanten Drumsounds direkt ins Kleinhirn geschossen. Dieser grandiose Kontrast von grundsätzlich künstlichem Sound mit der sehr lebendigen Spielweise drückt enorm.
    Und zum Thema Preis: Bei 200 DM nehm ich gleich mal zwei mit :)

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    costello  RED

    Warren Cann von Ultravox hat die Simmons auch gerne eingesetzt. Er war überhaupt sehr kreativ, was neue Drumsounds anging (Vienna), gerade auch in Verbindung mit Sequencing. Sehr schöne Story, auch mit der richtigen Portion Empathie und Begeisterung, danke :))

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      AMAZONA Archiv

      Absolut. Warren Cann hat damals so manches getestet, aber waren das SIMMONS bei „Vienna“? Zumindest hat er die Sounds live nicht mit den hexagonalen Pads gespielt.

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        costello  RED

        Hallo Peter, dieser Artikel ist ganz aufschlussreich:
        http://www.....view5.html
        Bei Vienna war es eine CR-78 und ein Synare III. Bei „All stood still“ hat er das SDS III benutzt und bei späteren Alben SDSV und VII , siehe http://www.....interview/
        Ich habe Ultravox 1983 in Berlin im Theater des Westens erlebt, und da hat er meiner Erinnerung nach ein Simmons-Set gespielt. Leider musste man damals neben „Vienna“ auch schon „Reap the wild wind“ sich anhören; aber sonst war’s toll ;-)

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          AMAZONA Archiv

          Danke für die Links!! Vor allem zum Interview. Ja, Conny Plank, das war eine geniale Zeit. Reap the wild wind war auf der Quartet, mit einem anderen Top Produzenten! :) Damals hatten sie das Equipment in meiner Lieblingsfarbe und um die Kurve zu diesem Bericht wieder zu kratzen, live haben alle vier die Passage aus „The Song“ gespielt, bzw getrommelt und das war – zumindest eine Zeit lang – auf den hexagonalen Pads.

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    Viertelnote  AHU

    ich bin mit meinem SDS8 und SDS800
    ganz zufrieden. Die knallen auch schön.
    Der SDS800 klingt nicht so fett, aber das Snare-Modul ist etwas ergiebiger.

    mfG

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    TobyB  RED

    Meine erste Liveerfahrung der Urgewalt Simmons war ein Konzert der Band Stern Meissen in Güstrow, im Sommer 1984. Stern Meissen hatte sich als Band etwas verjüngt und in ihrem damaligen Line Up waren zu Reinhard Fißler, Martin Schreier, Thomas Kurzhals, junge Musiker wie IC Falkenberg, Peter „Bimbo“ Rasym und Uwe Hassbecker gestossen. Im Gepäck hatten sie ihre „Klassiker und das zukünftig neue Album Taufrisch. Beim Titel „Wir sind die Sonne“ gab Thomas Kurzhals zunächst ein Minimoog Model D Solo zum Besten, um anschliessend an Martin Schreier und die Simmons zu übergeben. Und das hat geknallt. Fünf unterschiedlich eingestellte Pads haben den Marktplatz erbeben lassen. In meiner Erinnerung flogen da Raketen und Kühe ;-)

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      dilux  AHU

      lpg-kühe wohlgemerkt :D
      stern meissen waren ja damals die avantgarde der ddr-bands, für mich neben city wichtigste triebfeder „drüben“…

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        TobyB  RED

        Hallo Dilux,

        von welchem GAS die LPG Kühe fliegen, ist ja egal, hauptsache sie fliegt ;-) City waren insofern innovativ, als das ihr Bandmotto „Ohne Bass und ohne Haare, mit City durch die 80er Jahre“ konsequent umgesetzt haben. Das Album „Casablanca“ war und ist ein Meilenstein. Aus der Zeit 1983 – 1985 habe ich eher Silly „Mont Klamott“, Rockhaus und später das was in der „DDR“ „Die anderen Bands“ waren gehört, also Die Firma, Feeling B. (mit Flake und Paule Landers Rammstein) und Die Skeptiker gehört. Simmons wurden ansonsten noch bei Prinzip eingesetzt(Bonjovi der DDR ;-) ) und Berluc.

  7. Profilbild
    emulator2hd  

    Depeche Mode – a broken frame ist zu 80% mit dem SDS-V realisiert worden , der Rest und die HH kommen von der 808 . Danach haben DM es nur noch mal bei 2 Minute Warning auf Construction Time Again eingesetzt und bei Lie to Me auf Some Great Reward .

  8. Profilbild
    THEXCEE  

    liebe Community, vielen Dank für Eure schönen Kommentare, so viele tolle Erinnerungen!
    Diesen Artikel/Kommentare, mit großer Freude schrieb und las ich :)
    and special thanx for support Peter :)
    Euer THEXCEE

  9. Profilbild
    dAS hEIKO  

    Der Artikel ist zeitlich zwar schon gut abgehangen – aber das ändert nix daran, dass es Spaß macht ihn zu lesen. Ich kann jede einzelne Emotion nachvollziehen. Ich war vielleicht gerade mal 11 oder so, als ich in einem großen Musikhaus in Offenburg ganz hinten im Nebenzimmer das rote SDS8 erspähte. Mein Drumskill beschränkte sich noch darauf, alle vier Extremitäten getrennt zu bewegen. Aber ich glaube meine Augen hätten bis an den Kaiserstuhl geleuchtet, wenns Nacht gewesen wäre.

    Ich bin meist enttäuscht, wenn ich in Modernen Drummachines reichlich schlechte Simmonskopien hören muß. Dabei ist doch ganz klar, was man von einem Simmons Tom erwartet.

    Die wichtigsten Klangbeispiele hast Du ja schon genannt. Meine persönlichen Empfehlungen dazu sind noch
    „Maniac“ von Michael Sembello. Und zwar nicht die Soundtrackversion, sonder die Single mit den Toms im Intro. Dann natürlich
    „Doot Doot“ von Freur. Am Ende des Videos sieht man noch, wie der Drummer auf eine Wand von Hexapads abdrischt. Und die Ersten Sekunden der Extended Version beim
    „New Song“ von Howard Jones…was hab ich das Intro in Schleife gehört o_O

    Fun Nerd Fact: Mit der Clap Trap hatte Simmons später ein separates, recht sperriges Gerät herausgebracht, mit dem man ausschließlich Claps erzeugen konnte. Kostete glaub ich um die 300 Mark. für einen Sound o_O

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