Carina Böhmers Gesangskurs: Atmung und Stütze

17. August 2017

Learn to sing - Atmung & Stütze

Vorwort der Redaktion

Wir haben lange nach einer erfahrenen Sängerin gesucht, um auf AMAZONA.de eine kompetente Workshop-Reihe zum Thema Gesang starten zu können. Und ganz ehrlich – das hatten wir uns einfacher vorgestellt.

Mit Carina Böhmer scheint unser Wunsch aber nun in Erfüllung gegangen zu sein. Sie ist nicht nur eine charmante und talentierte Sängerin, die wirklich mit einer wahrhaftigen Lust und Leidenschaft ihren Beruf ausübt, sondern obendrein auch noch eine gute Autorin, die nun regelmäßig hier auf AMAZONA.de ihr Wissen mit unseren Lesern und Leserinnen teilen wird.

Carina, wir wünschen dir alle viel Erfolg und positives Feedback hier im Forum und selbstverständlich auch auf der Bühne.

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Euer Peter Grandl

Traumberuf: Sängerin

Wie viele Teenager wünschen sich nichts sehnlicher, als Sängerin zu werden und als Popstar oder Musicaldarstellerin auf der Bühne zu stehen und von Fans angehimmelt zu werden?
Aber wie ist das wahre Leben einer professionellen Sängerin? Ist das wirklich nur himmlisch?
Wie werde ich überhaupt Sängerin? Wo kann ich Gesang oder Musical studieren? Und ab wann sollte ich Gesangsunterricht nehmen?
Ihr habt einen absoluten Lieblingssong, aber dieser eine Ton will nie klappen? Wie kann ich auf gesunde Art und Weise meine Stimme trainieren? Welches Equipment brauche ich, um als Hochzeitssängerin aufzutreten? Und welches Mikro ist fürs Homerecording geeignet. Wie bastle ich mir eine Homepage?
Wie bekomme ich Vocalbreaks à la Alanis Morissette oder Riffs à la Jessy J hin?

All diese Fragen möchte ich euch in meiner Workshop-Reihe hier auf AMAZONA.de beantworten.  Und wenn dann noch Zeit bleibt und Interesse besteht, plane ich zusätzlich einen Blog mit dem Titel: „das himmlhochjauchzende und zutodebetrübte Leben einer Sängerin“.

Wer bin ich?

Ich habe von 2008 bis 2011 an der renommierten Joop van den Ende Academy in Hamburg Gesang, Tanz und Schauspiel studiert und stand seitdem auf den verschiedensten Bühnen. In Musicals und auf Kreuzfahrtschiffen. Ich bin Vocalcoach, Studiosängerin, Hochzeitssängerin und laut meiner Freunde anscheinend ein Allroundtalent ;). Meiner Meinung nach mal mehr und mal weniger (auf jeden Fall noch ausbaufähig), aber diese Fähigkeit ist als selbstständige Künstlerin sehr hilfreich! Aber dazu in den nächsten Monaten mehr …

Im Netz findet ihr mich übrigens HIER auf meiner Homepage.

Heute möchte ich mit dem ersten Thema meiner Serie „Grundlagen einer gesunden Gesangstechnik“ beginnen : Die Atmung /Support (Stütze)

Ohne Luft kein Ton und ohne Ton kein Gesang – klingt logisch oder?

Und genauso ist es auch. Die Atmung ist das Grundlegendste überhaupt beim Singen und deswegen auch so wichtig. Jeder Mensch atmet durchschnittlich 12 mal pro Minute und tut dies völlig automatisch und unbewusst. Beim Singen müssen wir bewusst atmen, um z.B. lange Phrasen singen zu können oder weil wir im Song nur ganz wenig Zeit zum Einatmen haben.

Dazu kommt dann die zweite Grundlage des Singens, von der ich euch heute berichten möchte – das Stützen oder der Support!

Denn was nützt uns die Luft, wenn wir sie nicht dosieren und einteilen können? Dazu später mehr.

Wie atme ich richtig?

Wir atmen ein, unsere Lunge füllt sich mit Luft, das Zwerchfell, ein großer Muskel unterhalb unserer Lunge, der an den unteren sechs Rippen befestigt ist, senkt sich ab und unsere seitlichen unteren Rippen weiten sich.

Da man meistens wenig Zeit hat, sollte man so schnell und effektiv wie möglich einatmen, sprich durch den Mund und bestenfalls geräuschlos.

Man sollte vermeiden, in den oberen Brustkorb zu atmen, so dass sich die Schultern und das Brustbein heben. Diese sogenannte Hochatmung fühlt sich meist unangenehm an und kann zu Verspannungen von Schultern, Nacken und Rachen führen.

Achte stattdessen darauf, dass du in deine unteren seitlichen Rippen atmest, sodass sich diese weiten und dein Bauch und dein Solarplexus sich leicht nach außen dehnen.
Dies ist die gesündeste, effektivste Art einzuatmen. Doch jeder Mensch ist unterschiedlich und jeder empfindet anders. Jeder sollte SEINE angenehmste Art der Atmung finden.

Teste mal drei verschiedene Weisen einzuatmen:

Hochatmung

Lege deine Hand auf dein Brustbein oberhalb deiner Brust und atme ganz tief ein, sodass deine Hand sich hebt. Halte die Luft an und spüre, wie sich das anfühlt. Die meisten Sängerinnen empfinden das als beklemmend!

Bauchatmung

Oft hört man, dass man in den Bauch atmen soll. Das geht natürlich gar nicht, denn im Bauch ist keine Lunge. Vielmehr ist es so, dass das Zwerchfell sich beim Einatmen senkt und somit die Eingeweide nach unten und vorne schiebt, so dass sich der Bauch wölbt.
Lege deine Hand auf deinen Bauch und atme gezielt und tief dorthin.
Der Bauch dehnt sich weit aus, während Rippen und Solarplexus sich kaum weiten.
Halt auch hier die Luft an und spüre mal.
Auch hier empfinden viele ein unangenehmes, aufgeblähtes Gefühl.

Zwerchfellatmung

Lege eine Hand an deine seitlichen Rippen und eine an den Solarplexus und versuche so einzuatmen, dass sich der Bereich rund um dein Zwerchfell (untere 6 Rippen) ausdehnt. Der Bauch am Bauchnabel sich leicht weitet, ohne dort extra Luft hinzudrücken und spüre wie der Solarplexus leicht nach außen geht.
Dies sollte sich sehr angenehm und leicht anfühlen, weder ein aufgeblähtes Bauchgefühl noch Verspannungen in den Schulten und im Brustkorb sollten dich nun stören.
Dies ist die optimale Art einzuatmen.

ÜBUNG

Stelle dich aufrecht, schulterbreit, mit leicht gebeugten Knien und entspanntem Nacken und lockerem Kiefer hin. Stell dir vor, dein Kopf ist an einem Faden aufgehängt wie bei einer Marionette. (Grundposition/Ausgansposition für alle Übungen)

Lege deine Hände auf deine seitlichen unteren Rippen und drücke leicht dagegen.
Jetzt atme an die Stelle, wo deine Hände liegen, sozusagen als würdest du deine Hände wegatmen wollen und spüre, wie sich deine Rippen weiten. Lass deinen Atem bis in den unteren Rücken einströmen. Atme so viel Luft ein, dass es sich für dich angenehm anfühlt. Halte die Luft kurz an und atme dann aus. Lass die Luft dabei unkontrolliert entweichen und entspanne dabei deinen ganzen Körper.

Wiederhole die Übung bis zu 5 mal.

WICHTIG bei der Einatmung: Ziehe nicht die Schultern hoch und hebe nicht das Brustbein an, atme nicht gezielt in den Bauch!

So, jetzt wissen wir, worauf wir bei der Atmung achten sollten.

Aber was nützt uns die Luft, wenn wir sie nicht kontrollieren können?
Und da kommt die STÜTZE ins Spiel!

Was ist die Stütze? Wozu brauchen wir sie? Was sind die Vorteile der Stütze und wie können wir sie trainieren?

Stütze bedeutet:

  • kontrollieren des Luftstroms
  • zurückhalten der Luft beim Ausatmen

Beim Singen muss der Sänger die ausströmende Luft kontrollieren.Nicht wie beim normalen unbewussten Ausatmen, wo sich das Zwerchfell entspannt und die Luft einfach ausströmt.
Das Zurückhalten und Kontrollieren des Luftstroms wird als Stützen bezeichnet.

Wozu benötigen wird die Stütze bzw. welche Vorteile haben wir durchs Stützen?

Durch das Stützen können wir längere Töne singen, gleichmäßiger singen, mit mehr Dynamik singen, unseren Tonumfang vergrößern und es vermeiden, heiser zu werden. Vorweg das Wichtigste!

Die Stütze ist eine kontinuierliche Bewegung, bei der verschiedene Muskeln arbeiten und bei der Energie und Körperkraft aufgebracht werden muss, die aber nie verkrampft, starr oder fest sein sollte! Es ist wie ein Arbeiten gegen einen Widerstand, etwas Zähflüssiges, Kontinuierliches, Bewegliches.

Singen erfordert Energie und Körperarbeit. Man kann durchaus beim Singen ins Schwitzen geraten. Denn die winzigen Stimmbänder müssen vom ganzen Körper unterSTÜTZT werden.

Dass der Körper immer entspannt und locker sein soll beim Singen, kann ich nicht unterschreiben, denn singen ist wie ein Sport und wenn ich auf der Bühne stehe und ein schweres Lied singe, ist das Arbeit.

Der ganze Körper muss aktiv werden und (unter)stützen! Wichtig ist nur, dass dies korrekt ausgeführt wird!

Welche Muskeln arbeiten beim Stützen?

Beim Stützen arbeiten verschiedene Muskeln zusammen bzw. kannst du für dich herausfinden, welche Muskeln für dich besonders gut funktionieren.
Die Rückenmuskeln, die Bauchmuskeln, das Zwerchfell an den Rippen, die Muskeln in der Taille und die Lendenmuskeln sind beteiligt.

Wie fühle ich die Stütze?

Um all diese Muskeln mal zu spüren und zu aktivieren, kannst du zunächst folgende Übung machen:

Stell dich hin, ohne einzuatmen, spanne dein Zwerchfell an, weite die Rippen und spanne deine Rückenmuskeln an (deine Flügelchen ziehen nach unten), kippe das Becken nach vorne, so dass du kein Hohlkreuz hast und zieh den Bauch leicht ein. Ziemlich viel auf einmal, oder? Deswegen nun ein paar Übungen, um die einzelnen Muskeln zu spüren und zu trainieren.

Wie kann ich meine Stütze trainieren?

Wie gesagt, beim Stützen sind verschiedene Muskelgruppen beteiltigt. Und Muskeln kann man bekanntlich trainieren.

Hier ein paar Übungen für die verschiedenen Muskeln.

Übung 1

Lege deine gespreizten Hände in deine Taille und drücke leicht deine Taille mit den Händen zusammen. Nun drücke ohne einzuatmen aus reiner Muskelkraft deine Muskeln in der Taille in einer kontinuierlichen Bewegung auseinander, so dass sich deine Taille weitet. Währenddessen sollte der Bauch am Bauchnabel kontinuierlich reingezogen werden. Keine abrupte Anspannung oder einziehen des Bauches!!

Diese Übung kannst du auch super dafür nutzen, um zu lernen, dir deine Stützkraft einzuteilen. Denn nicht jeder Ton oder jede Phrase braucht die gleiche Stützenergie. Versuche anhand dieser Übung deine Stütze in 10, 20, 30 – 100 Prozent einzuteilen, indem du die Muskeln in der Taille von wenig bis maximal durch Muskelkraft ausdehnst.

Übung 2

Lege deine Hände an die unteren seitlichen Rippen und gib leichten Druck auf deine Rippen und dann versuche diese ohne einzuatmen zu weiten.

Übung 3: Die Wippe

Lege eine Hand auf deinen Solarplexus und eine auf deinen Bauch am Bauchnabel.
Versuche nun, eine Art Wippbewegung zu erzeugen, ohne zu atmen.
Eine langsame, zähe, kontinuierliche Bewegung: am Solarplexus raus und am Bauchnabel rein. Hin und her. Eine entgegengesetzte Wippbewegung.

Diese drei Übungen kannst du machen, um deine Stütze zu spüren und deine Muskeln zu trainieren.

Jetzt noch drei Übungen, bei denen du einatmest und deine Stütze beim Ausamten benutzt!

Übung „ss“

Lege deine Hände auf die seitlichen unteren Rippen und atme genau dort hin. Du spürst, wie sich die Rippen weiten. Atme nun auf einem gleichmäßigen „ss“ aus und versuche dabei die Rippen solange geweitet zu lassen wie möglich, den Bauch am Nabel leicht und kontinuierlich einzuziehen und den Solarplexus nach und nach nach außen zu wölben.
Stell dir vor, das „ss“ rollt sich wie ein langer Faden von einer Rolle aus deinem Mund ab, ohne abzureißen. Ganz gleichmäßig und solange du kannst. Kontrolliere die Luft und halte den Luftstrom mit Hilfe deiner Stütze zurück. Wenn die komplette Luft weg ist, genieße das erneute Einatmen.

Das Gleiche kannst du auf einem „ff“ machen.

Eine Stufe schwerer ist es, wenn du das ganze mit Dynamik machst. Stell dir vor, dein „ss“ segelt wie ein kleines Boot auf Wellen.
Beginne ganz leise am rechten unteren Anfang der Welle und werde stetig lauter. Sprich, lass mehr Luft rausfließen, um dann nach dem Höhepunkt der Welle wieder gleichmäßig leiser zu werden. Besonders der leiseste Punkt zwischen zwei Wellen erfordert viel Stützenergie, damit der Luftstrom nicht abbricht.

Übung: stimmhaftes „ww“

Eine weitere Übung, um deine Stütze zu aktivieren, geht folgendermaßen:
Du legst deine Hände auf deinen Bauchnabel und singst drei stimmhafte „ww“ hintereinander, immer auf dem gleichen Ton. Dabei stellst du dir vor, dass jedesmal jemand von innen an deinem Bauchnabel zieht. Dieses Ziehen ist eine flüssige Bewegung, die damit endet, dass du den Bauch komplett entspannst, wenn du das „ww“ beendest.

Wichtig: Kiefer und Lippen sind entspannt, das „ww“ so stimmhaft wie möglich, sodass deine Unterlippe vibriert.

Übung: stimmhaftes „ww“ als Rutsche

Du summst das stimmhafte „ww“ nun in einem Terzabstand und schleifst es von unten nach oben und zurück. Dabei hast du wieder das Gefühl, dass währenddessen jemand langsam und stetig an deinem Bauchnabel von innen zieht und der Bauch sich stetig reinzieht.

Übung: P-T-K

Um die Elastizität deines Zwerchfells und deiner Bauchmuskeln und das unterbewusste nicht aktive Einatmen zu trainieren, kannst du folgende Übung machen :

Spreche die Explosivlaute P, T und K hintereinander und werde dabei immer schneller. Bei jedem Laut macht dein Bauch eine schnelle, aber elastische Bewegung nach innen und entspannt sich anschließend wieder. Ein immer wiederkehrender Impuls aus dem Bauch.

Weitere Tipps und Tricks

Dieser eine besonders hohe Ton kommt gleich und du möchtest aber ganz entspannt dabei aussehen und möchtest nicht, dass die Zuschauer denken, dass du dich besonders anstrengen musst? Dann stell dir vor, deine Hose sei zu heiß gewaschen worden und du musst den Bauch beim Schließen leicht einziehen.

Oder nutze mal deine Rückenmuskeln und stell dir vor, du hättest zwei Orangen unter den Achseln, die du mit der Kraft der Schulterblätter und Rückenmuskeln ausdrücken möchtest.

Ich hoffe, ich konnte euch einiges zum Thema Atmung und Stütze beibringen und ihr freut euch auf meinen nächsten Artikel!

Schaut gerne mal auf meiner Homepage www.carinaboehmer.com oder www.zweiklang-hamburg.com vorbei.

Falls ihr in Hamburg wohnt und Lust habt, das alles mal praktisch mit mir im Unterricht umzusetzen, dann schreibt mich einfach an!

Beim nächsten Mal geht es um ein weiteres Grundprinzip des gesunden Singens:

Der Twang

Noch nie gehört?

Dann verpasst meine nächsten Artikel nicht, denn dann erfahrt ihr solche Übungen:

Euch dabei helfen, gesund zu singen und eure Range zu erweitern, sowohl nach oben als auch in der Tiefe!:

Bis bald, eure Carina – HIER GEHT ES ZU TEIL 2

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Markus Schroeder  RED

    Super interessant!

    Vielleicht könnte die Fachfrau bei Gelegenheit dazu ihre Meinung kundtun:

    https://www.theguardian.com/news/2017/aug/10/adele-vocal-cord-surgery-why-stars-keep-losing-their-voices

    In dem sehr langen Artikel geht es darum, wie Adele und andere (u.a. Rolando Villazón) ihre Stimme, laut Paglin und Marianna Brilla, durch falsche Übungen ruinieren und wie dem, laut den beiden, entgegengewirkt werden kann.

    Singen ist def. eine komplexe Sache.

    IMHO als Nicht-Sänger, sehr interessanter Artikel.

    greetz,
    Markus

    • Profilbild
      Carina Boehmer  RED

      Hey Markus, wie cool, dass du so interessiert bist! Vielen Dank für dein Lob! Werde mir den Artikel bei Gelegenheit auf alle Fälle mal durchlesen!!

      Bis bald, Carina

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Was mir sehr gut gefällt ist dieser wirklich gute Workshop. Was ich für mich jetzt nicht mehr brauche ist eine Produktberatung um den ach so mühevoll erlernten Gesang auf zu nehmen,da ja ganz Amazona bereits ausschließlich aus Produktberatung Werbung um schlussendlich dem Musikanten mal wieder was zu verkaufen. Denn wer kennt es nicht, das Fass ohne Boden namens Homerecording.

    • Profilbild
      Carina Boehmer  RED

      Hey Amazonaman,

      Schön, dass du den Artikel magst. Ich werde noch viel über Gesangstechnik schreiben und versuchen euch mit Tipps und Tricks zur Seite zu stehen. Der nächste Artikel wird eine Fortsetzung des ersten. Ich erkläre ein weiteres Grundprinzip des Singens! Lg, Carina

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Ich hab die Erfahrung gemacht, das die beste Technik nichts nutzt, wenn das Eingangsignal nicht passt. Und da hilft auch keine Produktberatung. Höchstens Bildung. Melodyne magt dir zwar den Pitch korrigieren. Aber für Timbre und Ausdruck gibts ja noch nicht so viel. Letztlich reicht einer ausgebildeten Stimme ein Mikro um was zu aufnehmen. Und ich hatte hier schon Aufnahmen mit Garageband und einem ollen Mikro. Inhaltlich hats gepasst.

  3. Profilbild
    TobyB  RED

    Sauber :-) Ich bin ja der festen Überzeugung das eine gut ausgebildete Stimme im Studio, Zeit und Nerven spart. Und auch ohne diverse Plugins gut klingt :-)

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Ich finde diese Rumtrickserei mit melodyne ehrlich gesagt unehrlich.für mich ist es eben so,entweder man kann es,oder man muss eben noch solange üben bis es passt. Im Studio singen allein macht nur halb so viel Spaß,und wrr kennt wen der melodyne Trickstimmchen life nutzt?

      Da lobe ich mir hier diesen Kurs von Carina!
      Übrigens meine Mietz hat beim miauen meines Handys sehr komisch und irritiert geschaut.

  4. Profilbild
    Coin  AHU

    Naja, wenn man die Stimme nicht hat,
    kannst Du üben bis Du umfällst.
    *
    Gut, manche sind sich ihres Potentials gar nicht bewusst.
    Da hilft dann solch ein Workshop, um den
    eventuellen Rohdiamanten zu finden.

  5. Profilbild
    Wellenstrom  AHU

    Ja, nee…. dieses Rumgenörgele an Melodyne ist m.E. unangebracht. Hatte mal ’ne ähnliche Sichtweise.
    Über viele Jahre ohne Melodyne eingesungen. Brauchte dementsprechend auch mehr Takes. Irgendwann kam dann der Punkt, an dem die Stimmbandentzündung, Halsentzündung whatever da war, und ich ingesamt bestimmt so’n Jahr dran rumlaborierte. Jajaja, ich weiß, mit einer entsprechenden Atem- und Gesangstechnik wäre es auch zu vermeiden gewesen, aber ich persönlich halt nix von der „Normierung“ einer Stimme und des Gesangs. Vieles gerät dann zu technisch.
    Nun denn, wie dem auch sei…. nun nutze ich seit Jahren Melodyne und es erspart mir einige Mühen und Zeit, und das, ohne dass der Gesang „künstlich“ wird. Melodyne hat seine Berechtigung, das ist weder ein Stimmenverbieger, noch ist es sonderlich unehrenhaft, darauf zurückzugreifen. Man erspart sich nur Takes. Es kommt mal vor, dass man einen guten Take eingesungen hat, in dem mal ein oder zwei Töne leicht versäbelt, aber der Ausdruck passt. Da lobe ich mir Melodyne lieber als den komplett nochmal einzusingen und dann fehlt es wieder an der einen oder anderen Ecke.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Welle,

      ich hab das Nörgeln verpasst ;-) Mir ging es auch nur darum, das eine gut ausgebildete Stimme länger „durch“ hält und dir im Studio Zeit und Kosten spart. Und das hat noch nicht mal was mit Melodyne zu tun. Und Carinas WS dreht sich nicht um Normierung, sondern um die Vermittlung von Wissen. Und wenn mal ne Note nicht 100 Prozent passt, solange das ins Gesamtbild passt. Ist das doch gut :) Ich muss auch 4 mal die Woche Klavier üben und bin da nicht sonderlich erpicht drauf. Aber das gehört nun einfach mal dazu.

  6. Profilbild
    Wellenstrom  AHU

    Hi Toby,

    hab‘ doch den WS gar nicht kritisiert. Wer sich (ausschließlich) als Sänger begreift, und regelmäßig auf ’ner Bühne steht, sollte sich das auch zu Herzen nehmen.
    Das hat mit meiner persönlichen Einstellung zu Gesangsunterricht erstmal gar nix zu tun.
    Zu deiner Übungseinstellung habe ich eine andere Sicht. Es kommt immer darauf an, wo man als Künstler, Musiker oder Performer hinwill. Würde jetzt aber auch zu weit vom Themenschwerpunkt hier wegführen, die Diskussion.
    Zum Genörgele: naja, da steht ja schon was von Rumtrickserei, Unehrlichkeit und sowas.
    Lass es mich mal so formulieren… jeder, der genau weiß, wie er den Gesang im Song haben will, seit Jahren singt und es im Prinzip auch kann, verwendet Melodyne genauso, wie es sein muss. Ich rede hier jetzt nicht von Ballermannproduktionen mit Nichtsängerinnen und -sängern. Auch gute, erfahrene Sänger(innen) verwenden im Studio Melodyne. Daran ist nichts Ehrenrühriges. Und Melodyne im Studio erspart eben noch mehr Zeit im Studio als gute Gesangstechnik (allein). Es gibt (fast perfekte) Takes in denen man eben mit Melodyne noch etwas mehr rausholen kann.
    Also – ganz verzichten würde ich auch als Profi nicht auf PlugIns.
    Übrigens: wer selber zu eigenen Song z.B. singt, macht oft die Erfahrung, dass die frühen, unausgereifteren Takes mehr Feeling haben, als die 30 danach, trotz höherer Konzentration und besserer Technik. Gerade in solchen Fällen bietet sich ein Tool wie dieses an. Und wenn es nur die Funktion hat, eine saubere Orientierung zu bieten für nachfolgende Versuche.

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo Welle,

      nagel mich nicht auf Melodyne fest. :) Ich brauchs nicht. Wie gesagt das Todfrickeln am Rechner ist nicht meines. Wenn der Stil zum Bild passt, ist der Take gekauft. Ich hab da so einen gesunden Pragmatismus. Mit dem Üben ist es nun so, das Rumspielen auf der Klaviatur ist im Prinzip eine Überbelastung immer der selben Gelenke und üben schafft hier den Ausgleich. Deshalb erachte ich das für wichtig.

      Ich denke mal Carina wird uns noch einiges mitteilen :-)
      _
      Also, meine Studioerfahrungen mit Sängerinnen, gehen von „Aua“ bis „Aaah“ ich habe aber die Erfahrung gemacht, das ein Profi dir schon klare Ansagen macht. Während das „Aua“ ständig „überzog“. Der Karton war gut :-D

      • Profilbild
        Wellenstrom  AHU

        Wenn du ’ne/n wirklich miese/n Sängeir/in am Start hast, dann kannst du dich mit melodyne wirklich todfrickeln. Und das Ergebnis wird auch unbefriedigend bleiben. Hast du aber halbwegs passable Sänger/innen, dann wird dich der Einsatz keine 10 Minuten deiner Lebenszeit kosten. Das Frickeln an Sounds und Reverbs, ordentliches EQing, Kompressoreinstellung, etc. dauert da bei weitem länger.
        Das einzige Problem bei melodyne ist, dass man nach ’ner Zeit etwas schlampig beim Gesang werden kann. Alles erfordert auch ein gewisses Maß an Disziplin. Und den Hauptvorteil nannte ich ja oben. Du schonst Deine Stimme gewaltig auf Dauer, weil weniger Takes. Gerade bei schwierigen und sehr dynamischen Passagen ein immenser Vorteil.

  7. Profilbild
    Wellenstrom  AHU

    toby: „Mir ging es auch nur darum, das eine gut ausgebildete Stimme länger „durch“ hält“
    (boah, so’ne anständige Zitierfunktion wär wirklich mal was feines ;-) )

    Ja, nee…. vielleicht kann Carina dazu auch was schreiben. Weiß nicht, wie ihre Studioerfahrungen sind… aber irgendwann kommt der Punkt, wo Konzentration und Stimme auch wieder nachlassen, ermüden, beim Amateur, wie beim Profi. Langes Durchhalten ist im Fall von Aufnahmen eher Gift. Irgendwann braucht der Sänger ein Break und ABSTAND, um sich wieder aufzubauen und wieder reinzufinden in die eigentliche, passende (jetzt kommt ein Karton) STIMMung. Auch Sänger sind keine Maschinen.

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