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Carlos Santana: Seine Gitarren, seine Musik

21. November 2020

Eine lebende Legende, Carlos Santana

Carlos Santana: Seine Gitarren, seine Musik

Carlos Santana 2014  im Wachsfigurenkabinet San Francisko der Madame Tussaud, © by Shutterstock

Ohne ihn wäre die Geschichte der Musik wohl ganz anders verlaufen und wahrscheinlich auch die Karriere so manch anderer Künstler: Carlos Augusto Santana Alves, besser bekannt als Carlos Santana, hat nicht nur die frühe Geschichte des Blues und des Rock ’n‘ Roll maßgeblich mit beeinfluss, sondern mit dem Latin Rock auch eine eigene Musikrichtung mitbegründet und weltweit populär gemacht. Dies verdankt er nicht nur den von ihn verfassten und interpretierten Hymnen einer halben Generation, sondern auch seinem beeindruckenden Engagement mit zahlreichen Künstlern und seinem bis heute spürbaren Einfluss auf die Pop- und Rockmusik. Dabei blieb sein Stil und sein Sound immer eine unverwechselbare Konstante, die mehr als nur ein Markenzeichen des amerikanischen Gitarristen geworden ist. Höchste Zeit, ihn in unsere Reihe „Gitarristen, die Geschichte mach(t)en“ aufzunehmen!

Carlos Santana – Leben und musikalischer Werdegang

Im Jahr 1947 nahm die Geschichte eines der wohl einflussreichsten Latin Gitarristen in der kleinen Stadt Autlán de Navarro im mexikanischen Bundesstaat Jalisco seinen Anfang, als dort am 20. Juli Carlos Santana zur Welt kam. Sein musikalisch begabter Vater brachte ihn schon im Alter von vier Jahren an die Musik heran, indem er ihm das Geigenspielen beibrachte. Machte er zwar zunächst gute Fortschritte auf dem Instrument, brachte ihn der Umzug der Familie in die Grenzstadt Tijuana näher an die Gitarre, der er sich von nun an widmete. Schon bald war er in der Lage, sich mit seiner Musik ein kleines Taschengeld in den Bars und Clubs der Stadt zu verdienen und erste Bühnenerfahrungen im frühen Teenageralter zu sammeln. Schon 5 Jahre später zog seine Familie nach San Francisco, während Carlos noch ein weiteres Jahr in Tijuana blieb, bis er schließlich seiner Familie nach Kalifornien folgte und dort seine Auftritte in Bars und Stripteaseläden fortsetzte und nebenbei als Tellerwäscher jobbte.

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In der Metropole, die sich in dieser Zeit zum Zentrum und Symbol der Studentenbewegungen und Hippiekultur mauserte, lernte Santana bald die Musiker Gregg Rolie, Gus Rodriguez, Michael Carabello und Danny Haro kennen, mit denen er 1965 die Santana Blues Band gründete. Der frische Stil der Band um den mittlerweile eingebürgerten Gitarristen aus Mexiko, der klassischen Blues und Rock ’n‘ Roll mit lateinamerikanischen Rhythmen und Harmonien aus Salsa und Merengue vereinte, fand bald viele Fans in der Umgebung und die Band damit eine Menge Auftrittsmöglichkeiten.

Carlos Santana: Seine Gitarren, seine Musik

Ein Durchbruch für die Band und für Santanas Gitarrenkünste kam eher zufällig zustande, als die Musiker ins Fillmore West Theatre eingeladen wurden, um den kurzfristig erkrankten Mike Bloomfield auf einer Konzertreihe zu ersetzen. Erstmals bekamen die Musiker damit die Chance, ihre Musik mithilfe des Fernsehens einem breiteren Publikum näher zu bringen.

Nach diesem Auftritt im Jahr 1968 wurde schon bald das erste Album mit dem schlichten Namen Santana aufgenommen. Auf der anschließenden Amerikatour sollte vor allem der Auftritt auf dem Woodstock Festival und das in dem dazugehörigen Film bekannt gewordene Stück Soul Sacrifice die Band weltweit berühmt machen. Schon wenig später folgte mit Abraxas das wohl wichtigste Album der Band, auf dem viele Neuinterpretationen von Klassikern wie „BlackMagic Woman“ und „Oye Como Va“ die Band zur Legende und gleichzeitig zum Aushängeschild des Latin Rock machten.

Carlos Santana: Seine Gitarren, seine Musik

Kultalbum Santana, Abraxas

Nach dem Album Santana 3 löste sich die Band auf und Carlos begann seine Solokarriere, während der er unter anderem mit Miles Davis, Larry Young und Buddy Miles Alben aufnahm und auf der Bühne stand. Zu einem wichtigen Meilenstein seiner Karriere kann auch der Auftritt in Ostberlin 1987 gezählt werden, das eine Welle der Begeisterung für Santana in der späten DDR auslöste. Anschließend wurde es etwas ruhiger um den amerikanischen Bluesgitarristen. Nichtsdestotrotz war sein unverwechselbarer Stil zu solch einer Marke geworden, dass er als begehrter Gastmusiker auf zahlreichen Alben von Künstlern aller möglichen Musikrichtungen, von Weltmusik über R ’n‘ B bis zum Rock, auftauchte.

Ein Comeback mit dem Album Supernatural rückte ihn wieder mehr ins Rampenlicht der Musiköffentlichkeit und wurde ein kommerzieller Erfolg. Dieses wie auch das nachfolgende Album All that I am waren voll von Gastauftritten der ersten Garde von Musikern aus dem Pop und Rock.

Carlos Santana: Seine Gitarren, seine Musik

Neben seinen gewaltigen Output sprechen auch zahlreiche Auszeichnungen für Santanas Einfluss. Unter anderem wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen und erreichte im Jahr 2000 einen Rekord an Grammy-Auszeichnungen.

Neben der Musik engagiert sich Santana tatkräftig für eine Reihe NGOs in den Bereichen Flüchtlingshilfe, Menschenrechte und Naturschutz.

Carlos Santana – Stil und Einflüsse

Auch wenn der Latin Rock, die Fusion aus lateinamerikanischen Rhythmen und klassischem Rock, insbesondre von der Santana Blues Band nach vorn getrieben wurde, so war es vor allem das Gitarrenspiel Santanas, das noch mehr als die Rhythmen Berühmtheit erlangte und Bewunderung erntete. Am unverwechselbarsten dabei ist wohl der Klang Santanas, der nur schwer ohne das Wort „cremig“ umschrieben werden kann.

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Ein sehr mittenbetonter und vergleichsweise stark verzerrter, mit langen singenden Bendings abgewechselt von schnellen Blueslicks versehener Sound ist nicht nur das Markenzeichen Santanas, sondern des gesamten Musikgenres geworden. Dabei stehen in den Soli und Melodieläufen weniger die technischen Fähigkeiten Santanas im Vordergrund als vielmehr ein gefühlvolles Spiel, das trotz eines eher weniger differenzierten Sounds mit einem sehr füllenden Klangspektrum zustande kommt.

Santana zählt Musiker wie B.B. King, Wes Montgomery und Gábor Szabó zu seinen Vorbildern und eiferte vor allem den klassischen Bluesgitarristen und deren Stil nach, bevor er seinen eigenen Klang entwickelte, der ihn berühmt machte.

Carlos Santana, seine Gitarren, AMPs und Pedale

Die erste Gitarre, mit der Santana bekannt wurde, war eine Gibson SG mit P90 Pickups. Das damals eher unter Hardrockern beliebte Modell definierte schon früh seinen Klang und insbesondere der Einsatz von Humbuckern war für diesen von maßgeblicher Bedeutung.

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Carlos Santana: Seine Gitarren, seine Musik

Später spielte Santana auch Gitarren der Firma Yamaha in Gestalt der SG 2000 und PF 3000 sowie vereinzelt die Klassiker Les Paul und Stratocaster. Nach einem Auftritt Santanas 1967 suchte der junge Gitarrenbastler Paul Reed Smith den mittlerweile bekannten Gitarristen Backstage auf und bat ihn, seinen Prototyp einer neu entwickelten Gitarre anzuspielen. Begeistert von Klang, Optik und Handling des Instrumentes bestellte er zwei Gitarren bei ihm und spielte sie von nun an bevorzugt sowohl auf der Bühne als auch im Studio. Die Liebe zwischen PRS und Carlos Santana hält bis heute an und wurde dank einer ganzen Reihe von Signature-Modellen über all die Jahre frisch gehalten.

Das jüngste Santana Modell aus dem Hause PRS ist die Santana, ein Nachfolger der erstmals im Jahr 1995 in Serie gegangenen Santana 2. Das aktuelle Modell hat wie alle Santana Modelle mit 24,5“ eine leicht kürzere Mensur als die üblichen 25“ bei PRS-Gitarren und einen etwas voluminöseren Korpus, als die üblichen Modelle. Ganz typisch für PRS besteht sie jedoch immer noch aus Mahagoni und ist mit einer geriegelten Ahorndecke versehen.

Carlos Santana: Seine Gitarren, seine Musik

Bei akustischen Gitarren greift Santana gerne zur Jazz Electric Nylon von Toru Nittono.

Carlos Santana Verstärker

Nach einer kurzen Einsatzpause ist Santanas anfänglicher Lieblingsverstärker, ein Mesa Boogie 100 Watt Verstärker mit Snakeskin Finish, wieder in seinem aktuellen Rig der Hauptverstärker. Gepaart mit einem 4×12″ Celestion Vintage Cabinet und einem 2×12″ Vintage Cabinet von PRS ist er hauptverantwortlich für Carlos‘ Sound.

Carlos Santana: Seine Gitarren, seine Musik

Daneben finden sich auch ein Dumble Overdrive Reverb sowie ein Bludotone Universal Tone Head in seinem Setup wieder.

Carlos Santana: Seine Gitarren, seine Musik

Carlos Santana seine Effektgeräte

Effekte werden von Santana typischerweise sehr zurückhaltend eingesetzt. Den Hauptsound liefern die Verstärker und bis auf Delays und den typischen Einsatz von Wah-Pedalen ist sein Klang nur selten von Effekten dominiert.

Carlos Santana: Seine Gitarren, seine Musik

Sein letztes Setup beinhaltete neben einem Pete Cornish LD1 Line Driver und einem Real McCoy Custom RMC4 Wah-Pedal von Geoffrey Teese lediglich einen Pete Cornish 3 Way Signal Switcher sowie ein TC Electronics D-Two Delay.

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Carlos Santana on YouTube

Auf YouTube finden sich erwartungsgemäß dutzende von Clips. Wir haben uns hier für eine Live-Aufnahme entschieden, in der Carlos Santana seinen Hit „Black Magic Woman“ performen:

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  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Endlich bei Amazona: Klangzauberer Santana. Mein Album-Favorit ist immer noch „Freedom“, bei dem Jimi Hendrix-Drummer Buddy Miles als Sänger fungierte. Das gezeigte Albumcover zu Abraxas (1970) ist übrigens ein Ausschnitt des außergewöhnlichen Gemäldes „Annunciation“ (1961) von Mati Klarwein. Dabei handelt es sich um eine Interpretation der Bibelszene „Der Besuch des Engel Gabriel bei der Jungfrau Maria“. Jeder kann sich vorstellen, dass dieses Gemälde damals kontrovers aufgenommen wurde. Mati Klarwein hat ebenfalls das einprägsame Cover zum Miles Davis-Album „Bitches Brew“ beigesteuert.

  2. Profilbild
    DJ Ronny  

    Danke für den Artikel. Kleine Berichtigung. Die Fans für Santana gab es in der DDR schon Anfang der 70er und das schon in großer Zahl.
    Schallplatten wurden zu utopischen Preisen gehandelt.
    Wenn ich Santana als DJ gespielt habe war die Tanzfläche voll. Karten zu dem Konzert habe ich leider nicht bekommen.
    Santane spiele ich auf jeder Veranstaltung und ich merke, es kommt auch bei jüngeren Puplikum an. Es ist eben außergewöhnlich sehr gute Musik.

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