Test: Elite Acoustics M2-6, Akustikverstärker

5. August 2018

Fernab der Steckdose!

Batteriebetriebene Kleinstmultifunktionsverstärker schießen im Moment aus dem Boden wie Pilze an einem feuchten Herbsttag. Mit dem Elite Acoustics M2-6 Acoustic Amplifier hat auch der kalifornische Hersteller mit Fertigung in den USA einen Verstärker in seinen Reihen, der mit kleinen Abmessungen und einer Vielzahl von Eingängen auf sich aufmerksam macht.

Die Konstruktion des Elite Acoustics M2-6 Acoustic Amplifiers

Bei dem Elite Acoustics M2-6 Acoustic Amplifier handelt es sich um einen 4-kanaligen Mischverstärker, der neben einem kompletten Effektgerät auch die Möglichkeit des Bluetooth-Streamings bietet. Nimmt man den Verstärker das erste Mal in die Hand, fällt einem das auf den ersten Blick unerwartet kräftige Gewicht von knapp 11 kg auf, das man dem nur (B x T x H): 330 mm x 279 mm x 229 mm großen Verstärker kaum zugetraut hätte. Dies ist zu einem Großteil dem intern verbauten Akku geschuldet, da der Verstärker entweder mit dem mitgelieferten Netzteil oder besagtem Akku betrieben werden kann. Laut Hersteller verbucht der Verstärker mit einer vollen Ladung eine Betriebsdauer von 6-8 Stunden, was in der Praxis knapp 3 vollwertige Shows ohne Stromversorgung garantiert. Straßenmusiker und Gartenpartybespaßer wird dies freuen. Im Zubehör mit inbegriffen ist ebenfalls ein 12 Volt KFZ-Adapter.

Auf den ersten Blick fällt es mir wahrlich schwer, das genaue Einsatzgebiet des Elite Acoustics M2-6 Acoustic Amplifiers zu definieren, wobei dies eine sehr positive Bewertung ist. Zwar wird der Verstärker als Akustikinstrumentenverstärker vermarktet, die umfangreiche Eingangssektion hingegen erlaubt einen kräftigen Blick über den Tellerrand hinaus. Konzeptionell ist der Verstärker durch seine Trapezform als Floormonitor/Wedge konzipiert, durch die zusätzlichen seitlich angebrachten Gummifüße kann er aber auch aufrecht als Backline bzw. durch den 35 mm Flansch im Hochständerbetrieb gefahren werden.

Der Elite Acoustics M2-6 Acoustic Amplifier arbeitet in Mono und bedient sich eines Tief/Mitteltöners von 6,5 Zoll und eines Silk Dome Hochtontreibers mit 1 Zoll Durchmesser, die durch ein massives, weißes Gitter aus Metall vor äußeren Einwirkungen geschützt werden. Laut Hersteller beträgt der Frequenzgang  70 Hz – 22 kHz, wobei beide Eckdaten mehr rechnerischer Natur sein dürften. Im Tieftonbereich dürften Gehäuseabmessungen dieser Größenordnung vielleicht mit gutem Willen eine realistische Wahrnehmung bis hinab zu ca. 150 Hz erlauben und im Livebetrieb ist alles über 16 kHz ohnehin obsolet. Die Class D Endstufen ergeben zusammen eine Leistung von 30 Watt mit 103 dB SPL. Ob es sich dabei um Sinus, RMS oder Peak handelt, konnte dem Hersteller nirgends entlockt werden. Gehen wir daher vom geringsten Wert aus und nehmen 30 Watt Peak an.

Elite Acoustics M2-6 Acoustic Amplifier aufrecht

Elite Acoustics M2-6 Acoustic Amplifier aufrecht

Die Oberseite des Elite Acoustics M2-6 Acoustic Amplifiers

Als Erstes fällt der massive Tragegriff aus Kunststoff positiv ins Gewicht, ist er doch mit den verschraubten Seitenteilen über Metallschienen verbunden. Ausleiern wie bei weichen Gummi-, oder schlimmer noch, unnötigen Ledergriffen? Nicht möglich, 10 von 10 Punkten! Das Gehäuse ist mit einer widerstandsfähigen Folie in Carbonoptik überzogen, vier Metallecken schützen ihn nach vorne hin. Aufgrund des Verstärkerteils und der Trapezform des Gehäuses sind die Ecken nach hinten heraus leider ungeschützt.

Um die Potentiometer des oberen Verstärkerteils etwas zu schützen, wurden sie inkl. der Bluetooth-Antenne versenkt angebracht, was zumindest bei Einwirkungen flächiger Art gut funktioniert. Generell empfehle ich aber bei Geräten dieser und ähnlicher Bauweise ein Transport-Case, zumal EAE für den M2-6 keine Transporttasche anbietet. Es ist immer nur eine Frage der Zeit, bis der erste Regler an- oder abgebrochen ist und das anschließende verzweifelnde Gefummel auf der Platine, um die gebrochenen Leiterbahnen zu reparieren, möchte sich keiner wirklich antun.

Über den oberen Teil des Gehäuses hat man Zugriff auf eine Dreiband-Klangregelung, die bei allen Kanälen greift. Zudem befindet sich dort ebenfalls eine Miniklinkenbuchse einschließlich Lautstärkeregler für einen AUX-In. Des Weiteren hat man Zugang zum Mastervolume-Regler, einem Summen-Mut- Schalter und einem intern verbauten Effektgerät, das über 16 verschiedene Reverb-, Delay-, Chorus- und Flanger-Programme verfügt und mittels 3 Reglern gesteuert wird. Insgesamt 8 LEDs informieren über ein anliegendes Signal, Clippings und geschaltete 48 Volt Phantomspeisung.

Elite Acoustics M2-6 Acoustic Amplifier Aufsicht Rückseite

Elite Acoustics M2-6 Acoustic Amplifier Aufsicht Rückseite

Die Rückseite des Elite Acoustics M2-6 Acoustic Amplifiers

Auf der schräg abfallenden Rückseite tummeln sich jede Menge Buchsen und Regler, um die insgesamt 4 Kanäle zu verwalten, wobei Kanal 1 die größte Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Neben einer Dreiband-Klangregelung mit parametrischen Mitten verfügt der Kanal über ein zwischen 100 – 450 Hz durchstimmbarea Notch-Filter, einen kombinierten FX- oder AUX-Regler, Phasenschalter, PAD-Schalter und drei verschiedene Eingänge für Gitarre, Line oder XLR. Kanal 2 muss ohne jegliche Klangregelung auskommen, wobei die kombinierten Kanäle 3 und 4 nur jeweils eine TRS-Buchse als Eingang erhalten.

Im Summenbereich wird noch ein FX-Loop geboten, ein Fußschaltereingang für die FX-Aktivierung, ein Monitor-Output für Daisy Chain und 2 XLR-Outputs für weitere Aktivboxen o. ä.. Ein USB-Port ermöglicht das Laden eines Smartphones, eine 5-stellige LED informiert über den Ladezustand des Verstärkers und ein versenkter Schalter ermöglicht das Blockieren des Batteriebetriebs.

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