Test: Native Instruments Maschine Studio & Maschine Software 2.0

15. Februar 2014

Luxus-Werkzeug für Maschinisten

Das Native Instrument Machine Studio ist gewissermaßen die Krönung der bisherigen Maschine Schöpfungen. Die Hardware ist beeindruckend und die Software rückt langsam aber sicher in die Nähe ausgewachsener DAWs. Ist das der Overkill oder die Rettung für gepeinigte Maus-Schubser?

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„Was? 1000,- Euro für einen MIDI-Controller? Muss ich jetzt meine MK2 nach einem Jahr schon verkaufen? Das Teil hat ja noch nicht mal ein USB-Audiointerface!“ So oder so ähnlich waren einige Reaktionen, als die Native Instruments Maschine Studio vorgestellt wurde. Ich kann schon mal alle beruhigen, NI zwingt niemanden etwas zu kaufen, der Einzige, der euch zwingt Equipment zu kaufen, seid ihr selbst. Ob es für den ein oder anderen potentiellen Käufer lohnt, sich seinen Gelüsten oder Zwängen hinzugeben, werde ich hoffentlich in diesem Test klären.

Was macht Maschine aus?

Wenn ich Musik mache, muss alles schnell und intuitiv gehen – kurz gesagt: Es muss fließen. Und so komisch das klingt, mein Gehirn darf so wenig wie möglich in mein Spiel dazwischen funken. Die Maschine Familie war bisher genau darauf prädestiniert, schnell und intuitiv einen Rhythmus „reinzuhacken“, einen Bass einzuspielen, Pad/Orgel/Rhodes dazwischen zu legen und dann eine Melodielinie drauf zu setzen.

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Und in ein paar Minuten hat man das Grundgerüst für einen neuen Song erstellt. Aus diesem Grund ist Maschine in den vergangenen 4 Jahren eine Art Studiostandard für Home-Recordler und Profimusiker gleichermaßen geworden. In dieser für Software-Produkte mit Hardware-Anhang wunderbaren Musikerwelt gab es dennoch einige Probleme: 8 Gruppen pro Song haben kreatives Potential geschluckt, der Workflow wurde durch Doppelbelegung der Tasten und Pads begrenzt, die CPU-Belastung war schnell auf Hochtouren, es gab keinen Mixer und die Länge eines Pattern im Scene-Arranger wurde zur künstlerischen Ratestunde. Mit Maschine 2.0 und dem neuen Maschine Studio Controller möchte Native Instruments die Limitierungen aufbrechen und die Benutzer zu neuen „Maschine-Ufern“ aufbrechen lassen.

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Maschine Software 2.0

Die beste Nachricht gleich zu Beginn: Die neue Maschine Software 2.0 funktioniert mit allen bisher verkauften Maschine-Controllern für einen Update-Preis von 99,- Euro. Ja, auch die MK1 kann mit 2.0 umgehen – eine vorbildliche Art der Produktpflege, die leider kein Standard ist.

Der Kern – die neue Audio Engine

Die aufwendigste und größte Neuerung in der Maschine Software sieht man schlichtweg nicht. NI hat die Audio Engine von Grund auf neu programmiert. Jetzt unterstützt die Software mehrere Prozessorkerne gleichzeitig und kann die Last dynamisch verteilen. Das Anwenderfeld und die Anwendung von Maschine hat sich damit erheblich potenziert. Wie ich im Laufe des Tests immer wieder mal zeigen werde, ermöglicht der Multicore Support, ein ganzes Musikstück in einem Rutsch einzuspielen, zu arrangieren und anschließend komplett in Maschine zu mischen – bei natürlich entsprechenden Hardware-Ressourcen. Es ist auch für Ressourcen vernichtende Anwender wie Filmmusiker nun kein Thema mehr Kontakt Instrumente von Gigabyte-schweren Sample Librarys mit Maschine zum Klingen zu bringen.

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Durch diesen Performance-Schub wurde auch die Limitierung der Gruppen und Effekt-Plug-ins in Maschine aufgehoben. Die Software kann unendlich viele Gruppen verwalten (über die Hardware sind bis zu 64 Gruppen erreichbar) und damit gehört die „kreative“ Organisation der 8 Gruppen nun endlich der Vergangenheit an. Die Effekt-Plug-ins lassen sich solange zu Sounds/Groups/Master addieren, bis der Computer seinen digitalen Tod verkündet. Aus meiner Sicht ist damit die Neuprogrammierung der Audio Engine von Maschine das absolute Highlight des gesamten Updates.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Teufelskerl  

    Also das Update der Software würde ich wirklich jedem Maschine – Nutzer ans Herz legen.
    Einfach nur Klasse das Teil!

    Ob man jetzt den Maschine Studio Controller braucht, wenn man jetzt schon ne Maschine MK II hat?
    Meiner Meinung nach nicht unbedingt.
    Ich finde, dass man mit den Shift – Shortcuts auch super einfach klarkommen kann.

  2. Profilbild
    smoo

    Sehr guter Test, der einzige Test, der ziemlich genau das vermittelt, was ich über den Maschine Studio Controller denke.
    Eine kleine Ergänzung (Ich glaube das wurde nicht erwähnt). Reaktor-Instanzen (z.B. Space Master 2) kann man laden, ohne Reaktor. Und sie sofort editieren, als sitzt man vor einem Hardwareteil. In der DAW stört mich, dass immer auch Reaktor geladen wird, so ist das viel schneller.
    Schön wäre es allerdings, wenn man Reaktor-Instruments direkt anwählen könnte, oder z.B. im Guitar-Rig den Deflector. Das geht nicht, nur via Presets. Ausserdem habe ich bisher keine Ahnung, wie man eigene Presets von FX-Modulen dann speichern kann (z.B. Ein eigenes Reverb im Space Master 2).

    • Profilbild
      j.rauner  RED

      smoo, ich glaube, da irrst du dich. Während du eine „Reaktor-Instanz“ öffnest, wird automatisch Reaktor im Hintergrund geladen. Nur wird dies grafisch ausgeblendet. Mittels dem Stiftsymbol auf der jeweiligen Instanz kannst Du dies auch nachvollziehen und natürlich die Instanz auch editieren sowie speichern.

      Ich würde es auch gut finden, wenn man die einzelnen Plug-ins von Guitar-Rig laden könnte. Bei den Reaktor-Instrumenten kann man das ja indirekt, indem man sich einfach ein Default-Preset reinlädt.

  3. Profilbild
    Olaf Olafson

    Seltsam, dass hier niemand darüber schreibt, ob dieses „Groove Production Studio“ nun wirklich auch groovt? Wenn man sich die Klangbeispiele hier anhört, kann man nur sagen: nein, groovt nicht! Ich habe die Maschine auch selbst testen können und bin zu dem gleichen Schluss gekommen: Tolle Hardware, stabile Software – aber feeling gleich null. Kein Charakter, schlimmer noch, ich finde das Timing absolut nichts sagend. Und durch das grobe Quantisierungsraster hilft auch das Verschieben von einzelnen Instrumenten so gut wie nichts. Nun wird der Einwand kommen, dass ja eigentlich der jeweilige Computer den Groove bestimmt…, ja richtig. Aber zum Beispiel macht Akai mit der MPC Studio vor, wie das auch gehen kann, denn das groovt absolut. Nein, ich bin kein Akai-Mitarbeiter und es gibt sicherlich auch noch andere Mitbewerber, die das viel musikalischer angehen, als Native Instruments das gemacht hat.

    • Profilbild
      kritik  

      das ding hatt noch nie gegroovt
      irgendwie hängt das timing
      oder zu exakt .keine ahnung
      auch die swings helfen nur selten
      andere software wie motu bpm oder spark in der 1.6.1 version groovt sehr viel besser
      schade um so eine geile software
      es fehlt 80 -99 prozernt inputquantisierung
      auf alle noten
      oder groove quantize in echtzeit

    • Profilbild
      kritik  

      die mpc ren groovt nur wenn du sie beim einspielen mit weniger als 100 prozent
      quanti input einstellst
      ansonsten ist das microtimming ähnlich steiff.

      nicht so bei geist imaschine impc .und motu bpm
      die ipad versionen der apps grooven ganz ernorm anders.
      für mich sehr viel besser .
      ich hab nur pc windows -vielleicht ist es auf dem mac anders
      oder das ipad app timing ist über midi intern getriggert-keine ahnung

    • Profilbild
      DuncanMcDope

      ja das mikrotiming und die quantisierung sind nun wirklich nicht roger linn mäßig, .Aber treibende grooves bekomm ich auch mit der Maschine hin.Drums grob einspielen, den ersten und dritten Grundschlag quantisieren , alles andere dazwischen so lassen, hier n bisschen verschieben, da n bissel wegnehmen,
      nochn paar Shaker dazu ….gerade für hip hop ist es ja wichtig das die drums groovie sind, und das ist mit der Maschine definitiv machbar,auch wenn man nicht Jeremy ellis heisst =P

  4. Profilbild
    der nick  

    Hallo zusammen,

    bin auf der Suche nach nem Logic ProX Controller. Kann man mit der NI Maschine Studio, Logic anständig und ohne Hürden steuern? Die mitgelieferte Software interessiert mich weniger. Ich will möglichst oft Logic`s eigene Werkzeuge und Möglichkeiten nutzen und nur bei Bedarf auf Plug In`s ausweichen. Den Mixer und einige andere Funktionen steuer ich mittels iPad Remote App, das klappt prima. Aber insbesondere für das arbeiten an und mit der Timeline, einige Tastaturbefehle und das Einhämmern von Beats fehlt mir ein vernünftiger Controller.
    Ist die NI Maschine Studio das richtige oder was nehmt ihr dafür?

    Vielen Dank für eure Tipps und Infos im voraus.

    Nick

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Hallo der Nick,

      das was du vor hast sollte gehen, auf Youtube gibt es hierzu etliche Video dazu, ich arbeite wenn es dann sein muss mit den nano Pads und dem Novation Launchpad. Das Logic steuere ich mittels Ipad, Tastatur Shortcuts und Trackpad. Ich denke das Machine schon ein guter Kontroller ist. Wie von Teufelskerl geschrieben kann auch Maschine Mk 2 für dich ne Alternative sein, ich würde das erstmal ausprobieren. Ich habe im NI Forum zu dieser Thematik auch schon Threads gelesen, vielleicht liest da auch,

      Gudde ToB

  5. Profilbild
    kritik  

    shift hatt immer genervt
    ohne ist besser
    neue externe soundpacks sind erste sahne .
    allerdings find ich die neue software oberfläche wenig intuitiv sondern eher ne art verstau kunst .
    verschlimmbessert
    auch der reimport von weggemachten features
    kommt mir wie zeitschinden vor .
    es fehlen immer noch n haufen standarts .
    die ich als komponist ,beatmacher oder arrangeur erwarte .

  6. Profilbild
    kritik  

    soundbeispiele allerdings keine daNCEMUKKE :
    SONDERN SEHR PERSÖHNLICH
    und manschmal versi orgel keyboard mässig

    • Profilbild
      kritik  

      hier wollte wohl jemand seine eigene musik zeigen .
      weil als groovebox vorstellung eher daneben .
      musik klingt nach theaterwissenschaft und philosphie glaube ich

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