Interview: Bernd Kistenmacher, Elektro-Symphoniker

BK Live NL3

Klaus:
Das hast Du wahrlich schon einige Male gemacht, ich habe das auf Deiner Website in der Historie gelistet gesehen. Lang ist die Liste und da sind überdies schon einige Planetarien aufgeführt.

Bernd:
Ja, das habe ich schon früher gemacht. Aber mittlerweile, also wenn man da mit so einem Konzeptalbum ankommt, das mögen die besonders, weil die dann ein Thema haben, womit sie Werbung machen können. Und so was ist dann ein guter Aufhänger.

Klaus:
Stichwort Equipment, denn so haben wir auch gleich den thematischen Schlenker zu den unterschiedlichen Anforderungen Live und Studio. Live-Auftritte sind ja meistens mit großem Aufwand verbunden. Hast Du ein spezielles Live-Set, das sich vom Studio gründlich unterscheidet oder ist es eine Essenz daraus? Entscheidest Du das je nach Produktion oder Song?

Bernd:
Also, ich will’s mal bisschen vereinfacht mit der Formel ausdrücken: Kistenmacher ist Keyboardburg! Da hat sich in den Jahren auch nicht so viel dran geändert. Es ist vielleicht ein bisschen glatter geschliffen worden und ich will zudem noch ein bisschen optimieren. Außerdem sehe ich meine Art der Darbietung in der Tat als Gegenentwurf zu denjenigen, die mit Laptop und einem Keyboard auf die Bühne gehen. Was mir schlichtweg einfach zu langweilig ist. Und ich mag das einfach so, diese klangliche Vielfalt um sich herum aufzubauen und eben spontan vielleicht mal eine ganz andere Geschichte machen zu können, als die, die man sich so vorher zurechtgelegt hat. Das geht natürlich nicht ohne gewisse vorbereitete Basistracks, mit denen muss man arbeiten. Doch ich versuche es live eben immer noch so zu gestalten, dass man viel Raum für Improvisationen hat. Aber vom Equipment her ist es natürlich schon so eine Essenz aus dem, womit ich auch im Studio arbeite. Das geht so von analogen Synthesizern bis zu Plug-ins.

Klaus:
Und welche Favoriten hast Du für welche einzelnen Jobs?

Bernd:
Also das schwankt bei mir. Es kommt auch immer drauf an, was gerade so am Start ist. Ich bin im Moment gerade wieder auf so einer internen Retrowelle und habe mir im letzten Jahr einen GRP A4 besorgt. Weil ich einfach wahnsinnig Lust habe, wieder mal so …  Na gut, der ist zwar nicht patchbar, aber man ist dennoch quasi modular am Start bei dem Ding. Und wahrscheinlich geht es sogar noch in die Richtung, dass ich mir wieder ein echtes Modularsystem hinstellen werde, nachdem ich viele, viele Jahre gesagt habe, ok, da gehen wir mal ein bisschen weg von. Plug-ins sind eine tolle Geschichte und ich arbeite sehr gerne damit. Wenn man mit einer DAW arbeitet, ist es auch zwingend notwendig, dass man Plug-ins am Start hat. Aber ich mag es auch immer so eine Situation zu haben, wo ich sagen kann, ich habe hier 10 Synthesizer gleichzeitig an und bin technisch in der Lage, die parallel aufzunehmen und alles in die DAW zu spielen. Also diesen Raum brauche ich halt. Jedenfalls um spontan zuhause jederzeit experimentieren zu können oder etwas auszuprobieren.

Forum
  1. Profilbild
    changeling  AHU

    Man könnte glatt meinen der Herr sei Roland Endorser, Cakewalk gehört mittlerweile seit einigen Jahren ja auch dazu. ;)
    Ich finde die Bedienung dabei besser als bei Cubase oder Logic, aber das ist anscheinend Geschmackssache.
    Von den Features her tun sich die drei meiner Meinung nach nicht allzuviel.

  2. Profilbild
    TobyB  RED

    Hallo Changeling,

    mal davon ab, das es egal ist welche DAW Bernd Kistenmacher benutzt ;-) War es ein sehr guter Artikel von Klaus. Wenn ich mich so recht erinnere hab ich Ende der 80er (88) bei DT 64 „Electronics“ mit Olaf Zimmermann / Stefan Lasch gehört, inklusive Bernd Kistenmacher. Und ich schätze, das er und andere dafür verantwortlich sind, das ich jetzt auch Musik mache.

    Und was deine Einschätzung bezüglich der DAWs angeht, haben Cakewalk und Cubase und Logic schon ihre Unterschiede. Klar am Ende kommt Musik raus, aber alle 3 Programme gehen nicht den gleichen Weg dahin.

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Einer der wenigen Künstler der nach vorne geht. Ich hab‘ heute mal ein paar Schnipsel seiner neueren Werke auf Soundcloud angehört und war angenehm überrascht!

    Ausserdem scheint er sehr kontaktfreudig zu sein und das hebt ihn gleich von einigen Musikern ab, die vor sich eine künstliche Wand aufbauen, um sich abzuschotten :-)

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