Kontrolle und Sounds im Kleinformat
Der Hersteller AKAI ist nicht nur für seine MPCs, sondern auch für seine vielfältigen USB/MIDI-Controllerkeyboards bekannt. Vom kleinen 25 Tasten Keyboard bis hin um 88-tastigen Controller-Schiff hat AKAI so einiges im Angebot. Ein Controllerkeyboard mit eingebauter Klangerzeugung ist allerdings ein gänzlich neuer Ansatz für das US-amerikanische Unternehmen. Somit kann man die Ankündigung des AKAI MPK mini play schon als Überraschung bezeichnen. Doch wie sagt man so schön: In jedem siebten Controllerkeyboard findet sich ein kleines (oder großes) Spielzeug. Auf zum Test des MPK mini play.
Auspacken des AKAI MPK mini play
Schön kompakt und leicht präsentiert sich das neueste AKAI Controllerkeyboard. Die Maße belaufen sich auf 312 x 172 x 46 mm, gewichtstechnisch bringt es das mini play auf 450 g. Das Gehäuse besteht aus zwei großen Kunststoffteilen, die ordnungsgemäß miteinander verschraubt sind. Die Verarbeitung ist tadellos. Auf der Unterseite besitzt das Controllerkeyboard vier Gummifüße. Damit steht das Keyboard fest und rutscht nicht vom Tisch.
Die Optik des AKAI MPK mini play ist natürlich stark an das MPK mini MK2 angelehnt, die Zugehörigkeit zur MPK-Familie ist dem mini play nicht abzusprechen. Die 25 Tasten erstrecken sich über die komplette Gehäusebreite, die obere Hälfte der Bedienoberfläche ist den für diese Größe relativ zahlreichen Bedienelementen vorbehalten. Zunächst fallen die acht anschlagdynamischen und beleuchteten Pads auf. Diese weisen eine Größe von 2,8 x 2,8 cm auf und bieten einen sehr guten Anschlag. Hiermit lässt sich sehr akzentuiert und dynamisch spielen, dies ist bereits beim Test des MPK Mini MK2 positiv aufgefallen.
Zur Linken der acht Pads folgen ein 4-Wege-Joystick sowie sechs Funktionstasten. Diese leuchten, mit Ausnahme des Note Repeat Buttons, im aktiven Zustand rot auf. Zwei davon dienen als Oktavierungstasten, einer schaltet den integrierten Arpeggiator an, der nächste schaltet die Pads auf vollen Anschlag (Full Level) und zu guter Letzt lässt sich hiermit auch ein Tempo für den Arpeggiator eintappen. Soweit gleicht die Ausstattung des MPK mini play also dem des MPK mini MK2.
Der rechte Teil der Bedienoberfläche ist dagegen aufgrund der internen Klangerzeugung des mini play anders aufgebaut. Anstatt der acht Potis des MPK mini MK2 verfügt die mini play Version nur über fünf Potis, wovon vier zur Steuerung verschiedenster Parameter dienen. Der fünfte im Bunde dient als Master-Volume-Regler.
Daneben befinden sich sechs Buttons, die zum Aufrufen der internen Sounds und Drumkits sowie zum Aufrufen/Speichern von Lieblingssounds (Favoriten) dienen. Die beiden unteren Buttons, die mit Pad/Knob Bank A/B beschriftet sind, dienen zum Umschalten der Pad/Poti-Belegungen. Diese können zweifach mit Parametern bzw. MIDI-Control-Change-Befehlen belegt werden. Pitchbend- und Modulationsrad gehören leider nicht zur Ausstattungsliste des MPK mini play.
Die Bedienung des AKAI MPK mini play ist einfach. Die Sounds ruft man durch Drücken der Keys oder Drums-Buttons auf, danach dreht man sich mit Hilfe des oberen Potis durch die 127 Sounds bzw. 10 Drumkits. Der jeweilige Name des Instruments wird im Display angezeigt. Das Display ist zwar äußerst klein, dennoch lässt sich die Schrift sehr gut ablesen. Wird ein längeres Wort bzw. ein längerer Name im Display angezeigt, läuft dieser in „Laufschrift“ durch das Display.
Auf Wunsch kann man die internen Sounds durch Drücken der Taste „Internal Sounds“ auch abschalten, dann arbeitet das MPK mini play wie ein herkömmliches Controllerkeyboard ohne Klangerzeugung. Zur Programmierung bietet AKAI den MPK mini play Editor an. Am Computer lassen sich hierüber alle auszusendenden Befehle einstellen, welches Poti steuert was etc. Ebenso lassen sich die Favoriten verwalten. Den Editor stellt AKAI auf seiner Website zum Download bereit.
Abgesehen von den Einstellungen für den Arpeggiator und das Editieren der internen Sounds mit Filter, Resonanz, Hall-Anteil, Chorus-Anteil lässt sich am MPK mini play im übrigen nichts programmieren.
Bis zu acht Lieblingssounds lassen sich in den Favoriten abspeichern. Hierzu ruft man seinen Lieblings-Sound auf, hält „Favorites“ gedrückt und drückt zusätzlich eines der acht Pads. In den Favoriten wird jedoch nicht nur die eigentliche Soundauswahl gespeichert, sondern auch stets die aktuellen Einstellungen der vier Potis (Filter, Resonanz, Reverb, Chorus).
Ein USB-Kabel, eine mehrsprachige Bedienungsanleitung sowie eine Infokarte zum Download diverser Software-Pakete gehören zum Lieferumfang des MPK mini play hinzu. An Software ist Pro Tools First, AKAI Pro MPC Essentials, Air Music Tech Hybrid 3 und SONiVOX Wobble im Paket enthalten.
Wie klingt das AKAI MPK mini play?
AKAI hat dem mini play Controllerkeyboard 128 Sounds und 10 Drumkits spendiert. Das klingt nach Standard-MIDI-Belegung und letztlich klingt es auch so. Man darf bei den internen Sounds also kein Wunderwerk erwarten. Die Bandbreite der mini play Sounds erstreckt sich über die übliche (MIDI-) Palette. Grand Pianos, E-Pianos, Mallets, Gitarren, Streicher, Orgeln, Orchester und Synthesizer-Sounds sind an Bord. Das kennt man alles und hat man in der Form, in der es im mini play eingesetzt wird, auch schon des Öfteren gehört.
Betrachtet man den Preis des mini play, wird aber auch schnell klar, dass man hier keine Analog-Sound-Orgie erwarten darf. Letztlich kostet das mini play ja nur 46,- Euro mehr als das reine USB/MIDI-Controllerkeyboard MPK mini MK2. Wo soll da die Monster-Soundqualität herkommen? Wer das MPK mini play nach seiner Ankündigung also auf die „wollen haben“-Liste gesetzt hat, ganz im Hinblick auf fette analoge Synthesizer-Sounds, wird also zunächst einmal enttäuscht. Bleibt die berechtigte Frage: Für wen ist das MPK mini play geeignet?
In der Regel wird man mit einem Controllerkeyboard Software-Instrumente oder ggf. auch andere Hardware ansteuern. Diese werden zu 99 % besser klingen als die internen Sounds des mini play. Da gibt es nichts drumherum zu reden. Doch wer schon mal in der Situation war, dass er einfach mal schnell einen Ton braucht, sei es um ein neues Lied beim Coverband-Gig zu checken, dem Gitarristen ein A zu geben, im Rahmen eines Walking Acts Piano zu hämmern oder nach dem Gig etwas herumspielen und neue Ideen finden möchte, wird die internen Sounds des AKAI MPK mini play zu schätzen wissen.
In diesen Fällen zählt dann auch (meistens) nicht die Top-Qualität der Sounds, sondern einfach, dass ein Ton da ist. Der zweite Pluspunkt, das geringe Gewicht und die kompakten Maße, darf man hierbei auch nicht unterschätzen. Hinzu kommt, dass das MPK mini play auch über drei AA-Batterien betrieben werden kann. Bei Betrieb am Computer lässt es sich über USB mit Strom versorgen.
Bedienung des AKAI MPK mini play
Wie es bei solch einem kompakten Controllerkeyboard üblich ist, ist die Bedienung über diverse Doppelbelegungen von Tasten oder Tastenkombinationen gelöst. So muss man für die Zeiteinstellung des Arpeggiators beispielsweise stets die On/Off-Taste des Arpeggiators in Verbindung mit einer der untersten acht Tasten der „Klaviatur“ drücken. So lässt sich dieser auf die Werte Viertelnote bis 1/32tel Triole einstellen.
Auch der Arbeitsmodus des Arpeggiators wird so eingestellt. Neben Aufwärts und Abwärts stehen die Modi Inklusive/Exklusive (erst aufwärts, dann abwärts jeweils mit bzw. ohne den Anfangston doppelt zu spielen), Reihenfolge (Order) und Random zur Auswahl. Dazu kann der Swing-Faktor von 50 % auf bis zu 64 % stufenweise erhöht werden.
Das Tempo des Arpeggiators kann eingetappt werden, das MPK mini play richtet sich auf Wunsch aber auch nach einer externen MIDI-Clock.
Anschlüsse und Tastatur des AKAI MPK mini play
Wie bereits erwähnt, kommen die internen Sounds des MPK mini play über den integrierten Lautsprecher des Controllerkeyboards an das Ohr des Spielers. Alternativ lässt sich über den rückseitigen 3,5 mm Stereo-Klinkenausgang auch ein Kopfhörer oder Aktivboxen anschließen. Die Verbindung zum Computer wird über USB hergestellt. Löblicherweise verfügt das Keyboard über einen On/Off-Schalter.
Die 25 Tasten des MPK mini play Keyboards sind für ein solch kompaktes Keyboard gut spielbar. Der Anschlag ist leicht, der genaue Druckpunkt aber gut spürbar. Somit lässt sich das mini play für kleine Sequenzen oder Melodien gut einsetzen.
…Nur leider hat Akai Midi-In und -Out vergessen…
@mfk Ja ohne Midi ist das ganz schön Thema verfehlt.
Richtig. Akai hat MIDI vergessen und damit ist dieses Teil seeeehrrr uninteressant.
Hm, kein MIDI finde ich weniger schlimm, auch wenn die offensichtliche Vorlage Triton Tactile MIDI-Out anbietet. Der Zielgruppe dürfte weniger schmecken, dass sich bei beiden Kandidaten die Sounds nur analog abgreifen und nicht via USB nutzen lassen. Übrigens, das Konzept konnte Yamaha Ende der 90er schon, war wohl damals aber kein Erfolg, vor dem DAW-Boom auch irgendwie kein Wunder.
Sooooo schlimm sind die Sounds ja nicht – besonders wenn man mal „ganz dringend irgendetwas braucht“, z. B. um Interface/Input/Amp/Kabel zu testen oder um kurz mal etwas zu jammen bzw. anzuspielen. Der Arpeggiator bzw. Drummer ist genial dafür einsetzbar. Aber dieser dümmste Fehler wie bereits beim Triton Taktile – die Sounds sind von außen nicht ansteuerbar. Für „live“ ist die Tastatur zu klein, daher ist es (leider) nur ein modernes Kabeltestgerät. Aber irgendwie auch faszinierend, nur so zum Spaß…
Die Tasten fühlen sich fürchtbar an und keine MIDI In- und Outputs sind ein no-go