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Test: Cort G 280 Select Amber, E-Gitarre

15. Juni 2021

Eine Strat für alle Fälle

Cort G 280 Select Amber

Cort G 280 Select Amber

Der koreanische Hersteller Cort gilt als einer der besten, wenn nicht sogar als der beste Hersteller im niedrigen Preisbereich. Davon ist die Szene überzeugt und auch bei uns überraschten die Instrumente des Herstellers immer wieder in Sachen Klang, Optik und Bespielbarkeit und das unabhängig davon, ob es sich nun um akustische oder elektrische Gitarren und auch um Bässe handelt. Eines der Erfolgsmodelle von Cort ist die G280, die in diesem Jahr ein Update erhalten hat. Aufgewertet hat man diese moderne Strat nun mit einem Palisandergriffbrett, einem Perloid-Pickguard sowie mit dem Voice Tone VTH-77 Humbucker am Steg, der aus eigener Herstellung stammt. Kann man Gutes noch besser machen? Der folgende Artikel sollte Aufschluss darüber geben.

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Cort G 280 Select Amber – Facts & Features

Im Vergleich zum Vorgängermodell G280 mit seinem Korpus aus Linde wurde für das aktuelle Modell Erle als Basis ausgewählt. Darauf aufgeleimt befindet sich eine Decke aus feingeriegeltem Ahorn, die bei unserem Testinstrument in einem transparenten Amber-Finish erscheint. Erhältlich ist das Instrument darüber hinaus noch in Schwarz, auch dort kommt die Ahorndecke durch eine transparente Lackschicht schön zur Geltung. Ein cremefarbenes Binding wurde an den Rändern der Decke eingesetzt und das macht es etwas schwierig festzustellen, ob hier tatsächlich eine massive Ahorndecke oder doch nur ein Furnier verwendet wurde. In dieser Preisklasse sind massive Decken nicht oft anzutreffen, rein optisch betrachtet kann man das Resultat hier aber durchaus als gelungen bezeichnen.

Auf der Rückseite ist das anders, hier ist durch die transparente Lackierung gut zu erkennen, dass zur Fertigung des Korpus zwei Teile Erle verwendet wurden. Zudem gibt es mit dem ergonomisch geformten Hals-Korpus-Übergang und der beliebten „Bierbauchfräsung“ hier zwei Annehmlichkeiten zu entdecken, die das Bespielen erleichtern bzw. die Performance verbessern. Überzogen wird das Instrument rund herum von einer hochglänzenden Lackschicht, die absolut sauber und makellos aufgetragen wurde.

Die beiden neuen G280 Select Modelle

Hals mit Compound Radius Griffbrett

Eingeschraubt in den Korpus wurde ein Hals aus kanadischem Ahorn, der ein Palisandergriffbrett mit einem Compound-Radius besitzt. Die Krümmung des Holzes variiert von 12″ am ersten bis hin zu 16″ am letzten der 22 Bünde – ein trendiges Feature, das viele Hersteller aktuell nutzen. Die Bundierung bietet keinen Anlass zur Kritik, alle Stäbchen wurden sauber eingesetzt, an ihren Kanten unspürbar abgerichtet und erhielten eine ausreichende Politur auf ihren Oberflächen. Das gleiche gute Bild gibt der Sattel ab, der sauber und absolut mittig in seiner Position am Halsende Platz genommen hat.

Die Halsrückseite blieb zum Glück von der Hochglanzlackierung verschont, hier erwartet uns eine griffige Satinlackschicht, die ein natürliches Spielgefühl ermöglicht. Allerdings sind bei unserem Testinstrument wohl ein paar Staubkörnchen bzw. Holzreste unter die Lackschicht gewandert, nichts wirklich Weltbewegendes, sollte aber in einem Testbericht nicht unerwähnt bleiben. Mit einer Mensur von 648 mm (25,5″) hält sich die Cort G 280 Select Amber exakt an ihr berühmtes Vorbild aus dem Hause Fender.

Cort Hardware in gewohnt solider Qualität

Alles aus einer Hand, so lautet auch das Motto bei der verbauten Hardware an Bord der Cort G 280 Select Amber. So sorgt ein auf zwei Bolzen gelagertes Vintage-Vibrato zusammen mit einem Satz Klemmmechaniken an der Kopfplatte für zusätzliche Ausdrucksmöglichkeiten mit dem Instrument. Positiv fallen hier zwei Dinge auf: Zum einen wurde unter dem Vibratoblock in der Decke eine Fräsung ausgeführt, damit man auch Up-Bendings problemlos ausführen kann, zum anderen arbeitet das System so wunderbar weich, dass auch kleinste Nuancen mit dem Hebel sofort in Modulationen umgesetzt werden. Apropos Hebel, der wird nur eingesteckt und sitzt dennoch vollkommen frei von jeglichem Spiel in seiner Position in der Hülse.

Die Mechaniken an der Kopfplatte sind ebenfalls von guter Qualität und laufen sauber und ohne Spiel auf ihren Achsen, dennoch können auch sie nicht verhindern, dass das System unter leichten Stimmungsschwankungen leidet. Zumindest dann, wenn man es mit dem Hebel zu sehr übertreibt. Insgesamt gesehen geht das so aber schon in Ordnung, da habe ich selbst in höheren Preisklassen schon Schlechteres erlebt. Gut möglich, dass sich nach einer Weile der Nutzung das System „einspielt“, insbesondere was die Sattelkerben betrifft. Denn dort hakt es in aller Regel ja ganz besonders.

Cort G 280 Select Amber Vibrato

Cort G 280 Select Amber CFA-III Vibrato

Cort-Pickups in flexibler Konfiguration

Auch bei der Auswahl der Tonabnehmer setzt man nicht auf Drittanbieter, sondern auf eigene Entwicklungen. In dem dreischichtigen Perlmutt-Pickguard sitzt die gesamte Elektronik der Cort G 280 Select Amber, bestehend aus einem Humbucker am Steg bzw. Vibrato (Cort Voiced Tone VTH-77) sowie zwei Singlecoils (Bezeichnung VTS-63) in der mittleren bzw. der Halsposition. Über einen Fünfwegeschalter werden die zu erwartenden Kombinationen geschaltet: Humbucker, Humbucker im SC-Modus zusammen mit dem mittleren Singlecoil, mittlerer Singlecoil alleine, mittlerer Singlecoil zusammen mit dem am Hals und schließlich Hals-SC alleine. Das verspricht einen flexiblen Klang und ich kann an dieser Stelle auch schon mal vorab verraten, dass die erzeugten Sounds enorm vielseitig sind. Zwei Regler übernehmen das Steuern von Lautstärke und Ton, sie besitzen Metallknöpfe mit einem griffigen Profil und laufen mit einem gesunden Widerstand auf ihren Achsen. Nichts zu meckern gibt es auch beim Schalter, der sauber und mit spürbarem Druck in seinen fünf Positionen einrastet.

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Alles in allem ein stimmiges Bild, das die Cort G 280 Select Amber abgibt. Die Verarbeitung ist nicht nur für diese Preisklasse gewohnt gut für ein Instrument des Herstellers, von daher kommen wir nun zum wichtigsten Kriterium – ihrem Klang.

Die Cort G 280 Select Amber in der Praxis

Akustischer Grundsound/Handling

Überraschend brillant und resonanzreich zeigt sich das Instrument bereits im unverstärkten Zustand, und auch in puncto Sustain kann sich die G 280 Select Amber durchaus sehen bzw. hören lassen! Die Bespielbarkeit ist dank der nur satinierten Halsrückseite und des flachen Halsprofils sehr gut, hinzu kommt die wirklich gute Werkseinstellung, mit dem die Gitarre uns angeliefert wurde: Die Saitenlage ist angenehm flach und nervt trotzdem nicht durch Schnarren oder andere unerwünschte Artefakte. Perfekt eingestellt präsentiert sich auch das Vibrato, der Vibratoblock schwebt absolut horizontal über seiner Fräsung im Korpus und dass die Performance dank der angenehmen Federspannung hervorragend ist, hatte ich ja bereits weiter oben erwähnt. Somit macht es sehr viel Spaß, den „Jammerhaken“ einzusetzen, obwohl man hier eher sachte zur Sache gehen sollte, um nicht zu starke Verstimmungen zu provozieren. Auch das erwähnte ich bereits.

Elektrischer Sound

Obwohl man den Sound der Gitarre nicht gerade als übermäßig druckvoll bezeichnen kann, liefern die Tonabnehmer doch ein sehr flexibles und zugleich variantenreiches Klangbild. Insbesondere die Singlecoils liefern genau den Ton, den man von einer Strat erwartet – von glasig und glockig, über rotzig und dynamisch hin bis zu singenden Leadsounds, die allerdings naturgemäß bei zu viel Zerrung vom „klassischen Brummen“ untermalt werden. Dagegen bietet der Humbucker am Steg geradezu eine gespenstische Stille und einen Klang, der das Instrument um die gewisse Rock-Komponente ergänzt, ohne dabei durch ein übermäßig starkes Mittenbild aufzufallen. Ganz im Gegenteil, sein Klang überrascht durch eine Ausgewogenheit, die ihn nicht nur für verzerrte Riffs empfiehlt, sondern auch für unverzerrte Sounds sehr interessant macht!

Cort G 280 Select Amber – Klangbeispiele

Für die folgenden Klangbeispiele habe ich der G280 Select an den Eingang meines Orange Micro Dark angeschlossen. Der Amp war mit einer 1×12″ Celestion Vintage 30 Box verbunden, ehe das Signal mit einem AKG C3000 Mikrofon in Logic Audio ohne weitere Effekte aufgezeichnet wurde.

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Fazit

Auch die G 280 Select Amber untermauert eindrucksvoll die Vormachtstellung, die dem koreanischen Hersteller Cort nachgesagt werden. Für rund 500,- Euro erhält man eine Strat-Kopie, die sich in Sachen Klang, Bespielbarkeit und Ausstattung selbst vor doppelt so teuren Instrumenten nicht zu verstecken braucht. Update gelungen!

Plus

  • Klangvielfalt
  • Verarbeitung
  • Bespielbarkeit
  • wunderbar weich arbeitendes Vibrato-System
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • Vibrato nicht ganz stimmstabil

Preis

  • 549,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    OscSync  

    Eine schöne Gitarre! Für mich ist der Go To-Standard in Sachen Stratkopie des unteren Preissegments die Yamaha Pacifica-Reihe. Wie würdest Du diese Cort im Vergleich dazu einordnen?

    • Profilbild
      Stephan Güte  RED

      Bin ich absolut bei dir! Ich finde die Pacificas auch sehr gelungen, die Cort sehe ich auf einer ähnlichen Stufe. Beides tolle Strats für wenig Kohle!

      • Profilbild
        OscSync  

        Danke! An der Cort gefällt mir ja das Vibrato. Mit dem klassischen Schraubhebel bin ich nie so wirklich klar gekommen…

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