Feature: Kaufberatung für Mittelklasse E-Gitarren

4. Juli 2017

Die richtige Axt im Walde finden!

Gibt es etwas auf der Welt, das mehr Spaß macht als Gitarrespielen? Na klar, Gitarren kaufen! „Puh!“ Hört man da die Luft aus den Lesern entweichen. Manchmal kann es auch enervierend, anstrengend und kompliziert sein, eine Gitarre zu kaufen. Welches Modell will ich, lohnt sich die höhere Investition für dieses oder jenes Upgrade und ist mir mein Trauminstrument so viel wert? „Nichts einfacher als das!“, werden sich jetzt zwei Gruppen sagen: Die einen wollen eine Gitarre, die hat, was eine Gitarre eben so braucht und das möglichst günstig. Zwischen sechs und acht Saiten, mindestens ein Tonabnehmer und eine Klinkenbuchse? Gekauft! Naja, ganz so leicht ist es dann auch nicht. Wer mehr zum Thema Einsteigergitarren kaufen wissen will, findet hier und dort alles Nötige.

Die andere Gruppe weiß, vielleicht seit Jahren schon, genau was sie Will und testet sich eventuell ausgiebig durch jene Bereiche im Musikladen, in denen man tatsächlich sein eigenes Wort verstehen kann, um nicht eines der Montagsmodelle zu erwischen. Hier geht es um Sachen wie das Muster des Perlmutts, die Liegezeit des Griffbrettholzes und wer persönlich den Tonabnehmer gewickelt hat. (Auch hier könnte sich eine überspitzte Formulierung versteckt haben). Der Preis ist meistens zweitrangig und spielt im besten Fall gar keine Rolle.

— Worauf muss ich beim Gitarrenkauf achten? —

Was will ich und worauf muss ich achten? Willkommen in der Kaufberatung für Mittelklasse E-Gitarren! Was ist aber mit der Mittelklasse? Was mit all denjenigen, die ein zuverlässiges Arbeitstier brauchen, das den richtigen Sound hat, sich gut anfühlt und nicht die Welt kostet? In diesem Bereich hat man es schwer! Man ist bereit vielleicht eine doch eher ernst zu nehmende Summe auszugeben und will sich naturgemäß vor einem Griff ins Klo schützen. Auf was sollte ich also im Preisbereich zwischen 500 und 1000 Euro achten und was kann ich für den Preis erwarten?

Materialien

Steigen wir bei unserer Kaufberatung gleich mit einem etwas kontroversen Thema ein: das Holz, aus dem die Gitarre in den allermeisten Fällen gemacht wurde. Klar, es gibt Gitarren aus Plexiglas, Stahl und kohlefaserverstärktem Kunststoff, das Gros der E-Gitarren wird aber immer noch aus Holz gebaut, egal ob eine zahme Jazzgitarre oder das Nu-Metal-Brett aktiven Tonabnehmern und mit mehr Saiten als der Spieler Finger hat. Es gibt auch gute Gründe dafür. Holz ist oder kann umweltfreundlich sein, ist leicht zu bearbeiten und ein super Klangmaterial. Da es je nach Art Schallwellen und Vibrationen unterschiedlich gut weiterleitet oder absorbiert und so in Wechselwirkung mit den schwingenden Saiten tritt, ist es zu einem Großteil für den Klang verantwortlich, den die Tonabnehmer letztendlich an den Verstärker weitergeben.

Was für Geigen, Celli, Harfen und Klaviere ehernes Gesetz ist (sehen wir mal von den Tonabnehmern ab), wird im Falle der E-Gitarre nicht selten heiß diskutiert. Auf der einen Seite steht die Fraktion, die sagt, dass das Holz als Material so gut wie keinen Einfluss auf den Klang der E-Gitarre hat und dass dieser durch die Form des Korpus und eventuell der Kopfplatte und die Tonabnehmer bestimmt wird. Das Material der E-Gitarre ist also nicht so wichtig wie angenommen und teure Hölzer sind in erster Linie ein Marketinginstrument oder bestenfalls für die Optik da. Auf der anderen Seite steht die Gruppe jener, die die Gitarre als ein vollständig ineinander integriertes System versteht, das die Schwingung der Saiten aufnimmt, verstärkt und/oder absorbiert und so in ständiger Wechselwirkung mit denselben steht und den Klang dadurch maßgeblich beeinflusst.

— Nicht immer ist das mit dem Holz so eine transparente Sache —

Wichtig dabei: der Zustand des Holzes seine, Faserstruktur und Güte. Gut gelagerte und langsam und gleichmäßig gewachsene Hölzer sind demnach, wonach man suchen sollte, wenn man ein gut klingendes Instrument sucht. Ich selbst würde mich zu letzter Gruppe stellen und bin der Meinung, dass ein gutes Instrument mit einem guten Stück Holz anfängt. Na klar spielen auch die Tonabnehmer und die übrigen Komponenten eine entscheidende Rolle, sind aber, wie ich glaube, nur die halbe Wahrheit. Ich habe auch das Gefühl aus eigener Testerfahrung heraus den Unterschied zu spüren wenn ich ein Instrument „trocken“ also unverstärkt anspiele und spüren sowie hören kann, was mit dem Klang passiert. Ich halte im Laufe des Artikels also daran fest, dass das Holz eine wichtige Rolle spielt.

Fakt ist: Gute Hölzer sind teurer als die einfachen und machen oft einen großen Anteil des Preises aus. Und gerade im Mittelklassebereich ist das mit dem Holz erfahrungsgemäß so eine Sache. Man kann sich eben nie so genau sicher sein, wie viel Geld des letztendlichen Kaufpreises in das Material geht, welchen Zugang der Hersteller zu guten Hölzern hat und wie die Philosophie dahinter aussieht.

Gibt man dem Material den gleichen Stellenwert wie der Verarbeitung und steigert dessen Qualität proportional zum Kaufpreis oder hebt man sich die guten Stücke für teurere Gitarren auf, wo eventuell stärker drauf geachtet wird? Man kann es nie wissen, aber man kann auf ein paar Punkte achten, die,neben einer guten Verarbeitung im Allgemeinen mit guten Hölzern assoziiert werden. Das hängt natürlich auch von der Bauweise der Gitarre und der in unterschiedlichen Modellen verbauten Holzarten zusammen. Ein universeller Indikator ist jedoch das Sustain der Gitarre oder eventuelle „Deadspots“, auf die man achten sollte. Klar: Eine Gibson Les Paul wird aufgrund ihrer Masse und des verwendeten Holzes mehr Sustain haben als eine schlanke Superstrat mit ihrem geschraubten Hals, aber ein wenig Sustain sollte sie schon auch haben. Am besten vergleicht man anhand ähnlicher Modelle auch anderer Preisbereiche. Idealerweise sollte auch eine massearme Gitarre aus leichten Hölzern einige Zeit möglichst gleichmäßig nachklingen, wenn man einen Ton anschlägt und nicht sofort verstummen oder zu schnell in den Höhen abfallen.

— Nicht nur halbakustische Gitarren sollte man möglichst aufmerksam trocken anspielen —

Am besten sollte man das im trockenen Zustand ausprobieren, um den Verstärker und die Rückkupplung zu eliminieren, die das Ergebnis verfälschen könnten. Ebenso sollte man möglichst alle Griffbrettlagen durchprobieren. Wenn beispielsweise das F auf der D-Saite viel schneller verstummt als andere Noten oder die leere Saite, dann hat man es mit einem Deadspot zu tun. Irgendetwas an der Verarbeitung oder dem Holz selbst veranlasst dann die Gitarre dazu, genau diesen Ton zu absorbieren und er „verhungert“ sofort. Das ist ein wirklich unangenehmes Gefühl und es lässt sich im Nachhinein nur wenig dagegen tun. Hier also aufpassen! Oft kann ein Exemplar des gleichen Modells ganz andere Eigenschaften haben als das andere und es ist oft eine Frage des Materials. Gutes Holz ist nicht nur im Einkauf teuer, es kommt vor allem auf die richtige und ausreichende Lagerung unter den richtigen Bedingungen an und diese ist dann auch maßgeblich für den Preis und die Qualität.

Verarbeitungsqualität

Oder eben der Verarbeitung. Wie schon des Öfteren erwähnt, sind die Zeiten der wirklich schlechten Verarbeitung bei Gitarren zum Glück größtenteils passé. Langjährige Erfahrung, verbesserte und automatisierte Produktionstechniken und ein nicht zu unterschätzender Konkurrenzdruck haben die Verarbeitung auch günstiger Instrumente auf ein ziemlich hohes Niveau gehoben und sofort ersichtlich Mängel sind kaum noch anzutreffen. Deshalb sollte man umso kritischer sein, wenn es um die Mittelklasse oder den gehobenen Preisbereich geht. Hier gibt es keinerlei Entschuldigung für eine Verarbeitung, die nicht perfekt ist und wenn hier gespart wurde, scheint nicht mal der Hersteller viel von seinem Produkt zu halten. Ein guter Teil des höheren Preises gegenüber den „Billiggitarren“ geht nämlich vor allem in die ständige Qualitätssicherung. Und die sollte funktionieren.

— Die Teile sollten richtig miteinander verbunden sein und der Lack ebenfalls passen —

Achten sollte man hier auf den Hals-Korpus-Übergang, eventuell vorhandene Bindings und die Lackierung. Passt der Hals nicht in die Fräsung, wurde hier entweder gepfuscht oder das Holz war nicht gut abgelagert: Finger weg. Sind die Bindings schlecht gemacht oder haben sichtbare Übergänge, kann das ebenfalls für eine zu kurze oder falsche Lagerung sprechen, da das Holz noch arbeitet. Im besten Fall hat man sich vielleicht auch keine Mühe gegeben und das ist ebenso kein gutes Zeichen. Gleiches gilt für die Lackierung. Sicherlich einer der teuersten und langwierigsten Arbeitsschritte, aber auch hier ist der Standard mittlerweile in allen Preisklassen so hoch, dass man skeptisch werden sollte, wenn Lacknasen oder stumpfe Stellen zu sehen sind.

Noch einmal: Vieles davon hat nicht unbedingt sofort einen schlechten Einfluss auf den Klang oder die Bespielbarkeit der Gitarre, könnte aber zu Folgeproblemen führen oder zeigt einfach, dass man es generell nicht so genau nimmt. Beides sollte man sich nicht bieten lassen, wenn man etwas mehr für sein Instrument ausgeben möchte.

Ausstattungen

Bleibt also noch zu beachten, was man in der Fabrik so alles an die Gitarre geschraubt hat. Auch hier hat sich seit den alten Tagen viel getan und auch die günstigsten Brücken, Mechaniken, Sättel und sogar Tonabnehmer können mittlerweile gute Ergebnisse liefern. Sie bieten den Herstellern also noch mehr Anlass, sich mit ihren Mittelklassemodellen von den günstigen Einsteigergitarren abzugrenzen und ein spürbares Plus an Qualität zu bieten. Während im günstigeren Bereich viele No-Name Produkte oder Komponenten mit eigenem Branding (die oft genug aber vom gleich Hersteller wie die No-Name-Produkte kommen) verbaut werden, findet man im Preisbereich ab 500,- Euro aufwärts aber zunehmend auch Markenkomponenten, die meist zu wesentlich höheren Preisen eingekauft werden müssen, mit ihrem guten Namen aber auch Verlässlichkeit und Qualität signalisieren.

Beispielsweise bei den Stimmmechaniken: Besonders bei Gitarren mit Vibratobrücken sollte hier keinesfalls gespart werden und wer sich nicht auf die Inhouse-Mechaniken verlassen möchte, kann mit Herstellern wie Schaller, Grover oder ähnliche einen gewissen Standard erwarten. Das Ergebnis ist eine stimmstabile Gitarre, die auch bei Vibratoeinsatz in Stimmung bleibt. Und da gehören auch die Mechaniken dazu!

Man kennt das auch aus anderen Bereichen, viel Zubehör ist nicht immer das Richtige, wenn damit nur Käufer angezogen werden sollen. Und ein Vibrato, das dazu führt, dass man die Gitarre nach jeder Berührung neu stimmen muss, bringt nämlich exakt gar nichts. Wer das Vibrato viel nutzen möchte, ist oftmals auch gut damit beraten, auf Klemmmechaniken zu achten. Diese geben in der Regel etwas mehr Halt und Zuverlässigkeit. Das gilt im Übrigen nicht nur für Gitarren mit klassischem Vibrato.

Auch Gitarren mit Stoptail profitieren von deren Stabilität und Zuverlässigkeit, wenn sich die Gitarre beispielsweise durch extreme Bendings nicht verstimmen lässt. Manchmal findet man Klemmmechaniken sogar in Kombination mit einem Klemmsattel, der die Mechaniken ja nach dem Verschließen obsolet machen sollten. Doppelt gemoppelt hält aber bekanntlich besser.

— Gute Mechaniken machen in jeder Kombination Spaß —

Wichtig in diesem System ist auch immer der Sattel. Die Saiten sollten mit möglichst wenig Widerstand durch seine Kerben gleiten und nach Vibratoeinsätzen oder Bendings möglichst wieder exakt in ihre ursprüngliche Ausgangslage zurück finden. Knochen war hier lange das Topmaterial der Wahl, ist aber immer seltener geworden und war auch eher der Topklasse vorbehalten. Mittlerweile setzt man hier auf spezielle Kunststoffe, die ähnlich gut funktionieren und zudem billiger und sicherlich auch eher akzeptiert werden als tierische Materialien. Dennoch kann ein schlechter Sattel immer noch den Spaß an einem ansonsten intakten Instrument versauen. Auch in der Mittelklasse sollte hierauf geachtet werden, indem man das Instrument mit Bendings oder dem Vibrato auf Herz und Nieren prüft. Mehr Know-how zum Thema Vibrato findet ihr hier.

Brücken und Stege

Aber im Falle eines Vibratos sollte man natürlich auch auf die Brücke schauen und auf die eigentlichen Vibratoeinheiten. Auch hier kann es klare Qualitätsunterschiede zwischen Markenprodukten und In-House Lösungen geben und gerade in dem Preisbereich von 500 bis 1000 Euro kann es erhebliche Unterschiede geben. Ein gutes Vibrato macht zum einen, um bei der Stimmstabilität zu bleiben, die zuverlässige Arbeitsweise aus. Hier kommt es auf die Qualität der Materialien und Bauteile an und natürlich auch auf die Bauweise. Floyd Rose Vibratos etwa sind seit gut dreißig Jahren beinahe unverändert beliebt und das vor allem in der Heavyfraktion, wo man das System auch gerne mal mit etwas mehr Nachdruck bedient.

Es ist stimmstabil und zuverlässig und das liegt nicht nur am Klemmsattel, der am Hals verbaut wird, sondern auch an dem Auflagepunkt des Vibratoblocks am Korpus. Hier trifft eine sehr schmale Metallkante auf Kerbe in zwei Bolzen, die in die Decke des Korpus gedreht wurden. Dabei können die Qualität des verwendeten Metalls und eine präzise Verarbeitung hier Welten zwischen guten Exemplaren und Billigware legen. Letztere nutzt sich ab, bietet Widerstand und lässt ein unangenehmes Reiben der Bauteile entstehen. Das kann zwar etwas länger dauern, dabei aber auch auf die Stimmstabilität und Intonation der Gitarre gehen. Vorsicht ist auch bei Vintage-Style-Vibratos geboten, die häufig in Stratocaster-Modellen oder zahmeren Superstrats zu finden sind.

Auch hier kann es deutliche Unterschiede innerhalb einer Preisklasse geben. Hersteller wie Ibanez treiben derweil Innovationen auf dem Gebiet voran und entwickelten vor einigen Jahren die „Zero Edge“ Vibratos und eine Zeit lang kugelgelagerten Zero-Point Systeme, die das Abnutzungselement und die damit entstehenden Probleme herausnehmen sollten. Viele Gitarrenhersteller setzen aber nach wie vor auf die althergebrachten Lösungen in verschiedenen Qualitätsstufen. Wer kein Vibrato braucht oder möchte, hat es da natürlich etwas einfacher, aber auch hier sollte ein wenig auf die Qualität der Brücke geachtet werden, auch wenn es nur wenige bewährte Markenlösungen gibt.

Die Tonabnehmer

Auch bei den Pickups kommt man in der Mittelklasse in einen Bereich, in dem immer mal wieder Tonabnehmer verschiedener namhafter Marken verbaut werden. Klar: im Heavybereich laufen uns vor allem immer wieder die aktiven EMG-Pickups über den Weg, aber auch bei anderen Typen werden ab 600 bis 700 Euro Kaufpreis schon mal Pickups von DiMarzio oder Seymour Duncan oder verbaut. Diese Marken sind speziell auf Pickups spezialisiert und warten mit einem breiten Angebot an verschiedensten Modellen für alle möglichen Ansprüche auf. Nicht zu unterschätzen ist aber auch der Glamour, den diese Pickups einem Instrument schnell verleihen können.

Irgendwie, ich weiß auch nicht warum, sieht eine Gitarre, die einen Schriftzug auf den Tonabnehmern hat, gleich viel hochwertiger und mehr nach Oberklasse aus. Viele In-House-Pickups verzichten noch auf ein Branding der Pickups, das ändert sich aber auch gerade bei Marken wie Fender zum Beispiel, die zunehmend mehr auf ihre eigenen Innovationen in Sachen Pickups aufmerksam machen wollen. Damit soll auch nicht gesagt werden, dass die Eigenproduktionen der Hersteller per se schlechter sind als die Produkte der  Markenhersteller.

Auch hier gibt man sich natürlich Mühe und oft stehen die In-House Produkte den Marken mit den bekannten Namen in nicht viel nach. Pickups sind aber, wie vieles andere auch, vor allem eine Geschmackssache und man sollte natürlich mal hinhören, was einem wirklich besser passt, bevor man nur aufgrund eines kleinen Schriftzuges eine Kaufentscheidung für eine ganze Gitarre trifft. Ergänzend dazu ist es natürlich schlau, sich auch noch mal unseren Workshop zum Thema Tonabnehmer durchzulesen, den ihr hier findet.

— Markenpickups sind auch in der Mittelklasse mittlerweile keine Seltenheit —

Unsere Top-Ten der Mittelklasse E-Gitarren

Wie zu sehen ist, ist es also besonders auch im Mittelklassenbereich nicht ganz einfach, abzuwägen, wohin die Reise gehen soll. Im besten Falle hat man ja zumindest schon mal einen Typ Gitarre im Kopf, die einen gewissen Sound verkörpert, den man haben will oder vielleicht das ein oder andere Feature besitzt, auf das man nicht verzichten möchte. Hinzu kommen Optik und Bespielbarkeit des Instrumentes und letztlich vielleicht noch das Preis-Leistungs-Verhältnis, das das Instrument zum Richtigen macht. Das kann natürlich nur jede und jeder für sich entscheiden, aber hier bieten wir euch eine Auswahl von zehn Mittelklassemodellen bis 1000,- Euro, an der man sich orientieren kann oder die man auch so auf jeden Fall in Betracht ziehen sollte, wenn man über eine Anschaffung in diesem Bereich nachdenkt.

— Welche Gitarren bekommt man für unter 1000 Euro? (Diese leider nicht) —

Fangen wir mal mit einem Klassiker an: Ja, die Fender Stratocaster ist nun mal DAS E-Gitarrenmodell, das wie kein Zweites für die Instrumentengattung steht. Und sie wird wohl ein ewiger Klassiker bleiben, der sich immer wieder auch unter schärfster Konkurrenz behaupten kann – und das zu Recht! Die Form ist, und das gilt bis heute, einfach perfekt. Kaum eine Gitarre ist ergonomisch, so genial wie der sanft abgerundete Strat-Body und auch das großzügige Doublecut und das moderate Halsprofil kann immer wieder neue und alte Fans mobilisieren.

Was aber noch viel wichtiger ist, ist der unverwechselbare Klang einer Gitarre, die sich seit gut sechzig Jahren nicht mehr wesentlich verändert hat. Eine Strat ist eine Strat ist eine Strat – und das wird sie irgendwie auch immer bleiben. Unzählige Kopien gab es von der Urgroßmutter einer ganzen Gitarrenfamilie. Lange Zeit war es für die schmalen bis mittleren Budgets die einzige Möglichkeit, an eine Strat zu kommen, indem man sich eine oftmals zwielichtige Kopie eines Drittherstellers besorgte und sich damit zufriedengab.

Später erkannte man aber auch bei Fender, dass es wichtig war, auch die unteren Klassen zu bedienen und so entstanden Einsteiger- und Mittelklassen, die nicht nur den Namen tragen durften, sondern auch zunehmend die damit assoziierte Qualität transportieren konnten.

Ein Beispiel dafür ist die neue Fender Deluxe Strat aus bewährter mexikanischer Produktion. Das Rezept aus Eschenkorpus, Ahornhals und Ahorngriffbrett mit vier Schrauben vereint, drei Singlecoils und natürlich 648 mm Mensur klingt erst mal ganz klassisch. Aber hier haben sich einige Innovationen aus den amerikanischen Serien eingeschlichen, auf die man mittlerweile nur ungern verzichten würde. So ist die Gitarre mit Klemmmechaniken ausgestattet, die Vibratobrücke besitzt der Einfachheit halber nur noch zwei Auflagepunkte. Die Singlecoils haben eine effektive Rauschunterdrückung verpasst bekommen, die allerdings den originalen Stratsound kaum beeinträchtigt.

Hinzu kommt eine per Knopfdruck zuschaltbare weitere Pickupspule, die aus dem Singlecoil einen Humbucker macht. Diese ganzen Features haben es innerhalb kürzester Zeit aus der Oberklasse, wo sie uns schon letztes Jahr durchweg überzeugen konnten, in die Mittelklasse geschafft und finden hier auf einer Gitarre mit wunderschönem Finish und von bewährter Qualität für deutlich unter 1000,- Euro Platz. Was will man mehr?

Musikhaus Thomann Produktseite

— Trickle-Down at its best: Fender Deluxe Stratocaster —

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