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Test: IGS Audio Zen, analoger Stereo-Kompressor

29. November 2021

Analog as analog can be!

igs audio zen kompressor test

IGS Audio Zen, Analoger Stereo-Kompressor

Ja, ich weiß, Outboard-Equipment hat es heutzutage mehr als nur schwer. Jeder liebt innerhalb seiner Produktionen die zumeist bessere Auflösung, den größeren Headroom und die „musikalischere“ Arbeitsweise der 19 Zoll Boliden, die sowohl optisch als auch haptisch die Quintessenz der Studioatmosphäre einfangen. Legt man jedoch die wirtschaftliche Messlatte an und rechnet kurz durch, wie viel mehr Umsatz durch eben jenes Produkt generiert wurde, bewegt man sich traurigerweise binnen kürzester Zeit im Bereich der Liebhaberei. Nichtsdestotrotz bietet die Industrie eine stabile Basis an hoch- und höchstwertigen Dynamikprozessoren, wie zum Beispiel den zum Test vorliegenden IGS Audio Zen, der neben einer omnipräsenten Optik und einem Ladenpreis von knapp 3.000,- Euro technisch einige Besonderheiten zu bieten hat.

Aufbau und Konzeption des IGS Audio Zen

Vintage! Dies ist sowohl bei mir, als auch wahrscheinlich bei vielen Usern, die gerade diesen Artikel lesen, das erste Wort, das einem durch den Kopf schießt. In der Tat ruft der IGS Audio Zen, dessen Hersteller in Polen ansässig ist, so ziemlich alles an optischen und haptischen Attributen auf, was man mit den Klassikern der analogen Signalführung verbindet. Laut Firmeninfo basiert das Konzept des IGS Audio Zen auf den „legendären Kompressoren der Abbey Road Studios“, die zum Beispiel intensiv von den Beatles genutzt wurden. Um welche Kompressoren bzgl. des vorbildhaften Charakters es sich genau handelt, wird leider nicht erwähnt.

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igs audio zen

Man sieht allerdings bereits auf den ersten Blick, dass der IGS Audio Zen mit deutlich weniger Bedienungselementen auskommt. Ähnlich eines Vari-Mu-Kompressors besitzt der IGS Audio Zen keinen Ratio-Regler, nicht mal ein Threshold-Regler lässt sich auf dem Bedienungspanel ausmachen. Statt dessen prangen pro Kanal zwei massive Chickenhead-Regler für Attack und Release im oberen Bereich, deren elfstellige Regelmöglichkeiten durch eine Rasterung vorgegeben wird und über einen Minischalter um den Faktor 4 erhöht werden können. Die einzelnen Bereiche gestalten sich wie folgt:

  • Attack: 5 ms, 8 ms, 12 ms, 18 ms, 25 ms, 37 ms, 50 ms, 62 ms, 75 ms, 87 ms, 100 ms
  • Release: 10 ms, 25 ms, 50 ms, 100 ms, 200 ms, 350 ms, 500 ms, 625 ms, 750 ms, 1000 ms, 2000 ms

Hält man sich nun die Vervierfachung der Werte vor Augen, ergeben sich in der Tat extreme Regelwege, die wahrscheinlich weniger in der Musiktitelproduktion Verwendung finden würden, aber zum Beispiel im Score-Bereich eine sehr gute Figur abgeben würden. Ein weiterer Minischalter ermöglicht eine Preset-Einstellung von Kompressor auf Limiter, was über einen entsprechenden Soft Knee/Hard Knee-Abgleich erfolgt.

IGS Audio Zen Test

IGS Audio Zen VU Meter

Je ein weiterer Chickenhead-Regler pro Kanal verwaltet ein Hochpassfilter, das wahlweise bei 60 Hz, 90 Hz, 120 Hz oder 240 Hz greift oder aber ganz abgeschaltet werden kann. Interessant ist die AMP-Stellung, bei der der Sidechain-Circuit umgangen wird und der Kompressor wie ein 36 dB Amplifier arbeitet, was auch unter dem Namen THD-Model bekannt ist. Zwei beleuchtete Druckschalter aktivieren mittels eines True-Bypass die On/Off-Funktion, wobei ein Link-Schalter die beiden Kanäle zu einem Stereo-Modul zusammenschaltet. Für das richtige Vintage-Flair sorgen ebenfalls zwei große VU-Meter, welche die Gain-Reduktion abbilden.

Wer bis hier noch ein eher müdes „Ja und?“ auf den Lippen hat, wird spätestens bei einer Drehbewegung an den Input- und Output-Reglern die Augenbrauen hochziehen. Das ist kein Vintage mehr, das ist bereits Militärstandard. Die schwarzen Drehknöpfe mit einer 24-fachen, extrem schwer gängigen Rasterung könnten auch in jedem russischen U-Boot Verwendung finden. Überdrehen mittels einer zu schnellen Bewegung? Nicht mehr exaktes Auffinden der letzten Einstellung? Mit diesen Reglern unmöglich! In der Tat stellen diese Regler einen haptischen Höhepunkt dar, es macht einfach richtig Spaß, diese Regler zu bewegen!

Welche Anschlüsse bietet der IGS Audio Zen?

Die Rückseite des 3 HE großen Boliden, der mit seinem dunkelblau/schwarz lackierten Finish und mit 9 kg Gewicht zudem recht stämmig daher kommt, ist schnell abgehandelt. Je Kanal 1x XLR männlich und XLR weiblich In/Out, fertig. Zusätzliche Anschlüsse? Fehlanzeige, alles vintage in Reinkultur. Interessanterweise wird der IGS Audio Zen mit vier kräftigen Gummifüßen ausgeliefert, was dem Kompressor auch außerhalb des Rack-Betriebs einen stabilen Stand ermöglicht.

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Leider geizt der Hersteller in Sachen Infomaterial sehr stark mit einer umfassenden Aufklärung und auch die passende Website bietet nur sehr spartanische Auskünfte über das immerhin fast 3.000,- Euro teure Produkt. Nicht jeder möchte sich durch die Innereien der Technik kämpfen, aber ein wenig mehr Detailangaben wären meines Erachtens für echte Gear-Nerds durchaus wünschenswert.

IGS Audio Zen Test

IGS Audio Zen Rückseite

Die Besonderheit des IGS Audio Zen

Wie der Produktname schon vermuten lässt, arbeitet im Inneren des IGS Audio Zen eine besondere Diode mit der Bezeichnung Z-Diode. Eine Z-Diode, auch Zener-Diode genannt, ist eine Diode, die darauf ausgelegt ist, dauerhaft in Sperrrichtung im Bereich der Durchbruchspannung betrieben zu werden. In Sperrrichtung sind Z-Dioden bei geringen Spannungen sperrend, genau so wie normale Dioden. Während die Z-Diode in Sperrrichtung betrieben wird, arbeitet sie in Durchlassrichtung wie eine gewöhnliche Diode. Man spricht bei Z-Dioden von sogenannten Zener- oder Lawinen-Effekten, die dazu führen, dass der Strom schlagartig zunimmt, sobald eine bestimmte Sperrspannung erreicht wird. Zener-Dioden werden so konstruiert, dass deren Durchbruchspannung einen ganz bestimmten Wert besitzt und sie im Bereich der Durchbruchspannung betrieben werden können. Über einen weiten Bereich von Stromstärken entspricht dann der Spannungsabfall über die Zenerdiode genau der Durchbruchspannung. Der Zener-Effekt, nach seinem Entdecker Clarence Melvin Zener (1905–1993) benannt, ist das Auftreten eines Stroms (Zener-Strom) in Sperrrichtung bei einer hoch dotierten Halbleitersperrschicht durch freie Ladungsträger. Bei Siliziumdioden liegt die Zener-Spannung zumeist zwischen 2 V und 5,5 V.

Musikalisch bedeutet dies ein hohes Eigenleben und eine entsprechende Klangfärbung des Kompressors, ganz wie auch nahezu alle anderen Signalverwalter aus der 60er-/70er-Ära dem Signal ihren Stempel aufdrücken. Anders ausgedrückt, wer hier einen schnellen und klanglich neutralen VCA-Kompressor als Vergleichsobjekt annimmt, wird wahrscheinlich nicht viele Gemeinsamkeiten finden. Fraglich ist jedoch, ob der IGS Audio Zen tendenziell das schon sehr eigene Verhalten eines Opto-Kompressors annimmt, das träge, aber „verklebende“ Verhalten eines Vari-Mu übernimmt oder vielleicht von der Ansprache her sogar in FET-Gefilde vorstößt. Die Neugierde steigt.

IGS Audio Zen Test

IGS Audio Zen Profil

Der IGS Audio Zen in der Praxis

Was bereits bei den ersten Reglerbewegungen auffällt, ist die intuitive Bedienung. Aufgrund der reduzierten Bedienungselemente ist der anvisierte Sound recht schnell gefunden, wobei gerade dem Input-Regler eine besondere Funktion zukommt. In diesem Fall fungiert der Regler nicht nur als einfacher Aufholverstärker, sondern greift je nach Gain-Stufe massiv in das Klanggeschehen ein. Dies jedoch auf eine höchst musikalische Art und Weise, so dass selbst bei starker Sättigung niemals das Gefühl einer unangenehmen Halbleiter-Zerre aufkommt.

Die größte Stärke des IGS Audio Zen liegt eindeutig im „Verkleben“ des Audiosignals, so dass die Übergänge zwischen den unterschiedlichen Dynamikstufen äußerst geschmackvoll angeglichen werden. Hat man erst einmal seine persönliche Attack/Release-Einstellung gefunden, kann man sich in Ruhe dem Gain-Regler widmen, der fast schon eine Klangbearbeitung über den Dynamikbereich hinaus ermöglicht. Insbesondere bei perkussiven Signalen kann der IGS Audio Zen seine volle Stärken ausspielen, indem er den Peak sehr gekonnt abfedert, ohne dass die Transienten in Mitleidenschaft gezogen werden. Das anschließende Aufholen der dynamisch tiefer gelegenen Signalstufen ermöglicht in der Tat dramatische Lautheitsanhebungen. Ich habe mehrfach überprüft, ob ich die Normalisierung bei der MP3-Konvertierung eingeschaltet hatte, da das bearbeitete Signal nicht nur lauter, sondern um ein Vielfaches lauter wirkte.

Wer es schafft, sich auf den Grundklang des IGS Audio Zen einzulassen, wird tatsächlich bei nahezu jedem Ausgangsmaterial verblüfft sein, wie sehr das anliegende Signal an Druck und Durchsetzungsvermögen gewinnt. P.S. Wer sich über die Zerre im Synth-Loop Klangbeispiel wundert, dies ist mit Absicht geschehen, um zu zeigen, wie der Kompressor im Extrembereich klingt.

IGS Audio Zen Test

IGS Audio Zen im Einsatz

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Fazit

Mit dem IGS Audio Zen führt das polnische Unternehmen ein klangliches Schwergewicht in seinem Portfolio. Der Kompressor klingt in jederlei Hinsicht hervorragend und bietet trotz reduziertem Parameterzugriff umfangreiche Bearbeitungsmöglichkeiten innerhalb des Signalwegs. Das Gerät glänzt durch eine intuitive Handhabung, einen sehr guten Grundklang und Attack/Release-Zeiten, die sich bis zu 2.000 ms bzw. 8.000 ms ausdehnen lassen und somit Einsatzmöglichkeiten weit über die regulären Rock/Pop-Produktionen ermöglichen.

Wenngleich der IGS Audio Zen in seiner Preisklasse zweifelsohne auf starke Konkurrenz trifft, wer auf der Suche nach einem High-End-Outgear-Kompressor ist, der bereits nach Sekunden hervorragende Klangergebnisse liefert, sollte das Gerät auf jeden Fall einmal antesten.

Plus

  • Konzept
  • Klang
  • Verarbeitung
  • Komponenten

Preis

  • 2.999,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Marco Korda AHU

    Vielen Dank für den Bericht. Mir ist das Gerät auch schon ins Auge gefallen und Amazona hat mal wieder meinen Wunsch nach einem Testbericht erfüllt. Is ja wie Weihnachten, dabei ist erst Cyber Monday :-).

    Ich besitze den IGS Tubecore und Bison und kann daher bestätigen, dass die Bauweise tatsächlich unfassbar solide ist. Die Qualität ist hochwertig zu nennen. Nur schade, dass IGS auf eine M/S-Matrix verzichtet hat. Gerade bei diesem Kompressor wäre das noch mal interessant gewesen. So ist man zum Bison oder andere Lösungen gezwungen.

    Übrigens sind 3000 Euro zwar nicht unerheblich, allerdings misst sich das Produkt mit dem Chandler Zener Limiter TG 12413. Da sind wir dann bei 5.450 Euro. Es gibt übrigens „verblüffende Ähnlichkeiten“…. ;o)

    Die gesuchten Vorbilder sind übrigens RS114 Tube Limiter (von 1954) und der aus dem Jahre 1968 stammende RS168 Zener Limiter (EMI).

  2. Profilbild
    Jörg Hoffmann RED

    Hallo,
    ein sehr schöner Test. Ich hatte ja auch schon einige hochwertige Kompressoren im Test – hier würde mir aber schon eine Side Chain Option fehlen – gerade auch wenn man den Preis berücksichtigt. Ansonsten ein tolles Gerät.
    Gruß, Jörg

  3. Profilbild
    martin stimming

    wow, ich bin beeindruckt!

    eine sache ist mir aufgefallen: die bearbeiteten signale brummen alle, das hört man ganz am anfang. das liegt sicher nicht am gerät, aber woran sonst?

  4. Profilbild
    borg029un03

    Schöner Test, aber neben der Brummschleife in den Demos wäre auch noch Levelmatching ganz nice, damit man das besser vergleichen kann. Danke.

      • Profilbild
        MichBeck

        Mit Levelmatching meint @borg029un03 wahrscheinlich das Angleichen der Lautheit.

        Es hilft unwahrscheinlich bei der „Klangbeurteilung“, wenn die einzelnen Tracks diesbezüglich aufeinander abgestimmt sind.

        Man kann ja dazuschreiben, um wieviel Dezibel es sich handelt, damit man den Lautheitsgewinn erfassen kann.

  5. Profilbild
    RicNormal

    Schöner Testbericht – die Klangbeispiele sind allerdings ohne matching der Lautheit unbrauchbar!

    • Profilbild
      Axel Ritt RED

      Jungs, jetzt mal unter uns.

      Ich habe die bearbeiteten Files mit Absicht nicht im Pegel reduziert, um zu zeigen wie sehr der ZEN das anliegende Signal nach vorne drückt. Wie gesagt, alle Signale haben eine Pegelspitze von 0 dB.

      Wer eine reduzierte Version haben möchte, einfach downloaden und nach persönlichem Bedarf im Pegel reduzieren. Ich für meinen Teil bevorzuge den 1:1 Vergleich.

      Beste Grüße!

      • Profilbild
        TheTick123

        Danke für den super geschriebenen Testbericht!

        Ich kann die Rufe nach lautheitsgematchten Audiobeispielen verstehen, kann aber auch deine Idee nachvollziehen, die die Arbeitsweise des Kompressors zeigen soll.

        Mein Vorschlag wäre es, beides einzubauen. Bei 4 Testfiles ist eine weitere, lautheitsgematchte Version wahrscheinlich kein großer Aufwand, aber für viele Leser hier ein gerne gesehener Zugewinn.

        • Profilbild
          martin stimming

          also ich glaube hier ist verwirrung am start: lautheit (LUfs) ist nicht peak-level (was hier anscheinend einige als lautheit verstehen) und wenn ein kompressor bei gleichem peak (!) so viel LUfs rausholt ist es das was wir wollen, wenn wir nicht grade die berliner symphoniker aufnehmen. wenn er die LUfs angeglichen hätte würde man es ausser vielleicht ein bisschen saturation nicht hören und das ganze wäre witzlos. das youlean loudness meter zeigt sowas alles komplett an für die, die es verstehen wollen. lg

          • Profilbild
            TheTick123

            Ich gehe nicht davon aus, dass das verwechselt wird. Das Ziel ist halt ein Anderes:

            Wenn mein Signal „lauter“ klingt nach Behandlung mit dem IGS, werde ich es leiser einmischen (logisch, oder?). Und der Vergleich im Klang zum unkomprimierten Signal interessiert ein paar hier, mich eingeschlossen.

            • Profilbild
              Lapin

              Naja wenn ich mir einen 3000€ Kompressor kaufen würde (als Hobbymensch kein Thema) ginge es schon darum den Mix oder Prominente Sounds bei gleichbleibendem Peak Level subjektiv lauter klingen zu lassen. Insofern finde ich die Audiobeispiele schon sinnvoll.

      • Profilbild
        RicNormal

        Verstehe es bitte als konstruktive Kritik Axel, der Bericht ist super, die Audiobeispiele sind auch top von der Qualität!

    • Profilbild
      bluebell AHU

      Das ist aber genau der Zweck eines Kompressors: Er erhöht die Lautheit bei vorgegebener Spitzenamplitude. Würde man das komprimierte Signal leiser drehen, um dieselbe Lautheit wie das Original zu erreichen, dann dreht man genau den Effekt zurück, für den man 3000 € bezahlt hat.

      • Profilbild
        sipeng

        Was du beschreibst würde vielleicht bei einen analogen „Gain“ Knopf bzw Verstärker zutreffen der nur die Lautstärke beeinflußt.
        Der compressor verdichtet. Das verändert komplett „wie“ was klingt nicht nur „wie laut“ es klingt. Wenn du zum beispiel Drums verdichtest klingt es dann auch anders selbst wenn du es im mix leiser regelst. Das ist warum du 3000 zahlst
        Vielleicht verstehe ich falsch was du sagst aber wollte das schreiben im falle das ich verstehe was ich hier lese. Peace

          • Profilbild
            sipeng

            Genau mein Punkt. Wenn du das signal leiser drehst nimmst du nicht die Kompression weg bzw änderst du nicht die Lautheit sondern nur die Lautstärke im Mix Verhältnis.
            Selbst wenn es dann gleich „laut“ klingt wird es trotzdem anders klingen.

            Ich glaube da Denken wir anders. Ist nicht so wichtig um ehrlich zu sein. Alles gut.
            Cheers

  6. Profilbild
    MichBeck

    @Lapin:

    Jein.
    Das ein Kompressor unter anderem lauter macht, wissen und nutzen wir alle. Wozu also hier lautmalerisch präsentieren, dass es jetzt 3db mehr sind.

    Es geht mir in Audiobeispielen immer mehr darum, gerade, wenn dieser Vorgestellte hier ein „hohes Eigenleben und eine entsprechende Klangfärbung“ hat, einzuschätzen, was mit dem Signal letztendlich passiert, ob es grooved, schön verdichtet ist, Harmonische hinzufügt oder ob ich, von der Lautheit fehlgeleitet, eigentlich schon over the top bin.

    Und dahingehend machen es mir normalisierte Klangbeispiele nicht so leicht.

    • Profilbild
      martin stimming

      das Seltsame ist, dass HardwareCompressoren bei perkussivem Material eher selten wirklich Lautheit schaffen. Im Gegenteil: in der Mehrzahl der Fälle sind die Reaktionszeiten gar nicht schnell genug und wenn ja (1176 zB), neigen sie zum Transienten-zerreissen. Was sie viel besser als Software können ist Schmelz und „teuer“ klingen (2500er)
      Software kann durch das „in-die-Zukunft-schauen“ gut mit Transienten umgehen, klingt aber meistens eindimensional.

      • Profilbild
        sipeng

        Erstmal lieber Martin , ich habe Großen Respekt vor dir und deiner Meinung und mag deine Musik und deine Positive art.

        Mein spontaner Gedanke zu deinen Kommentar:

        Ich finde Unisum klingt nicht eindimensional. Ich liebe Analog aber auch Digital.
        Meiner „trockenen“ Meinung nach wird Digital in ca 5 Jahren Analog in jeder Hinsicht überholt haben. Auch beim „Teuer“ klingen. Digitale Limiter sind heute schon meilenweit voraus weil sie eben wie du sagst „in die Zukunft schauen“. Auch wenn man Transparent arbeiten will ist Digital weit voraus.
        Für mich ist Digital metaphorisch gesehen die „Denkenspower“ des Menschen und nicht irgend eine „Kalte Böse Maschine“ . Es ist Unbegrenzt. ich finde es unglaublich Faszinierend das da die Gedanken und Ideen von jemand in nicht wirklich Materialisierter form , Probleme lösen und Werkzeug erschaffen das man nicht greifen jedoch Benutzen kann um echte Resultate zu erzielen Da wird noch viel, viel passieren. Analog wird bezüglich Tonbearbeitung nichtmehr (viel) besser.
        Aber wie gesagt. „Meine Meinung“

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