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Test: Rockruepel Comp.Two V2, Röhrenkompressor

22. November 2021

Ein Boutique Kompressor aus Düsseldorf

Rockruepel Comp.Two V2

Rockruepel Comp.Two V2

Bei dem Rockruepel Comp.Two V2 handelt es sich um einen außergewöhnlichen Röhrenkompressor, der in Düsseldorf von Hand in Kleinauflage gefertigt wird. Nachdem vor rund 15 Jahren der erste Prototyp erschien, hat Rockruepel Mastermind Oliver Gregor seinen zweikanaligen Variable Mu Kompressor stetig weiterentwickelt und optimiert. Das Ergebnis ist die nun offiziell dritte Version, bei der unverändert ein innovatives, puristisches Design auf edelste Bauteile trifft.

Röhrenkompressoren gehören im Audiobereich zu den Ältesten ihrer Art, ihnen wird ein warmer, vollmundiger, obertonreicher Klang zugeschrieben mit einer eher gemächlichen Dynamikreduktion. All diese charakteristischen Merkmale treffen auf den Comp.Two V2 zu, nur mit dem kleinen Unterschied, dass er bei Bedarf auch die Regelgeschwindigkeiten eines VCA-Kompressors erreicht und somit einer der schnellsten Vari Mu Kompressoren auf dem Markt ist.

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Rockruepel Comp.Two V2: Auf den ersten Blick

Wie schon sein Vorgänger ist der Rockruepel Comp.Two V2 in einem 19 Zoll breiten Aluminiumgehäuse untergebracht, das in Deutschland gefertigt wird. Für den Einbau in ein Rack sind drei Höheneinheiten und eine Tiefe von 29,5 cm notwendig, darüber hinaus sollten mindestens 1-2 HE unter und über dem Gerät frei bleiben, da es nach längerer Betriebszeit viel Wärme von sich gibt.

Trotz des verwendeten Leichtmetalls bringt dieser Röhrenkompressor stolze 8,7 kg auf die Waage.
Allein das Frontpaneel hat eine Stärke von rund 0,5 cm und vermittelt – wie auch alle anderen Komponenten – einen überaus robusten und langlebigen Eindruck.

Rockruepel Comp.Two V2

VU-Meter mit Pinup-Girl

Die identischen Bedienelemente der zwei Kanäle sind optisch klar getrennt auf der Vorderseite eingelassen, dazu zählen jeweils Input, Output, Threshold als freilaufende Potentiometer und Attack, Release und Sidechain-Control als Drehschalter. Sämtliche Regler sind mit geriffelten Kappen bestückt, die rund 2 cm Durchmesser haben und sich dank eines großzügigen Abstands zueinander sehr gut greifen lassen.

Per Kippschalter wird der Hardwire-Bypass jeder Kanals aktiviert, während ein weiterer zum Anwählen des Dual-Mono-Betriebs oder der Stereo-Verlinkung bestimmt ist – in dem letzteren Fall regelt der Kanal mit der stärksten Pegelspitze die Intensität der Kompression beider Kanäle.

Die zwei gelben, beleuchteten VU-Meter zeigen jeweils das Maß der Dynamikreduktion an und lassen sich per Trim-Potentiometer kalibrieren. Auch sie sind mit 6 cm Durchmesser sehr großzügig dimensioniert und werden zusätzlich von einem 1,5 cm breiten Metallrahmen gesäumt. Darüber hinaus ziert die Skala der zwei VU-Meter ein Pinup-Girl im Stil der 50er-Jahre.

Auf der Rückseite befinden sich lediglich die zwei Ein- und Ausgänge im XLR-Format aus dem Hause Neutrik sowie die Kaltgerätebuchse und der Netzschalter, womit bei einem Rack-Einbau die Verwendung einer schaltbaren Steckdosenleiste erforderlich ist.

Rockruepel Comp.Two V2

Die Anschlüsse auf der Rückseite

Die Arbeitsweise des Rockruepel Kompressors

Per Input-Regler wird die Eingangsverstärkung festgelegt, die maximal 16 dB beträgt und viel Spielraum zur Sättigung und Obertonanreicherung des Quellmaterials bietet. Bei Bedarf lassen sich sogar Overdrive-Effekte realisieren. Der Output-Regler hat keine klangverändernde Funktion, sondern dient lediglich dem Absenken oder Anheben des Ausgangssignals mit einer Verstärkungsreserve von 10 dB.

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Die Ratio lässt sich, wie bei echten Röhrenkompressoren üblich, nicht einstellen, sondern verändert sich in Abhängigkeit zur Intensität des Thresholds. Dieser ist wiederum an die Lautstärke des Eingangssignals und der damit einhergehenden Verstärkung gebunden.

Für den Input, Output und Threshold werden bewusst freilaufende Potentiometer verwendet, da laut Hersteller durch die Röhren immer wieder minimale Abweichungen auftreten, die ein gestufter Regler nicht kompensieren könnte.

Rockruepel Comp.Two V2

Attack und Release

Auch die Regelzeiten von Attack und Release reagieren je nach Einstellung in Abhängigkeit zueinander. Die Spanne von Attack reicht dabei von beeindruckenden 600 Mikrosekunden bis 70 Millisekunden, die der Release von 200 Millisekunden bis 4 Sekunden.

Mittels des Sidechain-Controls kann das Hochpassfilter aktiviert werden, um die tiefen Frequenzen wahlweise unterhalb von 54, 74, 110 oder 160 Hz aus dem Kompressionsweg zu nehmen. Zusätzlich bietet dieser Schaltregler die „Amp only“-Position, die nur den Kompressor ausschaltet, so dass der Comp.Two V2 als reines Sättigungs-Tool nutzbar ist, was den Funktionsumfang deutlich erweitert.

Die Technik und Bauteile

Jedes Gerät fertigt und verdrahtet Rockruepel in Handarbeit, wobei ausschließlich hochwertigste Komponenten verwendet werden.

Zuerst einmal handelt es sich um eine echte Dual-Mono-Schaltung mit separaten Netzteilen pro Kanal. Der komplette Signalpfad der vollsymmetrischen Röhrentechnik fällt bewusst sehr minimal aus und kommt ohne Halbleiter aus, lediglich zur Steuerung der VU-Meter ist ein IC notwendig.

Rockruepel Comp.Two V2

Das Innere des Rockruepel Comp.Two V2

Für die Ein- und Ausgangsübertrager verwendet Oliver Gregor trafosymmetrische Modelle des britischen Herstellers Sowter, während die zwei High-End-Koppelkondensatoren von dem deutschen Traditionsunternehmen WIMA stammen.

In jedem Kanal sitzen zwei eigens handverlesene Röhren: am Eingang eine NOS 6N3P aus russischer Fertigung, am Ausgang eine 6CG7 von Electro-Harmonix, die auch an gleicher Stelle bei dem EMI RS124 oder dessen Vorbild, dem Altec 436 B, zum Einsatz kommt.

Rockruepel Comp.Two V2 im Tonstudio

Nach dem Einschalten benötigen die Röhren des Comp.Two V2 eine Aufwärmzeit von ca. 10 bis 15 Minuten, um ihr volles Klangpotential zu entwickeln.

Grundsätzlich gestaltet sich die Bedienung angesichts der wenigen Regelmöglichkeiten spielend einfach, insbesondere im „Amp only“-Modus. Dieser ist für sich gesehen schon ein großartiges Werkzeug mit einem enormen Potential:

Bei einem geringen Input hat er einen sehr neutralen und edlen Charakter. Durch das zunehmende Anheben der Eingangsverstärkung offeriert die Röhrenschaltung eine große Spanne zur Klangformung. Das beginnt mit dem Generieren von subtilen Obertönen, reicht von dezenter, charmanter Sättigung bis hin zu einer kräftig, muskulösen Kompression mit leichtem Overdrive und mündet schließlich in brachialer Verzerrung. Auch die zuletzt Genannte hat bei Bedarf durchaus ihren Reiz, ist allerdings in den Möglichkeiten der Klangformung begrenzt und tendenziell etwas forsch. Letztendlich wurde der Comp.Two V2 aber auch nicht als Distortion-Effekt konzipiert.

Rockruepel Comp.Two V2

Input- und Output-Regler

All die gerade beschriebenen Klangfacetten des „Amp only“-Modus lassen sich natürlich auch mit dem Kompressor kombinieren, wodurch der Gestaltungsfreiraum nochmals deutlich wächst.

Beim Einstellen von Attack und Release bedarf es erst einmal einer Eingewöhnungsphase, insbesondere um die Abhängig beider Parameter zueinander kenne zulernen. Dabei zeigt sich schnell die enorme Flexibilität des Comp.Two V2. Bei langsameren Setups verhält er sich standesgemäß gemächlich und sorgt für eine schöne, abgerundete Verdichtung des Signals. Dagegen rufen kürzere Einstellungen schon etwas munterere Charakterzüge bei ihm hervor, die sich allerdings nicht mit VCA- oder FET-Kompressoren vergleichen lassen. Auch wenn die Regelzeiten sich ähneln, so ist sein Klang stets viel behutsamer und entspannter.

Selbst in den schnellsten Einstellungen sorgt der Kompressor für eine angenehme, unaufdringliche Präsens des Eingangssignals. Auch bei einem hohen Grad der Kompression fängt er nicht an zu „pumpen“, sondern liefert stets ein sehr ausgewogenes Ergebnis, das nie gestaucht, sondern überaus offen in Erscheinung tritt.

Angesichts dieser Möglichkeiten ist der Einsatzbereich des Comp.Two V2 sehr weit gefächert, wie die folgenden Beispiele zeigen sollen. Er eignet sich für einzelne Signale bei Aufnahmen, Tonmischungen und überzeugt insbesondere als Bus-Kompressor.

Der Klang des Rockruepel Comp.Two V2

Die Klangbeispiele sind wahlweise im WAVE-Format (44,1 kHz, 24 Bit) oder als MP3s (320 kBit/s) aufrufbar. Um die teils feinen Nuancen gut hören zu können, empfiehlt sich eine erhöhte Abhörlautstärke.

Drum-Bus

Los geht es mit dem Summensignal einer Schlagzeugaufnahme, deren einzelne Spuren lediglich mit dem Manultec MT-E.8012 ORCA BAY Equalizer bearbeitet wurden. Insgesamt sind drei verschiedene Einstellungen des Comp.Two V2 zu hören.

Bei einer Sättigung mittleren Maßes verleiht der „Amp only“-Modus der Bass-Drum und Snare deutlich mehr Energie und Gewicht. Vor allem das Raumsignal wird sehr schön hervorgehoben und lässt das Schlagzeug offener und dreidimensionaler wirken:

Einstellung: Amp only, Input 7, Output 6

Als nächstes kommt der Kompressor hinzu, der mit einer langen Attack- und kurzen Release-Einstellung arbeitet. Zusätzlich ist das Sidechain-Filter bei 110 Hz aktiv.
Erneut klingt die Aufnahme äußerst plastisch, hat aber mehr Punch als zuvor. Der Tiefbassanteil der Bass-Drum ist üppig und wuchtig, während die zuvor sehr prägnante Snare vielmehr im Kontext eingebettet wird:

Einstellung: In 7, Out 6, Att 8, Rel 2, max. GR 4 dB, durchschnittliche GR 2-3 dB, SC 110 Hz

Um eine gleichmäßigere Kompression des gesamten Drumkits zu erreichen, sind in dem nächsten Beispiel Attack und Release ganz kurz eingestellt, das Sidechain-Filter wird deaktiviert und die Eingangsverstärkung weiter angehoben.

Im Resultat haben die einzelnen Instrumente nun ein ausgewogeneres Verhältnis zueinander. Das RMS-Level ist höher, die Transienten fallen deutlich knackiger und kürzer aus, wirken aber nicht überzüchtet. Insgesamt klingen die Drums so wesentlich kraftvoller und würden sich schon sehr gut in eine Tonmischung einbinden:

Einstellung: In 10, Out 4, Att + Rel F, max. GR 5, durchschnittliche GR 2-4 dB, Flat

Aufnahme:
Schlagzeuger: Christoph Eggener
Schlagzeug: Pearl Masters Custom Maple Shell
Cymbals: Custom Crash 16“, K Ride 20“, K Dark Crash Thin 14“, Oriental China Trash 16“, Sabian HHX 10“ Splash, Paiste 14“ Signature Dark Energy MK1 Hihat
Mikrofone:
Bass-Drum: Electro-Voice RE 320 (Kick Drum Mode)
Snare: Shure SM 57
Overheads: 2x Sennheiser MKH 40
Close Ambiance: 1x Sennheiser MKH 40
Room: 2x Sennheiser MKH 40
Vorverstärker: UnderToneAudio MPDI-4, MPEQ-1, Studer 962 (Room)
EQ: Manultec MT-E.8012 ORCA BAY

Rockruepel Comp.Two V2

Der linke Kanal

Toms

Nach dem Drum-Kit folgt nun die Bearbeitung einer Stereo-Tom-Spur, aufgenommen mit drei sE Electronics V Beat Schlagzeugmikrofonen, die im 45 Grad Winkel zu den Schlagfellen ausgerichtet waren. Auch diese Aufnahme wurde mit dem ORCA BAY Equalizer nachbearbeitet.

Im ersten Durchgang ist die Attack wieder recht lang, die Release relativ kurz und das Sidechain-Filter greift bei 160 Hz.

Abermals tritt der Raumanteil sehr schön hervor, die Anschläge werden deutlich betont und die Aufnahme klingt runder und voluminöser:

Einstellung: In 8, Out 4,3, Att 8, Rel 2, max. GR 3 dB, durchschnittliche GR 1-2 dB, SC 160 Hz

Im zweiten Durchgang soll der Kompressor nun seine deftigeren Seiten präsentieren. Für diesen Zweck werden wieder die schnellsten Einstellungen von Attack und Release angewählt, während der Kompressor sehr kräftig zugreift.

Das Ergebnis ist sicherlich eher für härtere Stilrichtungen prädestiniert, aber trotzdem sehr beeindruckend: Die Transienten springen nun auffällig hervor, der Raumanteil wird stark betont, gleichzeitig verbindet er sich aber auch sehr schön mit dem Direktsignal:

Einstellung: In 10, Out 5, Att + Rel F, max. GR 10 dB, durchschnittliche GR 6-8 dB, SC 160 Hz

Aufnahme:
Schlagzeuger: Christoph Eggener
Schlagzeug: Pearl Masters Custom Maple Shell
Mikrofone: 3x sE Electronics V Beat, 2 x Sennheiser MKH 40 (Room)
Vorverstärker: Studer 962
EQ: Manultec MT-E.8012 ORCA BAY

Rockruepel Comp.Two V2

Sidechain-Control

Vocal

Weiter geht es mit einer unbearbeiteten und noch sehr dynamischen Spur der Sängerin Isis Zerlett. Die Aufnahme wurde mit einem Rode NT1 Großmembranmikrofon und einem alten Maihak V41 Röhrenvorverstärker erstellt.

Im ersten Beispiel läuft das Signal nur durch die Röhrenschaltung ohne Kompressor. Die Stimme wird bewusst mit einer starken Sättigung versehen, wobei die Pegelspitzen schon im Bereich der Verzerrung sind. Das Ergebnis ist sehr charaktervoll und hat ein charmantes Vintage-Flair:

Einstellung: Amp only, In: 7, Out 5

Die nächsten zwei Klangbeispiele zeigen, wie edel und diskret der Kompressor eine Gesangsaufnahme verdichten kann, die Eingangsverstärkung wird hierfür wieder reduziert. Beim ersten Beispiel sind die Regelzeiten sehr schnell ausgerichtet, bei dem zweiten deutlich langsamer:

Einstellung 1: Flat, In 5 Out 7, Att F, Rel 2, max. GR 4 dB, durchschnittliche GR 2 dB
Einstellung 2: Flat, In 5, Out 7,2, Att 5, Rel 4, max. GR 4 dB, durchschnittliche GR 2 dB

Aufnahme:
Sängerin: Isis Zerlett
Mikrofon: Rode NT1
Preamp: Maihak V41

Western-Gitarre

Als nächstes soll eine Western-Gitarre bearbeitet werden, die Aufnahme entstand ursprünglich mit einem Neumann U 87 der ersten Generation und dem Preamp der Chandler Limited TG Microphone Cassette.

Wieder sind ein schnelles und ein langsames Setting zu hören, wobei das Schnellere zusätzlich stärker gesättigt und komprimiert ist. Bei diesen Beispielen wird am deutlichsten, wie die Röhrenschaltung die hohen Frequenzen beeinflusst und auf sehr angenehme Weise die Transienten abrundet:

Einstellung 1: Flat, In 7, Out 6, Att 7, Rel 3, max. GR 4 dB, durchschnittliche GR 2-3 dB
Einstellung 2: In 9, Out 5, Att + Rel F, max. GR. 8 dB, durchschnittliche GR 6 dB, SC 160 Hz

Aufnahme:
Gitarre: Suzuki Threes GW-15
Mikrofon: Neumann U 87
Preamp: Chandler Limited TG Microphone Cassette
EQ: Manultec MT-E.8012 ORCA BAY

Rockruepel Comp.Two V2

Hardwire-Bypass

Synthesizer

Anhand einer Synthesizer-Aufnahme sollen nun die bereits beschriebenen rüpelhafteren Facetten des Comp.Two V2 demonstriert werden. Für diesen Zweck kommt eine Aufnahme der Novation Bass Station 2 zum Einsatz, die erst mit voller Kraft übersteuert und anschließend sehr stark komprimiert wird.

Einstellung 1: Amp only, In 10, Out 4
Einstellung 2: In 10, Out 5, Att 3, Rel F, max. GR 8 dB, durchschnittliche GR 4-6 dB, SC 160 Hz

Aufnahme:
Synthesizer: Novation Bass Station 2
Preamp: Studer 962

Mix-Bus

Zu guter Letzt darf der Comp.Two noch einmal seine Qualitäten als Bus-Kompressor beweisen, hierfür dient eine Aufnahme des L.E.P. Leploop V2. Diese spezielle analoge Groovebox hat ein nicht unerhebliches Eigenrauschen, das durch die Kompression natürlich nochmals verstärkt wird. Der Comp.Two V2 selbst erzeugt kein wahrnehmbares Rauschen.

Nach der Bearbeitung sind vor allem die Mittenfrequenzen vordergründiger und die Transienten stechen mehr hervor, wovon insbesondere die Drums profitieren. Ansonsten ist das Ergebnis kompakter, runder, offener und energetischer:

Einstellung: In 8, Out 5, Att 8, Rel 2, max. GR 5 dB, durchschnittliche GR 3-4 dB, 110 Hz

Aufnahme:
Groovebox: L.E.P. Leploop V2
Preamp: Studer 962

Alle Klangbeispiele sind unbearbeitet, nur die Lautstärken wurden angepasst.
Audiointerface: RME Fireface 800
DAW: Pro Tools

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Fazit

Der Rockruepel Comp.Two V2 ist ein hervorragender Röhrenkompressor für den Einsatz in professionellen Tonstudios. Sowohl die Verarbeitung des Gerätes als auch die verwendeten Bauteile sind auf aller höchstem Niveau, darüber hinaus gestaltet sich die Bedienung dank des übersichtlichen Frontpanels äußerst einfach.

Gegenüber klassischen Vari-Mu-Kompressoren ist sein Einsatzbereich sehr weit gestreckt:
In Anbetracht der überaus flexiblen Regelzeiten und des „Amp only“-Modus eignet er sich prinzipiell für alle gängigen Anwendungen, sei es nun beim Recording, Mixing oder Mastering.
Auch klanglich bietet der Comp.Two V2 ein großes Spektrum: Er kann neutral, edel und behutsam sein, kraftvoll, muskulös und schmutzig zugreifen und bei Bedarf auch richtig aggressiv klingen.

Wer Interesse an einem vielseitigen Vari-Mu-Kompressor hat und bereit ist, die entsprechende Summe für ein in Deutschland von Hand gefertigtes Boutique-Gerät auszugeben, sollte den Comp.Two V2 unbedingt einmal ausprobieren.

Plus

  • edler Röhrenklang
  • äußerst vielseitiger Vari-Mu-Kompressor
  • sehr schnelle und flexible Regelzeiten
  • Sättigungs- und Overdrive-Effekte
  • Haptik
  • Bauteile
  • Verarbeitung

Preis

  • 4.999,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Marco Korda  AHU

    Danke für den ausführlichen Bericht. Auf den Bericht zu diesem Comp hab ich schon lange gewartet. Es gibt Meinungen darüber, dass der V1 besser klingen soll. Wäre interessant es im Vergleich zu wissen. Falls da jemand Erfahrung hat, bitte posten.

    „Für den Input, Output und Threshold werden bewusst freilaufende Potentiometer verwendet, da laut Hersteller durch die Röhren immer wieder minimale Abweichungen auftreten, die ein gestufter Regler nicht kompensieren könnte.“
    Das ist natürlich Hersteller-Geschwafel und nach meinem Ermessen eher unrichtig, da die Abweichungen sowieso auftreten, auch bei nicht gesteppten Reglern. Der Hersteller hat da vermutlich nur etwas eingespart. Für Mastering-Anwedungen wären die Stepped Potis aber trotzdem besser, auch wenn man im vorliegen Fall vielleicht genauer zurückregeln könnte. Aber das trotz gutem Gehör genau zu erwischen ist auch kniffelig. Nach meinem Dafürhalten hätten sich hier Regler mit kurzem Rasterweg angeboten.

    Alles in allem ein schöner Bericht zu einem imposanten Kompressor aus deutscher Manufaktur. Dass das nicht billig wird, war klar.

  2. Profilbild
    Bernd-Michael Land  

    Und der Netzschalter ist auf der Rückseite, dort schön in der Mitte angeordnet, damit es die Symmetrie nicht stört.
    Super praktisch, für so ein Rackgerät.

    • Profilbild
      Marco Korda  AHU

      Mich stört das ehrlich gesagt nicht, weil meine Devices alle über einen Stromverteiler gehen. Aber grundsätzlich wäre es schon besser, wenn der Schalter vorn wäre. Mittig hab ich auch noch nie gesehen, aber öfter mal was Neues :-)

  3. Profilbild
    ziggy-bob

    Also bestimmt hört man die 2k an hochwertigsten Komponenten, fürwahr. Denn 3k bleiben dann an actual Arbeitsleistung übrig. Vor allem wenn so ein 19″-Gehäuse in DE produziert wird, das ist natürlich hochwertiger wie ein 19″-Gehäuse aus offensichtlich CHN welches lediglich mit den betreffenden Aussparungen an der Frontplatte versehen wird.
    Wie so oft gesagt: Wenn man nichts weiter kann, geht man (nach Insta) zu den Öffentlichen / Ämtern. Ansonsten zu den Goldkabelherstellern.

    Ach ja: dieses Pinup, welches das Ablesen des Zeigers auf der Skala negativ beeinflusst, reisst es raus. ;)

    • Profilbild
      Bernd-Michael Land  

      Jo, die Mädels in den VU-Metern fand ich auch cool, bei 0db liegen die flach.

      Ich sehe Kompressoren in dieser Preisklasse aber mehr als Werkzeug und bin da eher praktisch und sachlich orientiert. Die Beschriftung der Skalen hätte man auch etwas eleganter machen können, naja, nicht so wichtig.
      Das Ding macht ansonsten einen sehr soliden und hochwertigen Eindruck und der Blick in das Innere ist ja schon sehr fein.

  4. Profilbild
    ach herrjemine  

    Danke für den spannenden Bericht und die super aufgenommenen und somit aussagekräftigen Klangbeispiele im WAV-Format.
    Allein bei der Summenbearbeitung hätte ich mir eine etwas aussagekräftigere Mischung also vielleicht nicht nur eine elektronische Groovebox gewünscht.

    Der Kompressor klingt zwar recht sauber, das Regelverhalten wird bei kürzeren Regelzeiten aber schnell ziemlich auffällig ohne dabei viel Mojo oder Glue zu bieten. Auch scheint er einen recht ordentlichen Höhenverlust zu verursachen. Das klingt bei der Vari-Mu Konkurrenz vielfach musikalischer.
    Der Einsatz als Verzerrer oder Sättiger erschiesst sich mir qualitativ nicht so richtig. Das kann man mit Plugins wie Decapitator günstiger und besser haben.

    Was die Bauteilqualiät angeht: Das Nutzsignal per Flachbandkabel quer durchs Gerät und Schneid/Klemm Verbinder im Signalweg na ja, keine Ahnung ob man das hört, schön isses jedenfalls nicht. Der ältere Comp two war da noch mit gelöteter Audioverkabelung aufgebaut. Anscheinend wurde hier gespart.

    Hatte mal den Comp One getestet. Der war super für Bässe. Auf der Summe fand ich ihn eher nicht so dolle. Der Comp two scheint das nicht wirklich besser zu machen.

    Ok, trifft vermutlich einfach nicht meinen Geschmack der Rüpel.

    Grundsätzlich finde ich es super, dass ein kleiner Deutscher Hersteller sich an so etwas ran wagt und ich wünsche viel Erfolg!

  5. Profilbild
    MichBeck  

    Danke für das Angleichen der Lautstärke bzw. Lautheit bei den Klangbeispielen.
    So kann ich die Auswirkungen des Kompressors besser einschätzen, ohne ständig mit dem Finger am Volumenregler nachzujustieren.
    Ein echter Segen.

  6. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    suche overdrive für 5000€.
    oh, für 6000€ bauen wir ihnen auch noch Lundahl Transformer ein. ^^

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      ah verdrahtet in Handarbeit,
      was kostet ein ordentlicher Elektriker die stunde? 30-60€?

      wer soll das kaufen?
      wieviel verkauft man davon?

      ach Liebhaberrei, ah so, ja dann … ^^

      wenn ich 5000€ dafür bezahl hab, höre ich da wundervolle dinge die nur ich hören kann, das ganze nennt sich selbsterfüllende Prophezeiung.

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