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Interview: Ken MacBeth, Analog Synthesizer

(ID: 2579)

Meisterstück: der M5N

Meisterstück: der M5N

AMAZONA.de:

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Ihr neuestes Produkt – der M5 wurde u.a. schon mit Arp und Moog verglichen und für seine Vielseitigkeit gepriesen. Wie entwickeln Sie Synthesizer?

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Ken:

Zunächst geht es darum, welche Teile man braucht, um das Instrument zu bauen. Manche benutzen besonders präzise Bauteile mit z.B. 1% Toleranz, wodurch der Synthesizer dann auch einen sehr stabilen Klang bekommt. Genau das möchte ich nicht….wobei  die musikalische Stabilität –  in dem Sinne, dass das Instrument z.B. chromatisch spielbar ist – schon wichtig ist: Nicht alle Musiker möchten irgendwelche verrückten Geräusche machen, viele möchten den Synthesizer wie ein Musikinstrument spielen.
Wenn ich z.B. wärmere oder voluminösere Klänge erzeugen möchte, benutze ich Bauteile mit höherer Toleranz. Interessanterweise sind diese auch häufig billiger: Die alten Geräte – von denen ich viele auseinander genommen habe – bestehen nicht immer aus den besten Bauelementen. Schau dir einen alten Moog aus den 70ern an, und du wirst dich wundern: „Wow, dieses Teil ist mäßig und das andere ist auch nicht besser.“ Ich denke, dass sie, wenn sie in den 70ern Synthesizer bauten, benutzten, was gerade herumlag, oder was eben billig zu bekommen war (Gelächter). Daher glaube ich, dass man ähnlich schlechte Teile verwenden muss, wenn man einen Klang wie in den alten Instrumenten haben möchte.

Ken McBeth vor den Kulissen von Schneiders Büro

Ken McBeth vor den Kulissen von Schneiders Büro

AMAZONA.de:

Der M5N wurde als ein echtes Meisterstück“ bezeichnet und für die extrem hohe klangliche Qualität und Vielseitigkeit gelobt. Wie planen Sie ein solches Instrument, und woher kommt Ihre Beharrlichkeit, keine Kompromisse einzugehen?

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Ken:

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Wenn ich mich entscheide, ein Produkt zu entwickeln, denke ich erst zuerst darüber nach, was ich entwickeln möchte. Wieviel es später kosten wird, ist nicht so wichtig. Das Ziel ist es, ein Instrument zu bauen. Ich finde erst später heraus, wieviel die Bauteile kosten. Wenn ich das Instrument verkaufe, wird es nicht teuer, weil ich möchte, dass es teuer wird, sondern weil es nicht billiger gemacht werden kann. Wenn man tausende von Exemplaren eines Produktes produziert, dann kann man die Kosten senken. Wenn man (wie ich selbst) nur 100 Stück fertigt, dann bleiben die Kosten hoch und das Instrument bleibt teuer.

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AMAZONA.de:

Somit folgen sie einfach Ihrer Vorstellung und sagen sich „Ich möchte, dass das Instrument ohne Makel ist“ ?

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Ken:

Ja, es muss einfach stimmen.

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Mrs. MacBeth:
Aber der Kompromiss ist, dass er ununterbrochen darüber nachdenkt.

Ken:

Genau. Meistens schlafe ich nicht besonders gut. Ich wache um 4 Uhr morgens auf, und manchmal arbeite ich dann bis 8 Uhr abends – wenn es ein langer Tag ist.

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Mrs. MacBeth:
Und ich gebe ihm einen Kuss und frage: „Worüber denkst du nach?“-„Schaltkreise.“

Ken:
Genau so ist es. Ich bin davon besessen. Nur auf diese Weise ist so etwas möglich. So machen es all diese Leute. Sie sind besessen, sie möchten das tun. Wenn man jemanden fragt: „Wie bist du zu diesem Design gekommen?“, dann wird er antworten: „So habe ich es mir gewünscht“! Das besondere daran, wenn man etwas Großartiges für sich selbst erfindet ist, dass man es auch an andere verkaufen kann.

AMAZONA.de:

Bauen Sie alle diese Instrumente selbst zusammen oder …?

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Ken:

Die Platinen entwerfe ich nur selbst. Ich lasse sie durch eine Firma produzieren, die auch die groben Metallarbeiten für die Gehäuse macht. Eine Firma in Südengland bestückt dann die Platinen. Zwar habe ich das früher selbst gemacht (stöhnt), aber man wird verrückt dabei, weshalb ich andere dafür bezahle. Die Teile werden danach bei mir angeliefert, und ich baue das Instrument dann zusammen. Wenn sie fertig sind, werden sie verschickt. Die Prototypen baue ich in der Küche, im Bad und im Wohnzimmer. Meine Kleidung ist immer mit Chemikalien verschmiert, und ich habe ein Loch in meine Spüle geätzt (lacht). Ich erinnere mich auch daran, dass ich früher oft elektrische Schläge bekommen habe. In einem Jahr passierte das sogar 17 mal ! Ich hatte damals noch dunkles Haar, kein graues wie jetzt… (lacht).

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Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    „Die Philosophie, mit dem der M5 entwickelt wurde war der Verzicht auf analoge Bauelemente.“
    Verzicht auf Analog? Das war wohl ein freudscher Verschreiber. ;-)

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Ohh Mann!
    Und das vom Analog-Guru Ken McBeth.

    Softwaresynthesizer sind hervorragend sagt er,
    und zum Minimax:“Einige Synths – wie der Creamware Minimax – sind exzellent. Der A/B-Vergleich mit einem richtigen Synth ist beeindruckend.“

    Da muß doch jedem softwarehassenden Analogisten der Hut hoch gehen.

    Ich bin zu recht schockiert.

    wo soll das noch alles hinführen.

    der
    Klanggeist

    • Avatar
      AMAZONA Archiv

      Er meint auschließlich das klangliche Resultat im A/B Vergleich.

      Man darf nicht die Unterschiede zur Hardware vergessen. Die bleiben immer! Ich meine Haptik, Optik, Latensfreiheit, Gewicht und das einschalten-loslegen Phänomen.

      Keine Angst- bitte!
      Digital ist in seiner Emulation nichts anderes als analog, nur ohne die physikalischen Bedingungen und deren realen akkustischen Auswirkungen.

      Der größte Unterschied liegt in der Summierung und in nichtlinearen Verzerrungen sowie in den Eigenheiten der Bauteile/Schaltungen, insbesondere harmonische/disharmonische Obertöne, Rauschanteile, headroom, und durch Strom/magn.Felder bedingte Beeinflussungen sowie Wiederstandsveränderungen durch Wärme.

      Im A/B Vergleich sind die Instrumente egal, aber das Instrument nicht dem Instrumentalisten…

      … das ist der größte X-Factor ;-)
      Gruß RZ

  3. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Warumm erzeugen elektonische Bauteile mit höherer Toleranz voluminösere Klänge?

    Dadurch bekomme ich doch nur eine starke Serienstreuung.

    Dann hat man das Problem, das kein Synth klingt wie der andere…und der gekaufte nicht so gut wie der getestete beim Händler. ganz versteh ich die logik dahinter nicht…

  4. Avatar
    AMAZONA Archiv

    …das er so etwas über plugins sagt sollte Allen die sich über software lächerlich machen zu denken geben!

  5. Profilbild
    Wavemaster

    Hallo,

    ist ja alles schön und gut, aber habt Ihr der alten Suffnas auch genug Bölkstoff zur Verfügung gestellt? Schotten ohne Drogen geht gar nicht …

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