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Test: GFI System Skylar Reverb, Hall-Pedal

21. September 2021

Vom Badezimmer bis in den Orbit

GFI System Skylar Reverb

GFI System Skylar Reverb Hall-Pedal

Die Firma GFI System hat auf die Wünsche der Nutzer reagiert und die beiden Engines aus dem Hall/Echo-Pedal Specular Tempus in zwei einzelne Geräte gesteckt. Klingt logisch, denn nicht jeder will oder benötigt diese Kombination zwingend auf dem Pedalboard und außerdem kann man ja mit zwei Geräten eine größere Käuferschicht ansprechen. Neben dem Orca, das für die Delay-Abteilung verantwortlich ist, präsentiert GFI für die Hallalgorithmen das Skylar Reverb, um die Bedürfnisse nach einem ausdrucksstarken Hall in unserem aller Sound zu befriedigen. Ob das Splitten erfolgreich verlaufen ist und für wen sich das GFI System Skylar Reverb lohnt, wollen wir im folgenden Review versuchen herauszufinden.

GFI System Skylar Reverb – Facts & Features

Zunächst einmal fährt das Skylar Reverb einen Pluspunkt im Design des Gehäuses ein, denn die Anschlüsse, abgesehen der vom Netzteil, befinden sich an der Stirnseite des Pedals und sorgen somit für ein geräumiges Unterbringen ohne Gerangel zum benachbarten Effekt auf dem Pedalboard. Auf den ersten Blick scheint es so, als sei das Gerät nur in Mono zu betreiben. Beim Studieren des mitgelieferten Faltblatts stellt sich jedoch heraus, dass sowohl die Eingangs- als auch die Ausgangsbuchse im Stereoklinkenformat ausgelegt sind und mit Hilfe von TRS-Kabeln entsprechend auch Stereosignale aufnehmen bzw. abgeben können. Prima, das dürfte vor allem die Fraktion der Tastendrücker erfreuen und das Skylar auch für den Betrieb im Studio qualifizieren. Weiterhin existiert ein Anschluss für ein Expression- oder Tap-Tempo-Pedal, mit denen zum einen bis zu drei Parameter in Echtzeit gesteuert oder aber die LFO-Frequenz des Tremble-Effekts bestimmt werden kann.

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Der Tremble-Effekt ist einer von vier Presets, die das Pedal zur Verfügung stellt. Es handelt sich dabei um die Kombination aus einem Hall und einem Tremolo-Effekt, dessen Geschwindigkeit mit der Tempo-LED im oberen Teil des Bedienpanels optisch überwacht werden kann. Die Geschwindigkeit des Tremolos lässt sich aber nicht nur mit einem angeschlossenen Expression-Schalter, sondern auch mit einem der beiden vorhandenen Schalter im unteren Teil bestimmen. Dazu dient der A/B-Tap-Schalter, der wie der Engage-Schalter als Softklicktyp ausgeführt wurde und somit nicht durch lautes Knacken beim Betätigen nervt. Ein normaler Schalter wäre ja beim Eingeben der Modulationsgeschwindigkeit auch eher kontraproduktiv.

Ramping-Mode

Zu erwähnen ist als Besonderheit des Skylar der „Ramping-Mode“, der bei einem Drücken des Engage/Ramp-Schalters > 0,5 Sekunden aktiviert wird. Dieser Modus ermöglicht das Ansteigen eines zuvor ausgewählten Parameters bis zu einem vorkonfigurierten Punkt, als Beispiel sei hier die Frequenz des LFOs im Tremble-Modus oder etwa die Intensität des Shimmer-Effekts genannt. Neben dem Tremble-Effekt bietet das Skylar mit Spatium, Shimmer und Plate drei weitere Reverb-Algorithmen, von denen zwei dauerhaft abgespeichert werden können. Welches der beiden Presets momentan aktiviert ist, zeigt eine LED, die für Preset A orange und für Preset B grün aufleuchtet. Links davon sitzt die Power-LED und informiert über den Betriebszustand des Pedals, beide LEDs sind glücklicherweise nicht zu hell ausgefallen, sodass man auch im Halbdunkel nicht zu sehr geblendet wird.

Rund um das zwar recht kleine, aber dennoch gut ablesbare Display sitzen vier Knöpfe, die allesamt als Push-Pull-Varianten arbeiten und neben der Auswahl der Presets auf Knopfdruck eine tieferreichende Bearbeitung der Sounds („Secondary Parameters“) ermöglichen. Die folgende Grafik veranschaulicht die vorhandenen Möglichkeiten:

GFI System Skylar Reverb Parameter

GFI System Skylar Reverb Parameter

Die wichtigsten Parameter, wie etwa Halldauer (Decay) und Intensität (Level) befinden sich in Sekundenschnelle zugriffsbereit, die übrigen Parameter lassen sich durch Drücken des entsprechenden Potis kaum weniger schnell erreichen.

Wie klingt das GFI System Skylar Reverb?

Beeindruckend gut, möchte ich sagen! Zunächst einmal fällt der enorm niedrige Rauschpegel auf, mit dem das Skylar nach seinem Aktivieren an den Start geht. Es herrscht geradezu eine gespenstische Stille, die sich auch bei Anheben des Level-Potis kaum spürbar erhöht. Darüber hinaus gibt es faktisch kein Knacken beim Anschalten des Pedals und auch der Wechsel zwischen den beiden Presets gestaltet sich frei von Geräuschen und ohne nennenswerte Verzögerungen.

Die vier Presets bieten bereits in ihren Einstellungen ab Werk eine Rundumversorgung mit den wichtigsten Hall-Sounds: Angefangen vom klassischen Plate-Reverb, über den Spatial-Algorithmus mit seinen Modulationen, dem majestätischen Shimmer-Verb bis hin zum äußerst charmant klingenden Tremverb verfügt das GFI System Skylar Reverb über jede Menge inspirierender Klänge, die zum Experimentieren einladen. Clever und unaufwendig gelöst wurde das Editieren mittels der Push-Pull-Potis, das Display führt übersichtlich durch alle Schritte, um die Presets dem persönlichen Geschmack anzupassen. Ganz gleich, ob man nun einen klassischen Plate-Reverb zum Aufblasen von Overdrive-Sounds benötigt oder mit den drei übrigen Sounds auf Klangreise gehen möchte – das Skylar bietet dafür den idealen Nährboden. Insofern ist die Mission von GFI System gelungen, die besten Hall-Presets aus dem Specular Tempus herauszulösen und ihnen für einen deutlich günstigeren Preis eine neue Umgebung zu ermöglichen.

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GFI System Skylar Reverb – Klangbeispiele

Für die folgenden Klangbeispiele habe ich das GFI System Skylar Reverb in den Effektweg meines Mesa/Boogie Studio 22+ Combos geschaltet. Vor dem Amp wurde ein AKG C3000 Mikrofon platziert, ehe das Signal mit Logic Audio und ohne weitere Effekte aufgezeichnet wurde. Das ist sozusagen das gängige Basic-Set-up für uns Gitarristen, beim Stereobetrieb wirkt das Klangbild natürlich noch einmal deutlich breiter und nuancenreicher.

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Fazit

Nach Abschluss des Tests fällt mir wahrlich kein negativer Punkt beim GFI System Skylar Reverb  auf. Das kompakte Pedal bietet vier erstklassige Reverbs, überzeugt mit einem extrem niedrigen Rauschspektrum und lässt sich dank der Stereo-Signalführung auch für Keyboards bzw. Synthesizer oder im Studio problemlos einsetzen. Zudem können zwei Presets auf Knopfdruck abgerufen werden und auch das Editieren gelingt dank Display und den Push-Pull-Potis mühelos. Von daher kann es nur volle Punktzahl geben!

Plus

  • Klang
  • zwei Presets speicherbar
  • einfache Bedienung
  • gut ablesbares Display
  • Softklickschalter
  • Anschlüsse an der Stirnseite
  • Stereobetrieb möglich

Minus

  • -

Preis

  • 229,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    rio  

    Der Verzicht auf einen Midi-Port (wie beim ST vorhanden) sollte aber schon mal Erwähnung finden…

    • Profilbild
      mfk  

      Finde ich persönlich bei einem Reverb nicht so wichtig.
      Die Menütiefe hält sich auch in Grenzen.

      Bei einem Delay sieht es wegen des Tempos schon anders aus.

      Wenn Midi unbedingt nötig ist, dann gibt es ja die große Variante. Bei der spart man dann noch ~30€ pro Effekt ein.

  2. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Beim Namen Skylar muß ich immer an das Desperate Housewife eines Chemielehrers aus New Mexico denken.

    Nicht die beste Assoziation.

    Hoffentlich klingt das Pedal nicht so griesgrämig.

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