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Interview: BoBeats, Synth-Tuber aus Schweden

Interview mit dem erfolgreichsten Synth-Tuber aus Schweden

4. Mai 2024

BoBeats im Interview auf der SUPERBOOTH. Wir vom Team DelayDude (Sonja & Christoph) haben den Synth-Tuber BoBeats jetzt schon mehrmals auf der Synth-Messe in Berlin getroffen und wir sind einfach nur begeistert von der schwedischen Frohnatur mit dem Faible für Synthesizer. Seit Jahren begeistert BoBeats mit seinem Wissen über Synthesizer, Groove-Boxen, Effektgeräte und modulare Systeme auf YouTube rund 122.000 Follower und unzählige Gelegenheitszuschauer.

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Mit Sachverstand und Enthusiasmus stellt er mit einem bezaubernden schwedischen Akzent Gear für Freunde der elektronischen Musik vor, erklärt, probiert aus und gibt Hilfestellungen zu unterschiedlichsten Problemen. Dabei ist es sich nie zu schade, auch mal über sich selbst zu lachen. Sein Video über den doch eher mäßigen Erfolg beim Bau eines 60,- Dollar-Drone-Synth-DIY-Kit ist legendär.

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Synth-Tuber BoBeats erzählte uns im Interview, dass er aktuell damit beschäftigt ist, sein eigenes Heimstudio im eigenen Haus auszubauen und lässt die Welt Schritt für Schritt an diesem Unterfangen teilhaben. Dementsprechend könnten seine Videos auch spannend für Leute sein, die sich selbst ein Heimstudio einrichten wollen.

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Wohl wissend, dass Bo Spezi und Brezn liebt, erschienen wir vom Team DelayDude (Sonja & Christoph) mit eben jenen Köstlichkeiten zum Termin für das BoBeats Interview auf der SUPERBOOTH. Wir plauderten mit dem herzlichen Musikfreak über seinen musikalischen Werdegang von den Anfängen mit Trance in den 1990er-Jahren bis hin zum YouTuber mit einer riesigen Fan-Gemeinde. Außerdem erfuhren wir, dass der Alltag eines Synth-Tubers nicht ganz so glamourös ist, wie manch einer denken mag, welches Gerät Bo auf eine einsame Insel mitnehmen würde und wie sein aktuelles Setup gerade aussieht.

Die musikalische Entwicklung von BoBeats

Sonja:
Hallo Bo, wie geht es dir?

BoBeats:
Hallo. Vielen Dank, dass ihr dieses Interview mit mir macht. Ja, die Dinge sind gut. Ich meine, sie könnten nicht besser sein. Wir sind hier im sonnigen Berlin zur SUPERBOOTH. Und da die Pandemie hinter uns liegt, ist es so schön zu sehen, wie alles wieder zum Leben erwacht und die Energie wirklich zurückgekehrt ist. Das macht Spaß.

Christoph:
Wir würden gerne von dir wissen, welchen musikalischen Hintergrund du hast, wie bist du zur Musik gekommen und was hörst du momentan so?

BoBeats:
Im Moment höre ich ziemlich viel Pop. Das, was meine Kinder so hören. Ich denke, das sind etwa 90 %. Ich höre viel elektronische Musik. Ich weiß nicht, sehr minimalistische elektronische Musik, irgendwie obskures Zeug. Ich versuche immer, Dinge zu finden, die ich noch nie gehört habe. Aber ich mag auch viel von dem, was meine Kinder hören, einige andere Popmusik und andere elektronische Musik, die ihnen Spaß macht. Wisst ihr, wenn man Kinder hat, ist es irgendwie so, dass die immer entscheiden und sie interessieren sich auch sehr für Musik.

Bobeats interview

Ja, die Fans lauern auch auf der SUPERBOOTH. Aber BoBeats weiß, wie man sie zum Schweigen bringt.

Was meine eigenen musikalischen Wurzeln angeht, so habe ich Ende der 90er-Jahre mit Trance, Eurodance und solchen Sachen angefangen. Dann hatte ich eine Zeit, in der ich versucht habe, Hip-Hop zu machen, aber dann habe ich irgendwann gemerkt, dass ich zwar rappen kann, mich aber nicht so sehr für alten Hip-Hop-Gesang interessiere,und habe das irgendwie hinter mir gelassen. Und später habe ich YouTube genutzt, um mich einfach auszudrücken. YouTube als Möglichkeit, mich auszudrücken, ist großartig. Ich mache viel regionale elektronische Musik und so. Alles, was ein bisschen out of the box ist, würde ich sagen.

BoBeats und die SUPERBOOTH

Christoph:
Du warst ja schon oft auf der SUPERBOOTH. Wann warst du zum ersten Mal hier und warum kommst du immer wieder?

BoBeats:
Ich war 2019 das erste Mal hier und ich komme immer wieder, weil es einfach großartig ist, Menschen zu treffen, die die gleiche Leidenschaft haben wie ich.

Sonja:
Was unterscheidet die SUPERBOOTH von anderen Musikmessen?

BoBeats:
Die Superbooth unterscheidet sich von anderen Messen dadurch, dass es sich eher um ein Treffen von Synthesizer-Enthusiasten und -Machern handelt, als um eine kommerzielle Veranstaltung.

Christoph:
Was ist dementsprechend dein ultimativer Tipp zur SUPERBOOTH?

BoBeats:
Jeder, der sich für Synthesizer und Musiktechnologie interessiert, sollte zum SUPERBOOTH kommen, denn es ist eine tolle Zeit, mit anderen Nerds abzuhängen, Musik zu hören und die neueste Technologie kennenzulernen.

BoBeats im Interview

Der Alltag als Synth-Tuber und welches Gerät für ihn noch erfunden werden müsste

Sonja:
Wie sieht ein typischer Arbeitstag als YouTuber aus?

Bobeats:
Du weißt, es beginnt damit, dass ich zu meiner Limousine komme und mein Chauffeur fährt mich zur Arbeit und du weißt, es kommt natürlich eine Tasse Kaffee, die mir serviert wird.

Nein, es ist eher so, dass die Kinder schreien, sie wollen nicht zur Schule. Ich hole mir Haferbrei. Ich fahre mit meinem kleinen Fahrrad ins Studio.

BoBeats Musiker Superbooth

Limousine mit Chauffeur oder doch eher mit dem Fahrrad? BoBeats auf dem Weg zur Arbeit.

Normalerweise ist es sehr banal. Von außen mag es ein bisschen aufregend klingen, weißt du, du kannst alle coolen Synthesizer ausprobieren. Aber es ist so, dass mir jemand einen Synthesizer schickt und du dann das Handbuch durchliest, man recherchiert viel über das Produkt, denn in kurzer Zeit muss man das Gerät gewissermaßen beherrschen. Und dann geht es viel um das Schreiben von Drehbüchern und die Vorbereitung für Videodrehs und wir machen dann Musikdemos mit den Synthesizern und so weiter. Ich schätze, es ist eine Art strukturierter Job, wie ein normaler kreativer Job. Und es gibt auch viel Raum, um einfach mit Synthesizern und Sounds herumzuspielen. Also ich denke, das ist es.

Sonja:
Welches Gerät müsste für dich noch erfunden werden?

BoBeats:
Ein Octatrack drin, aber nur mit einem Elektron-Workflow des Digitakt und dann noch mit einem Sequencer. Also, das Octatrack mit dem Digitakt in einem Synth und wir könnten loslegen. Ich wäre glücklich.

Elektron Octatrack MK2

Christoph:
Großartig. Ich denke das ist eine gute Idee. Kommen wir zur nächsten Frage: Welches Gerät würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?

BoBeats:
Ich würde sagen, das Analog Four von Elektron. Es ist ein sehr vielseitiger Synthesizer, so etwas wie ein All-in-one-Synthesizer. Du kannst es als Groove-Box verwenden und es hat alle Sounds an Bord, die ich brauche, um einen kompletten Song zu erstellen. Und man kann es genauso verwenden, als würdest du einen vollwertigen Synthesizer spielen. Ich denke, das ist eine sehr wichtige Sache. Ja.

BoBeats Hardware-Geräte, Setup und das neue Studio

Sonja:
Jede Hardware hat ihre Grenzen. Aber warum wollen deiner Meinung nach die meisten Musiker trotzdem eine Hardware-Version?

BoBeats:
Ich denke, dass wir heute noch mehr als früher in einer Welt voller Bildschirme und multifunktionaler Geräte leben. Und deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es sich um eine Wiederbelebung handelt, ziemlich begrenzte Hardware-Geräte zu nutzen. Geräte, deren Funktionalität bis in die 90er-Jahre zurückreicht, die Leute aber immer noch davon begeistert sind. Ich glaube, dass wir heute vor allem dem ganzen Lärm und den digitalen Informationen entfliehen wollen, die von überall her auf uns einströmen. Wir wollen also weg von den Bildschirmen, wir wollen etwas, das praktisch und greifbar ist. Allein die Tatsache, dass man es satt hat, davor zu sitzen und auf den Computer oder das Telefon zu schauen, was auch immer es ist. Und die Leute sagen: „Okay, aber habt ihr diese kleinen Displays nicht satt?“ Aber das ist die Sache. Ein gutes Hardware-Instrument ist nicht so sehr auf den Bildschirm angewiesen. Es ist auch wie ein Bildschirm mit geringerer Helligkeit. Ich denke also, dass dieser völlig dominante Bildschirm nie wirklich lebendig ist. Es ist bei Instrumenten noch relevanter.

BoBeats Studio Synth-Tuber

Das neue Studio von BoBeats – alles noch im Prozess des Werdens

Sonja:
Wie sieht dein persönliches Setup gerade aus?

BoBeat:
Das Herzstück ist ein Finegear Modmix, das ich zusammen mit Syntakt und Drumbrute nutze. Dazu habe ich dann noch mein auf Synthesizer ausgerichtetes Pedalboard.

Bobeats Gear superbooth 24

Sonja:
Du richtest dir ja gerade ein eigenes Studio in deinem Haus ein. Magst du uns etwas darüber erzählen? Was läuft gut, was eher weniger und was war der Plan hinter dem ganzen Projekt?

BoBeats:
Ich habe in einem Gebäude neben meinem Haus ein Studio gebaut. Bisher lief es ziemlich gut, aber die größte Schwierigkeit bestand darin, die Kosten mit dem in Einklang zu bringen, was ich realistischerweise brauche. Zum Beispiel: Wie viel Schallschutz brauche ich wirklich? Da ich kein Aufnahmestudio betreibe, ist es nicht unbedingt totenstill, aber ich möchte auch nicht gestört werden. Es war also eine Menge Arbeit, den Sweet-Spot herauszufinden. Und ich habe außerdem eine Menge Geld gespart!

Wir hatten viel Spaß mit BoBeats im Interview auf der SUPERBOOTH und bedanken und herzlich für dieses wunderbare Interview. Wir haben viel gelacht, viel erfahren und freuen uns schon auf seine nächsten Videos und die Treffen bei der SUPERBOOTH in Berlin.

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 Beats  Keys  Studio  Vintage
Forum
  1. Profilbild
    Flowwater AHU

    Was für ein sympathischer YouTuber. Bei den Videos von BoBeats geht mir immer das Herz auf. Ich sehe mir zwar nicht alle Videos von ihm an; wenn mich ein Gerät nicht interessiert, dann naturgemäß eben eher nicht (das gilt zum Beispiel auch für loopop). Aber wenn es um allgemeinere Themen geht oder eben von mir favorisierte Geräte, dann her damit. So geschehen in den letzten Wochen mit dem »Argon8« und dem »Cobald8« (ersteren habe ich seit heute (megafreu)). BoBeats schafft es mit seinen Videos, dass man irgendwie immer Bock bekommt, einfach was zu machen.

    Eine ganze Zeit lang habe ich seinen Kanal links liegen lassen, weil mir seine Sachen ein wenig zu oberflächlich waren. Dann habe ich aber seinen »Summer of Synth« entdeckt, wo er andere YouTuber einlädt, ihre Lieblings-Geräte zu »prämieren«. Das finde ich toll. Und seitdem habe ich den »Spaß« in seinen Videos entdeckt und mich wieder erinnert, warum ich selber das alles eigentlich mache. Ja, ein rundherum knufte Typ. 🌞👍

    PS: Wie heißt er eigentlich mit bürgerlichem Namen? Oder habe ich das überlesen? Oder will er das im Geheimen lassen? 😝

  2. Profilbild
    Lumm

    Bei den Videos von BoBeats merkt man direkt, dass man es mit einem ehrlichen und kompetenten Profi zu tun hat. Er beleuchtet zu jedem Gerät die Vor- und Nachteile, die möglichen Alternativen und die mögliche Zielgruppe. Er hat mich lustigerweise eher von Käufen abgehalten als mich dazu verleitet. Ich höre ihm gerne zu und mag seinen Humor. Auf jeden Fall Danke an BoBeats für seine tolle Arbeit 👍

  3. Profilbild
    Kazimoto AHU

    Hier eine kurze Zusammenfassung:
    BoBeats geht’s gut, findet die Superbooth großartig, hört viel Popmusik, seine Kinder schreien und wollen nicht zur Schule, er isst zum Frühstück Haferbrei, fährt danach mit Minibike zum Studio, er mag dawless und Geräte von Elektron, sein neues Heimstudio braucht kaum Schallschutz, er liest viel Bedienungsanleitungen, schreibt Drehbücher und macht Filme für das Internet. Ein Leben im Spannungsfeld zwischen den 90ern und der Gegenwart.

  4. Profilbild
    Sonja (Team DelayDude) RED

    Ich kann mich auch nur wiederholen: Das Treffen mit Bo hat wahnsinnig viel Spaß gemacht! 😁Und jedem, der ihn vielleicht noch nicht in sein Herz geschlossen hat, sei dringend empfohlen, in ein paar Tagen auf die SUPERBOOTH zu gehen und ihn dort persönlich zu treffen! 😉

  5. Profilbild
    mofateam

    Ein sympathischer Mensch, dessen Tests ich mir aber zunehmend seltener ansehe, weil ich noch nie ein originelles, gutes oder wenigsdtens klanglich inspirierendes Stück Musik von ihm mit dem vorgestellten Equipment gehört habe.

    Ein Gegenbeispiel ist zum Beispiel der krasse Jam von Anthony Rother mit der Perkons, ich habe seitdem heftigste Kauflust, die bis jetzt nur vom doch heftigen Preis gebremst wird.

  6. Profilbild
    Atarikid AHU

    Aha, aus Schweden. Hatte ich nicht auf dem Zettel, fand nur seinen Dialekt immer sehr nett :). Schau ich mir immer wieder gerne an (Ok, sehr oft sogar wenn ich ehrlich bin ^^)

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