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Report: Die besten standalone DJ-Systeme

19. Mai 2022

Standalone und mobil - Pioneer DJ oder Denon DJ? Oder doch Numark?

Standalone DJ-Systeme

Die besten Standalone DJ-Systeme

Lösen standalone DJ-Systeme die DJ-Controller ab? Die Frage hätte man sich stellen können, in einer Zeit, in der der Marktführer Pioneer mit dem XDJ-RX2 und XDR-R, dem XDJ-XZ den Markt versuchte zu erobern. Denon DJ als größter Konkurrent kündige die DJ-Controller MCX-8000 und MC-7000 ab und schickt die Prime-Serie mit dem Prime 2, Prime 4 und Prime Go ins Rennen, also ebenso standalone DJ-Systeme. Und die Konkurrenz? Numark schickt einen Mixstream Pro, von Roland hat man hinsichtlich von DJ-Controllern länger nichts mehr gehört und Native Instruments tut … nun ja, was Native Instruments im DJ-Bereich halt im Moment so tut: nichts. Die von vielen Nutzer:innen länger ersehnte standalone Unit aus dem Hause der Berliner Traktor-Schmiede bleibt wohl Wunschdenken.

So bleibt es bei Pioneer DJ, Denon DJ und Numark, den „standalone DJ-System“-Markt zu bedienen. Zurück zu der Grundfrage: Lösen standalone DJ-Systeme die DJ-Controller ab? Das sicherlich nicht. Roland bietet nach wie vor Modelle an, Pioneer DJ ebenso und auch Numark, Reloop und Native Instruments beliefern den Markt mit DJ-Controllern für verschiedene DJ-Softwares. Nur von Denon DJ gibt es aktuell nichts in dieser Richtung.

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Werfen wir jedoch einmal einen Blick auf die aktuellen standalone DJ-Systeme.

Pioneer XDJ-XZ – massiv, aber nur zwei Kanäle

Das am Markt aktuell wohl beliebteste Modell ist der Pioneer DJ XDJ-DZ. Trotz anfänglicher Kritik dahingehend, dass das DJ-System mit vier Kanälen nur zwei Kanäle von USB-Medien bespielen kann und die beiden weiteren Kanäle nur für externe Zuspieler nutzbar sind, verkauft sich das Modell sehr gut am Markt und ist im Moment nahezu durchgehend ausverkauft.

Pioneer DJ XDJ-XZ

Pioneer DJ XDJ-XZ

Mit einem Preis von rund 2400,- Euro im Moment ist der XDJ-XZ ohne Frage das teuerste Modell in diesem Segment – bietet dafür jedoch auch quasi das NXS2-Setup ab. Zwei CDJ-2000NXS2 und ein DJM-900NXS2 in einem einzigen Gerät, so ist die Ausrichtung. Das alles mit einem 7-Zoll Touch-Display und einem 4-Kanal-Mixer mit den beiden Effekt-Sektionen – Sound Color und Beat FX. Abstriche gegenüber einem DJM-900NXS2 gibt es hier quasi keine.

Die Control-Decks bieten große Jog-Wheels mit In Jog Display mit verschiedenen Anzeige-Optionen soweit 8 Performance-Pads. Zudem gibt es zwei Mikrofoneingänge mit separatem 3-Band-EQ samt Feedback-Reduktion.

Festgelegt sind die beiden mittleren Kanäle für die interne Rekordbox-Software und das Bespielen von USB-Speichermedien, an die Kanalzüge 3 und 4 können externe Zuspieler angeschlossen werden – Line oder Phono.

Ein großes Gerät, keine Frage, dafür bietet der XDJ-XZ viele Funktionen und zugleich ausreichend Platz zwischen den Reglern.

Preis: 2399,- Euro
Pioneer DJ XDJ-XZ Testbericht

Denon DJ Prime 4: Des Pioneer DJs härteste Konkurrenz

Oder anders herum? Kaum ein Produkt hat den Markt so „gespalten“ wie der Prime 4. Es gibt bekennende und brennende Fans, ehrliche Respektsbekundungen und Nutzer:innen, die sich dann doch klar für ein Modell von Pioneer DJ entscheiden. Positiv: Es ist wieder Bewegung am Markt und zwar ordentlich.

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Denon DJ Prime 4

Denon DJ Prime 4

Der Denon DJ Prime kam kurz vor dem XDJ-XZ auf den Markt und bietet ohne Frage eine Menge. Unsere Überschrift über dem Test damals lautete: „Denon DJ definiert die Zukunft des DJings“. Das ist kein Wunder, denn die standalone Unit bietet vier volle Decks, alle über die interne DJ-Software und via USB-Sticks oder SSD-Festplatte im Gehäuse verbaubar bespielbar.

Zudem gibt es ein vollfarbiges 10-Zoll-Touch-Display sowie Anschlussmöglichkeiten für externe Zuspieler auf allen vier Kanälen, 1 und 4 dabei wahlweise Line oder Phono. Ebenso wie beim XDJ-XZ gibt es zwei Mikrofonanschlüsse. Neben den Ausgängen für Master und Booth gibt es hier einen Zone-Out, XLR, symmetrisch.

Das sind nur die ersten Hardfacts und klar wird hier schon, dass der Prime 4 dem XDJ-XZ deutlich überlegen ist in einigen Punkten. Kritisiert wurde im Test die Denon DJ Engine Prime Software, also das Rekordbox Pendant. Prime Evil fiel als Begriff in der Überschrift und neben der Stärke des Gerätes (hier wiederum fiel der Begriff Wunderwaffe) musste man leider im Jahr 2020 noch sagen, dass die Software leider der große Schwachpunkt des ganzen Systems ist. Ein ausführlichen Bericht zu der Software gab es dann HIER.

Denon DJ Prime 4

Denon DJ Prime 4

Preis2.299,00 €

Jetzt kaufen
Jetzt kaufen

Bei den Control-Decks liefert der Prime 4 ebenso ab wie der XDJ-XZ. Große Jogwheels mit In Jog Display, 8 Performance-Pads, langer Pitch-Fader und Loop-Sektion. Auch hier gibt es, ein klassisches Layout derweil, die Steuerung von Effekten und Mikrofonen oberhalb der Decks, ebenso die Master-Sektion und Anschlussbuchsen für die USB-Speichermedien. Zudem bietet das Modell bereits eine WiFi-Einbindung und Streaming auf das Gerät sowie eine Schnittstelle zu SoundSwitch.

Mit aktuell rund 2200,- Euro platziert sich der Denon DJ Prime 4 knapp unter dem Konkurrenten Pioneer DJ XDJ-XZ.

Preis: 2199,- Euro
Denon DJ Prime 4 Testbericht

Pioneer DJ XDJ-RX3 – der Unterschätzte?

Ein zweites Modell von Pioneer DJ reiht sich ein, der XDJ-RX3. Die dritte Generation des standalone DJ-Systems ist die kleinere Version eines XDJ-XZ. Und dabei steht das kleinere Modell dem „großen“ XDJ-XZ eigentlich in wenig nach. Gut, der Mixer ist etwas kleiner und bietet nur zwei Kanäle, aber mehr kann der XDJ-XZ von USB ja auch nicht nutzbar machen. Dafür hat man dem XDJ-RX3 das Display des CDJ-3000 verpasst und damit liegt der XDJ-RX3 in diesem Punkt definitiv über dem XDJ-XZ.

Pioneer DJ XDJ-RX3

Pioneer DJ XDJ-RX3

Etwas kleiner fallen die Jogwheels aus, nach wie vor mit In Jog Display. Zudem gibt es weiterhin acht Performance-Pads pro Deck mit acht Modi.

Der Mixer für die zwei Kanäle bietet Sound Color FX und Beat FX sowie einen Aux-In. Zudem kann das Gerät auch als standalone Mixer genutzt werden, nach Anschluss von externen Zuspielern, Line- oder Phono.

Das Kernstück des XDJ-RX3 ist jedoch ohne Frage das 10-Zoll-Touch-Display mitsamt der gesamten Steuerung und Kontrolle über das Gerät, welches dieses mitsamt der neuen Steuerung bietet. Für einen Preis von rund 2000,- Euro ziemlich mächtig und eine sehr gute Alternative zu dem kostspieligen Setup aus einem Mixer und zwei Pioneer DJ CDJs oder XDJs.

Preis: 1999,- Euro
Pioneer XDJ-RX3 Testbericht

Numark Mixstream Pro – solide Kiste für kleines Geld

Der Numark Mixstream Pro hat ezwas zu wenig Aufmerksamkeit erhalten, könnte man fast sagen. Neben der starken Konkurrenz verschwindet das Gerät ein wenig im Hintergrund, dabei muss es sich nicht verstecken. Mit rund 700,- Euro ist der Mixstream Pro das mit Abstand günstigste Gerät in dieser Art von DJ-Systemen.

Numark Mixstream Pro

Numark Mixstream Pro

Verstecken muss es sich jedoch nicht, denn die kleine Kiste bietet bei nicht einmal 4 Kilogramm und 56 cm Breite eine solide Ausstattung. Dazu gehört das 7-Zoll Touch-Display und die DJ-Software Engine DJ als Software auf dem Gerät. Der Numark Mixstream Pro ist übrigens so mobil, dass er sogar zwei verbaute Lautsprecher hat. Und diese konnten im Test trotz der geringen Größe überzeugen.

Bespielt wird der Numark Mixstream Pro per USB- oder SD-Speichermedium. Sollte man die internen Lautsprecher nicht nutzen wollen, sondern das Gerät an eine PA anschließen, dann gibt es dafür symmetrische XLR-Outputs.

Zudem bietet der kleine Controller zwei touch-sensitive Jogwheels, vier Performance-Pads pro Decks und kurze Pitchfader. Ein wenig „kleiner“ fällt die Mixer-Sektion aus mit den EQs neben den Linefadern. Dafür gibt es dort vier Effekte samt Effekt-Wippen und ein bipolares Filter pro Kanalzug.

Numark Mixstream Pro

Preis699,- €

Jetzt kaufen
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Spannend ist auch die Einbindung von Streaming-Lösungen in den Mixstream Pro- namensgebend. So ist ein direkter Zugriff auf IDAL, Beatport Link, Beatsource LINK, SoundCloud Go+ und Dropbox möglich.
Damit noch nicht genug, das Gerät kann in Kombination mit Philipps Hue System eine taktsynchrone Light-Show bieten samt Farbwechseln und Stroboskop.

Preis: 699,- Euro
Numark Mixstream Pro Testbericht

Denon DJ Prime Go – standalone und mobil!

Die mobile Spaßmaschine, wie unser Autor Walter den Denon DJ Prime Go nannte, konnte im Praxistest überzeugen. Ihn auf jeden Fall. Die Meinungen waren vorher gespalten. Während ich persönlich keinen Nutzen in einem teuren DJ-Controller / standalone DJ-System sah, fand Walter große Freude an dem mobilen Go. Ohne Frage, der Prime Go kam überraschend in dieser Zeit, ein mobiles standalone DJ-System mit Akkubetrieb.

Denon DJ Prime Go

Denon DJ Prime Go

Mit nur 3,5 kg ist der Controller bei 41 cm Breite wirklich kompakt und bietet trotz der kleinen Größe eine solide Aussstattung. Jogwheels, Effekt-Steuerung, 2-Kanal-Mixer und ein vollfarbiges 7-Zoll Touch-Display, welches im Test wohl überzeugen konnte – auch im Park bei Sonneneinstrahlung. Der Prime Go ist eigentlich eine Geräteklasse für sich, ein standalone DJ-System samt Akku, mobiler geht es nicht.
Dabei funktioniert das Gerät einwandfrei und bietet mit XLR-Ausgangsbuchen und zwei Mikrofoneingängen durchaus Schnittstellen für den professionellen Einsatz. So ist die Bandbreite, in der das Gerät genutzt werden kann, irgendwo zwischen Spielerei im Park, der Einsatz im Mobil-DJ-Bereich, vielleicht gerade an Orten, an denen nicht viel Platz gegeben ist, oder aber auch das kleine Open-Air mit Akku-betriebener PA. Mit dem Prime Go wäre auch das letzte Gerät ohne externe Stromversorgung gesichert.

Dafür allerdings muss man auch gute 1099,- Euro hinlegen.

Preis: 1099,- Euro
Denon DJ Prime Go Testbericht

Denon DJ Prime 2 – Prime? Nein!

Die Überlegung war gut, doch die Ausführung zu kurz. So könnte man es wohl ausdrücken, denn der Prime 2 ist leider derweil von Seiten des Herstellers abgekündigt worden und nicht mehr lieferbar. Über die Gründe dahinter kann man nur spekulieren – vermutlich liegen diese irgendwo zwischen zu geringen Verkaufszahlen und der aktuell generell schwierigen Produktionslage. Schade in jedem Fall, denn das kleinere Prime-Gerät war eine schöne Alternative zu dem Prime 4. Daher heißt es hier heute leider: Ich habe heute leider kein Bild für dich …

Denon DJ Prime 2 Testbericht

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Forum
  1. Profilbild
    DJ Ronny

    Danke für die Zusammenstellung. Den Prime 4 wollte ich kaufen. Aber mir fehlt der Sampler, wie in allen Modellen hier. Verbessert mich, wenn ich da was übersehen habe.

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      SkandinAlien

      Hab ich noch nie gesehen. Aber in einem NXS Setup zB ist der Sampler auch nicht drin und steht separat. Ich verstehe deinen Ansatz, aber wie soll Pioneer dann den DJS verbimmeln? ;)

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        DJ Ronny

        Mein Cortex HDC 300 hatte schon vor über 10 Jahren eine Samplerbank für Sampler in de Fly oder aus der Datenbank. Leider ist bei diesen Geräten das Mastertempo nicht so toll wie jetzt. Die Firma wurde dann an Gemini verkauft und was dabei raus kam wissen wir.
        Ich arbeite viel mit Samples in Virtual DJ. Wo soll da die Herausforderung sein?

        • Profilbild
          Bolle / Johann Boll RED

          Hmm…was ist, wenn du das umgehst und z.b. 8 Samples hinter einander setzt in einem Track und Hot Cues hinsetzt? Wäre ein Workarround, aber klar, nicht das, was du eigentlich wünscht…

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            Tobi.Bd

            Wenn man bedenkt, dass der Prime 4 (als einziges der hier aufgeführten Geräte) in der Lage ist, 4 Kanäle von USB zu bespielen, wäre das eine gar nicht so schlechte Lösung.

            Ich habe den Prime 4, nutze aber normalerweise nur 2 Kanäle, ganz selten mal 3. Somit sind immer 1 bis 2 Kanäle übrig, die man mit Samples füttern könnte. Tonhöhe und Geschwindigkeit kann man ja dann auch anpassen. Ich glaube, das werde ich direkt mal ausprobieren. :)

  2. Profilbild
    DJ Ronny

    Ja Bolle, das geht schon, ist aber nur eine nicht perfekte Notlösung. Sample auf Knopfdruck zu aktivieren, Beat genau und die Lautstärke über einen eigenen Kanal, jederzeit auf den anderen passenden Sample zu wechseln, dann noch Hihat, Bass, Kick ….. dazu oder ab und dadurch die normal Album Version zu was besonderen zu kreieren, das isses!
    Wenn dann noch die H… kommen, “ was ist das für ne Version, finde die nicht im Netz“, dann hält mein Grinsen eine Weile an und ich weiß, der alte Mann kann’s noch.
    Doch dazu brauche ich das richtig Werkzeug. Deshalb warte ich noch auf den Controller der das kann.

  3. Profilbild
    kalo

    Wieder mal ein klasse Beitrag, danke für die Summary Bolle ! .. irgendwie hatte ich den Überblick zu Standalone Controllern verloren (zumal die alle ja schon etwas älter sind) … jetzt habe ich ihn wieder :) . Mir persönlich sind modulare Einzelsysteme viel lieber (zB mit einem analogen Mixer wie A&H 23C etc). .. bin aber dennoch gespannt wie es mit den Standalone (All-In-1) weitergeht. Danke für die Post!

    • Profilbild
      Bolle / Johann Boll RED

      Völli verständlich. Bin auch eher der Fan von unterschiedlichen Geräten…aber die Preisunterschiede sind halt auch einfach brutal! :)

  4. Profilbild
    pjemone

    Schade das Denon den Prime 2 ausm Programm genommen hat, ich bin sehr zufrieden mit meinem Mini Beast Denon Prime 2. Ich habe ja gehofft das eine neue Version mit Phono Eingängen kommt und man dann übern Channel Switch zwischen digital und analog wählen kann aber sieht eher nicht danach aus.

  5. Profilbild
    Patzig

    Danke Bolle!
    Ich finde hier könnten eigentlich mal langsam viel mehr Produkte sein.
    Schade, dass die Hersteller noch nicht alle auf den Zug gesprungen sind. Auch wenn A&H z.b. nur Mixer anfertigt, fände ich dort gerne so ein Gerät wieder.

    • Profilbild
      Bolle / Johann Boll RED

      Bestimmt, aber das wird nicht passieren.
      Wenn dann könnte noch was von NI Traktor kommen, aber der Zug ist sicher auch abgefahren. Reloop hat eine andere Ausrichtung derweil, die haben ja keine Software im Hintergrund für Player etc…

      • Profilbild
        Patzig

        Ja ich befürchte es auch. Gerade NI Traktor war früher ja im digitalen Bereich des DJing lange Vorreiter, jedoch sehe ich das einfach nicht mehr:
        Die D2 Controller, die zwar teuer, aber meiner Ansicht nach extrem Attraktiv waren, hätte man in einer neueren Variante vielleicht günstiger und auch standalone herausbringen können – vielleicht einfach nur Wunschgedanke meinerseits…
        Ist einfach schade, dass hier nicht mehr Konkurrenzkampf ist, denn Konkurrenz erwirkt einen innovativeren Markt.

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