Purple Box: Yamaha Electone E-75

Begleitautomatik

Was wäre eine Heimorgel ohne Begleitautomatik? Ein Musikinstrument, aus dem der stolze, aber ungeübte Familienvater kein Erfolgserlebnis herausholt, bzw. seine Kinder noch zu jung für die Musikschu­le sind. Aber abgesehen davon, diese Drum-Maschine ist leider aus heutiger Sicht vollkommen un­interessant. Die einzelnen Sounds sind akzeptabel, aber die Patterns, wenn auch kombinierbar, sind schlichtweg langweilig. Sie wurden damals offensichtlich noch von den Yamaha-Technikern selber programmiert.

Der Harmoniespeicher des Untermanuals erzeugt mit einem Gating-Effekt aus der Drum-Sektion tolle Klänge. Jedoch merkt sich der Speicher nur die Töne der Einfinger-Dur/Moll-Automatik, nicht jedoch für eigene Akkord-Kreationen. Nothing is perfect …

Fazit

Man muss sich überlegen, welchen unglaublichen Wertverlust diese Schlachtschiffe hinter sich haben, dabei scheinen sie doch wie für die Ewigkeit gebaut. Bei diesem mächtigen Grund-Sound, dem (Original!-)Leslie und zusammen mit dem Polysynth kann ich für die nächste Auktion nur empfehlen: Zugreifen, wenn Platz dafür da ist!

Es muss nicht unbedingt die E-75 sein, auch die kleineren Modelle mit der PASS-Technologie er­zeugen diesen Sound. Verbreitete Modelle sind z.B. die E-30, E-50, E-70, und D-65, D-85. Der Unterschied ist zum Teil das Fehlen des Dual-VCO, weniger Flute-Fußlagen oder die String-Sektion. Dafür hat die D-85 ein drittes Solo-Manual und eine verbesserte Drum-Maschine.

Klangbeispiele
Forum
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    XCenter  

    Lassen sich solche Monster eigentlich für den Transport in irgendeiner Weise zerlegen oder ist ein Möbelpacker Pflicht?

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      AMAZONA Archiv

      Die Logistik ist bei dieser Geschichte oft eine Herausfoderung. Wenn es nicht gerade Bühnenorgeln sind, dann sind sie in der Regel nicht zerlegbar. Der Transport über eine Spedition ist dann meist teurer als die Orgel.
      Oder man besorgt sich einen Autoanhänger und macht sich selber auf den Weg…

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    Orgelhedi

    Meines Wissens ist nicht die E-75 die letzte“ Top of the Line“-Analogorgel von Yamaha, sondern die, ab 1980 gebaute Modelle D-85 und D-65. Das einzig digitale war bei diesen Modellen die Tempoanzeige.

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    antares

    Ich habe mir vor einiger Zeit mit einem Freund zusammen eine E-70 und eine EX-1 zugelegt. (Der Transport der EX-1 ins Dachgeschoss eines Altbaus ist schon eine Story für sich…) Die Diskussion über den Umbau einer E-70 zu einem „Vollsynth“ habe ich schon mit Interesse verfolgt, aber die Modifikation dieser E-75 ist meines Wissens die erste wirklich durchgeführte Aktion. Ich würde mich sehr für die Details der Modifikation interessieren, die Schaltpläne für die Orgeln, sowie ein Grundwissen über die Interna sind bereits vorhanden.

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    Tastentiger

    Fantastisch, wie dieses Instrument modifiziert wurde. Ich besitze selber eine E-75 und suche eine Möglichkeit, sie komplett mit Midi auszustatten, damit man auch andere Sondmodule (Hammond, Kirchenorgel) darüber abspielen kann. Ansonsten hat dieses Instrument einen wunderbaren Theaterorgelklang. Wer eine Orgel noch richtig konventionell -also ohne Automatikschnickschnack- spielen kann, ist mit diesem Instrument gut bedient. Schade ist es wegen des hohen Wertverlustes.

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    Pfau_thomas  

    Die Orgeln haben damals schon sehr viel Geld gekostet.
    Ich durfte mir eine von 2 Orgeltypen wählen.
    Zwischen Yamaha Electone Serie oder Technics E serie.
    Unter 4000 DM ging zu dieser Zeit nichts.

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    Hausaltar

    Ich habe mir soeben eine D-85 gekauft. Transport ging über eine professionelle Klaviertransportfirma. Mit Suche über die entsprechenden Portale steht das gute Stück für um die 100€ im Wohnzimmer, das ist akzeptabel.
    Mich würde sehr interssieren, inwieweit die Architektur der D-85 mit der E-75 übereinstimmt Ich würde gerne die VCF und VCA Hüllkurven stufenlos regeln. Cutoff Frequency und Resonanz wären auch prima. Schaltplan ist vorhanden – ebenso wie solide Grundkenntnisse im Löten…

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