Black Box: Dynacord ADD-one & ADD-drive Drummodul

1. Juni 2014

Analoges Kraftpaket.

Dynacord ADD-one & ADD-drive

Dynacord ADD-one & ADD-drive

Der Dynacord ADD-one und sein kleiner Helfer ADD-drive gehören sicher zu den wenigen Vintage-Geräten, die heute noch ein echter Geheimtipp sind. Beide nehmen geemeinsam im Rack 5 Höheneinheiten in Anspruch, um schließlich acht (8!!!) Samples abfeuern zu können. Das Komplettpaket aus beiden Geräten kostet 1987 9.300 DM. Ein stolzer Preis, den sich damals nur Profis leisten konnten. Da sind die rund 1.200 Euro, die man heute für das Set bezahlt, fast schon als preisgünstig zu bezeichnen. Was aber ist nun der Reiz an diesem Rack-Monster? Die Antwort liegt verborgen im Inneren des Gerätes und lautet wie so oft: „Die komplette analoge und umfangreiche Synthese, mit der die Samples – mehr als in allen vergleichbaren Drumsamplern jener Zeit – zur Unkenntlichkeit verbogen werden können.

Der folgende Artikel wurde ursprünglich durch den ehemaligen AMAZONA.de-Autor Jan Wollnik verfasst und nun auf Grund unserer neuen Serie „DOC ANALOG“ (siehe Link im Anhang) durch Peter Grandl vollständig überarbeitet und ergänzt. Aber Vorsicht bei der Lektüre, der „unbedingt haben will Faktor“ ist nicht zu unterschätzen!!!

Die Haupt-Unit mit der analogen Klangerzeugung ADD-One

Die Haupt-Unit mit der analogen Klangerzeugung ADD-One

Geschichtliches zum Dynacord ADD-one

Der ADD-one entstand von Juni 1985 bis Februar 1986 aus einer Zusammenarbeit der Straubinger Firma Dynacord mit dem amerikanischen Designerteam Fast Forward Design. Die Designerschmiede in Los Angeles wurde von Marcus Ryle, Michael Doidic (beide zuvor bei Oberheim und heute bei Line6) und Carol Nakahara gegründet. Daraus entstammen Produkte wie Alesis ADAT und Quadrasynth, Digidesign Sample Cell, Dynacord ADS und ADS-K und weitere mehr. Ryle ist besonders durch seine Arbeiten für Oberheim bekannt. Von ihm stammen z.B. der Marix-12 und Xpander. Auch Legenden wie Jean-Michel Jarre benutzen den ADD-one.

Dynacord ADD-drive

Die Sampling-Unit Dynacord ADD-drive

1987 folgte der ADD-drive, der mit einer RAM Platine ausgeliefert wurde. Damit besitzt der ADD-one einen externen Analog-Digital-Eingang in Klinke bzw. XLR und ein 3,5″-Diskettenlaufwerk zur externen Sample-Speicherung. Ohne diese RAM-Platine ist der ADD-one mit bis zu drei Sample-ROM-Platinen aufrüstbar.

Aus heutiger Sicht ist mit Sicherheit der ADD One zusammen mit dem ADD Drive empfehlenswerter als ein ADD One mit Zusatzplatinen. Wer Glück hat und mit dem Drive auch noch eine Library erhält, der kann sich glücklich schätzen, da seinerzeit die Schlagzeug-Gemeinde bereits gut organisiert war und einen regen Austausch an Sounds pflegte. Wichtig: Einen ADD One mit einem ADD Drive nachzurüsten ist nicht ohne weiteres möglich, dazu bedarf es immer auch der internen Speicherbausteine für den ADD One.

Der Drum-Expander von außen betrachtet

Auffällig am ADD-one sind die acht Drehpotis unter dem 80-Character LC-Display (vgl. Abb. Front). Die Vermutung liegt nahe, dass es sich hier um die Eingabetools nach analoger Manier handelt. Und richtig geraten: Hierüber können sämtliche editierbaren Parameter eines Samples übersichtlich auf vier Menüseiten (vgl. Abb. Edit Pages) bearbeitet werden

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Wahlweise lässt sich ein und derselbe Parameter für alle acht Kanäle anzeigen (um z.B. die Lautstärken oder Panoramas aller Drumsounds anzugleichen), oder man editiert nur einen der acht Kanäle, hat aber dann z.B. alle Filter oder LFO-Parameter auf einer Display-Seite gleichzeitig im Zugriff.

Live-Editierung ist jederzeit möglich, so lange man den internen Prozessor nicht überlastet. Hier und da aber die Filter verbiegen und die Resonanz zum Pfeifen bringen, stellte aber im Test kein Problem dar.

Links vom Display befinden sich acht Trigger-Taster, die besonders beim Editieren hilfreich sind. So können alle Sounds in maximaler Lautstärke durchgehört werden.

Die Trigger-Tasten neben den Empfindlichkeits-Reglern für die Träger-Eingänge

Die Trigger-Tasten neben den Empfindlichkeits-Reglern für die Trigger-Eingänge

Dank dieser 8 kleinen Buttons ist das Editieren am Gerät fast schon ein Kinderspiel. Hat man sich mal am die Menübegriffe gewöhnt, kommt man recht flott an alle Parameter.

Daneben wurden die Trigger Sensitivity Regler untergebracht. Diese legen den Schwellwert für die Triggerung eines Sounds im ADD-one fest. Die acht Triggereingänge auf der Rückseite des ADD-one machen diesen damit zur perfekten 80er Syn Drum Machine.

Auf der rechten Seite des Displays sind die Taster für alle Menüfunktionen platziert. Hier lassen sich die Edit-Seiten durchsteppen (vgl. Abb. Edit Pages).

Die Tasten für die Hauptmenüs

Die Tasten für die Hauptmenüs

Dazu zählen natürlich die hauptsächlichen Edit-Seiten, wie Sample-Auswahl und die drei Edit-Ebenen der Sounds. Als Weiteres finden sich dort die Taster für speichern, kopieren, MIDI-Settings und heute weniger bedeutsame Aktionen wie „Chain“ (wichtig für live, ähnelt dem Program Change heute). Das größte Poti ist zur Auswahl der Programme bestimmt.

Selbst eine Hilfe-Funktion liefert der ADD-one – konzeptionell seiner Zeit voraus. Weiß man nicht weiter, betätigt man den HELP-Button und schon wir einem (in Englisch) in Klartext die soeben gewählte Funktion erklärt. Praktisch.

Von hinten betrachtet (vgl. Abb. Rear), beeindruckt der ADD-one ebenfalls: Dort finden sich neben den bereits erwähnten acht Trigger-Eingängen zwei monophone oder polyphone Stereoausgänge (live ist so ein eigenes Drummonitoring problemlos) und acht Einzelausgänge.

Rückseite des ADD-one

Rückseite des ADD-one

Letztere können per Kippschalter der Summe zugespielt werden oder als Direct Outs genutzt werden. Selbstverständlich findet sich rückwärtig das MIDI-Buchsen-Trio, wobei ich nach vielen Versuchen davon ausgehe, dass der ADD-one keine SysEx-Meldungen versteht. Schade eigentlich. Weiterhin findet man auf der Rückseite Anschlussmöglichkeiten für das ADD-drive sowie die Trigger-Eingänge für externe Pads. Auch ein Anschluss für ein Kassetten-Interface (was ist das denn?) vorhanden, auf das man aber getrost verzichten kann, wenn man das ADD-Drive besitzt.

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Die inneren Werte des ADD-one

Der ADD-one benutzt Samples als Ausgangsmaterial für seine Sounds. Unter den fest installierten Samples befinden sich neben Bassdrums, Snares, Congas, Hihats etc. aber auch Schwingungsformen wie Sinus, Dreieck, Puls, verschiedenes Rauschen und mehr. Somit sind eigenen Soundkreationen wie beim Waldorf Attack möglich.

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Die Samples haben eine Auflösung von 12 Bit und eine Samplerate von wahlweise 25 oder 50 kHz. Meine bevorzugte Einstellung ist 25 kHz, weil dann der ADD-one erst so richtig schön satt klingt. Da hört man den wirklichen Unterschied zu einem Tool wie Native Instruments Battery, dessen Konzept in vielen Punkten dem ADD-one entliehen zu sein scheint. Leider kann eine Stimme des ADD-one jeweils nur durch ein Sample gefüttert werden.

Auch wenn der ADD-one auch Stand-Alone mit den Werksounds genutzt werden kann, so wird die volle Power dieses Kraftpakets erst durch das optionale ADD-drive vollendet.

Dynacord ADD-drive

Dynacord ADD-drive mit Disketten-Laufwerk und -Ablagefach

ADD-one Drive

Das ADD-drive ist deutlich mehr als nur ein Diskettenlaufwerk im 19″-Format. Es ist quasi ein Analog-Digital-Wandler mit integrierter Sampling-Nachbearbeitung. Die Haupt-Unit ADD-one erkennt sofort das angeschlossene Drive und wird von da ab auch zur Eingabezentrale für das AD-drive. Also nicht wundern, wenn Sie am ADD-drive kaum Eingabeknöpfe finden, die Sample-Parameter werden ebenfalls über den ADD-one bedient.

ADD-drive mit XLR-Mikrofoneingang für Sampling

ADD-drive mit XLR- und Line-Eingang für Sampling

Mit einem (leider nicht handelsüblichen) Kabel, werden die Geräte miteinander verbunden. Nach dem Einschalten erkennt der ADD-one automatisch sofort das ADD-drive und stellt ergänzende Menüs bereit. Am ADD-drive kann man über den Button DISK nun am ADD-one die Diskettenfunktionen aufrufen (speichern, laden etc. – ganze Bänke oder einzelne Sounds) oder über den Button REC die Sampling-Funktionen. Auf der Vorderseite befindet sich für diesen Zweck ein Mikrofon- (XLR) sowie ein Line-Eingang neben einem Poti zur Aussteuerung des Eingangssignals.

Mit Hilfe des ADD-drives sind nun auch Sample-Einstellungen wie Start- und Endpunkt, Loop Start- und Endpunkt und Namensvergabe möglich (vgl. Abb. Disk and Sampling Operations) – übrigens auch an den bereits vorhandenen Werksounds.

Man kann neben One-Shot-Samples für das Drumming sogar Multi-Samples erstellen! Eine Normalize-Funktion hat der ADD-one nicht, dafür aber ein Gate und Compressor, der beim Samplen eingeschleift werden kann. So etwas Brutales kriegt man heute nicht mehr zu Ohren! Dank dieses Features sind ADD-one Drumsounds auch nie zu leise ;-)

Toll ist auch die genaue Aussteuerung beim Samplen durch die Balkenanzeige auf dem Display. Damit ist der Threshold genial einfach zu setzten – kinderleicht! Auf der Sample-Ebene lassen sich Parameter rund um das Pitching editieren: Frequenz, Pitch Bending moduliert über Hüllkurve, LFO oder externen Controller. Darauf folgen bereits die Digital-Analog-Wandler.

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Sind die Daten der Sampling-Einheit bereits ein Garant für einen tollen Sound wie bei der EMU SP-12 oder des Studio 440 von Sequential, so schießt der rein analoge Teil des ADD-one nun letztendlich den Vogel ab – und stellt auch die eben genannten Kultmaschinen locker in den Schatten.

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Jede der acht Stimmen durchläuft die spannungsgesteuerten, rein analog aufgebauten Module: Filter (mit Resonanz!!!), Verstärker und Panner (vgl. Abb. Parameter Controls). Das Filter scheint ein 24 dB Filter zu sein, dessen Resonanz bis zur Eigenschwingung reicht. Moduliert wird das Filter wie auch der Parameter Resonanz, letzter aber vom Filter unabhängig, durch die erste Hüllkurve. Das Filter kann daneben durch die zweite Hüllkurve, die Resonanz und durch den LFO moduliert werden.

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Darauf schließt sich der Verstärker an, der durch den zweiten externen Controller moduliert werden kann. Die Samples sind über Anschlagsstärke der MIDI-Tastatur in der Lautstärke variabel. Eine Besonderheit stellt der Parameter „Duration“ dar. So können nachträglich Samples verkürzt abgespielt werden, ohne dass sie dafür geschnitten werden müssten. Dieser Parameter wird durch externe, dynamische Trigger moduliert. Zu guter Letzt folgt der spannungsgesteuerte Panner, der den monophonen Samples etwas Stereowirkung verleihen kann.

Neben der Panoramaposition kann das Sample über die zweite Hüllkurve oder den LFO moduliert werden. Einige Eigenarten zeigen die Hüllkurven: Die erste Hüllkurve wird immer durch die Anschlagsstärke gesteuert und kann nur mittels des Parameters Decay verändert werden. Dagegen ist die zweite Hüllkurve klassisch aufgebaut und nicht von der Velocity abhängig. Beim Einsatz der Hüllkurven muss man sich bereits im Vorfeld über die eigenen Editier Absichten im Klaren sein. Der LFO weist keine großen Besonderheiten auf: Als Schwingungsform dient eine Rechtschwingung oder eine Zufallsschwingung, die Geschwindigkeit lässt sich in üblichen Bahnen einstellen.

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Dynacord ADD-one und ADD-drive HEUTE

Wer kauft sich heute noch eine stand-alone Sampler? Im Live-Betrieb macht das sicherlich noch Sinn, aber sonst? Wer verfällt heute nicht dem Wahn, 24 Bit mit einer Auflösung von 96 kHz zu nutzen? Was soll da noch eine alte Kiste wie der ADD-one?

Zum Ersten: Des Spaßes wegen! Das Anfassen von Drehpotis macht einfach Spaß. Es ist intuitiv und man hört sofort, welche Sounds man macht. Bei Bildschirm bezogenen Samplern schaut man nur noch, welche Sounds man kreiert, wenngleich Musik eigentlich für die Ohren gemacht werden soll. Dadurch kommt man zu Ergebnissen, die ausgefallener und individueller sind und kann obendrein noch richtig schnell arbeiten. Da ist es auch unerheblich, ob das Sample-ROM voll ausgebaut ist oder ob man über den ADD-drive mit Sample-RAM verfügt.

ADD ONE DRIVE Anschlüsse

ADD-drive Rückseite

Zum Zweiten: des Klanges zuliebe! Will man Samples im Rechner knalliger machen, werden gleich Massen an Plug-ins aufgeboten. All das spart man sich beim ADD-one. Die Kiste klingt generell einfach nur geil und super knallig. Die Wandler dieser Zeit entsprechen sicher nicht heutigen Standards, geben dafür den ADD-one Drums eine ganz eigene Färbung. Das soll jetzt nicht bedeuten, dass die Samples schlecht klingen, im Gegenteil: Der AB-Vergleich zwischen Original und Kopie, gerade bei Drum- und Percussion-Sounds, spricht sogar immer FÜR die Kopie, also den Sound, der am Ende aus dem ADD-One kommt.

Erwähnenswert ist noch der Nachfolger Dynaddord ADD-two, der zwar über keine Analogsektion verfügt, aber dennoch ein interessanter Sampler- und Sampleplayer für Drummer ist.

Der Nachfolger Dynacord ADD-two

Nicht ohne Grund sind Maschinen wie die SP-12 legendär! Die vielfältigen Modulationen verpassen den Samples darüber hinaus eine nicht zu erwartende Lebendigkeit.

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 ANALOG oder doch BATTERY?

Auch hierzu ein klares Statement. Es ist nicht nur die Bedienung, die den ADD-One so einzigartig macht, sondern auch die hervorragend klingenden Filter, Hüllkurven, LFOs und eben der ganze analoge Zirkus, der aus den Samples brachiale Wunderwerke werden lässt.

Die alte Frage nach Plug-in oder Hardware stellt sich natürlich trotzdem. Auch ein Plug-in wie Battery klingt heute „verdammt gut“, gerne auch schmutzig und hat Druck. Trotzdem, der Klang einer ADD-one Kreation ist ein anderer, aber auch der Weg, der dorthin führt, ist für meinen Geschmack deutlich musikalischer, intuitiver und inspirierender als bei Verwendung eines Plug-ins.

Fazit

Mein Fazit daraus: Für Drumsounds aus den Genres House und Techno, HipHop, R&B oder auch für die LoFi-Fraktion gibt es kein besseres Tool. Schade nur, dass der ADD-one keinen Sequencer besitzt. Aber er ist eben als reines High End Studio und Live-Tool konzipiert worden.

Die 12bit-Klänge in Verbindung mit der umfangreichen Analog-Nachbearbeitung sind einzigartig. Auch eine SP12 oder SP1200 mögen eine analoge Nachbearbeitung haben, aber im Vergleich zum ADD-One können sie nur einen Bruchteil an Parametern bieten, die der ADD-One in seiner Analog-Sektion zur Verfügung hat. Man mag es kaum glauben, aber weder die SP1200 noch das Studio 440 verfügen über die Möglichkeit die Resonanz zu verändern oder gar zur Eigenschwingung zu treiben – der ADD-One schon!

Das Soundbeispiel „Old School“ bedient sich nur der Samples, mit denen jeder ADD-one ausgeliefert wird. Allerdings sind die Sounds dem Charakter des 80er Chicago House Loops angepasst. Die gleiche Loop, aber mit selbst erstellten Drum Sounds aus den internen Schwingungsformen Sinus, Rechteck, Dreieck und weißes bzw. dunkles Rauschen, zeigt die Wandlungsfähigkeit des ADD-one („Older School“). Dreht man etwas an den Sounds, so klingen die Samples absolut aktuell. Als weiteres Soundbeispiel verdeutlicht der Loop „Processed“, wie brachial die internen Gates und Compressoren des ADD-drives wirken: Hier handelt es sich um sonst unveränderte Sounds der Roland TR-707!

Bedenkt man das Alter des Gerätes, so darf man keinen Vergleich mit heutigen Samplern wagen. 128 Stimmen und ein Speicher von 1/2 GB RAM waren damals einfach nicht vorstellbar. Aber ist das überhaupt nötig? Zur Ergänzung einer analogen Groovebox  ist der ADD-one die perfekte Lösung und erhält in diesem Zusammenhang drei Sterne von mir.

Plus

  • intuitive Bedienung durch Drehpotis
  • einfach Menüstruktur
  • genialer Klang der Wandler
  • sowohl Drum- als auch Multisampling möglich
  • analoge VCAs, VCFs (mit Resonanz) und VCPs für jede Stimme
  • sehr guter Drumsynthesizer
  • professionelle Hardware Ausstattung (Ausgänge, Trigger Ins etc.)

Minus

  • verarbeitet keine SysEX Daten
  • RAM und ROM ist nicht mischbar
  • RAM-Ausbau heute schwer möglich
  • nur acht Stimmen
  • kein Stereo-Sampling

Preis

  • Laut Syntacheles April 2014:
  • ADD-one ca. 800,- Euro
  • ADD Drive ca. 500,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Betancourt  

    Das ist für mich eine der mit Abstand interessantesten Maschinen, die hier seit langem vorgestellt wurde, danke dafür! Ich wusste gar nicht, daß es solche „Zwitter“ aus digitalem Sampling und analoger Signalbearbeitung gibt – der ADD wandert definitv auf die Langzeiteinkaufsliste.

    Die Klangbeispiele zeugen in der Tat von extrem hoher Qualität und Ausdruckstärke, die so auch bei anderen Hardware-Samplern nicht leicht zu bekommen ist. Zumindest im Bassbereich können sich da z.B. auch die sagenumwobenen Roland 700er warm anziehen.

    Meiner Meinung nach sind Hardware-Sampler aktuell noch ein recht unterschätztes Thema, was den Nutzwert in modernen Studios anbetrifft. Dabei sind die klanglichen Unterschiede zu allen gängigen Software-Pendants hier wirklich mit Händen zu greifen. Ich habe lange Zeit fast gewaltsam versucht mit Kontakt, diversen Olsdschool-Drumlibraries und jeder Menge „Vintage Plugins“ den Sound der alten House- und Technoplatten aus den frühen 90ern zu erreichen. Das Ergebnis ist eigentlich immer ernüchternd gewesen: Plastik-Pseudo-Oldschool-Sound aus der „Box“. Wie anders, wenn man seine Sounds dagegen in eine 12Bit-Maschine schickt – auf einmal fängt es an, nach einer richtigen Aufnahme zu klingen. Das ist dann doch eine ganz andere Liga, insbesondere wenn man das interne Pitchshifting und die Filter benutzt.

  2. Profilbild
    TobyB  RED

    Hallo Betancourt,

    Finde ich schön das es noch jemand so sieht wie ich :-) Ich vermeide diese „VintagePlugins“ wo immer es geht, weil damit klingt der Sound kalt und glatt wie V2A Edelstahl, dann lieber die Originale und das die aufwändiger zu bedienen und zu mischen sind kann nicht finden. Und Peter beschreibt das Ding schon richtig, Dynacord haben hier nicht viel Falsch gemacht und man hört es den Hörsbeispielen an, das atmet richtet und hat Groove.

  3. Profilbild
    acidnoid  

    Der Add-One und das Drive sind integrer Bestandteil meinens Studios – leider funktioniert der erste Channel nicht mehr (kennt da jemand support oder einen begabten Techniker, da Dynacord den Support hierfür eingestellt hat). – der Sound ist der Hammer, wie gesagt, leider ist es aber so, das man sich schon Zeit nehmen muss, da es nicht einfach so ist wie bei Battery – die Samples müssen eben erstmal alle erstellt werden. Just mal so Fix on the fly einen Beat erstellen ist nicht drinne, es sei denn man hat eben alle Daten schon vorbereitet oder seine Sets auf Diskette (ja, da habe ich viele, leider sind aber einige nicht mehr lesbar).

    Einen Sequencer gab es aber hierfür doch – den Dynacord Brain – ob dies aus heutiger sicht sinn macht weiss ich nicht, da ist man meiner Meinung nach mit einem Europa oder einem anderen Sequencer besser bedient.

    Mein Traum – das Drive mit einem USB / Firewire Eingang, so dass man die Samples direkt in die MAschine bekommt. Ob es eine Möglichkeit gibt dies am Rechner zu machen und dann Fix die Samples auf eine Diskette laden, weiss ich nicht – aber ich glaube auf Gearsluts gibt es ein sehr gutes Forum wo eben dieses Thema behandelt wurde – auch um SP12 Samples zu laden… meine ich zumindest.

    Bitte um PM wenn jemand einen Service kennt.

    http://www.....one_OM.pdf

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Acidnoid,

      ich kann nur die goldenen hände von Dr. Phil in Berlin empfehlen :-) der hat meine Polysix ins Leben geholt. Ob der Dynacord kann, weiß ich nicht.

      USB und Firewire ansowas ist möglich, wenn der Diskettenschacht im Standardformat vorliegt. Ich habe das für einen anderen unmusikalischen Verwendungszweck mal hiermit gelöst…

      http://www.....u-udd.html

      (Bevor jemand den kopfschüttelt, das sowas Quark ist, würde ich es mal ausprobieren und darüber nachdenken, das es mehr als Windows und MacOS als Betriebssysteme gibt. z.B. Tandem und für solche Systeme findet man nicht an jeder Ecke Entwickler. Und Wartung und Pflege macht betriebswirtschaftlich Sinn.)

      Allerdings würde ich die Daten auf dem USB Stick nur temporär belassen und Backups machen.

      Firewire zu Floppy Emulation wird schwierig, ich habe noch nichts derartiges gesehen und denke persönlich das die Industrie Firewire austrocknet.

      Grüße ToB

      • Profilbild
        acidnoid  

        Hallo Toby,

        das ist in der Tat interessant – nur ob der Dynacord dann 8GB Samples lesen kann bezweifele ich, aber wenn man seine Disk dann auf dem PC Speicher und dann die Diskette, welche man braucht auf einen USB Stick lädt wäre eine tolle alternative. Aber werde dies mal weiter verfolgen und ebenso Dr. Phil in Berlin suchen… wäre toll den einen Channel wieder zu haben und das Gerät generell mal warte zu lassen.

        • Profilbild
          TobyB  RED

          Hallo,

          an den 8 GB wird sich sicher das Gerät verschlucken ;-) aber diese Kiste ist schon ne Alternative. Die Kontaktdaten von PhilSynth hab ich dir geschickt aber ich würd mal Doc Analog fragen, vielleicht weiß der noch was? Irgendeiner wird ja wohl noch den Technischen Service von Dynacord weitermachen.

          Grüße

          • Profilbild
            doc analog  

            Hallo Ihr zwei,

            ich lese jetzt gerade erst Eure Kommentare. Nun, acidnoid, hast Du den Kontakt in Berlin erreichen können? Wenn nicht kann ich Dir gerne anbieten mir das Baby mal anzuschauen.
            Bei Interesse bitte einfach PN an mich.
            Gruß, Doc

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