ANZEIGE
ANZEIGE

TEST: Pioneer XDJ-RX3 standalone DJ-System

9. Dezember 2021

Das neue Flaggschiff mit Vollzugriff dank CDJ-3000 Display

Pioneer XDJ-RX3

Pioneer XDJ-RX3

Sechs Jahre nach der ersten Generation des XDJ-RX, 4 Jahre nach dem XDJ-RX2 ist es der November 2021, in dem der Pioneer XDJ-RX3 als die dritte Generation des beliebten standalone DJ-Systems auf den Markt kommt. Eine dritte Generation gibt es nicht so sehr regelmäßig in der heutigen Zeit bei DJ-Controllern oder All-in-one-Geräten – bei Letzteren schon allein deswegen nicht, weil diese Geräte erst in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben. Man könnte fast meinen, dass standalone DJ-Systeme wie der XDJ-RX, XDJ-XZ aber auch der Denon DJ Prime 2 oder Prime 4 den klassischen DJ-Controllern ganz schön Marktanteil wegnehmen. Verständlich, wenn man bedenkt, dass man mit diesen Geräten fast schon ein Club-Setup erhält, in einem Gerät, sicher abgespeckt, aber dennoch mit den notwendigen Grundfunktionen und manchmal mehr und dies nicht nur für DJs mit Club-Ambitionen interessant ist, sondern vor allem auch für die mobilen DJs, die alles in einem Gerät vereinen können – ohne Laptop und trotzdem mit guter Übersicht.

Der Pioneer XDJ-RX und RX2 war ohne Frage schon ein gutes, in ein Gerät gegossenes Setup aus Control-Decks im CDJ-Design und einem 2-Kanal DJ-Mixer im DJM-Design. Display, zwei Effekt-Sektionen, Performance-Pads, zwei USB-Slots – soweit keine schlechte Ausstattung für einen DJ-Controller beziehungsweise ein DJ-System.

ANZEIGE

Nun ist der Vorgänger schon 4 Jahre alt und die Technik hat sich weiterentwickelt – weniger die Funktionen an der Hardware, dafür aber die Funktionalität auf Software-Seite und die Darstellung dieser. Ihr merkt, wo es endet? Beim Display – und genau dort könnten wir auf anfangen.

Pioneer XDJ-RX3 – ein erster Blick

Die erste gute Nachricht für alle Fans des XDJ-RX: Das grundlegende Layout wie auch die Ausrichtung des Gerätes als standalone DJ-System bleiben erhalten. Somit auch ein Großteil der Funktionen. Bevor wir diese durchgehend und auch hier die Neuerungen betrachten, ein erstes Statement zu dem, was hoffentlich jedem ins Auge gefallen ist: das neue Display. Die größte Neuerung an dem XDJ-RX3 gegenüber seinem Vorgänger ist das neue Display. Streng genommen nicht nur das große Display, sondern auch die Displays in den Jog-Wheels, zu allem aber später mehr.

Fangen wir vorne an. Wir müssen uns unterhalten über drei Dinge: Control-Decks, Mixer und das Display entsprechend auch die Steuerung.

Beginnen wir bei dem Mixer und den Anschlussmöglichkeiten. Für die beiden Kanäle des Mixers gibt es neben der Funktion durch die Control-Decks auch die Möglichkeit, hier externe Zuspieler anzuschließen. So ist das standalone DJ-System mit dem integrierten Mixer auch als standalone Mixer nutzbar für externe Zuspieler, seien es CD-Player oder auch Plattenspieler oder auch ein Sampler. Angeschlossen werden können alle via die Line- und Phono-Inputs auf der Rückseite, die für jeden Kanal in Cinch-Form vorhanden sind.

Neben diesen befindet sich ein weiterer Cinch-Eingang als Aux-In, ebenso in 3,5 mm Klinken-Format. Vorteil von diesem Aux-In ist, dass dieser auch dann genutzt werden kann, wenn beide Decks und somit beide Kanäle von USB-Medien bespielt werden. Hierzu kann der Eingang (Cinch oder 3,5 mm, genannt Portable) ausgewählt werden an der Oberseite in einem Mini-Kanalzug, der eigentlich „nur“ aus einem Level-Regler besteht.

Raus geht es aus dem Gerät für das Master-Signal per XLR, symmetrisch oder per Cinch für den Master 2. Für das Monitoring gibt es Klinkenbuchsen, 6,3 mm, ebenso symmetrisch, für die zwei Mikrofoneingänge gibt es XLR-Klinke-Kombibuchsen. Abgerundet wird das Angebot von der USB-Buchse für den Anschluss eines Laptops, einer Erdungsschraube für Plattenspieler und einer Anschlussmöglichkeit für ein Kensington-Lock.

Pioneer XDJ-RX3

Die Rückseite des Pioneer XDJ-RX3

Was fehlt, ist natürlich der Ausgang für das Kopfhörersignal: Dieser befindet sich auf der Vorderseite in Form einer 3,5 mm  und einer 6,3 mm Klinkenbuchse.

Wie kann das Gerät nun per USB-Medien bespielt werden? Hier hat sich nichts geändert. Nach wie vor gibt es zwei USB-Slots an der rechten oberen Seite, die beide für Sticks und Festplatten genutzt werden können – aber auch, um auf einem USB-Medium aufzunehmen. Hierzu gibt es eine Master-Rec-Taste, die ein sofortiges Aufnehmen des Master-Signals auf dem an Slot 2 angeschlossenem USB-Medium im WAV-Format ermöglicht. Per Track-Mark kann das Recording an bestimmten Punkten geteilt werden, um zum Beispiel die Sets bei einem DJ-Wechsel zu trennen.

ANZEIGE

Fast schon unnötig zu erwähnen: Natürlich basiert alles, was das Gerät kann, darauf, dass Tracks vorher in der kostenlosen Rekordbox Software von Pioneer DJ voranalysiert und auf die USB-Medien synchronisiert worden sind. Der XDJ-RX3 analysiert keine Tracks von USB-Medien und somit stünden viele Informationen nicht zur Verfügung.

Pioneer XDJ-RX3

Anschluss für USB-Medien als Quelle oder für das Recording

Noch etwas an dieser Stelle rein der Vollständigkeit halber: Der Pioneer XDJ-RX3 ist ein Rekordbox-Unlock-Gerät. Das bedeutet, das Gerät schaltet den Performance-Modus von Rekordbox DJ frei und die DJ-Software kann mit dem Gerät als DJ-Controller genutzt werden. Ob das sinnvoll ist, sei dahingestellt, in meinen Augen nicht. Dafür gibt es schöne DJ-Controller, aber je nach Einsatzzweck mögen Nutzer:Innen vielleicht auch beide Möglichkeiten haben. Diese sind hier gegeben. Ab Anfang 2022 wird das Gerät zudem auch als Controller für Serato DJ Pro nutzbar sein.

Ebenso kann der XDJ-RX3 per USB mit dem Laptop verbunden werden und ein reiner Zugriff auf die Playlisten und Tracks ist möglich. Hierzu verbindet man den Rechner per USB-Kabel mit dem Gerät, öffnet Rekordbox und verbindet die Geräte per Link und kann vom Gerät aus auf alles zugreifen, angezeigt im Display. Oder aber man kann direkt von Rekordbox aus dem Laptop heraus Tracks in ein Deck schieben. Man muss also z. B. zuhause nicht immer alles aus USB-Medien synchronisieren, sondern kann auch fix mal den Rechner einbinden. Ähnlich schaut es bei der Nutzung der Rekordbox App aus – Source am XDJ-RX3 und Auswahl der Pioneer Pro DJ Link Verbindung in der App.

Das DJ-Mischpult im DJ-System

Der XDJ-RX3 bietet wie seine Vorgänger auch einen 2-Kanal-Mixer mit erstaunlich guter Ausstattung. Während Effekte lange Zeit nur den größeren DJ-Mixern bei Pioneer vorbehalten waren, wird es derweil üblich, dass sogar Controller wie ein DDJ-1000 oder auch schon der XDJ-RX2 Effekt-Sektionen besitzen – sogar nicht nur wenige Beat FX, sondern eine größere Stückzahl an Beat FX und auch die linksseitig angeordneten Soundcolor FX.

Erst mal zu den Basics: Zwei Kanäle, 3-Band-EQ mit einer maximalen Absenkung von 26 dB als Isolator und Anhebung von bis zu 6 dB als EQ.

Pioneer XDJ-RX3

Der Mixer des standalone DJ-Systems

Verbaut sind Linefader wie auch Crossfader in klassischer Pioneer DJ Qualität. Die Crossfader Kurve kann in zwei Kurven eingestellt werden mit einem Schiebeschalter, eine dritte Einstellung deaktiviert diesen. Anhand der klassischen organgenen Cue-Tasten kann man das den Kanal des Kopfhörer-Signals auswählen.

Die Auswahl der Eingangsquelle erfolgt per Schiebeschalter zwischen der Nutzung der Decks und den beiden externen Eingangsquellen – Line oder Phono. Mittig zwischen den Kanälen sitzt das LED-Metering, einreihig für die Kanäle, zweireihig für das Master Metering – von -24 dB bis + 15 dB. Mittig ebenso der Master-Regler, rechts der Regler für den Monitor-Out. Linksseitig befindet sich der Regler für den Aux-In – für den die Quelle mit einem Schiebeschalter ausgewählt werden kann: Off / Line / Portable (Cinch / 3,5 mm Klinkeneingang).  Ein Level-Regler lässt dann die Lautstärke regeln.

Für den Kopfhörerausgang gibt es einen Cue/Master-Regler und einen Level-Regler, nun aber auch eine Neuerung: die Link-Taste. Über diese können Tracks per Touch Preview vor gehört werden.

Pioneer XDJ-RX3

Die Regler für den Kopfhörer-Ausgang samt Preview-Link

Oben links am Controller befinden sich die Regler für die beiden Mikrofoneingänge. Hier gibt es einen 2-Band-EQ für beide Eingänge zur Klangregelung mit einer Range von 24 dB (jeweils 12 dB Anhebung/Absenkung), zu dem zwei Level-Regler und Talk-over mit 24 dB Dämpfung ab einem Eingangspegel am Mikrofon von mindestens  -10 dB.

Auf die Sound Color wie auch Beat FX werde ich später noch eingehen. Ein kurzes Wort noch zu den Settings für den Mixer im Menü. Hier kann gewählt werden, ob der EQ als EQ fungiert oder als Isolator mit Full-Kill. Auch die Fader-Kurve kann mit drei Charakteristiken bestimmt werden. Zudem gibt es eine Möglichkeit zum Absenken des Ausgangspegels am Master oder Booth bis hin zu 12 dB Absenkung.
Weiterhin kann man abstellen, dass das Mikrofonsignal über den Booth ausgegeben wird, ebenso ob dies per Master-Rec aufgenommen werden soll. Last but not least: Kopfhörerausgang Mono-Split oder Stereo und sowieso, ob man den Mixer-Mode als XDJ-RX3 oder als MIDI nutzen möchte.

Die Control-Decks des standalone DJ-Systems

Update an den Decks oder alles wie gewohnt? Nun, das Meiste wie gewohnt, aber einiges neu.

Nach wie vor sitzt mittig das Jogwheel mit guten 13 cm Durchmesser, Touch-sensitiver Oberfläche für den Vinyl-Mode und dem Außenring aus Kunststoff, wie von CDJs und XDJS bekannt. Nun aber befindet sich in diesem das neue Display.

Pioneer XDJ-RX3

Während der XDJ-RX2 hier noch ein recht rudimentäres Display besitzt, befindet sich im XDJ-RX3 ein LCD-Bildschirm mit Angabe der Abspielposition, Cover-Artwork (oder eigenes Artwork) und Informationen über Funktionen Beat-Sync und Jogwheel-Mode (Vinyl oder Slip). Ebenso neu gegenüber dem Vorgänger: Man kann wie von größeren Controllern, wie aber vor allem Playern die mechanische Sensibilität des Jog-Wheels einstellen und kommt damit den großen Playern vom Gefühl her näher und kann zugleich das Jogwheel seinen Wünschen anpassen. Per Tastendruck kann zudem Vinyl-Speed-Adjust ein-/abgeschaltet werden, während über das Menü für dieses zwischen Touch, Release und Touch & Release ausgewählt werden kann.

Pioneer XDJ-RX3

Das Display im Jog-Wheel

Um das Jog-Wheel herum sind die klassischen Bedienelemente angeordnet, mehr oder weniger im Stil wie von Pioneer DJ bekannt: Cue- & Play & Pause-Taste samt LED-Außenring, Track-Search und Search-Tasten, Reverse und die manuelle Loop-Sektion in orange gehalten mit Reloop/Exit-Taste, Cue/Loop-Tasten, Delete und Memory und die kleine Slip-Taste. Neu dazugekommen ist eine Quantize-Taste pro Deck. Auf der rechten Seite befinden sich der Pitch-Fader samt Master-Tempo und Pitch-Range-Tasten.

Auch hier angeordnet die Master- und Sync-Taste (plus Instant-Doubles) und die Auswahl für den Jog-Mode.

Pioneer XDJ-RX3

Jog-Adjust, Master/Sync, Vinyl oder CD-Mode – die Tasten sind bekannt von den XDJ-/CDJ-Playern und DJ-Controllern

Sehr positiv fallen mir auch hier die acht Performance-Pads des XDJ-RX3 auf. Während man zum Glück vom RX1 zum RX2 die Kunststoff-Pads (wer bitte ist bei Generation 1 auf diese bescheuerte Idee gekommen?) durch gummierte Pads ersetzt hat, sind diese bei der Generation 3 ebenso gummiert und noch schöner beleuchtet. Die Oberfläche bleibt schwarz, aber der Außenring oben und an der Seite ist nun klar und lässt die Pads noch mächtiger wirken und vor allem heller scheinen.

Pioneer XDJ-RX3

Acht Performance-Pads pro Deck mit je zwei Ebenen

Modi? Während der XDJ-RX2 vier Modi bieten konnte, gibt es nun acht: Klar, Hot-Cues, Beat-Loops von ¼ Beat bis 32 Beats in der Länge, Slip-Loop von 1/16 Beats bis 2 Beat und 1/3 und ¾ Beats, Beat-Jump um 1, 2, 4 und 8 Beats vorwärts und rückwärts.

Auf der zweiten Ebene sitzen die weiteren 4 Modi: Gate-Cue (Cue-Punkte anspielen, ab denen nur so lange gespielt wird, wie die Taste gedrückt bleibt), Beat-Loop 2 (Loop-Längen ¾, 1, 3/2, 3, 5, 6, 7 und 9 Beats), Release-FX (mit u. a. Echo-Out, Mute, Build-up, V-Brake und weitere), Beat-Jump 2 mit Werten von ½, 2, 4 und 16 Beats vor- und rückwärts.

In welchem Mode man ist und auch welcher Ebene, auf welchem Pad welcher Wert oder Effekt sitzt, das kann man gut im Display ablesen und danke für diese Möglichkeit. Bisher musste man sich wirklich merken, auf welchem Pad welche Wert für Loops z. B. sitzt oder für Beat-Jumps. Dafür muss man das Gerät aber wirklich kennen – so kann man auch fix schauen, was der Wert oder Effekt ist, auch wenn man selbst vielleicht das dritte Mal erst auf dem Gerät spielt. Gut gelöst, großes Display sei Dank.

Ein schönes Update zur Generation 2 also, keine Frage.

Volle Kontrolle: Das Display des DJ-Systems

Das größte Update von Generation 2 zu Generation 3, nicht nur auf die Größe, sondern auch auf die Funktionen bezogen: Das 10,1 Zoll Touch-Display. 3 Zoll on top zum Vorgänger und dank höherer Auflösung und Bildrate noch schärfer. Der XDJ-RX2 zieht damit mit dem CDJ-3000 gleich und ist das zweite Produkt, das Pioneer DJ mit dem großen Display ausstattet.

Mit der Größe wächst auch ganz deutlich die Übersicht, nicht zuletzt aufgrund der neuen Oberfläche.

In der Browse-Übersicht finden wir links direkten Zugriff auf Artists, Alben, Tracks, Tonarten, Playlisten, History, Matching Tracks, Folder und Recording – im Display wohlgemerkt.

Damit verschwinden die Tasten links des Displays, verbleiben Tasten über dem Display für Source, Browse, Tag List, Playlist, Search, Menü. Source und Playlist sind neu, Info verschwindet und befindet sich im Display von nun an oben links.

Rechts des Displays befindet sich klassisch der Push-Encoder zum Scrollen und Laden von Tracks oder Auswählen von Funktionen. Darüber Back und Tag Track/Remove, darunter Track Filter/Edit und Short-Cut. Soweit bekannt.

Source lässt wählen zwischen den USB-Medien und ist der erste Schritt in die Track-Auswahl und zur Nutzung des Systems. Hier eine Quelle ausgewähl,t geht es weiter in die Browse-Übersicht. 12 Zeilen zeigt das Display nun an, zwölf Zeilen Playlisten, aber auch zwölf Zeilen Tracks. Das ist schon einmal eine ganze Menge, gescrollt werden kann dann entweder per Touch oder per Encoder. Zum Scrollen in Listen später noch mehr.

Über die Direktauswahl links kann man direkt zu Künstlern, Tracks oder Playlisten springen. Die Navigation funktioniert in jedem Fall einwandfrei. Wählt man Playlisten als Überordner aus, zeigt das Display Playlisten linksseitig an, rechts Tracks der jeweils ausgewählten Liste. Wählt man hiervon einen aus, springt man direkt in die Playlist und hat diese nun in der vollen Übersicht mit den selbstgewählten Attributen: Bei mir Track-Nummer, Track-Titel, Artist. Hier ein Track angeklickt, werden rechtsseitig zwei Felder angezeigt zum Laden des Tracks in Deck A oder B. Cool. So soll es sein. Wenn da nicht die Sache mit dem Scrollen wäre. Wie genannt: Dazu noch ein Kommentar an späterer Stelle.

Pioneer XDJ-RX3

Übersicht über eine Playlist in dem neuen Display: 12 Zeilen können angezeigt werden

Linksseitig wird die Wellenform-Übersicht angezeigt. Daran denken, dass man hier mit dem Finger direkt reinspringen und über Link am Kopfhörerausgang direkt in den jeweiligen Track reinhören kann. Preview-Link, ein Segen diese Funktion.

Stark, dass diese Funktion auch in der Search-Funktion zu nutzen ist. Diese bietet mit großer eingeblendeter QWERTY-Tastatur eine gute Eingabe und eine gute Übersicht samt Realtime-Vorschläge und der Wellenform samt Preview-Link. Das Ding ist richtig schnell, blendet alle Tracks des Künstlers ein oder des Tracks, dessen Titel zu den eingegeben ersten Zeichen passt und man kann direkt in die Songs reinhören. Das gefällt richtig gut, auch hier die Aufteilung des Displays.

Bereits erwähnt wurde die Anzeige des Status der Performance-Pads unter den laufenden Wellenformen. Diese Anzeige ist extrem hilfreich, sei es die Hot-Cues oder die Werte von Loop-Längen oder Beat Jumps der acht Performance-Pads  (auch wenn es nur zwei kleine Reihen an Werten sind). Während man die Hot-Cues A bis H noch gut zuordnen kann in den zwei Reihen der Pads, wird es bei Beat Jumps auf zwei Ebenen definitiv anspruchsvoller und da müsste man sein Gerät schon sehr gut kennen, um hier alle Werte der Pads im Kopf zu haben.

Kritik gibt es leider auch hinsichtlich des Displays, beziehungsweise hinsichtlich der Bedienung. Zum einen stört mich das Scrollen in Playlisten oder Track-Listen. In diesen kann man nicht wischen und damit die Liste hoch- oder runterschieben, sondern man muss den Finger oben oder unten in der Liste ansetzen und nach oben/unten schieben. Dann beginnt das Gerät in der Liste zu scrollen, bis man den Finger vom Display nimmt. Das ist allerdings wirklich unübersichtlich und unflexibel, denn man kann die Geschwindigkeit nicht kontrollieren, nicht so als hätte man den Finger auf dem Display und würde ihn langsam schieben, um langsam zu scrollen oder kräftig zu wischen und loszulassen, um schnell zu scrollen. Mit dieser Methode überscrollt man regelmäßig Tracks oder Listen und muss dann wieder zurück scrollen – relativ unkontrolliert. Zudem ist es für die Übersichtlichkeit auch eher hinderlich. Ich hoffe, dass Pioneer DJ hier mit einem Update Abhilfe schafft und wischen zum Bewegen in Listen möglich macht, so wie man es von Geräten mit Touch-Bedienung kennt.

Noch ein wenig fragwürdiger ist das Menü des Pioneer XDJ-RX3: Hier funktioniert Touch gar nicht. Ja, gar nicht.
Warum ich in einer Track-Liste scrollen und Tracks markieren und laden kann per Touch, exakt selbiges jedoch in der Liste der Funktionen im Menü nicht – entschuldigt, wenn ich das so ehrlich ausdrücke: Da  hat doch irgendwer komplett geschlafen.

Der Bildschirm im Menü ist zweigeteilt: linksseitig die Funktionen, rechts die Parameter zu diesen. Warum kann ich nicht links durch die Liste scrollen, eine Funktion auswählen per Druck auf das Display, woraufhin mir das System rechtsseitig alle dazugehörigen und wählbaren Parameter anzeigt, die ich dann per Fingerdruck auswählen kann?

Nichts davon klappt. Alles im Menü muss per Touch-Encoder durchgeführt werden. Scrollen, auswählen und dann kann man rechts nicht einmal alle möglichen wählbaren Parameter sehen, sondern man kann diese nur in einer Zeile der Anzeige durchsteppen. Das ist wirklich Touch-Screen von vor 10 Jahren und das ist einem 2000,- Euro XDJ-RX3 leider nicht würdig. Also, nachbessern!

Neu ist die Playlist-Taste über dem Display: Diese führt zu einer Übersicht von vier frei auswählbaren Playlisten. Hier kann man seine Favoriten-Playlisten hinterlegen und hat diese im Direktzugriff. Das geht direkt im Display innerhalb von 2 Klicks und ist eine schöne Möglichkeit, sich zwischen bis zu vier Playlisten zu bewegen, ohne diese jedes Mal in der Übersicht der Playlisten suchen zu müssen.

Pioneer XDJ-RX3

Bis zu vier favorisierte Playlisten können im Direktzugriff genutzt werden

Die DJ-Effekte: Sound Color FX & Beat FX

Hier hat Pioneer DJ solide aufgewertet: 6 statt 4 Sound Color FX und 14 statt 8 Beat FX.  Zu dem Filter, Sweep, Dub-Echo und Noise kommen noch Crush und Space als Effekt bei den Sound Color FX dazu, die wie beim Vorgänger auch schon mit dem Parameter-Regler in der Intensität des Effekts beeinflusst werden können. In jedem Kanalzug gibt es für die Sound Color FX einen Regler mit Mittenrasterung ,wie von Pioneer DJ Mixern für diesen Effekt bekannt.

Wie schaut es bei den Beat FX aus? Früher gab es Delay, Echo, Spiral, Reverb, Trans, Flanger, Pitch und Roll. Diese sind auch geblieben, ergänzt jedoch wurden die Effekte Ping Pong, Filter, Phaser, Slip Roll, Vinyl-Brake und Helix.

Pioneer XDJ-RX3

Die Beat FX des Pioneer XDJ-RX3

Diese können auf die beiden Kanalzüge geschickt werden, auf die Mic-Ins, den Aux-In, den Master oder aber auf Crossfader-Seite A oder B.

Neben der Steuerung über die Regler können vier (auswählbare) Effekte der Beat FX auch im Display per Direktzugriff angesteuert werden. Dazu kann linksseitig über den Deck-Details der Effekt ausgewählt werden, rechtsseitig durch Druck auf den entsprechenden Parameter kann dieser Effekt direkt ausgelöst werden. Aber Achtung, der Intensitätsregler muss entsprechend auf den gewünschten Wert aufgedreht sein. Zudem muss im Display rechts unter den Effekt-Infos von Status auf Beat FX gewechselt werden. In der Status-Anzeige werden dort die Hot-Cues angezeigt oder entsprechend die Werte des gewählten Pad-Modes.

Thema Display: Die nötigen Informationen über Effekt, Parameter, Tempo und Zuweisung finden wir im Display auf der rechten Seite.

Qualität und Haptik

Dieser Punkt kann relativ einfach abgearbeitet werden: Pioneer DJ liefert hier die gewohnte Qualität. Das Gerät wirkt solide verarbeitet an allen Stellen, ist bestückt mit gummierten Potikappen und macht trotz Kunststoffgehäuse einen durablen Eindruck, so wie man es von den Modellen der CDJ-/XDJ- oder auch DDJ-Serie kennt.

Das große Display ist leicht angewinkelt und wird so ein besonders schützenswerter Punkt beim Transport.

Ein guter Zeitpunkt, um mal auf die Äußerlichkeiten zu schauen. Der Pioneer XDJ-RX3 ist 72 cm breit, rund 12 cm hoch und rund 47 cm tief bei 9,3 kg Gewicht.

 

ANZEIGE
Fazit

Kurz und schmerzlos: Mit diesem Update befördert Pioneer DJ den Pioneer XRJ-RX3 ziemlich nah an die Premium-Modelle wie den CDJ-3000 oder einen DJM-900NXS2. Natürlich nicht genau auf das Niveau und die Funktionen, aber wie sollte das auch in einem standalone DJ-System dieser Größe möglich sein.

Während die Ausrichtung des Gerätes gleich bleibt, bringt Pioneer DJ den XDJ-RX3 in das Jahr 2021. Das betrifft vor allem die drei neuen Displays: Zwei im Jog-Wheel, eins, nun ja, klar erkennbar wo.

Während die Displays in den Jog-Wheels eher ein schönes, kleines Upgrade sind, ist das neue 10-Zoll Touch-Display mit neuer Bedienoberfläche bekannt von den CDJ-3000 auf jeden Fall ein echter Fortschritt. Das betrifft die deutlich bessere Übersicht in Playlisten und Tracklisten, in den Wellenformen und der Anzeige der Track-Details, Effekte etc. Das Display wird damit neben den haptischen Bedienelementen zu dem Hauptaugenmerk für Informationen wie aber auch Steuerung.

So kann der XDJ-RX3 jedes Setup ersetzen, das vorher aus einem DJ-Controller und Laptop bestanden hat, ist aber auch für alle DJs, die ein Setup für zuhause oder unterwegs wünschen, das einem CDJ-DJM-CDJ-Setup ähnelt, sehr gut geeignet. Gegenüber dem hauseigenen Konkurrenten, dem XDJ-XZ, hat der XDJ-RX3 einen großen Vorteil: zwar nur zwei Kanäle, aber das größere Display.

Mit einem Preis von 1999,- brutto UVP liegt der XDJ-RX3 100,- Euro über der UVP des Vorgängers.

Plus

  • großes Touch-Display mit neuer Benutzeroberfläche
  • 6 Sound Color / 14 Beat FX, teilweise im Direktzugriff per Display steuerbar
  • Anschlussmöglichkeiten für externe Geräte
  • Jog-Wheels im Display mit u. a. Cover-Art
  • Anschluss zweier USB-Quellen möglich mit Recording-Möglichkeit
  • 8 Performance-Pads pro Deck mit 8 Modi

Minus

  • keine Möglichkeit der Nutzung des Touch-Displays in den Settings
  • scrollen in Listen über das Display schlecht gelöst
ANZEIGE
Forum
  1. Profilbild
    Amazonaespresso

    Hallo Amazona Team,
    wie sieht es mit Pitch Play aus. (Pads nutzen um Loops in unterschiedlichen Tonhöhen zu spielen) Kann er das im Standalone Betrieb. Dank für ein kurzes Feedback.

  2. Profilbild
    Daniel De Stijl

    ich hab den rx1 im einsatz seit markteinführung und bin eigentlich immernoch sehr zufrieden mit dem teil. der artikel liest sich allerdings so, als würde hier das rad neu erfunden worden sein. die allermeisten funktionen hat der rx1 auch schon. der rx2 war schon kein upgrade wert und der rx3 auch nicht. ich würde jedem ein 2nd hand rx1 oder rx2 empfehlen. its just doing its job fine.

    • Profilbild
      Johannes Bollmann  RED

      Auch, wenn der Nachfolger nach 4 Jahren nur 100 € über dem UPV des Vorgängers liegt? Sofern ich mich nicht irre.
      Mehr Effekte, Display im Jog-Wheel die was können, großes Touch-Display plus die neue Oberfläche für die Bedienung..klar erfindet Pioneer DJ hier das Rad nicht neu, aber die neuen Funktionen sind ja nun auch nicht „Nichts“.
      Wenn ich da mals zum XDJ-1000 zum MK2 zurückdenke..das war so: Wow..ernsthaft? Jog-Adjust und digitaler Ausgang…das war ein fail :)

  3. Profilbild
    DJ Ronny  

    Danke für den interessanten Test. Da hat doch Pioneer wieder einiges liegen gelassen. Denon macht es besser. Ich würde mir auch wieder so ein stand alone Gerät kaufen. Aber leider fehlt allen der Sampleplayer.

    • Profilbild
      Affe06

      Ich hatte den DJ Prime 2 auch neulich zum testen da.
      Wirkt sehr wertig und die Bedienung ist gut, aber mir hat der Klang nicht gefallen.
      Insebsondere die Effekte find ich beim Pioneer besser. Mag subjetiv sein.
      Bei den Preisen von Pinoneer muss man natürlich erstmal schlucken… die sind schon krass teuer

  4. Profilbild
    Trance-Ference  

    Schönes Gerät aber alleine die Tatsache das man immer erst alles über Rekordbox analysieren muss macht spontanes auflegen unmöglich. Da hat Denon die Nase vorn (wie bei einigen anderen Punkten).

    • Profilbild
      Affe06

      Naja, aber so toll funktioniert das bei Denon auch nicht. Ich hatte jedeinfalls einige tracks die der prime nicht richtig erkannt wurden. Und Anpassen der BPM-Geschwindigkeit geht nur wieder mit externer SW.

      • Profilbild
        Johannes Bollmann  RED

        Das ist in der Tat ein zweischneidiges Schwert. Bei Denon DJ finde ich persönlich die Software im Hintegrund noch weit von der von Pioneer entfernt, ansonsten geht Denon DJ mit einigen Funktionen in der Tat voran.

        Ich habe jedoch eine Frage: Wieso genau ist nicht vorhandenen on-board-Analyse ein Problem? Und wieso macht es spontanes Auflegen unmöglich? Einem fällt ja nicht ein USB Stick mit Tracks einfach so in die Hände…das hat man ja schon geschickt bekommen oder heruntergeladen…und das dann am PC schnell zu sortieren findet ja eh statt…und dann kann man es doch auch direkt analysieren und mit dem RX3 verbunden mit dem Laptop direkt nutzen.

        Ich frage wirklich aus Interesse – für mich als Club DJ ist es halt klassisches Prozedere vorbereitete Sticks dabei zu haben…
        Als mobil DJ vielleicht anders? Wenn einem da mal spontan ein Stick in die Hand gedrückt wird..

  5. Profilbild
    Affe06

    Hat jemand von euch schon einen RX3 ergattern können?
    Bei mir wird der Liefertermin immer wieder verschoben :(
    – Chipmangel offenbar nicht nur in der Automobilindustrie.

    • Profilbild
      Affe06

      Ist endlich angekommen – aber leider gleich die erste Enttäuschung,
      Das Scrollrad scheint unwertig, schlecht gefertigt, alle 360° klackert/klickt es deutlich wahrnehmbar. :(
      -> Keine gleichmäßige Rasthaptik.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum, um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Politische Inhalte und Statements werden durch die Redaktion gelöscht.

Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE