Test: Hughes & Kettner Triamp Mark 3, Gitarrenverstärker

4. August 2015

Besser geht nicht!

Es war klar, dass es irgendwann einmal so kommen musste. Nachdem in der Vergangenheit in Sachen Vorstufenkanalumschaltung in Röhrentechnik bis hinauf zur Fünfkanal-Lösung so ziemlich alles ausgereizt wurde, was die Technik hergibt, blieb nur noch eine Schaltung übrig, die endgültig dem Gitarristen den Heiligen Gral kredenzen möge. Die Rede ist von der Verwendung mehrerer schaltbarer Endstufen in Form von Endröhren-Pärchen oder Quartetten, die sich allesamt in einem Gehäuse befinden.

Mit dem Hughes & Kettner Triamp Mark 3 machen sich die Saarländer nunmehr als Erste auf, den lang gehegten Wunsch eines jeden ambitionierten Gitarristen in die Tat umzusetzen. Warum erst jetzt, werden sich viele fragen? Nun, wer sich mit dem schaltungstechnischen Aufwand einer analogen Röhrenschaltung auskennt, weiß um den Aufwand, den man jenseits der „Modeling-Fraktion“ betreiben muss, um im Leistungsröhrenbereich bei einem Kanalwechsel nicht umgehend Transformatoren und Lautsprecher in die ewigen Jagdgründe zu schicken.

Dass aber gerade diese Schaltung die letzte Bastion der klanglichen Vielfalt innerhalb nur eines Heads zum Einsturz bringen könnte, wird der ausschlaggebende Punkt gewesen sein, dass man sich für die Einführung in der nunmehr dritten Auflage des Schlachtschiffs aus St. Wendel entschieden hat.

Hughes Und Kettner Triamp Mark 3 - Front 1

— Hughes & Kettner Triamp Mark 3 —

Konstruktion

Wir kennen alle die ausladenden und einschüchternden Frontpanels der Protagonisten der amerikanischen Verstärkerszene, aber was H & K mit dem Triamp MK 3 hier abliefern, setzt dem Ganzen noch mal die Krone auf. Nicht weniger als sechs eigenständige Kanäle sind allesamt mit den Reglern Master, Gain, Treble, Middle und Bass ausgerüstet, was vorm Zug schon mal dreißig Speeddome-Potis auf den Plan ruft. Dazu gesellt sich noch im Masterbereich ein Summen-Volume, der Presence- und der Resonance Regler. Das macht zusammen satte 33 Regler!

Trotz dieser sehr hohen Anzahl regeln sich die einzelnen Kanäle mit der Einfachheit eines Marshall JCM 800, technisch zurückhaltende Gitarristen brauchen also keine Atemnot aufgrund der imponierenden Optik zu bekommen. Damit nicht genug, der Reglerarmada hinzu gesellen sich neun Vor- und sechs Endstufenröhren, die allesamt bei der Aktivierung des Heads in das bekannte „Hughes & Kettner-Blau“ getaucht werden. Raumschiff Enterprise verblasst geradezu dagegen!

Bei aller technischen Komplexität, welcher hinter der Umsetzung des Hughes & Kettner Triamp Mark 3 steckt: Die klangliche Absicht, die dem System zugrunde liegt, könnte einfacher nicht sein. Man versucht mit einem möglichst modularen Aufbau der analogen Bauelemente, die sechs großen Sounds des E-Gitarren-Universums nicht mehr oder minder digital zu emulieren, sondern in kompletter Röhrentechnik als komplette Schaltung in Form von Booster, Vorstufe, Klangregelung und Endstufe dem Hörer zugänglich zu machen.

Klangbeispiele
Forum
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    Sokrates  

    Also mein Kemper hat keine Latenzen. Bei keinem Sound.
    Ich hatte mal einen Diezel Herbert. Der wog ca. 25kg. Dazu noch ein Flightcase, dann ist man bei ca 30kg.
    Einfach mal in den Musikladen gehen, auf den Amp ne Kiste Mineralwasser stellen, und das dann schleppen.
    Wenn es nichts ausmacht, ist der Mark 3 neben Diezel die erste Wahl.

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