Workshop: Digitalmischpulte im Tonstudio – Grundlagen, Bedienung, Effekte

16. Dezember 2019

Digitalmixer: Zu kompliziert - oder ein echter Fortschritt?

Workshop Digitalmischpulte im Tonstudio

Digitalmischpulte im Tonstudio – Grundlagen, Bedienung, Effekte

„Digitalmixer? Never! Musik ist analog und ich will nicht erst Informatik studieren, bevor ich mich an die Konsole setze.“ „Nur beim analogen Mixer habe ich die komplette Übersicht und das echte Feeling!“ „Touchscreen? No way. Ich will Regler und Fader!“

Also dann: Vorurteil-Schublade auf, Digitalmixer rein, Schublade zu, absperren und Schlüssel wegwerfen. So oder so ähnlich geht es vielen Toningenieuren, wenn es um die Anschaffung eines neuen Mischpults geht. Ich habe aber im Sofa – zwischen den Kissen – den Schlüssel der Vorurteil-Schublade wieder gefunden und ich würde vorschlagen: Schauen wir uns die Computer-Dinger mal genauer an. Na, kommen Sie schon! Das wird sicher ein Spaß – versprochen!

Ein Digitalmixer – was ist das überhaupt?

Die Antwort lautet: Ein modernes Auto. Nein, ich bin nicht plemplem. Mal überlegen: Wenn ich im Auto Gas gebe, wird dann mit einem Stahlseil die Drosselklappe geöffnet? Nein. Genau das passiert nicht (mehr). Die Stellung des Gaspedals wird an einen Sensor weitergegeben, der ein elektrisches Signal an die Einspritzung (und andere Module) weitergibt. Bremsen, Schalten, Fahrwerk – Sie glauben doch nicht, dass Sie in einem modernen Auto hier die Kontrolle haben? Sie geben nur noch Absichtserklärungen ab und das System übernimmt den Rest. Und sind wir ehrlich: Die Technik macht das verdammt gut. Niemals zuvor sind wir so sicher, bequem und zuverlässig gefahren.

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Ein moderner Digitalmixer, hier Allen & Heath SQ6

Und im übertragenen Sinne macht ein Digitalmixer genau das Gleiche: Jeder Regler, jedes Poti und jeder Knopf geben dem Computer einen Auftrag, die gewünschte Funktion auszuführen. So gibt es auch bei fast allen digitalen Mischpulten die Möglichkeit, das System komplett über den Bildschirm zu bedienen. Und ich darf Ihnen da auch gleich die Berührungsängste nehmen: Die Geräte wurden für Musiker konzipiert – und nicht für Informatiker. Tatsächlich ist das Bedienschema bei den meisten Digitalmixern sehr ähnlich und in erster Instanz gar nicht so weit vom analogen Mixer entfernt: Der eigentliche Channelstrip ist mit Reglern und Bedienelementen am Gerät nur einmal vorhanden – er steuert aber alle verfügbaren Kanäle. Der einzige Unterschied zur analogen Konsole ist, dass der Kanal vorher mit einem Tastendruck (meist „Select“) ausgewählt werden muss. Und sobald der Channel aktiv ist, können Sie hier Gain, EQs, Filter etc. für diesen Kanal einstellen.

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Select Button bei Presonus

Tatsächlich ist es genau das, was für den Anwender den Unterschied macht – zunächst.

Somit sind aktuelle Digitalkonsolen auch meist übersichtlicher als ihre analogen Kollegen: Es gibt insgesamt viel weniger Bedienelemente. Natürlich: Dieses „Wandern“ der Hand über die Regler, wie sie es bei den Analogen gewohnt sind, fällt hier weg, aber glauben Sie mir: Die Vorteile des digitalen Bedienkonzepts sind so mannigfaltig, dass es ihnen schwerfallen wird, wieder auf das „alte“ System zurück zu wechseln.

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Tastenflut: Eine klassische analoge Konsole

Muss ich ein Computerexperte sein, um einen Digitalmixer bedienen zu können?

Ein ganz klares Nein. Ich erwähnte es schon: Die Geräte sind für Musiker und Toningenieure konzipiert. Das zentrale Element eines Digitalmixers ist natürlich der Screen, der meist als Touchscreen ausgelegt ist. Sie wünschen eine Funktion – Sie drücken auf das entsprechende Feld – fertig. Das ist so einfach, wie es sich anhört. Auch die Nomenklatur – also die Sprache – des Gerätes wird Ihnen vertraut sein. „Aux“ heißt „Aux“ und „Send“ heißt „Send“. Da ändert sich für Sie gar nichts. Auch die Anschlüsse der Ein- und Ausgänge, die ADAT- oder Ethernet-Ports. Ich möchte sagen: Wenn Sie schon einmal mit dem (meist komplexeren) PC-Oberflächen eines USB-Audiointerfaces klargekommen sind, dann brauchen Sie beim Digitalmixer keine Angst zu haben.

Vorteile beim Digitalmixer-Einsatz im Studio

Um den Rahmen des Workshops nicht zu sprengen, konzentrieren wir uns hier auf den Einsatz des Digitalmixers im Studio. Im Live-Einsatz sind die Geräte – zumindest ab bestimmten Event-Größen – mittlerweile fast unverzichtbar. Allein der Vorteil der meist vorhandenen Bedienung durch das iPad und das damit verbundene Mixing „in the crowd“ machen dem FOH-Mann das Leben oft viel einfacher.

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iPad Steuerung eines Digitalmixers

Also dann bleiben wir im Studio und ich wette, ich kann viele Zweifler überreden, sich das Konzept „Digitalmixer“ mal genauer anzusehen. Sie werden schon sehen!

Digitalmixer – die Bedienung

Es geht los mit den Motorfadern (und an dieser Stelle ganz ausdrücklich: Eine digital Konsole MUSS Motorfader haben – sonst ist das Konzept halbherzig!) Außer, dass sie cool aussehen und auch ein paar Groupies große Augen bekommen, wenn sich an einem 32 Kanal Mixer die Fader wie von Geisterhand bewegen, heißt das Zauberwort „Total Recall“. Sie machen einen Mix – egal wie kompliziert und speichern die Konfiguration auf SD-Karte, USB-Stick oder lokal ab und haben immer wieder die Möglichkeit, auf diesen Stand zurückzukommen. Bämm – da bekommen analoge Konsolen schon große Augen.

Oder ich brauche 32 Kanäle, habe aber nur Platz für 16. Bämm! Einfach einen zweiten Layer festlegen (wenn der Mixer das unterstützt) und ein Channelstrip wird zum Beispiel für Kanal 1 und Kanal 17 gleichzeitig genutzt. Im Folgenden ein kurzes Video (englischsprachig), das die Layer Funktion bei Allen & Heath beschreibt:

Anderer Fall: Kanal 1 ist der Synthesizer und auf Kanal 2 das Mikro – beide Kanäle sind schon fertig konfiguriert und gemischt. Aber jetzt soll der Synthesizer plötzlich in Stereo betrieben werden!?!? Ganz einfach die Einstellungen von Kanal 2 auf Kanal 3 kopieren. Kanal 1 & 2 können dann als Stereopärchen gelinkt werden – Bä … Sie wissen schon.

Die Gruppierung von Kanälen ist ein weiteres Thema: Sie haben die fünf Mikrofone am Drumset penibel eingepegelt. Nun soll das gesamte Schlagzeug etwas weniger Lautstärke im Mix haben. Einfach die fünf Kanäle auswählen und als Gruppe definieren. Je nach Hersteller kann man dann über einen der fünf Fader oder einen separaten Regler das gesamte Drumset leiser oder lauter machen. Auf demselben Weg können Sie Mute-Groups bilden, Mixes erstellen etc.

Ja ich weiß, es gibt hochpreisige analoge Konsolen, die einige dieser Funktionen auch bieten und sogar mit Motorfadern ausgestattet sind. Aber nur, wenn weitere Hunderte (?) weitere Multifunktionsknöpfe auf die Oberfläche gepflastert werden. Die gängigen Digitalmixer ermöglichen diese Funktionen meist sehr intuitiv. Und wenn Sie es kompliziert wollen: Viele digitale Konsolen ermöglichen es z. B.m Kanal 1 auf den Regler von Kanal 5 zu legen. Einfach so. Weil man es kann.

Softwarekonzepte bei Digitalmixern

Neben der reinen Bedienung hat das Konzept einer Computer- und somit softwaregesteuerten Einheit weitere Vorteile:

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Der Allen & Heath Screen, um Benutzerrechte zuzuweisen

Benutzergruppen und Rechtevergabe sind weitere Punkte, die man nur im digitalen Lager kennt. Oder kennen Sie einen analogen Mixer, an dem man zum Teil auf jede Funktion heruntergebrochen definieren kann, wie die Zugriffsrechte verteilt sind. So sind sogar Bezahlmodelle denkbar. 16 Kanäle sind im Studio Standard, aber wer 32 oder 64 Channels braucht, zahlt entsprechenden Aufpreis. Hier ist der (Kapitalisten-) Fantasie kaum Grenzen gesetzt.

Sprechen wir über Effekte und klangbeeinflussende Maßnahmen. Wie ist das bei analogen Mixern? Nun, man kennt hier die One-Knob-Kompressoren, die 2- oder 3-Band EQs, im besten Falle mit parametrischer Einstellung bei den Mitten. Ganz oft werkelt in den analogen Mischpulten auch ein „Mini-DSP“, der einem 99 vorkonfigurierte Effekte anbietet. Aber immer nur einen zur gleichen Zeit. Na gut: manchmal auch zwei. Und seien wir ehrlich: Diese Effekte sind meistens mies und können eine Schülerband im Keller des Jugendheims beeindrucken. In einer professionellen Produktion sind die Dinger undenkbar.

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Andernfalls gibt es analoge Mischpulte, deren Channelstrips auch schon legendär sind und dem Mix eine ganz besondere Charakteristik bieten. SPL, SSL und Neve haben da einige Kandidaten, deren analoge Schaltungen vielen Toningenieuren wichtig und lieb sind.

Nun, haben Sie so einen Strip im Einsatz? Um es klarzustellen: Solche Originale gibt es ab 2.500 Euro aufwärts. Und wenn Sie mit solchen legendären Channelstrips arbeiten, dann lesen Sie keinen Digitalmixer Workshop. Da Sie aber, genau wie ich und viele andere, im Studio bei solchen speziellen Anwendungen auf Plugins zurückgreifen, dann hat sich dieses Argument schon wieder in Luft aufgelöst.

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Universal Audio Plugin des legendären Neve 88RS Channelstrips

Was macht man mit einem analogen Mischpult, wenn man ordentliche Effekte braucht? Man kauft sie für teures Geld als Hardware oder man integriert sie nachher über die DAW.

Und was macht der stolze Besitzer eines Digitalmixers? Er geht über den Touchscreen in seine FX-Sektion und wählt aus vielen meist hochwertigen Plugins das optimale virtuelle Gerät aus und stellt sich die Parameter nach Wunsch ein. Er verändert die Effektreihenfolge und spielt diese im Effektbus ein. Und wenn der gewünschte Effekt nicht im Gerät ist, dann haben die meisten Hersteller einen Shop, wo man weitere Plugins zur Installation auf dem Mixer nachkaufen kann. Und dann, ja genau, dann hat man in der DAW nachher noch eine wunderbar niedrige Latenz, weil die Rechenarbeit vom leistungsfähigen Prozessor in der Digitalkonsole übernommen wird.

Kommen wir noch mal auf Kompressoren und Equalizer zu sprechen: Gute Digitalmixer haben voll einstellbare Kompressoren, die meist berühmten Originalen nachempfunden sind. Da können Sie nach Belieben an Attack, Release und Threshold drehen, dass es eine Freude ist und die parametrischen Equalizer bieten 5 oder mehr frei einstellbare Frequenzen, die in Pegel und Q-Faktor zu variieren sind. Ja, und deshalb kommt hier jetzt noch mal ein „BÄMM“ hin!

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Die Plugins der Presonus StudioLive Digitalmixer

Bleiben wir bei der Software und deren Vorteile: Etablierte Hersteller pflegen ihre digitalen Konsolen, d. h. sie werden mit Updates auf dem neues Stand gebraucht. Selbst Behringer (okay, das klingt abfälliger, als es klingen soll!) hat in seinem Bestseller, dem X32 Digitalmixer, ein in diesem Oktober 2019 noch ein Upgrade mit einer überarbeiteten Benutzeroberfläche gebracht, inklusive neuer Funktionen und besserer Bedienung. Die Altvorderen der Analogsektion schauen da in die Röhre. You get what you pay for. Ende.

Im zweiten Teil unseres Digitalmixer-Workshops gehen wir dann auf den Klang „Analog vs. Digital“ ein, zeigen auf, ob die digitalen Mischpulte eine höher Fehleranfälligkeit haben und geben Tipps, welcher Digitalmischer am besten zu Ihnen passt.

Forum
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    Joerg  

    Genau der richtige Beitrag zur richtigen Zeit für mich !
    Konntet ihr zwar nicht wissen, aber dennoch: Danke :-)

    Mein uralt Yamaha Analog-Mixer gibt nämlich derzeit immer mehr und umfangreicher seinen Geist auf.
    Und nun muss was Neues her, da steh ich natürlich vor der Entscheidung: digital oder analog ?
    Ich fasse meine Hauptpunkte mal so zusammen:

    Analog = günstiger und ich kann mein jahrelang konditioniertes Verhalten beibehalten.

    Digital = teurer und ich muss die Gewohnheiten ablegen und neue Arbeitsweisen erlernen.

    Mein Konto sagt analog, mein Trieb nach Neuem sagt digital….

    Wenn digital, dann Bedienung am Gerät selber und keine Fernsteuerung mittels iPad (das habe ich nicht und werde es dafür nicht anschaffen) oder PC-Software.

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      Jörg Hoffmann  RED

      Hallo und vielen Dank! Die iPad Bedienung ist bei Consolen Mixern eigentlich immer nur eine Option. Bei Rackmixern hingegen Pflicht. Das wäre also schon mal kein Argument gegen einen Digitalmixer ;-).

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    MidiDino  AHU

    Ich habe mich bislang gegen einen Digitalmixer im Projektstudio entschieden, weil (a) die Aussteuerungsmöglichkeiten zu gering sind, (b) die Effekte i.d.R. keinen etwaigen Ansprüchen genügen. Ich benötige keine 32 Hardware-Kanäle oder mehr. Die tatsächliche Mischung erfolgt in der DAW, unabhängig von der Kanalanzahl. Aber um die Spuren (Tracks) in den Rechner zu bekommen, präferiere ich weiterhin eine analoge Verstärkung. Anders kann dies auf der Bühne aussehen, doch damit habe ich nichts zu tun.

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      MidiDino  AHU

      Um es zu konkretisieren: ich kann an meinem analogen Pult Spitzenpegel bis zu +9 dB zulassen, ohne in eine Verzerrung zu geraten. Dass die Summe aber mit -10 dB in den Rechner gelangt (per digitaler Schnittstelle) verschafft der Aufnahme genügend Spielraum zur weiteren Verarbeitung. Als Haupt-Reverb nutze ich im Rechner übrigens Impulse vom Lexicon 960L. Ich wüsste nicht, wozu ich ich die Effekte eines digitalen Mischers nutzen könnte.

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    heimannrudolf  

    Super „catchy“ geschrieben, klasse!

    Ein Aspekt wurde noch nicht erwähnt: Bei Digitalpulten kann man als Einsteiger bzw. „tontechnikbegeisterter Musiker, bei dem Interesse das Fachwissen zunächst noch übersteigt“ Presets nutzen. Also voreingestellte EQs, Kompressoren etc, die z.B. – bleiben wir mal bewusst rudimentär – für Bassdrum optimiert sind.

    Die klingen in der Regel auch bei unausgereifter Mikrofonierung zu 70% ganz nett, die restlichen 30% on top muss man sich nach wie vor mit Lernwilligkeit, Mikrophonierung und Erfahrung aneignen. Was habe ich damals am Analog-EQ rumgeschraubt bei meiner ersten Cello-Aufnahme. Da helfen digitale EQ-Presets als Ausgangsbasis wirklich sehr und vermitteln Fachwissen, wenn man sich die Parameter dann auch mal als Hausaufgabe anschaut.

    Das gern gelobte „Totall Recall“ aller Parameter nutzt m. E. de facto nur dann etwas, wenn der Input-Gain-Level jedes Channels auch abspeicherbar ist. Das bieten leider nicht viele digitale Mischpulte.

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      Jörg Hoffmann  RED

      Danke schön! Stimmt, die Presets sind auch ein weiteres Argument. Beim Input Gain streiten sich die Hersteller. Manch einer findet, dass dies zum Total Recall dazu gehört. Andere argumentieren, dass der Gain von so vielen Faktoren abhängt (ein weiteres Pedal vor der Gitarre, etc.), so dass man den immer individuell einstellen sollt.

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    psv-ddv  AHU

    Du vergisst in Deinen Artikel zu erwähnen, dass eine digital gesteuerte Bedienoberfläche nicht zwingend mit einer digitalen Signalverarbeitung einhergeht. Das Optimum ist meiner Meinung nach ein digital gesteuertes Analogpult. Der Nachteil bei rein digitalen Mischpulten ist die Signalverarbeitung, die klanglich nicht auf dem Niveau der Analogtechnik ist. So etwas bekommt man mit Personal Computer gestützten Systemen mittlerweile preiswerter hin. Dort lassen sich viel flexibler und herstellerunabhängig DSP gestützte Plugins einbinden. Physische Bedienoberflächen sind auch erhältlich und müssen bei einem Upgrade nicht mit ausgetauscht werden. Die Verwendung von klanglich meist überlegenem, analogem Outboard erfordert bei Digitalpulten massenhaft zusätzliche Signalwandlungen und erzeugt zusätzliche Roundtriplatenzen, die digitale Summierung ist rein mathematisch und klingt auch so. Durch die Fortschritte bei digitalen Datenformaten und Schnittstellen veraltet ein Digitalpult schneller als ein Pult mit analoger Klangverarbeitung. Support und Reparaturen sind durch die Abkündigung hochintegrierter Bauteile nach einigen Jahren unter Umständen nicht mehr möglich oder nicht mehr bezahlbar. Sprich: Digitalpulte sind preiswert und leistungsfähig aber haben Latenzen, klingen nicht besonders und sind viel schneller veraltet und wertlos.
    Die exorbitant teure digitale Sony Oxford Konsole aus den Realworld Studios wurde vor einigen Jahren an freiwillige Abholer verschenkt. Alter: 12 Jahre.

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      Jörg Hoffmann  RED

      Abwarten….am Ende der Woche kommt Teil 2 des Workshops und da bin ich auch auf das Thema „Digital Controlled Mixer“ eingegangen. „Rein digital“ wird am Markt aktuell kaum angeboten. In der Regel haben die aktuellen Digitalmixer ja auch analoge Preamps und extra Wandler. Digital ist da „nur“ der Mixing Part mit den Layer, EQ und den Effekten. Ich konnte in der letzten Zeit einige Digitalpults testen und die Plugin Effekte sind oft von sehr hoher Qualität und stehen den reinen Plugins nicht nach. Und wenn man die internen Plugins verwendet, dann sind die Latenzen meist sehr gering. Bei meinem A&H QU16, welches ja eher zu den kleineren Kalibern gehört, habe ich da gar keine Nachteile.

      Übrigens: Auch auf das Thema „Alterung“ gehe ich bei Teil 2 ein.

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        psv-ddv  AHU

        Dann bin ich mal auf Teil 2 gespannt und bitte um Nachsicht für meine Ungeduld :)
        Klar, die Preamps lassen sich höchstens digital steuern aber nicht umsetzen, da analoge Mics trotz Neumanns Bemühungen den Standard bilden. Das sind immer noch alles reine Digitalpulte manche eben als add-on teils als Option mit Preamps vor den Wandlern.
        Die Latenzen sind beim Mischen schon ein Problem. Man kann analoges Outboard nicht ohne Latenzkorrekturen einbinden. Stichwort Parallelkompression. Wer mal mit einem grossen Analogpult gearbeitet hat weiss, wie problemlos man mit der Patchbay kreativ werden kann, ohne sich um Latenzprobleme zu kümmern. Einfach mal einen Analog EQ oder eine Zerre als Insert nach dem internen Gate dazu mischen und die Signale addieren sich wunderbar auf. Beim Tracking ist der Kopfhörermix vollkommen unproblematisch. Nicht so beim Digitalpult. Gute Musiker können beim Einspielen sehr Letenzempfindlich sein.

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    gaffer  AHU 1

    Guter Beitrag, Jörg. Ich selbst mache alle Schaltjahre mal FOH, habe aber schon mit vielen Mixern gearbeitet. Vor zwei Jahren musste ich mich von jetzt auf nachher mit einem QU24 auseinandersetzen, er nahm den Ton für die Kameras des Auftritts auf. Ging fast ohne zu Haken. Das Verständnis für Aux, Busse etc. brauche ich bei jedem Pult.

    Mein Augenmerk gilt auch immer wieder kleinen Pulten, die für ein kleines Studio interessant sind und gleichzeitig Aufnahmefunktionen bieten. Aber fast immer wird bei denen nur die Summe als Stereo Out über USB angeboten. Das ist sehr schade. Bei den Testberichten suche ich mir auch immer einen Wolf bis ich sehe: 2 In 2 Out. Auf der Hersteller und Verkäuferseite finde ich die Info natürlich auch nicht, oder sehr gut versteckt, ist ja kein Killer Feature. Selbst wenn das alles erfüllt ist, stellst du fest: Wandler bessere Mittelklasse, bei Live geht das, im Studio nicht.

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    Kutscher  

    Was man bei einem digitalmixer nicht unterschätzen darf vor allem ist die Monitoring Fähigkeit.
    Man kann sich relativ leicht snippets (Behringer) oder Busse bauen auf den verschieden Lautsprechergruppen angesprochen werden.

    Weitaus mächtiger ist aber die Möglichkeit verschiedene Musiker Mixe zu erstellen. Gerne auch simultan. Da Stinken selbst die besten Monitor Controller gegen ab. Und DSP Hall und (fast) Latenzfreies Monitoring gibts auch noch.

    Sowie Je nach Pultengine 96khz&32bit float kann auch externe Summierung auch über ein Digitalpult interessant sein. Kommt aber auf die DAW an gegen die es antritt.

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