1. Februar 2019

Pioneer Toraiz SP-16 – Gut Ding will Weile haben?

Wer ihn noch nicht kennt, hat was verpasst – würde ich gerne mit Inbrunst behaupten. Den Pioneer Toraiz SP-16 Sampler.

Nachdem ich meine alten Sampler etwas vorschnell verkaufte, erhoffte ich mir in ihm, den zeitgerechten, intuitiv zu bedienenden und funktionsreichen Sampler der Spitzenklasse zu finden. Zum Teil erfüllt er dies nach einigen Updates auch – doch es darf weiter um Updates und Verbesserung gefleht werden.

In dieser Leser-Story wird es weniger darum gehen, was der Sampler alles seit dem letzten Testbericht kann, als viel mehr darum, was er nicht kann.

Damit ich hier nicht den Eindruck erwecke, das Teil wäre es nicht wert, bitte ich all jene, die mehr über seine Leistungen erfahren wollen, diesen Amazona Testbericht und die weiter unten in Stichpunkten aufgeführten Update-Details zu lesen:

Neuerungen seit den Updates (Version 1.1 bis 1.5)

  • Mehr Effekte (Delay, Lo-Fi, Compressor, Distortion, Multimode Filter, Phaser, Ducker).
  • Einen Compressor gibt es nun auch für den Master-Channel.
  • Ein Bypass Button wurde hinzugefügt.
  • Der Dave Smith Filter kann auf einen beliebigen Track geroutet werden und nicht einzig auf dem Master-Channel.
  • Es gibt seit längerem nun einen LFO pro Track (wie konnte der nur fehlen).
  • Bank select & program change Befehle können nun erstellt werden.
  • Midi Messages können nun von externen Geräten empfangen, aber auch an diese gesendet werden. Nutzt man den SP-16 als Sequenzer zum ansteuern anderer Midi-Klangerzeuger, so können Midi-Parameter anhand der Endlosregler gesteuert werden (Control Changes).
  • Es gibt nun ein kleines Keyboard auf dem Bildschirm, mit dem sich Midi-Noten bestimmen lassen.
  • Endlich können auch Scale Einstellungen vorgenommen werden. Die Anzahl der Scales ist groß und reicht von Moll-Blues bis hin zu japanischen Tonleitern. Auch ein sog. Root key (Grundnote) kann für Samples definiert werden.
  • Im Slice-Modus können die Slices nun präzise eingestellt und bearbeitet werden. So können z.B. Slice Punkte individuell editiert werden.
  • Es gibt einen Zoom-Modus für das Bearbeiten der Wellenformen.
  • Die Sample-Länge wurde auf 64 Sekunden erhöht.
  • Tracks können nun im Nachhinein verschoben/vertauscht werden.
  • Sequenzen und Tracks können nun auf einem Scene-Manager Bildschirm kopiert/gelöscht werden. Außerdem können Scenes auch importiert/exportiert werden.
  • Der Arranger Bildschirm bietet detaillierte Arrangement Infos, wie z.B. Länge, Position, BPM.
  • Per Dimmer lässt sich die LED Beleuchtung der Pads nun einstellen. Die Augen danken es.
  • Es werden nun mehr Pioneer-Geräte per Anschluss an das DJ LINK unterstützt.
  • Es gibt einen neuen Live-Sampling Bildschirm. Ein wirklich wichtiges Feature.
  • Im damaligen Testbericht stand, dass man gut fünfmal einen Poti drehen müsse, um Midi-Werte von 0-127 auszunutzen. Scheinbar hat man hier nachgebessert, denn ich erreiche diese Werte mit einem einzigen Dreh.

                Nur ein Ausschnitt der vielen Scales.

Wie man sieht, wurden eine Menge an Funktionen per Updates nachgereicht. Ich habe hier nur die wichtigsten Punkte aufgeführt. Insgesamt ergibt die Beschreibung der Updates rund 89 zusätzliche Seiten. Die ursprüngliche Anleitung ergab lediglich 48 Seiten. Das ist fast die Hälfte. Man fragt sich was der Toraiz SP-16 zu Beginn darstellte, ein leeres Gehäuse? (Vorsicht: Sarkasmus!)

Zunächst war ich total froh, dass Pioneer ebenso wie z.B. Focusrite einer der wenigen Hersteller ist, die ihre Anleitungen auch auf anderen europäischen Sprachen liefern. Da wollte ich schon sagen: Hut ab! Denn Hersteller wie Elektron „versprechen“ dies zwar seit Jahren – wird wohl aber ewig ein Traum bleiben. Ein Traum könnte es jedoch auch bleiben, dass die 89 Seiten der Updates aus dem Englischen übersetzt werden. Also behalte ich meinen Hut auf.

Bei der Liste der Updates denken viele wahrscheinlich wieder an vergangene Themen, in denen zur Sprache kam, wie Käufer zu Beta-Testern wurden. Die Tempest war so ein Dilemma. Viele waren der Meinung solche Methoden hätten sich gehäuft und man spekulierte darüber, ob dies gerechtfertigt und welchen Umständen dies geschuldet sei. Immerhin hat Pioneer nur etwa zwei Jahre gebraucht, aus dem Toraiz SP-16 einen halbwegs tauglichen Sampler zu machen. Während manche User im Forum eher um kleinere und speziellere Ausbesserungen bitten, so werde ich hier ausschließlich um Funktionen betteln, die das Gerät in Punkto Workflow und Sounddesign auf den angemessenen Thron heben würden und eigentlich ein Muss sind, da selbst günstige Sampler diese Funktionen bieten. Auf so einen Thron will der SP-16 auch hin (hat er mir beim Saufgelage verraten) – mit rubinbesetzter Krone!

Schlafende Hunde müssen geweckt werden

Obwohl der Sampler mit „Pioneer-DJ“ betitelt ist, will er kein reines DJ-Tool sein. Natürlich will er auch ins Pro-Studio und trägt zudem die Bezeichnung „Professional-Sampler“.

Doch dem wurde er von Beginn an nicht gerecht. Man fragt sich manchmal mit was für Musikern solche Unternehmen wie Pioneer oder Roland zusammen arbeiten. In diesem Falle wohl eher mit einem DJ, als mit einem erfahrenen Produzenten. Jeder, der schon ein, zwei Sampler vergangener Generation in den Fingern hatte, stellt sich wohl diese Frage.

Wie konnte man z.B. den LFO vergessen, der dann schleunigst per Update nachgeliefert wurde, oder das Live-Sampling in unausgereifter Form darbieten?

Pioneer reagierte immerhin und es gab die Möglichkeit seine Wünsche für künftige Updates im Forum zu posten. Ganz nach dem Motto:

Wenn man jedoch daran zweifelt, dass solche Unternehmen rein zufällig so stümperhaft vorgehen, bleibt nur noch der Gedanke, dass man aus Gründen der Kostenersparnis absichtlich Geräte mit eingeschränkten Feature auf den Markt wirft, um am Ende die Reaktionen abzuwarten und zu schauen, ob man, oder wie weit man damit durch kommt. Ich bin einer der Zweifler.

Updates – Was sein muss, muss sein!

Immerhin besteht weiterhin die Möglichkeit aus dem Sampler ein wahres Monstrum zu schaffen. Wie schon erwähnt, sorgte Roland gleich mehrfach für Aufsehen, als z.B. die Aira-Geräte erschienen. Sofortige Updates sollten die Lösung bringen, doch wie ermöglicht man die Bedienung plötzlich erschienener Funktionen? Zum Leid der Nutzer ging dies im Nachhinein natürlich nur noch durch Doppelbelegungen schon vorhandener Parameter-Buttons und Regler. So musste man irgendwelche Kombinationen von Buttons drücken, die nicht einmal unbedingt im Zusammenhang mit der Funktion standen. Ich habe noch heute Zettel an der Wand hängen, die diese Funktionen beschreiben, damit ich jederzeit nachschauen kann – und genau das bleibt einem beim Toraiz erspart! Denn dank des Touchdisplays und den Endlosreglern können per Update neue Pages und Menüpunkte oder Strukturen eingefügt werden, ohne für Wirrwarr oder schlechten Workflow zu sorgen.

Man kann nur hoffen, dass Pioneer auch zwei Jahre später noch nachliefern wird und nicht plötzlich auf die vorschnelle Idee kommt, eine MK2-Version zu liefern. Dies wäre durchaus unverschämt, denn es gibt dank der Update-Integrations-Möglichkeiten wirklich keinen Grund dazu, den SP-16 aufzugeben. Natürlich kostet jedes Update, aber man hätte ja gleich mit den richtigen Producern und Co. bei der Entwicklung zusammenarbeiten können oder die Maßstäbe („Professional Sampler“) und den Preis geringer ansetzen können. Nun ist es zu spät und der Kunde wurde ohnehin wieder zum unfreiwilligen Tester. Ich kann nur hoffen, dass Pioneer den SP-16 nicht im Stich lassen wird. Dies würde auch nicht zu Pioneer passen, doch Anpassung findet mittlerweile ja überall statt.

SP-16 – Der zukünftige Kult-Sampler?

Pioneer sollte sich im Klaren sein, dass es nicht viele Konkurrenz-Produkte gibt. Electribes befinden sich in einer anderen Klasse, was alleine schon durch die fehlenden Einzelausgänge klar wird. Dem Octratrack fehlt wiederum die leichte Zugänglichkeit und intuitive Bedienung und den Vintage-Geräten die Moderne. Die MPC-Live bedient, wie gesagt, auch eine andere Zielgruppe. Wer einen reinen Sampler sucht, legt Wert auf Übersicht, Workflow und Funktionsumfang. Die MPC-Live ist schon eher eine Workstation, ein Music-Production-Center. Der Toraiz SP-16 will dies nicht sein – und ich finde das auch gut so. Intuitiv ist er genügend (mehr geht nicht bei 6 Endlosreglern), aber der Funktionsumfang schaut in manchen Berichten trauriger drein, als es die alten Electribes schon boten.

Wenn Pioneer hier nachliefert, wird der Toraiz SP-16 ein einmaliger Sampler sein, auch noch in vielen Jahren. Er hat seinen eigenen Charme und könnte zum Kultsampler aufsteigen. Dieses Produkt könnte man jahrelang pflegen und es würden sich bestimmt ständig neue Käufer finden.

Nun zu den Kritikpunkten und einigen Verbesserungsvorschlägen:

Motion-Sequence / Parameter-Lock

Parameterlock“ ist seit Jahren schon der Wunsch der Käufer von Geräten, die einen Sequenzer beinhalten und deren Parameter midisteuerbar sind. Mittlerweile springt fast jeder Hersteller auf den Zug auf. Z.B. Roland mit dem SE-02, Dreadbox/Polyend mit dem Medusa und der neue MFB Tanzbär 2 (um nur einige zu nennen). Der Begriff wurde für viele erst durch Elektron bekannt, doch Korg hatte dies schon viel früher in seine Sampler und Grooveboxen verbaut. Hier nannte es sich „Motion-Sequence“. Es handelt sich dabei um die Möglichkeit live durchgeführte Parameteränderungen aufzuzeichnen. Ganz gleich, ob es sich um Poti-Veränderungen, oder Button-Tätigkeiten handelt. Bei Elektron gab es die Wahl, ob man pro Step-Taste beliebige Parameterwerte einstellt, oder eben live aufzeichnet. Die Ergebnisse sind grundverschieden. Bei der Live-Aufnahme kann man intuitiver vorgehen und nimmt direkt aus dem Session-Geschehen auf. So entstehen Handlungen, auf die man rational vielleicht nicht gekommen wäre. Außerdem lassen sich fließende Modulationen aufzeichnen. Bei der Step-Variante kann man jedoch Parametersprünge ermöglichen, die ansonsten nicht per Hand umzusetzen wären. Außerdem kann man rationaler und genauer vorgehen.

Der SP-16 hat leider bisher nur die Möglichkeit solche Parameteränderungen per Step aufzuzeichnen. Also nicht per Recordmodus. Da dies jedoch DAS Feature der alten Electribes war und sie ebenso vielfältig machte, sollte man dort unbedingt nachbessern. Ein Problem könnten jedoch die gerasterten Potis sein. Allerdings nicht zwingend, denn es kommt darauf an, wie die Werte reagieren. Einerseits ist es ja nett, dass das Pitching durch die Rasterung schnellstens einzustellen ist, jedoch sind die Sprünge auch hörbar. Man könnte hier dafür sorgen, dass man zwischen „Unfließend“ und „Fließend“ umschalten könnte. Wenn der Wertebereich größer wird, wird man die Sprünge nicht hören und es ließe sich in Echtzeit eine Pitchveränderung aufzeichnen. Der LFO kann dies ja nur, soweit es die Wellenformen mit denen er arbeitet, zulassen. Das ist ja der Grund, weshalb eine „Motion-Sequence-Aufzeichnung“ so viel Potential bietet.

Parameterlock – Nun noch bitte per Aufnahmemodus!

Der Prophet-Filter

Mittlerweile kann man ja zum Glück den Filter für beliebige Spuren nutzen. Was dachte man sich auch dabei, den fetten, und mit Sicherheit auch kostspieligen Dave Smith Filter lediglich in der Summe (Masterspur) nutzen zu können. Nett für Live-Spielereien – untauglich im Studiobetrieb mit Mehrfachaufnahme. Da der SP-16 immerhin 8 Einzelausgänge bietet (Gott und Pioneer sei Dank), ist es natürlich sinnvoll den Filter für bestimmte Spuren zur Live-Aufnahme nutzen zu können. Schön und gut. Aber wieso kann man den Filter nicht modulieren? Unter den Modulationszielen finden sich nur die Parameter der Effekte und des digitalen Filters. Dabei reagieren die Parameter des Prophet-Filters mit Sicherheit auf Midi. Auch hier sollte man zwingend nachbessern. Wenn dann noch Motion-Sequence/Parameterlock im Aufnahmemodus realisiert wird, ließen sich in Echtzeit Filterverläufe aufzeichnen und bei hoher Resonanz wunderbar klingende Klangfärbungen. Man sieht auch an diesem Beispiel wieder, wie kreativ wichtig ein Nachbessern der Parameter-Aufzeichnungsmöglichkeit wäre.

Die Potikappen des Filters empfinde ich übrigens nicht als wackelig und die Qualität finde ich ausreichend. Allerdings hört man beim Einschalten/Ausschalten des DSI Filters leider immer noch ein leises „Knacken“. Ist fraglich, ob sich das mit einem Update ändern lässt.

Der Prophet-6 Filter von Dave Smith.

Leider taucht der Prophet-Filter nicht unter den Modulationszielen auf.

Kurze Fades bei Schnittpunkten

Zur Bearbeitung der Samples und Slices kann man zwar genauestens in die Wellenformen zoomen und somit einen Schnittpunkt phasengenau festlegen. Allerdings klappt dies nicht bei Stereosamples mit unterschiedlicher Phasenlage. Hier kann es zu hörbaren „Knacksern“ kommen. Kurze Fade-Ins und Fade-Outs könnten hier Abhilfe schaffen. Damit man keine „Knackser“ mehr hört, würden schon wenige Millisekunden reichen. Außerdem könnte man dann mit den Sampleloop-Start- und Endpunkten viel schneller arbeiten, ohne im Editor bis aufs Kleinste hereinzoomen zu müssen. Es ist hier nämlich eindeutig ein spontaner Eingriff ohne Zoom vom Hersteller vorgesehen. Doch was bringt dieser, wenn das Sample danach knackt? Das ist durchaus nicht „Professional“.

Schon die ältere Sampler-Generation besaß scheinbar solche Fades. Denn dort konnte man ohne Zoom, Wellenformdarstellung und anderem Luxus, ganz leicht den Beginn und das Ende eines Samples mit zwei Reglern festlegen, ohne unerwünschte Schnitt-Geräusche.

Wenn Pioneer hier nachbessert, ließen sich, gekoppelt mit einer erweiterten Motion-Sequence-Möglichkeit, unheimlich schnell und intuitiv aus dem Workflow einer Session heraus lebendige Sample-Änderungen oder schlicht neue Samples erstellen.

Damit kein „Knackser“ zu hören ist, muss exakt beim Nullpunkt gesetzt werden.

Arpeggiator

Wie schon die alten Electribes, die etwas mehr als ein Drittel im Vergleich zum SP-16 kosteten, hat auch der Pioneer-Sampler einen Touchslider links am Gerät. Toll ist, dass man hier User-Funktionen einstellen kann, also was genau dieser Slider steuern soll. Hier lassen sich sogar mehrere Parameter zeitgleich bedienen. Bei den Electribes konnte man jedoch über den Slider einen, hier fehlenden (!!!), Arpeggiator steuern. Man drückte einfach die jeweiligen Noten auf den Pads und bediente den Arpeggiator dann in Echtzeit durch den Slider. Toll und einfach zugleich.

Vielleicht könnte ja Pioneer nicht nur einen Arpeggiator nachliefern, sondern diesen ebenfalls mit dem Slider koppeln. Es ließen sich dann nicht nur (wie jetzt schon mit der „Beat-Funktion“) Rhythmus-Patterns erstellen, sondern tonale Arpeggien, auch mit Drum-Instrumenten.

So könnte ein Arpeggiator umgesetzt werden. Die linke Hand wählt die Noten, die rechte Hand bedient den Rhythmus.

Delay-Times

Erwähnenswert wäre noch, dass Effekte wie das Delay vielleicht auch Triolen bieten sollten. Das muss man ja nicht länger erklären und wäre schnell und einfach gefixt.

Poly-Rhythmisches Sequencing

Entweder bin ICH blind, oder PIONEER. Bisher habe ich noch nicht die Möglichkeit gefunden, Sequenzen in der Länge pro Spur unterschiedlich einstellen zu können. Für viele Musiker gilt dies eigentlich als Standardfunktion eines Sequenzers. Ob Elektron, MFB oder Arturia – Polyrhythmik ist erwünscht und wird auch erfüllt. Die gesamte Scene lässt sich zwar beliebig in der Step-Anzahl beim SP-16 ändern, aber wie gesagt leider nicht für einzelne Parts (Tracks). Dabei finde ich den Sequenzer echt toll und es macht Spaß mit ihm externe Klangerzeuger via Midi anzusteuern.

Gib Kette, Alter!

Verketten von Patterns (Pattern Chain) scheint bisher auch nicht möglich zu sein. Die maximale Länge beträgt 64 Steps. Natürlich kann man Scenes erstellen und letztlich daraus einen Song basteln. Doch ohne umzuschalten sind meines Erachtens nach keine 128 zusammenhängende Steps möglich. Falls ich das in der Anleitung übersehen oder nicht kapiert habe, klärt mich bitte jemand auf.

Live triggern trotz stummgeschaltetem Track

Ein User machte mich darauf aufmerksam, dass er bei seinen Liveacts gerne ein zuvor stummgeschaltetes Instrument live spiele. Also wenn man z.B. den Pattern einer Bass-Spur stoppt (mutet), um dann eine eigene Phrase mit dem Instrument zu improvisieren, bevor man den Pattern wieder laufen lässt. Dies scheint immer noch nicht zu gehen und könnte für all jene wichtig sein, die das Gerät mit auf die Bühne nehmen.

Die Geschichte lehrt uns…

Wie man bemerkt, bräuchte es nicht viel Erfahrung mit Samplern der Vorzeit, um zu wissen, was für Funktionen als Standard galten, oder mittlerweile erwünscht sind und auch für den Erfolg des ein oder anderen Produktes sprachen.

Wie immer genügt ein Blick in die Vergangenheit. Manche Menschen bekommen dies hin – manche Unternehmen auch. Doch häufig viel zu wenige – auf beiden Seiten. Es scheint eine Krankheit des Menschen zu sein, die Augen nur halb nach hinten und halb nach vorne zu richten. Das ist kulturell genauso fatal, wie auch in der Herstellung und Entwicklung von Produkten.

Allerdings könnte man das Weglassen von erwünschten Funktionen auch marktstrategisch einplanen. In diesem Fall wäre ein fast identisches Nachfolgeprodukt nicht das Resultat erhörter Gebete, sondern eine Masche doppelt abzukassieren. Solch ein Produkt würde durch die geringe, aber sinnvoll gezielte Aufwertung und ansonsten identische Erscheinung das Vorgängermodell nicht nur schlagartig vom Thron reißen, sondern auch den Wert auf dem Gebrauchtmarkt extrem senken. Selbst Besitzer des Vorgängers fühlen sich dann häufig genötigt neu zu kaufen, trotz der schweren Verluste.

Ich will hier nicht näher darauf eingehen und auch keinem Hersteller einen Vorwurf machen, aber wachsam sollte man sein und nicht alles für Zufall halten.

Hübsch anzusehen :)

Der Amazona-Test – Die Macht des Amazonas

So manchen wird es vielleicht wundern, bei der Masse an Updates und Nachbesserungswünschen, dass der Amazona-Test damals so wenig Kritikpunkte aufzählte. Aber der SP-16 galt damals noch eher als DJ-Produkt und wanderte auch bei Justmusic-, Musicstore- und anderen Katalogen in diese Kategorie. Mich wunderte das schon damals, da ja immerhin auch die Bezeichnung „Professional Sampler“ draufsteht. Aber so war es eben. Und der damalige Tester ist ja auch ein professioneller DJ und ging den Test auf seine Weise an. Außerdem füllt der damalige Test schon ganze 8 Seiten und ist definitiv liebevoll und reich an Inhalt gestaltet. Hinzu kommt, dass viele Kritikpunkte erst klar werden, wenn man ein paar Sampler, Drummachines oder Grooveboxen sein eigen nannte und in die Vorzüge gewisser Workflows mit ihnen kam. Auch Zeit spielt bei einem solchen Test eine Rolle. So ein SP-16 ist schon recht komplex im Vergleich zu einer Bass Station.

Wie man bemerkt, ist meine Leser-Story kein richtiges Update des damaligen Tests. Ich beschreibe hier eher ein paar wichtige Kritikpunkte und man sieht ja wieviel Platz dies schon einnimmt.

Demnach wäre es toll, wenn sich jemand aus der Amazona-Redaktion finden würde, der den Test updaten könnte. Es sind ja seitdem eine Menge Dinge beim Toraiz Sp-16 passiert (mittlerweile Version 1.5). Doch es gibt noch einen sehr wichtigen Grund weshalb ich das hier erwähne und darum bitte:

Wie schon gesagt glaube ich daran, dass der SP-16 zum Kultsampler werden könnte. Er hat seinen eigenen Workflow gegenüber der MPC-Live und bietet jetzt schon einen gewissen Luxus (z.B. ganze 8 Einzelausgänge, Touchdisplay, etc.), wo günstigere Geräte (Model:Sampler, Electribes etc.) nicht mithalten können. Dass ihm dann ausgerechnet die hier kritisierten Funktionen fehlen, die selbst die günstigen Produkte liefern, ist mir nach wie vor nicht klar, kann aber ja zum Glück komfortabel und ohne einbüßen der Bedienbarkeit gefixt werden. Damit dies auch geschieht und nicht plötzlich eine MK2-Version vor der Tür steht, um doppelt abzukassieren, müssen User, aber auch Tester für Aufmerksamkeit sorgen. Meine Leser-Story hat dieses Potential eventuell nicht. In der Vergangenheit gab es jedoch schon einige Tests von Amazona und Co., wo der Tester oder die jeweilige Redaktion den Hersteller mit den Kritikpunkten konfrontierten, woraufhin sich dieser Gedanken machte, Verbesserung versprach und letztlich auch ausführte.

Solch ein Test kann also sehr viel bewegen!

Daher wünsche ich mir ein Test-Update. Denn der SP-16 ist kein Produkt, wie es ständig produziert wird, hat seine Vorzüge und einen Charakter und verdient demnach unsere volle Aufmerksamkeit.

Gerne könnt Ihr Euch hierfür an meiner Leser-Story bedienen und inspirieren.

Ergänzung wünschenswert

Ich würde mich freuen, wenn Leser in den Kommentaren Ihre Meinungen hierzu, Anregungen zu künftigen Updates und Gebete an Pioneer niederschreiben würden. Ihr dürft mich auch auf etwaige Fehler aufmerksam machen. Ich habe das Gerät erst kürzlich bekommen und ggf. nicht perfekt recherchiert. Ich wollte aber nicht warten und fand es wichtig, möglichst schnell die Story zu veröffentlichen. Denn immerhin ist der SP-16 schon zwei Jahre auf dem Markt. Wenn nicht bald was geschieht, wann dann? – Wahrscheinlich künftig auf dem Gebrauchtmarkt! Zumindest für all jene, die unter „Professional“ mehr verstehen oder für die 1300 Euro kein Trinkgeld sind. Denn noch lässt sich das Gerät gut weiter verkaufen. Doch jeder Gebrauchtverkauf bedeutet für den Hersteller einen Nicht-Verkauf. Das sollte Pioneer bedenken.

Fazit
Wie schon gesagt, es fehlen weiterhin wichtige Features, die selbst bei viel günstigeren Samplern zu finden sind. Damit die Bezeichnung "Professional Sampler" auch passt, sollte hier nachgebessert werden. Dann passt auch der Preis - denn der Toraiz SP-16 macht jetzt schon Spaß, hat Charme, wirkt hochwertig und hat eine Zukunft...wenn man ihn lässt!

Plus

  • "Leider" GEIL!!!

Minus

  • ...Aber leider nicht geil genug :(
Forum
  1. Profilbild
    borg029un03  

    Ich hab inzwischen auch einige Sampler gehabt und ich würde behaupten, dass ich noch keinen Sampler hatte der so intuitiv und simpel zu bedienen ist wie der Toraiz. Einen geschaffenen Workflow kann man sich auch schnell kaputt machen in dem man ihn mit Funktionen überfrachtet, der klassische Fall von weniger ist mehr. Der Octatrack ist der klassische Fall von zu viel des Guten und nur nach langer Einarbeitungszeit voll umfänglich zu beherrschen.

    Wie lassen sich also deine gewünschten Features implementieren ohne Übersicht und Workflow zu zerstören? Das ist nämlich der Knackpunkt.

    Ein letztes noch. Als Betatester würde ich den Käufer nicht bezeichnen, immerhin hat er das bekommen wofür er bezahlt hat und alles hat funktioniert. Wenn der Kunde sich im Nachgang noch zusätzliches wünscht und die Firma das nachliefert bezeichne ich das als vorbildliche Produkt Pflege.
    Es gibt keinen Almanach der Sampler an den sich irgendein Hersteller halten müsste.

    • Profilbild
      GioGio  AHU

      1.
      Ich muss Dir widersprechen. Es gibt verschiedenen Gattungen von Beta-Testern. Du hast recht, der Kunde hat gekauft, was vor ihm lag. Viele kauften nicht und die, die trotzdem kauften beschwerten sich. Ich sprach weiter oben von der Möglichkeit, dass der Hersteller Grenzen testen kann, indem er Produkte mit absichtlich zu wenigen Features auf den Markt wirft. In diesem Fall wäre nicht unbedingt Derjenige Beta-Tester, der schon gekauft hat, sondern der potentielle Kunde. Ist etwas tricky und schwerer aufzudecken. Ich will nicht sagen, dass es so ist, aber die Vermutung äußere ich, da nichts dem Zufall überlassen wird und die Liste der Features nach den Updates einfach zu lang ist. man sollte solche Entwickler nicht für all zu blöde halten – aber für berechnend.

      Dass der Workflow bei der Toraiz durch die von mir gewünschten Funktionen leiden würden stimmt nicht. Habe ich oben ja genauestens beschrieben weshalb dies gerade bei der Toraiz nicht der Fall sein würde (dank zusätzlicher pages oder veränderter Screens). Wenn Du den Toraiz als simpel und intuitiv betrachtest, sehe ich das vergleichbar mit manchen aktuellen Samplern auch – allerdings nicht im Vergleich zu älteren. Da waren manche sogar intuitiver, da mehr Regler und direkte Bedienbarkeit. 6 Endlosregler sind halt nur 6. Alles weitere verlangt danach die Page zu wechseln….

    • Profilbild
      GioGio  AHU

      2.
      …Klar manche Funktionen, wie Buttons, kann man auf das Touchpad knallen, aber Parameter nun mal nicht. Wenn man einen Sampler hatte, bei dem man im direkten Zugriff zwischen LFO-Parametern, Filter-Parametern und Start-End-Punkten wechseln kann, dann kommt da in wenigen Sekunden perfektes Sounddesign bei raus, weil man die Parameter untereinander (gutes Sounddesign hängt ja oft vom Zusammenspiel ab) mega fix angleiche kann.
      Ein Parameterlock per Recordmodus z.B. würde ja auch nur verlangen, dass man während des Aufnahmebetriebes Regler aufzeichnen kann. Sowas killt nicht den Workflow (wie auch), sondern ermöglicht ungeahnten neuen Workflow!
      Live-triggern, ARP, Routing des Prophetfilters (bzw. ihn in die Liste der Modulationsziele aufzunehmen, Fades bei Cut-Punkten, etc. verlangen hier nicht wirklich nach bedienbarkeit die deinen bisherigen Workflow verändern würden oder das Gerät umständlicher machen würden. Funktionen wie Patternchain oder Poyrythmik sind wiederum auf anderen Pages und auch dort sehe ich das Problem nicht! Lese Dir doch noch mal meine wenigen Wunsch-Punkte durch und auch die Erklärung, weshalb es dem Toraiz nicht weh tut (Bedienbarkeit). Bei anderen Geräten könntest und anderen Funktionen könntes Du eventuell recht haben – aber hier muss ich Dir klar widersprechen.

  2. Profilbild
    glain  

    Hallo,
    ich habe gestern mal wieder dran gesessen und es ist der erste Sampler/“Controller”, der mir wieder soviel Spaß macht, wie mit der MPC2000 zu arbeiten.

    Aber leider ist da der bittere Beigeschmack dafür, dass es der teuerste Sampler/Groovebox ist. Und, da muss ich borg029un03 widersprechen, man fühlt sich schon als Beta Tester vernachlässigtes Kind. Als die SP-16 vorgestellt wurde, gab es Bilder von zwei Effekten und co.

    Was oben vergessen wurde an wichtigen Featuren ist

    midi-in, besonders weil man auf den Sample Kanal es nutzen kann

    Des Weiteren wäre es cool, wenn man die 16 Effekte frei benutzen konnte, weil ich nutze meist nicht alle Kanäle bzw. als Midi Kanal.

    Im Browser eine Delete, Copy, Paste Funktion und eine Overwrite, besonders, wenn ich mit dem Tine Stretch rumprobiere.

    Ein Filter pro Kanal sollte auch drin sein.

    Step Copy.

    Aber wie gesagt, es sollte nicht zu kompliziert sein, wobei ich auch Ideen hätte.

    In der Zwischenzeit gibt es ja auch noch den DJS-1000 bei dem genauso wenig passiert.

    Es gibt ne neue TORIAZ Seite auf der in einem Interview neues Equipment angekündigt wird.

    Zum Abschluss möchte ich einen User zitieren, es wäre das zweite Halbfertige Gerät nach der Tempest auf der Dave Smith steht.

    • Profilbild
      GioGio  AHU

      Danke für die Ergänzung :)
      Aber Filter pro Track geht mittlerweile. Gehört allerdings leider zu den Effekten. Die gehen ja auch pro Track (also alle Effekte frei benutzbar), allerdings heißt es dann entweder Filter, oder Effekt. Das ist bei anderen Samplern nicht so. Dort ist der Filter fester Bestandteil des Soiunddesigns.

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Als ich die ersten Teaser Videos gesehen hab, wollte ich den unbedingt haben. Das ist DAS Standalone Gerät für meine Bedürfnisse. Dave Smith steht auch noch drauf. Toll. Heute bin ich einfach nur froh, dass es die MPC Live geworden ist.

  4. Profilbild
    Atarkid  AHU

    Bei Ankündigung des Toraiz bin ich fast ausgeflippt vor Freude. Nachdem man dann die ersten Tests gelesen hatte, war’s mir der Freude schnell vorbei, die ist nämlich Frust gewichen. Ganz gleich wie sehr man sich nachfolgend auf die Aufwertung durch Firmwareupdates bemüht hat, nach dem Desaster hat mich das Teil schlicht nicht mehr interessiert.
    Und inzwischen gibt’s die MPC Live, die schnupft den Toraiz in fast jeder Hinsicht. Einzelausgänge sind da kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Das passiert, wenn man am Bedarf vorbeiproduziert. Verstehe nicht wieso man sich da nicht die richtigen Leute holt.

    • Profilbild
      GioGio  AHU

      Aber der Toraiz-Sampler könnte immer noch Kultsampler wachsen. Viel fehlt ja nicht mehr, wenn es auch gedauert hat. Wichtig halt, dass jetzt bald was geschieht. Die MPC-Live kann auf jeden Fall mehr, aber da bin ich dann doch der Meinung von borg029un03. Sie ist DER Alleskönner, aber hat auch einen anderen Workflow als der Toraiz. Beim Toraiz gefällt mir vor allem, dass er keine Maschine-Software oder dergleichen sein will – also kein (halber) DAW-Ersatz, sondern ein Sampler. Die Endlosregler sind anders angeordnet (direkt unter dem Display) und direkt über den Reglern sind die Parameter (je nach page) ablesbar. Dieser Punkt ist mir sehr wichtig und ist bei der MPC-Live leider anders gelöst. Auch sind bei der MPC-Live viele Funktionen direkt dazu gedacht, sie auf dem Touchpad zu bedienen. bei der Toraiz ist das anders. Da geht sogar einiges nicht per Touchpad. Außerdem hat sie zwei Einzelausgänge mehr. Das sind für Künstler wie mich, die so einen Live-Session-Recording-Workflow haben unheimlich wichtig. Wenn ich nicht noch Drumcomputer und so hätte, wären mir 8 sogar zu wenig XD
      Aber ich teile natürlich deinen Frust bezüglich der Toraiz und kann Dich gut verstehen. Wenn sich nix ändert, wechsel ich wohl auch zur MPC.

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        AMAZONA Archiv

        Also die MPC kann viel, aber man muss ja nur das benutzen was man auch wirklich benötigt. Und wenn sie was kann, dann mit Samples umgehen. Es ist sicher nicht alles Gold was glänzt, aber mich würde es unfassbar frustrieren, wenn ich vor dem Gerät meiner Wahl sitzen würde und immer daran denken würde“Ach wenn du das kannst und wenn noch dies können würdest, dann ja dann….“ Da gab es bei MPC nur eine Sache und ich hab gedacht, das kommt sowieso nie…und siehe da jetzt kann sie sogar im Standalone Modus PlugIns. Zwar nur ein paar aber immerhin. Ist ja alles ausbaufähig und es wird wohl mehr mit dem nächsten Update. Es geht hier für mich nicht darum, welches das bessere Gerät ist, da dies am Ende jeder für sich entscheidet, aber hätte ich mir damals den Pioneer geholt würde ich heute zemlich kotzen.

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          GioGio  AHU

          Hast Recht, „besser“ ist ja auch immer relativ. Aber es gilt schon zu beachten, wieviele Leute die Meinung von Dir teilen, die Anfangs auf den SP-16 Sampler gierten. Sollte sich Pioneer Gedanken machen!
          Wenn ich ma Fragen zur MPC-Live habe, die ich aus erster Hand brauche, kann ich Dich dann anschreiben? :)

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        glain  

        Ich finde es aber auch etwas unfair, die beiden Geräte zu vergleichen. Die Live ist meines Wissens ein Windows Rechner und da ist es natürlich einfacher Funktionen zu implantieren. Ich habe keine Live, wollte sie mir erst holen, aber nach einem weiteren Akai Bitch Move von einer plötzlichen Preiserhöhung habe ich mir die SP16 zu nem guten Kurs geholt.

        Und die wichtigste Frage wird immer ignoriert, stattdessen Daten verglichen.

        Wie steht es mit Sound, Groove, Clipping und Time-Stretching. Und da ist die 16 meiner Meinung das beste, was es seit Jahren gibt.

        Die SP-16 ist halt ein richtiger klassischer Sampler und die Live eine DAW mit Controller.

        Beides hat seine Berechtigung und mit der Force wird es nochmals interessanter.

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          GioGio  AHU

          Sound ist toll, Timestretching fand ich bisher auch sehr tauglich (fiel mir nichts Negatives auf).
          Wie schon gesagt: Das Gerät ist geil, daher sollen die ja nachbessern und daher meine stundenlange Mühe hier. Ich will das Teil unbedingt behalten, aber ungern durch so einen Mist wie Electribe oder Model:Sampler ergänzen müssen, nur weil die ein paar Standards nicht hinbekommen.
          Damit nicht der Eindruck entsteht, ich würde das Gerät nur mies finden, weise ich ja auf den Test hin und bitte um ein Testupdate. Auch die Update-features zähle ich kurz auf. Ich sagte ja, dass diese Story überwiegend den Mängeln gilt.

          Ich will die beiden Geräte auch nicht eins zu eins vergleichen. habe ich ja auch geschrieben, wo der Charme des SP-16 liegt. Er ist ein Sampler und keine DAW und will ein Standalonegerät sein – Das ist gut so und macht ihn mir sympathischer als eine MPC-Live. Trotzdem guck ich mir die Konkurrenz mal näher an XD

          Die wichtigste Frage ist ja immer realtiv. Für mich zählt Kreativität und Workflow. Die ESX rauschte wie sonst was, aber trotzdem war sie ein einmaliges Workflow-Tool für Sounddesigner. Musste man halt jede Spur mit Gate bearbeiten XD
          Aber ich gebe Dir ja auch recht :)))

          • Profilbild
            glain  

            Habe gestern mit dem PO-33 nen Beat gebaut. Der Workflow ist der Hammer, und die schaffen Pattern Chain. Was Live der Kracher wäre.

            Sonst wäre ein Follow Funktion wie bei Live gut.

            Aber die Träumerei sollte ich erstmal lassen und mit der SP16 weiterarbeiten. Habe noch einige Teacks drauf.

            Aber Toriaz, bzw PDJ, sollten sich transparenter zeigen, anstatt zu sagen, dass sie neue Geräte bringen. Aber dank der neuen Seite haben wir ja wenigstens die Namen der Zuständigen😂.

            Bei dem AS1 verhält es sich ja gleich. Viele finden den top, aber die Bugs, obwohl nicht bekannt, sind noch drin.

  5. Profilbild
    GioGio  AHU

    ERGÄNZUNG ZUR TORAIZ-SP16 „ZWICHENBILANZ“:

    1.
    Leider muss ich noch auf einen weiteren Bug und einen weiteren Wunsch aufmerksam machen.
    Man kann mit dem Sequenzer ja anderes Equipment ansteuern und so z.B. eine mehrstimmigen Synthesizer spielen. Hierzu lassen sich Akkorde einstellen. Praktisch sind diese dann mit nur einem einzigen Pad zu spielen. Allerdings kann ich nicht entscheiden Akkorde auf andere Weise (also durch das drücken von 3 oder 4 Pads) zu spielen. Zumindest habe ich das nicht hinbekommen. Das ist aber eigentlich unkomplizierter, als Akkorde im voraus einzustellen und auch besser im Workflow. Außerdem kann das doch jeder polyphone Sampler.

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    GioGio  AHU

    2.

    Zudem fiel mir hierbei ein Bug auf. Es wird einem eine Klaviatur angezeigt mit der man den Oktavbereich auswählen kann. Dort gibt man dann eine Art Root-Key an. Diese Note soll dann bestimmen in welchem Oktavbereich sich die Pads (Scale-Modus) befinden. Dies funktioniert jedoch nicht (V.1.5). Der Oktavbereich bleibt hier immer gleich. Wie kann das Pioneer nicht aufgefallen sein?
    Ein weiterer Bug hierbei ist, dass zwar im Track-Modus die Oktave/Note der Klaviatur-Vorgabe übernommen wird. Allerdings lässt sich hier ja immer nur eine Note spielen und der erste Pad-Anschlag, nach der Festlegung einer neuen Note/Oktavbereich, lässt immer den tiefsten Oktavbereich (z.B. C-0 bei Note C), also eine falsche Note, erklingen. Erst bei erneutem Druck auf das Pad ertönt dann die eigentlich ausgewählte Note. Hier sollte man dringend nachbessern!!!

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    glain  

    Es gibt auch einen BUG bei der Step Eingabe von Slices. Wenn man den Start Slice verschiebt, zB um 1 und ihn im Step eingeben möchte, muss man um den Slice 1 anzusteuern Pad 2 drücken.

    Was auch noch nachgebessert werden sollte ist usb + midi zur selben Zeit zu nutzen. Kann der as-1.

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    glain  

    Wobei wir hier so schön diskutieren, hätte ich eine Frage:

    Ich bin mir sicher, dass ich einzelne Steps verschieben konnte, aber plötzlich ging dies nicht mehr. Könnten die User schauen. Danke.

    Apropos, ich glaube nicht, dass der Dave Smith Fulter modulierbar ist.

    Mit den Drehknöpfen stimmt, dass diese im Update geupdatet wurden. Und das richtig gut. Dachte immer, warum haben die keinen Druckdrehknopf wie beim OT.

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      GioGio  AHU

      Ich persönlich mochte diese Druckknöpfe von Electron nie so gerne. Besser finde ich, wenn beim schnellen Drehen automatisch die Auflösung nicht mehr extrem fein ist (welcher Hersteller baute sowas noch mal – oder hab ich da eine falsche Erinnerung?) Und Feinjustierung geht ja nun auch per Shift beim SP-16 (habe ich gestern erst gerafft) XD

      Wegen dem DSI Filter: Würde mich wundern, wenn Dave einen Filter verbaut, der nicht Midi kontrollierbar ist. Kann doch jeder Parameter seiner Geräte. Falls ja, dann müsste das auch rasant per Update zu implementieren sein. Ich werde das mal Pioneer fragen. Bisher habe ich auf meine freundliche Mail nur die Nachricht erhalten, dass sie weitergereicht wurde (1 Woche her). Mal sehen wie das mit künftigen Mails klappt. Da gerade mein „Studio“ im Umbau ist und der SP-16 allein im Wohnzimmer steht, könnte vielleicht mal jemand anderes in der DAW testen, ob der DSI-Filter Midi sendet?

      Wegen Deiner Frage zur Verschiebung der Steps: Im Scene Manager lassen sich nur ganze Pattern kopieren. Im Sequence Screen lassen sich zwar einzelne Steps für Parameterlock anwählen, jedoch bekomme ich nicht hin diese zu verschieben (nur Offset als Parameterlock). Ansonsten kann ich da per Shift<>Regler (nicht Button!) nur ganze Bars oder den gesamten Pattern verschieben. Bisher habe ich die Note dann neu eingespielt. Aber eigentlich müsste gehen, was Du verlangst. Wäre ja ein Unding :D Ich schau später nochmal.

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    robbabicz

    ich mag den sp16 vor allem wegen dem klang, und dem einfachen workflow. hoffe allerdings auch das updates viele der oben aufgeführten punkte nachbessern.
    bei liveacts wusste ich auch in chaotischen Momenten wo ich gerade war beim sp16, nicht zu unterschätzen. den octatrack so geil er auch ist, ist auf der Bühne der horror.

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    tonvibration  

    Hallo und Danke für den guten und sehr unterhaltsam geschriebenen Leserbeitrag! Obwohl ich das Gerät nicht besitze, habe ich alles aufmerksam gelesen und pflichte Dir bei: wenn viele dieser grundlegenden Funktionen fehlen (die noch dazu einfach umzusetzen wären), dann kommt man sich als User schon irgendwie blöd vor – zumal bei dem Preis. Einiges davon fände ich sogar für ne public beta unverschämt.
    Ich denke der Fakt, dass vermehrt unreife und minderwertige Produkte rauskommen – und das ja nicht nur im Musikgerätebereich – hat mit dem Turbo-Kapitalismus unserer Zeit zu tun. Der Druck auf die Firmen ihre Gewinne jedes Quartal zu erhöhen ist enorm. Schaffen sie das nicht, fallen die Aktien und sie werden aufgekauft. Aus Selbsterhaltung gilt es also mit weniger Aufwand (Entwicklung) mehr Gewinn (Absatz) zu schaffen. Diese Effizienz ist aber trügerisch, da sie nur quartalsweise denkt (Imageverlust durch schlechtes Produkt nicht inkludiert).
    Trotzdem – so läuft es… überall! Meine Freundin ist Krankenschwester: Die müssen bei immer weniger Personal mehr Patienten betreuen. Wie soll das gehen? Ich bin in der Forschung: Drittmittel sind alles, Wissenschaft ist sekundär (und Ergebnisse beugen sich gerne den Auftraggeberwünschen).
    Ich bin bestimmt kein Kommunist, aber der Tanz ums goldene Kalb kocht in unserer Gesellschaft über. Hoffentlich verbrennen wir uns nicht.

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      GioGio  AHU

      Vielen Dank erstmal :)
      Schön, dass Du so tief denkst :) Mit ähnlichen Gedanken machte ich mir neulich u.a. Feinde hier, dabei sehe ich es wie Du: Die Firmen surfen nur auf der Welle. Sie müssen. Ist halt ein Kreislauf. Wie eine Rechnung eben auch ein Ergebnis hat. Wenn man Firmen aufkauft hat dies auch was Gutes, man rettet das Produkt, erhält die Mitarbeiter – gleichzeitig wachsen dadurch jedoch Monopole. Es hilft nix nur den Firmen etwas vorzuwerfen, sondern der Politik und uns selbst – denn wir sind die Wähler und Erhalter dieses Systems.
      Ich kannte Leute aus der Pflege die vor mir fast zusammenbrachen wegen der Umstände in den Altersheimen.
      Und apropos Forschung. Ich begegnete einem alten u. weisen, lehrenden Professor für u.a. Abfallwirtschaft und Ökonomie. Dieser sagte: Auch die Marktwirtschaft unterliege letztlich der Naturwissenschaft. Also kann es kein permanentes Auf geben. Gleiches berichteten Börsianer auf die ich traf und sprachen von einer Art gekünsteltem Aufschwung. Ein Forscher den ich traf, erzählte das gleiche wie Du. Er meinte dort bestimme der Geldgeber. Und er berichtete auch von einem anerkannten Forscher aus seinem Kreis, der, als er die Probleme öffentlich ansprach, boykottiert wurde. Als gäbe es eine schwarze Liste.
      Nun ja, ich denke wir verbrennen uns schon längst. Man muss kein Kommunist sein um Systemfeind zu sein XD

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    swift  

    Schade, dass es Unmengen von analogen Synthies auf dem Markt gibt aber praktisch keine Sampler mit analogen Filtern :(

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      GioGio  AHU

      Stimmt. Insgesamt zu wenig Sampler. Und nix kreativ-gewagtes. Würde auch nur gehen, wenn es schon genügend Standard-Modelle gäbe. Aber selbst bei denen muss man ja anscheinend meckern und auf Updates hoffen. Dafür, dass es unheimlich viel sample basierte Mucke gibt, ist das schon komisch. Da ist man wohl überwiegend eher Rechner-orientiert.

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    GioGio  AHU

    Ich werde die nächsten Tage mal Pioneer kontaktieren und die Leseranzahl des Beitrags und den Beitrag selbst vorzeigen. Die Antwort werde ich dann hier posten. Ich hoffe die fällt positiv aus :)))

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    GioGio  AHU

    NACHTRAG:

    1. Bei den Wellenformen des LFOs kann man die Phase verändern. Demnach, kann eine Sinuswelle oder eine Dreieckswelle auch absteigend beginnen. Dem Sägezahn bringt dies jedoch nichts. Es fehlt die Möglichkeit eines ansteigenden Sägezahns. Das sollte unbedingt fix geändert werden. Bringt irgendwie auch mehr, als andersherum finde ich.

    2. Die Insert-Effekte sind leider Fader abhängig. Mutet man ein Instrument, so erlischt auch der Effekt. Das ist natürlich unschön, wenn eine Fläche live auf stumm geschaltet wird und die Hallfahne oder das Echo abrupt enden. Eine AFL / PFL Option könnte Abhilfe schaffen.

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    GioGio  AHU

    NACHTRAG Juni 2019

    Immer noch kein Update :( habe abermals Pioneer kontaktiert. mal sehen, ob die diesmal wenigstens antworten.
    ich habe auch weitere schlechte Nachrichten:

    Ich testete das Gerät damals standalone. In der Zwischenzeit fand es jedoch den Weg ins Studio und Freude hat es dort nicht verbreitet. Denn Wenn man in Nuendo/Cubase einen Loop macht, so funktioniert zu Beginn, solange der Loop noch nicht endet auch die Midiclock, doch kaum der Loop von neuem beginnt, synchronisiert der SP-16 bei mir nicht mehr ordentlich und somit wird es unlustig zu arbeiten. Wenn sich das Problem nicht beheben lässt, ist der SP-16 etwas für den Schrottplatz.
    ich kann demnach nur absolut vom kauf abraten. Und da seit einem Jahr kein neues Update kam (wonach die User ja seitdem lechzen), geb ich bald die Hoffnung auf. Es heißt zwar, die Hoffnung stirbt zuletzt, doch bald leiste ich der Hoffnung Sterbehilfe mit einer H&K in meiner Hand. Nein, im Ernst, dann wird das Teil verkauft und (wie es ja schon viele taten) eine Akai angeschafft.

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      GioGio  AHU

      EDIT: Heute mit einem Pioneer Mitarbeiter gequatscht. Der Toraiz ist laut deren Aussage (oder zumindest des Mitarbeiters) für Recordbox optimiert und andere Software wird wohl vernachlässigt. Daher konnten die nix zu dem Problem mit der Clock sagen. Generell nicht viel sagen. Daher soll ich wohl weiter auf Mailantwort warten. Mailbestätigung schon erhalten. Mal sehen, ob diesmal was zurück kommt. Bestätigungen alleine bringen es ja nicht. Es bleibt spannend. hab aber gerade schon nach anderen Samplern geschaut :(

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        maxman

        Hast nochwas von Pioneer gehört? Überlege mir den SP-16 gebraucht zukaufen.
        Einfach als soliden Sampler + Synthstrom Deluge

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          GioGio  AHU

          Leider immer noch nicht. hatte zwar mit dem Vertrieb telefoniert, aber auf die Mail und meine Fragen gab’s keine Antwort. Entweder leiten die das einfach nicht weiter, oder Pioneer scheißt drauf.
          Als Sampler ist ja der SP-16 auch ganz ok (wenn man auf Polyrhythmik und Motion Sequence verzichten kann). Habe heute mit einer Electribe herumgespielt. Da konnte ich binnen weniger Minuten Samples experimentell und dennoch gezielt verbiegen, so dass ich doch sagen muss: ich bereue meinen Electribe-Verkauf. Sowas wird mit dem Toraiz leider nicht so leicht von der Hand gehen, solange die das Teil nicht updaten. Aber dafür kann man viele Samples verwalten, gut mit Slices arbeiten und live Samplen. Wenn sich nix ändert, empfiehlt es sich wohl nebenher noch eine Electribe oder Elektron-Modell-Samples zu haben. Zumindest wenn man auf innovatives und zielorientiertes Sampleverbiegen steht. Schade, weil nicht viel fehlen würde, um mit der SP-16 rundum glücklich zu werden. ich erfuhr heute auch wie wahnsinnig teuer solche Updates sind. Und wie ich vermutete, dass diese Updates nicht durch eine andere Produktreihe Pioneers finanziert werden können. Daher bringen die dann weiterhin neue Geräte an den Start, obwohl die alten noch unausgereift sind. Ist halt ein Teufelkreis, weil wenn dann die Kunden abgeschreckt sind und den neuen Shit auch nicht kaufen, fehlt weiterhin die Kohle fürs Update :(

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            maxman

            gerade aus einer quelle erfahren:
            es soll aufjedenfall ein update kommen….
            geplant für dieses jahr

            • Profilbild
              GioGio  AHU

              Boah Danke Dir, geile Info!!! Komisch nur, weil ich gerade gestern erst unter selbsternannten „Fachleuten“ war und da hatte keiner das erwähnt, obwohl das Thema SP-16 auftrat. Aber so ist das halt.
              Ich hoffe Deine Quelle ist sicher und ich hoffe, dass sich Pioneer für Inhalte des Updates entscheidet die mir so wichtig waren und die das Teil konkurrenzfähig macht, oder anders gesagt: Es müssen Features her, die andere, viel günstigere Sampler auch (seit Jahren schon) haben :D An erster Stelle das Aufzeichnen von Reglerbewegungen in Echtzeit (Motion Sequence) – eine „steife“ Parameterlock-Variante gibts ja schon. Dann wäre ein umgekehrter Sägezahn beim LFO sinnvoll. Das Live-Spielen von gemuteten Spuren und Polyrhythmik! Filter pro Spur wäre natürlich auch nice, also ohne einen Effekt zu verschwenden. Sowas wie das Knacksen des On/Off Schalters des Filters ist zu vernachlässigen (obwohl das schon langsam peinlich ist, dass der immer noch knackst). Ich befürchte ja, dass Polyrhythmik nicht kommen wird, jetzt wo sie ihren Toraiz-Sequenzer auf den Markt geschmissen haben. ich hoffe ich behalte Unrecht. U_U“
              Ich bete um all das – wirklich!!! XD

              Edit: Clock läuft bei mir plötzlich nun doch rund. Hab nix geändert. Magie :D (lag vielleicht an was anderem, wenn auch unerklärlich bisher)

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