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Report C/O Pop & Convention: Musikfestival und Networking für die Musikbranche

Branchentreff und Festival

10. Mai 2024
report co pop festival convention 2024

Report C/O Pop & Convention: Musikfestival und Networking für die Musikbranche

Am 25. & 26.4.2024 fand in Köln die C/O Pop & Convention statt. Es handelt sich um einen spannenden Mix aus Szenetreff, Workshop-Programm und Networking. Weiterbildung und die Vernetzung mit anderen Musikern sind sicherlich die wichtigsten Faktoren, um sich als Musiker oder Produzent zu etablieren oder weiterzuentwickeln. Daher ist es mir ein Anliegen, diese Veranstaltung vorzustellen und mehr Musiker und Produzent zu motivieren, sich auch mit dieser Seite des Business auseinanderzusetzen, um in ihrer Karriere voranzukommen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man diesen Bereich häufig vernachlässigt und stattdessen hofft, dass einem das nächste Plug-in oder der nächste Synthesizer weiterhelfen.

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Was ist die C/O Pop & Convention?

Die C/O Convention findet einmal jährlich im hippen Kölner Stadtteil Ehrenfeld statt. Als Location dient ein Biergarten mit mehreren angeschlossenen Event-Räumen sowie das angrenzende Kino. Es finden, über zwei Tage verteilt, mehrere dutzend Vorträge, Panels und Workshops zu allen möglichen Themen des Musikbusiness statt. In den Pausen und nach Abschluss des Programms bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, bei einem Kaffee oder Kaltgetränk mit den einzelnen Referenten oder anderen Besuchern ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und neue Projekte zu planen.

C/O Convention Besucher: Copyright Jörg Dembinski

C/O Convention Besucher: Copyright Jörg Dembinski

Gleichzeitig findet, wie zuvor erwähnt, das C/O Pop Festival als klassisches Musikfestival in der direkten Umgebung statt. Man hat also stets die Möglichkeit, den Tag spontan bei dem einen oder anderen Konzert ausklingen zu lassen. Praktischerweise ist der Eintritt für alle Konzerte im Preis inbegriffen und fast alle Locations liegen fußläufig erreichbar in der Nachbarschaft. Da ich weder an allen Veranstaltungen teilnehmen konnte, noch hier der Platz wäre, über alle zu berichten, habe ich mir meine persönlichen Highlights herausgesucht und möchte diese hier stellvertretend vorstellen, um einen Eindruck über die Veranstaltung zu vermitteln.

Frühstück mit der Initiative Musik und der GVL

Los geht der erste Tag, ein Donnerstag, mit einer Einlandung zum Frühstück für alle Teilnehmer. Bei Kaffee, Müsli und belegten Brötchen empfängt die Initiative Musik zusammen mit der GVL alle, die um 10:30 schon vor Ort sind. Es gibt Informationen zu aktuellen Förderprogrammen für Musiker durch die Initiative Musik und zur Aufgabe der GVL. Alles, was man zu diesen Themen wissen möchte, lässt sich direkt mit den Experten vor Ort klären. Die Initiative Musik bietet etwa Förderprogramme für die Produktion von Musikvideos oder eures nächsten Albums, während die GVL (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten) die Rechte der ausübenden Künstler vertritt. Im Gegensatz zur GEMA, die die Rechte der Urheber vertritt. So gestärkt geht es schnell weiter zur nächsten Veranstaltung.

Pro Musik Verband: Lobbyarbeit für die freie Szene

Im Saal nebenan stellt sich anschließend der Pro Musik Verband vor, ein Zusammenschluss von und für freischaffende Musiker, der es sich zum Ziel gesetzt hat, die Interessen der freien Szene zu vertreten. In einem hochwertig besetzten Panel (u. a. Christopher Annen, Gitarrist von AnnenMayKanterreit, Matthias Hornschuh GEMA Aufsichtsrat oder Bianca Hauda, Moderatorin u. a. bei Arte) werden die Kernthemen des Verbands deutlich gemacht:

  • Mehr Vernetzung in der Musikbranche, damit eine erfolgreiche Lobbyarbeit gewährleisten werden kann.
  • Die Bedrohung durch KI. Hierdurch wird sich die Lage vieler kleiner Künstler noch verschärfen.
  • Der größte Aufreger seit Jahren sind die unzureichenden Ausschüttungen der großen Streaming-Anbieter wie Spotify und Co. Obwohl die großen Major-Labels seit Jahren Rekordumsätze machen, bleibt davon herzlich wenig hängen bei den allermeisten Künstlern.
  • Außerdem wurde mehr Förderprogramme gefordert, wie sie z. B. in der Klassik oder beim Film weitverbreitet sind.

Für alle diese Themen möchte man sich einsetzen und Lobbyarbeit leisten, um auf den Gesetzgeber einzuwirken und bessere Rahmenbedingungen zu schaffen.

Ferner stellte Pro Musik auch 3 konkrete Projekte vor, mit deren Hilfe man junge Musiker fördern möchte. Dazu gehören Artist Elevator (Beratung für Newcomer), der Gagenkompass und das Starterkit Selbstständigkeit mit vielen rechtlichen und steuerlichen Tipps für Einsteiger.

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Panel des Pro Musik Verbands

Panel des Pro Musik Verbands

Weitere Panels und Workshops an diesem Tag waren unter anderem: „International auf Tour-Was muss ich beachten?“ Oder „TikTok für Musiker – Wie holst du das meiste aus deinem TikTok Account raus?“

Randvoll mit neuem Input machte ich mich dann am späten Nachmittag auf den Weg zum Club Yuca, um mir den Showcase der Labels NEUBAU Records und The Orchad anzusehen. So weit kam ich allerdings gar nicht. Auf halbem Weg fiel mir eine kleine Menschenmenge auf, die sich um einen Kiosk drängte. Auf meine Frage, ob es hier was umsonst gäbe, war die verblüffende Antwort „ja“ und ich bekam ein Kaltgetränk in die Hand gedrückt. Wie sich herausstellte, hatte der Vertrieb Cargo Records hier zum Stelldichein geladen und dafür den perfekten Ort gewählt. Denn zum ersten Mal an diesem Tag zeigte sich die Sonne und schuf die perfekte Atmosphäre für ein Feierabendbier. Danach ging es aber schnell weiter zum Yuca, um als Abschluss des Tages das Konzert von Charlotte Fever im Rahmen des oben erwähnten Showcase zu genießen.

Tag 2: Jede Menge Musik-KI und ein Spaziergang durchs Musikuniversum

Der zweite Tag begann für mich mit dem Vortrag: „Per Anhalter durch die Galaxis: Das Musikuniversum.“ Ein spannender Rundumschlag über alle Beteiligten des Musikbusiness. Wie hängen eigentlich Urheber, Interpret und die Businessseite mit Label, Verlagen, Verwertungsgesellschaften, Veranstaltern, Management und vielen anderen eigentlich zusammen? Welche rechtlichen Verknüpfungen gibt es? Wie verlaufen die Geldströme? An welchen dieser Geldströme kann man als Musiker oder Produzent eigentlich partizipieren? Diese und mehr wurden in einem Rundumschlag vorgestellt, bevor es zum zweiten und weitaus spannenderen Teil kam. Aus allen Gebieten standen nun Experten im kleinen Kreis bereit, um alle Fragen der Teilnehmer zu beantworten. Ich selbst konnte so z. B. einige Wissenslücken im Bereich GVL schließen.

C/O Convention Besucher: Copyright Jörg Dembinski

C/O Convention Besucher: Copyright Jörg Dembinski

Nach einer kurzen Mittagspause zog es mich dann zum Vortrag „Supercharging Creativity, powered by GenAI“. Hinter dem sperrigen Titel verbarg sich nichts anderes als ein Vortrag zum Stand künstlicher Intelligenz im kreativen Bereich. Das ist natürlich ein super spannendes Thema, denn neben der katastrophalen Lage beim Streaming und nach einer überstandenen Pandemie mit abgesagten Konzerten wartet hier der nächste Endgegner für unsere Branche. Wenig ermutigend wurde dazu ein Zitat von Sam Altman (Mitbegründer der ChatGPT Firma Open.ai) gezeigt, das sinngemäß aussagt, dass in 5 Jahren 85 % aller kreativen Berufe durch KI erledigt werden könnten. Das muss in dieser Radikalität zwar erst mal eintreten, aber die Tendenz wird wohl stimmen.

Die beiden Referenten führten dann ein paar Beispiele aus ihrem Alltag in einer Werbeagentur vor, die aufzeigten, dass KI bisher noch nicht ganz so weit ist, um uns alle zu ersetzen, es aber nur eine Frage der Zeit sein dürfte. Auch das in Musikerkreisen mit einer Mischung aus Panik und Faszination diskutierte Suno.ai war dabei Thema. Mit der allseitigen Erkenntnis, dass das alles doch noch immer recht generisch und beliebig klingt. Viel Interessanter ist aber, dass offensichtlich nicht klar ist, womit der Algorithmus trainiert wurde. Auch hier gibt es z. B. die Forderung, Urheber zu entlohnen, wenn mit deren geistigen Eigentum, sprich unserer aller Musik, ein solcher Algorithmus trainiert wurde (wofür wohl vieles spricht).

C/O Convention Besucher: Copyright Jörg Dembinski

C/O Convention Besucher: Copyright Jörg Dembinski

Eine andere Erkenntnis: Es ist längst nicht klar, wie und ob man die Ergebnisse von KI kommerziell nutzen darf. Ob man etwa die von Suno erzeugten Musik guten Gewissens einem Kunden als Untermalung für einen Werbespot andrehen kann. Tendenz: eher nein und vorsicht, dass einem das nicht irgendwann rechtlich auf die Füße fällt. Meine persönlichen Erkenntnisse aus diesem Vortrag:

  1. Wie kann es gelingen, dass das eigene Schaffen so wertvoll ist, dass man zu den 15 % gehört, die nach wie vor gebraucht werden?
  2. Wie kann man KI heute schon sinnvoll in den eigenen Workflow integrieren, um z. B. stupide Arbeiten erledigen zu lassen und mehr Zeit für kreative Dinge zu haben?

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Fazit

Trotz aller Horrorszenarien, was die Zukunft unserer Branche betrifft, habe ich auch in diesem Jahr die C/O Convention wieder richtig genossen. Der Austausch mit Kollegen, Kunden und Bekannten aus der Branche war mal wieder sehr bereichernd. Außerdem konnte ich viele neue Kontakte knüpfen, habe viel gelernt und dazu noch etliche Konzerte gesehen und spannender neuer Musik gelauscht. Ich kann jedem nur empfehlen, auf solche Art Veranstaltungen zu gehen und sich zu vernetzen und zu lernen. Zugegeben, das Ticket ist nicht preiswert, dürfte sich aber in den meisten Fällen schnell amortisieren durch neues Wissen und neue Kontakte. Kennt ihr ähnliche Veranstaltungen? Wo geht ihr hin, um euch zu vernetzten? Schreibt es uns in die Kommentare.

Preis

  • 139,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    FaderMode

    Ich war vor einigen Jahren bereits 2 mal vor Ort und muss sagen, das es in jeder Hinsicht eine Bereicherung war. Klar, billig ist das nicht, aber es hat sich immer wieder gelohnt daran teilzunehmen. Vor allem die Kombination aus Convention und Festival ist gut gelungen.

    • Profilbild
      Moritz Maier RED

      @FaderMode Cool, dass du das ähnlich siehst. Dann müssten wir uns theoretisch ja damals getroffen haben 🤔

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