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Interview: Yamaha Japan

5. Juli 2014

Über Massenmarkt, Nischenprodukte und eine geheimnisvolle Ankündigung

1887: An einer Grundschule von Hamamatsu geht das Harmonium kaputt – ein Ereignis von historischer Tragweite! Denn weil sich niemand mit der technischen Seite des aus Amerika importierten Instrumentes auskennt, wird ein befreundeter Techniker mit der Reparatur beauftragt. Dieser versteht zwar auch nichts von dem Instrument, weil er auf medizinische Gerätschaften spezialisiert ist, doch gelingt es dem findigen Mann, das Harmonium wieder in Gang zu bekommen. Mehr noch, er ist von dem Instrument so begeistert, dass er sich darauf hin ein eigenes baut. Sein Name: Torakusu Yamaha.

Yamaha Hamamatsu 2

Shogo Ito, Kazunari Suzuki, Yuji Yamada (v.l.n.r.)

Was mit dieser netten, kleinen Anekdote begann, wurde in über 125 Jahren zum weltgrößten Unternehmen für Tasten-, Blas-, Schlag- und Saiteninstrumente. Da schmerzte es mich umso mehr, dass sich bei meiner kleinen Besuchsreihe von japanischen MI-Firmen ausgerechnet hier kein Vor-Ort-Termin einrichten ließ. Aber immerhin konnte ich mich während einer ausgelagerten Mittagspause mit drei Mitarbeitern aus der Keyboard/Synthesizer-Sektion verabreden. Bei Hamamatsus lokaler Spezialität Aal sprach ich mit Shogo Ito (Assistant Manager Synthesizer Section), Kazunari „Kaz“ Suzuki, (Assistent Manager SY Sales Section) und dem Ingenieur Yuji Yamada in lockerer Atmosphäre über Yamahas derzeitige synthetische Befindlichkeiten.

Amazona:
Könnt ihr bitte erst einmal kurz euren Arbeitsbereich umreißen und sagen, welche Instrumente „auf euer Konto“ gehen.

Kazunari „Kaz“ Suzuki:
Wir drei arbeiten zusammen in der gleichen Abteilung für Synthesizer. Die Synthesizer-Sektion umfasst Workstations wie Motif und MOXF, aber auch Stage Pianos wie das CP3, S90 usw. Shogo und ich machen das Marketing, während Yuji in der Entwicklung arbeitet.

Amazona:
Was war das erste Gerät, bei dem ihr dabei gewesen seid?

Yuji Yamada:
Ich bin noch gar nicht so lange dabei, erst rund ein Jahr.

Kaz:
Bei mir war es der MOXF. Shogo ist schon länger dabei und hat u.a. die ganze Motif-Reihe begleitet.

moxf6

Forum
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    greekotronic  

    Wie wär’s denn mit einem 8-stimmigen VL-Synth mit FM & Formant Shaping und viele Knöppen? Träumen darf man doch noch….

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    TobyB  RED

    Sehr schön der Jim… Kebu ist schon ein cooler Player. der SY1 klingt schon cool.

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    AMAZONA Archiv

    Nettes Interview, auch wenn der Informationsgehalt letztendlich nicht sehr weit über Smalltalk hinauskommt. Aber ihr scheint Spaß gehabt zu haben, und das ist ja auch schon was.
    Und jetzt ist es an der Zeit, mich mal so richtig unbeliebt zu machen:
    Kebu war mir bisher noch kein Begriff, aber dank YT konnte ich mir einiges anschauen, wovon mir aber wirklich nix gefiel. Ich steh halt nicht auf dieses Oldschool-Synthie-Gebimmel.
    Aber der Track mit dem SY+1 ist (so nett das Video auch gemacht ist) wirklich schlimm. Als proof-of-concept (dass man abzüglich Drums einen ganzen Track mit dem Ding machen kann) vielleicht noch tauglich; musikalisch aber wirklich schmerzhaft.
    Ich kennd as Gerät selbst nicht, aber es scheint ähnlich wie Rolands SH1000/2000 u.ä. über die damaligen „Natursounds“ zu verfügen. Nette Sache, aber wirklich nur in der historischen Retrospektive.

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      TobyB  RED

      Hallo Andreas,

      Sicher, Kebu polarisiert. Das ist auch gut so, ich finde den schon ganz gut, er ist sicher nicht der Weltbeste Keyboarder, hat aber ein gutes Spiel. Die Coverversionen sind sicher nicht Jedemanns Sache. Seine eigenen Tracks find ich dagegen recht gut. Unbeliebt geht anders. Ich fand, trotz Gurkenmaske,Jims Interview kurzweilig, auch wenn der Informationsgehalt sehr dürftig war. Wenigstens ist mir jetzt klar warum es von Yamaha kaum/keine neuen Synths gibt.

      Grüsse ToB

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    Betancourt  

    Was mich interessieren würde: galten denn Synthesizer auch zu DX7-Zeiten schon eher als Nischenprodukte (bei Roland scheint das ja ebenso gesehen zu werden) oder ist das der Entwicklung der letzten 10-15 Jahre in Form der „Computerisierung“ der Studios geschuldet?
    Wenn man die Antworten so liest, kann man sich ja fast schon Sorgen darüber machen, daß Yamaha sich irgendwann ganz aus diesem Bereich zurückzieht. Es wäre ja nicht das erste Mal, daß etablierte und kompetente Unternehmen den Bereich der (elektronischen) Musikproduktion aufgeben wie das Sony, Kawai, Casio oder auch Panasonic mit Technics schon früher getan haben. Und das, obwohl alle diese Unternehmen sehr gute bis spitzenmäßige Produkte entwickelt hatten (z.B. die Sony Oxford Konsole).
    Es bleibt dann wohl auch abzuwarten, ob es nochmal einen neuen Motif geben wird, wenn man bei Yamaha das Zeitalter der großen Workstations abgelaufen sieht. Nun gut, wir werden es ja sehen, aber ich hoffe doch sehr, daß Yamaha sich auch in Zukunft weiterhin in der Nische herumtreibt.

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    der jim  RED

    Natürlich werden von Yamaha keine konkreten Auskünften zu ungelegeten Eiern gemacht, wie bei anderen Firmen auch nicht. Ich denke aber, das (neben der Ankündigung zum 17. Juli) da doch noch was demnächst kommen könnte.
    Aber der Blick in der Ginza-Zentrale, das war schon ein Reality-Check, zu sehen wo Prioritäten sitzen.
    Ganz den Synth-Sektor aufgeben wird Yamaha sicherlich nicht. Selbst Casio hat ja letztes Jahr wieder die Fühler ausgestreckt, zwar zaghaft/halbherzig aber immerhin.

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