Test: Clavia Nord Wave 2, Sample Synthesizer

30. Mai 2020

Mit Fug und Recht trägt er die Farbe des Schweizer Messers

Test Nord Wave 2 von Clavia

Im Test der der rote Rächer Nord Wave 2

Im Winter 2007 erschien der erste Nord Wave Synthesizer, auf der diesjährigen NAMM hat Clavia mit den Nachfolger Nord Wave 2 vorgestellt. Der Nord Wave 2 bleibt mit seinen 48 Stimmen ein Hybride, wie er im Buche steht. Mit in der Oszillator-Sektion in vier verschiedenen Kategorien abrufbaren Klangerzeugungsarten à la Wavetables, virtuell-analog, FM mit vier Operatoren sowie Samples aus der aktuellen Nord Library, fügt das Schweizer Kombimesser Nord Wave 2 noch eine weitere Sparte an: Eine recht tiefgreifende FM-Engine fbeindet sich nun ebenfalls im Gerät. Aufgrund seiner vierfachen Multitimbralität lassen sich genannte Klangerzeugungsarten frei- und vierfach miteinander kombinieren. Seitens Nord wurde der Rote komplett überarbeitet und bringt nun ehemals vermisste Funktionen wie einen Arpeggiator und ein Ladder-Filter-Modell ins Spiel. Das, wie man es von Nord gewohnt ist, extrem bühnentaugliche Gerät stellt mit seinen unter 9 kg einen Performance-Synthesizer dar, der sich irgendwo zwischen Nord Lead 3 und Nord Stage einordnet. Starten wir diesen Test mit einem Überblick über die Bedienoberfläche des Nord Wave 2.

Basics am Nord Wave 2: Die Bedienoberfläche

Test Nord Wave 2 von Clavia

Die tolle und übersichtliche Bedienoberfläche des Nord Wave 2

Der erste Unterschied am Nord Wave 2 zum Vorgänger fällt sofort ins Auge: Die Bedienoberfläche der Klangregelung erstreckt sich nun über das gesamte Gerät und wurde mit einem zweiten Display sowie den von Nord bekannten LED-Fadern ausgestattet, mit denen sich die Lautstärken der vier frei programmierbaren Layer des Synthesizers regeln lassen können. 61 leichtgewichtete Tasten umfasst die Klaviatur, dessen Druckpunkt und Aftertouch-Fähigkeiten im Übrigen zu flinkem Keyboardspiel einladen. Im Lieferumfang befinden sich neben dem obligatorischen Kaltgerätekabel noch eine Kurzanleitung und ein paar Sticker. Die Bedienoberfläche wurde fein säuberlich in Kategorien unterteilt, was die Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit nach kurzer Einspielzeit recht intuitiv erscheinen lässt. Die wichtigsten Funktionen für die Performance an sich sind gemeinhin direkt pro Bedienelement abrufbar, in erweiterte Einstellungen gelangt man über Second-Funktionen via Shift-Taster. Beginnen wir auf der linken Seite des Gerätes und arbeiten uns nach rechts hin vor, so sind zuerst die von Nord bekannten Left-Hand-Controls zu erwähnen.

Test Nord Wave 2 von Clavia

Die wunderbaren und bewährten LHCs des Nord Wave 2

Der bekannte wie beliebte Pitchbend/Vibrato-Stick ist auch am Nord Wave 2 wieder in haptisch ansprechendem lasierten Holz gehalten, das Mod-Wheel ist aus griffigem Edelstahl. In dieser Sektion befinden sich ebenfalls Bedienparameter für das entweder global oder pro Stimme aktivierbare Note-Hold sowie der Oktavlage (auch hier entweder pro Stimme oder per Shift-Funktion Global). Sehr gute Funktion für einen bewegten Sound in der Live-Situation: Hält man die ebenfalls in dieser Sektion befindliche Morph-Taste gedrückt, während man egal welche Parameter-Veränderungen vornimmt, kann man diese „on the fly“ per erneutem Druck auf die Taste wieder abrufen.

Hiermit erhält man sozusagen einen temporär abspeicherbaren und ohne Zeitverzögerung wieder abrufbaren zweiten Patch innerhalb des Patches. Falls man es noch ernster meint, gibt es hier auch den dedizierten Live-Mode: Per Aktivierung des Live-Modes gelangt man in eine temporäre Speicherstruktur, hier lässt sich „instant“ zwischen fünf per Taster aufrufbaren Slots hin- und herspringen und alle Änderungen, die man pro Slot vornimmt, werden hier automatisch temporär gespeichert. Rechts daneben befindet sich die Sektion, mit der sich durch Presets und Bänke navigieren lässt, hier gibt eines von zwei OLED-Displays Aufschluss über Preset-Namen, Nummer und Bank, auch lässt sich hier entweder global oder pro Stimme transponieren. Falls man sich nicht extern clocken lässt, kann man hier ebenfalls das Tempo tappen oder manuell die BPM einstellen.

Test Nord Wave 2 von Clavia

Das „große“ OLED-Display und Speichernavigation des Nord Wave 2

Saves & Morphs & Arps am Nord Wave 2

Ach ja: Speichern lassen sich hier die selbsterstellten Presets selbstverständlich auch. Die Bänke A-N, die je 44 Speicherplätze beinhalten, sind bereits mit Factory-Presets belegt, die letzten beiden O und P bieten insgesamt 88 freie Plätze für User-Presets. Diese beinhalten dann alle Settings, sprich jene für die vier einzelnen Layers, Filter, Envelopes und Effekte. Also ca. 16 Bänke, 400 Programme. Rechts daneben wird es dann auch schon wieder spannender: Die Morph-Sektion lässt sich per Druck auf entweder „velocity“, „wheel“, „pedal“ oder „a-touch“ und dem simultanen Betätigen des jeweilig gewünschten Modulationsziels alles auf dem Synthesizer Befindliche im Handumdrehen zuweisen.

Das geht so flink, dass es auch kein Problem darstellt, während der Performance neue Zuweisungen einzustellen. Die darunter befindliche Vibrato-Sektion lässt einstellen, ob das Vibrato per Aftertouch, Wheel oder per unterschiedlich langsamen Envelopes verzägert einsetzen soll. In der „Voice Mode“-Sektion, rechts darüber befindlich, lässt sich pro Layer einstellen, ob der Sound mono- oder polyphon gespielt werden soll sowie zwischen Mono- und Legato-Glide hin und her justieren – natürlich einschließlich der „Glide-Zeit“ an sich. Das Einzige, was man hier etwas vermisst, ist ein Poly-Portamento.

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Das kleine Display, Oszillator und Layer Control

Darunter befindet sich allerdings etwas, was man zuvor wohl sehr vermisste: das verbaute Arpeggio. Auch dieses ist wieder pro Stimme frei einstellbar, was nicht zuletzt auch dazu führt, dass man sich hier wahre polyrhythmische Arp-Monster erschaffen kann. Oder gar per Keyboard-Split mit der linken Hand ein zweistimmiges Arp und mit der rechten einen zweistimmiger Leadsound spielen lässt?

Der Arp umfasst maximal vier Oktaven, interessanterweise lässt sich hier zusätzlich zu den standartigen Parametern eines Arpeggios nicht nur die Gate-Länge, sondern auch noch eine Art der Attack-Envelope abrufen, mit der einstellbar ist, wie schnell die jeweiligen Sounds anschwellen. Das obligatorisch pro Stimme aktivierbare Note-Hold befindet sich links in den Left-Hand-Controls. Der rechts daneben befindliche LFO mutet so simpel an wie er ist, glänzt allerdings durch seine ebenfalls intuitive Zuweisbarkeit sowie dessen Frequenz, die bis 523 Hz reicht – schöne FM-Sounds sind somit praktisch vorprogrammiert.

Die Klangerzeugung

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Was ist es? Ein Nord Wave 2 natürlich!

Die brandneue Oszillator-Sektion des Nord Wave 2 besitzt neben den pro Stimme frei wählbaren vier Klangerzeugungsarten auch eine direkt dazugehörige Modulationssektion, hier lassen sich Envelopes auf Pitch und (z. B. im Falle der FM-Synthese) auf die sogenannte „OSC CTRL“ legen, welche die Zumischung der hinteren aus insgesamt maximal vier Operatoren vom Sinus-Carrier aus steuert. Die Operatoranzahl- und Verschaltungsart lässt sich, befindet man sich im FM-Modus, mit dem gestuften „Category“-Poti einstellen. Dieses dient im „Samples“- wie im „Wavetable“-Modus dem Auswählen der Instrumentenkategorie (z. B: Piano, Strings etc.).

Befindet man sich im „Analog“-Modus, so offenbaren sich mit Hilfe dessen einige an interessanten Schwingungsformen, dessen „detune“ oder „morph“ sich fortan wieder mit dem „OSC CTRL“-Poti beeinflussen lassen. Beispielsweise finden sich „Super“ Multi-Schwingungsformen à la Roland, die sich mit „OSC CTRL“ gegeneinander verstimmen lassen, „Dual“-Schwingungsformen mit zwei Oszillatoren im Sync, dessen „Slave“-Stimmung sich hier beeinflussen lässt und dergleichen mehr – hier geht eine ganze Menge und das, wie schon erwähnt, mal vier.

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Filtern und Layern – geht auch auf einmal!

In der „Layer Control“-Abteilung des Nord Wave 2 lassen sich die einzelnen Layer miteinander über die vier Fader mischen und die darunter befindlichen Drucktaster auswählen sowie stummschalten. Wählt man eines der Layer, so springen alle Bedienelemente auf die für dieses gewählten Einstellungen, alle Einstellungen können fortan bequem per Parameter-Abholung mit denselben Reglern weiter modifiziert werden. Auch können hier sämtliche Layer über die Klaviatur verteilt werden – auch Keyboard-Split geht intuitiv von der Hand.

Gelangt man in die Keyboard-Split-Einstellungen, lässt sich mit dem Encoder aus der Programm-Sektion einer von acht Split-Punkten definieren, der über eine kleine LED am jeweiligen Split-Punkt an der Klaviatur dargestellt wird. Über den „pan“-Taster in der Layer-Sektion lassen sich alle vier Layer im Stereofeld verteilen, einfach gedrückt halten – fortan werden die vier Fader temporär zu Pan-Potis. Wie flott all diese Bedienschritte von der Hand gehen? So ein Split-Punkt setzt sich in unter einer Sekunde, genau so wie das Panning aller vier Instrumente. Das lässt sich alles auch im Live-Betrieb einstellen, kennt man sein Instrument.

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Der Nord Wave 2 macht sich sehr gut auf einem Rhodes – und steht aufgrund seiner langen Füße sogar auf einem MK1er stabil!

Und klanglich geht das schon in Richtung One-Stop-Shop. Die verbaute FM-Synthese folgt einem tollen Kontrast aus recht tiefgehenden klanggestalterischen Möglichkeiten und intuitiver (und vor allem extrem flotter) Bedienbarkeit. Klanglich natürlich nichts, was man nicht schon kennt, aber trotzdem vielseitig und abwechslungsreich. So gibt es „harmonic“ und „inharmonic“ Operator-Verschaltungen, Erstere eignen sich eher für tonale Sounds, Zweitere ist prädestiniert für schnalzige FM-Percussions etc.

Die VA-Sektion des Nord Wave 2 hält neben den Klassikern bereits erwähnte Waveshapes, Dual-Oszillatoren mit Sync, Superwaves, Noise und einen regelrechten Haufen verschiedenster Multis bereit, die alle Spaß machen, toll klingen und durchweg überzeugen. Die Wavetables sind ebenfalls in Instrumenten-Kategorien aufgefächert und konzentrieren sich klanglich zumeist auf einen ganz bestimmten Frequenzbereich – sprich, manche Schwingungsformen orientieren sich stark am Grundton, manche an einer bestimmten harmonischen Ordnung etc. Deshalb nutzte ich diese während meiner Testzeit mit dem Gerät am liebsten zum Andicken und Layern anderer Sounds. Über die Samples aus der Nord Library 3.0 brauchen wir nicht zu reden – Orchester, Klavier, E-Pianos, Chöre wie vieles andere auch bekommt man hier gleich obendrauf – und zwar in Nord Stage Qualität.

Filter und Effekte

Test Nord Wave 2 von Clavia

Die abschließenden vier kleinen aber feinen Effektbausteine am Nord Wave 2

Von hier aus weiter in Richtung Subtraktion. Auch beim Filter hat man nachgebessert, so befindet sich hier nun auch die Option auf eine Ladder-Filter-Schaltung im Moog-Stil. Dieser nennt sich auf dem Gerät lp m, dazu noch die selbsterklärenden lp 12 und 24 als weitere Tiefpass-Optionen. Dazu gibt es: Lp+hp, hier bekommt man eine Art Bandsperre, dann gibt es noch Bandpass und Hochpass. Nord war schon immer eigenständig und blieb seiner „roten Linie“ treu – und auch, wenn sich hier die Geister scheiden mögen – für mich hatte Nord auch immer schon auf eine gewisse Art und Weise einen ganz eigenen Sound, den ich klanglich immer auf das Filter zurückführte.

Extrem knackige und präsente Mitten, sahnige Höhen und nicht ganz so viel Bass (vor allem bei aufgedrehter Resonance) – so speichere ich Nords Signalfluss-Charakteristik bei mir im Zwischenhirn und erinnere mich an einen der ersten Synthesizer, den ich jemals besaß, den Nord Lead. Direkt am Filter befindet sich ein damit fest verzahnter ADSR-Envelopegenerator, der sich per Knopfdruck invertieren und per Velocity steuern lässt. Auch findet man hier drei verschiedene Keytracking-Levels wie auch drei verschiedene Zerr-Algos für das Filter. Über dem Filter ist die ADSR für die Amplitude untergebracht – Besonderheit hier: Per Shift-Taster lässt sich eine Art Transient in die Attack-Verlauf, was den jeweiligen Sounds zu etwas mehr „impact“ verhilft.

Test Nord Wave 2 von Clavia

Der Nord Wave 2 seitlich

Rechts daneben: vier Effektbausteine am Nord Wave 2, die sich auf alle vier Layer einzeln anwenden lassen. Zunächst ein Multieffekt à la Tremolo, Vibrato, Chorus und Ensemble, dicht gefolgt von einem Shelfing-EQ mitsamt Option auf ein parametrisches Mittenband und zusätzlicher Sättigung, zum Abschluss gebracht durch ein sehr vielseitiges Delay mit verschiedensten Algorithmen, „Analog“ Eimerkettenstil über digitales Ping-Pong mit interessanten Feedback-Verschaltungen und natürlich dem Reverb mit fünf verschiedenen Raumsimulationen, von kleinen „rooms“ bis hin zur „cathedral“.

Praxis: Klang und Nutzbarkeit des Nord Wave 2

Klang und Nutzbarkeit? Bei diesem Gerät merkt man auf Anhieb, dass diese beiden Faktoren über allem anderen stehen. Ich hatte es ein/zwei Mal angeschnitten, aber wie schnell man mit dem Nord Wave 2 zurande kommt, nachdem man die Bedienungsanleitung klassischerweise gleich im Karton gelassen hat, ist schon beeindruckend und sehr erfüllend. Wie vielseitig das Gerät ist und was man hier eigentlich alles hat, vergisst man recht schnell, wenn man intensiver damit arbeitet, weil alles einfach extrem schnell und intuitiv von der Hand geht. Und zwar nicht nur vor dem Spiel beim Sounds schrauben, sondern auch währenddessen!

Man kann sich – wenn man es kann – während des Spiels komplett im Sounddesign verlieren und dieses zum Teil der Performance machen. Hier bekommt man ein Gerät geliefert, das einem dazu verhilft, in einem übersättigten Markt an Keyboardern mit Signature-Sounds seine Nische zu finden, die sowohl Live als auch im Studio klanglich wie benutzerfreundlich funktioniert. Die bereits beleuchteten Funktionen der temporären Speicherbarkeit machen es einem leicht, nach einer wilden und ausufernden Performance wieder „zurück nach Hause“ zu finden. Was die Basics angeht: Die halbgewichtete Klaviatur lässt sich großartig spielen, hier bekommt man das klassische Keyboard-Feeling geboten, die diversen Drucktaster wie die Potis fühlen sich extrem robust und zweckmäßig an und auch, dass man es mit den Displays nicht übertrieben hat, imponiert mir persönlich sehr, weil sie eben gerade genug Rückmeldung geben und einem das zeigen, was man im jeweiligen Moment halt auch braucht.

Test Nord Wave 2 von Clavia

Steht super stabil auf einem Rhodes MK1 (selten): Der Nord Wave 2

Klanglich ist der Nord Wave 2 eine Werkzeugkiste, wie sie im Buche steht, durch die Bedienbarkeit wird sie aber eben auch zum Instrument. Die meisten werden es wissen, der Autor, der hier am Werke ist, ist noch recht jung – man sollte meinen, die Computer auf Rädern à la Fantom oder Motif X wären die Instrumente, an denen dieser sich messen sollte. Aber gerade dieser Nord, der sich klar abgrenzt und irgendwie einfach als richtiges Instrument präsentiert, ist derjenige Kandidat, mit dem ich mich am ehesten identifizieren kann und auch die beste Verbindung eingehen könnte.

Bemerkenswert für mich ist zudem in erster Linie, dass der Nord aufgrund seiner verschiedenen Engines so unterschiedlich und vielseitig klingen kann (klar, das können die Mitstreiter auch), man seinen Klang aber irgendwie doch erkennt. Vom Gefühl her ein bisschen so wie die Pianos aus den alten Kurzweils (K 2000 aufwärts) – super wiedererkennbar und irgendwie minimal „quirky“ – aber wertig in einem!

Der Nord Wave 2 Synthesizer on YouTube

Hier ein langes Demo von unserem Autor Vincent Rohr, für diesen Testbericht:

Ebenfalls empfehlenswert zum Nord Wave 2:

 

Fazit

Der Nord Wave 2 überzeugt durchweg durch seine wertige Verarbeitung, sein individuelles Auftreten, seine intuitive Bedienbarkeit und bei Weitem nicht zuletzt durch seinen Klang wie auch seine klanggestalterischen Möglichkeiten. Das Gerät lädt nach kurzer Eingewöhnungszeit und extrem flacher Lernkurve zu klanglichen Fundamental-Transformationen während der Performance ein und wächst zusammen mit dem Benutzer. Auch die Basics einer tollen Haptik wie einer tollen Klaviatur sind mehr als nur gegeben. Was will man mehr? Vielleicht ein Display, ein wenig mehr „bling bling“ oder Workstation? Ein Quäntchen mehr Massentauglichkeit (die beim Nord natürlich auch mehr als nur genug gegeben ist)? Dann lohnt ein Blick auf die anderen Geräte dieser Ordnung – aber wer auf „fass an“, „Ohren-Feedback“ und geniale Bedienbarkeit anspringt, der sollte sich diesen kleinen Roten hier unbedingt genauer anschauen!

Plus

  • Klang
  • Verarbeitung
  • Bedienung

Preis

  • 2.449,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ich musste mir den Test gleich zwei mal durchlesen. Erstmal danke an den Tester! :) Für mich am wichtigsten: Kein Fortschritt bei den Stimmen. Ein Oszillator pro Layer mit eher bescheidenen und festgelegten Algorithmen ist mir zu wenig. Ich brauche ergo 2 Layers um zur normalen „Klanggewalt“ zurückzukehren und bin dann nur noch 2-fach Multitimbral/24-Stimmig. Da sollte man sich auch nicht von neuen „2-4-OP FM“ blenden lassen. Pro Layer ein einziger Waveshaper? Ist das wahr oder irre ich mich, daß hier nur ein Mini-Stagepiano mit etwas mehr Synthese vorliegt?
    Aber da ist doch noch das tolle Layern der verschiedenen Syntheseformen! Das stimmt aber mit der o.g. Einschränkung ist mir das Wort „Synthese“ wie ich es verstehe zu hoch gegriffen.
    Für Keyboarder einer Band sieht das Ganze wieder besser aus und ich denke dahin gehört der Wave mehr als in die Synthese-Ecke. Ein Klavier/String Pad-Layer mit 24 Stimmen……., ein Traum! Bitte sag mir einer daß das alles nicht stimmt. :)

    • Profilbild
      Vincent  RED

      Lieber Hectorpascal,

      zunächst einmal danke für die Blumen – und ich stimme dir 100%ig zu, das hier ist eine Maschine für den Keyboarder oder den, der schnelle Ergebnisse möchte – hier bekommt man quasi kleine „Templates“ pro Stimme, die sich noch recht beträchtlich formen lassen, mehr aber auch nicht. Und ja richtig, wenn du nur zwei Layers nutzt hast du 24 Stimmen zur Verfügung. :)

      Gruß,
      Vince

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Schon zu Recht ein moderner Klassiker (auch optisch/desigtechnisch einer, der sich sofort einprägt – der schwedische Ferrari unter den Synths). Mich stören an dem Oschi allerdings die arg nah zusammenliegenden Bedienelemente. Großes Lob für das Videodemo.Den Synth hier wirklich musikalisch genreübergreifend verwendet und Luft zwischen den Noten gelassen, kein kaltes Gehacke.

  3. Profilbild
    Tyrell  RED 12

    Hi Vincent, wirklich toller Testbericht und ein schönes, langes Video :) Vielen Dank!!!
    Sag mal, wenn ich pro Layer nur einen OSC habe, kann ich dann trotzdem zwei OSCs durch die Lakers, irgendwie miteinander interagieren lassen (Sync, Cross etc), sonst wäre es tatsächlich eine herbe Einschränkung (sogar gegenüber dem Vorgänger). Die Verknappung der Stimmen durch den Layer, ist mir hingegen egal. Ichglaube, ich habe seit 20 Jahren keinen Midi-Mulditmode mehr in irgendeinem Synth benutzt.

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      AMAZONA Archiv

      Wie ich das verstanden habe gibt es einen Sync-Algo pro Layer. Wavetable sync zu Waveshaper oder ähnlich ist nicht. Es muss auch alles nicht so nachteilig klingen, wenn in der Summe dann doch gute Ergebnisse erzielt werden können. Auf ein Layer reduziert wird es allerdings mau. Nicht mal vergleichbar mit Rolands Tone/Patch. Mann stelle sich vor Roland hätte im Jupiter X nur 1 Patch mit 6-Stimmen bei Nutzung aller Tones.

        • Profilbild
          Vincent  RED

          Hallo ihr zwei!
          Freut mich sehr, dass Dir/Euch der Bericht gefällt. Leider gibt es keine Möglichkeit für Modulationen außerhalb der jeweiligen Stimme – das fand auch ich einerseits sehr schade, gerade in Kombination der verschiedenen Engines hätten da sicherlich interessante Sachen zustande kommen können – auf der anderen Seite habe ich es aber auch nicht wirklich vermisst, genügend Klangformung auf allen anderen Ebenen ist mehr als gewährleistet – und im Bezug auf Sync und co. haben mich die Multis aus der VA Sektion echt überzeugt. Was mir tatsächlich in einigen Situationen sauer aufgestoßen ist sind die 12 Stimmen – meckern auf hohem Niveau, aber wenn man einen Streichersatz mitt angehaltenem Sustainpedal spielt und dann die unteren Stimmen wegbrechen fällt man vom organischen Schwelgen dann doch wieder schnell auf den Boden der Tatsachen. Dennoch – der Nord war tatsächlich ein ziemliches Highlight für mich – bin am überlegen! ;)
          Gruß,
          Vince

  4. Profilbild
    franzzbohr

    Ich kann die im Test gemachten Aussagen nur bestätigen: seit einem Monat besitze ich den Nord Wave 2, und noch immer ist mir nichts eingefallen, was ich außer der Farbe nicht mag.

    Die Kiste ist verdammt geil verarbeitet, das User-interface ist sehr gut durchdacht und noch wirklich niemals habe ich einen Blick ins Handbuch werfen müssen. Alles ist genau da, wo es sein soll. Das Erstellen eigener Klänge ist die reinste Freude und geht spielerisch leicht von der Hand.

    Der Sound überzeugt absolut. Ich hab mich inzwischen von einigen meiner synths im Studio getrennt weil der Nord Wave 2 einfach soviel abdeckt.

    Ich bin begeistert von der Kiste. Wahrscheinlich der beste Synthkauf der letzten 5-10 Jahre.

    • Profilbild
      Vincent  RED

      Macht echt wahnsinnig Spaß die Kiste!!! ;) Nichts hinzuzufügen. Ich bin auch am überlegen. Danke für dein Feedback!!

      Gruß,
      Vince

  5. Profilbild
    costello  RED

    Schöner, mit Liebe geschriebener Testbericht. Das Video zeigt sehr eindrucksvoll,, wie man den Sound während der Performance verbiegen kann. Hier scheinen tatsächlich die Nord-Geräte die Nase vorn zu haben. Bei Konzerten bin ich immer wieder erstaunt, wie vielseitig und dabei prägnant die roten Kisten klingen. Ich persönlich fand allerdings die ganzen Modellreihen Stage, Lead, Electro, Wave, Piano ein bisschen verwirrend. Deshalb hatte ich mich vor Jahren für die Kombination Kurzweil-Workstation und separate Synthesizer entschieden.

    • Profilbild
      Vincent  RED

      Vielen lieben Dank Costello, das freut mich! Verstehe deine Verwirrung, bald gibt es auch von Nord einen Audi Q1, Q2, Q3, Q4, Q5, Q5 Sportback (…) im Programm. :D Die Kurzweil Gerät genießen für mich eh mindestens genauso großen Legendenstatus – finde ich super!

      Gruß,
      Vince

          • Profilbild
            TobyB  RED

            Hygge wird auch im schwedischen als Synonym für gemütlich genommen, wobei das schwedische Naturell eher Lagom ist ;-)

  6. Profilbild
    Henrik Fisch  AHU

    Großes Lob für den Test. Nach dem Lesen – ich habe den Test übrigens auch zweimal gelesen – habe ich das Gefühl, dass der Stapel an GAS-Geräten um einen weiteren Synthesizer angewachsen ist.

    An dieser Stelle übrigens auch ein extra-großes Lob für das gedrehte Video und für die Arbeit der Kamerafrau. Ich hatte im Video die ganze Zeit über das Gefühl, dass ich genau mitbekomme, an welchen Reglern Du da am »Nord Wave 2« drehst, wenn sich der Sound ändert. Echt richtig gut!

    ?????

    • Profilbild
      Vincent  RED

      Vielen Dank lieber Henrik,

      ja ich war ebenfalls beeindruckt von den autodidaktischen Fähigkeiten als Kamerafrau meiner Freundin – machen wir jetzt immer so denke ich! Freut mich, wenn ich dich abholen konnte! Ich bin ehrlich gesagt auch ziemlich am überlegen, ich häng ziemlich an dem guten Gerät! :)

      Lieben Gruß,
      Vince

  7. Profilbild
    Michael Bereckis  

    Ein schöner Testbericht!

    Würde ich noch live als Keyboarder auf der Bühne tätig sein, würde mein Nord Wave nun ersetzt.

    Ich habe nicht verstanden, wieso der Nachfolger so lange brauchte.

    Stattdessen kamen zwei Nachfolger des Nord Lead, die aus meiner Wave-Sicht eher ein Rückschritt waren.

  8. Profilbild
    TobyB  RED

    Alter Jazzer ;) Die Rote Kiste kommt schon gut! Was an der Kiste und den Content Lieferanten liegt. Da sitzt das Piano und der Vangelis Rhodes Sound kommt frisch. BTW, Vielleicht spendierst du der jungen Dame einen Grip fürs IPhone ;-)

    • Profilbild
      Vincent  RED

      hihi, dit bin ik wohl irgendwo ganz tief drin. ;) Du sagst es, sie hat eh nur die alte Möhre! Vielleicht sollte ich ihr meins geben und einen Grip kaufen und ihres als „static“ cam nehmen. Tipps und Erfahrungen fürs nächste Mal! ;) Synth ist genial. Hyggelig a f!!! ;)

      Gruß,
      Vince

      • Profilbild
        TobyB  RED

        Grip hat den Vorteil, sie muss die Bauchmuskeln nicht so anspannen ;-) Und nicht zu verachten die Bildstabilisation. Hattest du nicht die Spiderman App geladen? So ein Gimbal kostet nicht die Welt. :)

  9. Profilbild
    olduser  

    Der Nord Wawe 2 weiß zu inspirieren, durch seine Einfachheit und seinen sehr guten Klang, seine Flexibilität, alles sehr musikalisch, der Rest muss leider vom Spieler kommen.

    Was ich bemängele ist das man nicht die OCS Modelle vom A1 in Gänze übernommen hat, dort ist es möglich eine Wellenformoder ein Sample in einem Layer zu mischen mit einer belieben 2. oder mit Noise auch Ringmodulation geht zumindest bei der Nordstage 3 Variante. Beim Wawe 2 muss man für Noise ein ganzes Layer opfern.

    Annsonsten finde ich ihn sehr gelungen und habe mir den Nord Stage 3 Comfort dazugestellt;-)

  10. Profilbild
    tantris  

    In Anbetracht des Preis und der Vielseitigkeit des Geräts erstaunt es mich immer wieder, dass manche Freaks für analoge Synthesizer, deren Klangerzeugung auf den Möglichkeiten der elektronischen Steinzeit beschränkt bleibt, mehr Geld auszugeben bereit sind. P.S. Geht es in dem Amazona-Video um das Nord Wave 2 oder eher um Hotpants?

  11. Profilbild
    Sterilmusic  

    Hallo Vincent, danke für den tollen Testbericht. Bei mir im Studio deckt der Nord Wave 2 auch komplett den Bereich „digitaler Synth“ ab und ergänzt perfekt den Prophet 6 und Sub 37.
    Leider brummt auch schon das zweite Austauschgerät im Bereich des Trafos (der seine Schwingungen auf die Metall Bodenplatte überträgt) so stark, dass ich nach einziger Programmierzeit Kopfschmerzen davon bekomme. Das Problem besteht bei Clavia schon seit dem Nord Lead 2 und sie bekommen es nicht in den Griff. Bei der Verarbeitung würde ich deswegen einen Stern abziehen.
    Viele Livekeyboarder oder Studiomusiker mit rauschenden Rechnern bekommen das Brummen vielleicht nicht mit, für mich ist es aber in der Liga eines Moog One Lüfters.
    Nun verliere ich die Garantie und muss nochmal Geld drauf legen, um das Brummproblem von einem Techniker in den Griff bekommen zu lassen. Das dürfte in der Preisliga nicht sein!

    • Profilbild
      olduser  

      Also der Trafo brummt bei mir auch aber das ist sehr leise, ich höre das nur bei absoluter Stille direkt vor dem Gerät, ansonsten muss ich mein Ohr schon über dem Trafo haben.
      Also der Moog One machte bei mir damals einen Höllenlärm, das ist normal wirklich nicht vergleichbar,
      das ist doch nicht normal ?

  12. Profilbild
    buster

    Das Ding steht auf meiner GAS – Liste, seit dem er rausgekommen ist. Erwähnenswert ist vielleicht, das per Update ein Effekt (Phaser) hinzugekommen ist. Als Erklärung für Nichtnordianer, Pianos gibt’s nur aus der Sample und nicht aus der Pianolibrary. Reicht mE für die Synthgeschichten vollkommen aus.
    Wenn ich wieder mehr musikalisch rumkomme, wird der 2er mein zweites Board zum Stage :). Ein schöner Testbericht – Danke dafür

  13. Profilbild
    mcmidi

    Kann der Nord Wave 2 in der Synth-Abteilung klangtechnisch das, was ein Nord Lead A1 auch kann? Mehr/weniger/ kann man nicht vergleichen? Bzw. warum würden sich die 1.000 Euro mehr auszugeben lohnen?

    Kann man Soundsets vom A1 in den Nord Wave 2 importieren? Die Demos zum A1 gefallen mir sehr gut, aber das Teil ist ja schon in die Jahre gekommen.
    Freue mich auf eure Meinung.

  14. Profilbild
    MichFisch00  

    Danke für den sehr informativen Test. Ich finde , man muss hier Bühne und Studio unterscheiden. Mir kommt der NW2 mehr wie ein tolles Bühnengerät vor, dass schnell und intuitiv an eine Situation angepasst werden kann. Im Studio, wenn die Klangbastelei mehr im Vordergrund steht und insbesondere abgefahrene Klangkreationen mehr gefragt sind, bei gleichzeitigem Vorhandensein von eh schon vielen Tastaturen, ist ihm der z.B. Iridium um Lichtjahre voraus….auch preislich. Ich finde die Geräte der Schweden allgemein immer etwas überteuert.

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