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Test: Apogee Duet 3, USB-Audiointerface

Hochwertiges Desktop-Interface

3. Januar 2022
apogee duet 3 test

Apogee Duet 3, USB-Audiointerface

Apogee steht seit vielen Jahren für hochwertige Audiotechnik und wird seit eh und je mit dem Namen Bob Clearmountain verknüpft. Mittlerweile ist es 14 Jahre her, dass Apogee mit dem Apogee Duet einen Volltreffer landete, war das erste Duet Interface doch die erste wirklich portable Lösung für den Laptop mit professioneller Audioqualität. Mit dem Apogee Duet 3 liegt uns nun die aktuelle und dritte Auflage des Erfolgsprodukts zum Test vor.

Apogee – Überblick zum Hersteller

Die Gründung von Apogee Mitte der 1980er-Jahre könnte man eigentlich als Notwendigkeit bezeichnen. Die ersten digitalen Aufnahmesysteme kamen damals vorwiegend von Mitsubishi, Otari  und Sony und waren sündhaft teuer. Leider enttäuschte der verlustarme digitale Klang viele Toningenieure, was in erster Linie daran lag, dass die gewohnte Arbeitsweise nicht mehr funktionierte: Digitales Gain-Staging unterscheidet sich stark vom analogen Gain-Staging. Die resultierenden Aufnahmen wurden als kühl und steril bezeichnet. Apogee trat diesem Phänomen mit für diese Maschinen neu entwickelten Anti-Aliasing-Filtern entgegen und konnte sich schnell einen festen Platz in den großen High-End-Tonstudios der damaligen Zeit sichern.

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apogee duet 3 test

Weiter ging es mit der Entwicklung hochwertiger A/D- und D/A-Wandler bis hin zum AD8000, dem ersten Multichannel 24 Bit Audiointerface von Apogee. Die Produkte erzielten eine hohe Aufmerksamkeit in der noch jungen digitalen Recording-Industrie und wurden allesamt mit TEC Awards ausgezeichnet. Im Jahr 1998 nahm ein DSP-gestütztes Recording-System zunehmend mehr Fahrt auf und verbreitete sich rasend schnell in den Tonstudios rund um den Globus: ProTools. Doch nicht jeder Toningenieur war mit der Qualität der ProTools-Interfaces zufrieden. Was lag da näher, als den AD8000 mit der neuen AMBus HD Card für ProTools zugänglich zu machen? Mit dem Trak 2 Mikrofonvorverstärker und Digitalwandler für ProTools folgte im Jahr 2000 ein weiteres Produkt dieser noch jungen Nische.

Da damals noch viel mit externen digitalen Geräten gearbeitet wurden, spielte ein weiteres Schlagwort eine sehr große Rolle: WordClock. Alle digitalen Geräte des Studios mussten synchron zu einer gemeinsamen Clock arbeiten, um störungsfrei zu funktionieren. Mit der Apogee Big Ben war es erstmals möglich, ein stabiles WordClock-Signal zu generieren. Bis heute ist die Apogee Big Ben in vielen Tonstudios zu finden.

Als Apple mit FireWire endlich eine Schnittstelle vorstellte, die im Vergleich zum noch ebenfalls jungen USB schnell genug war, um eine größere Anzahl an Audio- oder Videosignalen stabil zu übertragen, sah man bei Apogee erneut die Chance gekommen, eine Nische für sich zu besetzen: Ensemble, das erste Mehrkanal-Audiointerface von Apogee für die FireWire-Schnittstelle für Apple Macs und Logic wurde 2006 vorgestellt, gefolgt 2007 vom Urgroßvater unseres Testgeräts, dem Apogee Duet FireWire Audiointerface für Apple Macs, Logic und GarageBand. Beide Geräte ermöglichten es, professionelle Aufnahmen mit vergleichsweise günstigem Equipment zu erstellen – und vor allem dies auch mobil zu tun. Mit Apogee ONE folgte 2009 ein USB 2-Mikrofon- und Audiointerface, das als Trendsetter gilt, denn kleine Gadgets erfreuen sich im Zeitalter der iGeräte von Apple zunehmend großer Beliebtheit und was lag da näher, als ein Kondensatormikrofon und ein Interface in einem kleinen Aluminiumgehäuse zu kombinieren, welches optisch eine gute Figur neben den Produkten aus Cupertino machte? Sogar eine Kompatibilität zu iPhone und iPad wurde kurze Zeit später ermöglicht. Für Letzteres brachte man dann ein Jahr später auch gleich das erste Gitarreninterface auf den Markt, das auf den Namen Apogee JAM hörte, denn das iPad stellte sich als erstklassiges Effektgerät und Produktions-Tool heraus. Für Sänger folgte mit Apogee MIC ein Großmembranmikrofon für das iPad.

Aus FireWire wurde Thunderbolt und aus dem 30-Pin-Connector von Apple Lightning. Das Konzept hat man bei Apogee jedoch bis heute beibehalten. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Und nun steht der Urenkel des Apogee Duet auf meinem Schreibtisch und wartet sehnsüchtig darauf, getestet zu werden.

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Apogee Duet 3 – Audiointerface im Überblick

Apogee ist dem Konzept des Ur-Duets treu geblieben: Kleines rechteckiges Gehäuse, Endlos-Push-Encoder, zwei LED-Ketten, zwei Eingänge, vier Ausgänge. Neu sind der Anschluss per USB-C und der integrierte DSP. Geblieben ist die Farbgebung: Unterschale aus Aluminium, Oberseite aus kratzfestem schwarzen Glas. Insgesamt ist das Interface schlanker geworden. Vom Design her passt es sich perfekt dem Apple iPad Pro an. Apogee hat von jeher eine Nähe zu Apple demonstriert, sowohl was Design als auch die Hardware angeht. Das Apogee Duet 3 macht da keine Ausnahme. Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass es sich auf meinem Apple-geprägten Studiotisch optisch perfekt einfügt. Für unterwegs wird das Interface im beiliegenden schicken und sehr stabilen Travel-Case verstaut. Sehr gut.

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Im Lieferumfang befindet sich ein stabiles Hardcase für den Transport

Im Case selbst befindet sich nicht nur das Interface, sondern eine weitere Tasche, in der die notwendigen Kabel verstaut sind. So hat man auf Reisen garantiert immer alles sofort griffbereit und sicher für den Transport aufbewahrt.

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Im Hardcase finden wir das Interface und ein weiteres Softcase für das Breakout- und USB-Kabel

 

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Alle Zubehörteile lassen sich ordentlich im Hardcase verstauen

Der große Push-Encoder ist von einem LED-Ring umgeben. Dieser leuchtet violett. Schöner wäre noch gewesen, wenn der LED-Ring zugleich den aktuellen Parameterstand wiedergeben würde. Leider handelt es sich hier jedoch um ein optisches Gimmick, das per Software zwar in der Helligkeit angepasst werden kann, mehr aber auch nicht.

Bis auf den Kopfhöreranschluss befinden sich alle weiteren Anschlüsse auf der Rückseite: 2x USB Typ C sowie der Anschluss für das beiliegende Breakout-Kabel. Dieses verfügt über zwei XLR-Anschlüsse für Mikrofone sowie zwei asymmetrische Klinkeneingänge für Instrumente und zwei symmetrischen TRS-Klinkenausgänge für den Anschluss an die Studiomonitore.

Hier stellt sich mir die Frage, warum man für die Ausgänge nicht auch XLR verwendet hat. Schließlich gibt es bei einem Breakout-Kabel kein Platzproblem als Begründung für den Verzicht von XLR und die Hinwendung zur Stereoklinke. So führt der Weg zum symmetrischen Anschluss von aktiven Studiomonitoren leider weiterhin über Adapter oder passende Kabel mit XLR-TRS-Klinke. Da das Interface doch vor allem für den mobilen Einsatz gedacht ist und das häufigste symmetrische Kabel, das man unterwegs dabei hat, ein Mikrofonkabel mit XLR-Steckern ist, hat man hier offensichtlich nicht wirklich nachgedacht. Hier gibt es also Punktabzug.

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Das Breakout-Kabel besitzt eine ausreichende Länge, um Kabelsalat hinter den Schreibtisch zu verlagern.

Am Apogee Duet 3 Interface selbst lässt sich nicht viel einstellen: Monitorpegel, Kopfhörerpegel, Gain für In 1 und In 2 sowie Mute für die Monitore und/oder den Kopfhörer durch Anwahl des Ausgangs und längeres Drücken des Encoders. Das Interface spiegelt außerdem wider, ob auf Eingang 1 oder Eingang 2 der DSP-Effekt aktiv ist. Für alle weiteren Funktionen benötigt man die Software Apogee Control 2.

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Das Breakout-Kabel besitzt zwei XLR-Stecker und vier Klinkenbuchsen. Einerseits wären hochwertigere Stecker, zum Beispiel von Neutrik, durchaus bei dem Preis zu erwarten gewesen, andererseits stellt sich die Frage, warum ausgerechnet hier auf XLR-Ausgänge verzichtet wurde?

Apogee Control 2 Software

Die Software muss man von der Apogee-Website herunterladen, auf der man am besten auch sofort das Produkt nach dem Erwerb registriert. Die Software ist für Apple Macs und PCs erhältlich. Auch zu iPads bleibt das Apogee Duet 3 Interface kompatibel, allerdings müssen einige Funktionen vorher an einem Computer eingestellt werden. An einer App wird wohl aber gearbeitet.

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Für den Betrieb muss zunächst Apogee Control 2 heruntergeladen und installiert werden

Die Apogee Control 2 Software bietet zunächst auf den ersten Blick keine großen Überraschungen: Jede Menge Meter, Fader für die Eingangskanäle und die Playback-Kanäle 1-2 und 3-4, Gain-Regler, Schalter für die Phantomspeisung und Polaritätsumkehr sowie für das Gruppieren der beiden Eingangskanäle. Neu hinzugekommen ist der Schalter FX. Über diesen aktiviert man den integrierten DSP-Effekt für den Kanalzug. Hier steht den Nutzern pro analogem Eingangskanal der von Bob Clearmountain designte Apogee Symphony ESC Channel Strip, bestehend aus einem parametrischen 3-Band-EQ mit Highpass-Filter, Kompressor und Sättigungsstufe, zur Verfügung. Das Highpass-Filter lässt sich per Schalter auch in den Sidechain des Kompressors legen sowie die Reihenfolge von Kompressor und EQ vertauschen. Beide Klangbearbeitungsstufen sind getrennt voneinander ein- und ausschaltbar. Natürlich gibt es auch eine Reihe von Presets, die von Bob Clearmountain für die gängigsten Anwendungsbereiche geschaffen wurden.

Der DSP-Effekt ist als Print-Effekt ausgelegt, was bedeutet, dass dieser mit aufgenommen wird. Leider ist es aktuell nicht möglich, den Effekt nur für den Kopfhörerweg zu nutzen, ohne diesen aufzuzeichnen. Auch das Anwenden auf einem Playback-Kanal, der dann wieder aufgezeichnet wird, ist nicht möglich. Möchte man den ESC Channel-Strip für bereits aufgenommene Signale nutzen, kann dieser allerdings nach dem Kauf des Apogee Duet 3 Interfaces vergünstigt als Plug-in für die DAW von Apogee erworben werden. Schade, bei dem Verkaufspreis hätte ich erwartet, dass man das Plug-in kostenlos erhält.

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Bob Clearmountain war an der Erstellung des Symphony Channel-Strips beteiligt und hat auch die DSP-Presets beigesteuert

Die Playback-Kanäle 1/2 und 3/4 repräsentieren die Ausgänge der DAW. Das Apogee Duet 3 Interface ermöglicht Software-Monitoring und Direct-Monitoring. Beides lässt sich innerhalb von Apogee Control 2 auswählen. Interessant ist auch die Möglichkeit, den Master-Ausgang zwei Software-Inputs zuzuweisen. So kann zum Beispiel eine Loopback-Funktion realisiert werden, um den Mix an eine weitere Software zu leiten, zum Beispiel an OBS für das Streaming auf YouTube, Facebook oder Twitch.

apogee duet 3 test

Die fünf Fader in der Mixer-Output-Sektion sind den entsprechenden Eingangskanälen zugeordnet: Analog IN 1, Analog IN 2, Playback 1-2, Playback 3-4. Der fünfte Fader ist der Mix Master. Über die ersten vier Fader stellen wir nun unseren Mix für den Kopfhörer und die Monitorboxen her. Die Fader für die beiden analogen Eingänge lassen sich zu einem Stereokanal verlinken. In diesem Moment werden auch automatisch die Panorama-Regler ganz nach links und rechts gestellt. Alle Fader haben einen Mute- und einen Solo-Button.

Rechts daneben sehen wir die beiden runden Regler für die Ausgangslautstärke des Kopfhörerverstärkers und des Main-Outputs. Hier wählen wir außerdem, aus welcher Quelle sich diese beiden Ausgänge speisen. Zur Auswahl stehen das Software-Monitoring über die Playback-Kanäle 1/2 und 3/4 sowie das Direct-Monitoring. Im letzten Fall müssen wir entscheiden, ob wir entweder nur die Eingangskanäle abhören möchten oder einen Mix aus den Eingangskanälen und den Playback-Kanälen.

apogee duet 3 test

Im Normalfall werden wir hier die Einstellung „Direct: Mixer“ auswählen, um gleichzeitig das latenzfreie Direktsignal und ein Playback aus der DAW abhören zu können. Die Einstellungen lassen sich dabei getrennt für den Kopfhörerverstärker und den Main-Output vornehmen. Mit der Voreinstellung „Follow Main“ folgt die Einstellung des Kopfhörerverstärkers immer der des Main-Outputs. Für den Audioausgang lässt sich noch festlegen, ob dessen Pegel regelbar sein soll. Außerdem lässt sich das Ausgangssignal zwischen Studiopegel bei +4 dBu und Consumer-Pegel bei -10 dBV umschalten. Das ist insbesondere für diejenigen wichtig, die das Interface an einem HiFi-Verstärker betreiben wollen und nicht an einer Studioendstufe. Natürlich lassen sich beide Ausgangsstufen stummschalten, dimmen oder mono abhören.

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Die Bedienoberfläche von Apogee Control 2 ist übersichtlich gestaltet und fast selbsterklärend

Zum Schluss sei noch erwähnt, dass das Interface mit den Samplingrates 44,1, 48, 88,2, 96, 176,4 und 192 kHz arbeiten kann. Die Länge von Peak-Hold und Over-Hold lässt sich einstellen und außerdem bestimmen, dass das Betriebssystem die Lautstärkeregelung von entweder dem Kopfhörerverstärker oder dem Main Output übernehmen darf. Das ist schon fast ein Alleinstellungsmerkmal, denn bei allen mir sonst bekannten Interfaces übernimmt stets das Interface und eine Kontrolle über das Betriebssystem über den Ausgangspegel besteht nicht mehr. Sehr ärgerlich für diejenigen, die auch für die sonstige Arbeit den Systemton über das Interface laufen lassen und die üblichen Kontrollelemente des Betriebssystems nutzen möchten. Beim Apogee Duet 3 Interface ist das weiterhin möglich. Für sehr dunkle Studios kann man außerdem die Helligkeit der LEDs von Controller Ring und der LED-Ketten getrennt voneinander verringern.

Praxis: Installation & Firmware Update des Duet 3

Nach dem Download von Apogee Control 2 muss die Software zunächst installiert werden. Ohne die Software funktioniert das Interface nicht. Anschließend schließt man das Interface an und hält dabei den Push-Encoder gedrückt, um das laut Apogee notwendige Firmware-Update durchzuführen. In meinem Fall ist das auch dringend notwendig, denn das Apogee Duet 3 Interface ist laut Hersteller auch kompatibel zu den neuen Apple M1 Macs, in meinem Fall ein Mac Mini mit M1 Prozessor. Das Interface habe ich per USB C und dem beiliegenden Kabel direkt an den Mac Mini angeschlossen. Das Apogee Duet signalisiert mir auch den Firmware-Update-Zustand und eigentlich sollte das Update nun beginnen.

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Auch ein Firmware-Update ist notwendig. Ohne das Update spinnt das Interface am M1 Mac Mini und arbeitet nicht ordnungsgemäß. Kompatibilität ist laut Apogee aber mit dem Update gegeben.

Stattdessen erhalte ich eine Fehlermeldung. Mehrere Versuche schlugen immer wieder fehl. Ich habe es sowohl am USB-A- wie am USB-C-Port ausprobiert. Kein Erfolg. Ohne das Update zeigte das Interface ein seltsames Verhalten und die Software funktionierte auch nicht richtig.

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Leider schlägt das Update am M1 Mac jedes-Mal fehl. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, wird es schließlich am Intel MacBook Pro durchgeführt. Hier läuft dann alles glatt.

Erst das Anschließen an mein MacBook Pro mit Intel Prozessor brachte Erfolg und das Firmware-Update startete ordnungsgemäß. Zurück am M1 Mac Mini war nun auch hier der Betrieb endlich möglich. Besitzern eines Macs mit M1 Prozessor sei also dringend das Update unter Windows empfohlen oder an einem anderen Mac mit Intel Prozessor, sonst läuft das Interface nicht.

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Apogee Control 2 führte auf dem M1 Mac ein recht seltsames Eigenleben vor dem Firmware-Update

Apogee Duet 3: Messungen

Ich habe mit dem Interface und REW verschiedene Messungen bei unterschiedlichen Einstellungen durchgeführt. Alle Messwerte sind, was nicht anders zu erwarten war, einwandfrei. Das darf bei einem so teuren Interface aber auch vorausgesetzt werden.

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Die Messergebnisse von Frequenzgang …

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… und THD lassen keinerlei Zweifel an der erstklassigen Qualität der Wandler aufkommen

Audioqualität und DSP des Apogee Duet 3

Die durchgeführten Testaufnahmen mit verschiedenen Mikrofonen und auch das Abhören bereits fertiger Mixes zeigte deutlich, dass wir es hier mit erstklassigen Wandlern zu tun haben. Klang, Auflösung und Tiefe sind sehr gut. Der Mikrofonvorverstärker arbeitet rauscharm und verzerrungsfrei. Ein sehr umfangreiches Projekt mit vielen Spuren und vielen aktivierten Plug-ins lief auch bei der kleinsten Buffer-Größe von 32 Samples noch einwandfrei und ohne Knackser. Die daraus resultierende Roundtrip-Latenz wurde von Logic mit 9 Millisekunden angegeben.

Ich habe das Apogee Duet 3 Interface außerdem für eine Unterrichtsstunde mit Zoom eingesetzt. Angeschlossen waren ein Lavaliermikrofon und ein Shure SM57 für die Abnahme eines Gitarrenverstärkers. Beides ließ sich mit den Channelstrips auf dem DSP super bearbeiten. Die von Bob Clearmountain erstellten Presets sind gut einsetzbar. Im Vergleich zu meinem für diesen Zweck sonst genutzten Behringer Flow 8 kam mir das Klangbild aufgeräumter und etwas klarer vor. Angesichts des Preisunterschieds von über 400,- Euro aber auch verständlich.

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Angelehnt an die Farbgebung aktueller Apple Produkte wie dem iPad Pro oder den neuen Mac-Modellen, fügt es sich gut in die Umgebung ein

Konkurrenz zum Apogee Duet 3 Interface

Das Apogee Duet 3 Interface ist in seiner Preisklasse nicht ohne Konkurrenz. Natürlich gibt es unter 600,- Euro eine ganze Reihe von Interfaces mit erstklassigen Wandlern. Zu nennen seien hier die Focusrite Interfaces. Ein direkter Konkurrent, der in einem ähnlichen Gehäuseformat daher kommt und die gleiche Zielgruppe bedient, ist aber das RME Babyface Pro FS. Dieses kostet nur rund 60,- Euro mehr, bietet dafür aber die von mir gewünschten XLR-Ausgänge, verzichtet auf ein Breakout-Kabel, besitzt ADAT I/Os und S/PDIF sowie MIDI. Auch das Apogee Duet 3 lässt sich aber mit einem optional zu erwerbenden Dock ohne Breakout-Kabel betreiben, dieses treibt aber die Kosten weit in die Höhe. Ein Nachteil der RME-Lösung mit teilweise seitlichen Anschlüssen ist aber der Platzbedarf auf dem Schreibtisch sowie die Optik, die unter den vielen Steckern deutlich leidet.

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Ebenfalls interessant und in der Preisklasse bis 700,- Euro zu finden ist das Universal Audio Apollo Solo. Größter Vorteil sind hier die vielen DSP-Effekte, die zudem durch Nachkäufe dem eigenen Bedarf angepasst werden können.

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Fazit

Das Apogee Duet 3 Interface ist ein würdiger Nachfolger von Duet und Duet 2. Die DSP-Effekte werten es deutlich auf. Natürlich wirbt Apogee wie immer mit Star-Toningenieur Bob Clearmountain, dessen Ehefrau CEO bei Apogee ist. Clearmountain zeichnet sich für unzählige Hit-Alben von Stars wie den Rolling Stones oder Bruce Springsteen verantwortlich und wird vor allem gerne für das Abmischen von Live-Alben und Konzertvideos gebucht. Sein Feedback ist in viele Apogee Produkte eingeflossen und wer einmal Fotos von seinem „Heimstudio“ gesehen hat, weiß, dass er die Produkte auch tatsächlich nutzt und nicht nur ein Werbeträger für die Firma seiner Ehefrau ist.

Das Interface leistet sich im Betrieb kaum Schwächen. Dennoch gibt es in zwei Fällen Punktabzug: Das Breakout-Kabel nicht mit XLR-Steckern für die Ausgänge zu versehen, das ist unverständlich. Außerdem wird das Produkt explizit als kompatibel zu den M1-Prozessoren beworben und ein dafür notwendiges Firmware-Update sollte auch an einem Mac mit M1 Prozessor möglich sein. In beiden Fällen könnte Apogee leicht nachbessern. Eher Wunsch als Kritik ist außerdem der fehlende MIDI I/O im DIN-Format. Auch hier könnte man sicherlich durch das Austauschen des Breakout-Kabels Abhilfe schaffen. Vielleicht bietet Apogee in Zukunft ja ein alternatives Kabel mit XLR-Ausgängen und MIDI zum optionalen Erwerb an. Dass das Interface in seiner Preisklasse nicht konkurrenzlos ist, sollte unbedingt vor dem Kauf in Betracht gezogen werden. Insbesondere das Universal Audio Apollo Solo ist hier zu nennen.

Plus

  • erstklassige Audioqualität
  • Verarbeitung
  • DSP-Channelstrip
  • Print-FX
  • Loopback-Kanal für Streaming

Minus

  • Breakout-Kabel ohne XLR-Outputs
  • Firmware-Update funktioniert derzeit nicht am M1 Mac

Preis

  • 639,- Euro
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Forum
    • Profilbild
      Markus Galla RED

      Leider nicht. Der Lüfter kann schon laut sein. Aber ich wollte es nicht in den Keller verbannen und Silent Racks sind extrem teuer und groß. Brauche es hauptsächlich für Backups und Video. Mein 15“ MacBook Pro vorher war aber lauter. Vor allem im Sommer.

  1. Profilbild
    gaffer AHU

    Das Firewire Duet habe ich auch verwendet, bis die macOS Unterstützung endete. War prima. Und als das Duet 2 iOS-fähig wurde, habe ich auch kurz überlegt.

    • Profilbild
      iART

      Ich nutze immer noch die Ensemble und Duet ( beide FireWire) …. läuft unter Big Sur …. Einzeln , sowie auch als Aggregate Device

      • Profilbild
        gaffer AHU

        Ja, ich glaube auch, dass ich da zu schnell aufgegeben habe. Fand keinen Treiber mehr. Ist aber offensichtlich nicht so

  2. Profilbild
    defrigge AHU

    Nichts kann oder muss perfekt sein. Aber wenn ich hier so manche Ungereimtheiten lese und dann noch das massive Breakout-Gedöns sehe (das ich mobil nie im Leben rumbaumeln sehen wollte – und das aus meiner Sicht auch das nette Design komplett zerstört), bin ich heilfroh über mein Apollo Solo für mobilen Notebook-Einsatz.

  3. Profilbild
    block

    So so schade, dass an Midi gespart wurde. Ich mag kleine Interfaces. Ich mag gute Wandler und bezahlbare Preise. Irgendwie scheint Arturia als einziges verstanden zu haben, wie man alles zusammen bekommt. Apogee wär mir dennoch lieber. Wenn man die aber nicht mal über Mini-Klinke realisiert wird, Fehlt mir ein wenig das Verständnis. übersehe ich irgendetwas? Frage für einen Freund.

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