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Kaufberatung: Pedalboard Zubehör & Equipment für Gitarristen

3. August 2021

Pedalboard Zubehör - ein umfassender Guide

Die Pedalwelt hat in den letzten Jahren viele Veränderungen durchgemacht – daran gibt es nicht viel zu rütteln. Nie gab es mehr Firmen, mehr Innovation, mehr spannende Entwicklungen. Oder nicht? Gibt auch nicht wenige Stimmen, die der Meinung sind, dass aktuell Stagnation vorherrscht. Sehe ich persönlich anders, wenn auch 2021 definitiv im Vergleich zu den Vorjahren eher mager ausgefallen ist. Die aktuelle Versorgungslage erschwert vielen Pedalbauern die Produktion und sorgt für Engpässe und Verzögerungen im üblichen Turnus. Von Earthquaker Devices beispielsweise kam schon länger nichts mehr. Boss werfen mit Waza Craft-Auflagen und Tonebenders um sich, aber so wirklich innovativ ist das auch nicht. TC Electronic haben ein bisschen Winterschlaf, Strymon hat die letzten Jahre genug erneuert und lehnt sich jetzt ein bisschen zurück und Eventide…nun ja. Eventide ruhen sich auf dem H9 aus. Dürfte sich auf lange Sicht auch erstmal nicht ändern.

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Wir wollen euch nichtsdestotrotz hier eine praktikable Kaufberatung an die Hand geben, die sich einfachen Fragen stellt: Was braucht man an Zubehör für ein vollständiges und brauchbares Pedalboard? Wie organisiert man die Stromversorgung, welche Patchkabel machen wann Sinn, was gibt es für DIY-Optionen? Und wie befestigt man die verflixten Dinger überhaupt? Wir haben in Sachen Equipment und Zubehör mal richtig hingesehen und zeigen euch, was bei der Konzeption und dem Bau des Pedalboards zählt und worauf zu achten ist.

Pedalboard Kaufberatung – self made oder kaufen?

Es spielt durchaus eine Rolle – das Fundament. Ich persönlich kenne einen Bassisten, der seine Darkglass- und EHX-Pedale auf ein Holzbrett montiert hat. Bisschen abgeschrägt hat er’s ja, der Gute. Sehr praktisch also. Aber das geht besser.

Kaufberatung: Pedalboard Zubehör & Equipment für Gitarristen

Auf dem Markt gibt es inzwischen eine breite Palette an Pedalboards von allen unterschiedlichen Marken, die ihr auf dem Schirm haben solltet. Bevor wir zu den wichtigsten Namen kommen – was ihr definitiv im Vorfeld klären solltet: der Umfang. Arbeitet ihr mit einer Handvoll Stompboxen, oder baut ihr ein Spaceship? Augenmaß ist nicht – am besten einfach wirklich alles mal anschließen miteinander, platzieren und ausmessen. Sonst fehlen euch am Ende ein paar wichtige Zentimeter, und das gute Stück kann zurück.

Kaufberatung: Pedalboard Zubehör & Equipment für Gitarristen

Die Soulman Pedalboards aus Finnland sind ein besonders gutes Beispiel hochwertiger Boardkunst

Es ist übrigens definitiv auch davon abzuraten, die Pedaltrain ohne Dämpfung und Schutz einfach in die Tasche zu packen und diese umzuschultern. Habe ich Musiker tun sehen, und da zieht sich mir persönlich alles zusammen. Polsterung ist wichtig – es sei denn ihr wollt den used Grunge Look bei euren Stompboxen. Hierfür unbedingt die passenden Rockcases nutzen wie die folgenden Beispiele:

Ob ihr die flache oder die abgeschrägte Pedalboardversion bevorzugt, ist euch überlassen. Ich persönlich könnte mir nicht vorstellen, mit einem komplett flachen Board zu arbeiten. Vor allem die hinteren Pedale erreicht man nur bei abgeschrägten Boards – alles andere erschwert das Leben nur unnötig. Egal ob schräg oder flach – beides gibt es typischerweise entweder in Holz- oder Aluminiumausführung und jeder denkbaren Größe – von Nano bis Schlachtschiff. Folgende Marken bieten ein breites Größenspektrum und sollten von euch angesehen werden:

Pedalboard Zubehör & Equipment für Gitarristen

Effektboard Beratung – Befestigung der Effektpedale

Wenn es darum geht, dafür zu sorgen, dass eure Pedale in Reih und Glied bleiben, gibt es gemeinhin zwei „Denkschulen“, wenn man so will. Der einen ist Flexibilität wichtig: Mag sein, ihr habt euch gerade auf eine Signalkette eingeschossen und seid davon überzeugt, sie bis ans Ende aller Tage auf diese Weise zu spielen, nur um dann nächste Woche festzustellen, dass der Phaser nach dem Delay irgendwie…nun ja, interessanter klingt. Für diese Fälle ist Klett die Lösung – stabil genug, um den Transport des Pedalboards zu gewährleisten, aber flexibel genug, um solchen Impulsen Rechnung zu tragen. Hier ein paar der gängigen Klettnamen:

Wem Klett suspekt ist (auch wenn – da brauchen wir uns nichts vorzumachen, die Qualität inzwischen gut genug ist um jedes schwere Analog-Delay sicher und fest aufs Board zu bannen), der greift eher zu Kabelbindern oder sogenannte Mounties. Vor allem für tourende Musiker, die ihr Board ständig ein und wieder auspacken, ist dies die einzige, wirklich in Frage kommende Lösung, die extreme Sicherheit gewährleistet.

Pedalboard Aufbau – die Stromversorgung

Der vielleicht schwierigste Punkt ist die Stromversorgung eurer Pedale. Gleich vorweg: die meisten Pedale arbeiten mit 9 Volt Spannung, nur in Sachen Stromstärke gibt es durchaus Unterschiede zwischen Zerren und Multieffektgeräten. Nichtsdestotrotz sind die meisten Netzteile mit mehreren Anschlüssen gut in der Lage, eure Stompboxen mit der richtigen Anzahl Ampere zu versorgen. Die Gesamtstromstärke, die Obergrenze eures Netzteils, sollte selbstredend nicht überschritten werden. Aber wenn ihr euch an der üblichen Signalkette orientiert: Boost, Drives, Modulation, Delay, Reverb, ist das eher unwahrscheinlich. Eher, wer sich sein Board ausschließlich aus Strymon- und Line6-Boxen zusammenhaut, sollte schauen, dass er ein möglichst starkes und ausdauerndes Netzteil zur Hand nimmt – wie das Strymon Zuma.

Kaufberatung: Pedalboard Zubehör & Equipment für Gitarristen

Pro forma komme ich um die Erwähnung der Daisy Chain nicht herum, kann aber hier nur ehrlich eingestehen, die Dinger wie die Pest zu meiden. Fair ist das nicht unbedingt – im Prinzip erledigen Daisy Chains ja auch ihren Job – namentlich den Strom an eure Pedals einfach zu verteilen. Aber Daisy Chains bedeuten auch zusätzliches Kabelchaos, lassen sich irgendwie nicht vernünftig unterbringen und sehen einfach schlampig aus ohne Ende. Dann lieber doch eher ein vernünftiges Netzteil. Nichtsdestotrotz, der Vollständigkeit halber:

Kaufberatung: Pedalboard Zubehör & Equipment für Gitarristen

Die meisten Netzteile bieten 6-8 9 Volt Anschlüsse sowie 2-3, wo ihr die Voltzahl auf 12 oder 18 erhöhen könnt (oder auch absenken, was bei manchen Fuzz-Pedalen gut funktioniert). Unbedingt gilt es zu vermeiden, 18 Volt durch ein 9 Volt zu Pedal zu jagen, und achtet auf galvanische Trennung der Stromausgänge, um Brumm- und Störgeräusche zu vermeiden. Was die Befestigung der Netzteile angeht, gibt es nicht wenige Pedalboards mit dafür vorgesehene Fächer an der Unterseite, aber ich persönlich habe meine beispielsweise einfach mit Kabelbindern unter das Brett befestigt. Ein paar starke Netzteile, auf die ihr was geben solltet, sind folgende:

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Zubehör für den Bau eines Pedalboards – Patchkabel

Bei den Patchkabeln gilt es vor allem, die richtige Länge zu planen. Nicht zu lang, nicht zu kurz. Gleich vorweg – ich rate dringlichst davon ab, Patch Connector zu verwenden. Die kleinen, kabellosen Stecker mögen zwar auf den ersten Blick sehr attraktiv sein, da platzsparend. Aber die Teile erzeugen bei kleinsten Erschütterungen einen ordentlichen Zug in der Buchse des Pedals – daher auch der Name Buchsenkiller.

Kaufberatung: Pedalboard Zubehör & Equipment für Gitarristen

Gängige Namen sind Pro Snake oder Summer Cable, aber de facto gibt es eine ganze Reihe von Marken, von denen keine wirklich schlecht ist. Summer Cable ist immer verlässlich und gut verarbeitet, aber die Steckköpfe sind etwas breit – das kann bei manchen Pedalen dazu führen, dass man in unmittelbar benachbarte Buchsen nicht mehr reinkriegt. Ich persönlich arbeite hauptsächlich mit Flat Patch Kabel von Rockboard, die meines Erachtens am ehesten Platz sparende Alternative, die buchsenschonend ist und eine gute Signalqualität gewährleisten.

Effektboard bauen Tipps & Tricks & Zubehör

Andere gehen den Weg mit DIY-Kabeln, die wir hier bei Amazona auch schon beleuchtet haben, beispielsweise beim Rockboard Patchworks Cable Set. Abmessen, abschneiden, draufstecken – und gut ist. Ich persönlich habe keine Erfahrung mit dem Patchworks-System gesammelt und kann nicht beurteilen, wie praktikabel das Ganze am Ende des Tages ist. Erfahrungsberichte gibt es gute wie schlechte und der dominante Kritikpunkt ist anscheinend der, dass die Steckköpfe nicht zu 100% stabil sind.

Effektboards bauen – Bypass & Buffer

Es gibt ein Problem, das mir persönlich immer wieder mal Kopfzerbrechen bereitet hat. Mein persönliches Pedal-Setup besteht aus einigen Pedalen – ein Drittel geht über den FX-Loop in meinen Amp, aber eine nicht unerhebliche Anzahl von Pedalen bildet nichtsdestotrotz eine rechte lange Signalkette, die ich vor die Vorstufe packe. Der Klangverlust, den ich dadurch habe, ist nicht unerheblich.

Effektboard bauen Tipps & Tricks & Zubehör

Wenn einige Pedale mit True Bypass arbeiten – das heißt, mit der schlichten Umgehung sämtlicher Schaltkreise und eine direkte Anbindung des Eingangssignal mit dem Ausgangssignal  – kann das dazu führen, dass hier eine direkte Weitergabe des Signals über mehrere Pedale zu einem ordentlichen Verlust der Höhen und Brillanz führt. Aber das hochohmige Gitarrensignal kann in ein niedrigohmiges verwandelt werden mithilfe eines Buffers. Das ist gemeinhin das, was mit Buffered Bypass bei Pedalen gemeint ist – ein integrierter Buffer im Pedal, der die Impedanz ändern kann. Nicht wenige – vor allem digital arbeitende Pedale neuerer Generation – bieten einen Switch zwischen Buffered und True Bypass an. Es lässt sich also nicht anders sagen: Hast du eine lange Signalkette, achte darauf, deine Pedale entweder in einen Buffered Bypass Modus zu versetzen oder dir einen Buffer zu nehmen und ihn in die eine Signalkette zu platzieren. Wohin? Nun, das musst du am besten selbst rausfinden. Man sollte es meiden, den Buffer vor den Zerren zu setzen, weil das zu einer Abschwächung und Dämpfung der Zerrsounds führen kann. Recht weit vorne, aber hinter den Zerren den Buffer zu positionieren ist definitiv keine schlechte Idee.

Dass ich damit einen Vorschlag mache, der in vielen Musikerkreisen kontrovers ist, ist mir bewusst. Buffer verändern den Sound nämlich ebenfalls, minimal, aber eben faktisch. Und viele Gitarristen glauben auch nicht so recht an die Wirksamkeit von Buffern, im Gegenteil. Am Ende des Tages gilt es, abzuwägen, wie der eigene Sound einzuordnen ist und welche Faktoren ihn beeinflussen – hast du viele True Bypass-Pedale und nicht einen einzigen Buffer in der Signalkette – sei es durch Buffered Bypass, einen eigenständigen Buffer oder gar ein mit Buffer ausgestattetes Stimmgerät – wirst du Klangverluste bei den Höhen und der Klarheit verzeichnen. Und das klingt schnell dumpf. Mit einer kleinen Handvoll True Bypass-Pedale kommst du jedoch ohne Buffer aus – auch wenn hier die Qualität der Pedalhersteller entscheidend ist.

Pedalboard Zubehör – kleine Helferlein

Zwei Dinge haben mich besonders lange gestört, und es hat gedauert, bis ich eine Lösung fand, mit der ich einigermaßen zufrieden war. Das große Kabelproblem – Kabelsalat unter dem Board, wo man es nicht sieht, ist hinnehmbar, so lange man nichts umstecken oder umbauen will. Spätestens dann wird einem bewusst – ein bisschen Ordnung ist Gold wert. Die einfachste Lösung hierfür: Kabelbinder – auch die gibt es zuhauf bei Thomann oder beim Baumarkt.

Effektboard bauen Tipps & Tricks & Zubehör

Ein weiterer Punkt – wenn die Umschaltung vor allem bei drei Reihen von Pedals schwerfällt oder Pedale so nah beieinander sind, dass man gut und gerne mehre Fußschalter gleichzeitig erwischt, müssen Topper her. Diese Gummi-Footswitches stülpt ihr über euren Fußschalter, et voilá – das Erwischen der Fußschalter und das Umswitchen fallen erheblich leichter.

Effektboard bauen Tipps & Tricks & Zubehör

Pedalboard und Effektboard – das Thema DIY

Wem Custom nicht Custom genug, geht noch einen Schritt weiter und lässt sich direkt vom Professionellen ein Board zusammenzimmern. Ist das dann noch DIY? Streng genommen nicht, aber es ist zumindest hochgradig individuell. Ich muss zugeben, selbst mit dem Gedanken gespielt zu haben, aber bislang fahre ich mit meiner selbstgebauten Methode (noch) ziemlich gut. Es hat nur definitiv etwas für sich, von jemandem ein Board genau nach seinen Vorstellungen bauen zu lassen, inklusive Klappebene und integrierter Stromversorgung. Deutschlandweit gibt es eine Reihe von Pedalboard-Spezialisten, die sich unter anderem genau darauf spezialisieren:

Wer sich, bevor er in einem entsprechenden Laden aufschlägt und seine Ideen präsentiert, ganz konkrete Vorstellungen nicht nur auf dem Papier machen will, für den gibt es eine Reihe großartiger Pedalplaner online, die tadellos funktionieren und euch die Kritzelei und Tagträumerei ersparen. Die zwei wichtigsten Namen hierfür dürften sein:

Soviel erstmal zu unserer Übersicht – wir hoffen, dass wir euch ein ungefähres Bild vermitteln könnten, wenn du deinen Anfang machst und dir darüber im Klaren zu werden versuchst, was beim Bau eines Pedalboards zu beachten ist und welcher Zubehör nötig ist. Viele Wege führen nach Rom – am Ende wirst du deinen eigenen finden müssen. Ist ja auch das eigentlich spannende an dem Ganzen.

 

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Forum
  1. Profilbild
    herw  RED

    Ich bin kein Gitarrist und habe auch nur sehr wenig öffentlich gespielt (maximal fünf mal?). Ich bin trotzdem vom Anblick der wohl angeordneten Effekttreter fasziniert (schöner Artikel). Beim Anblick auf das Kabelgedöns im Eingangsbild streuben sich mir allerdings alle Haare: Unfallgefahr pur. Wenn die Kabel schon so lang sind, dann sollte man sie doch wenigstens so legen, dass man nur über ein Kabel fällt und nicht gleich zehnmal hintereinander 🈲😅

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