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Test: Bettermaker Stereo Passive Equalizer

23. Mai 2022

Passiver EQ mit aktiver Klanggestaltung!

bettermaker stereo passive equalizer test

Bettermaker Stereo Passive Equalizer

Es ist nicht wirklich die Frage, welches System besser klingt. Nahezu alle professionellen Tontechniker würden sich im A/B-Vergleich von 19 Zoll Hardware vs. DAW-Plug-in, sobald es in den Bereich Recording, Mix und Master geht, für ein hochwertiges analoges Outgear-Produkt entscheiden. Das Problem ist nur – neben dem zumeist deutlich höheren Preis – der digitale Workflow, der mit Total-Recall eine deutlich schnellere und effektivere Arbeitsweise ermöglicht. Um das Beste von beiden Welten zu vereinen, haben verschiedene Firmen angefangen, analoge Klangerzeugung bei gleichzeitig digitaler Steuerung zu kombinieren, um den maximalen Klang dennoch in die Plug-in-Umgebung einer typischen DAW zu integrieren. Einer dieser Firmen ist die polnische Firma Bettermaker, die mit dem Bettermaker Stereo Passive Equalizer einige interessante Details in Sachen Filtern bereit hält.

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Bettermaker Stereo Passive Equalizer Test

Bettermaker Stereo Passive Equalizer Front

Die Konstruktion des Bettermaker Stereo Passive Equalizer

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich gebe unumwunden zu, dass ich Polen bis vor Kurzem nicht wirklich im ersten Atemzug genannt hätte, wenn es um hochwertiges Outgear-Equipment geht. Zu groß war die Übermacht aus den Ländern USA und UK, zumal auch Deutschland gleich mehrere Hersteller im High-End-Bereich vorzuweisen hat. Dies änderte sich jedoch spätestens während des Tests des IGS Audio ZEN, der von der Optik auch problemlos in jedem U-Boot Platz finden könnte, klanglich aber auf der ganzen Linie überzeugte. Auch die Firma Bettermaker bietet eine hochwertige 19 Zoll Ausstattung im Bereich Recording, Mix und Mastering, legt dabei aber großen Wert auf die digitale Einbindung ihres Outgears in den digitalen Worflow.

Mittels eines USB-Kabels wird das 2 HE hohe Produkt mit einer Einbautiefe von nur 14 cm und einem geringen Gewicht von nur 2,7 kg mit der persönlichen DAW verbunden und nach Download des passenden Treibers als reguläres Plug-in gelistet. Dabei erscheint auf dem Display eine 1:1 Abbildung des analogen Outgears aus dem Rack und es kann in beide Richtungen editiert werden. Abgespeicherte Settings sind so problemlos zu reproduzieren und lassen sich wie ein reguläres Plug-in verwalten.

Welche Anschlüsse bietet der Stereo Passive Equalizer?

In Sachen Anschlüssen gibt sich der Bettermaker Stereo Passive Equalizer vergleichsweise spartanisch, wenngleich auch praxisgerecht. Links / Rechts In- / Outputs in XLR werden geboten, sozusagen das Minimum, das es im Studio zu liefern gilt. Leider gibt es aus Kostengründen nur ein externes Netzteil, das allerdings als Multispannungsteil von 100 – 240 Volt ausgelegt ist. Nichts für ungut, aber bei einem Ladenpreis von knapp 2.400,- Euro hätte man meines Erachtens diese „Brettwanze“ mit einem klassischen Kaltgerätestecker auch intern verbauen können. Externe Netzteile haben für mich leider immer etwas „Billiges“, sorry.

Bettermaker Stereo Passive Equalizer Test

Bettermaker Stereo Passive Equalizer Rückseite

Die Frontseite des Bettermaker Stereo Passive Equalizer

Bereits auf den ersten Blick erkennt man, dass sich bei dem Bettermaker Stereo Passive Equalizer die frequenzielle Aufteilung bzgl. die Bearbeitungsmöglichkeiten teilweise deutlich von anderen Filteranbietern unterscheidet. Auffällig sind die fünf großen, optisch in gebürstetem Aluminium gehaltenen Endlosregler, die das Frontpanel dominieren. Zudem wird der eine oder andere von der Tatsache, dass die Regler sowohl einen Boost-, als auch parallel einen Cut-Regler für die Bereiche „Lo“ und „Hi“ beinhalten, etwas verwirrt sein. Erwartungsgemäß greifen beide Regler nicht an der gleichen Frequenz an, sondern verfügen über verschiedene Eckfrequenzen, die jeweils mit zwei Druckschaltern anwählbar sind.

Während der Lo-Boost eine bis zu 15 dB mögliche Anhebung bei 100 Hz ermöglicht, ist eine Einsatzfrequenz im Lo-Cut mit bis zu 16 dB bei 20 Hz, 30 Hz, 60 Hz und 100 Hz möglich. Der High-Boost hingegen ermöglicht eine Anhebung von bis zu 18 dB und ermöglicht die Frequenzen 3.000 Hz, 4.000 Hz, 5.000 Hz, 6.000 Hz, 8.000 Hz, 10.000 Hz, 12.000 Hz, 16.000 Hz, 20.000 Hz und 28.000 Hz. Über die letzten beiden Frequenzen macht sich am besten jeder einmal für sich selber Gedanken, inwieweit es tonal sinnvoll ist, diese Frequenzen noch zu editieren. Als Abschluss gibt es noch den Hi-Cut mit den Frequenzen 5.000 Hz, 10.000 Hz und 20.000 Hz. Für eine bessere Klangformung im Hochtonbereich bietet der Bettermaker Stereo Passive Equalizer mittig auf dem Panel einen Regler, der die Güte des Hochtonbereichs über einen variablen Q-Wert angleicht. Alles in allem tatsächlich eine interessante Frequenzauflösung.

Bettermaker Stereo Passive EQ

Bettermaker Stereo Passive EQ

Preis2.369,00 €

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Um den veränderten Ausgangspegel angleichen zu können, ermöglicht ein Druckregler außen rechts die Umwandlung des Hi-Cuts zu einem Gain-Regler. Ebenfalls eine ungewöhnliche, wenngleich sinnvolle Ausrichtung des Produktes, bleibt so doch die symmetrische Optik des Panels erhalten. Den Abschluss bilden zwei Druckregler links außen, von denen jeweils einer als Netzschalter und einer als Engage-Schalter fungiert, der bei Deaktivierung den gesamten Equalizer aus dem Signalweg nimmt. Hat man sich erst einmal an die Aufteilung des Panels gewöhnt, erscheinen einem die Zugriffsmöglichkeiten sehr logisch und intuitiv.

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Bettermaker Stereo Passive Equalizer Test

Bettermaker Stereo Passive Equalizer DAW

Der Stereo Passive Equalizer in der Praxis

Die Einbindung des Bettermaker Stereo Passive Equalizer in die DAW gestaltet sich sehr einfach. Nach der Treiberinstallation wird eine identische Abbildung des Hardware-Produktes auf dem Display generiert, das sogar noch ein paar Zusatzfunktionen in Form eines Highpass-Filters und eines separaten Gain-Reglers beinhaltet.

Des weiteren können bis zu 32 Snapshots abgespeichert werden, die die Zugriffsmöglichkeiten im Recall-Bereich nochmals deutlich erleichtern. Natürlich können die Parameter auch in die Automation der DAW mit integriert werden, was zum Beispiel im Mastering-Bereich für unterschiedliche Parts innerhalb der Songs eine große Flexibilität darstellt. Und ich gebe zu, es ist zwar nur ein einfaches Tool, aber der parallele Lauf der LEDs auf der Hardware- wie auch auf der Software-Oberfläche macht einfach Spaß.

In Sachen Klang geht ein passiver EQ völlig anders zu Werke als ein aktiver. Die Auflösung ist gemäß der Vintage-Produkte der früheren Dekaden deutlich feiner als ein moderner aktiver EQ, der zwar in der Mehrzahl der Fälle eine „drastischere“ Bearbeitung der Frequenzen zulässt, jedoch in vielen Fällen auch schnell mit Kanonen auf Spatzen schießt. Auch die Praxis des „Ausdünnens“ eines Signals und dem damit verbundenen Anheben der restlichen Frequenzen ist viel zu selten im Repertoire moderner Tontechniker vorhanden, wobei gerade hier ein passiver EQ eine deutlich subtilere Herangehensweise ermöglicht. Nicht umsonst besteht die Filtersektion des Bettermaker Stereo Passive Equalizer zu 50 % aus Cut-Reglern. Aber wie klingt der EQ denn nun in der Praxis?

In zwei Worten: ganz hervorragend! Der Bettermaker Stereo Passive Equalizer überzeugt mit einer ungemein feinen Auflösung und einem sehr „musikalischen“ Klang. Ja, ich weiß, der Begriff „musikalisch“ ist in diesem Zusammenhang so ausgelutscht, dass es weh tut, aber er fasst nun einmal den klanglichen Effekt sehr gut zusammen. Insbesondere der Höhenbereich, respektive Mittenbereich ist sehr gut zu regeln und besticht selbst bei starkem Regelweg durch einen durchsichtigen und dezenten Klang, der niemals ins Harsche abgleitet. Im Bassbereich hätte ich mir das eine oder andere Mal ähnlich des Hi-Boosts mehrere Einsatzfrequenzen gewünscht, dafür überzeugt das Zusammenspiel zwischen Lo-Boost und Lo-Cut umso mehr.

Im Übrigen empfehle ich die angegebenen Werte im Bereich Lo-Cut nicht als absolute Werte, sondern mehr als Orientierung zu sehen. Selbst bei der tiefsten Einstellung von 20 Hz wird noch einiges oberhalb dieser Frequenz mitgenommen, so dass man sich mehr auf sein Gehör, als auf die abgedruckte Werte verlassen sollte. Überhaupt wird dem persönlichen Gehör bei diesem Produkt eine besondere Wertung zuteil. Aufgrund der subtilen Wirkungsweise kann man teilweise sehr gute, wenn nicht sogar herausragende Ergebnisse durch pures Ausprobieren erreichen, eine überdurchschnittliche Abhöre voraus gesetzt. Hat man sich aber erst einmal auf den passiven Klang des Bettermaker Stereo Passive Equalizer mit seiner klassischen Vintage-Ausrichtung eingelassen, erfahren nahezu alle Signalquellen, welche ich angetestet habe, eine deutliche Aufwertung im Bereich ihres Grundklangs.

Der Bettermaker Stereo Passive Equalizer ist eines dieser Produkte, die zwar dem Signal nicht unbedingt einen eigenen klanglichen Stempel aufdrücken, dennoch mit ihrer Arbeitsweise eine sehr dezente Färbung in den Signalfluß bringen. Wenngleich der eine oder andere bei dem oben genannten Ladenpreis etwas mehr „Glamour“ erwarten wird, überzeugt mich der Bettermaker Stereo Passive Equalizer durch einen herausragenden Grundklang, welcher sich nicht nur in allem Bereichen des Recordings sehr gut bewährt, sondern trotz seiner fast schon rudimentär anmutenden Eingriffsmöglichkeiten mit nahezu allen Instrumenten harmoniert. Für mich persönlich ein ganz feines Gerät!

Bettermaker Stereo Passive Equalizer Test

Bettermaker Stereo Passive Equalizer im Einsatz

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Fazit

Mit dem Bettermaker Stereo Passive Equalizer rückt einmal mehr ein polnisches Unternehmen in den Fokus der hochwertigen Klangbearbeitung. Der passive EQ mit digitaler DAW-Anbindung überzeugt auf ganzer Linie mit einem herausragenden Grundklang, großer Flexibilität und einer subtilen Auflösung des anliegenden Signals.

Etwas ganz Feines, wenn man seinen Produktionen einen speziellen Flair verleihen möchte, unbedingt zu empfehlen!

Plus

  • Klang
  • Verarbeitung
  • Konzept
  • Einbautiefe

Minus

  • externes Netzteil

Preis

  • 2.369,- Euro
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Klangbeispiele
Forum

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