Test: Allen & Heath AR2412 Stagebox

2. Mai 2014

Stagebox für Digitalmixer Qu-16

Allen & Heath AR2412 Stagebox

Allen & Heath AR2412 Stagebox

Vorwort der Redaktion

Für alle drei Komponenten des Allen & Heath Qu-16 Digitalmixer-Systems, finden Sie auf AMAZONA.de entsprechende Testberichte:

Die Allen & Heath AR2412 Stagebox im Test

Wie der Name schon impliziert, gehört das AR2412 eigentlich zur GLD-Serie. Nichts desto trotz kann es aber auch mit dem Qu-16 verwendet werden.

Das Audio Rack kommt in einem 3HE hohen 19″ Stahlblechgehäuse in der Trendfarbe Aubergine. Auf der Vorderseite sind 24 XLR-Eingänge und 12-XLR Ausgänge vorhanden, lobenswerter Weise gute Neutrik Buchsen. Die Digitalverbindung zum Pult erfolgt über dSNAKE, an die MONITOR-Buchse kann das ME-1 angeschlossen werden, EXPANDER erweitert zusätzlich noch Ein- und Ausgänge mit dem kleinen Audio Rack AR84.

Allen & Heath AR2412 Stagebox

Die AR2412 Stagebox gibts auch in Lila

Rückseitig finden sich der Netzschalter, Kaltgerätebuchse, Sicherungshalter und ein angenehm ruhig laufender Lüfter.

Die Eingänge werden 1 zu 1 an das Qu-16 durchgegeben, die Ausgänge doppeln die 12 Pultausgänge. Nicht möglich ist es, mit dem AR2412 die maximale Anzahl der Kanäle zu erhöhen. Was das Ganze dann soll? Während das Qu-16 für sich alleine auf ein analoges Multicore angewiesen ist oder aber direkt auf der Bühne steht, ist es mit der Verbindung Qu-16/AR2412 nun möglich, ein digitales Core im dSNAKE-Format zu benutzen. Da ein ordentliches analoges Multicore schon richtig ins Geld gehen kann, wird die Digital-Kombination auch finanziell durchaus interessant, vom bequemeren Handling mal ganz zu schweigen.

Allen & Heath AR2412 Stagebox

Das Qu-16 mit AR2412

Bisher musste das Pult noch analog mit seiner Umwelt verbunden werden, mit dem AR2412 Audio Rack ist es nun möglich, auf ein analoges Multicore zu verzichten und die Datenverbindung mit einem CAT5 Kabel zu machen. Das zugehörige Datenprotokoll nennt sich bei A&H dSnake, also einfach die beiden Buchsen an Pult und Audio Rack miteinander verbunden.

Nach der Installation kann nun für jeden Eingangskanal bestimmt werden, ob er vom Pult oder vom AR2412 angesteuert wird. Bei den Ausgängen ist keine Auswahl nötig, die sind einfach doppelt vorhanden.

Allen & Heath AR2412 Stagebox

Zuerst interessiert mich, ob sich die Qualität der Preamps an den beiden Einheiten unterscheidet. Dafür schließe ich zwei gleiche Mikrofone an Qu-16 und AR2412 jeweils an Kanal 1 an und wechsle mehrmals die Input-Quelle. Auch im Blindversuch lassen sich keine Unterschiede ausmachen, es scheinen also im Qu-16 die selben Vorverstärker zu arbeiten wie im AR2412, das ja aus der höherwertigeren GLD-Serie stammt.

Einen Unterschied stelle ich bei den Stereoeingängen fest. Während am Pult ST1 und ST2 bei Benutzung nur der linken Buchse auch als Monokanal fungieren, funktioniert dies am Audio Rack nicht, hier erscheint Kanal 17 links im Panorama und Kanal 18 rechts, hier sind die Stereokanäle also auch nur als solche zu nutzen.

Allen & Heath AR2412 Stagebox

In der Bedienungsanleitung weist der Hersteller explizit darauf hin, dass mit dem AR2412 nicht die Kanalzahl des Allen&Heath Qu-16 erhöht wird. Dies ist natürlich richtig, aber auch falsch. Es können auch weiterhin nur 22 Inputs gleichzeitig gefahren werden, allerdings können diese natürlich für einzelne Szenen verschieden belegt werden. So kann z.B. bei der einen Band über vier Funken gesungen werden, die am Pult stehen und ST3 spielt das Playback vom MP3-Player dazu, die nächste Band hat vier Kabelmikros, die in dem AR2412 stecken und ST3 wird auf der Bühne für das Keyboard benutzt. Da die Inputquelle in der Szene abgespeichert wird und die Gains sowieso unabhängig eingestellt werden, lassen sich so bei Shows mit mehreren Acts mehr Signalquellen direkt und ohne Umstecken und Rumschrauben auflegen, nur eben nicht gleichzeitig einsetzen.

Allen & Heath AR2412 Stagebox

Auch muss die Auswahl nicht zwingend in einer Szene gespeichert werden, es können im entsprechenden Fenster beliebige Kanäle angewählt werden, also die entsprechenden kurz antippen und die Inputquelle mit einem Dreh regeln. Qu-16 und AR2412 bilden eine perfekte Einheit, so macht das Arbeiten mit dem kleinen Tausendsassa Spaß.

Fazit

On Stage bildet der Qu-16 zusammen mit dem AR2412 und dem ME-1 eine Kombi, die im Moment ihresgleichen sucht. Wäre ich Herr Lauda, ich würde meine Kappe ziehen.

Plus

  • stabile Konstruktion
  • leiser Lüfter
  • an GLD und Qu zu verwenden

Minus

  • nichts

Preis

  • 943,-€
Forum
  1. Profilbild
    tenderboy  

    Gutes pult, ABER: keine Gruppen! Großer Nachteil imho, besonders bei Industriejobs wo man öfter mal Lavalieremics, Rednerpultmics und Headsets zusammen hat, die man alle lieber getrennt mit dem grafischen „entpfeifft“

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      Armin Bauer  RED 111

      Stimmt, keine Gruppen, aber dann wäre das Konzept, alles auf zwei Layern zu verwalten, nicht mehr möglich gewesen.

      Bei deinen Anwendungen wären Gruppen sicher sinnvoll, wer aber viel Industrie macht, kann sich sicher auch das GLD holen, das ist da eher das Pult der Wahl. Für normale Musikanwendungen dürfte der User bei 16 Mono- und 3 Stereokanälen sicher ohne Gruppen klar kommen.

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        tenderboy  

        Denke nicht dass es eine ebene mehr geben müsste. Einfach die Möglichkeit den Mixbus auf den Main Out zu routen sollte reichen

  2. Profilbild
    ukm  

    Irgendwie fände ich die Idee interessant, wenn der Qu-xx ohne Ein-/Ausgänge zusammen mit dem AR2412 oder ähnlichen Geräten im Paket angeboten würde. Da müsste man sich nicht entscheiden, ob mit oder ohne FOH bzw. im Fall mit FOH doppelt kaufen.

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      Armin Bauer  RED 111

      Hi bob,

      das sind doch Pulte aus einer völlig anderen Zeit.

      Ist ungefähr so, als würdest du einen Golf 2 mit einem neuen Astra vergleichen und fragen, welches das bessere Auto ist.

      Ich denke, nicht mal VW-Markenfetischisten würden da zum Golf greifen.

  3. Profilbild
    lookandlisten

    Ich muss Armin Bauer klar widerspechen:

    Ich hatte das QU24(ohne Erweiterungen AR & ME) und auch das Presonus Studio Live 24.4.2 zum Test im Studio, da ich für den Filmvertonungsbereich ein B-Studio aufbaue und Terrabytes an Samplermaterial nutze und nicht darauf verzichten möchte.

    Für die Bühne ist QU24 mit der Snakebox und dem ME1 unschlagbar. Aber im Studio ist es vom Handling und den Schnittstellen deutlich unbrauchbarer.

    Das Presonus trifft das gleiche Schicksal: Mangelnde Schnittstellen und ebenfalls nur maximal 48 kHz.

    Ja, es beide sind komfortabel übers Netzwerk zu editieren aber im Studio hört es auf mit dem Wohlwollen. Beide Pulte bieten „nur“ 48 kHz, haben keine Schnittstellen wie ADAT AES oder TDIF. USB 2.0 ist ein Witz in der heutigen Zeit und mit USB 3.0 sind auch 96 khz ohne Probleme möglich. Aber selbst das Presonus mit dem FW800-Anschluss reduziert auf 48 kHz! Die kHz-Zahl ist nicht der entscheidende Faktor.

    Dann also der Klang: Nur hier klingt keines der Pulte besser als das 01V96 bzw. schlechter als ein 02R96. Bei den Effekten liegen die Yamahas nach meinem Gusto mit weitem Abstand vorne.

    Das 01 und das 02 von Yamaha sind zudem über die Slots erweiterbar, das geht innerhalb von einer Minute (4 Schrauben lösen Karte rausziehen/ andere Karte rein) – ganz so wie das Setting es grad braucht.

    • Profilbild
      lookandlisten

      Live-Ranking:
      QU16/24 mit (!) Snakebox und mit (!) ME1 (QU24+AR+ME=4.600,00 EUR)
      Yamaha 01v96 (1000,00 bis 1.300,00 EUR gebraucht je nach Erweiterung+Verkabelung)
      Presonus Studio 24/32.4.2 AI (3.500,00 EUR+Verkabelung)

      Studio:
      Yamaha 01V96 (=1.000,00 bis 1.300,00 EUR gebraucht je nach Erweiterung)
      Yamaha 02R96 (=3.500,00 EUR gebraucht)
      ..
      Presonus Studio 24/32.4.2 (2.800,00/3.500,00)
      QU16/24 (=1.990,00/ 2.650,00 EUR ohne Erweiterungen)

      Sorry, das QU16 ist ein gutes Pult und mit Erweiterungen bei Konzerten schon eine Ansage – aber im Studio absolute Golf 1 Klasse im Vergleich zu einem Neufahrzeug. In der Region bis 10.000 EUR
      hat sich in den letzen 10 Jahren bei den Mixern fürs Studio die Technik eher zurück entwickelt. Und vom Technischen & Klang (Verständlichkeit/Effekte/Dynamics) her liegt das Yamaha Pult immer noch vorne. Es hat schon seinen Grund,
      warum der Gebrauchtpreis für das 01V96 immer noch bei 60-70 Prozent des Neupreises liegt.

      Die Vorteile in der neuen Generation liegen letztendlich bei der extrem einfacheren Verkabelung und dem besseren Handling für alle auf der Bühne. Der Rest ist so gesehen eigentlich ein Rückschritt,
      wenn man die technische Entwicklung der letzten 10 Jahre betrachtet. Insofern stimmt es: Man kann die Pulte nicht miteinander vergleichen.

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