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Carlos Santana: Seine Gitarren, seine Musik

15. Februar 2015

The Story of Carlos Santana

 

Carlos Santana PRS SE

Carlos Santana

Ohne ihn wäre die Geschichte der Musik wohl ganz anders verlaufen und wahrscheinlich auch die Karriere so manch anderer Künstler: Carlos Augusto Santana Alves, besser bekannt als Carlos Santana, hat nicht nur die frühe Geschichte des Blues und des Rock ’n‘ Roll maßgeblich mit beeinfluss, sondern mit dem Latin Rock auch eine eigene Musikrichtung mitbegründet und weltweit populär gemacht. Dies verdankt er nicht nur den von ihn verfassten und interpretierten Hymnen einer halben Generation, sondern auch seinem beeindruckenden Engagement mit zahlreichen Künstlern und seinem bis heute spürbaren Einfluss auf die Pop- und Rockmusik. Dabei blieb sein Stil und sein Sound immer eine unverwechselbare Konstante, die mehr als nur ein Markenzeichen des amerikanischen Gitarristen geworden ist. Höchste Zeit, ihn in unsere Reihe „Gitarristen, die Geschichte mach(t)en“ aufzunehmen!

Carlos Santana – Leben und musikalischer Werdegang

Im Jahr 1947 nahm die Geschichte eines der wohl einflussreichsten Latin Gitarristen in der kleinen Stadt Autlán de Navarro im mexikanischen Bundesstaat Jalisco seinen Anfang, als dort am 20. Juli Carlos Santana zur Welt kam. Sein musikalisch begabter Vater brachte ihn schon im Alter von vier Jahren an die Musik heran, indem er ihm das Geigenspielen beibrachte. Machte er zwar zunächst gute Fortschritte auf dem Instrument, brachte ihn der Umzug der Familie in die Grenzstadt Tijuana näher an die Gitarre, der er sich von nun an widmete. Schon bald war er in der Lage, sich mit seiner Musik ein kleines Taschengeld in den Bars und Clubs der Stadt zu verdienen und erste Bühnenerfahrungen im frühen Teenageralter zu sammeln. Schon 5 Jahre später zog seine Familie nach San Francisco, während Carlos noch ein weiteres Jahr in Tijuana blieb, bis er schließlich seiner Familie nach Kalifornien folgte und dort seine Auftritte in Bars und Stripteaseläden fortsetzte und nebenbei als Tellerwäscher jobbte.

In der Metropole, die sich in dieser Zeit zum Zentrum und Symbol der Studentenbewegungen und Hippiekultur mauserte, lernte Santana bald die Musiker Gregg Rolie, Gus Rodriguez, Michael Carabello und Danny Haro kennen, mit denen er 1965 die Santana Blues Band gründete. Der frische Stil der Band um den mittlerweile eingebürgerten Gitarristen aus Mexiko, der klassischen Blues und Rock ’n‘ Roll mit lateinamerikanischen Rhythmen und Harmonien aus Salsa und Merengue vereinte, fand bald viele Fans in der Umgebung und die Band damit eine Menge Auftrittsmöglichkeiten.

Carlos Santana 2

Ein Durchbruch für die Band und für Santanas Gitarrenkünste kam eher zufällig zustande, als die Musiker ins Fillmore West Theatre eingeladen wurden, um den kurzfristig erkrankten Mike Bloomfield auf einer Konzertreihe zu ersetzen. Erstmals bekamen die Musiker damit die Chance, ihre Musik mithilfe des Fernsehens einem breiteren Publikum näher zu bringen.

Nach diesem Auftritt im Jahr 1968 wurde schon bald das erste Album mit dem schlichten Namen Santana aufgenommen. Auf der anschließenden Amerikatour sollte vor allem der Auftritt auf dem Woodstock Festival und das in dem dazugehörigen Film bekannt gewordene Stück Soul Sacrifice die Band weltweit berühmt machen. Schon wenig später folgte mit Abraxas das wohl wichtigste Album der Band, auf dem viele Neuinterpretationen von Klassikern wie „Black Magic Woman“ und „Oye Como Va“ die Band zur Legende und gleichzeitig zum Aushängeschild des Latin Rock machten.

Santana, Abraxas

Santana, Abraxas

Nach dem Album Santana 3 löste sich die Band auf und Carlos begann seine Solokarriere, während der er unter anderem mit Miles Davis, Larry Young und Buddy Miles Alben aufnahm und auf der Bühne stand. Zu einem wichtigen Meilenstein seiner Karriere kann auch der Auftritt in Ostberlin 1987 gehlt werden, das eine Welle der Begeisterung für Santana in der späten DDR auslöste. Anschließend wurde es etwas ruhiger um den amerikanischen Bluesgitarristen. Nichtsdestotrotz war sein unverwechselbarer Stil zu solch einer Marke geworden, dass er als begehrter Gastmusiker auf zahlreichen Alben von Künstlern aller möglichen Musikrichtungen, von Weltmusik über R ’n‘ B bis zum Rock, auftauchte.

Ein Comeback mit dem Album Supernatural rückte ihn wieder mehr ins Rampenlicht der Musiköffentlichkeit und wurde ein kommerzieller Erfolg. Dieses wie auch das nachfolgende Album All that I am waren voll von Gastauftritten der ersten Garde von Musikern aus dem Pop und Rock.

Neben seinen gewaltigen Output sprechen auch zahlreiche Auszeichnungen für Santanas Einfluss. Unter anderem wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen und erreichte im Jahr 2000 einen Rekord an Grammy-Auszeichnungen.

Neben der Musik engagiert sich Santana tatkräftig für eine Reihe NGOs in den Bereichen Flüchtlingshilfe, Menschenrechte und Naturschutz.

Carlos Santana 3

Carlos Santana – Stil und Einflüsse

Auch wenn der Latin Rock, die Fusion aus lateinamerikanischen Rhythmen und klassischem Rock, insbesondre von der Santana Blues Band nach vorn getrieben wurde, so war es vor allem das Gitarrenspiel Santanas, das noch mehr als die Rhythmen Berühmtheit erlangte und Bewunderung erntete. Am unverwechselbarsten dabei ist wohl der Klang Santanas, der nur schwer ohne das Wort „cremig“ umschrieben werden kann. Ein sehr mittenbetonter und vergleichsweise stark verzerrter, mit langen singenden Bendings abgewechselt von schnellen Blueslicks versehener Sound ist nicht nur das Markenzeichen Santanas, sondern des gesamten Musikgenres geworden. Dabei stehen in den Soli und Melodieläufen weniger die technischen Fähigkeiten Santanas im Vordergrund als vielmehr ein gefühlvolles Spiel, das trotz eines eher weniger differenzierten Sounds mit einem sehr füllenden Klangspektrum zustande kommt.

Santana hlt Musiker wie B.B. King, Wes Montgomery und Gábor Szabó zu seinen Vorbildern und eiferte vor allem den klassischen Bluesgitarristen und deren Stil nach, bevor er seinen eigenen Klang entwickelte, der ihn berühmt machte.

Carlos Santana – Gitarren und Equipment

Die erste Gitarre, mit der Santana bekannt wurde, war eine Gibson SG mit P90 Pickups. Das damals eher unter Hardrockern beliebte Modell definierte schon früh seinen Klang und insbesondere der Einsatz von Humbuckern war für diesen von maßgeblicher Bedeutung.

Erste Liebe: Gibson SG

Erste Liebe: Gibson SG

Später spielte Santana auch Gitarren der Firma Yamaha in Gestalt der SG 2000 und PF 3000 sowie vereinzelt die Klassiker Les Paul und Stratocaster. Nach einem Auftritt Santanas 1967 suchte der junge Gitarrenbastler Paul Reed Smith den mittlerweile bekannten Gitarristen Backstage auf und bat ihn, seinen Prototyp einer neu entwickelten Gitarre anzuspielen. Begeistert von Klang, Optik und Handling des Instrumentes bestellte er zwei Gitarren bei ihm und spielte sie von nun an bevorzugt sowohl auf der Bühne als auch im Studio. Die Liebe zwischen PRS und Carlos Santana hält bis heute an und wurde dank einer ganzen Reihe von Signature-Modellen über all die Jahre frisch gehalten.

Das jüngste Santana Modell aus dem Hause PRS ist die Santana, ein Nachfolger der erstmals im Jahr 1995 in Serie gegangenen Santana 2. Das aktuelle Modell hat wie alle Santana Modelle mit 24,5“ eine leicht kürzere Mensur als die üblichen 25“ bei PRS-Gitarren und einen etwas voluminöseren Korpus, als die üblichen Modelle. Ganz typisch für PRS besteht sie jedoch immer noch aus Mahagoni und ist mit einer geriegelten Ahorndecke versehen.

 

Paul reed Smit Santana Signature 2014

Paul Reed Smith Santana Signature 2014

 

Bei akustischen Gitarren greift Santana gerne zur Jazz Electric Nylon von Toru Nittono.

Carlos Santana – Verstärker

Nach einer kurzen Einsatzpause ist Santanas anfänglicher Lieblingsverstärker, ein Mesa Boogie 100 Watt Verstärker mit Snakeskin Finish, wieder in seinem aktuellen Rig der Hauptverstärker. Gepaart mit einem 4×12″ Celestion Vintage Cabinet und einem 2×12″ Vintage Cabinet von PRS ist er hauptverantwortlich für Carlos‘ Sound.

 

-- Mesa Boogie 100 Watt Snakeskin --

Mesa Boogie 100 Watt Snakeskin

 

Daneben finden sich auch ein Dumble Overdrive Reverb sowie ein Bludotone Universal Tone Head in seinem Setup wieder.

Bludotone Universal Tone

Bludotone Universal Tone

Carlos Santana – seine Effektgeräte

Effekte werden von Santana typischerweise sehr zurückhaltend eingesetzt. Den Hauptsound liefern die Verstärker und bis auf Delays und den typischen Einsatz von Wah-Pedalen ist sein Klang nur selten von Effekten dominiert.

Real McCoy Wah Pedal

Real McCoy Wah-Pedal

Sein letztes Setup beinhaltete neben einem Pete Cornish LD1 Line Driver und einem Real McCoy Custom RMC4 Wah-Pedal von Geoffrey Teese lediglich einen Pete Cornish 3 Way Signal Switcher sowie ein TC Electronics D-Two Delay.

TC Eectronics Dtwo Delay

— TC Electronics D-Two Delay —

Forum
  1. Profilbild
    harrymudd  

    Wenn man schon einen solchen Artikel verfasst, sollte man sich doch besser mit den Facts auseinander setzen, als solch einen Unsinn zu schreiben.

  2. Profilbild
    Andreas Daute

    So so Carlos Santana hat die frühe Geschichte des Rock’n’Roll mit beeinflusst. Noch heftiger, sogar die frühe Geschichte des Blues. Ups, und als Steigerung sogar massgeblich!! Ist Santana Methusalem? Welch ein Unsinn, und nicht der einzige in dieser Story.

  3. Profilbild
    jeffvienna

    Auch auf die Gefahr hin, mich weit aus dem Fenster zu lehnen… aber wird Santana nicht ein klein wenig überbewertet? Ich kenne eigentlich keinen Gitarristen, der beim Namen Santana in den Staub fällt und Lobpreisungen anstimmt…

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      harrymudd  

      das ist nicht das Problem mit diesem Artikel, ob Carlos Santana nun der Gitarrengott schlechthin ist. Ich finde ihn gut, hab ihn 2 mal live gesehen 87 & 89 und live ist der Mann wirklich gut.

      Aber dieser Artikel ist so unvollständig wie unvollständig nur sein kann:) – also Santana 3, Ost Berlin 87 und dann gleich Supernatural finde ich doch sehr gerafft.

      Dann eine SG abbilden obwohl er nur eine Special mit P90 gespielt hat usw…
      Schade

  4. Profilbild
    Filterpad  AHU

    Also er galt …und gilt bis heute als bester Gitarrist der Welt. Wenn man jemanden nach Jimi Hendrix nennt, im Bezug auf Gitarre, dann C.S.! Bevor ich von Gitarristen wie Angus Young gehört habe, kannte ich Carlos! Also muss was dran sein. Aber das ist natürlich auch immer eine Geschmacks,- und Ansichtssache.

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Nie im Leben. Ich habe noch von keinem Gitarristen gehört, der Santana als den besten bezeichnet hat. Ein ordentlicher Handwerker, dessen Werk und Wirken auch meiner Meinung nach massiv überschätzt wird.
      Da du Young und Hendrix anführst gehe ich mal davon aus, dass du dich nicht sooo wahnsinnig viel mit Gitarristen beschäftigt hast…..
      Unabhängig aber von Santanas Qualitäten finde ich den Ton in den Kommentaren sehr rauh. Sollten inhaltliche Fehler bestehen (kann ich nicht beurteilen, da mir Santana schon immer komplett wumpe war) wäre eine PM an den Autoren m.E, netter als hier öffentlich zu bashen. Soviel von mir.

  5. Profilbild
    iltis30  

    Kurz vorangestellt: die Qualität der Kommentare passt sich dem Artikel nahtlos an …

    Es ist doch die Frage: was macht einen wirklich grossen Gitarristen aus? Viele scheinen Gitarristen immer noch ausschließlich nach deren technischen Fertigkeiten zu beurteilen. Sozusagen nach npm (Notes per Minute).
    Demnach müssten Gitarristen Lukather, Morse und andere Frickel-Prinzen das Maß der Dinge sein. Sind sie aber nicht. Weil andere Dinge zählen. Nehmt die Gitarristen, die Musik-Geschichte geschrieben haben. Weder Hendrix, Page, Clapton noch Gilmour oder eben Santana haben technisch ein besonders breites Spektrum vorzuweisen. Aber jeden hörst du auf jeder Aufnahme raus. Weil sie ein unverkennbares Timbre haben, einen besonderen Sound, eine besondere Melodieführung, eine einzigartige Phrasierung. Und jeder davon hat Dinge gemacht, die es eben vorher so noch nicht gab.
    Und deswegen gehört Santana selbstverständlich in diese Reihe. Weil er einen ganzen Musikstil geprägt hat.
    Jedem sei mal ein Santana-Konzert empfohlen. Was da an Dynamik, Rythmuss und Sound passiert, ist herausragend.

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      Stephan Güte  RED

      Bitte, bitte um Himmels Willen nicht Lukather und Steve Morse in einem Satz nennen! Und Morse mag zwar (auch) schnell spielen, aber ganz im Gegensatz zu vieler seiner „Mitbewerber“ kann er mit echten Kompositionen überzeugen. Und nicht mit seelenlosem Gedudel über irgend ein Playback einer „Super-Combo“ im Rücken.

    • Profilbild
      Tom

      Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Gute Gitarristen zeichnen sich nicht dadurch aus, Scalen in einem irrsinnigen Tempo rauf und runter zu spielen. Die Liste von iltis30 könnte man natürlich noch lange fortsetzen, so gehört für mich z.B. auch Neil Young in diese Reihe.

  6. Profilbild
    msm

    Unbestritten, ob man Santana mag oder nicht, ist sein Einfluss auf die Rock-und Fusionmusik. Alleine sein „sustainiger“ Ton hat viele Gitarristen beeinflusst. Es gibt technisch tausendmal bessere Gitarristen, aber es ist völlig falsch C.S. ,überhaupt jeden bedeutenden Musiker, nach rein akrobatischen oder gar geschmäcklerischen Standarts zu beurteilen. (Heute spielen 12jährige Mädchen auf YT technisch sensationell, so what?)
    Eine sehr wichtige Zeit, Mitte der 70er mit John McLaughlin, wurde nicht erwähnt. Der heutige Santana ist mMn sehr „mainstreamig“ geworden.

  7. Profilbild
    Pfau_thomas  

    Also ein E-Gitarrengott ist und war Santana auf jedenfall, er gehört in jede Cd Sammlung rein.
    Er ist ein Cooler typ, ich konnte mit ihm mal ein Paar Bier trinken.
    Aber ein Rock’n Roller ist das nicht. Nur Latin oder Blues aber vom geilsten:

  8. Profilbild
    Wellenstrom  AHU

    Jo, gibt Schlechtere…. meins isses aber nicht, was er da so runterdudelt. Ansonsten ist schon alles gesagt (siehe iltis, tom und so). Spannend sind für mich Gitarristen erst, wenn sie sich vom puren Rumgewichse und -gepose lösen und songdienlich spielen. Leider herrscht bei vielen da zu viel Eitelkeit im Spiel vor und sie drücken sich zu sehr in den Vordergrund – so sind schon geniale Songs verdudelt worden, insofern finden sich da für mich auch die besten Gitarristen eher in den offiziellen Ranglisten nicht (immer) so im Vorderfeld..

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