Test: Nonlinear Labs C15 Synthesizer

15. April 2017

Time to make music

Test: Nonlinear Labs C15, Synthesizer

Test: Nonlinear Labs C15, Synthesizer

Ich erlebe es selten, dass mich ein Synthesizer vollkommen gefangen nimmt, mich die ganze Testphase fesselt und begeistert, mir sogar eine neue Spielweise und neue Einsatzzwecke aufzeigen kann. Und nun steht vor mir mit dem Nonlinear Labs C15 genau so ein Musikinstrument, das von außen betrachtet recht normal wirkt, das aber aus meiner Sicht, die Art Synthesizer zu spielen, verändern kann und wird, zumindest für diejenigen, die sich auf ihn einlassen und sich leisten können – und das ohne Midi- oder USB-Schnittstelle.

Vorab ein Hinweis: Ein ausführliches Interview mit dem Erfinder Stephan Schmitt, finden Sie HIER.

Der Nonlinear Labs C15 ist das erste Produkt der noch jungen Firma Nonlinear Labs, die von Stephan Schmitt, seines Zeichens Gründer und Mastermind a. D. von Native Instruments, gegründet wurde. Stephan hat sich aus dem laufenden Betrieb bei NI zurückgezogen und entwickelt seit ca. 5 Jahren ausschließlich den Nonlinear Labs C15, der noch in diesem April in die Serienproduktion geht und im Mai ausgeliefert werden soll. Der Synthesizer ist in jeglicher Hinsicht das „Baby“ von Stephan Schmitt. Zur Realisierung dieses Synthesizer-Projektes hat er eine kleine Schar von Programmieren und Ingenieuren um sich geschart, die in einem alten Fabrikgebäude in Berlin-Charlottenburg den Nonlinear Labs C15 nicht nur entwickeln, sondern auch dort produzieren.

Vorserie C15 Synthesizer

Für diesen Test wurde mir von Nonlinear Labs eins von fünf Vorserienmodellen des C15 zur Verfügung gestellt. Dieses Vorseriengerät ist vor über einem Jahr gebaut und im Laufe der Zeit modifiziert wurden. Stephan Schmitt hat den Nonlinear Labs C15 im vergangenen Jahr von einigen Musikern immer wieder testen lassen und Anregungen eingeholt, um das Instrument stetig zu verbessern. Das Vorserienmodell entspricht deshalb in einigen Hardware- und Software-Features nicht dem nun produzierten Serienmodell und hat auch – für ein Testmodell üblich – ein paar Eigenheiten. Stephan Schmitt hat mir versprochen, sobald die erste Charge fertig ist, dass wir noch ein Serienmodell bekommen, das ich dann auf „Herz und Nieren“ prüfen werde.

C15 noch im alten Design

Das Konzept des Nonlineal Labs C15 Synthesizer

Der Nonlinear Labs Nonlinear Labs C15 ist ein 12-stimmiges – wahrscheinlich im Serienmodell sogar 24-stimmiges – elektronisches Musikinstrument mit einer digitalen Klangerzeugung. Im Inneren des Nonlinear Labs C15 werkelt ein PC, auf dem, wie könnte es bei Stephan Schmitt anders sein, im Verborgenen Native Instruments Reaktor arbeitet. So weit, so gut. Einen PC in ein Gehäuse packen und als Standalone-Unit zu verkaufen, wurde von Korg mit dem Oasys schon vor 12 Jahren realisiert, aber was ist das Besondere und Außergewöhnliche am Nonlinear Labs C15?

Der Nonlinear Labs C15 ist vollkommen daraufhin konzipiert, ein elektronisches Musikinstrument für den Live-Musiker bzw. für den live spielenden Musiker im Studio zu sein. Es unterscheidet sich aufgrund seiner erstaunlichen Dynamik, Expressivität und flexiblen Spielbarkeit grundsätzlich von allen anderen Synthesizern mit einer Tastatur. Diese flexible Spielbarkeit wird durch ein Zusammenspiel zwischen der hervorragenden Fatar-Tastatur, den Expression-Pedalen und den Modulationsmöglichkeiten der Soundengine sowie der Soundengine selbst erreicht. Dabei erinnert er am ehesten an ein akustisches/n Klavier/Flügel, ein elektro-mechanisches Musikinstrument wie z.B. ein Fender Rhodes oder am reichen Fundus der akustischen Musikinstrumente, die alle nur live gespielt werden können.

Wenn der Name nicht schon vergeben wäre, müsste man den C15 als SynKlavier/Synclavier bezeichnen und nicht als Synthesizer. Übrigens vermeidet Stephan Schmitt selbst die Bezeichnung Synthesizer, wenn er von seinem Musikinstrument redet.

Im Grunde genommen verhält sich der Nonlinear Labs C15 zu anderen Synthesizern mit Tastatur wie der Flügel zur Orgel. So wie die Orgel durch klangliche Vielfalt versteckt, dass deren spielerische Expressivität auf der Tastatur gegen Null tendiert, geht es auch den Synthesizern, die über einer Tastatur gespielt werden, da kann auch eine lahme Anschlagsstärke und ein Aftertouch nicht darüber hinweg täuschen. Auf dem Nonlinear Labs Nonlinear Labs C15 ist dies vollkommen anders gelagert. Eigentlich müsste ich jeden Leser darum bitten, einmal auf dem Nonlinear Labs C15 zu spielen, denn es kann aus meiner Sicht nur haptisch verstanden werden, was ihn von anderen Synthesizern unterscheidet. Um nicht groß drumherum zu reden, lasse ich lieber ein Soundbeispiel sprechen:

Am Gerät selbst habe ich während des Spiels kein Potentiometer bewegt oder die Ribboncontroller genötigt. Die Modulationen worden allein durch zwei Expressionpedale, einem Dämpferpedal und das Spiel auf der Tastatur bewerkstelligt. Dieses Patch am Nonlinear Labs C15 ist recht einfach gestrickt: ein simpler Sinuston wird mittels Pedalen durch unterschiedliche Feedbackschleifen so moduliert, dass der Klang fast in ein Rauschen mündet. Was der Nonlinear Labs C15 leistet, wird dann erst durch eine Gegenprobe mit anderen Synthesizern deutlicher: Sie wirken auf einmal recht fad und regelrecht ausdruckslos.

Aber das Erstaunlichste am Nonlinear Labs C15: Er besitzt weder einen Sequencer oder einen Arpeggiator, noch nicht einmal LFOs gibt es oder irgendwelche automatisch laufende Modulatoren. Der Oberhammer kommt aber noch: Der C15 besitzt keine MIDI-Schnittstelle. Ja, es gibt sie auf diesem Musik-Planeten: die MIDI-freie Synthesizer-Zone. Der Spieler ist beim C15 im „Hier und Jetzt“ allein auf sein spielerisches Können mit den schwarz-weißen Tasten und den Pedalen geworfen. Damit ist der Nonlinear Labs C15 der wahrscheinlich ungewöhnlichste Synthesizer der letzten Jahre. Er setzt auf Kreativität durch Reduktion und gleichzeitige Erweiterung eingeschleifter Synthesizer-Wege, um dem Musiker die komplette Kontrolle über das Instrument in die Hand zu geben.

Harte Fakten C15

Das Instrument besteht aus zwei Teilen: der Base-Unit und der abnehmbaren Panel-Unit. In der Base-Unit stecken alle relevanten Komponenten des Nonlinear Labs C15: Neben den Prozessoren und einem WIFI-Modul im Inneren des Gehäuses befinden sich auf der Rückseite ein Trafo-symmetrierter Stereo-Line-Ausgang (Klinke 6,3 mm), vier Pedalanschlüsse, ein USB-Anschluss, ein Kaltgeräteanschluss und ein Netzschalter.

Vorn lächeln neben der halbgewichteten Tastatur (Fatar TP-8S mit monophonem Aftertouch), zwei sehr lange Ribboncontroller mit LEDs, ein Pitch-Stick (ähnlich den Clavia Nord Pitch-Sticks, aber viel feinfühliger, aufgrund seines Aufbaus auf magnetischer Basis), ein OLED-Display (128×32) mit vier Buttons sowie ein separat regelbarer Kopfhörerausgang und auf der gegenüberliegenden Seite ein Potentiometer für die Ausgangslautstärke an. Die Panel-Unit ist allein zur Kontrolle des „Synthesizers“ da. Es beinhaltet im mittleren Edit-Panel ein OLED-Dispaly (256×64) mit Buttons zur Bedienung des Nonlinear Labs C15 und einem Endlosdrehregler. Die vier Panels links und rechts besitzen jeweils 24 Druckschalter mit jeweils einer LED zur Auswahl der Parameter. Die beschrifteten Labels der Panels sind magnetisch und lassen sich abnehmen. Wenn in Zukunft der C15 mit weiteren Soundengines bestückt wird, können so die Labels getauscht werden. Die Panel-Unit lässt sich von der Base-Unit abschrauben, so kann die Base-Unit bei einem Live-Auftritt separat mitgenommen werden – sehr schön! Dann lässt sich der Nonlinear Labs C15 über einen Editor steuern, aber dazu später mehr.

Base-Unit

Ein wirklicher Hingucker ist das Holzgehäuse des Nonlinear Labs C15, das dem Instrument einen sehr edlen und einmaligen Charakter verleiht, das sich vom üblichen Synthesizer-Standard-Look wohltuend hervorhebt. Endlich mal eine erfrischende Idee, die das heimische Studio nicht ganz so öde aussehen lässt. Die Bodenseite der Base-Unit besteht übrigens aus Stahlblech, die Bodenseite der Panel-Unit aus Aluminium.

Weiche Fakten – Phase 22 Soundengine

Komponenten- und Signalstruktur

Wie bereits erwähnt, werkelt im Nonlinear Labs C15 NIs Reaktor. Auf ihm läuft das klangerzeugende Herzstück des C15 – die Soundengine Phase 22. Es ist das bisherige Ende einer langen Suche von Stephan Schmitt nach einer expressiven und dynamischen Klangerzeugung, die einfach aufgebaut und gleichzeitig sehr flexibel ist. Ihren Anfang nahm diese Suche vor über 10 Jahren und brachte den NI Spark hervor, der schon mit einer intelligenten Integration von Feedbackschleifen arbeitete, wie sie nun auch Phase 22 ausmacht. Stephan entwickelte im Laufe der Zeit unzählige Versionen von Phase 22, die er im Studio und bei Live-Sessions selbst spielte und testete. Eine dieser Versionen wurde 2014 von Native Instruments veröffentlicht: Kontour. Im Großen und Ganzen ist die Soundengine des C15 eine stark erweiterte und auf C15 angepasste Version von Kontour.

Phase 22 basiert im Kern auf der Phasenmodulation, die bei Yamaha und anderen unter dem Namen Frequenzmodulation (FM) vermarktet wurde und heute auch noch vermarktet wird. Um keinen Streit unter Synthesizer-Nerds anzuzetteln, lasse ich diese Aussage hier so unkommentiert stehen. Wichtig ist: Phase 22 enthält eine FM-Klangerzeugung, wenn auch eine sehr ungewöhnliche.

Komponentenansicht des Soundeditors

Beide Oszillatoren (A & B) von Phase 22 sind identisch aufgebaut. Sie besitzen jeweils eine Sinus-Schwingungsform, deren Phase gleichzeitig vom jeweils anderen Oszillator (PM A oder B), durch den jeweiligen Oszillator selbst (PM Self) oder vom Feedback (PM FB) moduliert werden kann. In den Signalpfad von PM A/B und PM Self können die hinter den Oszillator liegenden Waveshaper eingeblendet werden und ein „Chirp“-Filter, eine Eigenkreation aus der Laborküche von Stephan Schmitt, kann die hohen Frequenzen in den PM-Signalen dämpfen.

Die Frequenz lässt sich bisher nicht in Hz auslesen, was aber in späteren Updates nachgereicht werden soll. Mit Fluctuation (Fluct) wird die Tonhöhe zufällig moduliert, was im Extremfall bis zu einer Art Rauschen führt. Im Grunde genommen ist Phase 22 ein 2-Operatoren-PM/FM-Synthesizer mit variabler Carrier- und Modulator-Struktur. Crossmodulation der Phase der Oszillatoren bei jeweiliger Selbst-Modulation der beiden Operatoren ist hier ein Kinderspiel. Aber genau dieses „Kinderspiel“ macht die Einfachheit der Programmierbarkeit des Synths aus. Ich muss mich hier nicht mit Algorithmen oder Einstellungen von 6 oder mehr Operatoren gleichzeitig rumschlagen und erhalte dennoch sehr ähnliche Ergebnisse.

Aber das ist noch nicht das Ende der Oszillatoren-Fahnenstange, denn die beiden Oszillatoren-Ausgänge werden jeweils in einen Waveshaper geführt, der hier wie ein 0Hz-Sinus-Operator fungiert. Im Grunde genommen werden durch den jeweiligen Waveshaper dem Audiosignal durch Verzerrung gezielt Obertöne hinzugefügt. So wird das Klangspektrum der Oszillatoren noch einmal erweitert. Bei der Soundengine des Nonlinear Labs C15 kann sogar das Signal aus dem Feedback-Pfad hinter den Oszillatoren eingespeist werden. “FB Mix“ bestimmt dabei das Mischungsverhältnis zwischen dem Oszillator-Ausgang und dem Feedback.

Der Parameter “Mix“ bestimmt, wie stark der Shaper auf das Eingangssignal angewendet wird. Am Ende der Shaper-Einheit können die Signalpfade von A und B auch noch ringmoduliert werden. „Ring Mod“ bestimmt dabei, wie stark das Signal im jeweiligen Pfad ist. Das alles hört sich für den ein oder anderen kompliziert an, aber als ich am C15 saß und Sounds programmiert habe, war die ganze Theorie nur Makulatur. Da habe ich mich auf den Klang konzentriert und die jeweiligen Parameter verändert. Die Oszillator-Waveshaper-Sektion ist sehr intuitiv aufgebaut und lädt zum Experimentieren ein: „Was passiert eigentlich, wenn ich jetzt noch das Feedbacksignal auf die Phase des Oszillators loslasse und noch ein wenig die Selbst-Modulation erhöhe“. Mit relativ wenigen Parametern lassen sich sehr komplexe Audiosignale kreieren. Ich habe an jeder Ecke gespürt, dass die gesamte Soundengine sehr durchdacht ist und viel Zeit in deren Entwicklung geflossen ist.

Oszillator-Waveshaper-Stränge im Edit-Panel

Ach ja, bevor ich es vergesse, wer mit Phase 22 alte subtraktive Pfade beschreiten möchte,  kann dies natürlich auch umsetzen – so wie es einige schon von den neuen Yamaha FM-Synthesizern her kennen. Wenn man z.B. die Selbst-Modulation der Phase des jeweiligen Oszillators auf 100 % stellt, wird die Sinusschwingung in ein sägezahnförmiges Signal verwandelt, natürlich vorausgesetzt, dass alle anderen Parameter auf Null verweilen. Ein Rechtecksignal ist da schon etwas komplizierter, aber durchaus umsetzbar:

Der Parameter „Drive“ im Shaper darf nicht gesättigt sein, also muss auf 0 dB stehen, dann wird das Oszillatorsignal im Shaper quadriert, indem der Parameter „Asym“ auf 100 % gestellt wird, darauf im jeweiligen Oszillator die Selbstmodulation (PM Self) zwischen 60 bis 80 % einstellen und negativ zurückkoppeln, indem der Shaper-Parameter von „PM Self“ auf -100% gedreht wird. Und nun hört man ein Rechteck-ähnliches Signal. Und was lernen wir daraus? Auch Synthesizer-Nerds können am C15 viel Spaß haben. Alle anderen können am Nonlinear Labs C15 mit intuitiven Sounddesign Spaß haben. Kleines Soundbeispiel zu den subtraktiven Qualitäten von Phase 22, die mit etwas Feedback angereichert wurden:

Die Signalpfade A und B können in zwei verschiedene Filter geführt werden – das Kammfilter (Comb Filter) und das State Variable Filter (SVF). Der Kern des Kammfilters ist ein stimmbares Digital Delay mit Feedback, was von einem 2-Pol-Allpassfilter (AP Tune & AP Reson) und einem 1-poligem Lowpassfilter (Hi Cut) kontrolliert wird. „Pitch“ bestimmt über die Delay-Zeit die Tonhöhe der Resonanz, „Decay“ die Impulsantworten der Feedbackschleife und mit „Gate“ wird die Feedbackschleife nach dem Loslassen der jeweiligen Taste am Instrument gedämpft.

Wem das nicht genug ist, der kann das Delay noch mit den Oszillatorsignalen modulieren (PM). Das Kammfilter ist sehr vielseitig und flexibel einsetzbar. Viele Sounds bekommen durch das Kammfilter einen sehr musikalischen Charakter, wie wir es von akustischen Instrumenten bzw. vom Physical Modeling her kennen. Nach meiner Erfahrung mit Phase 22 muss man sich sehr intensiv mit dem Kammfilter auseinandersetzen und viel experimentieren, um sein Potential und seine Möglichkeiten zu begreifen. Neben den  sehr flexiblen Oszillatoren-Strängen ist das Kammfilter das Herzstück von Phase 22 und potenziert die Klangmöglichkeiten gefühlt bis ins Unendliche.

Das State Variable Filter ist ein Filter „alter Schule“, wie wir es alle vom Oberheim SEM her kennen. Nur dass in der Soundengine des Nonlinear Labs C15 zwei 2-Pol-Filter miteinander kombiniert werden, die stufenlos parallel und seriell miteinander interagieren, inkl. einem Offset zwischen den beiden Cutoffs der Filter (Spread). Nicht nur die beiden Oszillatoren, sondern auch der Audioausgang des Kammfilters kann gleichzeitig in das SVF geschickt und verarbeitet werden. Somit gibt es eine weitere und sehr einfache Möglichkeit, das Signal des Kammfilters zu kontrollieren, was ich in meinen Sounds gerne eingesetzt habe. Auch hier wird Flexibilität groß geschrieben: Die Oszillatoren können die Frequenz der Filter modulieren (FM).

Im Output Mixer werden die Audiosignale der beiden Oszillator-Waveshaper-Stränge, des Kammfilters und des State Varibale Filters einzeln abgegriffen und können im Stereopanorama (Pan) verteilt werden. Und auch im Output Mixer kann man nach Bedarf das Klangresultat mit einem Waveshaper abschmecken (Drive, Fold & Asymetry).

Wie  bereits beschrieben, ist man bei Phase 22 in der Lage, die Phase der Oszillatoren von einer Feedbackschleife modulieren bzw. das Feedback hinter den Waveshapern einspeisen zu lassen. Möglich wird dies durch eine Zurückführung der Audiosignale des Kammfilters, des State Variable Filters, aber auch der Signale der Effekte und des Reverbs vom Feedback Mixer aus. Der Ausgang des Feedback Mixers, wie kann es in Phase 22 anders sein, lässt sich noch von einem Waveshaper aufhübschen. Kleinste Veränderungen im Feedback Mixer haben große klangliche Unterschiede zur Folge.

Beim ersten Klangbeispiel (Synth-Piano) moduliert der Ausgang des State Varibale Filters nur mit 0,2 % Amount die Sinusschwingung. Der Feedback Mixer ist ein Eldorado für Sounddesigner. Überhaupt besitzt die gesamte Signalstruktur der Soundengine eine Flexibilität, wie man sie sonst nur von modularen Systemen kennt. Diese Flexibilität ist auch wesentlich für das Sounddesgin am Nonlinear Labs C15, denn so kann das Ausgangssignal der Oszillatoren-Waveshaper-Stränge unabhängig z.B. vom SVF bearbeitet werden und über den Feedback Mixer die Phase der Oszillatoren modulieren, während durch den Output Mixer nur das daraus resultierende Signal des Kammfilters zu hören ist.

Dem Outputmixer schließt sich eine Effekteinheit mit einem Verstärker (Cabinet), einem Gap-Filter (eine flexible Bandpassperre bzw. Bandpass), einem Flanger, einem Delay (Echo) und einem Hall an. Besonders der Hall hat mir sehr gut gefallen. Bei den meisten Klangerzeugern schalte ich immer noch einen externen Reverb dahinter, beim Nonlinear Labs C15 kam mir diese Idee nie. Sehr gut!

Wesentlich verantwortlich für das expressive Spiel am Nonlinear Labs C15 sind die drei  ADBDSR-Hüllkurven der Soundengine mit zwei Decays und einem Breakpoint dazwischen. Beispielsweise lässt sich die Release-Zeit von einem stufenlosen Haltepedal modulieren und reagiert dann wie ein Dämpferpedal am Klavier, was gerade für Pianisten und deren Spielweise essentiell ist. Aber viel mehr interessant ist aus meiner Sicht die separate Modulation der Attack- und der Release-Zeit durch die Anschlagsstärke (Velocity). Dadurch kann der Klang bei polyphonem Spiel moduliert werden. Im folgendem Klangbeispiel habe ich dies einmal hörbar gemacht.

Der Grundklang besitzt eine kurze Attack- und Release-Zeit. Wenn ich aber auf der Tastatur die Stärke des Anschlags verringere, verlängert sich die Attack-Zeit und beim „sanfteren“ Loslassen der Taste die Release-Zeit. Wow! Wie einfach, aber dennoch effektiv und expressiv.

Alle wichtigen Parameter von Phase 22 – 84 der 324 Parameter – können von vier verschiedenen Modulationsslots (Macro Controls) kontrolliert werden. Natürlich besitzt jeder Parameter dafür einen separaten Amount. Auf die vier Macro Controls lassen sich vier Pedale (inkl. einem kontinuierlichen Haltepedal), der Pitchbender, der Aftertouch oder/und die zwei Ribboncontroller routen.

Alle Hauptparameter von Phase 22 mit nur einem Hardwarecontroller zu modulieren ist damit kein Problem. Einfach die Parameter auf einen Macro Control routen, der von einem Ribboncontroller oder von einem Expressionpedal kontrolliert wird und der Spaß kann beginnen. Wer wissen möchte, welcher Parameter von welchem Macro Control bearbeitet wird, muss nur den jeweiligen Button eines Macro Controls betätigen und die LEDs der zugeordneten Parameter fangen an zu blinken. Habe ich schon erwähnt, dass der C15 eine umfangreiche Unison-Sektion enthält und sogar die gleichstufige Stimmung der Tastatur durch Micro Tuning  sich anders temperieren lässt?

Bedienung

Um die Flut von 324 Parametern zu bändigen, wurden dem Nonlinear Labs C15 ein bemerkenswertes Bedienkonzept verpasst. 96 Buttons sind auf vier verschiedene Panels verteilt,  jeder Button repräsentiert einen Parametern der Phase 22 Soundengine. Möchte ich einen Parameter bearbeiten, genügt die Betätigung des jeweiligen Buttons und der Parameter ist auf den Endlosdrehregler im Edit-Panel in der Mitte gemappt und lässt sich ohne lästige Parametersprünge bedienen.

Die 96 Parameter, die so verändert werden können, sind die Hauptparameter der Soundengine. Die meisten Hauptparameter besitzen aber noch weitere Parameter, so kann darüberhinaus z.B. die Modulationsstärke der Hüllkurve C und das Keytracking für den Cutoff im State Variable Filter eingestellt werden. Diese zusätzlichen Parameter werden bei einer zweiten bzw. dritten Betätigung desselben Buttons auf das Poti gemappt.

Um ehrlich zu sein, war ich anfangs sehr skeptisch, was das Bedienpanel des Nonlinear Labs C15 betrifft. Hat doch die Vergangenheit mit Clavia Nord Modular G2 und John Bowen Solaris gezeigt, wie eine große Anzahl von Parametern in einem guten Bedienkonzept handhabbar gemacht werden. Wie vernünftig ist dann diese Button-Endlosdrehregler-Bedienung à la Moog Source oder Synclavier? Wird das Sounddesign durch den bedienungstechnischen Zweischritt, erst Betätigung des Buttons und dann erst die Bedienung des Parameters, nicht erschwert?

Nach ein paar Tagen intensiver Sounddesignarbeit war ich von meiner Skepsis geheilt. In kurzer Zeit habe ich ohne Bedienungsanleitung wie selbstverständlich meine Sounds am Nonlinear Labs C15 „from scratch“ gebastelt. Meine Hirn-Hand-Koordination war schnell auf die jeweiligen Buttons mit den Hauptparametern und ihren jeweiligen Unterparametern konditioniert. Alles lief in kurzer Zeit wie selbstverständlich ab. Ehrlich gesagt, ist es mir noch nie so leicht gefallen, eigene Sounds zu basteln.

Dafür war nicht nur diese Button-Endlosdrehregler-Bedienung verantwortlich, sondern manchmal einfach nur Kleinigkeiten. Wenn mir eine Einstellung nicht gefallen hat, musste ich einfach nur den Default-Button im Edit-Panel betätigen und der Parameter sprang auf den ursprünglichen Wert zurück – eine simple Idee, die während des Sounddesigns das Hören und Bedienen einfach nur im Fluss hält. Alternativ dazu gibt es am C15 auch eine unendliche Undo-Redo-Funktion. Da die Feedbackschleifen schon auf kleinste Veränderungen unterschiedlich reagieren, konnte ich mit dem Fine-Button die Parameter sogar bis auf kleinste (0,1) Schritte einstellen.

Achja, und im Sound-Menü lässt sich ein eigener Init-Sound abspeichern, den man nicht erst in einer Presetliste suchen muss. Selbst die Vergabe von Presetnamen ist durch eine simple Lösung über die Buttons auf dem Bedienpanel umgesetzt. Alles lief irgendwie schnell und flüssig, ohne das ich groß überlegen musste. Im Gegenteil. Ich konnte mich sehr gut aufs Hören konzentrieren und dabei den jeweiligen Parameter intuitiv bedienen. So entstanden Klänge, die hervorragend zu meiner Art des Spiels und meiner Art des Musikmachens passten. Der Beweis für die einfache und intuitive Bedienung am C15: alle Klangbeispiele, die hier im Test zu hören sind, sind bei meiner Arbeit mit dem C15 entstanden. Hier z.B. der Sound, der am ersten Abend entstanden ist:

Wer glaubt, mit Kontour und einer Komplete Kontrol Hardware den C15 adäquat zu ersetzen, den muss ich leider enttäuschen. Dazwischen liegen Welten! Das liegt nicht nur daran, das Phase 22 gegenüber Kontour wesentlich erweitert wurde und das Bedienungskonzept des C15 auf Phase 22 zugeschnitten ist, was bei Kontour und Komplete Kontrol aufgrund des universalen Bedienungskonzept gar nicht der Fall sein kann. Sondern es liegt gerade in der oben beschriebenen Expressivität der Tastatur am C15, die die Komplete Kontrol Hardware nicht leisten kann.

Die Spielpraxis am C15

Der C15 ist ein Instrument, dass, adäquat zu akustischen Instrumenten, nur allein von der spielerischen Kunstfertigkeit des Musikers abhängig ist. Auf deutsch gesagt: spielerisches Unvermögen bestraft der C15 mit schlechter Musik. Hier bis nur du und der C15, denn als Künstler kannst du am C15 nur im „Hier und Jetzt“ bestehen. Es gibt keinen doppelten Boden, keine vorbereitete Sequenz oder irgendeine spielerische Hilfe. Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, wer das Spiel auf Tastatur und auf den Pedalen beherrscht, der wird auf dem C15 neue musikalische Ausdrucksformen in der elektronischen Musik finden und, dies ist meine Überzeugung, auch seine Musik verändern.

Damit steht der C15 in einer Reihe mit expressiven elektronischen Instrumenten wie das Haken Audio Continuum Fingerboard, das Trautonium oder das Theremin. (Sowohl das Roli Seaboard als auch das LinnStrument kommen aus meiner Sicht nicht an die Expressivität der anderen Instrumente heran.) Das Spiel auf diesen drei elektronischen Instrumenten muss aber mit hartem Training erlernt werden, gerade deswegen, weil sie, von der spielerischen Seite her gesehen, entweder einem Streichinstrument ähneln (Theremin) oder eine Mischung aus Streichinstrument und Tasteninstrument sind (Continuum bzw. Trautonium).

Das elektronische Instrument der Firma Nonlinear Labs ist da etwas anders gelagert. Seine Expressivität und Dynamik resultiert einerseits aus den nuancierten Spiel mit der Anschlagsstärke der Tastatur und dem Spiel mit den Expressionpedalen. Die Auflösung der Anschlagsstärke ist beim Nonlinear Labs C15 erheblich erweitert wurden. Üblich ist ein Bereich von 127 Schritten, der C15 löst die Anschlagsstärke mit 4000 Schritten auf. Gleichzeitig hat das Anschlags- und Loslass-Verhalten beim Spiel auf der Tastatur, wie oben gezeigt, Einfluss auf die Hüllkurven und damit auf deren modulierenden Parameter. Diese resultierende Dynamik und Expressivität des C15 ist dem Spiel auf einem akustischen Flügel bzw. Klavier ähnlich und kommt somit der Spielweise von Pianisten sehr entgegen, das kontinuierliche Dämpferpedal verstärkt diese Spielweise.

Andererseits sind die Expressionpedale, die übrigens auch mit einer Auflösung von 4000 Schritten und nicht wie üblich 127 Schritten arbeiten, integraler Bestandteil der Spielpraxis auf dem C15. Modulationen, wie sie üblicherweise von LFOs oder ähnlichen Modulatoren umgesetzt werden, werden hier mit den Pedalen praktiziert. Und zwar nicht starr in der Frequenz des jeweiligen Modulators, sondern durch das Spiel des Musikers im Bezug zur gerade spielenden Musik. Denn jeder Live-Musiker weiß, dass live gespielte Musik nicht in ein BPM-Raster gesteckt werden kann. (Klangbeispiel) Wahlweise kann die Modulation auch vom Pitchbender, dem monophonen Aftertouch oder/und den beiden Ribboncontrollern erfolgen, die alle mit 4000 Schritten auflösen. Ich habe bei meiner Spielpraxis am C15, aufgrund der expressiven Spielweise auf der Tastatur, aber hauptsächlich die Pedale benutzt, um bei polyphonem Spiel einfach die Hände frei zu haben und dennoch den Sound zu modulieren. Bei der hohen Auflösung der Hardwarecontroller wird wahrscheinlich auch dem Letzten klar, warum eine Midi-Schnittstelle für den C15 keinen Sinn macht.

Im folgenden Klangbeispiel sind das Haken Continuum und der C15 einmal zusammen zu hören. Beide ergänzen sich klanglich und spielerisch hervorragend:

Zwei Dinge noch: Ich würde es bevorzugen, wenn es eine 76-Tasten-Variante des Instruments geben würde, denn damit trägt man der klavierähnlichen Spielweise eher Rechnung. Neben dem Display der Haupt-Unit gibt es zwar zwei Oktavschalter, aber gerade bei polyphonem Spiel ist es oft gar nicht möglich, die Finger von den Tasten zu nehmen bzw. es stört einfach den Spielfluss. Mit dem Pitchbender konnte ich mich persönlich nicht so sehr anfreunden. Das lag nicht am Pitchbender des C15 selbst, denn der ist wirklich sehr feinfühlig, sondern daran, dass ich vom Continuum gewohnt bin, dass von dem Finger bzw. von der Hand, die die Tonhöhe vorgibt, auch das Pitchbending ausgeht – so wie es auch bei akustischen Instrumenten üblich ist. Ein polyphones Pitchbending käme der Spielweise auf dem C15 entgegen. Gibt es keine Möglichkeit, z.B. mittels Sensoren, dieses Problem auf einer Tastatur zu lösen? Achja, ein polyphoner Aftertouch wäre natürlich auch wünschenswert.

Das graphische Benutzerinterface des C15

Wie bereits erwähnt, lässt sich der Nonlinear Labs C15 auch über einen Soundeditor bedienen. Der Soundeditor läuft mittels Java-Script in jedem Internet-Browser und damit auf jeden WIFI-fähigen Computer bzw. Tablet. Einfach nur das jeweilige Device mit dem WiFi-Accesspoint des C15 verbinden und eine Adresse im Browser eingeben. Daraufhin erscheint im Browserfenster der Soundeditor des C15. Ja, so einfach kann die Einbindung eines Editors sein – ohne Installation eines Programms oder einer App und unabhängig von Betriebssystemen und Plattformen. Ich habe den Editor in Safari auf meinem iPad laufen lassen, wo er problemlos per Touchscreen zu editieren ging. Auf Windows Tablets empfiehlt Stephan Schmitt den Google Chrome.

Mit dem Soundeditor können alle Parameter von Phase 22 und globale Parameter des C15 bedient werden. Dabei lässt sich auf dem iPad die Ansicht des Editors mittels Gesten zoomen und navigieren. Ein Doppelklick auf Shaper B und er erscheint bildausfüllend auf dem Display, ein zweiter Doppelklick und die gesamte Ansicht von Phase 22 erscheint. Im Editor können auch die Presetbänke angelegt, benannt und organisiert werden. Übrigens gibt es im C15 kein Limit für Presets und Presetbänke. Per Editor ist es auch sehr leicht, sich pro Gig eine eigene Presetbank zu erstellen.

Bei einem Konzert kann der C15 auch ohne sein Bedienpanel mitgenommen werden, was auch nicht unbedingt gebraucht wird, da man während des Spiels über die Hardwarecontrollern besser und effektiver modulieren kann. Ohne Bedienpanel muss der C15 dann leider über den Editor bedient werden. In einem späteren Update soll dies über die Buttons und das OLED-Display der Haupt-Unit erfolgen, was ich persönlich auch sehr begrüßen würde. Ich habe bei meiner Arbeit am C15 den Soundeditor aufgrund des hervorragenden Bedienkonzeptes kaum gebraucht. Er ist aus meiner Sicht dann sehr wertvoll, wenn man einen  gesamten Überblick über das jeweilige Soundpatch möchte oder beim Organisieren von Presets.

Der Klang

In meiner 4-wöchigen Testphase mit dem C15 habe ich gefühlt nur an der klanglichen Oberfläche der Soundengine gekratzt. Hier ein funkiges Clavinet oder ein FM/E-Piano, dort Physical Modeling Sounds, die an Flöten, Percussion Instrumente und Zupfinstrumente erinnern. Experimentelle elektronische Sounds und selbst subtraktive Synthese, auch wenn sie das Instrument physisch und psychisch unterfordern, sind im C15 programmierbar. Alle Sounds klingen dabei sehr organisch und musikalisch, sind hybride zwischen akustischen und elektronischen Klängen, können von sanft über kraftvoll bis völlig verzerrt klingen. Mich hat es sehr stark an die Sounds des sagenumwobenen Yamaha VP-1, von dem wahrscheinlich nur 10 Exemplare weltweit existieren, erinnert, der klanglich in die heutige Zeit transformiert wurde.

Preis, Service und Kundenbetreuung

Der C15 wird in Berlin bei Nonlinear Labs gebaut und auch dort für 4000,- €Euro im Direktvertrieb verkauft. Wer möchte, bekommt bei einem Kauf von Stephan Schmitt höchstpersönlich eine Einführung in das Musikinstrument. Ihm ist der direkte Kontakt mit den Benutzern sehr wichtig, um gerade auch Feedback zur Weiterentwicklung des C15 zu erhalten. Nonlinear Labs bietet auch einen Mietkauf an, dann kann der C15 mit einer Mindest-Zahlung von 80 Euro pro Monat in maximal 50 Monaten erworben werden – ohne Zinsen oder anderweitige Kosten! Es ist sogar möglich den C15 innerhalb eines Rückkaufplans an Nonlinear Labs wieder abzugeben. Die zurückgenommen Geräte werden dann wieder zu reduzierten Preisen an neue Kunden verkauft. Stephan Schmitt hat gegenüber mir mehrmals betont, dass es ihm wichtig ist, jedem den Kauf des C15 zu ermöglichen und mit dem Rückkauf-Plan auch unzufriedenen Kunden das Risiko ihrer Investition zu minimieren.

Das bei Stephan Schmitts neuer Firma der Kunde wirklich im Mittelpunkt steht, erkennt man auch daran, wie man bei Nonlinear Labs mit Weiterentwicklungen am C15 umgeht. Kunden, die jetzt einen C15 kaufen, können bei Änderung der Hardware des Instrumentes ein Upgrade zu günstigen Konditionen erhalten. Also braucht keiner in Zukunft vor veralteter Hardware Angst zu haben, denn bei einem Kauf des C15 erwirbt man auch seine Zukunftssicherheit mit. Sehr vorbildlich!

Zukunft

Die Weiterentwicklung des Nonlinear Labs C15 bleibt nicht stehen. In den nächsten Jahren ist geplant, weitere Soundengines mit anderen Syntheseformen zu veröffentlichen. Ich muss gestehen, die Möglichkeiten von Phase 22  sind so mächtig und vielseitig, dass ich in den 4 Wochen keine andere Soundengine vermisst habe. Aber auch ich bin gespannt, was da wohl noch kommen mag. Des weiteren sind in naher Zukunft geplant, die Polyphonie von Phase 22 auf 20 Stimmen zu erhöhen, einen Dual Mode (Stichwort: Split & Layer) zu implementieren und Morphingfeatures zwischen zwei bzw. mehreren Parameter-Sets zu ermöglichen. Ebenso ist auch angedacht, alternative Bedienpanels zu entwickeln.

Auf eine Weiterentwicklung bin ich persönlich sehr gespannt: Stephan Schmitt hat schon einen Forschungsauftrag für eine neue Tastatur-Sensorik am C15 in Auftrag gegeben, die noch auf ihre praktische und entwicklungstechnische Umsetzung wartet. Mit dieser Tastatur-Sensorik soll auch der Tastenwinkel kontinuierlich erfasst und ausgewertet werden. Dies ermöglicht damit ein weiteres Gestaltungsmittel des Synthesizer-Klaviers C15.

Nachtrag Samstag 10. März 2018

Soeben hat Peter M. Mahr in seinem Synth-Blog einen Beitrag zum Nonlinear Labs C15 gepostet und uns erlaubt Bild (siehe oben) und Soundbeispiel hier ebenfalls zu veröffentlichen. Zum einen haben uns die Klangbeispiele wirklich fasziniert, zum anderen scheint  er sich nach anfänlicher Skepsis, wohl besonnen zu haben.

Hier gelangt ihr direkt zu Peters Blog.

YT-Video

Als Ergänzung möchten wir noch ein YouTube-Fideo hinzufügen, welches ebenfalls demonstriert, welche klangliche Kraft in diesem Instrument steckt:

Ebenfalls sehr beeindrucken, Peter M. Mahrs Video zur Filmmusik „Caves“. Hier wird deutlich demonstriert, welchen Ausdrucksstärke man alleine durch die Pedale am C15 erreicht:

Fazit

Stephan Schmitt, einer der führenden Instrumentendesigner unserer Zeit, hat mit dem Nonlinear Labs C15 nun sein Meisterwerk vorgestellt. Er hat ein elektronisches Musikinstrument für den live performenden Musiker geschaffen, das es so bisher noch nicht gegeben hat. Die Expressivität und Dynamik, die dieses Instrument ermöglicht, sind einem akustischen Klavier/Flügel ähnlich. Sie lassen sich nur mit Synthesizern vergleichen, die nicht mit einer schwarz-weißen Tastatur gespielt werden – wie das Haken Continuum, das Theremin oder das Trautonium. Dieses expressive Synthesizer-Klavier ist durch und durch eine Innovation, an der sich alle zukünftigen Entwicklungen im Synthesizerbereich messen lassen müssen. Alles ist am Nonlinear Labs C15 wohl durchdacht und hervorragend umgesetzt. Ich habe einfach keine Schwäche an diesem Prototypen entdeckt – die überwältigende Soundengine, das bemerkenswerte Bedienkonzept, das mich immer wieder zum Sounddesign einlädt und sehr einfach von der Hand geht, der hervorragende Klang, das expressive Spiel auf der Tastatur und den Pedalen. Für einen Tester von Musikinstrumenten ist das Fehlen von Schwächen und Fehlern ein sehr unbefriedigendes Ergebnis – man hat irgendwie das flaue Gefühl, etwas übersehen zu haben. Der Test des Serienmodells steht aber noch aus.

Vor allem hat Stephan Schmitt nicht den Fehler begangen und sich von irgendeinem Marketingexperten oder Wirtschaftsfachmann seine Idee von einem elektronischen Musikinstrument zerreden bzw. ausreden zu lassen. Der C15 ist nicht nach Marktanalysen, Marketinggesichtspunkten oder relevanten wirtschaftlichen Faktoren konzipiert. Mehr noch! Aus meiner Sicht verschließt er sich geradezu Parametern, die nach wirtschaftlichen Aspekten erstellt werden und öffnet sich vollständig musikalischen Gesichtspunkten. Was für ein Glück für die Musiker der elektronischen Klangkunst, die sich auf ihn einlassen!

Plus

  • Aussergewöhnlicher Klang
  • Umfamgreiches Realtime-Controlling

Minus

  • Kein Midi
  • Nur ein Encoder

Preis

  • 4.000,- Euro
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Klangbeispiele
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    wellenstrom

    Ich muss auch gesthen, dass mich schon lange kein (Hardware)Synthesizer mehr so interessiert hat, wie dieser hier. Denn hier steckt ein anderer Ansatz, ’ne anderer Philosophie hinter, hier geht es ja nicht um eine neue Klangerzeugung, sondern um eine ganzheitlichere Betrachtung eines Instruments.
    Daher mal alles angeguckt, was dazu zu finden ist, inkl. auf der Herstellerseite.
    Die klassischen Kritikpunkte lasse ich mal beiseite (fehlende MIDI Implementation). Was mich hier noch nicht überzeugt, ist die Synthengine. Hierbei handelt es sich ja um einen abgewandelten und vereinfachten 2 Osc (Träger, Modulator … whatever) FM Synth, den es schon fast im Verhältnis 1:1 als Synthesizer seit geraumer Zeit in Reaktor gibt.
    -1-

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      Holk  

      Gute Frage .. vielleicht liegt’s an der Fatar – Sensorik weil die Anschlagsstärke bereits 32 Midi Kanäle pro Taste auflöst und kein Lüfter für die möglicherweise durch den Polyphonen Aftertouch nochmals erweiterten Modulationsmöglichkeiten dann notwendige höher taktende CPU in’s passiv gekühlte Gestamtkonzept passt oder so …

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        Holk  

        Es kann natürlich auch instrumentaler Bestandteil des Konzepts sein, dass dieser Klangerzeuger an Stelle des obligatorischen Breath Controllers halt eine andere monophone Komponente haben soll .. will sagen .. ich finde es echt cool dass es mit Nonlinear Labs eine Firma gibt die ein für live und frei spielende Musiker neu entwickeltes elektronisches Instrument anbietet.

        Da werden weitere Syntheseformen kommen und wenn nötig auch neue EDV Hardware, andere Tastaturen und neue Bedienpanels gleich mit dazu. Das ist ja schon eine mutige Ansage. Im Prinzip wird sich das Instrument also der Kundschaft über die Jahre entsprechend deren Resonanz anpassen und auch immer wieder mal mit neuen Ideen überraschen. Das hat unternehmerischen Jazz und ist auf jeden Fall eine abgefahrene Geschichte.

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    wellenstrom

    Jut, nicht sonderlich sensationell. Sämtliche Klangbeispiele die ich hören konnte, klingen auch dementsprechend, schön für Glockiges, Glasiges und Metallenes, gut zum Emulieren von Saiteninstrumenten und E-Pianos – aber das ist es m.E. auch schon. Im Prinzip alles, was ein gut ausgestatteter FM Synth auch kann. Bisher konnte mich da noch nichts wirklich auf Klangebene vom Hocker hauen, wenn man mal von einer durchaus sehr feinen Auflösungsmöglichkeit der Modulationen absieht. Untenrum fehlt mir in den Beispielen, die ich hörte, der Schub, der Punch, auch Pads und Stringsounds wirken auf mich nicht wirklich weich. Meiner Meinung nach sollten dahingehend noch weitere Klangbeispiele angefertigt werden (also z.B. auf der Produktseite). Dass das Dingen kein Allrounder sein will, ist mir schon klar. Aber dieses Instrument grenzt sich für mich auf klanglicher Ebene einfach nicht weit genug vom FM Klassiker ab, um eine Art Alleinstellungsmerkmal innezuhaben. Auch die Spielhilfen für sich genommen sind ja nicht wirklich etwas komplett neues. Insofern sehe ich hier jetzt nicht ein Instrument in der Tradition eines Melltotrons, eines Trautoniums oder der ersten Moog Synths.

    -2-

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      Organist007  AHU

      Ja, da bin ich ganz bei Dir.
      Mein Yamaha SY99 kann da auch so einiges, und der hat nur 1/10 des Preises gekostet (gebraucht natürlich).

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    wellenstrom

    Idee, Ansatz, Konzept gefallen mir wirklich,und Stephan Schmitt gönne ich den Erfolg, weil er ein Visionär mit Arsch in der Hose ist.
    Ich habe aber meine Zweifel daran, dass man den C15 zukünftig häufiger auf Bühnen, im „Orchestergraben“ oder in Musikschulen antreffen wird.
    Hoffentlich liege ich da falsch.

    -3-

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    mdesign  

    lebendigkeit, haptik, gefühl – interessanter ansatz, finde ich gut. allerdings finde ich dafür das allzu klassische keyboard nicht ganz adäquat, selbst mit – evtl später erhältlichen – sensoren.

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    AMAZONA Archiv

    So toll ich das Konzept finde, die Klangbeispiele wissen mich bis dato nicht so recht zu überzeugen. Das was der Tester eingangs mit seinem Vergleich zu einem Klavier/Flügel beschreibt, dieser Eindruck will sich bei mir als Zuhörer nicht einstellen. Mag sein, dass er beim Spielen beflügelt. ;) Aber irgendetwas fehlt mir am/im Klang… Etwas verwundert hat mich ausserdem, dass ein derartiges Instrument mit monophonem Aftertouch ausgestattet ist. Wenn der Fokus auf Expression und Klangformung gerichtet ist, scheint mir das nicht schlüssig. Bei aller aktueller Kritik finde ich das Konzept aber dennoch sehr, sehr gut. Auch den Umstand dem spielenden Musiker ein ausdrucksstarkes Instrument unter die Hand zu legen, erachte ich als äusserst begrüssenswert. Allein vom klanglichen Ergebnis bin ich bis dato aber eben nicht überzeugt. Aber vielleicht ändert sich das ja im Serienmodell. Das Finanzierungsmodell ist ebenfalls ein sehr sportlicher Zug.… da wird wohl kein Weg daran vorbeiführen die Reise nach Berlin anzutreten.
    Übrigens, Danke für den sehr guten Testbericht, der heute in Raten erschienen ist. :)

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    wellenstrom

    @ pmm

    Auch schon alle Beispiele auf der Herstellerseite gehört/ gesehen?

    Da haben wir schon eine recht umfangreiche Übersicht.

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      AMAZONA Archiv

      Mache ich gleich. Danke für den Hinweis.

      Gruss,
      Peter

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      AMAZONA Archiv

      So, habe die Demos auf der Herstellerseite durchgehört. In dieser Form klanglich nicht mein Ding.

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    Viertelnote  AHU

    inwieweit kann man die klanglichen Ergebnisse mit dem Korg Z1 vergleichen?
    Der PM Gedanke wurde ja auch von Technics mal aufgegriffen (WSA1).

    Nebenbei ist das Instrument hier auch noch ein sehr schön anmutendes Möbelstück:)

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      TobyB  RED

      Hallo Viertelnote,

      ich hab die Kiste auf der Musikmesse anfingern und hören können. Das Gerät ist eine Hausnummer, sowohl vom Sounddesign und vom Ansatz. Auf MIDI zu verzichten ist schon eine Ansage. Ich könnte es nicht, da ich viel zu faul bin zum Noten schreiben. Mit dem Korg Z1 und MOSS würde ich den C15 nicht in einen Topf werfen. Das wird beiden Geräten nicht gerecht. Klanglich ergänzen sie sich aber. Johannes verweist ja explizit auf OASYS und Reaktor. Das Konzept vom C 15 geht wesentlich weiter als MOSS/OASYS. Ich find das Ding spannend. Solltest du Gelegenheit haben es mal anzutesten, mach es.

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        Viertelnote  AHU

        danke für deine Antwort. da mich der Z1 und auch der WSA1 immer wieder aufs neue begeistern, werde ich das mal weiter verfolgen. ohne midi ist zwar schade, aber einige Pianisten haben ihr Piano midifizieren lassen, von daher:) absampeln würde zwar auch gehen, aber das Instrument will ja gespielt und erlebt werden.

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          TobyB  RED

          Hallo Viertel,

          der Z1 ist schon ein guter Synth. Man darf sich von seinem Äusseren nicht täuschen lassen. Den C15 samplen, das erachte ich nun als Unsinn, das ist der Kiste die Seele nehmen. So ein Sample ist ja statisch. Da üb ich doch doch lieber. Ich denke mal, wenn sich diese Kiste gut verkauft, wird man noch einiges an Modellen sehen. Potential ist da. Wenn ich alleine überlege was für Potential Reaktor hat. Ich meine ich ziehe mir CVs aus dem Rechner und haue die ins System 1m rein. Oder baller CVs und Audio in den Rechner aus dem System 1m und wurste das mit dem Reaktor. Da ist schon Potential.

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    Filterpad  AHU

    Gab es nicht mal eine Synthesizerschmiede mit dem Namen „New Englands Digital“ oder so ähnlich? Jedenfalls erinnert mich das Gerät und auch der Sound irgendwie daran. Vom Design fast einer der schönsten, den ich die letzten Jahre gesehen habe und ein „modern Eyecatcher“ für jedes Studio. Klang hat beim ersten anhören schon eine gewisse Ähnlichkeit mit heutiger Software (typisch FM), aber hier muss man das Gerät als Individuum sehen.

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      wolftarkin  AHU

      Oh, ein Quiz. :-)
      Das Holz vom Synclavier war aber irgendwie dunkler.
      Vielleicht aber auch erst nach Nikotin-Applikation.
      ;-)

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      TobyB  RED

      Hallo fichter,

      NED. Fairlight, womit wir wieder beim Yello Interview sind.

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    Son of MooG  AHU

    So ganz kann ich die Begeisterung des Testers nicht teilen, den der C15 bietet vom ersten Wow-Effekt abgesehen eigentlich nichts, was ein guter FM-Synth nicht auch könnte. Ich bin aber auch kein Pianist, der ja ganz andere Anforderungen stellt; immerhin wurde der C15 in der Piano-Abteilung auf der MM gezeigt, und ich werde mich jetzt wieder mehr meinem TX81Z widmen…

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    8 Bit Fighter  

    Die Kiste klingt wie typischer FM Synth,aber ohne Aliasing. Die Klangbeispiele kann auch eine alte billige FM- Kiste von Yamha oder Korg locker ausspucken.

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    psv-ddv  AHU

    Das Teil kann erheblich mehr als klassische FM Boliden.
    Mal abgesehen von den resonanzfähigen Filtern, dem dynamischen und glockenklaren Klang, etc. ging das was ich beim Rumschrauben erlebt habe klanglich eher in die physical modelling Richtung.
    Unbedingt mal selber antesten, das Teil macht Spass!
    Die Werkslibrary ist derzeit wohl noch im werden.

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    DanielT

    So lobenswert ich neue Ansätze ja finde und auch den Mut einen Hardware-Synth zu bauen.

    Letztendlich ist es aber NI Reaktor und auch die Klangbeispiele spiegeln das wieder. Zum 1000 mal die selben alten Sounds.

    Zudem gibt es genug Hardware-Synths, die Reaktor qualitativ locker in die Tasche stecken. NI klingt m.E. einfach steril und nach Plastik.

    Und dann noch ohne Midi. Und das alles für EUR 4000,- (!). Das ist der Schmidt-Synthesizer für Reaktor LIebhaber. Ein Sammlerstück.

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    THEXCEE  

    Gratuliere, wirklich schöne neue Hardware. Und mit wahrscheinlich extrem viel Entwicklungsarbeit.
    Nun, seit kurzem habe ich den SY-77 zu Hause.
    Ein echter Rocker mit FM vom Feinsten.
    Vieleicht kann der C15 in Zukunft mehr in die Ecke Synclavier liefern.
    Inklusive seiner Hardware wäre das ein etwas runderes Bild was seinem Anspruch an Hochwertigkeit besser nach käme.

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      Organist007  AHU

      jaaaa, die guten alten yamahas sy 77 und 99 !!

      nur von der programierung her sind sie sch…se, der klang ist aber toll und lebendig, nach wie vor !

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    Teufelskerl  

    Wenn ich mich nicht täusche, ist die Synthesestruktur des C15 exakt die vom Native Instruments Kontour.
    Und der kostet nur 99€.

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    anttimaatteri  

    soweit ich weiss, hat die „hardware“-variante des synths für den c15 eine weitaus höhere auflösung als das plugin mit nur midi-auflösung.

    das ding kann schon ne ecke mehr als das plugin.

    ps: steht auch im test ;D

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    thomascolumbo

    Schönes Sammlerstück, nur nach den Klangbeispielen zu urteilen, leider nichts, aber auch gar nichts Interessantes zu hören, weil typisch kalt digital, mal billig FM bzw. PM mal etwas besser, aber nichts Neues. Schade! Aber vielleicht kann man das Teil bald mal persönlich ausprobieren…

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    calvato  

    ich finde es toll, wenn sich jemand wieder mehr der expressivität von instrumenten verschreibt als den selbstspiel-modi moderner synthesizer.
    auch wenn mich die klangbesispiele nicht restlos überzeugen, so erinnern sie gerade in den flächen an die „flüssigen“ sounds von vangelis‘ CS80-eskapaden.

    leider habe ich den eindruck, dass man das alles auch mit meinem (leider vor ewigkeiten verkauften) TG77 und ein paar clever programmierten controllern auch hätte umsetzen können.

    wahrscheinlich müsste man das teil wirklich mal selber spielen um sich von der faszination zu überzeugen. ich hätte da sicher großen spass dran….

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    AMAZONA Archiv

    Bin sehr beeindruckt. Man muss hier ganz klar die Zielgruppe sehen. Das Teil ist nicht für Produzenten, die hauptsächlich mit Abspielautomatisierung arbeiten und deren motorische Fähigkeiten auf dem Instrument sich deshalb auch nie wirklich weiterentwickeln. Sondern hier denkt mal einer an Musiker, die noch wissen, was das direkte Spielen eines Instruments ohne Automatisierung für ein Potential an musischen Erfahrungen beinhaltet, die mit DAWs und Sequenzern niemals erreichbar sein werden. Das zeigt auch die schier unstillbare Sucht nach immer neuen Sounds, die einen Ersatz für genau diese verlorenen Erfahrungen darstellt. In einer Zeit, in der die Freude am Musizieren immer mehr hinter Musikproduktion in Vergessenheit gerät, ist das für mich ein sehr erfreulicher Schritt in die richtige Richtung.

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    Findus  

    Joe Zawinul hätte wolhl sehr viel Freude an diesem expressiven elektronischen Musikinstrument gehabt.

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    Rekardo Rivalo  

    Ich bin der Meinung, es ist ein mutiger Schritt so ein Instrument zu entwickeln und anzubieten. Die Zielgruppe ist mit Sicherheit auch vorhanden, auch ohne Midi. Ich schaue mir das Teil auf jeden Fall auf der Superbooth an.

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      thomascolumbo

      Sicherlich mutig, eine bereits bekannte Software in einen Computer mit Keyboard und schönen Holzteilen zu stecken, Hartmann´s Neuron ist da mal vor nicht allzu langer Zeit grandios gescheitert. Das Problem bei diesen computerbasierten Geräten ist, dass sie technologisch sehr schnell veralten… 4000 EUR ist ne Menge Geld, mögen die verbauten CPU´s derzeit noch aktuell sein, im nächsten Jahr sind sie aufgrund der allgemeinen Weiterentwicklung aber nur noch ein Bruchteil wert. Derartige Konzepte werden einfach vom Zahn der Zeit sehr schnell weggefegt. Wie leistungsfähig ist denn zB heutzutage noch das sündhaft teure VPiano von Roland ? Ok, das mit den Pedalen ist ja bei dem C15 ein nettes Gimmick, aber NEU schon gar nicht…

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    robertprinz  

    Wäre es nicht toll, den Ribbon Controller als Stepsequencer zu implementieren? Sollte das nicht irgendwie möglich sein?

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    SimonChiChi  AHU

    Kein Midi??? Weil der Erfinder offensichtlich meint, nur virtuose Spieler dürfen daran an sein Instrument? Warum darf der Spieler das nicht selbst entscheiden? Bescheuert!

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    Florian Anwander  RED

    Ich hab diesen Test jetzt erst entdeckt. Daher ein etwas später Kommentar.
    .
    Seltsam, wie sich alle auf das „is doch nur FM für Arme“ stürzen. Ich hab den C15 zweimal jeweils etwa eine Stunde auf der Superbooth gespielt und mich auch ausgiebig mit Stephan Schmitt unterhalten.Von daher habe ich für mich mitgenommen: Dies ist KEIN FM-Synthesizer.
    .
    Der Kern des C15 ist in erster Linie die Karplus-Strong-Engine! Deren Erreger arbeitet allerdings mit ausgefuchster FM Technik. Und dafür reichen zwei Operatoren allemal.
    .
    Ich hab mich daraufhin mal hingesetzt und einen KarplusStrong-Patch für den Nordmodular mit einem 2OP FM-Synth angeregt. Da kommt man ziemlich schnell bei dem raus, was der C15 auch macht.
    .
    Den Basispatch für den NM1 (ohne FM-Erreger) gibts hier: http://www.....strong.pch

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      earthcon

      Zustimmung, was das Thema „FM“ betrifft; die Kiste kann einfach mehr.
      M. E. klingen die Karplus-Sachen auf dem Nordmodular anders. Ebenso geht es mir mit dem SOLARIS/John Bowen, der ja für Karplus prädestiniert ist. Da gibt es eben doch Unterschiede im Signalweg, die den C15 anders klingen lassen.

      Durch seine fragilen Klänge läßt sich der C15 übrigens gut für Mehrspurrecording verwenden. Das klingt nie zu dick, sondern angenehm transparent.

      Übrigens: MIDI vermisse ich nicht; was natürlich auch an meiner Arbeitsweise liegt

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    iggy_pop  AHU

    Ich bleibe dabei, daß ich das Design grenzwertig finde und das Gerät in natura tatsächlich an ein Yamaha Porta-Keyboard im Kiefernholzmöbellook aus dem schwedischen Stilmöbelhaus Deines Vertrauens erinnert, aber klanglich macht das Teil schon was her — ist mal nicht Mini Moog im Multipack oder wieder ein Analoger, der so tut, als wäre er ein anderer Analoger…

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    costello  RED

    Ich konnte den C15 auf der aktuellen Superbooth spielen und war sehr angetan. Die Library ist inzwischen sehr gewachsen und zeigt, was der Synthesizer drauf hat. Wunderbare Santur- und Kotoklänge waren dabei, aber auch sehr lebendige Patches, die man mit bis zu drei Pedalen verbiegen kann.

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    MichFisch00  

    Ein shöner Test und ein wunderschönes Instrument.
    Meine Pros:
    – Neue Versionen sind ja auch in einem dezenten schwarz (Holz) zu bekommen.
    – Die auf Herstellerseite verfolgte Langlebigkeit und Kundenbindung finde ich sehr gut.
    – Nun, Stephan Schmitt spricht für sich.
    – Die Synthesefunktionen klingen sehr vielversprechend.
    – Gerade die direkte Parameterbedienbung am Gerät ist prima.
    – Tolle Klänge

    Meine Cons:
    – So speziell die Synthesefunktion auch ist, im Endresultat habe ich bisher keinen Sound gehört, den ich so oder ähnlich nicht auch schon in meine Soundlib habe.
    – Bei den Spielhilfen würde ich mir mehr erwarten. z.B. touche von expresivee
    – Kein Midi geht leider gar nicht. Ja, ich verstehe die Idee dahinter und ja, gespielte Musik klingt oft viel besser als „gesetzte“ und erdachte. Mir geht das selbst auch immer so. Man MUSS aber ja nen doppelten Boden a la Midi nicht verwenden. Ich finde da den Capture Ansatz von Ableton Live den besseren. Hier ist dann das Stichwort „total Recall“. Theoretisch geht das auch mit Audio, da sind wir dann aber beim nächsten Minuspunkt.
    – Wenn so auf Klang gesetzt wird, würde ich eine digitalen Ausgang erwarten. Da wandle ich dann nämlich lieber DA mit meinem ADI-2 pro FS R BE und AD brauchts erst gar nicht.

    Leider findet er daher so nicht den Weg in mein Setup.
    Schade :-(

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