Marktübersicht Audiointerfaces für Gitarre

29. März 2020

Audiointerfaces für Gitarristen - ein Marktüberblick

Ein Audiointerface für Gitarristen – Gitarre aufnehmen am Computer, kann in Corona-Zeiten und Quarantäne einen entscheidenden Unterschied für das seelische Befinden ausmachen. Kreativität hilft – und sei sie nur um ihrer selbst willen. Das richtige Audiointerface für Gitarre muss einige wichtige Kästchen abhaken. Während man also in Covid-Zeiten auf Hilfsgelder wartet, business as usual betreibt oder die Zulegung des Audiointerfaces nicht weiter aufschieben will: Wir listen euch hier Audiointerfaces auf, in günstiger und in höherer Preis-Riege, die besonders geeignet für Home-Recording von Gitarre sind.

Grundsätzlich sollte man sich entscheiden, ob man auf interne oder externe Interfaces zurückgreifen möchte. Interne Interfaces werden innerhalb der Rechner verbaut – Stichwort PCI- oder PCI-X-Bus, eine Variante, die vor allem in großen Studios mit leistungsstarken Rechnern Verwendung findet. Für den gewöhnlichen Gitarristen sind also externe Interfaces naheliegend. Grundsätzlich gilt, dass das Interface folgende Merkmale aufweisen sollte:

  • eine 6,3 mm Klinkenbuchse
  • einen USB-, FireWire- oder Thunderbolt-Anschluss, den auch der Rechner teilt
  • einen ASIO-Treiber für den Fall, dass auf DAW-Software (z. B. Ableton, Cubase) zurückgegriffen wird
  • einen Treiber, der vom Betriebssystem unterstützt wird.

Home-Recording von Gitarre – Hi-Z-Eingänge

Es gibt hier und da Missverständnisse hinsichtlich der Hi-Z-Eingänge von Audiointerfaces. Hi-Z-Anschlüsse besitzen einen höheren elektrischen Widerstand, sind hochohmig und gemeinhin geeignet für die Abnahme von Gitarren. Doch wie bereits in unserem Gitarren Pickup-Feature zum Unterschied von Tonabnehmern dargelegt, gibt es wichtige Unterschiede von Pickups – und die kommen auch bei der Wahl des Audiointerfaces zum Tragen.

Aktive Tonabnehmer, die mit eigener Stromzufuhr arbeiten, brauchen keinen hochohmigen Anschluss und transportieren das Signal mit ausreichender Stärke. Wenn das Signal aktiver Tonabnehmer in einen Hi-Z-Anschluss gespeist wird, rauscht es recht schnell – das Signal übersteuert. Hi-Z-Anschlüsse sind in erster Linie also für Gitarren mit passiven Tonabnehmern geeignet. Besitzt die Gitarre aktive Tonabnehmer, reicht es, den regulären Line-In zu verwenden. Viele zeitgemäße Audiointerfaces besitzen sowohl Hi-Z-Eingänge als auch reguläre Line-Ins oder Anschlüsse, die zwischen beiden Modi hin- und hergeschaltet werden können.

Gitarren-Audiointerfaces für zu Hause – die Verkabelung

Die meisten Audiointerfaces besitzen sowohl symmetrische als auch unsymmetrische Anschlüsse. XLR-Anschlüsse sind prinzipiell symmetrisch – zwei entgegengesetzt phasige Innenleiter erlauben hier den Stromfluss, während bei unsymmetrischen die Abschirmung als Rückleiter fungiert. Das kann für haufenweise Störgeräusche durch angrenzende Stromflüsse und damit verbundene Fremdspannungen sorgen. Audiointerfaces arbeiten mit „balanced“, symmetrischen Anschlüssen, die auch mit TRS gekennzeichnet sind, oder eben „unbalanced“ Anschlüssen. Während viele Audiointerfaces zwischen „balanced“ und „unbalanced“ hin- und herschalten können, ist für euch Gitarristen der Unterschied gar nicht so entscheidend: Das Signal, das eure Tonabnehmer liefern, wird unsymmetrisch verarbeitet. Koaxial- und Quad-Kabel brauchen euch also nicht zu interessieren – euer typisches Gitarren- und Bass-Kabel liefert nur ein Signal und ist dementsprechend unsymmetrisch. Dieses kann aber auch in symmetrische Eingänge eingespeist werden kann. Das heißt konkret: Die symmetrischen Buchsen eures Audiointerfaces geben das entsprechende Signal raus, wenn ihr ein unsymmetrisches Signal einspeist. Doch die meisten Audiointerfaces besitzen unsymmetrische Hi-Z-Eingänge für das Abnehmen von Gitarren.

Zu Hause Musik aufnehmen als Gitarrist – Anschlüsse und Preamps

Die häufigsten Anschlüsse dürften wohl FireWire, USB und Thunderbolt sein, wobei Letzteres die höchste Übertragungsrate mit bis zu 2500 MB/s aufweist. Auch in Sachen Treiber hat sich mit ASIO ein Standard etabliert, der besonders robust und effizient ist. Die meisten Interfaces unterstützen ASIO-Treiber, trotzdem sollte man beim Kauf da ein Auge drauf haben. Des Weiteren steht aus praktischen Gründen immer die Frage im Raum, ob die Gitarre über ein Mikrofon aufgenommen wird, das den Sound über das Interface in den Rechner speist oder ob die Gitarre direkt ins Interface eingeklinkt wird. Auch hier ergeben sich je spezifische Vor- und Nachteile. Die meisten Interfaces besitzen die Möglichkeit, über Vorverstärkerfunktionen das eingehende Signal zu regulieren und sind je nachdem, was die Preisklasse hergibt, neben Homerecording auch für die Situation innerhalb des Proberaums geeignet.

In den eigenen vier Wänden mit Mikrofonen abzunehmen, könnte die Geduld der Nachbarn schnell etwas strapazieren. Für den Fall, dass ihr das Signal eures Combo-Verstärkers abnehmen oder es zusätzlich mit Gesang versuchen wollt, gilt es, auf einen hochwertigen Vorverstärker innerhalb des Audiointerfaces zu achten. Der Preamp hebt das schwache Output-Signal von Mikrofonen auf ein annehmbares Level. Das oftmals vorhandene +48V-Lämpchen aktiviert die Phantomspeisung, die zum Einsatz kommen sollte, wenn ihr beispielsweise Kondensatormikros nutzt oder Mikros ohne eigene Spannungsversorgung – boostet das Signal also noch mal zusätzlich. Wer sich in Sachen Mikrofonierung von Verstärkern zusätzlich informieren möchte, dem sei dieser Mikrofon-Workshop ans Herz gelegt.

Audiointerfaces für Gitarre – Monitoring und Latenzen

Ein großes Thema bei Audiointerfaces ist das Monitoring. Die Verzögerung von Einspeisung und Ausgabe des Signals kann es unmöglich machen, Tracks und Spuren aufzunehmen. Dafür gibt es Direct-Monitoring, das dafür sorgt, dass die Ausgabe eures Eingangssignal ohne Zeitverzögerung  und synchron zum Ausgangssignal dazu gemischt wird. Die meisten Audiointerfaces arbeiten so, dass sie vor der AD-Wandlung, also vor der Digitalisierung des analogen Signals, das Eingangssignal zum Ausgangssignal dazumischen – das sorgt für eine nahezu latenzfreie Aufnahme. Die meisten Audiointerfaces für Gitarre arbeiten auf diese Weise.

Davon abzugrenzen ist Software-Monitoring. Dieses hat auch nichts mit der DAW zu tun, mit der ihr arbeitet, sondern erfolgt über einen DSP-Chip, der im Audio-Interface verbaut ist und der – unter anderem – das Eingangssignal und das der laufenden Spuren in Echtzeit zusammenmischt. Dieses kommt vor allem zum Einsatz, wenn ihr viele Eingangssignale habt, die aufeinander abgestimmt werden müssen. DSP-Monitoring ermöglicht oftmals Klangkorrekturen des Raumes in Echtzeit, durch den Einsatz von EQs, Hall und Kompression. In erster Linie dient DSP Monitoring also nicht der Reduktion von Latenz, sondern der Korrektur und Kalibrierung des Sounds bei ungünstiger Raumakustik. Entsprechend kommt DSP-Monitoring in erster Linie bei professionellen Studioaufnahmen zum Einsatz. Wer mit Plugins oder im kleinen Rahmen zuhause arbeitet, muss also nicht wirklich darauf achten, ob sein Interface DSP-Monitoring betreibt. Es gibt auch Stimmen, die der Meinung sind, dass DSP-Monitoring eine gewisse Klang-Minderung mit sich bringt – zumindest bei analogen Signalen, da hier eine zweifache Konversion stattfindet – A/D und D/A – und dass da eben was verloren geht. DSP-Monitoring leistet im Grunde in Echtzeit einen Arbeitsschritt, den Ihr zumeist in der DAW im Anschluss leistet: Das Boosten oder Zurücknehmen bestimmter Frequenzbereiche und den Einsatz von Filtern und EQs. Für das Home Recording von Gitarre ist DSP Monitoring also nicht spielentscheidend, wenn eine DAW sowieso im Spiel ist.

Audiointerfaces für Gitarre – eine Marktübersicht

In Sachen Ausführung, Umfang und Funktionen hat sich im Laufe der letzten Jahre auch in niedrigen und mittleren Preisklassen eine ordentliche Auswahl angesammelt. Hier erfahrt ihr, welche Modelle ihr als Gitarristen für welche Preisklasse auf dem Schirm haben solltet.

Audiointerface – Presonus Audiobox USB 96

Praktisch, klein, mit USB-Stromzufuhr ausgestattet und einer großartigen DAW: Das Presonus Audiobox USB 96 besitzt mit Studio One Artist und Studio Magic starke Softwares sowie zwei Kombo-Klinken. Der niedrige Preis macht die Audiobox besonders attraktiv, denn sie ist für Gitarristen ausreichend ausgestattet. Hi-Z-Anschlüsse, eine Klangqualität und Abtastrate von 24 Bit / 96 kHz und MIDI-Schnittstellen sind für den Preis unter anderem sehr angemessen. DSP-Monitoring ist nicht möglich, dafür aber einen Direct-Monitor-Switch, der Playback- und Eingangssignal ohne Latenz zusammenführt.

 

Anzahl Mikrofoneingänge: 2

Anzahl Instrument-Eingänge: 2

Hi-Z-Eingänge: ja

DSP Monitoring: nein

Anschluss: USB

MIDI-Schnittstelle: ja

DAW: vorhanden

Preamp: nein

Preis: 89,- Euro

 

Audiointerface – iRig HD 2

Simpler geht es nicht: Wer sich gar nicht lange mit den technischen Details auseinandersetzen will, sondern ein gutes, transportables und einfaches Audiointerface braucht, das für Gitarre geeignet ist, ist mit dem iRig HD 2 bestens bedient. Ein einzelner Hi-Z-Anschluss, ein 32 Bit / 96 kHz Wandler – eine der hochwertigsten Plug-and-Play-Varianten in Sachen Audiointerface, das es euch erlaubt, das Signal bearbeitet oder unbearbeitet in euer Phone, euren PC oder Tablet zu speisen. Auf so engem Raum gibt’s natürlich keine MIDI-Schnittstelle, aber wer bereits eh mit Amplitube arbeitet und mit der Software vollständig zufrieden ist, für den sollte das iRig HD 2 in Sachen Einfachheit ein No-Brainer sein.

Anzahl Mikrofoneingänge: 0

Anzahl Instrumenten-Eingänge: 1

Hi-Z-Eingänge: ja

DSP Monitoring: nein

Anschluss: USB

MIDI-Schnittstelle: nein

DAW: nein

Preamp: nein

Preis: 72,- Euro

 

Gitarre aufnehmen zu Hause – Audient Sono

Ein eher unbekanntes, jedoch mit einem famosen und besonders für Gitarre geeigneten Preamp ausgestattetes Audiointerface ist das Audient Sono. Die Wärme des Klangs, der Drive-Regler sowie die fantastische Two Notes DSP haben sich im Test bewährt. 20 hochklassige Cab-Simulations, 8 Mikrofon-Modelle und eine 12AX7-Röhre sowie der analoge 3-Band EQ machen den Audient Sono zum besten Freund des strikt auf Gitarre konzentrierten Musikers zu Hause. Phantomspeisung für die beiden Mikrofonausgänge und Direct-Monitoring und ein separater Amp-Output für mögliches Reamping kommen dazu. Der Preis ist üppiger als man es von vielen anderen, kleineren Interfaces kennt, dafür stimmt hier die Qualität allemal.

 

Anzahl Mikrofoneingänge: 2

Anzahl Instrumenten-Eingänge: 1

Anzahl Line-Ins: 2

Hi-Z-Eingänge: ja

DSP Monitoring: nein

Anschluss: USB

MIDI-Schnittstelle: nein

DAW: ja

Preamp: ja

Preis: 394,- Euro

 

Audiointerfaces für zu Hause – MOTU 8Pre USB

Wer seinen Amp daheim abnehmen will – und das gleichzeitig mit mehreren Mikrofonen – ist beim MOTU 8Pre USB gar nicht mal schlecht beraten. Das Gerät hat mehrere Eigenschaften, die es dafür geeignet machen: Zum einem hat man es pro Kanal mit einem hervorragenden Preamp zu tun. Zum anderen ist hier ein umfangreiches DSP-Monitoring durch CueMix möglich, was es auch für das Mischen mehrer unterschiedlich aufgestellter Spuren geeignet und den Proberaum geeignet macht sowie für latenzfreies Overdubbing. MIDI-Schnittstelle gibt es auch für die Anbindung von Synthesizern sowie eine hohe Abtastrate. Alternativ bietet sich das MOTU 828 MKII für einen bisschen höheren Preis an.

Anzahl Mikrofoneingänge: 8

Anzahl Instrumenten-Eingänge: 8

Anzahl Line-Eingänge: 8

Hi-Z-Eingänge: ja

DSP Monitoring: ja

MIDI-Schnittstelle: ja

DAW: ja

Preamp: ja

Preis: 527,- Euro

 

Audiointerface für Gitarre – Behringer UMC404HD

Behringer bieten immer einen gewissen Umfang für einen vergleichsweise niedrigen Preis und das ist beim Behringer UMC404HD auch wieder nicht anders. Ausgestattet mit vier Preamps für Mics und vier Komboklinken – mit einheitlicher Phantomspeisung – die einen sehr rauschfreien und für diesen Preis besonders klaren und guten Klang liefern. Die 4 Line/Mikrofoneingänge und das latenzfreie Direct Monitoring ergeben ein sehr unkompliziertes Interface mit einer Abtastrate von 192 kHz und 24 Bit-Auflösung sowie eigenem Netzteil. Für die Menge der Anschlüsse preislich äußerst attraktiv.

Anzahl Mikrofoneingänge: 4

Anzahl Instrumenten-Eingänge: 4

Anzahl Line-Ins: 4

Hi-Z-Eingänge: ja

DSP Monitoring: nein

MIDI-Schnittstelle: ja

DAW: nein

Preamp: ja

Preis: 114,- Euro

 

Focusrite Scarlett 18i8 3rd Gen

 

Audio-Interfaces

Die Scarlett-Reihe von Focusrite hat sich aufgrund ihrer Simplizität und hoher Flexibilität rasch etabliert und kann in den meisten Homerecordingstudios angetroffen werden. Es existieren mehrere Ausführungen des Scarlett-Modells, von der 2i2 2nd Gen mit nur zwei Mikrofoneingängen, USB-Anschluss und Mikrofon-Preamps bis hin zur 18i20 2nd Gen mit 8 Mikrofonein- und -ausgängen, MIDI In und Out und 10 Line-Ausgängen – sowie alles dazwischen. Sämtliche Anschlüsse sind standardisiert Hi-Z-Anschlüsse und ein Direct Monitor Schalter am Gerät selbst erlaubt es euch, Latenz-Probleme zu eliminieren. Während Ersteres sich vor allem für die heimischen Sessions eignet, ist die 18i20 2nd Gen beispielsweise wie gemacht für die Situation im Proberaum. Die hohe intuitive Handhabe, die qualitativ hochwertigen Preamps sowie die makellose Klangqualität haben die Focusrite-Reihe im Laufe der letzten Jahre zu einer festen Adresse für Audiointerfaces werden lassen. Das hiesige Beispielmodell Scarlett 18i8 2nd Gen liegt mit seinen vier Mikrofoneingängen, Preamps, acht Line-Eingängen sowie MIDI-Ein- und Ausgang quasi im Mittelfeld der Focusrites.

Anzahl Mikrofoneingänge: 4

Anzahl Line-Eingänge: 8

Anschluss: USB, ADAT, S/PDIF

Netzteil: vorhanden

MIDI-Schnittstelle: ja

Hi-Z-Eingänge: ja

Preamp: ja

Recording-Software: vorhanden

Preis: 285,- Euro

 

Universal Audio Apollo Twin MKII Duo

Audio-Interfaces

Der Edle unter den Interfaces – die Universal Audio Apollo Reihe macht seit jeher durch die phänomenale Klangqualität von sich reden sowie aufgrund der Gegebenheiten für einen optimalen Workflow. Durch seinen Thunderbolt-Anschluss ist die Rate der Datenübertragung besonders hoch und die Verarbeitungsqualität des Signals entsprechend hochwertig. Der Nachteil, der sich dadurch ergibt, ist der, dass die wenigstens Notebooks oder Laptops mit einem Thunderbolt-Anschluss versehen sind und hier entsprechend auf einen leistungsstarken Rechner zurückgegriffen werden muss. Bei wem das der Fall ist, darf sich über eine tadellose UAD-Software (mit den vielleicht besten Amp-Emulationen, die man in der Preisklasse kriegen kann), integriertem Talkback-Mikrofon, übersichtliche und ungemein geschmackvolle Monitoring-Optionen, hoher Funktionalität der Konsole und Echtzeit-Tracking für Preamp und Kompressoren freuen. Die hochwertige Verarbeitung kommt als Bonbon oben drauf. Einziger Wermutstropfen: Zumindest beim Beispielmodell sucht man eine MIDI-Schnittstelle vergeblich. Für Gitarristen, die jedoch ein hochwertiges und absolut authentisches Einfangen ihres Amp-Sounds suchen, dürften die Audio Apollos wie gemacht sein!

Anzahl Mikrofoneingänge: 2

Anzahl Line-Eingänge: 2

Preamp: ja

Hi-Z: ja

Anschluss: Thunderbolt, ADAT, S/PDIF

Netzteil: vorhanden

MIDI-Schnittstelle: nein

Recording-Software: vorhanden

Preis: 859,- Euro

 

Line 6 POD Studio UX1 / UX2

Audio-Interfaces

In der unteren Preisklasse halten sich seit Jahren die POD Studio UX Modelle wacker und erfreuen sich vor allem unter Gitarristen nach wie vor großer Beliebtheit. Die Gründe sind einleuchtend: Unkompliziert, preisgünstig und mit vergleichsweise flexibler Emulationssoftware ausgestattet, ermöglicht das POD Studio Gitarristen und Musikern ein schnelles und unkompliziertes Festhalten von Ideen. Zehn Jahre haben die Modelle UX1 und UX2 bereits auf dem Buckel, doch die Treiber werden nach wie vor regelmäßig aktualisiert und die Line6 Software POD Farm immer wieder durch neue Sound-Updates ergänzt. Mit einem bzw. zwei Mikrofoneingängen und Phantomspeisung bringen die UX2 Modelle einiges mit, was ein Gitarrist oder Bassist für ein unkompliziertes Aufnehmen benötigt. Die Software selbst weist ganze 18 emulierte Verstärkermodelle für Gitarre auf, 64 Effekte sowie 24 Boxen-Emulationen. Doch Preamp gibt’s keinen. Wer für diese Soundvielfalt bereit ist, Abstriche bei der Verarbeitung zu machen, ist hier mehr als gut beraten – für den vergleichsweise niedrigen Ladenpreis bekommt man hier eine Menge geboten.

Anzahl Mikrofoneingänge: 2

Anzahl Line-Eingänge: 2

Anschluss: USB (powered)

Netzteil: nein

Preamp: nein

Hi-Z: ja

MIDI-Schnittstelle: nein

Recording-Software: vorhanden

Preis: 145,- Euro

 

Steinberg UR242

Audio-Interfaces

Steinberg ist vor allem für Cubase-Nutzer das am meisten genutzte Audiointerface. Immer wieder werden Bundle Packages für eine Vollversion von Cubase angeboten. Auch ohne Cubase erfreuen sich die Steinberg Interfaces immer größerer Beliebtheit bei Gitarristen. Das Beispielmodell UR242 ist da auch ein echter Allrounder, der unzählige Features in sich vereint, die bei der einen oder anderen Konkurrenzmarke in der Preisklasse fehlen dürften. MIDI I/O, USB-Anschluss, 48 Volt Phantomspeisung, 2 Preamps für die Mikrofoneingänge, ein PAD-Schalter für beide Eingänge, 2 Line-Eingänge sowie -Ausgänge und sehr niedrige Anforderungen für den Rechner. Hinzu kommt die fantastische hochwertige Verarbeitung und die mitgelieferte Steinberg Cubase-Version zum Download. Für diese Preisklasse ein absoluter Favorit!

Anzahl Mikrofoneingänge: 2

Anzahl Line-Eingänge: 2

Anschluss: USB

Netzteil: ja

Preamp: ja

Hi-Z: ja

MIDI-Schnittstelle: ja

Recording-Software: vorhanden

Preis: 157,- Euro

 

RME Babyface Pro

Audio-Interfaces

Das elegante, besonders ansehnliche Babyface Pro von RME liegt in der höheren Preisklasse und rechtfertigt dies vor allem durch 12 digital ansteuerbare Ein- und Ausgänge, von denen 2 für Mikrofone reserviert sind und 2 für Line/Instrument-Pegel. Alle vier Eingänge sind mit einem digitalen Gain versehen und besitzen einen DSP-Prozessor für digitales Monitoring. 2 Kopfhöreranschlüssen, Phantomspeisung, S/PDIF- sowie ADAT-Anschlüssen und einer MIDI-Schnittstelle sind auch dabei. Die Versorgung über den USB-Bus ist bei der Größe keine Selbstverständlichkeit und die Software TotalMix, die mitgeliefert wird, genießt im Gegensatz zu vielen anderen Softwares, die zu den Interfaces mitgeliefert werden, aufgrund von Übersichtlichkeit und Variabilität einen hervorragenden Ruf. EQ, Reverb und Delay können mit dem Programm in Echtzeit geroutet werden und Latenzprobleme gehören mit dem Babyface Pro ebenfalls  der Vergangenheit an. Insgesamt handelt es sich um eins der vielleicht vollständigsten Audiointerfaces im Hinblick auf Features und Funktionalität, das beispielsweise durch die ADAT-Anschlüsse beliebig erweitert werden kann, wenn man mit mehreren Mikrofonen beispielsweise ein Schlagzeug aufnehmen will. Nicht zwangsläufig die erste Wahl für einen Gitarristen, der Home-Recording betreibt, aber ein sehr hochwertiges Audiointerface.

Anzahl Mikrofoneingänge: 2

Anzahl Line-Eingänge: 4

Anschluss: USB, S/PDIF, ADAT

Preamp: ja

DSP-Monitoring: ja

Hi-Z: ja

Netzteil: nein

MIDI-Schnittstelle: ja

Recording-Software: vorhanden

Preis: 735,- Euro

RME Fireface UCX

Audio-Interfaces

Auch in Sachen Interfaces lässt sich hinsichtlich dem Preis immer weiter eine Schippe aufsetzen. In den höheren Bereichen über 1000,- Euro hat in den letzten Jahren das RME Fireface UCX für ordentlich Furore gesorgt. Leistungsstark und wie gemacht für die Proberaumsituation erlaubt es ein übersichtliches und schnelles Mixing der Band noch vor Ort, besitzt ein brauchbares internes Effektspektrum sowie acht Line-Eingänge, von denen zwei Mikrofoneingänge jeweils mit vorgeschaltetem Preamp ausgestattet sind. Wer live auf die Vielfalt von Emulationssoftware wie zum Beispiel GuitarRig zurückgreifen will, kommt um das Fireface UCX nicht herum. Besonders wurde hier auf die Neutralisierung der Latenz-Werte gelegt – die leistungsstarke Hardware ermöglicht dies für die parallele, latenzfreie Speisung über mehrere Line-Eingänge absolut problemlos.

Die AD-Wandler von RME gehören ebenfalls zu den Besten auf dem Markt und auch ansonsten kommt das Firefax UCX mit allen denkbaren und notwendigen Features einher, die eine derartige Preisklasse rechtfertigen: 2x MIDI I/O, S/PDIF- und ADAT-Anschlüsse, robuste Treiber, intelligente Clock-Control sowie mit TotalMix eine erstklassige Software. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass das Fireface UCX einige Mischpulte des Proberaumplatzes verwiesen und die Rolle der zentralen Schnittstelle übernommen hat. Für das anspruchsvolle Homestudio also genauso gut verwendbar wie für Live-Mixing.

Anzahl Mikrofoneingänge: 2

Anzahl Line-Eingänge: 8

Anschluss: USB, S/PDIF, ADAT

Preamp: ja

DSP-Monitoring: nein

Hi-Z-Anschlüsse: ja

Netzteil: ja

MIDI-Schnittstelle: ja

Recording-Software: vorhanden

Preis: 1199,- Euro

 

Focusrite Clarett 8PreX

Audio-Interfaces

Auch hier wird an der oberen Preisklasse gekratzt, doch das mit Thunderbolt-Anschluss ausgestattete, ganze 8 Mikrofon- und 8 Line-Eingänge umfassende Clarett 8PreX von Focusrite grenzt sich aus guten Gründen von ihren kleinen Schwestern und Brüdern der Scarlett-Reihe ab. Hier wird auf High-Performance Wert gelegt: Jeder der acht Mikrofoneingänge ist mit erstklassigen, neutralen Preamps ausgestattet, einem individuell einstellbaren Highpass-Filter sowie einer Möglichkeit zur Phasenumkehrung. Die dazugehörige Phantomspeisung versteht sich eigentlich von selbst, MIDI-I/O, zwei Monitor- und acht Line-Ausgänge sprechen eine deutliche Sprache: Hier soll eine problemlose Anwendung für die Live-Situation genauso gewährleistet werden wie problemloses, qualitativ hochwertiges Homerecording. Großer Pluspunkt des Clarett 8PreX: Latenzprobleme sind auch für Puffergrößen von bis zu 128 Samples bei 48 kHz quasi eliminiert und werden auf einstellige Millisekunden heruntergebrochen. Wer also High-Performance sucht, wird beim Clarett fündig. Vor allem also geeignet für Gitarristen, die ihr Spiel und ihren Sound vor allem innerhalb der Live-Situation unter die Lupe nehmen wollen.

Anzahl Mikrofoneingänge: 8

Anzahl Line-Eingänge: 8

Anschluss: Thunderbolt, USB, S/PDIF, ADAT

Preamp: ja

Hi-Z: ja

DSP-Monitoring: ja

Netzteil: ja

MIDI-Schnittstelle: ja

Recording-Software: vorhanden

Preis: 945,- Euro

 

Fazit

Interface ist nicht gleich Interface: Je nachdem, was genau festgehalten werden soll, Sound, Idee oder gleich einheitliches Klangerlebnis, eignen sich unterschiedliche Audiointerfaces. An ein paar Facts kommt man so oder so nicht vorbei: Ein ASIO-Treiber muss her, ein Firewire-, USB- oder Thunderbolt-Anschluss und ggf. auch eine DAW-Software. Die meisten Interfaces kommen jedoch mit hauseigener Software, die in den meisten Fällen absolut geeignet und leistungsfähig genug sind, um ein Tracking und Monitoring in Echtzeit zu ermöglichen.

Sei es das breite Spektrum, das Focusrite mit seiner Scarlett-Reihe abdeckt oder die Emulationsvorzüge der Amp-Modelle innerhalb der POD Farm Software von Line6 – sich im Vorfeld Klarheit darüber zu verschaffen, was man eigentlich will, kann hilfreich sein, um nicht unnötig Geld für Features rauszuhauen, die man eigentlich nicht benötigt. Eine hohe Anzahl von Line- und Mikrofoneingängen ist denkbar unnütz, wenn das Audiointerface die heimische Recording-Station nicht verlassen soll.

Wer von seinem Audiointerface jedoch erwartet, auch mit Live- und Proberaumaufnahmen fertig zu werden und bestenfalls auch Features wie leistungsfähige Preamp-Funktionen will, kommt nicht an die höheren Preisklassen vorbei. Hier verschaffen Modelle wie das RME Fireface oder das Forcus Clarett Abhilfe.

Forum
  1. Profilbild
    dr noetigenfallz  

    Ich denke, das IK Multimedia Axe I/O müsste auf jeden Fall auf die Liste. Das ist neben dem Audient Sono wahrscheinlich DAS Interface speziell für Gitarristen.

    • Profilbild
      GuitarHearts  

      Es gibt doch gerade eine schöne Werbeaktion von Native. Zb Komplete Audio 1 inklusive Guitar Rig 5 und Monstersoftware Paket für 99€, welches ich mir zb gegönnt habe. Könnte man mit anführen.

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