Test: Drawmer MC 2.1, Monitor Controller

26. Januar 2015

Britischer Sound gefällig?

Der Hersteller Drawmer ist weitläufig als Spezialist für Kompressoren bekannt. Dies zeigte nicht nur der letzte Test des Drawmer 1973. Dass die Briten sich jetzt auch im Bereich der Monitor Controller tummeln, scheint zunächst etwas ungewöhnlich, aber sollte es der Hersteller schaffen, die gute Produktqualität auch in diesem Segment fortzusetzen, kann unser heutiger Testkandidat ja eigentlich nur gut abschneiden, oder? Der Drawmer MC 2.1 im Test.

Drawmer MC 2.1

Drawmer MC 2.1

Details

Bei uns auf Amazona.de hatten wir schon vermehrt Monitor Controller im Test. Egal ob ganz spartanisch mit jeweils einem Ein- und Ausgang oder die größeren Varianten mit bis zu vier oder mehr Ein- und Ausgängen, passiv oder aktiv. Egal wie groß das Anschlussfeld und die Ausstattung auch sein mag, letztendlich kommt es darauf an, dass der Monitor Controller vor allem neutral klingt. Besonders für Kunden, die bisher einfach nur den Ausgang der Soundkarte bzw. des Audiointerfaces an die Aktivboxen angeschlossen haben, kann solch ein Controller durchaus sinnvoll sein. Denn irgendwie ist es ja doch komfortabler, die Gesamtlautstärke mit einem richtigen Poti bzw. Fader und nicht mit der Maus zu regulieren. Oder man nimmt ein zweites bzw. drittes Pärchen Monitore hinzu und möchte zwischen diesen komfortabel hin- und herschalten. Weitere Funktionen wie das Abhören in Mono, ein Dim-Schalter oder gar ein Talkback sind weitere Ausstattungsmerkmale, die die luxuriöser ausgestatteten Monitor Controller bieten.

Anschlüsse und Bedienelemente

Starten wir zunächst mit den Anschlüssen des MC 2.1. Auf der Rückseite befinden sich insgesamt drei Eingänge, wovon Eingang 1 als reiner XLR-, Eingang 2 als XLR/Klinke-Kombibuchse ausgeführt ist, beides symmetrisch. Der dritte Eingang (Aux) kommt in Form einer 3,5 mm Stereoklinke bzw. Cinch daher. Während die ersten beiden Eingänge auf +4 dBu agieren, operiert der Aux-Eingang auf -10 dBV-Niveau. Praktisch, um Zuspieler wie CD-Player oder das iPhone anzuhängen.

Direkt daneben platziert wurden die drei Ausgänge A, B und C, allesamt als symmetrische XLR-Buchsen ausgelegt. Ausgang A wurde sogar ein zusätzlicher Mono-Out spendiert, an den man einen Subwoofer anschließen kann, sehr schön. Abgeschlossen wird die Rückseite mit einem Anschluss fürs Talkback-Mikrofon (Klinke), einer Kaltgerätebuchse und einem Power On/Off.

Die Anschlüsse des MC 2.1.

Die Anschlüsse des MC 2.1

Auf der Vorderseite befindet sich das große Lautstärkerad des MC 2.1. Groß deshalb, weil Drawmer mit einem Rad-Durchmesser von rund 4 cm ein ordentliches Drehrad verbaut hat. Allerdings ist mir das Ganze etwas zu leichtgängig, etwas mehr Widerstand hätte es durchaus sein dürfen. In der Stellung „voll aufgedreht“ wird das Eingangssignal um satte +6 dBu angehoben. Alles links von der Nullstellung bewegt sich im Rahmen bis zu -90 dBu, macht zusammen 96 dB.

Insgesamt dreizehn Buttons sorgen dafür, dass der Sound auch genau daher bzw. dahin geht, wo man ihn auch haben möchte. Alle Buttons sind mit einer kleinen roten, grünen oder gelben LED ausgestattet, so dass der aktive Zustand immer sofort abgelesen werden kann. Neben der Möglichkeit, die drei Eingänge je nach Lust und Laune auf die die drei Ausgänge zu routen, verfügt der MC 2.1 natürlich auch über die Möglichkeit, das Signal mono abzuhören, per DIM-Button die Gesamtlautstärke um 20 dB abzusenken und die Phase zu drehen.

Linke bzw. rechte Seite des Stereosignals lassen sich getrennt (Left Button / Right Button) voneinander oder aber gleichzeitig per Mute Button stummschalten. Der Unterschied liegt darin, dass die beiden Buttons Left und Right sowohl Auswirkung auf die drei Ausgänge als auch auf die Kopfhörerausgänge haben. Dahingegen werden bei Drücken des Mute Buttons nur die Lautsprecher stummgeschaltet, nicht aber die Kopfhörer. Für die gibt es übrigens auf der Vorderseite zwei Anschlüsse, beide mit separatem Lautstärkeregler. Alle anderen Buttons wirken übrigens gleichermaßen auf die Lautsprecher und Kopfhörerausgänge.

Abgeschlossen wird die Vorderseite mit dem Talkback-Button, der ein angeschlossenes Mikro aktiviert, so lange man den Finger darauf hält. Direkt oben drüber ein kleiner Lautstärkeregler für das Talkback. Das dieser so klein ausgefallen ist, stört mich nicht, denn in der Regel muss man die Lautstärke des Mikros ja nicht andauernd neu justieren. Daher geht das vollkommen ok.

mc21 front

Verarbeitung und Praxis

Die Verarbeitung des 272 x 215 x 81 mm und 2,5 kg schweren MC 2.1 ist exzellent. Das stabile Metallgehäuse ist fest verschraubt, alle Anschlussbuchsen und Bedienelemente sitzen fest verankert auf Vorder- und Rückseite. Dank vier geschraubter Gummifüße bleibt der MC 2.1 gerne auf seinem vorgesehenen Platz und zerkratzt mit Sicherheit auch nicht die schöne Arbeitsfläche. Wobei ich anmerken muss, dass ich zunächst erstmal etwas umräumen musste, um den Drawmer überhaupt irgendwo sinnvoll platzieren zu können. Die Maße des Monitor Controllers sind nicht gerade kompakt und arbeitet man wie ich mit mehreren Bildschirmen , DAW Controllern und den üblichen Gefährten Tastatur und Maus, kann es schon recht schnell knapp werden. Optional erhältlich ist allerdings auch ein passendes Rackmount, so dass man den MC 2.1 auch fest im Rack platzieren kann.

Wie Eingangs erwähnt, muss ein Monitor Controller möglichst neutral klingen. Um das nicht einfach nur zu beschreiben, habe ich zwischen die Aus- und Eingänge meines Saffire Pro 40 einmal den MC 2.1 gehängt und das resultierende Signal geradewegs wieder aufgezeichnet. Zum besseren Vergleich alle Aufnahmen ohne den zwischengeschalteten Drawmer, einmal mit MC 2.1 und schließlich noch mit aktiviertem DIM. Aufgrund der daraus resuliterenden 20 dB Unterschied habe ich diese Aufnahmen normalisiert. Letztere Aufnahme dann aber normalisiert. Wie zu hören ist, braucht man sich bei diesem Monitor Controller keine Gedanken um fehlende Neutralität zu machen. Egal welches Signal man auch hindurch schickt, der MC 2.1 klingt einfach gut. Gut im Sinne von neutral wohlgemerkt.

Auch die Kopfhörerausgänge bieten ein sehr guten Klang, keine nennenswerte Betonung von Frequenzbereichen, alles mit ordentlich Power versehen. Lautstärkeunterschiede zwischen linkem und rechten Kanal konnte ich nicht feststellen, auch dafür ein Lob.

Dreht man den Drawmer MC 2.1 um, findet man auf der Unterseite des Controllers weitere Einstellungsmöglichkeiten, um den MC 2.1 bis ins kleinste Detail richtig einzustellen. Hier lässt sich nämlich mit Hilfe sieben kleiner Trimpotis ein möglicher Versatz zwischen den angeschlossenen Lautsprechern anpassen, sehr schön. Lob gibt es auch für das englischsprachige Handbuch, das neben den Funktionen auch eine Anleitung zum genauen Einstellen des Setups inklusive Einmessen gibt.

Weitere Einstellungen können mit Hilfe der Trim-Potis vorgenommen werden

Weitere Einstellungen können mit Hilfe der Trim-Potis vorgenommen werden

Kritik

Ehrlich gesagt kann man beim Drawmer MC 2.1 nur wenig bis gar nichts kritisieren. Rein klanglich ist er absolut top. Allerdings hätte ich persönlich ein paar kleinere Wünsche gehabt. Die Tatsache, dass man direkt am MC 2.1. einen Subwoofer anschließen kann, finde ich sehr gut. Allerdings wäre es schön gewesen, diesen auf irgendeine Art auch zu muten, um das Signal eben ohne Bassfrequenzen abzuhören. Der Mono-Out wird zwar durch Drücken des Left Button deaktiviert, aber wirklich hilfreich ist das in diesem Fall leider nicht.

Aktiviert man den Aux Eingang, erhöht sich die Gesamtlautstärke des Drawmer um rund 4 dB. Laut Drawmer ist das allerdings gewollt bzw. ein notwendiges Übel, um das Grundrauschen des Controllers so gering wie möglich zu halten.

Für den Desktop Einsatz wäre es schön gewesen, wenn der Hersteller die Vorderseite leicht abgeschrägt hätte. Das hätte den Bedienungskomfort noch mal erhöht. Aber auch das ist verglichen mit der ansonsten sehr guten Performance des MC 2.1 eine Kleinigkeit.

Drawmer1

Fazit

Mit dem MC 2.1 steigt der britischer Hersteller Drawmer in den Markt der Monitor Controller ein. Und was soll man sagen, der Einstieg ist mehr als geglückt. Die hohe Klangqualität, für die Drawmer durch seine Dynamikprozessoren bzw. Kompressoren bekannt ist, wird auch hier fortgesetzt. Klanglich ist der MC 2.1. einfach nur zu empfehlen.

Mit jeweils drei Ein- und Ausgängen sowie zwei Kopfhöreranschlüssen deckt der MC 2.1. alle gängigen Einsatzgebiete ab und bietet mit den klassischen Funktionen Mono, Dim, Phasendrehung und Mute alles Notwendige. Sicherlich sind knapp 500,- Euro für einen Monitor Controller kein Pappenstiel. Dafür erhält man aber ein erstklassiges Produkt, was auch ohne Weiteres für anspruchsvolle Aufgaben eingesetzt werden kann.

Plus

  • neutraler Klang
  • sehr gute Verarbeitung
  • Subwoofer-Ausgang
  • Trim-Potis

Minus

  • Subwoofer lässt sich nicht einzeln muten

Preis

  • Ladenpreis: 495,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    FAEI

    Habe mich im Laden meines Vertrauens erst über den Mackie BigKnob informieren wollen, und dann dieses Gerät zum Test mitnehmen dürfen. In Verbindung mit neuen hochwertigen XLR Kabeln klanglich ein erstaunliches Update zu meinem alten Samson Controller. Ich bin begeistert.

    In einer Kette mit RME Babyface, KRK VXT8

  2. Profilbild
    Onkel Sigi  RED

    Hallo Gmoa (bayrisch für: Gemeinde),

    bin seit einigen Wochen Besitzer von dem Teil. HAMMER!!!!

    Transparenzverbesserung der Mixe auf meinen Abhören ca. 20% im Vergleich zu meinem vorigen Controller. Glasklare Bassläufe, Räume haben plötzlich merklich mehr Tiefe, das Panorama ist um einiges weiter aufgefächert. Auch das private hören von Vinyl und CD ist ein Genuss.

    Das Teil ist allerdings riesig, da innen drin alles diskret aufgebaut ist.

    Hatte nie einen besseren Monitor-Controller, da schmeisst du jeden „Big Knob“ samt Uli B.`s Nachbauten freiwillig über den Zaun vom Wertstoffhof!

    Musikalische Grüße von

    Onkel Sigi

  3. Profilbild
    GEM-D  

    Blöde Frage, aber vielleicht weiß das ja hier einer…
    Kann ich an das Ding nur aktive Lautsprecher anschließen?
    Oder könnte ich da auch an einen normalen Hifi-Verstärker reingehen.
    Oder sogar direkt in eine Endstufe????

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