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Test: Metric Halo 2882 3d, USB-Audiointerface mit DSP

22. November 2021

20 Jahre und kein bisschen leise

metric halo 2882 3d audiointerface test

Metric Halo 2882 3d, USB-Audiointerface mit DSP

Metric Halo aus Florida, USA sind seit ca. 20 Jahren am Audiointerface Markt aktiv. Und das mit nur vier Produkten. Das 2882 wurde ca. 2002 vorgestellt und wird seitdem supportet, sei es mit Software-Updates oder partiellen Hardware-Upgrades, anstatt alle 2 Jahre den Markt mit minimal-revolutionären „Neuheiten“ zu überschwemmen. Damit gehören Metric Halo zu der Kategorie von Firmen mit Langzeitsupport, die sich an einer Hand abzählen lassen.

So haben Metric Halo im November 2021, da es keine AKM-Chips mehr am Markt gibt, (über den verheerenden Brand bei AKM 2020 haben wir berichtet), vorrangig ihre großen Modelle LIO-8 3d MKIII und ULN-8 3d MKIII mit MK-IV-Analog-Boards (ADDAC-Wandler und analoge I/Os) umgerüstet, die nun ADDAC-Chips von Texas Instruments benutzen. Doch statt diese Änderungen nur über Neuverkäufe zugänglich zu machen, wird es auch für alle älteren Metric Halo Interface-Modelle, also auch 2882 und ULN-2, einen rein optionalen Upgrade-Pfad auf das neue MK-IV Analog-Board geben. Vor Sommer 2022 ist aber aufgrund der Pandemie und der damit einhergehenden Bauteilknappheit nicht damit zu rechnen, so Metric Halo Gründer B.J. Buchalter. Deswegen sehen wir uns in der Zwischenzeit an, was das Metric Halo 2882 3d (MK-I) zu bieten hat.

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Disclaimer: Das hier getestete 2882 3d Interface ist mein eigenes. Ich hab also eine definitive Meinung dazu, sonst würde ich es nicht besitzen. Trotzdem versuche ich so neutral wie möglich zu sein. Außerdem wurde es von einer 2d DSP+ Karte auf eine 3d-Karte aufgerüstet und ist damit identisch mit neu verkauften 2882 3d-Modellen. Was das alles bedeutet wird im Folgenden ausführlich erklärt.

Das originale Metric Halo 2882 stammt aus dem Jahr 2002, nur für Macs ab MacOS 9 und beinhaltet die 1. Metric Halo Generation an verbauten Mikrofonvorverstärkern und -Wandlern (A/D: AKM 5383, D/A: AKM 4393) auf dem Analog-Board. Das spätere Modell ULN-2 hat ebenfalls noch die gleichen AKM-Wandler, aber schon die deutlich bessere 2. Generation der Metric Halo Mikrofonvorverstärkers. Die beiden „neuesten“ Modelle LIO 8 und ULN-8 von 2009 hatten bis Oktober 2021 dann auch die 3. Generation der von Metric Halo verbauten AKM-Chips und MicPres auf dem Analog-Board.

Metric Halo 2882 3d, USB-Audiointerface mit DSP 3

Metric Halo 2882 3d-Interface: Zukunftssicher

Alle Metric Halo Interfaces bestehen quasi nur aus zwei Komponenten: der Pickup-Platine mit den digitalen Schnittstellen, DSP und Betriebssystem sowie dem Analog-Board, das die AD/DA-Wandler und die analogen Ein- und Ausgänge beherbergt. Die Pickup-Platine ist in allen Modellen im Kern gleich.

2009 brachten Metric Halo dann die „2d“-Pickup-Platine mit DSP-Upgrade für alle vier Modelle heraus, die sowohl für Motorola/ IBM PPC Macs als auch auf Intel Macs geeignet war und die alte Pickup-Platine („Legacy“) ersetzte und dem technischen Fortschritt Rechnung trug. Die Analog-Boards blieben die alten.

Im Jahr 2018 wurde dann die weiter vereinheitlichte „3d“-Pickup-Karte als optionales Upgrade vorgestellt mit USB 2.0 USB-C-Port (480 Mb/s) statt FireWire, zwei weiteren Steckplätzen für DSP-Erweiterungskarten, von denen aber einer schon bestückt ist und zwei Ethernet-Ports für das neue MHLink.

Mit MHLink lassen sich beliebige Metric Halo 3d-Interfaces zu einem Bus mit 128 bidirektionalen Kanälen mit 192 kHz bei 32 Bit zusammenstellen und über die MIO-Software-Steuerung als ein einziges großen Interface ansprechen, so ähnlich wie AvB aber ohne zusätzliche Ethernet-Hubs. Universal Audio haben auch etwas ähnliches, aber Thunderbolt-bedingt viel restriktiver was die Gerätezusammenstellung und -anzahl und Audioquerverbindungen unter den Geräten angeht.

Metric Halo 2882 3d, USB-Audiointerface mit DSP 3Metric Halo 2882 3d, USB-Audiointerface mit DSP test 5

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Auf die Frage warum Metric Halo nicht AvB nutzen, schrieb mir B.J. Buchalter 2021, dass die Entwicklung von MHLink schon lange vor AvB begonnen habe. Die Implementation von AvB sei damals noch nicht endgültig definiert gewesen und erforderte besondere Ethernet-Hardware und benötigte Treiber vom Betriebssystemhersteller. Unter Apple könnte kein eigener AvB-Treiber installiert werden und unter Windows wäre es schlichtweg nicht möglich gewesen.

Dazu muss man sagen, dass Metric Halo seit beginn alle ihre Treiber und Software selbst entwickeln. Etwas, das mittlerweile auch nur noch sehr wenige Hersteller, wie RME oder Universal Audio machen. B.J. Buchalter ist dabei auch jemand der Chiphersteller anschreibt und ihnen nachweist, „dass“ und „wie“ ihre Chips nicht gemäß ihren eigenen Spezifikation funktionieren. Er weiß also was er macht.

Um aber zu dem ursprünglichen Punkt – dem Produktsupport – zurückzukommen: wir sprechen hier beim 2882 von bisher kontinuierlichen 19 Jahren. Und ein Ende ist nicht in Sicht! Das Metric Halo 2882 ist auch 2021 klanglich noch lange nicht am Ende. Das relativiert die Anschaffungskosten doch erheblich. Sicher, die Hardware-Upgrades sind nicht günstig, aber immer noch viel günstiger als ein neues vergleichbares Interface. Und man muss sich auch nicht alle paar Jahre in einen anderen Workflow einarbeiten weil der Hersteller den Produktsupport eingestellt hat. Und was Metric Halo mit ihrer Produktpolitik bisher an Elektroschrott vermieden haben, ist schlichtweg einzigartig in diesem Business.

So erfolgte auch die native Unterstützung für Intel Macs schon 2006, 1 Jahr nach der Einführung von Apple. 2009 gab es dann die 2d-Karte für alle Modelle, die bis MacOS 10.14 kompatibel ist, das im Jahr 2018 vorgestellt wurde. MacOS Mojave funktioniert im Übrigen auch 2021 immer noch sehr gut auf Intel Macs.

Metric Halo 2882 3d, USB-Audiointerface mit DSP 3Metric Halo 2882 3d, USB-Audiointerface mit DSP test 5

2018 wurde dann die 3d-Karte als Upgrade für alle Modelle vorgestellt, um diese für weitere unvorhersehbare Zukunftsereignisse fit zu machen – und siehe da, 2020 teilte Apple der Welt das Ende der Intel-Macs mit und die 3d-Metric Halos waren die ersten Interfaces die nativ auf M1-Macs liefen. 

Allerdings waren auch die neue, zwingend erforderliche Steuerungssoftware MIOConsole 3d und die 3d-Firmware seit 2018 in der Betaphase, die erst Ende 2021 beendet sein wird. Der Software-Support wird bei Metric Halo zu 100% von den Hardware-Verkäufen mitfinanziert, d. h. sie ist kein separater Kostenfaktor für die Kunden. So gab es dann auch mit der PB-11 Beta-Firmware die gesamte Metric Halo Production Suite als DSP-Plug-ins kostenlos dazu.

Es sollte an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass die Umsetzung der MIOConsole für Windows 10+ beginnt, sobald die 3d-Software für Mac vollendet ist. Zum ersten Mal Windows-Unterstützung in der Geschichte von Metric Halo.

Metric Halo Audiointerface – von 2d auf 3d

Metric Halo 2882, 3d-Karte

Als Gelegenheitsangebot hab ich mir, rein aus dem Interesse heraus, ca. 2019 ein Metric Halo 2882 2d +DSP angeschafft, da mir beispielsweise – obgleich des Alters – auch der Lake People F46 (2001) klanglich sehr gut gefällt. Schon innerhalb kürzester Zeit war klar, der Sound des 2882 hat etwas, das mir definitiv zusagt (dazu später mehr). Wegen Apples Abschaffung der 32 Bit-Kompatibilität nach MacOS 10.14 sah ich mich dann damit konfrontiert, entweder ein neues Interface oder die 3d-Karte zu kaufen, die bis Anfang Oktober 2021 noch für ca. 500,- Euro zu haben war. Also entschied ich mich 2020 für das Upgrade. Und es war die richtige Entscheidung!

Denn jetzt kostet die 3d-Karte 800,- Euro. Der Preisanstieg im Oktober 2021 ist laut B.J. Buchalter nur auf die höheren Bauteilkosten zurückzuführen, die aufgrund der weltweiten Pandemie inzwischen auf das 3-fache bis 40-fache gestiegen sind. D. h. der Preis kann auch wieder fallen. Das ist aber zu dieser Zeit der Mindestpreis den Metric Halo für die Karte verlangen müssen, um kein Verlustgeschäft zu machen.

Der Kauf der 3d-Karte, die neben einem DSP und einem FPGA auch 1 GB Plug-in-RAM beherbergt, umfasst:

• 3d-Karte mit neuer Seriennummer
• die Standard-EdgeBus-Karte mit AES und elektrischem S/PDIF (soweit nicht anders bestellt)
• ein ca. 30 am CAT5e Ethernet-Kabel
• ein ca. 3 m CAT5e Ethernet-Kabel
• ein USB-A auf USB-C Kabel
• eine neue Gehäuseseitenleiste zur Führung und Befestigung der Edge-BusKarte
• neue Verbindungsplatine zwischen 3d-Karte und alten Analog-Board.
• neues Metric Halo-Emblem zum Aufkleben
• neues Backpanel mit Aussparung für EdgeBus-Karte

Metric Halo 2882 3d mk-i Innenleben v-L-n-R: Analog-Board, Brückenplatine, 3d-Karte, EdgeBus-Slot

Der Einbau ist nicht besonders schwierig. Der Austausch des Backpanels ist wegen den Arretierungsriegeln der XLR-Buchsen zwar fummelig, aber nicht kompliziert. Die einzige wirkliche Problemstelle, die mir zu schaffen machte, war die Brückenplatine, mit der die 3d-Karte mit dem Analog-Board verbunden wird. Diese sitzt sehr fest und es bedarf viel Kraft die alte Brücke zu entfernen und noch mehr die neue einzusetzen. Es wird angeraten hier sehr vorsichtig vorzugehen, um nicht versehentlich die Platinen abzubrechen oder die Pins zu verbiegen. Das vorherige Ansehen der Metric Halo Videotutorien zum Umbau wird empfohlen. Metric Halo haben auch ein detailliertes PDF, das den Umbau beschreibt. Für Schäden am Umbau sind die AnwenderInnen verantwortlich. Metric Halo bieten aber auch einen kostenpflichtigen Umbau-Service an.

Lohnt sich das Metric Halo Upgrade?

Selbst mit dem höheren Preis ist das Upgrade wirklich jeden Cent wert und ein Must-Have! Der Zuwachs an Klang, Definition – ganz besonders im Bassbereich- , Schnelligkeit und Detailreichtum gegenüber der 2d-Karte is deutlich. Das kommt laut Metric Halo aber allein von der kompletten Neuentwicklung der Stromaufnahme und der Clock. Das MK-I-Analog-Board des 2882 ist ja immer noch dasselbe ist wie 2002.

Die 3d-Karte besitzt auch zwei Erweiterungsslots. In einem sitzt der DSP. Metric Halo wollen später die DSP-Plug-in-Schnittstelle auch für Drittanbieter öffnen.

Mit 800,- Euro ist die 3d-Karte nicht mehr das Schnäppchen, das sie mal war, aber immer noch preiswerter, als ein neues vergleichbares Interface und umweltfreundlicher ist es auch, von der Langzeitinvestition mal ganz abgesehen.

Metric Halo 2882 3d

Metric Halo 2882 3d mk-i

Auspacken des Metric Halo Interfaces

Neben dem neu erworbenes Interface enthält das Paket:

• ein für die Kaufregion passendes Kaltgerätekabel für das Netzteil
• ein 18 Volt/ 60 Watt internationales Netzteil 100 bis 230 Volt
• ein ca. 30 cm CAT5e Ethernet-Kabel
• ein ca. 3 m CAT5e Ethernet-Kabel
• ein USB-A nach USB-C Kabel
• zwei Rackohren zum Einbau in ein 19“-Rack
• Gummifüße
• Garantie und Registrierungskarte

Das 2882 selbst hat eine Größe von 423 x 200 x 44 mm und ein Gewicht von 2,7 kg, was für die Größe recht leicht ist. Ist ja auch außer der Pickup-Platine, dem Analog-Board und der Front-LED-Leiste nichts drin.

Die LED-Anzeigen am Gerät bestehen aus 16 VU-Metern für die analogen Ein- und Ausgänge, als LED-Ketten geeicht mit Lautstärkeanzeigen von -54 dB bis -1 dBFS, alles darüber ist Clipping. Weiterhin gibt es LEDs für die Zustandsanzeigen wie Sample-Rate, Clock, aktive Digital-Schnittstellen und diverse Statusanzeigen. Sample-Raten von 176 und 192 kHz werden entsprechend mit zwei LEDs (44+88 bzw. 48+96) angezeigt.

Metric Halo 2882 3d mk-i Anzeigen

Anschlüsse des Metric Halo Interfaces

Metric Halo 2882 3d mk-i hinten

Auf der Rückseite befinden sich vier Mikrofon-/symmetrische Line-Eingänge im XLR-Format. Die verbauten Metric Halo Mikrofonvorverstärker der 1. Generation sind dann auch ein Kritikpunkt des 2882. Sie klingen zwar sehr gut und detailliert, haben aber nur 40 dB Gain. Und von denen sollte man tunlichst die Finger lassen, weil die MicPres dann deutlich anfangen zu rauschen.

So benötigt das 2882 entweder ein ausgangsstarkes Mikrofon oder einen externen Vorverstärker. Als (symmetrische) Line-Eingänge machen die XLR-Eingänge, als auch die verbleibenden vier symmetrischen Line-Eingänge im Klinkenformat aber immer noch eine sehr gute Figur die locker der Preisklasse des Interfaces entsprechen.

Daneben liegen die acht symmetrischen Klinkenausgänge, die mit +26 dBu zum Lautesten gehören, was mir bisher untergekommen ist. Selbst die bisherigen „Sieger“ von Mytek (Brooklyn / Stereo192) kamen „nur“ auf +25 dBu.

Daraus kann sich aber auch ein Problem ergeben. Da die Lautstärke beim 2882 digital geregelt wird, sollten die DACs auch „heiß“ gefahren werden. Viele Nahfeldmonitore mögen aber derart hohe Pegel nicht. Die Metric Halo 2882 Wiki empfiehlt daher Signalabschwächer (wie etwa Shure A15AS) dazwischen zu schalten. Das ULN-8 hat dieses Problem nicht da hier die Lautstärke analog geregelt wird.

Sämtliche XLR- und Klinkenbuchsen sind am Gehäuse verschraubt.

Das 2882 benötigt eine externe Gleichstromversorgung mit 2,1 mm Stecker und mindestens 15 Watt, die neben dem USB-C-Port liegt. Das Interface verarbeitet alles zwischen 9 und 30 Volt DC bei 2 A Strom, wobei 18 Volt aber das Ideal darstellen sollen. Einen Netzschalter gibt es nicht und hier liegt auch ein weiterer Kritikpunkt zum 2882, denn es knackst ganz gehörig – beim Ausschalten sogar mehr als beim Einschalten. Es gefährdet noch nicht die Lautsprecher, ist aber dennoch unangenehm laut. Also auch hier: Verstärker/Boxen immer zuletzt ein- und zuerst ausschalten.

Die 2d-Karte reagierte auch sehr deutlich hörbarer auf die Qualität der angeschlossenen Gleichstromquelle. Ein TDK Lambda NNS50-24 mit 24 V bei 3 A (Neupreis 560,- Euro) mit einem Ripple von 1 mV rms, 3mV Peak to Peak – das kann man schon fast als Batteriestrom bezeichnen – zauberte deutlich mehr Tiefe und Stabilität in den Klang, als das mitgelieferte Netzteil des 2882 2d. Mit der 3d-Karte war der Unterschied weitaus weniger ausgeprägt.

Die analogen Spezifikationen des 2882 MK-I

Mic/Line Inputs:

Line: +4 Gain Range -2 dB bis +40,5 dB
Line: -10 Gain Range -13,8 dB –/+28,7 dB
Instrumenten/Mic Gain-Umfang 0 dB bis+42,5 dB
Preamp Headroom: 20 dB über Digital-Clip
Der Rauschabstand der Eingänge liegt bei 110 dB.
Die Ausgänge haben einen Rauschabstand von 120 dB
max. Ausgangslautstärke +26 dBu

Die Ausgänge sind nicht gleichstromgekoppelt.

Interne Wandlerlatenz:
A/D: 39 Samples
D/A: 28 Samples
DSP: 1 Sample, 3 Samples RTL

Bei der A/D-Wandlung (Digitalisierung) werden Sample-Raten bis 96 kHz unterstützt. Die D/A-Wandlung (Wiedergabe) ist bis zu 192 kHz möglich. Die alte 2d-Karte unterstützte generell nur 96 kHz.

Die MIO-Software unterstützt derzeit Surround-Konfigurationen bis 7.1.4. B.J. Buchalter meinte aber, wenn der User-Bedarf vorliegt, könnte man das noch nach oben schrauben.

Auf der digitalen Seite kommen nun die optische Schnittstelle, die sowohl S/PDIF als auch ADAT mit SMUX bis 192 kHz beherrscht und die beiden MHLink Ethernet-Ports.

Den Abschluss der im Gerät verbauten Schnittstellen bildet das BNC-Wordclock-Pärchen.

Flexibel mit EgdeBus

Weitere digitale Schnittstellen werden über den sogenannten EdgeBus nachgerüstet bzw. ausgetauscht. Standardmäßig im 3d-Upgrade – als auch Neukaufpreis inbegriffen ist eine Edge-Karte mit Koax-S/PDIF und AES/EBU-Schnittstellen. Die Edge-Karten gibt es in verschiedenen Konfigurationen mit MADI, AES/EBU (DB-25) und optischen/ elektrischen S/P DIF. Eine MIDI-Variante gibt es auch, aber die ist (bisher) noch keine richtige MIDI-Schnittstelle, sondern dient nur zum Steuern des Interfaces und der MIO-Konsolen-Software per Mackie/ HUI-Protokoll. AVID EuCon wird teilweise unterstützt. Die Karten liegen im Preisbereich von ca. 100,- bis 700,- Euro.

Verfügbare Edge-Karten

  • AES/SPDIF EdgeCard (4 in/4 out)
  • DB-25 AES EdgeCard (8 in/8 out)
  • S/PDIF + MIDI EdgeCard (2 in/2 out + MIDI I/O)
  • S/PDIF + 2x ADAT EdgeCard (18 in/18 out)
  • 2x S/PDIF + 2x ADAT EdgeCard (20 in/20 out)
  • 4x ADAT EdgeCard (32 in/32 out)
  • 2x MADI Optical EdgeCard (128 in/128 out)
  • 1x MADI Optical + 1x MADI Copper EdgeCard (128 in/128 out)
  • 4x MADI Copper EdgeCard (256 in/256 out)

Ich kenne eigentlich nur noch das Apogee Symphony, Prism Sound Titan/Atlas und Burl B16 / B80 Mothership, bei denen ebenfalls ein Austauschen der Schnittstellen möglich ist.

Anschluss des Metric Halo Interfaces

Eigentlich ist das Metric Halo 2882 genau die Art von Interfaces, die ich nie haben wollte: Es ist erstens komplett abhängig von der Software, denn am Gerät lässt sich außer der Aktivierung von DIM und MUTE des Kopfhörerausgangs gar nichts einstellen. Dann ist es zwar USB-klassenkompatibel, aber der Treiber für MHLink wird dennoch benötigt, also treiberabhängig.

Drittens ist es (bis jetzt) nur für Macs konzipiert und zuletzt bin ich kein Freund von DSP-Plug-ins, d. h. eigentlich deren üblichem Kaufökosystem, weil Computer und native Software sind mir genug Kosten, da braucht ich nicht noch ein weiteres Fass ohne Boden zum Geldreinschaufeln.

Aber nachdem ich angefangen habe mit dem 2882 zu arbeiten, änderte ich meine Meinung, weil die MIO-Software einfach genial ist und vor allem, weil die ca. 38 kostenlos mitgelieferten DSP-Plug-ins, in verschiedenen Varianten (z. B. mono, stereo, Anzahl der Frequenzbänder), seit der PB11-Beta-Firmware (PB = Pre-Build) auch die Halo Production Suit V2 als DSP-Plug-ins umfasst! Kostenlos! Nebenbei, der interne MIX-Bus/DSP der Metric Halo Interface lief im Übrigen schon von Anfang an auf 80 Bit! Headroom genug für alles.

Das Metric Halo Production Bundle 2 umfasst bisher:

  • MH ChannelStrip
  • MH Character
  • MH HaloVerb
  • MH Dirty Delay
  • MH Precision De-Esser
  • MH Multiband Dynamics
  • MH Multiband Expander
  • MH TransientControl

Eine Beschreibung des Production Suite Bundles für Mac gibt es hier bei Amazona.de

Metric Halo 2882: Installation

Da Metric Halo ihre Treiber selbst entwickeln, haben sie auch die volle Kontrolle darüber. So ist die Download-Größe der vereinheitlichten MIOConsole3d-Software mit MHLink-Treiber und DSP-Plug-ins gerade mal 36 MB groß – Mega-Byte!! Das ist schon was anderes als die 2.5 GB+ die einem Universal Audio mit jedem Update aufdrückt.

Das Betreiben der 3d-Karte benötigt mindestens MacOS 10.8.5 und ist ab MacOS 10.15 Pflicht und markiert damit auch das Ende der 2d-Karten Unterstützung (die zurückreicht bis 2008!). Nebenbei können 2d- und 3d-Interface problemlos nebeneinander laufen. Da sind zwei voneinander völlig isolierte Systeme.

MacOS Big Sur wird ebenfalls unterstützt und die Metric Halos gehörten zu den ersten Interfaces die nativ M1-kompatibel waren. Die Tests von Metric Halo mit MacOS Monterey verliefen erfolgreich.

Wie bereits erwähnt, soll mit der Unterstützung für Windows 10+ begonnen werden, sobald die Mac-Software komplett fertiggestellt wurde.

Derzeit (November 2021) gibt es noch einige Bugs in der PB11-Firmware mit der Stabilität des MHLink-Treibers und fehlende MIO-Funktionen aus „2d“-Zeiten und einiges anderes, aber generell, läuft die Software stabil und kann soweit empfohlen werden.

Das 2882 lässt sich prinzipiell auch an iOS-Geräte betreiben, aber eingestellt werden kann dort halt nichts und es ist eine einfache 12×12 I/O-Box.

MIOConsole3d

Metric Halo 2882 3d mk-i MIO Mixer

Das 2882, wie auch die anderen Metric Halo Interfaces, werden komplett über die MIO-Konsolen-Software gesteuert. Daran ändern auch die Regler an den anderen Interfaces nichts. Im „Standalone-Modus“ sind die Interfaces maximal „Formatkonverter mit Lautstärkeeinstellungen“. Das reicht für einige Live-Anwendungen zur Aufnahme etc., aber die 99% dessen was die Interfaces ausmacht bleiben unzugänglich.

Immerhin gibt es sogenannte BootStates. Das sind mehrere Mixer-Konfigurationen die im Interface selbst gespeichert sind und extern aufgerufen werden können. Über einen Controller oder die Regler an LIO-8 und ULN-8.

Die MIO-Konsole ist der umfassendste Softwaremixer der mit bisher untergekommen ist. Da können Universal Audio, MOTU und RME nicht mithalten. Das ist aber auch gleichzeitig ein Kritikpunkt, denn ohne die 402 Seiten MIO-Beschreibung zu wälzen, kommt man hier nicht weit. Allein bis ich rausgefunden habe, wie Kopfhörer & Ausgänge überhaupt zugewiesen werden, verging einige Zeit. Den vollen Umfang der MIO-Konsole zu erläutern würde einen eigenen Workshop benötigen. Daher hier nur das Elementarste.

Neben konfigurierbaren physikalischen Ein- und Ausgängen, gibt es noch die logischen Host-Kanäle, SCPs und Busse und die Möglichkeit allein mit der MIO-Software einen Mehrspuraufnahme-Session zu fahren, ganz ohne DAW-Ballast. Ein Computer ist aber dafür dennoch erforderlich.

Host-Kanäle

Kanalkategorien

Host-Kanäle sind maximal 128 Kanäle die vom Computer über USB oder MHLink in das 2882 kommen und die dann erst den physikalischen Ein- und Ausgängen zugewiesen werden müssen.

SCP-USB Kanäle

Satellite Computer Port: Wenn ein Metric Halo 3d Interface per MHLink an einen Computer angeschlossen ist, dann ist dieser der Host bzw. Master. Über USB-C kann nun ein weiterer Computer angeschlossen werden, der dann als Satellit fungiert. So können max. 48 Kanäle (12 Kanäle bei 192k, 24 Kanäle bei 96k, 48 Kanäle bei 48k) zwischen zwei Computern oder auch iOS-Geräten etc. ohne weitere Vorraussetzungen digital gestreamt werden. Nur die iConnectivity Interface MIDI+ und Audio+ können das auch und dazu noch MIDI.

Busse

Sämtliche Kanäle können dann auch noch in Bussen organisiert werden, die man allerdings erstmal anlegen muss.

Graph

MIOConsole 3d Graph

Die DSP-Plug-ins können aber nicht nur einfach seriell instanziiert werden, wie es in DAWs üblich ist, sie können zusätzlich in „Reaktor-Bauweise“ (oder wie in Plogue Bidule oder dem Patcher in FL Studio) kanalübergreifend verknüpft werden. Der Graph kann in beliebigen Plug-in-Slots instanziiert werden.

So kann man sich z. B. aus einer Anzahl von einfachen Kompressoren und Frequenzweichen einen eigenen Multibandkompressor bauen, oder individuelle Delay-Lines für Surround-Verzögerungen, ganze Kanalzüge, eigene Submixe für Kopfhörer und mehr bauen, die dann mit fixen 3 Samples Roundtrip-Latenz laufen  – plus die reine ADDAC-Round-Trip-Latenz von 67  Samples, also insgesamt 70 Samples. Damit sind die Metric Halo Interface perfekt für Tracking mit Live-Effekten.
Der Phantasie ist dabei nur durch die DSP-Auslastung eine Grenze gesetzt. Kanalübergreifene Bearbeitungen sind hier mitunter sogar komfortabler zu lösen, als in einer DAW.

Metric Halo 2882 3d mk-i DSP-Plug-ins Übersicht

 

Metric Halo 2882 3d mk-i MIO DSP MB-Compressor aus der Production Suite

Die Größe der Bedienoberflächen der Production Suite, lässt sich wie die nativen Versionen (die extra zu erwerben sind)  stufenweise zoomen. Die Bedienoberfläche  der originalen DSP-Plug-ins ist hingegen schon vor vorn herein ausreichend groß.

Metric Halo 2882 3d mk-i ursprüngliche DSP-Plug-ins

Die DSP-Auslastung pro Plug-in liegt zwischen ca. 3% (MH Channelstrip 7%) und 11 % (Multibandkompressor, HaloVerb). Die DSP-Leistung ist bei allen 3d-Karten in allen Modellen gleich.

Mit großer Macht kommt aber auch große Verantwortung und wenn jemand neu mit der MIO-Software konfrontiert wird, werden einige Tage ins Land ziehen, bis man weiß wo es lang geht. Für Experimentierfreudige eine Spielwiese, für Menschen, die nur eine I/O-Box suchen ,vielleicht etwas zu viel.

Latenzen und Frequenzen – Metric Halo 2882

Es wurde nur USB im Roundtrip gemessen, da MHLink in PB11-Firmware falsche Werte anzeigt (offizieller Bug).

(Gemessen mit Ableton Live Lite 11.0.11)

48 k, 64 Samples

Ein: 4,58 ms
Aus: 3,35 ms
RTL: 7,94 ms

48 k, 128 Samples

Ein: 5,92 ms
Aus: 4,69 ms
RTL: 10,6 ms

96 k, 64 Samples

Ein: 3,92 ms
Aus: 2,68 ms
RTL: 6,59 ms

96 k, 128 Samples

Ein: 4,58 ms
Aus: 3,34 ms
RTL: 7,93 ms

Frequenzen

Die Loop-Messung zeigt alles was man von einem linearen Frequenzverlauf erwarten kann.

Metric Halo 2882 3d mk-i Frequenzantwort

Metric Halo 2882 3d mk-i Phase

Metric Halo 2882 3d mk-i Phase

Auch die Phasenlage ist innerhalb der Spezifikationen 20 Hz bis 20 kHz sehr zufriedenstellend.

Metric Halo 2882 3d mk-i THDN clip bei -0-82 db

Der Rauschabstand von ca. -125 dB (-4 dBFS) ist sorgenfrei, allerdings erzeugt ein Signal lauter als -0,82 dBFS deutliche harmonische Verzerrungen. Deswegen sind wohl auch die LED-Anzeigen über -1 dBFS mit „CLIP“ bezeichnet.

Metric Halo 2882 3d mk-i THD+N -4 dB

 

Metric Halo 2882 3d mk-i Hammerstein

Was die harmonischen Verzerrungen nach Hammerstein angeht, sind diese zumindest recht linear und vor allem im gleichmäßigen Verhältnis ansteigend. Andere Interfaces sind da deutlich „wilder“.

Wie klingt das Metric Halo 2882?

Für mich kam mit dem 2882 eine 15-jährige Odyssee zu ihrem Ende. Hätte ich schon damals gewusst, wo ich finden kann was sich suche, hätte ich eine Menge Geld sparen können. Aber Metric Halo tauchten aus den oben genannten Gründen immer nur am Rande meines Radars auf und wohl auch deswegen weil, soweit ich mich erinnere, das 2882 vor 15 Jahren noch ca. 3.000,- Euro gekostet hat und die späteren LIO 8 und ULN-8 ca. 5.000,- Euro.

Das Metric Halo 2882 3d MK-I klingt so wie ich mir vorstelle, dass „Musik“ klingt. Bei etlichen anderen Interfaces habe ich immer das Gefühl, sie fügen etwas dem Klang hinzu, oder betonen etwas zu viel, bauschen die Rauminformationen zu sehr auf oder nehmen sie gar weg. Oder analysieren zu stark. So kann ich die gesamte Liste der High-End-Interfaces durchgehen, die ich bisher im Test hatte und fände an den meisten etwas zu nörgeln.

Die einzigen aus der Liste, die sich, nach meinem bisherigen Erfahrungen, mit dem 2882 messen können (und auch gewinnen können) sind Dangerous Music Convert-2, Prism Sound Atlas / Lyra, Mytek Brooklyn / Stereo192, SPL Mercury und als ehrenhafte Nennung das Audient iD 14 MK2.
D. h. wenn wir die 2-Kanal-DACs weglassen, bleiben von den Interfaces nur noch Prism Sound und Audient übrig, die eine Signalquelle so abbilden, wie sie „tatsächlich klingt“ und nicht in irgendeiner Form „musikalisch einfärbt“, so schön sich das auch anhören mag.

Den Metric Halos wird manchmal nachgesagt sie klängen „dünn“ gegenüber z. B. Universal Audio und Apogee. Nun, des einen „dünn“ ist des anderen „ehrlich“. Wenn ich bei den Tests mit dem Apollo x6 und dem Apogee Symphony Desktop analoge Synthesizer aufgenommen habe, dann klang das Aufgenommene schon fett und musikalisch, ja. Aber die Synthies klangen nicht (ganz) so, wie sie über den Direktanschluss an den Verstärker klangen, also im rein analogen Signalpfad. Hier ist das 2882 deutlich näher am Originalklang als die beiden anderen. Das Apogee „färbte“ bisher dabei am meisten. Das ist jetzt nichts negatives, es sind zwei verschiedene Herangehensweisen an den „Klang“.

Beim Metric Halo, wie auch beim Prism Sound, hört man es halt schon sehr deutlich, wenn die Signalquelle „Defizite“ hat. Wenn die Quelle „dünn“ klingt oder eine Musikkonserve schlecht gemastert ist etc., dann ändern diese beiden Interface halt auch nichts daran. Deswegen habe ich beim Apollo x6 ja auch die Frage gestellt, „ob der Klang schon HiFi ist?“.

Das 2882 klingt im besten Sinne neutral und dennoch sehr lebendig und eher trocken (kein Aufbauschen der Rauminformationen) und es hat auch keine Scheu das zu zeigen, ist dabei aber nicht ganz so unbarmherzig ehrlich wie ein Prism Sound.

Größtmögliche Neutralität war im Übrigen auch der Ansatz von Metric Halo beim Design ihrer Interfaces. Wobei das 2882 3d eine Bassdefinition hat, wie ich sie bisher nur noch beim Apollo x6 erlebt habe. Absolut tight und mit einer ebensolchen räumlichen Festigkeit, die vor etlichen anderen vergleichbaren Interfaces liegt.

Bei meinen Teststück von Björks „Mutual Core“ kann man förmlich die räumliche Wellenbewegung im Bass gleich zu Anfang den Stücke sehen. Bis dahin hatte ich so etwas nur von den deutlich teureren (Standalone-) DACs gekannt, wobei auch 2021 das Audient iD14 MK2 schon gefährlich nahe gerückt ist.

Die räumliche Definition ist natürlich beim Konsumieren von mikrofonierten Aufnahmen z. B. der Stücke vom L2 Klassik Label (Titel: Arnesen MAGNIFICAT 4. Et misericordia Nidarosdomens jentekor & TrondheimSolistene 2L-106_04 / Finzi – Come Away, Death Marianne Beate Kielland, mezzo soprano 2L-064 / Vivaldi – Recitative and Aria from Cantata RV 679, Che giova il sospirar, povero core 2L-056_04. FLAC/WAV 44 bis 192 kHz) besonders deutlich zu erfahren und gehört definitiv in die gehobene Klang- und Preisklasse der DAC-Wandler, muss sich aber den besten Raumimpressionen vom Antilope Amari unterordnen.

Auch Signalstabilität und Tiefenstaffelung bei Nine Inch Nails „We‘re in this Together“, das bei manchen Interfaces durch seine Kompression schon mal gerne sehr grausam klingen kann, ist bei 2882 gewährleistet.

Was Transiententreue angeht liegt das 2882 3d, unter den vom mir getesteten Interfaces, auch vorne dabei. An das Apogee Symphony Desktop kommt es dbzgl. aber nicht ran, aber auch kein anderes von mir getestetes Interface.

Wie man sieht, gibt es andere Interfaces die punktuell besser sind, das klangliche Gesamtpaket stimmt dabei aber selten so sehr wie bei Metric Halo.

Der Kopfhörerausgang kann klanglich an meinem Beyerdynamics DT 880 Pro 250 Ohm durchaus mit den Hauptausgängen mithalten, ist aber um einiges leiser als diese und auch gegenüber anderen Interfaces. Meine Ohren haben das zwar dankend angenommen, aber es ist dennoch etwas irritierend, wenn ich, um eine gute Lautstärke zu bekommen, den internen Monitor-Gain aufdrehen muss.

Das 2882 3d vereinigt für 1.650,- Euro ein 8×8 (analog) Interface mit allem an digitalen Schnittstellen, die man nur brauchen kann, mit hervorragenden Klangqualitäten, die auch 19 Jahren nach Produkteinführung (und 3 Jahre nach Einführung der 3d-Karte) gegenüber der Konkurrenz in seiner Preisklasse und darüber hinaus noch überzeugen kann!

Dabei ist das 2882 3d ist ja „nur“ das Einstiegsmodell. Die großen Modelle, LIO-8 3d und ULN-8 3d, setzten dem ganzen ja noch mal eine Hausnummer drauf. Das alles summiert sich im direkten Sinne zu einem ganz besonders guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Warum dann kein Best Buy?

Für mich persönlich schon, zusammen mit einem Nobelpreis für Produktsupport und Umweltverträglichkeit. Der Grund besteht einzig und allein darin, dass es aktuell keine 2882 3d zu kaufen gibt, weil es keine AKM-Chips mehr gibt, die Metric Halo verbauen könnte. B.J. Buchalter meinte, dass vor Sommer 2022, aufgrund von weltweiten Lieferproblemen, nicht mit den MK-IV-Upgrades zu rechnen ist. Aber sie werden kommen, sobald es möglich ist.

Das war auch einzig der Grund für die „neuen“ LIO-8 3d MK-IV und ULN-8 3d MK-IV-Modelle mit der Umrüstung auf die ADDACs von Texas Instruments, die also kein willkürliches Upgrade darstellen, sondern eine überlebensnotwendige Produktmodifizierung aufgrund von nicht mehr verfügbaren Bauteilen (sicher sind die TI-Chips von 2021 ein Fortschritt gegenüber den AKMs von 2009, aber das war nicht die primäre Absicht für die Veröffentlichung der MK-IV-Modelle).

Außerdem können die MicPres des 2882 heute in dieser Preisklasse nicht mehr wirklich mithalten. Deswegen behalte ich mir mein Best-Buy in der Mid-Range-Klasse für das 2882 3d MK-IV vor.

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Fazit

Das Metric Halo 2882 3d ist ein absolutes Arbeitspferd, mit allem was man an Schnittstellen und Mixing-Möglichkeiten brauchen könnte. Trotz 20 Jahren – mit kontinuierlichem Produktsupport – auf dem Buckel, setzt dieses Interfaces, immer noch die aktuelle Konkurrenz von 2021 in derselben Preisklasse mächtig unter Druck. Da fragt man sich wirklich, was die meisten anderen Hersteller alles falsch machen.

Für alle, die auf Wertigkeit, Langlebigkeit, Kundenservice und einen ehrlichen Klang großen wert legen, ist Metric Halo eine sichere Adresse. „Future-Proof“ ist hier gelebte Firmenpolitik.

Plus

  • Klang
  • Verarbeitung
  • Produktsupport (20 Jahre+)
  • umfassender SoftMixer
  • alle Metric Halo 3d-Modelle miteiander kaskadierbar
  • Audio digital zwischen 2 Computern streamen

Minus

  • 100 % softwareabhängig
  • MicPres nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit
  • kein Netzschalter

Preis

  • 1.650,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    Kazimoto  

    Guten Morgen! Sehr schön was über Metric Halo zu lesen. Schade daß die neuen MK4 wandlertechnisch so gut wie nichts mit dem hier beschriebenen gemeinsam haben. Die MK4 besitzen nun auch Relais gegen das Knacken beim Einschaltvorgang, Adat hingegen wurde anscheinend gestrichen. Auf den Windows-Support bin ich neugierig, habe seit gestern W11 auf dem Dell-Laptop und es läuft erstaunlicherweise sehr gut. Wann kommt der Test eines MK4 vs. 2882 mit Upgrades? Drängt sich doch auf.

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Hallo Kazimoto,

      die MK-IV Modelle und die Vorgänger haben die 3d-Karte und die Software gemeinsam.

      ULN-8 und LIO-8 hatten noch nie ADAT on-board, auch in 2d-Zeiten nicht. Ab 3d kann hier ADAT jedoch über die Edge-Karte nachgerüstet werden. Das ging bei 2d nicht.

      2882 und ULN-2 hatten schon immer ADAT on-Board und zwar auf der 2d/3d-Karte, daran wird auch ein MK4-Board nichts ändern.

      Upgrades auf MK4-Boards wird es vorraussichtlich nicht vor Sommer 2022 nicht geben, laut Metric Halo.

      Natürlich wollen wir auch die neuen LIO-8 MK4/ ULN-8 MK4 testen, ein Termin steht aber noch nicht fest.

      Grüße,
      M.

  2. Profilbild
    bluebell  AHU

    AVB scheint das technisch bessere System zu sein, aber sein Vorteil ist zugleich sein Nachteil: Es arbeitet auf Layer 2 und benötigt besondere Switches und Netzwerkkarten. Dante ist anspruchsloser, weil es auf Layer 3 arbeitet, aber leider nicht offen/lizenzkostenfrei.

    Wir können froh sein, dass es wenigstens ADAT gibt.

    Erinnert sich noch jemand an die verschiedenen Standards bei Videocassetten? Damals hat sich nicht das technisch beste System durchgesetzt.

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      bzgl. AVB stimme ich prinzipiell mit Dir überein, Als ich zum ersten Mal von AVB gelesen habe war ich sofort begeistert und dachte nur: Ja das ist es. Da wären mit die teuren Swtisches auch egal gewesen.

      MH müssen aber schon damals Windows im Blick gehabt haben, denn meines Wissens wurde unter Windows, das für AVB über Ethernet notwendige IEEE-1588v2 (ptpv2), erst vor 6 Monaten oder so implementiert. Da war also bisher nichts zu holen.

      Wohl auch ein Grund warum AVB _leider_ immer noch so vor sich herdümpelt, gegenüber allen anderen Schnittstellen, was ich sehr schade finde.

      :)

  3. Profilbild
    Martin Knuppse

    Ich unterschreibe alles, was ich hier lese. Eine super Zusammenfassung.
    Ich habe 2 LIO8 und ein 2882, alle 3 D. Es gibt m.E. nichts flexibleres auf dem Markt und auch nichts „nachhaltigeres“ – hier wird aus dem Buzzword auch mal Realität- .
    Die Firma, das ist hpts ein sehr kleines Team, angeführt von B.J. Buchalter, ein promovierter Physiker und Extrem Elektroniker, der alle technischen Designs verantwortet. Man merkt der Firma an , dass die sich nur auf ihre Geräte , auf das Produkt fokussieren, der Rest ist die kleine Webseite. Es ist ein hyprid modulares System. Dante rein, AES/ EBU raus, ADAT rein usw. nahezu perfekt.

    Die mitgelieferten Plugins, die man sich sogar mit der mitgelieferten Entwicklungsumgebung auch noch selbst bauen kann , sind in Top Qualität umgesetzt und äffen nicht irgendwelche Vorbilder im Sinne „Klang Charakter ist gleich Bildchen und Origanal Logo“ nach. MIO zudem, als Mischkonsole und Monitor/ Cue Sektion mit ihren unendlichen Routingmöglichkeiten ITB oder OTB ist mir so auch noch nicht wieder untergekommen.

    Alles stimmt für mich, vom Produkt über die Software bishin zum Support inkl. der HW Upgradefähigkeit (auch nach 20 ! Jahren) . Bei mir läuft alles perfekt (seit 2006). Ich habe seitdem ein ruhiges Leben , zumindest was die Auswahl meiner Wandler und AudioInterfaces betrifft.

  4. Profilbild
    Omnyrok

    Super Test, aber eine Sache würde ich korrigieren. Die MIO-Plugins der Production Suite lassen sich, wie die nativen Plugins, auch in drei Stufen skalieren. Die Symbole befinden sich aber, anders als bei bei den nativen Plugins, nicht links oben in der Ecke, sondern unter der Aussteuerungsanzeige. Auf meinem 5K iMac ist so auch mit meinen altersweitsichtigen Augen alles gut lesbar. Der Minus-Punkt kann also weg ;-)

    Ich nutze selbst schon über 7 Jahre zwei 2882 die ich mittlerweile auf 3D aufgerüstet habe, was überhaupt die beste Entscheidung war. Mit 2D gab es schon mal kleinere Macken, aber mit 3D ist das quasi ein neues, deutlich verbessertes Produkt und welcher Hersteller ermöglicht schon ein Hardware-Upgrade? Wie schon hier erwähnt ist der deutsche Support auch super. Absolut empfehlenswert!

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