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Test: Clavia Nord Wave Synthesizer


Clavia Nord Wave

 

Die schwedische Firma Clavia hat, nachdem ein erster Blick ohne Ton schon auf der Frankfurter Musikmesse im Frühjahr 2007 riskiert werden konnte, endlich den lang erwarteten Nord Wave Synthesizer auf den Markt gebracht. Es war zwar nicht ganz so geheimnisvoll, wie es sonst bei neuen Instrumenten aus diesem Hause üblich war, aber mehr als dieser grobe Blick und ein paar lockere Angaben über Einzelheiten des neuen Konzepts war über die ganze Zeit hinweg nicht in Erfahrung zu bringen. Im November kamen dann konkrete Angaben und endlich stand auch ein Gerät in greifbarer Nähe zur Verfügung, so dass der Lupe des Betrachters kein Halt mehr geboten werden konnte. Nur der Entschluss, noch auf eine offizielle Fassung des Sample-Editors zu warten, um einen vollständigen Bericht abliefern zu können, hielt uns bis heute zurück, ein Review zu veröffentlichen, denn m.E. ist das genau die Ecke, die wirklich neu ist.

Clavia Nord Wave

Clavia Nord Wave

Eines gleich vorweg und für viele potentielle Anwender dürfte es auch nichts Neues mehr sein, denn es wurde schon eifrig über diesen Punkt in diversen Foren diskutiert: Es gibt keine mit LED-Kränzen ausgestattete What-You-See-Is-What-You-Get-Regler mehr, wie sie vom mittlerweile eingestellten Nord Lead 3 und dem Nord Modular G2/G2X (letzterer ebenfalls nicht mehr erhältlich) bekannt sind. Hier finden sich die vom Nord Lead 1/2/2X bekannten Regler wieder und damit soll es auch gut sein, denn die letztgenannten Regler sind doch eher der Normalfall und die LED-Kränze daher doch die Ausnahme. Sehen Sie es mir daher bitte nach, dass dieser Punkt nicht als Bewertungskriterium von mir herangezogen wird. Einzig eine Leuchtanzeige, die über die Zuweisung eines Reglers zu einer Morphgruppe Auskunft gibt, ist vorhanden.

Persönlich finde ich es auch schade, als Nord Lead 3- und G2-Nutzer bin ich in dieser Hinsicht selbst sehr verwöhnt, aber es ist zur Hauptsache nur innerhalb der Clavia-Modellreihe ein Rückschritt und mit Sicherheit auch ein wirtschaftlicher Gesichtspunkt, der letztendlich auch dem Interessenten und etwaigen Käufer zu Gute kommt. So sehe zumindest ich es nach einigen Tagen des Spielens und Programmierens.

 

-- Oszillatormodulation --

— Oszillatormodulation —

 

Ich möchte an dieser Stelle weitere Sachen, die Nord Lead 1, 2 und/oder 3-Besitzer vielleicht vermissen werden, gleich abhandeln, auch wenn es nicht auf alle Vorgängermodelle in gleichem Maße zutrifft. Fangen wir auf der Rückseite an, indem wir nur noch ein Stereoausgangspaar und MIDI In/Out vorfinden: Kein MIDI-Thru, keine Einzelausgänge! In diesem Zusammenhang steht gleich der Verzicht auf den zuletzt 4-fachen Multimode, der durch zweifach multitimbrales Verfahren mit Layerfunktion ohne die Möglichkeit des Keyboard-Splits ersetzt wurde. Natürlich können Sie auch zwischen beiden Einzelklängen umschalten. Über MIDI lassen sich beide Klänge auf unterschiedlichen Kanälen getrennt ansprechen, so dass z.B. getrenntes Spiel mittels einer zweiten Tastatur durchaus möglich ist. Auch der Drummode ist dem Wave nicht beigegeben worden.

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Klangbeispiele

  1. Avatar
    Lars

    Vielen Dank für diesen guten Test. Er vermittelt einen guten und realistischen Eindruck des Gerätes. Frohe Weihnachten und möge JEDER hier einen Nord Wave unter dem Baum finden ;)

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    Jösch

    Ja wahnsinn,
    endlich ist die Kiste draußen!

    Echt total schade wegen der Potis.

    Bleibt nur noch abzuwarten, ob eine Rack-Version erscheint.

    Die hier zur Verfügung gestellten Klangbeispiele finde ich nicht so toll!

    Gerade die Werkslibrary ist wichtig, arbeiten tut jeder sowiso anders mit dem Gerät.

    Vielen Dank für den Artikel!

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    Piet

    Macht keinen schlechten Eindruck. Nur ist mir nicht klar warum nur 4 Oktaven Tastatur. Für mich jetzt ein Grund das Gerät nicht zu kaufen.

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    Dieter Herten

    Hallo,
    ich habe mir den Wave Synthesizer im Musikladen mal richtig vorgenommen und durchgehört, gedreht und geschraubt.

    Mein Fazit: Was an dem Gerät toll sein soll erschließt sich mir nicht . Das gibt es alles schon lange und ist ehr ein Schritt rückwärts. Und der Preis ist echt überhöht.

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    Phil

    Kein Arpeggiator? Kein Tastatursplit?!? Keine zur MIDI-Clock syncbaren LFOs und Delays?!?! Wir sind fast im Jahr 2008, Leute! Ich bin erschüttert… Für meine Live-Elektronik (ohne Laptop) absolut ungeeignet und selbst im Studio für mich weitgehend sinnlos (unten den Arpeggiator laufen lassen oder nen Bass oder nen Pad spielen, oben drüber improvisieren, alles nicht möglich!). \r\n\r\nIst es so rechenintensiv, Split und Sync einzubauen, oder woran liegt sowas? \r\n\r\nAber der Artikel ist mal wirklich ganz schön geschrieben :-)\r\n\r\nPhil

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    Jean

    Hatte mir mal einen Modular neu gekauft, war ziemlich teuer, dann kam OSX raus. Clavia fertigte zwar noch einen neuen Editor für Windows XP an, für OSX gab es aber nichts. Schnell war mein Gerät fast nichts mehr wert, die Gebrauchtpreise sanken, ich selbst konnte schlicht nichts mehr damit anfangen. Monate später kam der neue Modular raus. Ich kam mir vera++++t vor, gerade weil die Clavia zum teuersten gehört, da hätte ich mehr Kundenpflege erwartet (siehe Access, die sehr lange ausgelaufene Modelle unterstützen). Als ich die Kritik zum Wave las und sah, dass es auch hierfür einen Editor gibt, konnte ich nicht anders, als allen mal den guten Tipp zu geben: kauft Euch lieber Hardware, die so entwickelt wurde, dass alles, was zum Funktionsumfang gehört, rein auf dieser Basis läuft, das ist zukunftssicherer und man hängt nicht so am Tropf des Herstellers.

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    soundmaster

    An Jean:

    wenn man bischen nachforscht wird man feststellen, dass es ein Editor für OS-X auch für den alten modular gibt….es gibt auch Konvertierungsmöglichkeiten für G1->G2 patches usw…
    Clavia mit Access zu vergleichen…naja…immerhin funktionieren die Clavias wenigstens wenn sie auf den Markt kommen, was man von Access Geräten nicht gerade behaupten kann.

    An Dieter:

    also ich entnehme diesem Test eigentlich, dass sich der nord wave einem durch ausprobieren im Musikgeschäft von den Möglichkeiten und dem eigentlichen Potential das in Ihm schlummert überhaupt nicht erschließen lässt….Oder hast Du den ausprobieren können mit Editor und mit eigenen Samples die du reinladen konntest?

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    Thomas Hermann

    Hallo zusammen,

    ich benutze den NordWave nun seit gut einem Monat regelmäßig und möchte hier mal in Kurzform meine Eindrücke schildern :
    1. Verarbeitung und Hardware-
    Qualität sind hervorragend.
    2. Die Soundqualität sowohl der VA-Synthese als auch des Sample-Play sind 1A. Wer sich Sorgen wegen der Sample – Kompression macht – vergeßt es.
    3. Handhabung und Work-Flow sehr gut.
    4. Editor läuft stabil und absturzsicher (gilt hier nur für WIN XP)
    Zum Schluß noch ein paar Meckereien und ein kurzer Wunschzettel :
    – der 2. Audioausgang wird auch von mir schmerzlich vermißt
    – Keyboardsplit sollte per OS-Update nachgereicht werden
    – ein Update der manager-Software muß unbedingt ein Vorhören der Samples über den Datei-Browser mitbringen. Jetzt kann das Sample erst nach dem Einladen gehört werden. :-(

    So das wars.
    redwave

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    Tricky

    was sich hier anbieten würde, wäre mal der Vergleich mit dem V-Synth.
    Da beide Synthies in etwa die prinzipiellen gleichen Möglichkeiten haben.

    Haben hier ja auch noch einen Test zum V-Synth.

    • Profilbild
      changeling AHU

      War das ein Witz?
      Der V-Synth hat doch wesentlich mehr Möglichkeiten ein Sample zu verbiegen als der Wave und ist auch von der Bedienung her völlig anders.
      Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass beide VA- und Sampling unter einer Haube vereinen. Das macht aber z.B. auch der Waldorf Blofeld.

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    MichaelBereckis

    Ich habe einen Nord Lead 2 und einen Nord Wave. Beide Instrumente haben aus meiner Sicht sehr unterschiedliche Stärken. So nutze ich den Wave eher als Lead Synthi und zum Teil als Sampler. Der Nord Lead hat dafür die fantastischen fetten "analogen" Flächen, weil ich 4 Klänge übereinander legen kann. Der Nord Wave ist eher die Brücke zwischen den reinen Synthezisern und der tollen Piano- und Orgelinstrumenten.

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      rainer.grimmig

      Hallo,
      wie ist das neue Soundset von Clavia??
      Streicher, Akkordeon ??

      Bin am überlegen ob
      PC3 oder nord wave.

      Danke im vorraus

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    Jochen

    Ich habe den Nordwave seit 4 Monaten. Ich habe NOCH NIE so schnell ein spielfertiges Multisample erstellt. Weder mit Kontakt, noch mit Halion oder mit meinen Emulator Samplern früher. Wenn ich auf die Stoppuhr gucke, brauche ich keine 3 Minuten vom Spielen auf der Tastatur eines Soundlieferanten angefangen bis zum spielfertigen Preset am Nordwave. Die alten Mellotron Samples sind eher was für Leute, die sich noch an Tangerine Dream und ähnliche Bands erinnern. Mir stellt sich die Frage, warum Native Instruments nicht mal auf die Idee kommen, so eine geile Automatik Sample Funktion auf die Beine zu stellen.

  12. Avatar
    robert

    ich weiss nicht, aber das gerät scheint ein ziemlicher flop zu sein, ist auch schwierig mit diesen rückschritten vom nl3 zum nw, ist wie mit einer lohnerhöhung, ein zurück kommt da meistens schlecht an. rückschritte wie regler, arp, midiclock etc. drumloops sind ja cool, aber wenn die nicht mal im sync sind und so…? obwohl es inzwischen rechtg gute gebrauchtangebote für fast die hälfte des ursprünglichen neupreises gibt, werde ich es mir wohl verkneifen den anzuchecken… finde es übrigens schaade das es hier kein rack mehr gibt, das 4he rack format von clavia hat mir immer sehr gefallen.

  13. Profilbild
    Tyrell RED

    Ich besitze den Nord Wave nun seit einer Woche und habe folgende Erfahrung damit gemacht. Er klingt dreckig und brachial und darin liegt seine Stärke. Wer denkt, mit dem Nord Wave einen echten Analogen ersetzen zu können, der liegt sicher falsch. Wer die Sample-Playback-Funktiin einsetzt um mit neuen Grundwellenformen die Synthese auszureizen, wird seinen Spaß an der Unit haben. Wer aber mit dem Wave einen Sampler/Sampleplayer ersetzen möchte, dem würde ich ganz klar zu anderen Geräten raten.

    • Profilbild
      mira

      gerade die Klangeigenschaften sind für mich das Hauptkriterium, deshalb vergebe ich 3 Sterne.

      Der Wave muss auch keinen Analogen ersetzen (welcher Analogsynth ersetzt schon einen anderen?), aber man hat doch einige Möglichkeiten hier und da auf einen solchen (analogen) zu verzichten. Selbst als Presetschleuder macht er z.B. aus einem monophonen Voyager einen polyphonen und für einige Sound einer Session reicht’s allemal.

      Leider hat Clavia den Wave nicht ganz zu Ende gedacht, die fehlenden Features sind bekannt, doch die flüssige Bedienung und der Sound entschädigen für vieles. Ich hoffe doch sehr auf eine weitere Pflege des OS.

      Kein Synth ist perfekt, wenn man jedoch die Möglichkeiten des Wave ausreizt, dann ist (zumindest aus meiner Sicht) der Spass zu 100% garantiert. Ich wüsste keinen ernstzunehmenden Mitbewerber.

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