Kaufberatung: Die besten Sample Pads für Schlagzeuger

6. Mai 2021

Die besten Sample Pads im Überblick

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Kaufberatung: Die besten Sample Pads für Schlagzeuger

Bereits seit vielen Jahren sind Sample Pads fester Bestandteil von Live- und Studio-Setups. Egal ob es darum geht die internen Drum- und Percussion-Sounds zur Bereicherung der Schlagzeug-Performance einzusetzen, selbst gebastelte Samples und Effekt-Sounds zu triggern oder im Studio einen Pad Controller zur Hand zu haben, der dafür sorgt, dass die Beats Software erst so richtig anfängt zu grooven, die Auswahl ist relativ groß und vor allem für Einsteiger schwer zu durchblicken.

Doch fangen wir ganz von vorne an: Was sind Sample Pads überhaupt und wie und wo lassen sie sich einsetzen? Welche Formen der Sample Pads gibt es?

Wissen: Was sind Sample Pads?

Für den Einstieg drehen wir die Uhr ein paar Jahre zurück und schauen, wann und wie die ersten elektronischen Schlagzeuge zum Leben erweckt wurden. Die Synthesizer-Entwicklung der 1970er/1980er Jahre brachte schnell die unterschiedlichsten Synthesizer hervor, elektronische Schlagzeuge gab es damals jedoch noch nicht. Der Ruf nach rhythmischen Begleitungen, egal ob es nun Sounds sein sollten, die ein echtes Schlagzeug nicht erzeugen konnte oder man gar schon versuchte, ein akustisches Schlagzeug nachzubilden, wurde jedoch schnell laut.

Die Band Kraftwerk war es, die bereits Mitte der 1970er Jahre ein Patent für ein „electronic percussion musical instrument“ anmeldete. Im Jahre 1973 trat Kraftwerk dann erstmals mit einem Vorreiter der heutigen E-Drums live im Fernsehen auf. Im folgenden Video sieht man den Kraftwerk Schlagzeuger Wolfgang Flür, wie er auf einer Art Sample Pad spielt:

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Kurz darauf tauchten vermehrt sechseckige, wabenförmige Pads auf, egal ob in Musikvideos, Fernsehshows oder Fachzeitschriften. Nicht nur optisch ein Highlight und für viele unvergessen – die Firma Simmons war kurz zuvor geboren. Die Entwicklung ging dann in Richtung E-Drums, so wie wir sie heute kennen.

Im Jahr 2021 sind E-Drums bzw. deren kompaktere und kleinere Abwandlung Sample Pads keine Besonderheit mehr und werden auf unterschiedlichste Art und Weise eingesetzt. Auf der einen Seite gehören die Sample Pads fast schon zum Standard-Repertoire jedes Live-Schlagzeugers. Allen voran die Drummer von Top 40 Coverbands müssen stets aktuelle Sounds und Samples parat haben, um sich den aktuellen Stilen anzupassen, sehen sich fast schon genötigt, Sounds über Sample Pads abzufeuern. Doch auch Schlagzeuger, die eigene Songs darbieten, schätzen die Möglichkeit, die klanglichen Möglichkeiten zu erweitern, sei es stand-alone mit Sample Pads und/oder Drum-Modulen oder im Zusammenspiel mit Laptops.

Auf der anderen Seite nutzen viele die Sample Pads, um ihre „in the box“ Produktionen mit live eingespielten Drum-Grooves oder Percussion-Pattern aufzuwerten. Komponisten und Produzenten, egal ob Pop, Dance oder Electro-Musik oder Film-, Videospiel- und Multimedia-Komponisten „trommeln“ gerne mal ein Pattern ein, anstatt es über ein Controllerkeyboard einzuspielen.

Neben den klassischen Sample Pads, die ihr in unserer zugehörigen Charts findet, gab und gibt es immer wieder ein paar Exoten wie die Korg Wavedrum, der wir uns in mehreren Testberichten und einem großen Special bereits mehrfach gewidmet haben.

korg wavedrum

Auch werden alte Konzepte gerne überarbeitet und neu auf den Markt gebracht, wie beispielsweise bei den Roland SPD One Pads.

roland spd one

Ebenfalls interessant ist der von ATV stammende Electronic aFrame:

atv aframe

Nachfolgend findet ihr nun alle aktuell erhältlichen Sample Pads aufgeführt. Mit den passenden Testberichten samt Fotos und Audiobeispielen verlinkt sollte jeder Interessierte in der alphabetisch sortierten Liste etwas Passendes finden. Viel Spaß beim stöbern.

Alesis PercPad

Die Firma Alesis hat bereits seit vielen Jahren die unterschiedlichsten Sample Pads im Angebot. Von kleinen, kompakten 2-Pad-Produkten bis hin zum aktuellen Spitzenprodukt Alesis Strike Multipad gibt es funktional wie auch preislich eine große Auswahl. Eines der kleinsten Pads überhaupt ist das PercPad:

alesis percpad

Alesis SamplePad 4

Die Pads des Alesis Samplepad 4 spielen sich angenehm und bieten einen guten Dynamikumfang. Die Bedienung funktioniert nur über das eingebaute Display und nicht über den per USB angeschlossenen Computer, aber daran gewöhnt man sich schnell. Beim Design gibt es in Sachen Praktikabilität allerdings noch Luft nach oben. Auch bei der Verarbeitung gibt es ein paar kritikwürdige Punkte. Hinsichtlich der gebotenen Funktionen und den kompakten Abmessungen aber ein interessantes Gerät! Der Preis von aktuell 145,- Euro geht dabei vollkommen ok.

Alesis Samplepad 4

Alesis SamplePad Percussion Multi Pad

alesis samplepad percussion

Alesis SamplePad Pro

Mit dem Samplepad Pro hat Alesis ein wirklich roadtaugliches, gut funktionierendes Instrument im Programm, das preislich sehr attraktiv ist. Allerdings gibt es auch einige Einschränkungen gegenüber den Konkurrenzprodukten. Kleine Nachteile liegen u. a. im etwas überladenen Display, an das man sich aber sicher gewöhnen kann. Umschaltzeiten, die etwas Zeit benötigen und die Tatsache, dass sich Samples eben nur über die SD-Karte integrieren lassen, sind ebenfalls kleine Kritikpunkte.

Alesis Strike Multipad

Gute Ideen stecken auf jeden Fall viele im aktuellen Top-Sample-Pad von Alesis, dem Strike Multipad. 7.000 Sounds „on board“, das ist keine schlechte Anzahl. Und die Qualität stimmt auch. Die Loop- und Sample-Funktionen überzeugen in ihrer einfachen Anwendung, hier findet man kaum Kritikpunkte.

Insgesamt ein gut durchdachtes professionelles Instrument, das auf den ersten Eindruck sehr verspielt wirkt, aber in unserem Test durch seine starken Seiten überzeugen konnte.

alesis strike multipad

ATV aFrame

Der ATV aFrame hat in unserem Test wirklich Eindruck hinterlassen. Die Ästhetik, nicht nur im Äußeren, sondern auch in der Gesamtkonzeption ist einfach stimmig. Das Spiel mit dem aFrame hat etwas sehr Natürliches und lässt einen schnell vergessen, dass es sich hierbei „nur“ um ein E-Drum handelt.

atv aframe

Clavia Nord Drum 3p

Konzept, Umsetzung und Verarbeitung gehen bei der Nord Drum 3P voll auf. Schier unendliche Klangwelten lassen sich erzeugen und bieten ultimativen Spaß beim Experimentieren. Die Tiefe der Sounds ist gewaltig, erdbebenähnliche Bässe bis hin zu kaum mehr wahrnehmbaren Höhen sind für diesen Synthesizer überhaupt kein Problem. Alles Dazwischenliegende darf durch die tollen Bearbeitungsmöglichkeiten verändert, veredelt oder gequält werden. Unglaublich druckvolle Drumkits entstehen oder es entwickeln sich träumerisch melodische Soundkreationen.

Korg Wavedrum Global X Edition

Die Wavedrum WDX ist ein kreatives, eigenständiges und ausgefeiltes Instrument, das nicht nur realistische Schlagzeug- und Percussion-Sounds wiedergeben kann, sondern auch Fantasieinstrumente bis hin zu elektronischen Sequencer-Sounds. Live oder im Studio, mit der Wavedrum WDX werden Produzenten und Keyboarder ganz neue Elemente in ihre Musik bringen. Drummer sollten es als Ergänzung zu bestehenden Drumsets sehen. Kritik gibt es nur für popelige Editierung mit dem Old-School-Display. Wenn man wenigsten per USB die Sounds am Computer editieren könnte – geht aber leider nicht. Trotzdem ein mehr als interessantes Instrument.

korg wavedrum global x

Millenium MD-90

Ein kompaktes 7-Pad-Instrument hat Millenium mit dem MD-90 entwickelt. 256 Percussion- und Drum-Sounds sind an Bord, dazu gibt es 45 vorgefertigte Preset Drum Kits.

millenium md 90 sample pad

Roland HPD-20 Handsonic Pad

Das HPD-20 Handsonic Pad von Roland bietet von Standard-Percussion-Sounds bis hin zu Dub- und Dance-Sounds allerhand Auswahl. Was darüber hinaus an Klängen benötigt wird, lässt sich einfach per USB-Stick in den ausreichend großen Speicher laden. Die Spielfläche fühlt sich angenehm an und reagiert sensibel auf kleinste Nuancen. Der Preis ist allerdings sehr weit oben angesiedelt.

roland hdp 20 handsonic

Roland SPD-20 Octapad

Nach mehr als 20 Jahren hat Roland kürzlich das SPD-20 Octapad wieder neu aufleben lassen. Mit neuen und mehr Sounds ausgestattet, ist das SPD-20 in Kürze erhältlich. Einen Test reichen dazu werden wir schnellstmöglich veröffentlichen.

roland octapad spd 20 pro 1

Roland SPD-30 Octapad

Ebenfalls schon mehrere Jahr erhältlich, das Roland SPD-30 Octapad. Die Sounds inspirieren und klingen aber auch heute noch druckvoll und fett. Gerade die melodischen Sounds sind für Drummer eine echte Bereicherung. Für kreative Musiker ein wirklich tolles Instrument! In unserem Workshop zum Octapad SPD-30 zeigt euch Benno Sattler, wie ihr das Sample Pad einsetzen könnt.

roland octapad spd 30

Roland SPD One Electro, Kick, Percussion, WAV

Rolands SPD One Serie besteht aus vier Geräten, die alle die gleiche Bauweise aufweisen und sich äußerlich lediglich in der Farbe unterscheiden. Egal ob Electro, Kick, Percussion oder WAV – die SPD One Pads sorgen für gute Sounds im kompakten Format.

Roland SPD-SX und SPD-SX SE

Mit SPD-SX und SPX-SX SE hat Roland zwei weitere interessante Pads im Angebot. Dabei gleicht die SE-Variante der normalen Variante bis auf zwei Punkte: Zum einen glänzt die SE-Variante durch ein rotes Gehäuse, zum anderen wurde der interne Speicher von 4 GB auf 16 GB angehoben. Der (Auf-)Preis dafür? 150,- Euro mehr verlangt Roland für die SE-Version.

roland spd sx

Roland Taiko-1

Die elektronische Taiko-Trommel hat Roland zunächst nur in Japan verkauft, mittlerweile ist sie aber auch in Europa erhältlich. Ein Test dazu folgt in Kürze.

roland taiko-1

Yamaha DTX-Multi 12

Wenn man sich erstmal mit dem Menü des DTX-Multi 12 vertraut gemacht hat, kommt man auch mit dem relativ kleinen Display zurecht. Spaß macht das Sample Pad allemal. Dafür sorgen auch die vielseitigen Möglichkeiten zum Anschluss von weiteren Pads und gar einem HiHat-Controller. Damit wird das Multi-12 auf Wunsch zu einem kompletten Drumset.

yamaha dtx 12 multi

Forum
  1. Profilbild
    gaffer  AHU

    Hatte zweimal Octas und liebäugle immer wieder mal mit e-Trommeln. Als Übersicht was auf dem Markt ist, ist der Beitrag gut. Einige der Geräte gehen dann in der Praxis nicht so gut, wie es der Herstellertext erwarten lässt, da wären dann schon noch zusätzliche Infos sinnvoll.

    Schon beeindruckend, welchen Sprung Kraftwerk von Ralf & Florian zu Autobahn gemacht hat. Die Nummer hier würde ich als niedlich bezeichnen.

  2. Profilbild
    moinho  

    Frage bzw. Anmerkung: am Beispiel des Nord Drum scheint es mir, daß nicht alle der gelisteten Produkte „Sample Pads“ sind in dem Sinn wie ich das verstehen würde (eine sample-fokussierte Klangerzeugung). Ich verstehs so, daß das eine Kaufberatung für „elektronische Drumpads mit eigener Klangerzeugung“ ist (was freilich mehr wie ein Patent denn wie ein Artikel klingt“, ist das so?

    • Profilbild
      Felix Thoma  RED

      Hallo Moinho, die Abgrenzung ist tatsächlich manchmal etwas schwer und die Nord Drum einer der Exoten in der Liste. Aber lieber einen zu viel, als einen zu wenig aufgeführt :-)

  3. Profilbild
    zeitlos  

    Ich habe einige von den (Sample-)Pads besessen. Meinen Favorit Nr.1 ist die nordrum3, da sie klanglich sehr sehr gut zu einem Akustikdrumset passt. Virtuell-analog ist zwar nicht analog, kommt aber nahe drum. Analog klingt runder. Vergleiche ich es mit Visuellem, würde ich sagen dreidimensional. Sample wäre dann dagegen nur zweidimensional, wie ein Foto. Es gibt deswegen deutlich weniger Anpassungsprobleme als bei den Pads mit Sampeln. Favorit Nr.2 ist die Roland HPD 15. Die Sounds klingen zwar etwas älter als die des Nachfolgers HPD20, aber sie hat einen Pitch-Zufallsgenerator, der verrückte Ergebnisse erzielt ( erinnert an 12Tonmusik ). Diese entsprechenden Parameter sind „ganz tief“ im Inneren zu finden, so dass ich noch nie jemanden damit habe experimentieren sehen. Nur ich : D Die HPDs im allgemeinen lassen sich leicht mit den Händen spielen ( auch mit Sticks natürlich ) und integrieren sich auch mit etwas Einfühlungsvermögen in den Bandsound. Der Hammer ist die Wavedrum. Was aus der rauskommt, ist gewaltig und sie ist von der Spielbarkeit sehr nahe an Akustiktrommeln. Nur ist sie sehr sehr schwer in einen Bandsound zu integrieren. Für Solospieler klasse, für anderes nicht so gut bis gar nicht geeignet. Das Alesis Strike Multipad ziehe ich den anderen „eckigen“ Pads (SPDs, DTX) vor. Sie ist – für mich(!) – das ausgereifteste Pad.

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