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Interview: Peter M. Mahr – The Oasys Man

AMAZONA.de:
Warum hast Du Dich für einen MPC4000 entschieden und nicht für einen der kleineren MPC Vertreter wie z.B. dem MPC 2500?

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Peter:
Zum Zeitpunkt meiner Kaufentscheidung war das MPC2500 nicht erhältlich. Aber selbst wenn und hätte ich das Geld, würde ich mich immer für das MPC4000 entscheiden. Wenngleich es aus meiner Sicht, oder lass es mich so sagen, in einer Hinsicht nicht das beste MPC ist, das AKAI je auf den Markt brachte. Denn wenn es ausschließlich um Drumsounds geht, würde ich dem MPC3000 den Vorzug geben. Mir lag aber mehr an einem einfach und intuitiv bedienbaren Sequenzer, der mich im Arbeitsfluss nicht bremst, sich durch ein hervorragendes Timing auszeichnet und einen ordentlichen Sampler bietet. Die 24bit sowie 44.1, 48 und 96kHz sind weitere Punkte, die aus meiner Sicht eindeutig für das MPC4000 sprechen. Der Sound des MPC4k, nur um da Missverständnisse zu vermeiden, ist über jeden Zweifel erhaben. Netter Nebeneffekt, wenn ich denn einmal auf Urlaub bin, kann ich es mitnehmen und damit arbeiten. Versuch das einmal mit dem OASYS…

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Nochmals zurück zum Flaggschiff KORG Oasys: Hast Du den Kauf je bereut?

Peter:
Zu Beginn hatte ich ein recht ambivalentes Verhältnis zu ihm, das ich auch schriftlich festgehalten habe und wohl mit dem mittlerweile bekannten „G.A.S.“ zu tun haben dürfte. Auf dem OASYS blog findest Du die Geschichte unter

http://blog.petermmahr.com/2007/01/17/meine-oasys-geschichte/ .

Es gibt Dinge die kritisierenswert sind, der Sequenzer dürfte da wohl ganz oben stehen. Schon alleine wie man ihn aktiviert und der gesamte Aufbau… er kann mit dem restlichen Gebotenen nicht mithalten. Wobei das für mich insofern leichter zu verkraften ist, da ich ohnedies gerne mit dem MPC arbeite. Auf der anderen Seite würde ich mich natürlich über einen besseren Sequenzer freuen, nur sollte es halt bitte kein Pyrrhussieg werden. Eine Art dp, Logic, Cubase oder was auch immer würde wohl mit Sicherheit die Rechnerleistung derart beanspruchen, dass am Ende entweder weniger Stimmen oder eine schlechtere Qualität stünden. Letzteres wäre für mich komplett inakzeptabel.

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Wo siehst Du bei Dir das Haupteinsatzgebiet für den Oasys?

Peter:
Da er für mich ein Allzweckwerkzeug ist, eigentlich in jedem Bereich in dem ich mich musikalisch bewege. Nicht umsonst steht er ja auch zentral in meinem Studio.

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Du hast den direkten Vergleich. Analog (Voyager) gegen virtuell Analog (im KORG Oasys). Wie echt klingt den der AL-1?

Peter:
Wie schon erwähnt, ich nutze mittlerweile fast nur mehr den OASYS. Vor allem im Falle der Basssounds ist man wesentlich flexibler. Oftmals lege ich zwei Sounds übereinander und nutze dann beim Spielen den Ribboncontroller dazu, das Mischverhältnis der beiden Klänge, diverser anderer Parameter der Klangerzeugung bis hin zur Effektintensität zu steuern. Da kann der Voyager nicht mit, der sich aber wieder durch andere Fähigkeiten auszeichnet.

Aber am Besten wird sein ich lasse da ein kurzes Audioschnipsel für mich sprechen: http://members.chello.at/peter.mahr/files/B.mp3. Da sehen wohl die meisten virtuell Analogen alt aus. Weiche, warme Oberheimpads bekommst Du ebenso wenig hin. Das soll jetzt keinesfalls heißen, dass der AL-1 schlecht klingt, auch die teils katastrophalen Werkssounds sollten einen da nicht in die falsche Richtung führen. Mir ist ja bis heute völlig schleierhaft wie man dem AL-1 einen Kirchenorgel-, E. Piano- und ein A. Piano-Sound mit auf den Weg geben kann, zumal KORGs Programmiererteam ansonsten sehr gute Arbeit geleistet hat. Nichtsdestotrotz, wer diese Entscheidung getroffen hat, hat dem OASYS damit keinen Dienst erwiesen und sollte sich wohl eher um die Sounds der PA-Serie kümmern.

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Was steht bei Dir für kommende Up-Dates ganz oben auf der Wunschliste für den KORG Oasys?

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Peter:
Das wird Dich jetzt wahrscheinlich überraschen, an erster Stelle steht FM, gefolgt von hervorragenden Drumsamples und von einem Vocoder wie man ihn im V-Synth findet. Der Sequenzer ist mir nicht so wichtig… da ich gerne mit dem MPC arbeite. Sollte er eines Tages diesem ähnlich sein, dann würde ich ihn allerdings mit Sicherheit nutzen, schon alleine des Timings wegen. Warum FM muss ich wohl nicht weiter erklären, oder? Mir geht mittlerweile das Löten der Speicherbatterien des TX-816s auf die Nerven, wobei ich befürchte, dass etwas derartiges wohl kaum im OASYS seinen Platz finden wird.

Warum Drumsounds wirst Du mich sicher gleich fragen? Da meine ich Naturdrumsounds, die prozessierten sind hervorragend, aber ich vermisse Akustikdrumkits. Das Roland SRX Board hat zB wunderschöne 80er Kits und von dieser Qualität spreche ich. Optimal wäre ein 60er, 70er, 80er und 90er Kit mit einer Vielzahl an Snares. Leider macht es wohl wenig Sinn die Wavedrum zu implementieren, da deren Schlagfläche wohl einen Großteil zu den unverkennbaren Sounds beigetragen hat. Dazu vielleicht noch ein Wind/Brass Modell das dass selbe Niveau aufweist wie es das Saitenmodell bietet. Dann müsste ich mir allerdings überlegen von wo ich das Geld nehme um mir noch einen zweiten zu kaufen, denn dann muss ich ein Backup haben.

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Abschließend noch eine Frage: Was war Deine größte Enttäuschung im Synthesizer-Kauf?

Peter:
Rolands JV Serie, wobei das mein Fehler war. Ich bin irrtümlicherweise davon ausgegangen, dass die eventuell auch nur annähernd so klingen wie die JDs… allerdings sind da Welten dazwischen, der JD-990 war meines Erachtens einer der besten digitalen Synthesizer von Roland.


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Wir bedanken uns bei Dir für das Interview und wünschen Dir weiterhin viel Spaß bei Deinem musikalischen Schaffen.

Den Oasys-Blog sowie viele weitere Infos und Musikstücke zu und von Peter M. Mahr finden sich unter:

http://www.petermmahr.com/


Informationen zum Song BLUE DARKNESS

solo: eberhard geitz
drums: andreas ecker
keys: pmm

Synthbass: Voyager
SyncBass: OB-8
Gegrummel, Piano, Pad: XV-88

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Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Super Interview – vielen Dank!!

    Der Oasys ist echt eine vielseitige Kiste. Ich wünsche Dir noch viel Spaß beim Musizieren.

    Viele Grüße aus Bangkok,

    Florian

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Hallo Peter,

    habe sehr aufmerksam dein interview gelesen…Toll und ziemlich spannend ;-)
    Mach weiter so und überrasche uns noch mit vielen Geschichten rund um den O.

    Viele Grüsse aus Mannheim,

    Kurt

  3. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Bezüglich des Timings der MPC4000 sind im Text widersprüchliche Aussagen zu finden:
    Zuerst wird die MPC4000 als besonders Timing-fest beschrieben, um dann später auszusagen, dass der Oasys-Sequencer ein besseres Timing habe und deshalb bei gleicher Bedienung bevorzugt werden würde.

    Also was nun?

  4. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Hallo Joachim,

    Danke für den Hinweis.

    Du beziehst Dich vermutlich auf folgende Passage:

    Zitat ".. da ich gerne mit dem MPC arbeite. Sollte er eines Tages diesem ähnlich sein, dann würde ich ihn allerdings mit Sicherheit nutzen, schon alleine des Timings wegen."

    Gemeint ist, dass das Timing des OASYS Sequenzers vermutlich besser ist, als das externer Computer basierender Lösungen, so wie zB MOTUs dp. Wenn dem so ist, dann würde ich auch den internen des OASYS' verwenden.

    Ich hoffe mich nun unmißverständlicher ausgedrückt zu haben.

    mfg
    peter

    ps: Danke für das viele positive Echo !!!

  5. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Schönes Interview mit aussagekräftigen Exkursen zur Technik. Ich würde mich über eine Fortsetzung freuen, die den Schwerpunkt auf das kompositoriche Schaffen und die Abmischung legt, denn die Songs von Peter und nicht zuletzt sein Sound wären es allemal wert.

  6. Avatar
    AMAZONA Archiv

    The Interview is no real objective.

    I'd like to think that I as a programmer who worked extensively on a Fairlight, Synclav, large subtractive modulars, and true FM, would be able to tackle the Oasys with reasonable aplomb, but alas, I can't. I find there is no fun working on the Oasys.

    -The "back check" is obnoxiously slow. You cant play fast repeated notes at all- it simply won't respond.

    -It crashed on me the 1st time in over a year- note hangs switching from patch to patch- in local MIDI mode.

    It demands that I get into ITS head instead of creating out of my own. There are days when I dread turning it on, because I know I will waste time doing the simplest of task that have been embedded in sub pages with dozens of abbreviations(despite having the largest touch screen ever on a synth) and indegenous terminology.It has sadly been reduced to just another MIDI module at this point.

  7. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Hallo Peter

    Wie sind die Soundsunterschiede zwischen Roland JD-990 und dem XV-88.Ich habe gelesen,dass der XV-88 auch JD-990 Sounds besitzt.Würdest Du den JD-990 trotzdem bevorziehen?
    Viele Grüsse von
    Rolf

  8. Avatar
    AMAZONA Archiv

    hallo rolf,

    habe eben erst, eigentlich durch zufall, deine frage gesehen. sorry daher für die späte antwort.

    kann leider keinen a/b vergleich bieten, daher rein subjektiv .. auch wenn mir der xv-88 gut gefällt, so finde ich doch den jd-990 auf eine bestimmte weise besser. für mich ist er einer der besten digitalen roland synthesizer, da kann der v-synth noch so viel bieten. für mich klingt er einfach viel zu kalt und teilweise hart. allerdings kenne ich nicht die neue generation.

    gruss
    peter

  9. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Hallo Peter!

    Zu allererst ein ganz grosses Dankeschoen fuer das gutherzige interview! Immer wieder schoen; du kommst von der Arbeit, gruebelst im AMAZONA archiv, und wirst fuendig, Synthesefreunde haben wieder ihr Herz fuer dich)) – Zum OASYS selber – mit verlaub – kann ich nicht so viel beitragen, da weder selbst angespiehlt, noch mit soundsamples umfassend ausseinandergesetzt.

    JD990 – absolut einverstanden, der kasten ist elitaer was Digitalsynthies angeht, im Vergleich zu JVs sind hier so weit ich weiss die Wandler auschlaggebend!

    Klanglich uninteressant sind fuer mich ebenfalls V-synth und Fantom, usw.

  10. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Was ich jedoch (alles friendly;)) ueberhaupt nicht nachvollziehen kann ist der JX auf der Reservebank! – Um es knapp zu halten, der JX ist fuer meinen teil der MONSTER-synthie schlechthin! Klar, in Sachen Handhabung ist er alles andere als Vorbildhaft, und doch kann ihn in seinen Koenigsdisziplinen kaum mir Bekannte das Wasser reichen; Analogwarme „Hans-Zimmer“ Pads, Auslese-Streicher als auch brachiale (sync)-leads in 12stimmiger Stattlichkeit. Ich muss sagen, neben meinen anderen Analog-Perlen (Matrix 6r, Prophet600) und samtlichen Plug-In Derrivaten, scheint kein Instrument auf mich solch eine faszination auszuueben, wie der JX-10. Und seit dem Sys-Ex HACK kommt immer mehr Patch-freude auf))))).

    Der JX – einfach nur gut!

  11. Avatar
    AMAZONA Archiv

    hai fenchelteefee,

    zunächst mal Danke für Deinen sehr netten Kommentar. ;-)

    Vielleicht sollte ich das gute Stück wieder einmal verwenden! Denn alleine die JX-Pads zeichnen sich durch eine Wärme und Fülle aus – sicher auch bedingt durch den internen und sehr guten Chorus – an die der OASYS so nicht ran kommt. Da hast Du sicher Recht. Störend finde und nicht gerade motivierend finde ich die teils umständliche Bedienung (bezogen auf andere Substraktive, versteht sich!). Aber das soll jetzt nicht als Ausrede dienen…

    Hm… Danke für den Denkanstoss!

    Beste Grüße
    Peter

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