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Test: Black Lion Audio PG-2 Type F, Power Conditioner

No Voodoo for your Studio!

20. Februar 2023

black lion audio pg 2 type f test

Black Lion Audio PG-2 Type F, Power Conditioner

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Der Black Lion Audio PG-2 Type F ist der neue Power Conditioner der Studiospezialisten aus Chicago. Nach dem PG-P für mobile Anwendung und dem PG-1 Type F mit acht Ausgängen ist das neue Flaggschiff mit 14 Outputs in meinem Tonstudio angekommen. Fast 7 kg schwer und vollgepackt mit vielen Funktionen haben die Amerikaner ein Gerät herausgebracht, das viele Versprechen einlösen soll. Von Schutz, Reinigung, Analyse und sogar Klang kann man in der Pressemitteilung lesen. Ich denke, es wird Zeit, hier ein paar Dinge klarzustellen und ob sich generell die Anschaffung eines Power Conditioners lohnt.

Power Conditioner: Studio Tool oder Snake Oil?

Schon in unserer Newsmeldung zum neuen Black Lion Audio PG-2 Type F Power Conditioner ging es in den Kommentaren heiß her. Es ist von HiFi-Voodoo und Blödsinn die Rede und generell sollten Hersteller doch ihre Elektronik mit ordentlichen Netzteilen im Griff haben. Leider sieht die Realität anders aus. Billige Steckerleisten, die verhassten Netzteilwarzen, also externe Steckernetzteile minderwertiger Qualität und ein drei Mal verlängertes Verlängerungskabel, an dem alle Geräte angeschlossen sind: So sieht es insbesondere im Homestudio häufig aus.

Black Lion Audio PG-2 Type F, Power Conditioner test

Aber was kann der Black Lion Audio Power Conditioner dagegen machen und klingt das Ganze am Ende vielleicht sogar besser? Wer beim Lesen des letzten Satzes gerade seinen Kaffee auf den Bildschirm geprustet hat, sollte diesen schnell sauberwischen und weiterlesen – es lohnt sich.

Vorabbemerkung zum Thema

Eins vornewege: Wir Autoren bei AMAZONA.de sind keine Voodoo-Truppe, die jeden Mist glaubt und schreibt. Wir argumentieren mit Fachwissen und Erfahrung und weder die Stellung des Saturn im dritten Haus noch ein besonders gutes Verhältnis zu einem Hersteller wird etwas daran ändern, dass wir hier die festgestellten Ergebnisse an unsere Leser weitergeben.

Black Lion Audio PG-2 Type F, Power Conditioner test

Und zuletzt: Sollten Sie Elektrotechniker und/oder Elektrik-Profi sein. Ja, es gibt noch viele Feinheiten, die das Thema Strom in sich birgt und entsprechend viele Fallstricke. Als Tester muss und sollte man unserer Meinung nach aber die wesentlichen Faktoren im Auge behalten.

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Welche Ausstattung bitet der Black Lion Audio PG-2?

Die Front ist sehr aufgeräumt und insgesamt ist das Gerät sehr leicht zu bedienen. Beim Druck auf den Power-Schalter wird die Sequenzierung aktiviert: Dabei werden die Steckdosen auf der Rückseite mit einer festgelegten Sequenz eingeschaltet.

Beim Einschalten haben wir eine Verzögerung von maximal sechs Sekunden für die Dosen. Die Hochstromausgänge schalten sich nach sechs Sekunden ein und mit dem Netzschalter wieder aus. Dies bewirkt, dass Startup-Sequenzen abgeschlossen werden, bevor die Hochstromgeräte eingeschaltet werden.

Neben dem Power-Schalter liegt eine Buchse für eine 12 V Leuchte, die mit dem darüberliegenden Drehregler gedimmt werden kann. Zentral befinden sich das LED-Display, das die aktuell anliegende Spannung und den fließenden Strom in Ampere anzeigt.

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Darunter dann fünf Kontroll-LEDs:

Die „Ground OK“ LED zeigt an, dass das Gerät ordnungsgemäß geerdet ist. „Wiring Fault“ würde einen Verkabelungsfehler anzeigen, wenn Phase und Nullleiter vertauscht sind, was gar nicht so selten vorkommt. „Clean Power On“ bedeutet – und ich zitiere das Handbuch – „(…), dass PG-2 alle angeschlossenen Komponenten mit sauberen, schönen Wechselstrom an alle angeschlossenen Komponenten liefert.“

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Abnormal Voltage“ meldet sich, wenn die Spannung unter 200 V fällt oder über 240 V Wechselstrom ansteigt. Und schließlich „Protection On“: Diese LED leuchtet, wenn die Überwachungsfunktionen des Black Lion Audio PG-2 Type F aktiv sind.

Rechts neben dem Display befinden sich zwei nicht geschaltete Schuko-Steckdosen und eine USB-A Buchse, die USB Geräte mit 5 V/1 A laden kann.

Auf der Rückseite haben wir die 12 geschaltete Schukosteckdosen. Diese hat der Hersteller nach Einsatzzweck und angeschlossene Gerät sortiert. Die vier Dosen links sind für Digital-Audiogeräte, wie Streamer, Workstations, Digitaleffekte etc. geeignet. Die mittleren vier Dosen sind ideal für analoge Audiogerät, wie Mischpulte und analoge Effekte.

Rechts sind dann die vier Dosen für Verstärker und aktive Lautsprecher mit hohem Leistungsbedarf angeordnet. Jede Kategorie hat spezielle Filter, die für den Einsatzzweck optimiert wurden. Außerdem sind die Bereiche elektrisch voneinander isoliert, so dass beispielsweise Interferenzen von digitalen Geräten ferngehalten werden oder von diesen Geräten verursachte „Noise“ nicht bei den anderen Geräten landet. Black Lion Audio verrät allerdings nicht, wie das im Detail funktioniert.

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Auf der rechten Seite finden Sie auf der Rückseite einen weiteren dimmbaren Anschluss für eine 12 V Lampe, einen vergoldeten Erdungspol und natürlich die Kaltgerätebuchse für das PG-2.

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Black Lion Audio PG-2 Type F: Die Verarbeitung

Kennt noch einer die Monster-Endstufen der 80er-Jahre? Mark Levinson, Krell und Threshold haben riesige Watt-Monster in dickwandige Metallgehäuse gepackt, um die angriffslustigen Kilowatt im Zaum zu halten. Genau so ein Gehäuse verwendet Black Lion Audio für den PG-2. Eine zentimeterdicke Frontplatte, massiv verarbeitet und auf maximale Stabilität getrimmt. Dieses Gerät sagt Ihnen unmissverständlich: Hier ist Ihr wertvolles Studioequipment sicher! Ein ganz dickes Lob von meiner Seite!

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Dazu mag ich es, dass der Black Lion ganz normale Schukodosen einsetzt. Andere Geräte setzen aus Platzgründen gerne auf die IEC Patchkabel mit C13/C14 Anschlüssen. Beim PG-2 kann ich einfach die vorhandenen Kabel nutzen und meine Kabelschublade wird nicht noch voller. Allerdings empfehlen sich keine gewinkelten Schuko-Stecker, damit man auch alle Stecker reinbekommt.
Nun aber zur Gretchenfrage …

Was bringt der Black Lion Audio PG-2 Type F im Tonstudio?

Es gibt vier Gründe für die Anschaffung des Black Lion Audio Power Conditioner PG-2 Type F:

1. Überspannungsschutz
2. Stromreinigung
3. Ein- und Ausschaltsequenzierung
4. Klang

… und ob „Klang“ wirklich ein Argument ist, das besprechen wir zum Schluss.

1. Überspannungsschutz

Dies ist trivial: Wenn der Black Lion Audio PG-2 Type F eine Spannungsspitze feststellt, dann sind die angeschlossenen Geräte geschützt. Wenn eine Menge sehr ungünstiger Faktoren zusammenkommt, dann kann es sein, dass Stromspitzen durchdringen, aber dies ist sehr unwahrscheinlich. Grundsätzlich darf man sich aber mit einem vorgeschalteten PG-2 schon sehr sicher fühlen.

2. Stromreinigung

Hier müssen wir zwei Bereiche unterscheiden: Was kommt vom Provider von außen ans Haus heran und wie sieht es im Haus, also nach der Hauptsicherung aus?

Was kommt ans Haus:

Die DIN EN50160 ist die Bibel der Netzbetreiber. Alle Kraftwerke sowie alle dezentralen Einspeiser, wie Wechselrichter von Solaranlagen und Windkraftanlagen müssen sich an diese Norm halten. Diese Norm gibt, neben vielen anderen Details, folgende Grenzwerte vor:

  • Netzfrequenz ist 50 Hz ±1 %
  • Netzspannung beträgt 230 V ±10 %
  • kurzfristige Spannungsänderung (10 ms) 5 %
  • Oberschwingungen (Verzerrungen) bis 8 % THD

Wir können sicher sein, dass diese Werte von außen an Ihrem Wohnhaus oder Studiogebäude ankommen und diese Grenzwerte sind innerhalb der vorgegebenen Toleranzen für einen Hersteller bekannt. Ein modernes Gerät mit CE-Prüfsiegel (Richtlinie 73/23/EWG) wird mit dieser Stromqualität ordentlich funktionieren. Das Problem liegt in der Regel im inneren Wohnbereich.

Wie sieht es im Gebäude aus?

Nun, das kommt darauf an, denn ein modernes Aufnahmestudio wird schon mit der Grundvorgabe „sauberer Strom“ konstruiert, während wir kleinen Heimstudiobetreiber uns mit dicken Trafos von alten Halogenlampen und jede Menge anderer Einstreuungen herumschlagen müssen. Brummschleifen, elektromagnetische Strahlung und ganz profane Verkabelungsprobleme sind meist die Ursachen für unsauberen Strom im Studio. Wer sich – wie ich – in einem neugebauten Gebäude befindet, der wird auch weniger Probleme haben als in einem Altbau mit Spinnenweben zwischen den Steinzeitsicherungen und brüchige Kabel, die in alten Lüsterklemmen ihr Zuhause finden.

Test- Black Lion Audio PG-2 Type F, Power Conditioner

Und genau hier finden wir die Komfortzone des Black Lion Audio Power Conditioner: Stromschwankungen, hochfrequente Störungen und Verzerrungen werden gefiltert und an Ihr geliebtes Studiogerät kommt nur sauberster Strom.

3. Ein- und Ausschaltsequenzierung

Ein Thema bedingt oft das andere. Wenn man, wie oben beschrieben, nur wenige Stecksoden bzw. Stromkreise zur Verfügung hat, der arbeitet mit Steckerleisten, um das gesamte Equipment mit Strom zu versorgen. Nicht selten bewirkt ein Druck auf deren ON/OFF-Schalter nur ein leichtes Zucken und ein Klicken im Sicherungskasten. Aktivmonitore, große Analogmixer und alte Kompressoren saugen gleichzeitig wie vom Blitz getroffen (ja, blödes Wortspiel, ich weiß) am Stromkabel und die Sicherung antwortet mit einem rabiaten „Nix da!“

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Genau für diesen Fall aktiviert der PG-2 Type F die Steckdosen nacheinander und verhindert so Spannungsspitzen – so behält Ihre Sicherung einen kühlen Kopf.

4. Der Klang

Kaum zu glauben: Als ich den Black Lion Audio PG-2 Type F Power Conditioner in mein Studio installiert hab, gingen klanglich neue Welten auf. Noch nie waren meine Höhen so transparent, die Bässe so definiert und die Räumlichkeit war wie zum Greifen …

Ja, ist ok – ich lass den Blödsinn. Nein, nix ist passiert. Alles klang so gut wie vorher. Keine Änderung. Wenn man alle psychologischen Effekte weglässt, dann bleibt allenfalls das Gefühl, sein Tonstudio um ein sinnvolles Gerät erweitert zu haben, das sich in erster Linie um Sicherheit und Praktikabilität kümmert.

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Ich mag nicht ausschließen, dass bei einem Studiogerät mit grauenhafter Stromversorgung ein klanglicher Effekt möglich wäre. Aber dann wäre es sowieso besser, dieses schlechte Device zu tauschen. Kurzum: Wenn ein Gerät mit „besserem Strom“ besser klingt, dann hat der Hersteller aus meiner Sicht etwas falsch gemacht und dann lautet die Devise: Finger weg.

Black Lion Audio PG-2 Type F: Conclusio

Ja, der Black Lion Audio PG-2 Type F ist definitiv sein Geld wert. Tolle Verarbeitung und das Gefühl, seine Geräte im Tonstudio zu schützen. Die Einschaltsequenzierung und die diversen Anzeigen helfen, das Grundsätzlichste aller Studiobasics im Griff zu haben. Denn noch vor den Geräten und der Akustik steht nun mal der Strom. Hinter dieses Thema dürfen Sie mit diesem Power Conditioner definitiv ein Häkchen machen.

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Fazit

Für 599,- Euro ist der Black Lion Audio PG-2 Type F eine mehr als sinnvolle Anschaffung für Studios. Wer aber auf klangliche Wunderdinge hofft, den muss ich enttäuschen. Aber ich finde, die Einschaltsequenzierung, Stromfilterung und natürlich der Überspannungsschutz sind genug Argumente für einen Power Conditioner. Wenn er dazu noch hilfreiche Anzeigen und eine „Built like a tank“-Verarbeitung hat wie der PG-2, dann kann man dem Gerät nur ein „sehr gut“ vergeben. Einen Kritikpunkt habe ich nicht gefunden!

Plus

  • bestmögliche Verarbeitung
  • hoher Nutzen im Studio
  • einfache Bedienung
  • Preis

Preis

  • 599,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    Eibensang

    Hochinteressanter Artikel für ein ebensolches Problem. Sehr lustig die Fotos mit dem Steckerchaos (vertrauter Anblick) und dem Aluhut (haha)! Aber mal abgesehen vom Preis des Geräts – der für solch ein solides Ding natürlich einsehbar ist, andererseits für manches Homerecording-Budget doch einen ziemlichen Batzen darstellen kann – erschreckt mich doch die Rückwand: Mit Winkelsteckern und Wandwarzen ist da schnell Ende Gelände, fürchte ich. Oder wer hat gleich vier HE Platz im Rack – zwei für den Stromabsicherer und jeweils eine Lücke drunter wie drüber, damit sich hinten alles verkabeln lässt?

    Ich habe selbst eine 1-HE-Steckerleiste als 19-Zoll-Teil im Rack – und hatte Glück, dass das Gerät darüber weniger Einbautiefe hat, sonst hätte ich Winkelstecker und Wandwarzen nicht gesteckt gekriegt, vulgo die (für mich nur ergonomische) Erleichterung einer solchen Stromhauptleiste gar nicht nutzen können.

    Oder sind in Profistudios sowieso nur ordentliche und ungewinkelte Kaltkabelstecker am Start? Ich meine, externe Brummer, die auch in 45-Grad-Winkel-Steckerleisten weder links noch rechts Nachbarstecker dulden, weil sie schlichtweg mehr Platz beanspruchen à la „SUV überm Parkstreifen“, schon in Studios verbaut gesehen zu haben, die zigfach teuer ausgestattet waren als meines.

    Die Lösung wären jeweils nur 30 cm lange Verlängerungskaltkabel! Aber die gibt’s nicht, oder?

    • Profilbild
      Jörg Hoffmann RED

      @Eibensang Danke Dir für das Feedback. Das mit den Schukodosen ist so eine entweder/oder Sache. Entweder, wie bei Black Lion, die Schukodosen, die den Nachteil bei Winkelsteckern oder Wandwarzen haben, doer die IEC C13/C14 Buchsen (Kaltgeräteanschlüsse). Da wiederum kann ich keine Geräte mit Rasierapparatbuchse (Typ C-Eurostecker auf C7 Buchse) oder austauschbarem Stromkabel anschließen.
      Tipp: Die meisten Hersteller von Power Conditioner „erlauben“ auch den Anschluss von Mehrfachsteckdosen für solche Ausnahmen.

    • Profilbild
      Kutscher

      @Eibensang Klar gibt es die Kaltergeräte Kabel zum Verlängern in jeder Länge. Das Stichwort heißt hier Meterware und Selbstkonfektionierung. Es gibt die Kaltgeräte Stecker auch verschraubbar und nicht nur vergossen.
      Dann gibt es auch keinen Krebsgeschwür mit den überschüssigen Leitungslänge.

      Ist in jedem Studio die einzig vernünftige Lösung um es Ordentlich und Wartungsfreundlich zu halten.

      Und zu dem Thema Wandwarze in Studios.. Liegt leider an den Produkten, Viele Hersteller sparen genau dort. Aber Netzteile wie an Laptops sind auch zum verbauen im Studio Mega der Alptraum. Das Kleinspannungs Kabel lässt (möchte) man nur Bedingt kürzen, man hat daher wieder das Krebsgeschwür, und die Netzteilblöcke benötigen eigentlich auch eine Rackwanne um ordentlich und sicher verstaut zu sein.

      Und leider ist das Maßgebliche Feature beim Kauf nicht das Netzteil.

  2. Profilbild
    Marco Korda AHU

    Danke für den Beitrag, der sich auch auf der humorvollen Seite befindet und das liest sich richtig gut.

    Ich finde nicht, dass das Voodoo ist, denn z.B. hab ich selbst ein altes Haus mit uralten Trafos im Netz usw. Da kommt tatsächlich ein leichtes Brummen daher. Darüber hinaus sind Pegelspitzen beim Einschalten ein nicht seltenes Phänomen. Mir ist zwar selbst noch nichts kaputt gegangen, aber eine Sicherung musste ich schon mal beim HCL Varis austauschen deswegen.

    Alles nicht trivial. Das Gerät hat seine Berechtigung und im Vergleich zu dem Marktführer ist dieses Gerät hier durchaus erschwinglich. Die Unterteilung in verschiedene Bereiche (digital, analog etc.) macht zwar für manche Szenarien Sinn, bei mir würde das nicht funktionieren.

    btw: der Link zu Thomann führt nicht zum hier angepriesenen Gerät…

    • Profilbild
      Jörg Hoffmann RED

      @Marco Korda Hallo – Danke Dir! Der PG-2 ist aktuell bei Thomann ()noch) nicht gelistet. Deswegen haben wir noch keinen direkten Link.

  3. Profilbild
    ollo AHU

    Also ich habe hier auch eher schlechte Elektrik im Haus aber 600€ sind für mich dann immer noch eine Ansage. Da tut es für meine Zwecke dann wahrscheinlich auch eine bessere Steckerleiste. Und falls wirklich mal die Stadtwerke richtigen Mist bauen oder der Blitz einschlägt, bringt so ein Gerät auch nichts. Da müsste ich eher eine komplett neue Elektrik in der Wohnung haben und mehr als nur die üblichen Sicherungen im Wandkasten. Hier gibt es nichtmal einen FI-Schalter. Aber wenn die Hauselektrik gut ist und wirklich eine Menge wichtiger Geräte dranhängen, dann mag das für den ein oder anderen sinnvoll sein.

    • Profilbild
      Stratosphere AHU

      @ollo Das geht auch für einen Drittel des Preises z B mit dem Furman AC-210 A E Power Conditioner. Der hat zwar nur 2 Ausgänge, aber ich habe dort 19 Zoll Stromverteiler angeschlossen, so dass alle Geräte des Studios grundversorgt sind.

  4. Profilbild
    bluebell AHU

    Lob für den nüchternen Umgang mit dem Gerät und den unaufgeregten Test. Ich hab da doch zwei Anmerkungen:

    – „wenn Phase und Nullleiter vertauscht sind“
    Mit Schukosteckern kann man das m.W. gar nicht feststellen, da ein Schukostecker um 180° gedreht eingesteckt werden kann und darf. Das könnte ein Leistungsmerkmal sein für die Stecker in den USA, die haben drei Stifte und können nicht um 180° gedreht eingesteckt werden.

    – Überspannungsschutz
    Hier muss man so realistisch sein, dass ein direkter Blitzeinschlag ins Stromnetz der unmittelbaren Umgebung vermutlich nicht alleine vom getesteten Gerät abgefangen werden kann. Mein Elektriker hat mich diesbezüglich beraten und mir erklärt, dass man mindestens einen zweistufigen Schutz braucht: im Zählerkasten und dann in USVs oder Überspannungsschutzgeräten. Ich hab sowas in meinem Zählerkasten einbauen lassen und warte nun darauf, dass ich für Internet und Telefon Glasfaser gelegt bekomme, denn auch über eine Kupfer-DSL-Leitung könnte der Überspannungstod für elektrische Geräte kommen. Ist mir mal nach einem Einschlag beim Nachbarn passiert, da ging eine Netzwerkkarte kaputt. Nun hab ich einen Überspannungsschutz zur Telefondose zwischengeschaltet. Aber auch der wird wohl bei einem direkten Treffer nicht zu 100% helfen.

    • Profilbild
      ollo AHU

      @bluebell Ja, ich habe auch mal gelesen, dass die meisten Schäden über das Kabel kommen, worüber man TV oder auch Telefon und Internet bekommt und nicht unbedingt über den Stromanschluss. Von daher ist Glasfaser da echt im Vorteil.

      USVs könnten helfen, allerdings ist so ein dicker Bleiakku in der Wohnung oder im Studio dann wieder eine Gefahrenquelle für Brände und verbraucht natürlich auch aktiv Strom.

      • Profilbild
        bluebell AHU

        @ollo Ich hab ein paar an kleine USVen an strategischen Stellen, damit ich bei Stromausfall im Home Office noch die Übergabe an einen Kollegen machen kann. Leider halten auch die Akkus nicht ewig, da muss man nach ein paar Jahren damit rechnen, dass sie ihren Geist aufgeben und ersetzt werden müssen,

    • Profilbild
      Kutscher

      @bluebell Hallo Bluebell,

      in der Elektriker Weiterbildung hatten wir auch einen Kasten der für die Lehrwände geprüft hat ob N und L vertauscht sind. Dann hat eine Lampe geleuchtet.
      Das beruht darauf das man gegenüber PE misst. ist also sehr einfach gelöst.

      Spannender finde ich dann aber das hinten wieder verdrehbare Schukobuchsen angebracht sind. Bei vielen Geräten die Brummen ist die 180Grad Drehung des Schukos schon sehr lindernd. Sofern es keine Oberwellen-Töne sind.
      Daher hätte ich hier die Kaltgeräte Lösung oder Warmgeräte für die Hochstromgerät bessergefunden.

      Der Schuko mit Führungsstift wie in Dänemark wäre auch tauglich aber in Deutschland nicht zulässig.

  5. Profilbild
    THo65

    Danke für den netten Test.
    Was ich nicht verstehe ist…:

    Ich habe jetzt mal durchgezählt und komme auf gut 40 Geräte (Synths, 19″-Schrank voll bestückt, Bodentreter, USB-Netzteile, Eurorack und Abhöre). Ich hatte noch nie irgendwelche Probleme mit Brummen oder Einstreuungen. Habe ich jetzt eine außergewöhnlich gute Elektrik zu Hause?

    • Profilbild
      Jörg Hoffmann RED

      @THo65 Nein, Gottseidank leben wir in einem Land mit Regularien und Standards. Wenn die Elektrik ganz normal ist und kein Fehler gemacht wurde, dann hat man mit klassischen Geräten auch keine Probleme. VIntagekram oder starke Elektromotoren, wie z.B. bei diesen Wackelplatten (Sportgerät) – dann kommen die Probleme. Wenn dann die Verkabelung alt ist, dann gehts los. Aber gratuliere, dass Du keine Probleme hast! 👍

  6. Profilbild
    horstenberg

    Danke für den Test, der vor allem eines nachweist: Das Gerät ist völlig sinnlos. Jeder ordentliche Mehrfachstecker – ggf mit Überspannungsschutz – ist sinnvoller. Wobei ich sagen muss: In über 50 Jahren habe ich Überspannungsschutz genau 0 (null) Mal gebraucht. Weder im Musikrack, noch bei den von mir betreuten Serveranlagen. Die Ausführungen zur „Einschaltsequenzierung“ finde ich fast schon albern. Wenn die paar Watt, die da etwa beim Einsatz eines schaltbaren Mehrfachsteckers für ca. 8 Euro gezogen werden, den Sicherungskasten überfordern, dann hat man ein anderes Problem!

    Eines stört an dem Test dann auch durchaus: Das Fazit. Das ist nicht eine „mehr als sinnvolle Anschaffung“ für irgendetwas. Der Test weist doch nach: Es ist zum Fenster herausgeworfenes Geld. Dazu Platzverschwendung. Und Materialverschwendung.

    Das richtige Fazit wäre daher gewesen: Wer es kauft, sollte das verbaute Material sofort zum Recycling geben. Das ist besser für die Umwelt.

    • Profilbild
      bluebell AHU

      @horstenberg So hart würde ich das nicht sagen. Im getesteten Gerät sind Filter, die in Steckdosen normalerweise nicht drin sind. Diese Filter sind umso bemerkbarer, je schlechter die Netzteile Deiner Geräte und je krasser die Technik Deines Nachbarn ist. Hast Du einen Handwerksbetrieb oder – viel schlimmer – einen sog. „Worschdelnachbar“ am Stromnetz, der sehr gerne antike Schweißgeräte und Elektromotore einschaltet, können solche Filter sinnvoll sein.

      Wenn Du keine solchen Probleme hast, wird das Gerät auch nichts verbessern.

    • Profilbild
      swellkoerper AHU

      @horstenberg Die Einschaltsequenzierung ist noch das sinnvollste Feature. Ich habe in mehreren Häusern mit alten Leitungen und Sicherungen gewohnt, da ist beim rabiaten Einschalten über die Steckerleiste jedesmal die Sicherung geflogen. Manch einer mag auch nicht seinen Maschinenpark jedesmal minutenlang hochfahren müssen, weil man irgendwo rumkriechen oder die exakte Einschaltreihenfolge einhalten muss, damit es nicht in den Boxen knallt.

      • Profilbild
        horstenberg

        @swellkoerper Naja, die Einschaltsequenzierung lässt sich durch zwei oder drei Mehrfachsteckdosen mit Ein/Ausschalter auch bewerkstelligen.

        Nach meiner Erfahrung ist die Zeit des „Geräte anschalten, Sicherungen fliegen raus“ ohnehin nahezu vorbei. Problematisch sind/waren ja immer nur einzelne Geräte, etwa besonders leistungshungrige Verstärker, die beim Einschalten das Stromnetz belastet haben.

        Ich kann weiter keinen Grund sehen, warum man sich das Gerät anschaffen sollte.

  7. Profilbild
    Yazz 1

    Ich lass mich gern eines Besseren belehren, hab mich das schon auch öfter gefragt: Ist es nicht de facto so, dass wir in Deutschland, solange man in einer regulär versorgten, urbanen Umgebung lebt, mit ganz gewöhnlichen Stromanbietern, solche Geräte überhaupt gar nicht benötigen?

  8. Profilbild
    matty menck

    Das Einschalt-Sequencing ist ein dickes Plus, was nicht viele Geräte dieser Art bieten.
    Wer kennt es nicht, das die Sicherung beim Einschalten den Studios über einen Hauptschalter, gern mal herausfliegt.

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