Test: Alesis Strike Multipad, Sample Pad

1. Februar 2019

Alle Neune! Strike!

alesis strike multipad

Alesis Strike Multipad

Ob Alesis mit dem neuen Strike Multipad an glanz- und glorreiche Zeiten anknüpfen kann? Wir erinnern uns schwermütig an ein 19″-Rackmodul, bestückt mit Drumsounds namens D4, damals legendär (ach hätte ich damals gerne eins gehabt). In den 90er Jahren des vorigen Jahrtausends war Alesis ja ein „strong name“ unter den Synth-Drum Herstellern. Und jetzt kommt Strike! Der Name kommt stark daher, schauen wir im Test, ob und wie sich Alesis wieder an die Spitze der Sample-Pads torpedieren kann.

Farbenfrohes Alesis Strike Multipad

Kein Witz, Farben spielen beim Alesis Strike Multipad eine ausschlaggebende Rolle. Sehr ansehnlich ist es allemal, dazu auch super schick, wie das schwarz und dunkel gehaltene Pad vor sich hin leuchtet.

Das Ganze hat durchaus einige Licht-basierte durchdachte Funktionen zu bieten. So lassen sich beispielsweise Instrumente in bestimmten Farben in Gruppen zusammenfassen oder Click- bzw. Metronomfunktionen per „optical click“ darstellen. Sehr hilfreich stelle ich mir auch die Funktion vor, die von links nach rechts laufende LED als „Time-Line“ für laufende Loops zu gebrauchen. Über allem steht natürlich die gute Orientierungsmöglichkeit, selbst auf komplett dunkler Bühne. Selbst der seitlich am Gerät blinkende Alesis Schriftzug lässt sich der Spielweise anpassen, aber dazu später mehr.

alesis strike multipad

Verarbeitung des Alesis Strike Multipad

Das Alesis Strike Multipad ist sehr robust verbaut und macht einen hochwertigen, stabilen Eindruck. Das Bedienfeld ist vertieft unterhalb der Spielfläche platziert, wo man guten Zugriff hat und es keine versehentlichen Schläge mit den Sticks abbekommt. Die Gummipads bestehen aus einer durchgehenden Fläche, die auch harte Schläge locker wegsteckt und sich angenehm spielen lässt. Auch versehentliche Fehltreffer können dem Pad nichts anhaben. Die einzelnen Pads sind durch Vertiefungen von einander getrennt. Die Taster bestehen aus Gummi und reagieren sehr gut. Das 4,3″-Display ist ausreichend groß und trotz der vielen Funktionen übersichtlich gestaltet. Die Verarbeitung ist wirklich tadellos, da gibt es nichts zu meckern.

Steckt harte Beats locker weg und bietet ein gutes Spielgefühl

Funktionen des Alesis Strike Multipad

Der Looper

Ein Highlight des Strike Multipads ist der integrierte Looper. Einfach zu bedienen und sehr gut in der Umsetzung, begeistert mich diese Funktion. Ich hatte die Gelegenheit, einige Schlagzeugschüler mit der Loop Funktion experimentieren zu lassen. Intuitiv kamen auch die Nachwuchs-Trommler schnell damit zurecht und waren innerhalb kürzester Zeit in der Lage, eigene Loops zu erstellen.

Blick aufs Display beim Erstellen eines Loops mit internen Sounds

Um einen eigenen Loop zu erstellen, drückt man zunächst die „View“-Taste und gelangt sofort ohne Umwege ins Looper-Menü. Im Display erscheint die „Arm to rec“-Funktion. Zum Scharfschalten der Aufnahme drückt man diesen Taster einmal, im Display ändert sich die Bezeichnung auf „Start Rec“. Drückt man diese Taste, so wird im zuvor gewählten Tempo ein eintaktiger Einzähler hörbar.

Rechts neben der Aufnahmetaste wird die Taktanzahl definiert. Es gibt die Möglichkeit 1-8, 12 oder 16 Takte auszuwählen, damit dürften alle gängigen Songformen bedienbar sein. Noch einen Platz weiter rechts lässt sich festlegen, ob der Loop im „Playback“- oder „Overdub“-Verfahren erstellt werden soll. Overdub bedeutet, dass die Aufnahme über die eingegebene Taktzahl immer weitergeht. Playback jedoch verhindert dies und schaltet die Aufnahme automatisch nach dem ersten Durchlauf der Taktform ab.

Im Sample-Mode

Hier gilt es zunächst einmal, die Eingangsquelle zu wählen. Es steht der Record-Eingang oder USB-Audio zur Verfügung. Gut gefällt mir der Sample-Editor, mit dem sich das Sample visuell sehr einfach und präzise auf die gewünschte Länge trimmen lässt (Edit Start/End). Außerdem stehen eine Normalize-, Pitch- und Reverse-Funktion zur Verfügung. Also viele nützliche Sample-Möglichkeiten, die man sinnvoll anwenden kann. Der ausreichend große Speicher bietet mit 32 Gigabyte genügend Platz. Falls das doch nicht ausreicht, lässt sich über einen USB-Stick mehr Platz schaffen.

Panic

Die „All off“-Taste darf natürlich nicht fehlen. Wenn mal alle Loops und Samples durcheinander laufen und du nicht mehr durchblickst (was live tatsächlich schon mal vorkommen kann), genügt ein Druck auf die Panic-Taste, um alle laufenden Funktionen zu stoppen. Die Taste ist immer mal praktisch, auch beim Editing, wenn man Sounds nur kurz anspielen möchte.

alesis strike multipad

Hier gut zu sehen: die wichtigsten Tasten, um in die Grundfunktionen des Strike Pads anzuwählen

Im Kit-Mode

Hier wählt man das Drum-Kit aus, also die Belegung aller neun Pads innerhalb eines Setups. Innerhalb der Kits lassen sich alle internen Sounds leicht dem jeweils ausgewählten Pad zuweisen. Im Blickfeld ist in diesem Modus außerdem der Ausgangspegel (Main und Aux). Über die Settings-Taste lässt sich hier die Kit-Lautstärke, ein Tempo, die Taktart, die Farbe, in der der Alesis Schriftzug seitlich leuchtet, sowie die Leuchtintensität des Schriftzuges festlegen. Eine Kit-Copy-Funktion befindet sich hier ebenfalls. Nützlich, wenn man zum Beispiel ein Kit mit nur leichten Unterschieden mehrfach benötigt. Über die Rename-Taste lässt sich dem Kit ein Name zuweisen. Allerdings dauert der Speichervorgang verhältnismäßig lange.

Im Pad-Mode

Hier erscheinen die Tasten Feel, Control, Output, Light, Group und Copy. Feel ist unterteilt in Sensivity, Curve, Threshold und Fixed Level. Kurz, es handelt sich um für das Spielgefühl entscheidende Parameter, mit denen sich das Pad an die eigene Spieldynamik anpassen lässt. Für mich lässt sich das Multipad bereits im Auslieferungszustand sehr gut spielen und reagiert ausreichend gut auf meine dynamische Spielweise.

Mit der Control-Taste öffnet sich einerseits die Möglichkeit, ein beliebiges Pad mit der Umschaltfunktion aufs nächste Kit zu belegen. Wählt man Control-Mode-On und schlägt auf dieses Pad, wechselt das gesamte Strike-Multipad auf die nachfolgende, vorausgehende Soundbank. Praktisch, wenn zum Beispiel Playalongs zur Live-Show laufen. So kann man die Show komplett nur mit Sticks steuern. Auch die Möglichkeit, ein ausgewähltes Pad mit der Funktion des Click (Metronom) -Starts zu belegen, ist hier möglich.

Andererseits lässt sich die Funktion für folgende Belegungen nutzen: Panic (all Sounds off), Looper Record, Looper Play/Stop, Kit EFX on/off, Kit EFX 2 on/off, Kit EFX 3 on/off und Master EFX on/off.

Eine weitere Funktion befindet sich direkt darunter, hier lässt sich der Sound des Pads (was jetzt einer der oben genannten Funktionen zugeordnet ist), stummschalten. Es dient also nur noch (wenn man es so möchte) als Funktion-Schaltpad. Man hat also die Wahl, ob es zusätzlich auch noch mit einem Sound belegt sein soll.

Forum
  1. Profilbild
    Soonisnow

    Unglaublich! Alesis scheint nach 20 Jahren des low- Budget- Daseins mit teils unausgereiften Produkten oder Neuauflagen der gleichen Samplesets in neuen Geräten wieder echte Qualität liefern zu wollen/können. Das hat auch seinen Preis. Und das finde ich ok. Toll die Idee, den Click optisch darstellen zu können und eine Art Lauflichtfunktion zu haben. Mal schauen, wie das ankommt…
    Mich würde noch interessieren, ob die Pads auch im Utility Mode einen „Handspielmodus“ haben ohne Sticks.

  2. Profilbild
    Dave the butcher  

    Kriegt man Lust sich sticks zuzulegen. Find ich interessant für live, besser als die neue akai launchpad machine. Hab allerdings eine mpc

  3. Profilbild
    kupsu  

    Vielen Dank für den Bericht. Werde das Gerät nach gewiiser Etablierung und ggf. Preissenkung mal genauer beobachten. Es gibt durchaus verlockende Features. Vielleicht kann es mein SPD SX ablösen. Wobei das SPD SX einfach super robust und megazuverlässig ist. Es hat mich seit Jahren nicht im stich gelassen und ist zu meiner Schaltzentrale an meinem Hybriddrumset geworden. Ohne geht nicht mehr. Dass muss Alesis erstmal beweisen, ob es dass auch kann. Auf den ersten Blick sieht es danach aus. Ich bin gespannt.

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