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Kaufberatung: E-Gitarren für Einsteiger, Basiswissen

1. September 2018

Was du beim Kauf einer E-Gitarre wissen solltest

Kaufberatung: E-Gitarren für Einsteiger

Yin oder Yang? Leider ist beim Gitarrenkauf nicht alles nur schwarz oder weiß

E-Gitarren sind einfach sexy! Sie sind sogar so anziehend und beliebt, dass es jedes Jahr immer mehr Menschen gibt, die in die glamouröse Welt der flachen Bretter mit sechs Saiten darauf und rund 60 Jahren Rockgeschichte dahinter eintauchen möchten und dem einen oder anderen Gitarrenhelden hinterher eifern. Bei so viel Nachfrage bleibt natürlich auch das Angebot nicht weit zurück und der Markt der Einsteigermodelle bei elektrischen Gitarren ist größer denn je. Auch immer mehr der großen und prestigeträchtigen Marken haben Modelle für den kleinen Geldbeutel im Angebot und konkurrieren mit einer Vielzahl von neuen Marken, die sich die niedrigen Preise besonders groß auf die Fahnen schreiben.

Das Instrument sollte aber nicht nur beim Bezahlen Spaß machen, sondern auch beim Spielen. Deshalb hier für euch alles, auf das ihr beim Kauf einer Einsteigergitarre achten solltet und welche Optionen sich bieten.

Ganz zu Anfang sollten wir noch in aller Kürze eine Frage klären, die sich blutige Anfänger der Gitarre oft stellen: Ist es möglich oder ratsam, gleich mit einer E-Gitarre einzusteigen oder sollte ich vorher wenigstens die Grundlagen an einer Konzert- oder Westerngitarre erlernen? Die Antwort ist wie in so vielen Fällen nicht allumfassend zu beantworten und natürlich stark meinungsabhängig. Dass so gut wie alle Größen an den sechs bis zwölf Saiten erst einmal auf der Akustischen paukten, ist dabei nicht unbedingt das wichtigste Kriterium. Vielmehr geht es um die Charakteristika unterschiedlichen Modelle. Akustische Gitarren sind vergleichsweise günstig zu erwerben, brauchen erst einmal kein Zubehör wie Verstärker und Kabel und sind dadurch mobil. Wer in Ballungsgebieten lebt, sollte auch eventuell unmusikalische oder lärmempfindliche Nachbarn nicht außer Acht lassen.

Einen Nachteil stellt der höhere Kraftaufwand zum Spielen dar, insbesondere bei Westerngitarren. Da sind E-Gitarren in der Regel etwas nachgiebiger, allerdings lassen sich hier Fehler schlechter kaschieren und meist muss hier ein wenig gefühlvoller vorgegangen werden, was auch nicht jedem sofort liegt. Dazu kommt, dass die E-Gitarre schnell dazu verleitet, wichtige Grundlagen, wie etwa Fingerpickings oder einen sauberen Griff, ein wenig links liegen zu lassen.

Eine Faustregel und einen klaren Weg zum Gitarrenhelden gibt es also nicht. Mit welcher Art von Gitarre man anfängt, sollte vom individuellen Wohlfühlfaktor und den eigenen Spielzielen abhängig gemacht werden. Es sollte also niemand dazu gezwungen werden, Monate oder Jahre lang Lagerfeuerhymnen zu dudeln, wenn er oder sie dabei auf die Riffs von Megadeth & Co schielt. Schaden wird es allerdings auf keinen Fall!

Was ich beim Kauf einer E-Gitarre beachten sollte

Eins dürfte klar sein: Die Auswahl an E-Gitarren ist, milde ausgedrückt, gigantisch groß und gerade im Einsteigerbereich tummeln sich jedes Jahr wieder neue Hersteller, die versuchen, ihre Produkte an die Frau oder den Mann zu bringen und mit den alten Platzhirschen zu konkurrieren. Aus diesem Überangebot die eine perfekte Anfängergitarre herauszufinden, ist unmöglich, da hier individuelle Präferenzen und Geschmäcker tonangebend sind. Trotzdem gibt es ein Paar Dinge, auf die man bei jeder Gitarre achten sollte.

Kaufberatung: E-Gitarren für Einsteiger

Tonangebend: Auch bei elektrischen Gitarren macht das Holz die Musik

Welches Holz möchte ich?

Entgegen einem sehr verbreiteten Irrglauben ist das verwendete Holz auch bei der elektrisch verstärkten Gitarre von fundamentaler Bedeutung für den Klang. Die Tonabnehmer nehmen den Klang in Form von Schwingungen der Saiten zwar auf und leiten diese als elektrische Impulse an den Verstärker weiter, wobei der Klang zwar beeinflusst wird, ohne das richtige Holz und dessen fachgerechte Verarbeitung ist aber auch aus den besten Bauteilen kein guter Klang herauszuholen.

Im Einsteigerbereich werden vor allem die beiden am häufigsten im Gitarrenbau verwendeten Klanghölzer Ahorn und Mahagoni, aber auch Linde oder Erle verarbeitet. Ahorn ist für seinen offenen und eher perkussiven, hellen Klang bekannt und beeinflusst auch die Bespielbarkeit der Gitarre, da dieses leichte Holz etwas schneller auf die Saiten anspricht und dadurch etwas dynamischer wirkt. Mahagoni ist dagegen ein etwas trägeres Holz, das eher singend und warm klingt und zu viel Sustain, also Nachschwingungen, neigt. Insgesamt reagiert es etwas weniger deutlich auf die angespielten Saiten, entwickelt nach hinten heraus aber auch deutlich mehr Druck. Auch Linde klingt etwas singender und wärmer und ist vor allem bei Gitarren im klassischen Rock sehr beliebt.

Als Faustregel darf gelten, dass die Qualität der Hölzer auch mit dem Preis der Instrumente steigt. Doch Vorsicht: Das ist keine Garantie und sollte persönlich in Erfahrung gebracht werden! Die Qualität von Klanghölzern kann am besten beim „trockenen“ Anspielen der Gitarre, also ohne Verstärkung, beurteilt werden. Auch wenn das eine Wissenschaft für sich ist, gibt es einige Punkte, die zu beachten sind, um spätere Enttäuschungen zu vermeiden.

– Resoniert das Holz mit den Saiten? Das Holz sollte am Klang mitarbeiten und leicht mit den Saiten mitschwingen. Dies spürt man an den Vibrationen des Korpus beim Anschlagen der Saiten.

– Klingt die Gitarre ausgewogen? Es sollte kein allzu einseitiges Klangbild beim Anschlagen der Saiten entstehen und Tiefen, Mitten und Höhen auszumachen sein.

– Schluckt die Gitarre den Klang? Hier empfiehlt es sich, ein paar Bünde und unterschiedliche Saiten einzeln auszuprobieren, um sicher zu gehen, dass in einigen Frequenzbereichen das Holz nicht die gesamte Schwingungsenergie der Saiten „schluckt“ und nichts mehr für die Tonabnehmer und den Verstärker übrig lässt. Diese sogenannten „Deadspots“ lassen sich nicht mehr beheben und können eine echte Frustquelle sein.

Mehr zum Thema Holz findet ihr hier im Amazona-Workshop zu Tonhölzern. 

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Sehr beliebt – die Riegelahorndecke, auch „Flamed Maple Top“ genannt

Ebenso wichtig für den Klang sind natürlich die Tonabnehmer (Pickups), auch wenn man sich im Einsteigerbereich meist mit der Basisausstattung zufriedengeben muss. Trotzdem findet ihr hier mehr zu diesem Thema.

Die richtige Verarbeitung

Ebenso wichtig wie die Auswahl der Materialien ist deren Verarbeitung. Hier gibt es allerdings gute Nachrichten für Einsteiger. Hatte man vor gar nicht allzu langer Zeit bei Gitarren im unteren Preissegment noch die Wahl zwischen Pest und Cholera was die Verarbeitung anging, sind dank computergesteuerter Präzisionsfräsen und dem immer stärker werdenden Konkurrenzdruck auch günstige Gitarren in der Regel sehr gut verarbeitet und können in diesem Punkt oft locker mit Mittelklassemodellen mithalten. Neben der Kosmetik macht sich eine gute Verarbeitung aber auch bei Klang und Spielkomfort bemerkbar. Worauf ist hier also zu achten?

Gitarre aus einem Guss

Wichtig ist, dass alle Bauteile der Gitarre ordentlich zusammenpassen. Sind also Lücken oder Spalte zwischen verschiedenen Holzbauteilen (besonders bei geschraubten Hälsen) zu erkennen, war die Verarbeitung von Anfang an nicht die beste oder das Holz wurde falsch gelagert und verzieht sich im Nachhinein. Beides ist kein Qualitätsmerkmal und sollte beachtet werden.

Gerader Hals

Blickt man von der Brücke aus so flach wie möglich in Richtung Kopfplatte, lässt sich die Krümmung des Halses gut erkennen. Die leicht konvexe Wölbung des Halses ist dabei gewollt und lässt sich auch nachträglich über den Einstellstab im Hals korrigieren. Wichtig ist es hierbei auf eventuelle Drehungen oder Unebenheiten in Hals und Griffbrett zu achten. Diese können „Schnarren“ der Saiten verursachen und lassen sich ebenfalls nur schwer bis gar nicht beheben.

Bundstäbchen in Reih und Glied

Bei dieser Gelegenheit lässt sich auch nachsehen, ob die Bundstäbchen gleichmäßig in das Griffbrett eingelassen wurden und es keine Ausreißer gibt, die ebenfalls zu Problemen führen können.

Die Bespielbarkeit

Genügen die ersten beiden Punkte zur Zufriedenheit, sollte auch einer guten Bespielbarkeit nichts im Wege stehen. Wichtig ist hier aber vor allem das Werkssetting der Gitarre: die Saitenlage, die Krümmung des Halses und gegebenenfalls die richtige Ausrichtung des Vibratos. Falls hier Mängel festgestellt werden sollten, werden diese von fachkundigen Fachhändlern meist schnell erkannt mit wenigen Handgriffen behoben. Der Rest ist stark von persönlichen Präferenzen abhängig. Steht eine flache Saitenlage generell für eine leichte und angenehme Bespielbarkeit, so kann eine allzu „sportliche“ Einstellung auch etwas Feeling in der Griffhand kosten.

Des Weiteren sollten die Dimensionen der Gitarre auf die Spielerhände passen. Dinge wie die Griffbrettbreite und damit der Abstand der Saiten voneinander und das Halsprofil sind dabei ausschlaggebend. Generell steht auch hier die Kombination aus breitem Griffbrett und flachem Halsprofil sowie Jumbo-Bundstäbchen für eine leichte Bespielbarkeit, kann unter Umständen aber auch ganz anders wahrgenommen werden.

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Jumbo-Bundstäbchen vermeiden den Kontakt zum Griffbrett und sorgen so für einfache Bespielbarkeit

Auch die Ergonomie der Gitarre sollte nicht vernachlässigt werden. Besonders wichtig ist hier der Komfort des rechten Armes und der Schlaghand. Sind störende Kanten zu spüren, ist die Brücke bequem und hat keine unangenehmen Kanten oder Spitzen, wenn die Spielhand locker auf ihr aufliegt? Hier gibt es teilweise erhebliche Unterschiede. Bedienelemente wie Volumeregler und Pickup-Schalter sollten ebenfalls nicht im Weg sein.

Fester Steg oder Vibrato?

Bei der Anschaffung einer E-Gitarre stellt sich auch die Frage nach einem Vibrato. Von vielen Gitarristen geliebt für die Ausdrucksmöglichkeiten, die es einer Gitarre verleiht und den Effekten, die damit erzielen kann, hat ein Vibrato aber nicht nur Vorteile. Auch wenn es umstritten ist, ob ein Vibratosystem die Klangeigenschaften der Gitarre verschlechtert, so ist die Stimmstabilität mit Sicherheit bei vielen Systemen ein Problem. Zwar gibt es auch klassische Vibratosysteme, die dahingehend sehr gut funktionieren, allerdings finden sich diese eher bei hochpreisigen Instrumenten mit den entsprechenden Bauteilen. Im Einsteigerbereich bedeuten sie fast immer einen Kompromiss aus Vibratospaß und Stimmstabilität, bis man die Gitarre, mitunter recht kostspielig, aufrüstet.

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Klassische Vibratos sind klein und einfach im Aufbau, haben aber auch ihre Tücken

Eine Alternative stellt hier ein Vibratosystem im Floyd Rose Style dar, das in der Regel die Stimmung auch bei heftigem Gebrauch sehr zuverlässig hält. Diese Systeme sind mittlerweile zwar auch in sehr günstigen Preisklassen vertreten, sind aber auch etwas aufwendiger in ihrer Einstellung und ein echter Albtraum, sollte man auf die Idee kommen, eine andere Stimmung zu spielen. Des Weiteren sind sie relativ klobig und können als etwas hinderlich empfunden werden, ermöglichen aber auch fetzige „Dive-Bombs“ ohne Reue.

Kaufberatung: E-Gitarren für Einsteiger

Floyd Rose Style Vibratosysteme sind extrem stimmstabil, aber auch etwas teurer und relativ groß

Um mehr über Vibratosysteme sowie deren Vor- und Nachteile zu erfahren, besuche das Amazona Guitar-know-how zum Thema.

Der richtige Preis

Wie schon eingangs erwähnt, finden sich mittlerweile auch in niedrigen Preisklassen mehr als brauchbare Gitarren und spiegelbildlich können sich böse Überraschungen auch bei mittelpreisigen oder sogar hochpreisigen Gitarren finden lassen. Der Preis ist also nicht immer ein Aushängeschild für Qualität und Spielspaß. Trends zeichnen sich hier aber trotzdem ab. Ist die Verarbeitungsqualität innerhalb des unteren Preisdrittels erfahrungsgemäß relativ konstant, können Holzqualitäten hier schon sehr schwanken und mit dem Preis steigen. Besonders gerne wird aber bei der Hardware gespart. Stimmmechaniken, Potis und vor allem die Tonabnehmer sind dabei die Bauteile, die eine Gitarre teurer machen, können aber auch nach Bedarf aufgerüstet werden. Wichtig ist also die „Grundsubstanz“ der Gitarre, also die Bespielbarkeit, der Grundklang und die Verarbeitungsqualität. Hier sollte nach Möglichkeit nicht geknausert werden. Findet man die Traumgitarre zu einem Spottpreis: umso besser! Wegen ein paar Euros die ungeliebte Billig-Gitarre dem wahren Objekt der Begierde vorzuziehen, kann gewaltig nach hinten losgehen, wenn das Ding dann ungespielt in der Ecke steht und Patina ansetzt.

Ebenso sollte man sich nicht unbedingt auf Marken versteifen. Klar ist es etwas Besonderes, das Original zu Hause stehen zu haben, es kommt aber nicht gerade selten vor, dass Nachbauten unbekannterer Marken besser als die Einsteigermodelle der großen Namen sind oder bei gleicher Qualität zumindest deutlich weniger kosten. Auch hier sollte unvoreingenommen und objektiv an die Sache herangegangen werden, um das richtige Instrument zu finden.

Ob ich also auf meine erste E-Gitarre ein- oder umsteige, wo anfangen? Im zweiten Teil unserer Kaufberatung präsentieren wir euch eine Auswahl an möglichen Kandidaten! So stay tuned!  HIER KLICKEN um den zweiten Teil aufzurufen.

Forum
  1. Profilbild
    Hein Bloed  

    „Ahorn ist für seinen offenen und eher perkussiven, hellen Klang bekannt und beeinflusst auch die Bespielbarkeit der Gitarre, da dieses leichte Holz etwas schneller auf die Saiten anspricht und dadurch etwas dynamischer wirkt.“

    Sorry, aber Ahorn ist kein leichtes Holz, sondern ein kurzfaseriges Hartholz mit der annähernden Dichte von Eiche, Diese Eigenschaften dürften für den Klang verantwortlich sein.

    Das was uns Gitarristen als „Mahagoni“ verkauft wird (Sipo- und Sapelimahagoni) ist übrigens meistens keiner echter Mahagoni (der übrigens ohnhin strengen Einfuhrbeschränkungen unterliegt), ihm fehlt der durch die Regenzeiten hervorgerufene Wechseldrehwuchs (Fasern wachsen jeweils in die andere Richtung). Man kann diese Streifigkeit auf alten Bootsdecks gut erkennen, bei Gitarren-Bodies und -Hälsen fehlt sie praktisch immer.

  2. Profilbild
    protohau  

    Hallo zusammen,
    ich muss gestehen, ich habe diesen Artikel mit ein wenig Verwunderung gelesen. „Entgegen einem sehr verbreiteten Irrglauben ist das verwendete Holz auch bei der elektrisch verstärkten Gitarre von fundamentaler Bedeutung für den Klang.“
    Die Sachlage ist leider genau entgegengesetzt. Eine solche Behauptung ist grundlegend falsch und entgegen allem Voodoo-Glauben auch noch wissenschaftlich widerlegt.
    Und ohne eine polemische Diskussion vom Zaun brechen zu wollen empfehle ich jedem die Veröffentlichung von Prof. Dr. Manfred Zollner von der HS-Regensburg („Physik der Elektrogitarre“). Nach über 12 Jahren Forschungsarbeit rund um die E-Gitarre liegt ein nun Standartwerk vor, welches mit genau solchen unhaltbaren und unbewiesenen Behauptungen aufräumt. Ich halte es für angebracht, diesen Artikel zu überarbeiten und gerade jungen Interessenten nicht solch einen Floh ins Ohr zu setzen. Auch die den Holzarten zugeschriebenen „Klangeigenschaften“ von luftig, samt, mit viel oder weniger Sustain etc würde ich lieber wieder entfernen. Erfahrungen aus dem Akustik-Gitarrenbau lassen sich einfach nicht auf ein Holzbrett übertragen.
    Eine Kaufberatung sollte frei von Mythen, Zauberei und Hexenkunst sein ;).

    • Profilbild
      Armin Bauer  RED

      Nun. ich kenne Herrn Prof. Dr. Manfred Zollner nicht, weiss nicht, was er geforscht hat und keine Ahnung, ob er Gitarre SPIELT!
      Aber ich habe E-Gitarren gebaut. Meine Erste war ein Rockinger Bausatz aus Mahagoni und klang wie gedacht, mittig, warm, etwas träge.
      Dann bin ich bei einem Dachbodenausbau an ein Stück seit 30 Jahren trocken abgelagertes Stämmchen Erle geraten und habe damit eine Gitarre gebaut, die zwischen Tele und Rickenbacker klingen sollte. Volltreffer, das Ding war direkt, furztrocken, knochig, drahtig.
      Wer behauptet, das Material hat bei einer E-Gitarre keinen Einfluss auf den Klang tut mir leid.
      Wenn dem so wäre, würden wir uns Holz komplett sparen und E-Gitarren aus Preßpappe herstellen.
      Also meine Frage an dich: Spielst du Gitarre, kannst du wirklich beurteilen, was du da äußerst oder woher beziehst du deine Kenntnisse?
      Und gibt es noch andere „Forschungsarbeiten“, die deine Ansichten unterstützen und durchaus kontrovers zu zigtausenden von praktizierenden Gitarristen stehen?
      Lasse mich gern eines Besseren belehren.

      • Profilbild
        Stephan Güte  RED

        Danke Armin, besser hätte man es nicht ausdrücken können … ich habe hier momentan eine China-Strat für rund 200,- Euro stehen, und die Music Man Petrucci JP15 aus unserem Test. Wer da nicht schon im unverstärkten Zustand einen Riesen Unterschied in Bezug auf Tonentfaltung, Attack, Sustain und Biss bemerkt, der hat entweder keinen Plan von Gitarren oder wohl an dieser Studie mitgewirkt.

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      OscSync  

      Teile von Zollners Arbeit sind oder waren frei verfügbar, und diese habe ich auch vor einiger Zeit gelesen. Soweit ich mich erinnere, kommt er nicht zu dem Schluss, dass das Holz keinen Einfluss hat, sondern eher, dass andere konstruktive Änderungen einen größeren Einfluss haben können. Das das Holz einen Einfluss hat, lässt sich schon anhand des leicht in jedem größeren Musikladen möglichen Vergleichs nachvollziehen, indem man mal eine Strat mit Rosewood-Griffbrett gegen eine mit Maple vergleicht. Selbst identisch konstruierte Gitarren aus gleichem Holz klingen in der Regel nicht völlig gleich. Wer z.B. einmal eine Gitarre aus der Austellung beim Händler angespielt und sich daraufhin ein gleiches, jungfräuliches Exemplar aus dem Lager kommen ließ und dieses ebenfalls getestet hat, weiß, was ich meine. Physikalisch betrachtet ist ein Einfluss des Holzes auch nur logisch und die dämpfenden Eigenschaften müssen bei einer ganzheitlichen mathematischen Betrachtung berücksichtigt werden. Der Mechanismus, mit dem das Holz auf den Klang wirkt, ist aber sicher ein anderer als bei akustischen Instrumenten.

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    tilmann.seifert  RED

    Hallo protohau,
    vielen Dank erst einmal für deinen Kommentar. Das Thema ist und bleibt ein heiß und kontrovers diskutiertes und es gibt wohl genau so viele Meinungen wie Sachverständige dazu. Gerne würde ich mir das 155 Euro teure Buch auch vollständig durchlesen, mir fehlen aber leider Die Mittel ; ) Aber im Ernst: Es ist auf jeden Fall ein interessanter Anstoß und die Forschungsergebnisse sollten natürlich auch nicht unbeachtet bleiben, dann aber auch nicht, wenn in den, zugegebenermaßen wenigen, Auszügen, die aus der ganzen Arbeit gefunden habe kaum die Rede von „keinem“ Einfluss auf das Klangverhalten im verstärktem Zustand war. Vielmehr wurde die Rolle von unterschiedlichen Hölzern bei der Klangentwicklung in Relation mit anderen Faktoren, wie Bauart, Pickups und Verarbeitung beleuchtet. Dass das Holz dabei nicht alles ist, ist glaube ich jedem hier klar. Auch dass hier der ungefilterte Bogen zur Akustischen Gitarre und ihrer Physik geschlagen werden soll, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Interessant ist jedoch der Teil in Herrn Zollners Arbeit, in der es sehr wohl um das „verschlucken“ von Frequenzen und damit die Schwingungen der, sich mit dem Holz als System zu begreifende, Saite geht.

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      tilmann.seifert  RED

      Ein Holz, das Vibrationen der Saite Aufnimmt (woher sollten sie sonst kommen) und derselben damit Energie entziehen, die sie sich anschließend (als Wärmeumwandlung) im Holz verliert, entzieht auch dann noch dem System als ganzes Energie. Vieles in Zollners Arbeit bezieht sich auch auf die Weitergabe der Schwingungen über Pickups. Und ja, eine Tele wird mit den entsprechenden Humbucker Muffiger klingen (habe wie gesagt nicht das ganze Buch gelesen) aber das ist auch nur die halbe Wahrheit. Ich möchte Zollner ja auch keine unwissenschaftlichen Methoden vorwerfen, aber ich muss ganz polemisch sagen, das meine Erfahrung als langjähriger Autor bei Amazona.de und auch als Musiker Dem ziemlich deutlich entgegen stehen. (Glücklicherweise habe ich meine erste E-Gitarre noch hier – eine Ibanez RG aus dem untersten Regal – und habe sie gerade nochmal angespielt. Sustain, Ansprache und Brillianz sind im trockenen Zustand immer noch so unterschiedlich zu meiner PRS SE wie ich es in Erinnerung habe. Die Pickups, die das hinbiegen können kaufe ich dir gerne ab)
      Die Publikation in allen ehren aber ich glaube nicht dass Generationen von Musikern und Bastlern die unmündigen Opfer eines großangelegten Marketingkomplotts sind. Und Selbst wenn doch, dann kommt es immer noch auf den Wohlfühlfaktor an, der bei mir ganz individuell auch mit den Hölzern steht und Fällt.

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    tilmann.seifert  RED

    Spaß bei Seite: Wissenschatlich erwiesen ist etwas nach einer einzelnen Publikation noch lange nicht, aber sicherlich kann man den „Voodoo-Glauben (…) Mythen, Zauberei und Hexenkunst“ ernsthaft hinterfragen und ich wäre der erste der sich darüber freuen würde, wenn ich für eine wirklich gut klingende Gitarre nur noch 69 Euro 95 ausgeben müsste und ich mir nebenbei die eine oder Andere Zeile in meinen Artikeln sparen könnte. Allerdings möchte und kann ich diese Erfahrung, die ich nun einmal glaube zu haben, nicht guten Gewissens meinen Lesern vorenthalten : ). Und Ganz im Ernst (auch wenn ich gerne meine Polemik zugebe) möchte ich dir für den Anstoß danken. Auf der einen Seite mein Gefühl als Gitarrentester und Musiker, auf der anderen Seite die mit einem anzuerkennendem, beträchtlichen Aufwand verbundene und auf 1300 Seiten dargelegte Wissenschaftliche Erkenntnis von Herrn Zollner. Ich hoffe doch, dass sich keiner der Amazona.de Leser, egal von wem, einen Floh ins Ohr setzen lassen wird, danach Taub ist und nicht selbst erfährt, was er oder sie von der Debatte hält.
    Beste Grüße

    • Profilbild
      protohau  

      Ohne selbst in eine polemische Diskussion verfallen oder sogar persönlich angreifen zu wollen (wie es vielleicht manch einer vergeblich versuchen könnte ;)) würde mich doch interessieren, ab wie vielen Veröffentlichungen denn die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Arbeit als „erwiesen“, oder besser, nach dem aktuellen (Wissens-)Stand, als verifiziert gelten. Ich persönlich würde nicht quantitative Argumente anbringen, sondern eher Umfang und Tiefe als Kriterien in den Fordergrund stellen. Ist vielleicht auch Ansichtssache. Jedoch kann ich den Extrem-Vergleich mit „69 Euro 95“ nicht ganz nachvollziehen. Ich weiss wohl, dass es Instrumente in diesem Preissektor gibt, aber niedrige Lohn- und Produktionskosten sowie geringere Kosten für die verwendeten Werkstoffe und Halbzeuge in Billiglohnländern in Bezug zur angeblichen „Wertigkeit“ des „Tonholzes zu bringen, scheint mir nicht nachvollziehbar. Ein Instrument sollte und MUSS angemessenes Geld kosten, da auch eine Menge Menschen von dessen Herstellung und Verkauf Leben können müssen.

  5. Profilbild
    protohau  

    Ich freue mich natürlich über so viel rege Anteilnahme und möchte auch versuchen, sachlich und so weit wie möglich, Stellung zu nehmen ohne jeden einzelnen Kommentar separat beantworten zu müssen und versuche, die vorgegebene Reihenfolge beizubehalten.
    Also, Herr Zollner spielt wohl schon eine ganze Weile Gitarre ;), seinen persönlichen Lebensweg kenne ich natürlich nicht, aber ich denke, er ist bei bestehendem Interesse sicher bereit, euch auch seine praktischen musikalischen Erfahrungen mitzuteilen (andernfalls hilf Google sicher auch weiter). Er scheint im Übrigen ein sehr kommunikativer und freundlicher Mensch zu sein und vielleicht habe ich eines Tages auch die Möglichkeit, mit ihm persönlich über „Voodoo“ zu diskutieren ;).
    Spannend finde ich das Argument, „Ich habe auch schon E-Gitarren gebaut und wie erwartet hat sich… eingestellt.“ Jetzt muss ich gestehen, hab ich auch (war vor vielen Jahren eine meiner Abschlussarbeiten zum staatl. gepr. Holztechniker). Aber ich würde nicht im Traum auf die Idee kommen, eine 12-jährige (echte!) Forschungsarbeit in Frage zu stellen, nur weil ich… äh… schon mal mit Holz gearbeitet habe? Aber kann ja jeder sehen, wie er möchte.

  6. Profilbild
    protohau  

    Ich für meinen Teil halte lieber die Bälle etwas flacher ;). Natürlich mag jetzt der ein oder andere in seiner Ehre gekränkt sein, wenn das subjektive Empfinden (oder Gehör) in Frage gestellt wird. Aber deshalb gleich loszuschiessen und auch noch die aufopfernde Arbeit eines Anderen so offenkundig in Frage zu stellen, find ich persönlich etwas vermessen.
    Aber machen weiter. Oh, sorry, ich habe was vergessen. Ja, ich spiele seit nunmehr 25 Jahren Gitarre, vielleicht nicht gut, aber gern ;). Aus beruflicher Not heraus auch nicht mehr aktiv und live aber wie es meine freie Zeit ermöglicht. Ähm… ich habe über die Jahre hinweg auch die ein oder andere Gitarre erstanden. Natürlich auch „getestet“ ;) Wenn es euch interessiert, ich schicke euch zur Bestätigung auch gern ein paar Bildchen von mir, meinen kleinen Schätzchen und meinem kleinen Homestudio ;). Und da auch immer gern die Kompetenz des „Kontrahenten“ angezweifelt wird, wäre ich auch gern bereit, euch meinen CV zukommen zu lassen ;).

  7. Profilbild
    protohau  

    Weiter… Die Karte mit dem „unverstärkten Zustand“ wird gern und oft gespielt und verliert immer dann an Gewicht, wenn man sich darüber im Klaren ist, dass eine E-Gitarre einen Induktionsstrom erzeugt und eben nicht, wie bei ihren akustischen Vertretern, Schwingungen direkt als Schall übertragen wird. Aber auch hier kenne ich die Standart-Anwort bereits und lasse sie, zwar nicht gelten, jedoch einfach im Raum stehen. Es darf ja jeder seine Gedanken vertreten .
    Weiter… über Schwingungsverhalten und grundlegende physikalische Eigenschaften bei deren Übertragung kann ich mich nicht auslassen. Nicht aus mangelndem Verständnis, sondern weil es einfach den Rahmen sprengt.
    Jedoch sei zum Abschluss noch erwähnt, Herr Prof. Zollner hat seine Veröffentlichung auch als Vorabzug kostenlos zum dowload bereit gestellt. Ich bin ehrlich und gestehe, ich habe das alles bereits gelesen, bevor ich die Bücher gekauft habe. Als ehemaliger „Holzwurm“ fand ich gerade die Abschnitte über Holzeigenschaften ziemlich interessant (da sie meine „Erfahrungen“ durchaus bestätigt haben ;))

  8. Profilbild
    OscSync  

    Danke für den Link. Ich habe jetzt einen nicht unerheblichen Teil meines Urlaubstages damit verbracht, diese Arbeit hinsichtlich des Einflusses von Holz zu „screenen“.
    Entsprechend seinem Fachgebiet Elektroakustik wird den Themen Tonabnehmer, Saitenmaterial & – konstruktion und der Theorie der Schwingung der größte Teil eingeräumt.
    Der Autor geht zum Thema Holz im wesentlichen auf eine ganze Reihe unwissenschaftlicher bis unsinniger Aussagen aus der „Fachpresse“ ein, hauptsächlich der Zeitschrift Gitarre & Bass, und hier von Redakteur Udo Pipper, der in der Gitarrenwelt ohnehin einen sehr umstrittenen Ruf als „Voodoopriester“ hat. Und hier stimme ich den Ausführungen des Autors komplett zu.

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      OscSync  

      Fortsetzung…..In seinen eigenen Analysen konzentriert er sich hauptsächlich auf das Attack-Spektrum, welches massgeblich vom Anschlag bestimmt wird. Auf das Ausschwingen geht er nicht im gleichen Umfang ein. Er hat keine eigene systematische Studie durchgeführt, um den Holzeinfluss zu widerlegen und stellt in seiner Diskussion des Korpusmaterials nur einzelne Aussagen und Messpunkte unsystematisch gegenüber. Damit vernachlässigt er m.E. massgeblich die Schwankungsbreite des Materials Holz. Ein Klotz Erle gleicht niemals dem nächsten. Eine vernünftige Studie sollte sich an den Prinzipien der statistischen Versuchsplanung orientieren und mit sinnvollem Stichprobenumfang gezielt ausgewählte Faktoren variieren.
      So wie in seiner Arbeit beschrieben, ist in Sachen Holz nichts bewiesen und nichts widerlegt. Man muss auch anmerken, dass der Autor dass auch nirgendwo so explizit behauptet. Nichtdestotrotz ist das ein sehr umfangreiches und gutes Werk! Wenn der Autor sich und der Leserschaft das G&B-Bashing erspart hätte, könnte das Buch für mich einen ähnlichen Stellenwert wie „Mathematics & Music“ von Dave Benson haben. Für meinen Geschmack tut er sich mit der wenig wissenschaftlichen Diskussion von Zeitschriftenkommentaren keinen Gefallen…

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        protohau  

        Ich muss gestehen, ein Urlaubstag hat bei mir nicht gereicht, um mich in das beschriebene Thema einzulesen. Im Gegenteil ich habe nicht nur für das lesen, sondern auch für das „nachvollziehen“ erheblich mehr Zeit aufwenden müssen ;)

  9. Profilbild
    Armin Bauer  RED

    Protohau,
    da du ja anscheinend eine Holzausbildung hast (ich habe übrigens nicht mal nur ein Brett zugesägt, sondern habe Generationen von Zimmermännern im Stammbaum, bin quasi in Hobelspänen aufgewachsen), weisst du ja, dass Holz nicht gleich Holz ist.
    D.h. Korpusmaterial ist nicht gleich Korpusmaterial.
    Hast du mal eine Aluminiumgitarre gehört? Sustain ohne Ende, hört gar nicht mehr auf.
    Klingt eine Plexiglas-Gitarre aus den 80ern anders als ein Holzbrett?
    Gibt es einen klanglichen Unterschied zwischen einer originalen Steinberger und dem Holzimitat?
    Wenn du alle diese Punkte mit „nein“ beantworten kannst, bist du schlicht ein Ignorant.
    Bei „vielleicht“ ist ist noch nicht alles verloren.
    Ehrlich gesagt, ich weiss nicht ob ich Jemanden ernst nehmen kann, der 12 Jahre seines Lebens in so eine alberne Aufgabenstellung investiert, außer halt, gut dotierte Festanstellung, eigentlich egal, was ich mit der Zeit anfange, ich könnte auch zum x.ten Mal untersuchen, ob links- oder rechts gedrehter Jogurt verträglicher ist.
    Ich werde es mir sicher nicht antun, diese Studie zu lesen, aber nach den Antworten hier hast du sowieso so Einiges schlicht falsch interpretiert.

    • Profilbild
      OscSync  

      Hallo Armin, der Fairness halber muss man sagen, dass die Diskussion des Holzes der allerkleinste Teil in dieser Arbeit ist. 12 Jahre sind sicher eine lange Zeit, aber vielleicht ist dieses Thema auch nur einpersönliches Steckenpferd, dem Zoller sich nach Feierabend widmet? Und wie geschrieben, es ist wirklich ein sehr umfassendes und lesenswertes Werk, man muss den Inhalt aber auch richtig bewerten und einordnen….

      • Profilbild
        Armin Bauer  RED

        Hi OscSync,

        danke für den Hinweis. Mag sein, ich bin im zweiten Teil des Kommentars etwas ins Polemische abgeglitten…

  10. Profilbild
    FanaticMusic

    Ich hatte eigentlich vor Jahren damit aufgehört, in Foren mit Schwachsinningen zu diskutieren,
    da einerseits die Wenigsten an Wahrheit interessiert waren, andererseits Fakten sich nicht daran orientieren sollten,
    wie viele Anhänger eine Theorie, oder wie viel Zeit eine Studie in Anspruch genommen hat.
    Ich erinnere mich noch sehr gut and den Tsunami (neudeutsch Shitstorm) in einem der größten ProAudio Foren,
    verursacht durch meine sachlich 100% richtige Anmerkung, dass ein etwaiges Aussteuern digitaler Aufnahmegeräte auf -6dBfs,
    einen 50%-igen Verlust der Auflösung zur Folge hat.

    • Profilbild
      FanaticMusic

      Aber es juckt halt von Zeit zu Zeit, und so muss ich hier nun meinen Hausmachersenf dazugeben:

      Natürlich induziert die schwingende Saite eine der Schwingungsform entsprechende Spannung in einem Tonabnehmer.
      Da aber die „Aufhängung“ der Saite die Schwingungsform beeinflusst, ist selbst für einen türkischen Friseur nachvollziehbar,
      dass sich dies im Klang niederschlägt. Wer’s nicht glaubt, sollte mal eine Gitarre aus Gummi bauen…Klingt doch wie jeder andere oder?

      Selbst einfache Dinge wie FatFingers, graphitverstärkte Hälse, Resonanzkammern, Weight Reliefs, etc… haben einen messtechnisch bestätigten Einfluss auf den Klang.
      Man kann natürlich über das Ausmaß bestimmter schwingungsmanipulativer Eingenschaften einer Gitarre diskutieren und philosophieren,
      aber physikalische Grundgesetze in Abrede stellen ??? Also bitte…

  11. Profilbild
    MidiDino  AHU

    Ich muss gestehen, dass ich sehr gerne mitgelesen habe, allerdings nun nicht viel schlauer bin. Zollners PDF weist zwar auf mögliche Tücken hing, insbesondere durch Zitate aus Testberichten, in denen das Holz offenbar weniger Einfluss auf den elektrischen Klang hatte, als zunächst vermutet wurde, doch die umgekehrten Fälle blieben unberücksichtigt. Für mich sind die bisherigen Erklärungen, egal ob sie den Geist des Holzes (???) oder den Geist der Elektrik (Catweazles electrickery) beschwören, allesamt relativ unsachgemäß.

    Für mich klingt die verhältnismäßig preiswerte 72er Tele Thinline von Squier richtig gut. (https://www.amazona.de/test-fender-sq-vint-modi-72-tele-thin-3ts-e-gitarre/) Eschendecke, Ahornhals und Wide Range Humbucker gehören zur Ausstattung. Sogar einige Späne werden gratis mitgeliefert ;-) Doch weshalb sie klingt wie sie klingt: Ich ahne es nicht einmal! Oder weshalb klingt eine Jazzbox völlig anders als z.B. ein eBrett? Die Elektrik-Trick-Fans bekämen, schätze ich, echte Schwierigkeiten. Ich muss erneut gestehen, dass ich keine Ahnung habe.

    Ich könnte lediglich sagen, dass es auch unter den relativ preiswerten Modellen echte Schätzchen gibt, ob von Squier (s.o.), Ibanez (z.B. AS153) oder Hagstrom (z.B. Viking), um einige anzuführen, die mir persönlich zusagen würden.

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    protohau  

    Um vielleicht mit einem offensichtlichen Missverständnis aufzuräumen. Mir geht es nicht darum, Holz als den „geeigneten Werkstoff“ zum Bau einer E-Gitarre in Frage zu stellen, sondern darum, dass dieser beschriebene „elementare Einfluss“ für mich einfach nicht existent ist. Am Ende der Signalkette von Gitarre, über Kabel, Effekte, Verstärker und Lautsprecher bis hin zum verwendeten Plektrum bleibt es für mich einfach der Einfluss des verwendeten Holzes so marginal, dass es als „elementares“ Einflusskriterium faktisch ausscheidet.

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      andreas2  

      Wie „elementar“ der Einfluss des Holzes ist, könnte ich in % natürlich nicht sagen, wer könnte das schon ? Man sollte die E-Gitarre als geschlossenes System, quasi als „Schwingkreis“ sehen, in dem jede Komponente ihren Klangeinfluss hat. Allein das Sustain, das Zusammenspiel von Saiten, Steg, Mechaniken, Sattel, Body, Hals und Griffbrett, trägt viel zum wahrgenommenen Klangeindruck bei. Und das verschiedene Hölzer verschieden schwingen, muss man wohl nicht betonen müssen. Von „Tonholz“ rede ich dann aber lieber beim Xylophon, der Unterschied zwischen uraltem Rio-Palisander und modernen Klangstäben ist auch für den Laien sofort zu hören.
      Heutzutage leben wir im Instrumenten-Paradies, brauchbare Instrumente sind erschwinglich geworden. Wenn ich da an „Hertie-Caster“ Zeiten denke, so ein fast unbespielbares Instrument kostete in Vollausstattung (4 eklige PUs, 4 billige Schiebeschalter) mehr als ein Brutto-Lehrlingsmonatsgehalt, Fender oder gar Gibson waren kaum erhältlich, zudem zu astronomischen Preisen.
      Eine (E) Gitarre sollte man immer persönlich anspielen, Daten und Fotos sagen zuwenig aus. Was nutzt mir ein Instrument mit feinsten Zutaten, wenn ich nicht damit warm werde ? Das ist mir einmal passiert und war mir eine Lehre !
      Ich freu mich schon auf den nächsten Teil.

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    protohau  

    Dabei geht es nicht einmal um den messtechnischen Nachweis.
    Was man heutzutage nicht alles messen kann und in welcher Genauigkeit. Ein Stück Würfelzucker im Bodensee ist mit modernen Methoden nachweisbar und es gibt sicher den ein oder anderen Esoteriker, der behaupten wird, er könnte dieses kleine Stück Zucker auch noch schmecken… also, ich verfüge nicht über einen solch ausgeprägten Geschmackssinn, ebenso wenig bin ich in der Lage, am Verstärker heraus zu hören, aus welchem Holz das edle Brett hergestellt wurde, oder gar, ob das Griffbrett aus kanadischem Ahorn, Wenge, Palisander oder Ebenholz hergestellt wurde. Nicht einmal Buche, Eiche oder Esche könnte ich am „Klang“ erkennen, obwohl im Laufe meines Handwerkerlebens hunderte, wenn nicht tausende Kubikmeter an Massivholz durch meine Hände gegangen sind. Vermutlich habe ich als ehemaliger Schreiner und Treppenbauer einfach nicht das ausgeprägte Verständnis und Gehör, wie es wohl in anderen holzverarbeitenden Berufen erforderlich und vorhanden ist oder sogar vererbt wird ;).

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      Armin Bauer  RED

      Ich denke, du lässt eine Komponente außer Acht. Wenn du nur darauf hörst, was am Ende der Kette, am Amp, raus kommt, beachtest du die andere Seite, den Spieler, nicht.
      Dass Holz unterschiedlich schwingt, stellst du, wenn ich dich richtig verstanden habe, ja nicht in Frage. Wenn ein Gitarrist mit diesen Schwingungen aber nicht klar kommt, potenziert sich schon an dieser Stelle der „marginale“ Einfluss des Holzes und wird wichtig. Er wird schlechter spielen und das hörst du dann.
      Oder ein Beispiel, mit umgedreheten Vorzeichen, das du vielleicht aus deiner Treppenbau-Karriere bestätigen kannst: Wir haben im Haus eine offene Treppe, die sich pro Stockwerk um 180° dreht. Niemand fühlt sich auf dieser Treppe wohl, da sie schwingt. Dieselbe Treppe als geschlossene Konstruktion wäre viel angenehmer zu laufen.

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        protohau  

        Ich muss gestehen, dass ich tatsächlich noch nie darüber nachgedacht habe, wie sich die Resonanzschwingungen eines Instrumentes (oder besser „Holzbrettes“) auf meine Spielweise auswirken könnte. Aber ich habe auch noch nie darauf geachtet. Liegt vielleicht daran, dass ich einfach zu unsensibel bin (meine Frau würde jetzt vermutlich zustimmend nicken ;)) um das sanfte „Vibrieren“ überhaupt als Einfluss wahrzunehmen oder sogar als störend bzw. beeinflussend zu empfinden. Tatsächlich habe ich das auch bisher noch nie gehört oder gelesen, was aber nichts heissen soll.

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          protohau  

          Weder offene noch geschlossene Treppen sollten „schwingen“ (ich gehe mal davon aus, du denkst da eher an ein „Nachfedern“ oder allg. Biegung). Der Einfluss einer Setzstufe hat Grundsätzlich auf das angenommene vereinfachte statische System wenig Einfluss, da die Trittstufe an sich als „Träger auf zwei Stützen“ (Einfeldträger) einfach bemessen lässt. Dabei spielt die Ausbildung des Auflagers wie bspw. bei Standardkonstruktionen mit Wangen keine Rolle, ganz egal, ob viertel- oder halbgewendelt. Es gibt natürlich Sonderformen wie z.B. eine Wand-gebolzte Treppe ohne tragenden Handlauf, die Augenscheinlich etwas fragil wirken mag. Solche Exoten lassen sich nicht überall umsetzen, da hier der Lasteintrag und das daraus resultierende Moment im Kragarm über ein „eingespanntes Festlager“ ins bewehrte Mauerwerk abgetragen werden muss. Grundsätzlich anderes System jedoch in der Berechnung und Ausführung nicht wirklich schwieriger, nur eben anders. Bei bestehendem Interesse schau ich auch mal nach, was ich an Studienunterlagen noch habe. Dann geht’s aber nicht mehr nur ums Holz. Oder schau mal nach „Schneider – Bautabellen für Ingenieure“, ist auch ziemlich brauchbar.
          Aber auch im Treppenbau gilt… „Gummi“ ist als Vergleichswerkstoff nicht brauchbar, auch wenn man ihn mit Nitrolack bestreicht um einen Retro-Sound zu erhalten ;).

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            Armin Bauer  RED

            Ah, sehe jetzt erst, dass du mir auf die Treppengeschichte geantwortet hast.

            Ist eine Stahlkonstruktion, die oben und unten an der jeweiligen Etagendecke befestigt ist mit 2x einer Abstrebung in die Wand, an den Ecken wo sie sich um 90° dreht. Die Stufen sind aus Holz. Der Handlauf ist unabhängig von der Treppe an der Wand befestigt.

            Nun, sie schwingt sich nicht auf, richtig, wir haben da die Brücken unter Gleichschritt im Gedächtnis, aber sie vibriert. Das zusammen mit unterschiedlichen Stufenbreiten ( es gibt wirklich keine zwei gleichen Stufen!) macht ein wirklich unangenehmes Gefühl beim Laufen.
            Das ganze Ding als massive, geschlossene Holztreppe wäre sicher steifer, wenn auch optisch nicht so luftig.

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    protohau  

    Den Vergleich mit Plexiglas, Aluminium, Gummi, oder wie bei Zollner beschrieben gar „Dampfnudelteig“ („wegen der hohen Dämpfung“ ;) ) ins Feld zu führen, finde ich dann doch etwas fragwürdig. Mit solchen Argumenten wird seit Jahrzehnten versucht, die notwendige „Auslese“ von „Qualitäts-Tonhölzern“ als „fundamental“ Klangbestimmend zu rechtfertigen. Jetzt könnte man argumentieren, dass man im Tonstudio, mit hochauflösenden Monitoren mit einem DI-Signal durchaus klar und deutlich Unterschiede bei den einzelnen Gitarren heraushört. Und tatsächlich, das kann ich bestätigen, habe ganze Wochenenden zu Hause damit zugebracht. Doch was ist verantwortlich für den Klangunterschied? Das „fundamentale“ Tonholz? Oder ist es nicht vielleicht doch die gesamte Kombination aus allen Bauteilen? Und klingt was klingt dann „besser“ oder „schlechter“? Oder setzt sich im gemeinsamen Kontext mit anderen Instrumenten besser durch

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    protohau  

    Doch eigentlich egal, wenn man „verstanden“ hat, wie jedes sogenannte „Tonholz“ wohl klingt, oder nach Meinung des jeweiligen „Sachverständigen“ zu klingen hat ;).
    Auch wenn jetzt gleich wieder der ein oder andere Schnappatmung bekommt und los schiesst, ich empfehle allen Neulingen, sich nicht vom „Tonholz-Voodoo“ verhexen zu lassen, sondern einfach in den Laden zu gehen und sich ein Instrument auszusuchen das in erster Linie gefällt, zweitens das Geldsäckchen nicht überstrapaziert und drittens nicht kopflastig ist. Für „Laut“, „Heavy“, „Rockig“ „singend oder warm, luftig, trocken oder sanft“ einfach mal am Verstärker drehen und spielen ;). Und wer es probiert wird feststellen, dass das „heisse brüllende Teil“ wesentlich mehr „fundamentalen“ Einfluss auf das Endergebnis hat, als Esche, Ahorn, Mahagoni oder Gummi :). In diesem Sinne… hex hex.

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    protohau  

    p.s. ich bin nicht ganz sicher weder ignorant, noch mangelt es am verstehenden Lesen ;). Aber ich bin ein durchaus lernfähiger Mensch, der auch gern objektiv mit Vorurteilen, Meinungen und Fakten umgehen kann. Lesen sollte ja generell nicht soooo schlecht sein, auch wenn es das eigene (verzauberte) Weltbild in Frage stellen könnte. Und Gott sei Dank haben sich in der Menschheitsgeschichte nicht alle vehement gegen die Erweiterung ihres Sichtfeldes ausgesprochen. Sonst wäre die Erde vermutlich noch immer eine Scheibe ;).

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    Markus Galla  RED

    Ich persönlich glaube, dass das Holz einen ganz entscheidenen Einfluss auf die Gitarre hat, wobei ich ihn nicht wie bei der akustischen Gitarre als bestimmend ansehen würde. Übrigens gibt es bei akustischen Gitarren auch das Gerücht, dass nur eine massive Bauweise optimalen Klang produziert. Das kann man schnell im Musikgeschäft widerlegen, indem man eine gute teil-massive Gitarre mit einer günstigen voll-massiven Gitarre vergleicht. Entscheidend sind hier die Verstrebungen unterhalb der Decke, die tatsächlich das Schwingungsverhalten der Decke, die Obertöne etc. beeinflussen. Aber das ist halt auch ein akustisches Instrument. Bei der E-Gitarre ist es mehr die Summe aller Teile, da gehört das Holz aber mit dazu. Eine Mahagoni-Tele klingt anders als eine Tele aus Erle oder Esche, selbst dann, wenn sie ansonsten komplett gleich konstruiert ist. Es sind zwar keine Welten, aber deutlich wahrnehmbare Unterschiede. Der Unterschied zwischen Linde und Erle ist nicht so wahnsinnig groß, zwischen Mahagoni und Erle jedoch schon größer. Und so klingt eine Les Paul wie eine Les Paul und eine Strat wie eine Strat – selbst dann, wenn ich der Strat Humbucker verpasse.

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      Markus Galla  RED

      Zum Artikel selbst: ich finde, dass sich viele der hier genannten Kriterien von Einsteigern, die alleine ins Musikgeschäft gehen, gar nicht nachvollziehen lassen. Auch wird das unkundige Auge nicht sehen können, ob der Halsstab korrekt eingestellt ist. Viele Anfänger kennen auch den Unterschied zwischen Humbucker und Single Coils nicht. Ob nun das Floyd Rose Kopie, Vintage Vibrato oder gar kein Vibrato. Das böse Erwachen kommt beim ersten Saitenwechsel bei einer Gitarre mit Floyd Rose. Wichtig ist die Saitenlage, dass die Saiten nicht schnarren, die Bünde nicht scharfkantig über das Griffbrett hinaus ragen, die Gitarre einfach zu stimmen ist, oktavrein und bundrein ist. Das ist wichtiger als der ganze Rest. Bei Anfängern spielt darüber hinaus Optik eine ganz große Rolle. Deshalb sollte man so Sachen wie Strat, LP oder SG-Form schon mal vorstellen. Natürlich auch die Tonabnehmer-Formen Humbucker und Single Coil. Und noch besser ist es, man geht mit seinem Lehrer in Geschäft. Und noch eine Anmerkung: ich bekomme locker für 150 bis 200 Euro eine brauchbare E-Gitarre, aber niemals eine brauchbare Akustik-Gitarre, die klingt und gut zu bespielen ist.

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        tilmann.seifert  RED

        Hallo Amaros,
        wie du sicher schon bemerkt hast ist dies Teil 1 der Kaufberatung – Teil 2 ist schon geschrieben und behandelt die Themen die dir hier fehlen hoffentlich ausreichend. Um auch eventuellen Wissenslücken entgegen zu kommen, etwa was genau einen Singlecoil von einem Humbucker unterscheidet, wurden die entsprechenden Amazona.de-Workshops im Artikel verlinkt. Beste Grüße.

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      protohau  

      Also ganz ohne Hintergedanken sondern ganz offenes und ehrliches Interesse… Wo wurden denn diese baugleichen Gitarren mit nur unterschiedlichen Hölzern getestet. Ich wehre mich auf keinen Fall gegen sog. Vergleichstests. Ein Link zu besagter Studie (oder was auch immer) wäre toll. Wie gesagt, ich bin nur neugierig. Am besten wären natürlich auch Hörbeispiele dieser Instrumente.
      Jedoch „Und so klingt eine Les Paul wie eine Les Paul und eine Strat wie eine Strat – selbst dann, wenn ich der Strat Humbucker verpasse.“ kann ich so leider nicht bestätigen. Aber vielleicht fehlt mir auch einfach ein Referenzmodell, an dem ich nach belieben herumfräsen könnte bzw. möchte. Schon mal Dank im Voraus für den Link.

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      Armin Bauer  RED

      Hi Amaros,

      das trifft nicht nur auf den gleichen Preisbereich zu. Als ich meine letzte Akustische gekauft habe, habe ich mich für eine teilmassive Breedlove für ca. 700,- entschieden. Ein ganz ähnliches, aus Vollholz gefertigtes Modell des selben Herstellers, das 500-600,- Euro teurer war, spielte sich für mich nicht annähernd so gut.

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    protohau  

    Ein Vorschlag zur Güte. Wie wäre es, bei all den vielen Gitarren, die zu euch zum Testen kommen, einfach mal ein paar ausgewählte Vertreter unter gleichen(!) realistischen Bedingungen und Einstellungen aufnehmen, als qualitativ hochwertiges File zum blinden Hörtest zur Verfügung stellen. Dann könnte jeder kann mal sein Gehör testen und selbst beurteilen, ob der von ihm gehörte Gitarrensound auch mit dem überein stimmt, was er unterbewusst erwartet. Einen Monat später eine Auflösung zum Test, um den Leutchen auch genügend Zeit zur Entscheidung zu geben.
    Mir ist natürlich klar, dass es kein eigentlicher „Tonholzvergleich“ sein wird, da echte baugleiche Instrumente (also nur der Unterschied im verwendeten Holz) schwerlich (vielleicht auch bewusst) zu finden sind ;). Aber trotzdem… das „Tonholz“ muss ja „fundamental“ heraus hörbar sein.
    Zum Abschluss: Was wäre wohl passiert, wenn Leo Fender nicht günstig und in grossen Mengen hätte Esche sondern Eiche erstanden? ;) Denn man kann in der Biografie von Leo auf und ab suchen, aber um „Tonholz“ ging es ihm nicht ;).
    Übrigens, ganz spannend finde ich die sogenannten Factory-Tours bei Gibson etc. auf youtube. Wer sich danach noch von „selektiver Holzauswahl“ beeindrucken lässt… naja, lassen wir’s besser ;), ich werde wohl doch polemisch ;).

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    MidiDino  AHU

    Meine Schwierigkeit in Bezug auf eGitarren und die Frage nach dem Einfluss von Holz und Elektrik auf den Klang ist, dass ich die physikalischen Parameter nicht kenne – im Unterschied zur Konzertgitarre. Ich weiß letztlich nicht, was in welcher Weise physikalisch geschieht, und ich möchte nicht einfach tippen oder raten, sei es auch in üblicher Manier. Kaum ein Tester von eGitarren, schätze ich, kennt sich physikalisch hinreichend aus, um dem Holz diese, der Elektrik jene, der Seitenaufhängung wieder eine andere Relevanz bei der Klangentwicklung zuzusprechen. Viele (mich eingeschlossen) kennen bloß die üblichen Zuschreibungen, doch was in welcher Weise letzlich Anteil am Klang hat, kann von ihnen niemand sagen. Ich ziehe aus meiner Unwissenheit die Konsequenz und halte mich einfach zurück.

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      Armin Bauer  RED

      Hallo protohau,

      ich will die Diskussion ja nicht weiter anfachen, bin aber eben in deinem Profil auf folgenden Eintrag gestossen:

      Mein Jackson-Nachbau ;) statt Pappel mit europäischen Ahorn.

      Erklär´s mir!!!

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        protohau  

        Anfang der 90er Jahre habe ich eine „Jackson kelly std professional“ erworben. Ganz ehrlich, mit stolzgeschwellter Brust, denn die knapp 1’900 DM hab ich mir sehr mühsam erspart. Einer der Gründe, warum ich sie noch immer habe. Der Korpus ist aus Pappel gefertigt. Hals klassisch kanadischer Ahorn mit Palisander-Griffbrett. Jahre später hatte ich mir in den Kopf gesetzt, mich auch einmal praktisch an das Thema Gitarrenbau heranzuwagen. Also, habe ich die Jackson vollständig auseinander genommen, den Korpus vermessen, im CAD nachkonstruiert und mir quasi meinen eigenen Bauplan erstellt. Da als Korpusmaterial Pappel (und auch Gummi) nicht zur Verfügung standen, wurde es kurzerhand europäischer Ahorn (nicht zu vergleichen mit „hard maple“, kanadischer und europäischer Ahorn unterscheiden sich als Holz grundlegend). Das ist eigentlich schon alles. Es gibt noch einen zweiten identischen Korpus-Rohling. Der liegt seit 13 Jahren bei meiner Mutter im Keller auf dem Feuerholzhaufen ;). Wer will?

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    Armin Bauer  RED

    Und nun bitte: Tilmann hat, meiner Meinung nach, eine gute Arbeit gemacht.
    Und nun wird hier auf einem einzigen Punkt rum gehackt. Betrachten wir doch einfach den Gesamtbericht und freuen uns auf Teil 2!

  21. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ich muss auch mal was dazu sagen, denn das Holz hat 100 Prozent was klangformendes, auch wenn das jetzt vom Doktor in seiner Freizeit 12 Jahre lang widerlegt wurde, wäre er nicht mal falsch wenn er sagt dass das Holz bei der eklampf Prozentual weniger beeinflusst als bei der Akustischen. Das wars schon. Immer noch am wichtigsten finde ich den Holzkopf der die Gitarre spielt, er hat den größten Faktor in der klangformung.

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